JA 

die neue Kirchenzeitung

10. Oktober 2021 

 

Es bleibt die Luft weg

Katholiken werden im  Oktober besonders auf das meditative Gebet des Rosenkranzes hingewiesen. 
Am 7. Oktober feierten sie wieder das Rosenkranzfest, das an den überraschenden Sieg der Christen in der Seeschlacht bei Lepanto gegen die Osmanen erinnert. 
Damals, 1571, ging ein Aufatmen durch Europa. 
Der Mythos der Unbesiegbarkeit der Türken war gebrochen.

 

450 Jahre später heißt es: Tief durchatmen! Dieser Tage lösen sich erneut Mythen auf.
In Graz werden die Kommunisten stimmenstärkste Partei, 
in Rom die Neofaschisten.
Klimarettungs-Einsparungen, die alle schmerzlich treffen, rücken näher.
Im Wiener Kanzleramt gibt es eine Hausdurchsuchung.
In  Frankreich werden unfassbare Zahlen über Missbrauchsfälle in der Kirche bekannt.
Man möchte schon gar keine Nachrichten mehr hören und fürchtet bereits die nächste Woche. Was kommt noch alles? Bleibt uns bald die Luft weg?                                                                                                                                                 P. Udo 

Kardinal Schönborn fordert „Marschall-Plan" für Syrien

Mit einem eindringlichen Appell an die Internationale Staatengemeinschaft, die syrische Bevölkerung nicht zu vergessen, hat Kardinal Christoph Schönborn seinen jüngsten Besuch (2.-4.10.) in Syrien bilanziert. Es bräuchte so etwas wie einen „Marschall-Plan", mit dem Österreich nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut wurde, sagte Schönborn gegenüber Kathpress.
Er zeigte sich tief bewegt von der Not des Großteils der Bevölkerung. Nach zehn Jahren Krieg liege nun die Wirtschaft darnieder. Das sei zum einen natürlich die Folge des Krieges, zum anderen aber auch die Folge der westlichen Wirtschaftssanktionen. Man wolle damit die syrische Regierung treffen, treffe aber ausschließlich die Bevölkerung, so Schönborn: „Die Armen werden noch ärmer, der Mittelstand wird ruiniert."
„Alle jungen Leute wollen weg“
Die Armut im Land sei unvorstellbar. Es gebe nur mehr wenige Stunden Strom pro Tag, die Menschen stünden Schlange vor den Bäckereien, um ein wenig Brot zu bekommen. Auch Trinkwasser sei knapp, die Arbeitslosigkeit extrem hoch. Schönborn: "Ich konnte bei meinem Besuch auch mit vielen jungen Leuten sprechen. Alle wollen weg aus dem Land. Und das ist verständlich. Sie haben in Syrien einfach keine Perspektiven."
Kardinal Schönborn war von Samstag bis Montag…
… auf Einladung des syrisch-orthodoxen Patriarchen Aphrem II. und weiterer syrischer Kirchenoberhäupter in Syrien zu Besuch. Auf dem Programm standen Begegnungen mit Kirchenvertretern sowie Gläubigen der verschiedenen Kirchen, aber auch mit Binnenvertriebenen und Menschen in Not. Der kleinen österreichischen Delegation mit Kardinal Schönborn an der Spitze gehörten auch Pro Oriente-Präsident Alfons Kloss und der Vorsitzende der Salzburger Pro Oriente-Sektion, Prof. Dietmar Winkler, an.
Ökumenisches Friedensgebet in Damaskus
In der syrisch-orthodoxen Patriarchatskathedrale in Damaskus stand Schönborn gemeinsam mit Patriarch Afrem II., dem melkitischen Patriarchen Youssef Absi und Nuntius Kardinal Mario Zenari einem ökumenischen Friedensgebet vor. Patriarch Afrem dankt nicht nur Kardinal Schönborn für seinen Besuch in Syrien, sondern auch Papst Franziskus für seine ständigen Appelle und Bemühungen für Frieden für Syrien. Den Kardinal bat er, sich für ein Ende der westlichen Sanktionen gegen Syrien einzusetzen. Die Wirtschaftssanktionen würden die einfache Bevölkerung in tiefstes Elend stürzen.
Begegnung mit Flüchtlingen
