JA 

die neue Kirchenzeitung

 10. Dezember 2023 

Lesungen:  Jes 63,16b-17.-19b; 63,.3-7; 1 Kor 1,3-9. Evangelium: Mk 13,24-37.

„Freund und Bruder“ 

Die Außenminister arabischer und anderer muslimischer Länder waren Ende November zu Gesprächen in China. Außenministers Wang Yi unterstrich, Peking sei „ein guter Freund und Bruder der arabischen und muslimischen Länder“.
Ein guter Freund der Muslime? Ja, solange sie weit weg sind und gegen die USA eingespannt werden können.
Nein, wenn sie in China leben.
China zerstört nach einem Bericht der Menschenrechtsorganisation „Human Rights Watch" im Norden des Landes systematisch Moscheen. 

Etwa 1.300 Moscheen in der autonomen Region Ningxia im Nordwesten seien seit 2020 geschlossen oder umgebaut worden, heißt es. Diese Zahl entspreche einem Drittel der gesamten Moscheen in der Region. 
In China leben nach Schätzungen 20 Millionen Muslime. 
Peking wird seit Jahren vorgeworfen, in der nordwestlichen Provinz Xinjiang die Uiguren und andere muslimische Minderheiten systematisch zu unterdrücken. Auch in den nördlichen Provinzen Ningxia und Gansu gibt es laut Menschenrechtsorganisationen eine starke muslimische Minderheit. 
Dass sich die arabischen Freunde in Peking für ihre muslimischen Brüder eingesetzt haben, ist nicht bekannt.  P. Udo 

Ukraine: „Ohne Hilfe kommen wir nicht über den Winter“

Der Krieg im Nahen Osten verdrängt die Ukraine von den Titelseiten der Zeitungen; doch ohne Unterstützung von außen wird das Land diesen Winter nicht überleben.
Darauf weist Pater Piotr Rosochacki hin: Der Leiter von Caritas Spes in Odessa bereitet sich in diesen Tagen auf einen weiteren Kriegswinter vor… und rechnet wie im letzten Jahr mit massiven russischen Angriffen auf Kraftwerke und das Heizungssystem. Seit Kriegsbeginn ist der polnische Priester für die Hilfslieferungen in die Süd- und Ostukraine zuständig. Im Interview mit Radio Vatikan spricht er von immer neuen Schwierigkeiten.
Da ist zum einen die Notwendigkeit, die Folgen der verheerenden Überschwemmungen nach dem Bruch des Staudamms in Nowaja Kachowka zu bekämpfen. Vor allem aber gilt es, die Menschen jetzt mit Heizkörpern und warmer Kleidung zu versorgen.
„Es ist ein Kampf gegen die Zeit“
„Die Temperaturen sinken immer weiter. Die Herausforderung besteht also darin, den Menschen noch vor dem Winter zu helfen. Wir kaufen warme Kleidung, warme Schuhe, warmes Bettzeug - alles Dinge, die in der normalen Welt normalerweise schon im Voraus in jedem Haus vorbereitet werden. Vor allem die Menschen, deren Häuser durch die Fluten oder durch Beschuss zerstört wurden, brauchen diese Hilfen, denn sie wollen jetzt in ihre Häuser zurückkehren. Sie wissen nämlich, dass der Schaden umso größer wird, je länger sie abwesend sind. Außerdem will jeder, der kann, bald einfach wieder zu Hause sein, denn im eigenen Haus ist es am besten. Es ist also ein Kampf gegen die Zeit, um auf diese Bedürfnisse im Zusammenhang mit dem kommenden Winter zu reagieren.“
Hilfen gehen zurück 
Allmählich gehen die Hilfen für die Ukraine aus dem Ausland zurück, sagt Pater Rosochacki. Damit meint er natürlich keine Waffenlieferungen, sondern humanitäre Hilfe. „In der Praxis bedeutet dies, dass wir mit weniger Mitteln viel weniger Menschen unterstützen können, und die Bedürfnisse sind groß… Ohne humanitäre Unterstützung von außen wird die Ukraine nicht überleben. Das Land kann die nächsten Wochen ohne humanitäre und auch militärische Hilfe nicht überstehen. Die Ukraine ist zu hundert Prozent von Europa abhängig, und ohne dessen helfende Hand wird sie zusammenbrechen. Man kann nicht bestreiten, dass die Hilfe ununterbrochen gebraucht wird.“
Die humanitären Organisationen, die in der Ukraine tätig sind, haben nach Pater Rosochackis Eindruck in anderthalb Kriegsjahren viel gelernt. Vor allem hätten sie sich untereinander vernetzt, um dafür zu sorgen, dass die Unterstützung auch wirklich bei den Bedürftigsten ankommt und es nicht zu Missbrauch kommt. Rotes Kreuz, Caritas, Caritas Spes und andere – zusammengeschlossen zu einem Netzwerk.
Warum die Caritas nie mit Bargeld hilft
„Wir haben eine gemeinsame Datenbank, in der wir überprüfen können, ob die finanzielle Unterstützung, um die eine Familie bittet, benötigt wird, ob sie diese Hilfe womöglich schon von einer anderen Organisation erhalten hat oder nicht. Außerdem wissen wir, wie hoch der Betrag ist und für welchen Zeitraum. Es ist also so transparent wie möglich. Außerdem funktioniert das Bankensystem in der Ukraine sehr gut. Die Begünstigten erhalten niemals direkt Bargeld, denn das wäre gefährlich; Kriminelle könnten die Caritas-Büros überfallen, wenn sie wissen, dass dort Bargeld aufbewahrt wird, oder sie könnten die Menschen ausrauben, die dort Hilfe erhalten.“
Auf die Frage nach der Stimmung in der Ukraine erklärt Pater Rosochacki, dass wohl jeder Ukrainer sich noch „einen Funken Hoffnung“ bewahrt habe, „dass dieser Krieg einmal zu Ende gehen wird“. Die Meinungen darüber, wann er enden wird, seien jedoch geteilt. „Wenn wir uns die Frontlinie anschauen, sehen wir, dass die ukrainische Offensive zum Stillstand gekommen ist oder sich nur mit sehr kleinen Schritten bewegt. Es ist also noch nicht so weit, dass morgen oder nächste Woche der Krieg zu Ende ist…“
Die meisten Schulen arbeiten nur online
Der Priester rechnet damit, dass Russland wie schon im letzten Winter „kriminelle Raketenangriffe und Drohnenangriffe auf Kraftwerke und Heizzentralen durchführen wird, um den Zugang zu Strom und Heizung zu begrenzen“. Schwierig ist die Lage nach seinem Eindruck auch weiterhin für Schülerinnen und Schüler, weil im Süden und Osten der Ukraine die meisten Schulen noch immer nur online arbeiten. „Die Kinder gehen nicht zur Schule, sie lernen online. Wenn es keinen Strom und kein Internet gibt, fällt der Unterricht in den Schulen ganz aus.“
Allerdings will Pater Rosochacki auch nicht zu pessimistisch klingen: „Es ist doch schön, dass im Namen unserer Organisation Caritas Spes das Wort 'spes' Hoffnung bedeutet! Die Tatsache, dass wir zu den Menschen gehen, sie treffen, ihnen Hilfe bringen, ist genau das, worauf sie warten. Es ist zwar bekannt, dass wir keine Millionen haben, um ihnen zu helfen, aber allein die Tatsache, dass sie wissen, dass es Menschen gibt, die an sie denken, die ihnen die Hand reichen, ist für sie unbezahlbar… Wir erreichen Hunderte von Dörfern und Kleinstädten, um die sich fast niemand kümmert. Die Präsenz der Caritas in diesen Gebieten ist für die Bewohner ein Zeichen dafür, dass die Welt noch an sie denkt.“
Foto:  Pater Piotr Rosochacki, Vatican News 

US-Ordensfrauen verklagen Waffenhersteller Smith & Wesson

Der bekannte US-Waffenhersteller Smith & Wesson bekommt es mit einem ungewohnten Gegner zu tun: Eine Gruppe Frauen aus verschiedenen katholischen Orden hat laut örtlichen Medienberichten Klage gegen das Unternehmen eingereicht. Sie wollen Smith & Wesson zwingen, Verkauf und Vermarktung bestimmter Gewehre vom Typ AR-15 in den USA einzustellen.
„Diese Gewehre haben keinen anderen Zweck als Massenmord", heißt es in der Klageschrift, die bei einem Gericht im Bundesstaat Nevada eingereicht wurde. Dem Schriftsatz beigefügt ist das Foto einer solchen Waffe, die beim Amoklauf 2012 in einem Kino der Stadt Aurora verwendet wurde. Zwölf Menschen kamen damals ums Leben.
Halbautomatische Gewehre vom Typ AR-15, in zahlreichen Varianten von mehreren Herstellern produziert, sind bei privaten Waffenbesitzern in den USA sehr beliebt. Halbautomatisch bedeutet, dass sich das Gewehr mit jedem Schuss automatisch lädt - bis das Magazin leer ist. Genaue Zahlen zur Verbreitung gibt es nicht.
Die US-Waffenlobby-Organisation NRA (National Rifle Association) gab 2017 an, dass sich rund 15 Millionen AR-15 in US-Haushalten befinden. Inzwischen dürften es deutlich mehr sein; speziell während der Pandemie boomte der Waffenabsatz. Weil AR-15-Gewehre in den vergangenen Jahren immer wieder bei aufsehenerregenden Verbrechen eingesetzt wurden, geriet das Modell jedoch zunehmend in Verruf.
Daran knüpft die sogenannte Derivate-Klage der Ordensfrauen an, die sich gegen die Firmenleitung von Smith & Wesson richtet. Diese habe durch den Verkauf der Gewehre erhebliche Haftungsrisiken für das Unternehmen in Kauf genommen, so der zentrale Vorwurf. Zudem sei gegen etliche Vorschriften verstoßen worden.
 