Tief betroffene vom Leid der Bevölkerung zeigte sich Schönborn bei einer Begegnung in Damaskus mit Flüchtlingen und Menschen in Not. Familien, christliche wie muslimische, erzählten ihm von ihrer Flucht vor den Kämpfen, vom Tod der Familienangehörigen oder ihren zerstörten Häusern. Manche konnten inzwischen zurückkehren und ihre Häuser wieder notdürftig einrichten, andere leben weiterhin als Binnenvertriebene in Damaskus. Viele werden von der Kirche unterstützt. Die Geschichten der Binnenflüchtlinge gleichen jenen in den Flüchtlingslagern in Syriens Nachbarstaaten.
Medizinische Hilfe und Arbeitsprojekte
Auf dem Besuchsprogramm des Kardinals in Damaskus stand u.a. auch eine von der syrisch-orthodoxen Kirche betriebene Dialyse-Station, sowie eine Textilfabrik. Zehn Familien haben in der Fabrik Arbeit und damit ein Ein- und Auskommen. Drei ähnliche Projekte werden von der Kirche ebenfalls betrieben.
Zudem wurde in Maarat Sadnaya bei Damaskus eine Universität gegründet und vor gut drei Jahren eröffnet. Das Angebot für die derzeit rund 400 Studentinnen und Studenten ist breit gestreut und reicht von Elektrotechnik über Informatik bis zu Wirtschaftsfächern und Jus. Im Endausbau soll die Universität Platz und Lehrangebote für 5.000 junge Leute bieten: Christen und Muslime. Das Beste, was sie für sich und ihr Land machen könnten, sei ein engagiertes Studium, ermutigte der Kardinal die Studenten bei einer kurzen Begegnung.
Friedensgebet in Homs
In Homs nahm Schönborn an einem ökumenischen Friedensgebet in der syrisch-orthodoxen Kathedrale teil. Zudem besuchte er das Jesuitenkloster und betete am Grab von P. Frans Van der Lught. Der Jesuit hatte auch in der schlimmsten Zeit des Krieges im Kloster ausgeharrt, da er die Bevölkerung nicht im Stich lassen wollte. Er wurde 2014 von Islamisten im Kloster ermordet. Sein Grab im Klosterhof ist längst zur Pilgerstätte für Christen wie Muslime geworden. Die Jesuiten haben inzwischen wieder zahlreiche Aktivitäten aufgenommen, u.a. sind sie in der Jugendarbeit aktiv. 1.500 Jugendliche zählen ihre Gruppen insgesamt.
Bei einem Lokalaugenschein konnte sich Schönborn zudem ein persönliches Bild von den Kriegsschäden machen. Ganze Stadtteile von Homs liegen nach wie vor in Schutt und Trümmern.
Ein geraubter Kelch als Geschenk
Als Geschenk erhielt der Kardinal in der syrisch-orthodoxen Kirche in Homs einen liturgischen Kelch. - Raubgut, das ein Muslim auf dem Schwarzmarkt entdeckt, gekauft, und an die Kirche zurückgegeben hatte. Der Kardinal nahm das Geschenk zum Anlass, auch in Homs zu Toleranz, Dialog und Versöhnung aufzurufen.
Mit dem Kelch feierte er Sonntagabend im syrisch-orthodoxen St. Ephraim-Kloster in Maarat Sadnaya Gottesdienst.
In Maarat Sadnaya besichtigte Schönborn zudem das griechisch-orthodoxe Marienkloster, das von Christen und Muslimen gleichermaßen aufgesucht wird.
Klöster in Malula
Auf dem Programm Schönborns stand auch die Kleinstadt Malula an den Hängen des Antilibanon-Gebirges. In der zu einem Gutteil christlichen Stadt, in der noch Aramäisch, die Sprache Jesu gesprochen wird, besuchte Schönborn das melkitische Sergios- und Bachuskloster sowie das griechisch-orthodoxe Mar Thekla-Kloster. 2013 eroberten Islamisten Malula und entführten die Nonnen des Klosters. Sie kamen später wieder frei und die syrische Armee eroberte Malula zurück.
Fotos: Kathpress.
Fotos vom Besuch Kardinal Schönborns in Syrien stehen in Kürze unter www.kathpress.at/foto zum Download zur Verfügung.
Kardinal Schönborn 30 Jahre Bischof
Wenige Tage vor seinem Syrien-Besuch beging Kardinal Christoph Schönborn sein 30-jähriges Bischofsjubiläum. Der Dominikanerpater und Theologe wurde am 29. September 1991 in Wien zum Bischof geweiht. Er gilt heute als Troubleshooter für Orts- und Weltkirche.
Papst Franziskus sprach kürzlich beim Rückflug aus der Slowakei eine hohe Anerkennung aus: „Erinnern Sie sich an den Sturm nach Amoris laetitia? Häresie, Häresie! Zum Glück gab es da Kardinal Schönborn, einen großen Theologen, der die Dinge geklärt hat." 
 

Französische Missbrauchsstudie: Mehr als 300.000 Opfer seit 1950

In der Katholischen Kirche in Frankreich hat es laut einer Hochrechnung seit 1950 geschätzt 216.000 minderjährige Opfer sexueller Übergriffe durch Priester und Ordensleute gegeben. Konkret habe man zwischen 2.900 und 3.200 potenzielle Täter ermittelt, so das Ergebnis einer unabhängigen Kommission, deren Gründung die französischen Bischöfe im November 2018 in Auftrag gegeben hatten. Die geschätzte Opferzahl erhöht sich demnach auf 330.000, wenn Laienmitarbeiter wie etwa Lehrer an katholischen Schulen einbezogen werden.
Am Dienstag übergab der Vorsitzende der Unabhängigen Untersuchungskommission sexuellen Missbrauchs in der Kirche (Ciase), der frühere Richter Jean-Marc Sauve, öffentlich den rund 2.500 Seiten umfassenden Abschlussbericht an die Vorsitzenden der Bischofskonferenz und der Konferenz der Ordensleute, Erzbischof Eric de Moulins-Beaufort von Reims und Schwester Veronique Margron.
Sauve präzisierte, bei der Schätzung der Opferzahl handele es sich nicht um durch Quellen verbürgte Vorgänge, sondern um Hochrechnungen auf sexualwissenschaftlicher Basis.
Zu 80 Prozent: Buben zwischen 10 und 13 Jahren
Bei von Klerikern und Ordensleuten begangenen Missbrauchsfällen seien 80 Prozent der Opfer männlich gewesen und ein hoher Anteil von ihnen zwischen 10 und 13 Jahren, berichtete Sauve. In einem Fünftel der Fälle gehe es um Mädchen in unterschiedlichen Altersgruppen. 56 Prozent der Gewalttaten fanden demnach zwischen 1950 und 1969 statt.
Bei der Präsentation des Abschlussberichts dankte das Missbrauchsopfer Francois Devaux, Gründer der Vereinigung La Parole Liberee, der Untersuchungskommission für ihre „enorme Arbeit". Sie seien dabei „durch die Hölle gegangen". Mit eindrücklichen Worten nahm Devaux die Bischofskonferenz in die Pflicht. In direkter Ansprache sagte er an die Adresse der Kirchenleitung: „Meine Herren, Sie sind eine Schande für die Menschlichkeit." Die Kirche trage Verantwortung für ungezählte Verbrechen, und, so Devaux: „Sie müssen für jedes dieser Verbrechen bezahlen."
„Systemische Vertuschung"
Der Kommissionsvorsitzende Sauve sprach für die Vergangenheit von "systemischer Vertuschung" durch Kirchenobere. Das kirchliche Prinzip des Gehorsams und die Ausnutzung von Charisma gegenüber Gläubigen hätten Sexualverbrechen durch Geistliche massiv begünstigt. Nicht hinnehmbar, so Sauve, sei die Verbindung von katholischer Sexualmoral, also etwa der Tabuisierung von außerehelicher Sexualität, und der offenkundigen sexuellen Verbrechen im Geheimen.
Der Bischofskonferenz-Vorsitzende de Moulins-Beaufort nannte den Bericht "barsch und streng", die Worte von Missbrauchsopfer Devaux „brutal" und „wahr". Im Namen der Bischöfe entschuldigte er sich einmal mehr bei den anwesenden Opfern und bei jenen Tausenden, die „womöglich niemals mehr" ihr Schweigen brechen könnten.
Papst schämt sich wegen Missbrauchsbericht aus Frankreich
„Mit Schmerz und großem Bedauern" hat Papst Franziskus auf die Ergebnisse des neuen Berichts reagiert.
Bei der Generalaudienz im Vatikan bekundete der Papst seinen Schmerz über die Untersuchungs-Ergebnisse und spricht von einem „Moment der Schande". Er empfinde Scham über die „viel zu lang andauernde Unfähigkeit der Kirche", Betroffene ins Zentrum der Aufmerksamkeit zu stellen.
Hälfte der Franzosen glaubt nicht mehr an Gott
Noch jeder zweite der etwa 67 Millionen Einwohner Frankreichs bezeichnet sich heute als katholisch. Allerdings ist die Zahl der praktizierenden Katholiken, der Priester und der Ordensleute seit Jahrzehnten stark rückläufig.
Mehrere Umfragen werfen derzeit ein Schlaglicht auf die nachlassende Religiosität der Franzosen.
Es wird immer weniger über Religion gesprochen. Und: Offener für das Thema zeigen sich eher Stadt- als Landbewohner - und die unter 35-Jährigen eher als deren Eltern. Die über 65-Jährigen bleiben dagegen die wichtigste Gruppe unter den Gläubigen.
„Glaubst du an Gott?" - Das Ja auf diese Frage ist erstmals überhaupt in der Minderheit. Von 1.018 repräsentativ Befragten über 18 Jahren glauben 49 Prozent an Gott - alle Religionen und Konfessionen zusammengenommen. 2011 waren es noch 56 und 1947 noch 66 Prozent.
 

Mehrheit der Bischöfe hat Angst vor Kirchenreform 

Für die von Papst Franziskus angestoßenen Reformen wird die Katholische Kirche auch über das aktuelle Pontifikat hinaus Zeit brauchen. Davon ist der italienische Journalist und Autor Marco Politi überzeugt. Die Mehrheit der Bischöfe habe Angst oder wolle nichts an der Lehre ändern, sagte der Vatikankenner im Interview der Linzer „KirchenZeitung". Franziskus habe in der Kirche Baustellen geöffnet, müsse aber auch das aktuelle Kräfteverhältnis innerhalb der Kirche zur Kenntnis und in Kauf nehmen, analysierte Politi: „Es ist nicht wahr, dass der Papst Alleinherrscher ist und alles entscheiden kann, so wie er will."
In der Weltkirche bestehe nach wie vor eine „sehr starke konservative Strömung". Franziskus aber habe in seinen bisherigen Amtsjahren u.a. die "Dämonisierung der Homosexualität" aus früheren Pontifikaten „vom Tisch gewischt" und in der Amazonien-Synode eine freie Debatte der Bischöfe über verheiratete Priester möglich gemacht. „Das ist ein großer Sprung nach vorne, wenn man an die Vergangenheit denkt", so der Vatikanbeobachter.
In der Kirche tobt nach Ansicht Politis seit Jahren ein „Bürgerkrieg". „Angefangen hat er bei der Familiensynode 2015, wo die traditionalistischen und konservativen Kräfte stark gegen den Papst mobilisiert haben. Es gibt Hass in der Kirche. Die Aggressivität wird jedes Jahr schlimmer", sagte der Journalist und Autor, der zuletzt im Herder-Verlag ein neues Buch unter dem Titel „Im Auge des Sturms - Franziskus, die Pest und die Heilung der Welt" veröffentlicht hat.
 