Sr. Martha Zechmeister: Radikale Erneuerung des Ordenslebens notwendig

Ihre Forderung nach einer radikalen Erneuerung des Ordenslebens hat die in El Salvador lebende und lehrende heimische Ordensfrau Martha Zechmeister bekräftigt.
„Die radikale Umkehr zum Ursprung und Fundament allen Ordenslebens und allen Christseins tut Not", so Zechmeister im Interview mit der Wiener Kirchenzeitung „Der Sonntag". Diese Umkehr zu Jesus sei jedoch kein Zurück in die Vergangenheit. „Der Geist Jesu erwartet uns neu und überraschend, vielleicht auch erschreckend, vor uns, in einer unverfügbaren Zukunft. Er will uns dazu verführen, kreativ, gewagt, kühn zu sein."
„Jesus war kein Mönch“
Zur Frage nach dem, was die Ordensgemeinschaften für die Kirche so unabdingbar macht, stellte Zechmeister dieses Postulat gleich einmal infrage. Denn: In den Anfängen der Jesusbewegung habe es kein Mönchstum und kein Ordensleben gegeben; zumindest nicht im Sinne einer Gemeinschaft von zölibatär lebenden Männern und Frauen. Zechmeister: „Jesus war kein Mönch, und auch nicht seine Jünger und Jüngerinnen. Wenn das Christentum also gerade in den ersten entscheidenden 'kanonischen' Jahrhunderten, in denen sich seine Identität herausbildete, ganz gut ohne Ordensleute ausgekommen ist, dann kann vielleicht auch eine Zeit kommen, in der dies wiederum so sein wird."
In der Geschichte habe sich jedoch das Ordensleben vielfach genau dann als „Trick des Heiligen Geistes" erwiesen, wenn in Zeiten schmerzhafter Umbrüche, an den Schwellen zu neuen Epochen, alte Rezepte nicht länger taugten, um die Weitergabe des Evangeliums und der christlichen Botschaft zu sichern. Einige Wagemutige hätten dann den Exodus aus den obsoleten Formen riskiert. „Der Geist hat sich ihrer bedient, um eine 'neue Schöpfung' hervorzubringen: menschliche Gemeinschaft, in der Jesus mit neuer Frische und Unmittelbarkeit gegenwärtig wurde", so die Ordensfrau.
„Gemeinsam gegen die Zerstörung von Leben aufzuschreien"
Hoffnung und Inspiration, um zum kraftvollen prophetischen, jesuanischen Zeugnis zurückzufinden, sehe sie überall dort, „wo Menschen sich zusammenfinden, um gemeinsam gegen die Zerstörung von Leben aufzuschreien", sagte Zechmeister.
Sie verwies auf neue Protestformen wie Black-Lives-Matter, feministische Kollektive in Lateinamerika gegen Femizide oder die vielen so suspekte „Letzte Generation". Zechmeister: „Es ist dies kein von oben angeordneter oder organisierter Protest. Es ist auch kein heroischer Akt einsamer Pioniere, sondern lebendige, und deshalb unkontrollierbare Vernetzung. Als Ordenschristen sind wir herausgefordert, uns mutig und ohne Berührungsängste dorthin zu wagen, wo heute das Leben pulsiert, dorthin, wo Leben in Gefahr ist oder dorthin, wo verlorenes Leben betrauert wird."
Martha Zechmeister…
… gehört der „Congregatio Jesu" (früher: Englische Fräulein") an. Sie lebt seit Langem in El Salvador und leitet den Studiengang Teologia Latinoamericana an der Katholischen Universität San Salvador. 

Erzdiözese Köln: Grünes Licht für umstrittene „Woelki-Hochschule"