Reformappelle und vorzeitiges Ende beim deutschen "Synodalen Weg"

Mit dem Ruf nach Reformen in der katholischen Kirche ist die zweite Vollversammlung des deutschen Dialogprojekts „Synodaler Weg" am Samstagnachmittag, 2. Oktober, in Frankfurt zu Ende gegangen. Weil viele der 212 Teilnehmer vorzeitig abreisten, unterschritt das Gremium das notwendige Quorum von 154 und war zuletzt nicht mehr beschlussfähig. Das dreitägige Treffen wurde deswegen früher als geplant beendet. Anfang Februar kommenden Jahres soll die dritte Synodalversammlung in Frankfurt stattfinden - dann ist nach Ansicht von Beobachtern mit ersten verbindlichen Beschlüssen zu rechnen. In Überlegung ist, den ursprünglich auf zwei Jahre angesetzten Dialogprozess noch bis 2023 weiterlaufen zu lassen.
Trotz des vorzeitigen Endes der Vollversammlung zog das Präsidium eine positive Bilanz. Man habe sehr diszipliniert gearbeitet und viel erreicht, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing. Es sei ein "unglaubliches Konvolut" von Papieren beraten worden. "Kein Text wurde abgelehnt, alle erhielten eine hohe Akzeptanz." Das Treffen sei unter hoher emotionaler Anspannung vieler Synodaler und vieler Bischöfe gestanden und es habe einen "sehr guten, sachorientierten Austausch" gegeben. Zugleich räumte Bätzing ein, dass die Versammlung nicht das komplette, ursprünglich vorgesehene Pensum geschafft habe. Über das abrupte Ende des Treffens äußerte er deutlichen Unmut.

Angriffe auf Dörfer: Nigerianischer Bischof sieht „Religionskrieg"

Der katholische Bischof von Makurdi in Zentralnigeria wendet sich gegen eine Beschreibung der blutigen Auseinandersetzungen zwischen muslimischen Viehzüchtern und christlichen Bauern in Nigeria als Landkonflikte. "Es geht nicht nur um Fragen der Beweidung. Für mich ist das ein Religionskrieg", sagte Bischof Wilfred Anagbe nach Angaben von „Kirche in Not" bei einem Webinar des Hilfswerks zur Lage in Nigeria. Ziel sei die Islamisierung des Landes, so der Bischof.
Die muslimischen Fulani-Hirten beseitigten Christen und besetzten das Land, sagte Anagbe. „Wenn es um Beweidung ginge, warum würden dann Menschen umgebracht? Und warum deren Häuser niedergebrannt?", fragte der Bischof laut Kirche in Not.
Der Direktor des „Denis Hurley Peace Institute of South Africa", das sich u. a. mit den Angriffen der bewaffneten Fulani-Milizen im Südosten Nigerias befasst, sprach der Aussendung zufolge von einer „konzertierten, gut geplanten Besetzung" und sieht die Staatsspitze um Präsident Muhammadu Buhari mitbeteiligt. „Ich glaube nicht, dass die Armee versucht, irgendetwas zu lösen. Wenn überhaupt, würde sie versuchen, es zu fördern", sagte Johan Viljoen bei dem "Kirche in Not"-Seminar.
Foto: Ein inoffizielles Flüchtlingslager im Dorf Ichwa. © Diözese Markurdi
 

Buddhistische Mönche fordern Aufklärung von Attacken auf Kirchen

In Sri Lanka fordern buddhistische Mönche Gerechtigkeit für die Opfer der Anschläge auf drei Kirchen am Ostersonntag 2019 in Colombo. Nicht nur Sri Lanka, sondern die ganze Welt warte auf Gerechtigkeit für die Leidtragenden der Osterattentate, zitierte der asiatische Pressedienst „Ucanews" laut Katholischer Nachrichten-Agentur KNA den Mönch und Professor an der Universität von Colombo, Agalakada Sirisumana Thera.
Der Bericht der Präsidentenkommission über die möglichen Hintergründe der Anschläge sei bislang nicht vollständig bei den Menschen angekommen, kritisierte Sirisumana Thera. Der Mönch Omalpe Sobitha Thera, Schirmherr der buddhistischen Organisation Hela Bodu Saviya, betonte gegenüber Ucanews: „Die Katholiken haben jedes Recht, sich an internationale Institutionen zu wenden, wenn die Sache nicht auf nationaler Ebene geklärt werden kann."
Bei den Selbstmordanschlägen islamistischer Terroristen auf zwei katholische Kirchen und ein freikirchliches Gotteshaus sowie drei Luxushotels im mehrheitlich buddhistischen Sri Lanka waren am Ostersonntag 2019 mehr als 250 Menschen ums Leben gekommen. Der katholische Erzbischof von Colombo, Kardinal Malcolm Ranjith, fordert seitdem vergeblich eine umfassende Aufklärung über die Hintergründe und darüber, warum der Geheimdienst Sri Lankas nichts zur Verhinderung der Terrorakte getan und die Kirche nicht vor der drohenden Gefahr gewarnt habe. Der Kardinal wolle sich im äußersten Fall an den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag wenden.
 