Der Kölner Erzbischof Kardinal Rainer Maria Woelki hat sich mit seinen umstrittenen Hochschulplänen durchgesetzt: Die von ihm vorangetriebene Kölner Hochschule für Katholische Theologie (KHKT) erhält Zuschüsse aus Kirchenbeitragsmitteln und ist damit langfristig gesichert. Der Kirchensteuer- und Wirtschaftsrat der Erzdiözese Köln genehmigte bei seiner Sitzung am vergangenen Samstag den Wirtschaftsplan 2024, der einen Kirchensteuerzuschuss von 1,8 Millionen Euro für die Einrichtung vorsieht. Das teilte die deutsche Erzdiözese auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) mit.
Konservatives Gegenüber zur Katholisch-Theologischen Fakultät
Auf Initiative Woelkis hatte die Erzdiözese die Einrichtung 2020 vom Orden der Steyler Missionare in Sankt Augustin übernommen und baut sie in Köln neu auf. Beobachter sehen darin ein konservatives Gegenüber zur Katholisch-Theologischen Fakultät an der Universität Bonn, wo die angehenden Priester der Kölner Erzdiözese traditionell studieren. Bislang erfolgte die Finanzierung der Hochschule wesentlich aus einem dem Erzbischof zur Verfügung stehenden Fonds, in dem es für diese Aufgabe nicht mehr genügend Mittel gibt.
Umstrittenes Projekt
Im Diözesanpastoralrat, dem obersten Beratungsgremium der Kölner Erzdiözese, war das Projekt umstritten. Auch aus dem Kreis der 15 Stadt- und Kreisdechanten, also der ranghöchsten Kirchenvertreter auf Gemeinde-Ebene, war deutliche Ablehnung laut geworden. Die Vertretung der katholischen Laien nannte die Hochschule überflüssig, da es in der Erzdiözese Köln genügend Einrichtungen im Bereich der Katholischen Theologie gebe.
Kardinal Woelki: Kirche in Deutschland ist mehr denn je polarisiert
Der Kölner Erzbischof Kardinal Rainer Maria Woelki sieht die Situation der katholischen Kirche in Deutschland äußerst kritisch. „Ich habe den Eindruck: Unsere Kirche in Deutschland ist mehr denn je polarisiert", sagte der Erzbischof in einem auf der Website der Erzdiözese Köln veröffentlichten Vortrag zum deutschen Reformdialog Synodaler Weg. „Spannungen gab es auch vorher schon, das wissen wir alle. Aber nun treten diese so stark hervor, dass ich mir zunehmend Sorgen mache." 

„Kirche in Not" gibt Millionenbetrag für Schulen in Nahost 

Das weltweite katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ (ACN) hat weitere 2,6 Millionen Euro auf den Weg gebracht, um die Arbeit katholischer Schulen im Libanon und in Syrien zu unterstützen. Das Hilfspaket umfasst Stipendien für über 16 000 Schüler sowie Gehaltszuschüsse für 6000 Lehrer an rund 180 katholischen Schulen. Darüber hinaus erhalten auch über 170 Religionslehrer, die an staatlichen Schulen arbeiten, einen Zuschuss zu ihrem geringen Gehalt.
Das Hilfsprogramm umfasst auch 20 Projekte zur Installation von Solaranlagen auf kirchlichen Schulen, um diese unabhängiger von steigenden Energiepreisen zu machen. Weitere Hilfsgelder sind vorgesehen, um mittellosen Familien beim Kauf von Heften und Büchern für den Unterricht unter die Arme zu greifen.
„Weniger katholische Schulen bedeutet mehr Extremismus“
Ohne die Unterstützung stünden die katholischen Schulen im Libanon und in Syrien vor dem Aus, betont Marielle Boutros, die als Lehrerin arbeitet und dabei hilft, die Projekte von „Kirche in Not“ vor Ort zu koordinieren: „Unsere katholischen Schulen befinden sich in einem Teufelskreis: Die Eltern können die Schulgebühren nicht mehr bezahlen. Staatliche Unterstützung gibt es keine. Ohne Einnahmen können die Schulen aber den Lehrern keine Gehälter mehr zahlen. Dazu kommen die laufenden Kosten.“
Doch sollten die katholischen Schulen schließen müssen, hätte das schwerwiegende Folgen für die beiden Länder, befürchtet Boutros: „Manche islamistische Einrichtungen warten schon darauf, in diese Lücke zu springen und die Kinder zu indoktrinieren. Weniger katholische Schulen bedeuten mehr Extremismus.“
Millionen Kinder drohen ohne Bildung aufzuwachsen
Laut Boutros hätten die Lehrer aufgrund der hohen Inflation in Syrien und im Libanon oft nicht mehr als umgerechnet 30 Euro im Monat zur Verfügung: „Allein die Fahrt zur Arbeit frisst das ganze Gehalt auf.“ An vielen öffentlichen Schulen im Libanon seien die Lehrer deswegen in Streik getreten, so falle der Unterricht aus und Millionen Kinder drohten ohne Bildung aufzuwachsen. „Wir können viele von ihnen an den katholischen Schulen aufnehmen. Die Christen erfüllen hier eine wichtige Aufgabe. Die Kinder lernen die christlichen Werte kennen und im Miteinander wächst auch die Toleranz.“
Auch die Unterstützung von „Kirche in Not“ zum Bau von Solaranlagen und die Sanierung der Schulgebäude sei sehr wichtig: „Das hilft den Schulen, autark zu werden.“
Mit Bildungsmöglichkeiten der Abwanderung entgegenwirken 
Im Libanon leben seit dem wirtschaftlichen Zusammenbruch des Landes ab 2019 nach UN-Angaben rund 70 Prozent der Bevölkerung in extremer Armut, in Syrien sind es 90 Prozent. Dort hat der Krieg zu einem Rückgang der christlichen Bevölkerung um mehr als zwei Drittel geführt, heute leben schätzungsweise unter einer halben Million Christen in Syrien. 
Auch im Libanon, das mit schätzungsweise 2,2 Millionen Gläubigen die zahlenmäßig größte christliche Gemeinschaft im Nahen Osten beherbergt, hält der Trend zur Auswanderung weiter an. Vor allem junge Familien verlassen das Land. Die katholischen Schulen und Bildungseinrichtungen setzen hier an und wollen jungen Menschen Zukunftschancen in ihrer Heimat ermöglichen. 
„Kirche in Not“ hatte bereits 2022 Hilfsgelder für über 200 katholische Schulen im Libanon auf den Weg gebracht, um ihnen den Start nach den Sommerferien zu ermöglichen. 
Foto: Schüler einer katholischen Schule in Jabboulé/Libanon danken für die Hilfe von „Kirche in Not“. © KIRCHE IN NOT 
Foto: Kinder in einer Grundschule in Damaskus/Syrien. © KIRCHE IN NOT 
 

Jerusalemer Dormitio-Abtei gibt Konzert - trotz Krieg 

Mit einem der ersten Konzerte seit Kriegsbeginn am 7. Oktober hat die Jerusalemer Dormitio-Abtei ein Zeichen für Licht und Frieden gesetzt. Die deutschen Benediktiner auf dem Zionsberg luden am Mittwochabend, dem Vorabend des jüdischen Lichterfestes Chanukka, zu einer Aufführung von Händels „Judas Makkabäus". Das Oratorium spreche Christen und Juden gleichermaßen an, hieß es; die Melodie, das Kirchenlied „Tochter Zion, freue dich", ist zugleich das beliebteste Chanukka-Lied. 
Der Text des Oratoriums enthält zahlreiche Anspielungen auch für die aktuelle Situation, so die Organisatoren: Wenn der Held Judas Makkabäus sich gegen die Übermacht der Hellenisten durchsetzt, oder wenn der Chor singt „Setzt die Gefangenen frei". 
Die Aufführung mit dem israelischen Barock-Ensemble Phoenix in der überfüllten Abteikirche war laut den Benediktinern vor allem von verbliebenen deutschen Expats sowie vielen einheimischen Christen und Juden besucht. Auch wenn die Christen im Heiligen Land wegen des Krieges aufwändige Feiern zu Weihnachten abgesagt haben, wolle man nicht auf das religiöse Gedenken verzichten, hieß es. 

Papst führt neuen Weltkindertag ein 

Vorbild ist offenbar der Weltjugendtag (WJT), den Johannes Paul II. 1984 ins Leben gerufen hat: Papst Franziskus hat einen „Welttag der Kinder“ angekündigt. Zum ersten Mal soll er in Rom gefeiert werden, und zwar Ende Mai nächsten Jahres. Das sagte der Papst an diesem Sonntag nach seinem Angelusgebet am Petersplatz in Rom. Und er machte deutlich, dass damit eine neue Tradition begründet werden soll, berichtet Vatican Nesw. 
„Jetzt habe ich die Freude, anzukündigen, dass wir am 25. und 26. Mai nächsten Jahres in Rom den ersten Weltkindertag begehen werden. Die vom Dikasterium für Kultur und Bildung geförderte Initiative antwortet auf die Frage: Welche Art von Welt wollen wir den heranwachsenden Kindern übergeben? Wie Jesus wollen wir die Kinder in den Mittelpunkt stellen und uns um sie kümmern.“ 
Foto: Vatican Media 
 

Afrikanische Bischöfe: Kirche steht für die Demokratie 

Die Bischöfe des Ständigen Ausschusses des Symposiums der Bischofskonferenzen von Afrika und Madagaskar (SECAM/SCEAM) haben Militärputsche verurteilt. „Wir sind in Übereinstimmung mit der Lehre der Kirche, die die Machtergreifung durch Gewalt entschieden ablehnt, gegen Staatsstreiche. Die Kirche steht für die Demokratie", erklärte SECAM laut Berichten des Portals „Vatican News" und des vatikanischen Pressediensts „Fides" nach einem Treffen in Nigeria.
Messfeier auf afrikanische Art in der Kritik
Bei einem kirchlichen Treffen in Dakar wird derzeit über die Grenzen einer afrikanischen Umformung der katholischen Liturgie diskutiert. An dem Kongress im Senegal nehmen 60 Experten aus westafrikanischen Ländern sowie aus Mosambik, Angola und Tansania teil. Der Vatikan hat den Untersekretär der Behörde für Liturgie, Bischof Aurelio Garcia Macias, entsandt; auch die Behörde für Evangelisierung ist vertreten. Unter den Teilnehmern ist auch Kurienkardinal Robert Sarah; er leitete bis 2021 die für Liturgie zuständige Vatikanbehörde.
Kardinal: Messen oft „zu wenig christlich" 
Laut der französischen Tageszeitung „Le Monde"  meldete sich auch Kardinal Sarah in Dakar zu Wort. Er ist ein scharfer Kritiker von Neuerungen in der katholischen Kirche. Laut Bericht beklagte Sarah nun, die Heilige Messe werde an vielen Orten im Westen zerstört; in Afrika und Asien werde sie durch Anpassung an lokale Bräuche denaturiert. 
„Wir betonen so sehr die kulturellen Elemente, dass manche Feiern sechs Stunden dauern", beklagte Sarah und fuhr fort: "Unsere Gottesdienste sind oft zu banal und zu lärmend, zu afrikanisch und zu wenig christlich." Wie die Zeitung weiter berichtet, wurde aus Anlass des Treffens in Dakar erstmals seit Langem wieder eine Messe mit Orgelmusik und französischen und lateinischen Gesängen gefeiert statt mit lokaler Musik und Sprache. 