Bürgerkrieg in Tigray spaltet auch Äthiopiens Kirche

Der Bürgerkrieg in der äthiopischen Tigray-Region wirkt sich verstärkt auch auf die Kirche des ostafrikanischen Landes aus. Wie die BBC berichtete, werfen Kirchenführer aus der Region der äthiopischen Armee vor, seit Ausbruch des Konflikts mindestens ein Dutzend Kirchen angegriffen zu haben; 325 Geistliche seien dabei getötet worden. Dies und die Gegenangriffe der Rebellen hätten zu einem tiefen Riss in der Orthodoxen Tewahedo-Kirche zwischen den Gläubigen in Tigray und den anderen Teilen des Landes geführt.
Dem Bericht zufolge haben im Zuge des kriegerischen Konflikts Geistliche vereinzelt sogar selbst zu den Waffen gegriffen. So wird ein Mönch mit den Worten zitiert: „Ich kämpfe mit beidem - Gebeten und Kugeln."
Seit November befindet sich die „Volksbefreiungsfront von Tigray" (TPLF) im Krieg mit der Regierung von Ministerpräsident Abiy Ahmed Ali. Nachdem die Separatisten diesem die Legitimität als Regierungschef abgesprochen hatten, schickte Abiy das Militär in die Region. Tausende Zivilisten starben bei dem Konflikt.
 

Mexiko: Hunderttausende marschierten landesweit gegen Abtreibung

Als starkes Zeichen für Lebensschutz und gegen jüngste Gerichtsentscheide zum Schwangerschaftsabbruch haben am Sonntag zeitgleich in 70 Städten Mexikos Protestmärsche unter dem Motto „Für die Frauen und für das Leben" stattgefunden. Den Organisatoren zufolge beteiligten sich über eine Million Menschen mit blauen Halstüchern an den Umzügen, davon alleine in der Hauptstadt Mexiko-Stadt mehr als 100.000, berichtete das kirchliche Portal desdelafe.mx. Die friedlich verlaufenden Demonstrationen waren von einem zivilgesellschaftlichen Bündnis organisiert und von der mexikanischen Bischofskonferenz unterstützt worden. 

Neuer Wirbel in St. Pölten:
Bischof ließ das Schüler*innenzentrum H2 schließen

Mitte September wurde der Leitung des Schüler*innenzentrums H2 in der Heitzlergasse St. Pölten mitgeteilt, dass es mit 1. Oktober geschlossen wird.
Ein Insider berichtet dem JA: „Als Grund wurde angegeben, dass es nicht mehr in das Strukturkonzept der Diözese passt. Hinter vorgehaltener Hand hört man von Aussagen wie ´Nächstenliebe allein sei zu wenig´.
Schüler*innen der umliegenden Schulen, von Mittelschule, AHS und BHS haben nun eine begleitete Begegnungszone, eine Anlaufstelle bei Problemen, Krisen und Sinnfragen weniger.
Wie wenig Ahnung haben die Verantwortlichen für diese Entscheidung von der Jugend heute und vor allem von dem, was diese braucht. Kirchliche Jugendarbeit und ein positiver Zugang zur Kirche und zum Glauben funktionieren jedenfalls nicht, wenn man die Begegnungsorte zusperrt, weil sie aus deren Blickwinkel vielleicht nicht „katholisch“ genug sind.
Wer die Jugend nicht ernst nimmt, hat sie schon verloren. Das macht die Kirche unserer Diözese gerade vor.
Wenn in der NÖN St. Pölten 39/2021 die Pressesprecherin von Bischof Schwarz damit zitiert wird, dass seit 1. September zwei Jugendleiter eingesetzt sind, stimmt das einfach nicht. Diese Jugendleiter gibt es bereits länger und sie machen regionale Jugendarbeit, Projekte, begleiten Pfarren,… d.h. sie haben einen ganz anderen Aufgabenbereich und sind nicht neu angestellt. Sie wurden von der Schließung des H2 ebenso wie alle anderen überrascht.
Laut NÖN soll nun die Studierendenseelsorge rund um die Fachhochschulen ausgebaut werden. Das bedeutet eine grundlegende Zielgruppenänderung. Nach der aktuellen Ressort- und Ressourcenzuteilung in der von Bischof Schwarz durchgeführten Strukturveränderung ist dafür das Ressort Schule und Hochschule zuständig. Man schwächt damit die außerschulische kirchliche Jugendarbeit weiter, die ohnehin sehr herausfordernd ist und viel Kreativität braucht.
Ein Schelm, wer denkt, dass man im Ressort Schule und Hochschule nun mühsam Betätigungsfelder für die zwei dort neu geschaffenen Leitungen sucht? Die Ressourcen dafür  nimmt man der außerschulischen Jugendarbeit weg, so wie man dem Hiphaus für ein Büro dieser neuen Leitungen einen der schönsten Tagungsräume mit Foyer und Terrasse weggenommen hat?
Offiziell werden Kooperationen kommuniziert, in der Jugendarbeit ebenso wie mit dem Hiphaus. Wenn die Vorgangsweise zuerst eine autoritär entscheidende ist und dann Kooperation angeboten wird, ist das scheinheilig.
Am 2. Oktober gab es vor dem Domplatz 1 eine Kundgebung." 
Foto: Karl Lahmer 
 