Kurznachrichten 

   

EU. Die EU-Kommission hat zu stärkeren Maßnahmen gegen Antisemitismus und antimuslimischen Hass aufgerufen. Vize-Kommissionspräsident Margaritis Schinas kündigte  „weitere 30 Millionen Euro für den Schutz öffentlicher Räume und Gottesdienstorte wie Synagogen, Moscheen, Gemeindezentren" an. 

 

Philippinen. Bei einem islamistischen Bombenanschlag auf einen katholischen Adventgottesdienst auf Mindanao sind mindestens 4 Menschen getötet und rund 50 weitere verletzt worden. 

 

Indien. Im Bundesstaat Uttar Pradesh sind in den vergangenen drei Jahren fast 400 Christen verhaftet worden. Grundlage sei das damals eingeführte strenge Gesetz zum Verbot von Religionsübertritten. 

 

Frankreich. Die Pariser Kathedrale Notre Dame hat ihr Kreuz wieder. Ein Kran hievte das metallene Kreuz am Mittwoch auf den von Gerüsten fast verdeckten hölzernen Dachreiter in 96 Metern Höhe.

Die berühmte Kathedrale, die im April 2019 durch einen Großbrand stark zerstört wurde, soll am 8. Dezember 2024 für Gottesdienste wiedereröffnet werden.

 

Liechtenstein. „Ich orte großen Gesprächbedarf." - So lautet im ORF-Magazin „Orientierung“ das Zwischenresümee von Bischof Elbs in seinem Amt als Apostolischer Administrator in der Erzdiözese Vaduz, zu dem er Ende September von Papst Franziskus ernannt worden ist. 

 

Polens Parlament wird zu seiner Weihnachtsfeier in diesem Jahr erstmals auch protestantische und orthodoxe Geistliche einladen - nicht nur katholische wie bisher. 

 

Serbien. Ladislav Nemet, katholischer Erzbischof von Belgrad, wünscht sich eine zügigere Rückgabe beschlagnahmter Kirchengüter. Die Restitution von Besitz, der im Sozialismus vom Staat enteignet wurde, bleibe drei Jahrzehnte nach der Auflösung Jugoslawiens ein Problem.

 

Israel. Die Polizei hat am Donnerstagabend in Jerusalem einen Protestmarsch national-religiöser Extremisten blockiert, die für die „völlige jüdische Kontrolle über den Tempelberg und Jerusalem" demonstrieren wollten. 

 

Ukraine. Eine Gruppe von Gläubigen und Geistlichen der Orthodoxen Kirche der Ukraine (OKU) hat die eigene Kirchenleitung aufgerufen, jegliche Anwendung von Gewalt beim Transfer von Kirchgemeinden von der lange dem Moskauer Patriarchat unterstehenden Ukrainischen Orthodoxen Kirche (UOK) zur OKU unmissverständlich zu verurteilen. 

 

Italien. Klima-Aktivistinnen haben am Sonntag einen Gottesdienst im Dom von Turin gestört. Sie unterbrachen die Predigt und verlasen Texte aus der päpstlichen Umwelt- und Sozial-Enzyklika „Laudato si".

 

Deutschland. Die Diözese Augsburg hat die Regeln zur Geschenke-Annahme abgeschwächt. Der Bischof, die Weihbischöfe und der Generalvikar dürfen neuerdings auch Geschenke im Wert von mehr als 35 Euro - also über der Schwelle der Geringwertigkeit - annehmen. 

 

 

Italien. Der frühere Bürgermeister von Castel Gandolfo zeigt sich in Sorge um den Zustand des Albaner Sees. Seit den 1980er Jahren sei der Wasserspiegel um acht Meter gesunken, sagte Maurizio Colacchi. Oberhalb des Kratersees stehen die Päpstlichen Villen von Castel Gandolfo; regelmäßig verbrachten die Päpste dort die heißen Sommermonate außerhalb Roms. 

Österreich



Wien. Einen schützenden Zufluchtsort, warmen Tee, Essen und Gesellschaft: Bereits zum zwölften Mal bieten 42 Pfarren der Erzdiözese Wien von Dezember bis März gemeinsam mit der Caritas die sogenannten „Wärmestuben" an. 