Pittermann für strenge gesetzliche Regeln bei Suizidassistenz 

 „Keine religiösen Motive, sondern die große Angst vor einem Dammbruch" lässt die frühere SPÖ-Nationalrätin Elisabeth Pittermann (75) auf möglichst strikte Regeln für Suizidassistenz pochen: Die Gefahr eines Missbrauchs der umstrittenen Praxis sei groß, denn allzu rasch veränderten sich derzeit ethische Grenzen der Gesellschaft, was auf die Schwächsten Druck mache, so die Medizinerin und ehemalige Wiener Gesundheitsstadträtin in der aktuellen Ausgabe der „Furche". Kompakt skizzierte die frühere Präsidentin des Hospiz- und Palliativforums (gemeinsam mit Waltraud Klasnic) die aus ihrer Sicht nötigen Eckpunkte eines künftigen Gesetzes, für dessen Vorschlag das zuständige Justizministerium derzeit immer mehr in Verzug kommt. 
Pittermanns Entwurf sieht folgende Regelungen vor: Beschränkung des assistierten Suizids auf Menschen, die im Vollbesitz ihrer mentalen Kräfte sind, während man ihn keinesfalls an Menschen mit psychischen Erkrankungen, Demenz oder mit Behinderung anwenden dürfe. Vielmehr müsse eine schwere unheilbare Krankheit vorliegen, die in absehbarer Zeit zum Tod führt und die Menschen in ihrem Handlungsspielraum sehr einschränkt. Weiters sollte Volljährigkeit Bedingung sein, eine sichere Diagnose der zum Tod führenden Erkrankung durch einen Psychiater oder einen für die Krankheit zuständigen Facharzt sowie ein schriftliches Gutachten über die Aussichtslosigkeit einer Therapie. Darüber hinaus eine Bedenkzeit von drei bis vier Wochen mit anschließend nochmaliger Begutachtung durch Mediziner, die nicht die behandelnden Ärzte oder mit dem Patienten verwandt oder erbberechtigt sind.
Ausschließen sollte man Pittermann zufolge, dass Gesundheitspersonal an einem assistierten Suizid aktiv beteiligt ist, ebenso wie der Ort der Durchführung nicht Krankenhäuser oder Pflegeeinrichtungen sein dürften - sei doch assistierter Suizid „weder eine Krankenhausleistung noch eine Leistung der Gesundheitskassen". 

Kurznachrichten

Papst Franziskus hat sich für eine weltweit kostenlose Gesundheitsversorgung ausgesprochen. Ein entsprechendes Angebot sollte es in jedem Land geben, sagte er vor den Teilnehmern einer Gesundheitskonferenz im Vatikan. 

 

Papst Franziskus hat zum 200. Unabhängigkeitstag Mexikos erneut um Vergebung für persönliche und soziale Sünden in Zusammenhang mit der Evangelisierung des Landes gebeten. 

 

Papst Franziskus übergibt am 13. November den diesjährigen Preis der vatikanischen Stiftung Joseph Ratzinger-Benedikt XVI. an den Wiener Alttestamentler Schwienhorst-Schönberger und die Heiligenkreuzer Religionsphilosophin Gerl-Falkovitz 

 

Der Vatikan verschärft seine Corona-Regeln für eigene Mitarbeiter und externe Dienstleister: Wer ab dem 1. Oktober keinen italienischen „Green Pass" (Grünen Pass) vorweisen kann, darf nicht zur Arbeit kommen, gilt als unentschuldigt abwesend und bekommt entsprechend kein Arbeitsentgelt. Drei Schweizergardisten haben aus Protest dagegen ihren Job quittiert. 

 

Der Vatikan will kirchlichen Gesundheitseinrichtungen wirtschaftlich unter die Arme greifen. Mit einer „Stiftung für das katholische Gesundheitswesen" sollen vor allem Einrichtungen von Orden unterstützt werden. 

 

Vatikan. Im Prozess um mutmaßlichen Missbrauch in einem päpstlichen Knabenseminar sind die beiden Angeklagten freigesprochen worden. 

 

Italiens katholische Kirche  will ihren synodalen Prozess bis 2025 ausdehnen.

Italien. Die Regierung will den 800. Todestag von Franz von Assisi (1182-1226) mit einem mehrjährigen Gedenken begehen. Der heilige Franziskus gilt als Schutzpatron Italiens; sein Namenstag am 4. Oktober ist bereits staatlicher Gedenktag. 

 

Kanada. Die katholische Kirche  will in den kommenden fünf Jahren rund 20 Mio. Euro (30 Mio. Kanadische Dollar) aufbringen, um Hilfsprojekte für indigene Opfer von Missbrauch in den Internatsschulen des Landes zu unterstützen. 

 

Slowakei. Die Priesterseminare haben laut einer neuen Statistik heuer insgesamt 28 Neueintritte verzeichnet. Diese Zahl liegt deutlich unter den Neueintritten, die die Kirche in der Slowakei noch bis in die Jahre nach der Jahrtausendwende verzeichnet hat. 

 

Brasilien. Kardinal Jose Freire Falcao, Alterzbischof von Brasilia, ist im Alter von 95 Jahren an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben. 

 

Ägypten. Der koptisch-orthodoxe Metropolit von Assuan und Abt des St.-Pachomius-Klosters im oberägyptischen Edfu, Anba Hedra, ist im Alter von 81 Jahren einer Covid-19-Erkrankung erlegen. 

 

In Kanada sind mehrere katholische Bischöfe positiv auf das Coronavirus getestet worden. Unter ihnen befinden sich der Erzbischof von Quebec, Kardinal Gerald Cyprien Lacroix (64), und der Diözesanbischof von Joliette, Louis Corriveau (57). 

 

Deutschland. Der Betroffenenbeirat der Deutschen Bischofskonferenz kritisiert die vom Papst gewährte Auszeit für den Kölner Erzbischof Kardinal Rainer Maria Woelki. Dadurch sei die Erzdiözese Köln in eine noch schwierigere Situation gerutscht. 

 



Schweiz. Den Herbert-Haag-Preis 2022  erhalten Menschen, die Opfer sexuellen und geistlichen Missbrauchs geworden sind, die ihre traumatischen Erfahrungen öffentlich gemacht haben und die sich persönlich für die Aufarbeitung dieser Skandale einsetzen. Die Preisverleihung findet am 13. März in Luzern statt. 

 

Die Schweiz erlaubt die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. 64 Prozent der Schweizer Wahlberechtigten stimmten am 26. September für die „Ehe für alle". 

 

Mosambik. Die katholische Kirche trauert um ihren zweitältesten Kardinal. Der emeritierte Erzbischof von Maputo in Mosambik, Alexandre Jose Maria dos Santos, ist im 98. Lebensjahr gestorben. 

 

In Chile ist Kardinal Jorge Medina Estevez im Alter von 94 Jahren gestorben. 


Philippinen. Präsident Rodrigo Duterte hat überraschend seinen Rückzug aus der Politik angekündigt. Er werde am Ende seiner sechsjährigen Amtszeit nicht als Vizepräsident kandidieren. 

 

Philippinen. Zum zweiten Mal in Folge werden zu Allerheiligen und Allerseelen die Friedhöfe in der Hauptstadt Manila wegen der Corona-Pandemie gesperrt. 

 

Argentinien. Der Chef des Ministerkabinetts, Juan Manzur, hat nach einem Überfall auf die maronitische Kathedrale in Buenos Aires einen Gottesdienst in der Kirche besucht. 

 

Belgien. Das Sportteam „Athletica Vaticana" des Vatikans ist offizielles Neumitglied des Internationalen Radsportverbands UCI. Das entschied die Dachorganisation bei ihrer 190. Sitzung in Löwen. 

 

Israel. Statt wie bisher 164 sollen künftig 273 Lebensmittelgeschäfte in Tel Aviv am jüdischen Ruhetag, dem Sabbat, öffnen dürfen. 

 

Österreich  

Österreich. Ferdinand Kaineder (64) ist neuer Präsident der Katholischen Aktion Österreich (KAÖ). Er wurde bei der Jahreskonferenz der KAÖ in St. Pölten zum Nachfolger des seit 2018 amtierenden Präsidenten Leopold Wimmer gewählt. 

 

Niederösterreich. Die Chefredakteurin der Kirchenzeitung „Kirche bunt" der Diözese St. Pölten, Sonja Planitzer, wird gemeinsam mit Herbert Binder auch neue Herausgeberin der „Niederösterreichische Nachrichten" (NÖN). Sie folgt Gundula Walterskirchen, die die Funktion fünf Jahre lang innehatte und Obfrau des Pressvereins in der Diözese St. Pölten bleibt. 

 

Niederösterreich. Die Ritter und Damen vom Heiligen Grab („Grabesritter") haben ihr jährliches österreichweites Treffen in Krems und St. Pölten veranstaltet und dabei in einer feierlichen Investitur 16 neue Mitglieder in ihre Reihen aufgenommen. Die Ordensgemeinschaft finanziert derzeit die Renovierung eines Ordenshauses im Westjordanland. 

 

Oberösterreich. Rund 700  Schülerinnen und Schüler, die 2022 ihre Matura ablegen werden, sind der Einladung zu einer Wallfahrt in den Linzer Mariendom gefolgt. Dort feierten Diözesanbischof Manfred Scheuer und der evangelische Superintendent Gerold Lehner mit ihnen am 24. September einen ökumenischen Gottesdienst. 

Hirtenstab aus Holz 

Der neue Leiter der Wiener Schottenabtei, Nikolaus Poch (56), ist am 25. September von Kardinal Christoph Schönborn zum Abt geweiht worden. Zur Abtsbenediktion bekam der Ordensobere als Amtsinsignien Ring und Mitra sowie einen originalen Hirtenstab aus Holz überreicht. Ein früherer Ministrant, der zwischenzeitlich einige Jahre in Griechenland gelebt hatte, habe ihm diesen im Frühjahr aus Kreta mitgebracht, erklärte der neue Benediktinerabt laut Mitteilung des Schottenstifts bei dem festlichen Gottesdienst. 
Das schöne, aber schlichte Holz des Hirtenstabes erinnere ihn anschaulicher an den Dienst des Abtes als dies ein kunstvoll verzierter Metallstab zustande bringen würde, sagte Schottenabt Poch. Sowohl in der Bibel wie auch in der für Ordensleute maßgeblichen Regel des Heiligen Benedikt werde die Aufgabe eines Abtes schließlich als die eines Hirten beschrieben. 
Die Benediktinerabtei "Unserer Lieben Frau zu den Schotten" wurde im Jahr 1155 vom Babenberger-Markgrafen Heinrich II. Jasomirgott gestiftet. 

Auch das noch...