 

Salzburg. Unter dem Titel „Frieden für Artsach" (Berg-Karabach) haben der Salzburger Erzbischof Franz Lackner und der armenisch-apostolische Bischof Tiran Petrosyan am Mittwochabend zum Ökumenischen Friedensgebet eingeladen. 

 

Niederösterreich. Rund 900 Freiwillige sind bei der Caritas der Diözese St. Pölten aktiv. Sie engagieren sich im Bereich Essen auf Rädern, als Hospiz- und Trauerbegleiter, als Lernhelfer, im Besuchsdienst älterer Menschen oder in der Freizeitbegleitung behinderter Menschen. 

 

Steiermark. Das Projekt „Vielfalt.Qualifiziert" der Caritas der Diözese Graz-Seckau ist mit dem Österreichischen Integrationspreis des Integrationsfonds (ÖIF) ausgezeichnet worden. 

 

Wien. Die Caritas der Erzdiözese Wien und die Katholische Jugend Österreich (KJÖ) wurden am Montag mit dem erstmals verliehenen Österreichischen Staatspreis für freiwilliges und ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. Prämiert wurden das KJÖ-Jugendsozialprojekt „72h ohne Kompromiss" sowie die beiden Caritas-Projekte „STAR*K" und „füreinand'. 

 

Wien. Die Erzdiözese Wien warnt vor gefälschten Social-Media-Profilen österreichischer Kirchenvertreter. Auch bekannte kirchliche Persönlichkeiten wie Kardinal Christoph Schönborn, der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler und „Missio"-Direktor P. Karl Wallner seien Opfer von Identitätsdiebstahl geworden. 

 

Wien. Die Kollektivertragsverhandlungen für die etwa 10.000 Beschäftigten der Diakonie Österreich ergeben einen Anstieg der Löhne und Gehälter um 9,2 Prozent. 

 

Wien. Ein neues Gebetsangebot für junge Menschen startet am 14. Dezember um 20.15 Uhr im Wiener Stephansdom: Der abendliche „Young Mission Praise" lädt Jugendliche und junge Erwachsene aus Wien und Umgebung zum gemeinsamen Lobpreis mit geistlichem Input und eucharistischer Anbetung.

 

Wien. Der österreichisch-schweizerische Orientalist, Theologe, Journalist und Sachbuchautor Heinz Gstrein ist kurz vor seinem 82. Geburtstag in Wien gestorben. Die Beisetzung findet nach griechisch-orthodoxem Ritus statt.

Papst erinnert an Mütter im Krieg

Papst Franziskus hat zum kirchlichen Hochfest Mariä Empfängnis an das Schicksal der Mütter in den Kriegen erinnert. In einem Gebet bei der römischen Mariensäule nahe der Spanischen Treppe verwies er auf alle trauernden Mütter, deren Kinder in Krieg und Terrorismus getötet wurden. Dabei nannte er besonders das "gemarterte Volk der Ukraine, das palästinensische Volk und das israelische Volk, die wieder in der Spirale der Gewalt gefangen sind". Unmittelbar zuvor hatte Franziskus die Papst-Basilika Santa Maria Maggiore besucht und bei deren Marienikone einen Blumenstrauß sowie drei goldene Rosen hinterlegt. Es war dies das erste Mal seit Wochen, dass der zuvor von einer Erkrankung geplagte Papst den Vatikan verlassen hatte. 
Foto: Vatican News

Auch das noch...

Stift Melk: Trauer um P. Gottfried Glaßner

Das Stift Melk und zahlreiche kirchliche Institutionen trauern um P. Gottfried Glaßner. Der 73-jährige Ordensmann ist am Freitag nach langer schwerer Krankheit verstorben. Glaßner war u.a. ein ausgewiesener Ostkirchenexperte, Fachmann für das Alte Testament und neben seinen ordensinternen Aufgaben und seinen akademischen Tätigkeiten auch stark in der Ökumene engagiert.
Gottfried Glaßner wurde 1950 in Niederösterreich geboren und trat 1969 dem Benediktinerstift Melk bei. 1976 wurde er zum Priester geweiht. 1986 begann er seine Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Internationalen Forschungszentrum Salzburg. Von 1998 bis vor wenigen Jahren war er Dozent für Hebräisch und Lehrbeauftragter (seit 2005 Professor) für Altes Testament an der Phil.-Theol. Hochschule St. Pölten. Von 2003 bis 2011 nahm er zudem einen Lehrauftrag für das Fach Geschichte und Theologie des Christlichen Ostens an der Phil.-Theol. Hochschule St. Pölten wahr. Seit 1980 betreute er die Melker Stiftsbibliothek. 
2001 wurde er vom damaligen Salzburger Erzbischof Georg Eder mit dem Amt des Nationalsekretärs des ostkirchlichen Andreas-Petrus-Werks betraut. Von 1998 bis 2020 war Glaßner zudem im Vorstand der „Initiative Christlicher Orient" tätig. 
 