Indonesiens Präsident: Kirchliches Chorfest ist Hoffnungszeichen

Indonesiens Präsident Joko Widodo hat das virtuelle katholische Chorfestival „Ecclesiastical Choir Fest Pesparani" als Zeichen der Hoffnung in der Pandemie gelobt.
„Auch wenn sich unsere Nation in einer schwierigen Situation befindet, dürfen wir die Hoffnung nicht verlieren. Wir müssen weiter beten und versuchen, weiterhin Begeisterung und Optimismus, Freundlichkeit und Fürsorge zu verbreiten", zitierte der katholische Sender Radio Veritas Asia (RVA) am Sonntag aus der Eröffnungsrede des Präsidenten der mehrheitlich islamischen Nation, die zugleich das am stärksten von Corona betroffene Land Südostasiens ist.
Kardinal Ignasius Suharyo erklärte laut RVA, das virtuelle Chorfest sei ein Teil des Programms „Catholic Virtual Creation" (KVKI) der Indonesischen Bischofskonferenz, das auch das Bekenntnis der Kirche zu „Patriotismus" und „Solidarität" beinhalte. „Wir müssen dankbar sein, dass eines der hervorragendsten Merkmale unserer Nation die Solidarität ist", so der Erzbischof von Jakarta.
Laut einer Studie seien die Indonesier unter 146 Ländern das spendenfreudigste Volk. Beim Thema gesellschaftliche Solidarität sei Indonesien die Nummer vier unter 167 Ländern, sagte der Kardinal.
An dem virtuellen Chorfest nehmen bis 28. Oktober Menschen aus 32 indonesischen Provinzen teil. Zum Abschluss wird demnach Indonesiens Vizepräsident, der islamische Kleriker Ma'ruf Amin, erwartet.
 

Indische Christen fürchten zunehmende Diskriminierung

Christen in Indien fühlen sich verstärkt Diskriminierung und Intoleranz ausgesetzt. In einer gemeinsamen Denkschrift haben 50 Vertreter mehrerer christlicher Konfessionen die Regierung aufgefordert, Gesetze gegen Religionsübertritte in mehreren, von der hindunationalistischen „Indischen Volkspartei" (BJP) regierten Bundesstaaten rückgängig zu machen, wie der asiatische Pressedienst „Ucanews"  berichtete. Die BJP gilt als politischer Arm der extremistischen Hindutva-Bewegung, die für die Errichtung eines hinduistischen Gottesstaates Indien kämpft.
Der katholische Sender Radio Veritas Asia (RVA) berichtete am Freitag zudem über die Zunahme von Gewalt durch Hinduextremisten gegen Christen. Vorige Woche wurden demnach im Bundesstaat Odisha an der Ostküste Indiens die Häuser mehrerer christlicher Familien abgerissen und die Bewohner vertrieben. 

Legionäre Christi erneut im Zwielicht

Die Ordensgemeinschaft der Legionäre Christi ist wegen undurchsichtiger Finanzgeschäfte erneut ins Zwielicht geraten. Aktuelle Berichte des internationalen Journalisten-Netzwerks ICIJ bringen die Gruppe mit einem millionenschweren Steueroasen-Konstrukt in Neuseeland in Verbindung.
Die Angaben basieren auf einem Datenleck, den sogenannten Pandora Papers. Die spanische Zeitung „El Pais" schlussfolgert daraus, dass der Orden zwischen 2010 und 2011 ein „ausgeklügeltes System" geschaffen habe. Damit sei binnen weniger Jahre ein Vermögen von mehr als 295 Millionen US-Dollar in Trusts und Tochtergesellschaften angehäuft worden. Konkret geht es demnach um Investitionen in Immobilien, Technologie und Erdöl.
Pikant ist daran unter anderem, dass im gleichen Zeitraum Papst Benedikt XVI. eine umfassende Neuordnung der katholischen Gemeinschaft in die Wege leitete. Hintergrund war der Missbrauchsskandal um Gründer Marcial Maciel Degollado (1920-2008). 
Laut den ICIJ-Recherchen wurde der erste Legionärs-Trust just drei Tage vor Ernennung des damaligen päpstlichen Delegaten Velasio De Paolis errichtet. Der Kardinal war damals für die strukturellen und geistlichen Veränderungen in dem Orden zuständig.
 

30 Kilometer langer Pilgerweg zum Berg Nebo 

Jordanien will die Route zum Berg Nebo im Gouvernement Madaba südwestlich von Amman wieder für christliche Pilger freigeben. 
Tourismus- und Antikenminister Najef Al-Fayez eröffnete in dieser Woche die erste Phase eines entsprechenden Projekts, wie die staatliche jordanische Nachrichtenagentur "Petra" berichtete.
Der Wallfahrtsort sei ein wichtiges touristisches und religiöses Wahrzeichen der Stadt, so der Minister laut Bericht. Das Projekt ziele nun darauf ab, den Besuchern vor Ort grundlegende Dienstleistungen zu bieten sowie touristische Produkte im gesamten Gouvernement zu fördern. Nach Ministeriumsangaben soll der Ausbau in mehreren Phasen erfolgen. Geplant ist unter anderem die Schaffung eines knapp 30 Kilometer langen Pilgerwegs.
Auf dem Berg Nebo erinnert eine heilige Stätte seit frühchristlicher Zeit an den Propheten Moses, der nach biblischen Berichten beim Auszug der Israeliten aus Ägypten nach 40-jähriger Wüstenwanderung von dort das gelobte Land jenseits des Jordans erblicken, aber nie betreten durfte. Bereits die berühmte Heiliglandpilgerin Egeria verweist in ihrem Pilgerbericht aus dem 4. Jahrhundert auf den Nebo als Moses' Grabstätte.