12.000 Glocken: Erzdiözese Salzburg macht Datenbank öffentlich

Das Archiv der Erzdiözese Salzburg veröffentlicht nach und nach Teile einer umfangreichen Datensammlung zu 12.000 Glocken aus ganz Österreich. Die Informationen ab dem 11. Jahrhundert stammen aus dem Nachlass von Augustin Jungwirth (1876-1942), Benediktinerpater in St. Peter und Michaelbeuern, teilte die Erzdiözese am mit. Die Sammlung technischer Daten mit Glockenzierbeschreibung und Tonhöhen habe dieser aber nie fertiggestellt, die Originale lagern in mehreren Diözesen Österreichs.  Der Salzburger Glockenreferent Josef Kral hat diesen historischen Schatz in Form seiner Buchreihe „Glockengedächtnis" gesammelt. Kürzlich erschien der vierte Band in der Schriftenreihe des Archivs der Erzdiözese Salzburg. 

Wien: Neues „Zentrum Johannes Paul II." der Legionäre Christi

Ein neuer kirchlicher Seelsorgeort entsteht derzeit in unmittelbarer Nähe des Wiener Pratersterns: In der Praterstraße 28 in Wien-Leopoldstadt wurde Ende November der Spatenstich für das neue „Zentrum Johannes Paul II." gefeiert, in dem die katholische Ordensgemeinschaft Legionäre Christi ab Ostern 2025 eine „für alle offene Kirche" betreiben will. Das neue Zentrum soll ein "missionarischer Ort sein, wo das Wort Gottes verkündigt wird und die Menschen von diesem Wort erfüllt werden", wünschte Bischofsvikar Dariusz Schutzki bei einem Festakt zu diesem Anlass, bei dem u.a. auch Bezirksvorsteher Alexander Nikolai anwesend war. Kernstück ist laut den Plänen eine Kapelle für bis zu 300 Mitfeiernde, dazu wird es ein zentrales Willkommens-Cafe im Eingangsbereich geben.
Die Gesamtbaukosten von rund 12 Millionen Euro werden zur Gänze aus privaten Spenden finanziert, Zuschüsse der römisch-katholischen Kirche bzw. aus öffentlicher Hand gibt es laut einer Aussendung des Ordens keine. Das Haus war nach dreijähriger Suche nach einem Objekt Mitte 2021 erworben worden. Da sich die Baukosten aufgrund der Preisturbulenzen in der Branche um 60 Prozent gegenüber der ersten Schätzung vor zwei Jahren erhöhten, habe sich der Baustart um über ein Jahr verzögert. 
 

Katholische Aktion OÖ: Geistlicher Assistent erstmals kein Priester

Der neue Geistliche Assistent der Katholischen Aktion-Oberösterreich (KA) heißt Helmut Außerwöger. Es ist das erste Mal in der Geschichte der KA-OÖ, dass ein Laienseelsorger und kein Priester vom Bischof zum Geistlichen Assistenten bestellt wurden.
Außerwöger stammt aus Goldwörth und ist seit September 2023 Pfarrassistent in St. Martin im Mühlkreis. Zuvor hatte er fünf Jahre das Bildungshaus Schloss Puchberg in Wels geleitet. Außerwöger ist Seelsorger, Theologe und Psychotherapeut. Er lebt mit seiner Frau und den gemeinsamen sechs Kindern in Eferding. 

Wien: Nationalbibliothek zeigt einzigartige Luther-Bibel von 1545

Eine einzigartige Luther-Bibel ist bis 21. Jänner in der Österreichischen Nationalbibliothek ausgestellt. „Das vorliegende Werk, datiert mit 1545, war die letzte zu Martin Luthers Lebzeiten gedruckte Luther-Bibel", teilte die Nationalbibliothek in einer Aussendung mit. Die präsentierte Bibel beeindrucke vor allem durch ihre prachtvollen und farbintensiven Bilder aus der Werkstatt des Malers und Grafikers Lukas Cranach (1472-1553). Mit viel Liebe zum Detail und in einmaliger Farbenpracht zeige er etwa den Evangelisten Johannes mit seinem Attribut, dem Adler als eines der vier geflügelten Wesen, die den Evangelisten als Symbol der göttlichen Macht zugeordnet sind.
Ein Jahr vor Luthers Tod 1546, erschien der letzte Druck zu Lebzeiten des Reformators, der bis heute als „Ausgabe letzter Hand" gilt. Die letzten Änderungen, die noch auf Luthers Initiative zurückgehen, wurden allerdings erst nach seinem Tod in der Ausgabe von 1546 umgesetzt. Der Reformator hatte 1522 eine deutsche Übersetzung des Neuen Testaments und 1534 eine Gesamtausgabe der Bibel vorgelegt, die für die Geschichte der Reformation von entscheidender Bedeutung sein sollte.