JA 

die neue Kirchenzeitung

 10.März 2024 

Lesungen:  2 Chr 36,14-16.19-23; Eph 2,4-10;  Evangelium: Joh 3,14-21

Wurscht und wursteln

Die Frühlingstagung der Bischofskonferenz hatte No-na-Themen auf dem Tisch. Wer ist nicht für Frieden im Nahen Osten, für Solidarität mit der Ukraine? Intensive Weiterarbeit an der Weltsynode – man will dem Papst signalisieren, hinter ihm zu stehen. Synodales Vorgehen in Österreich? Wenig gewünscht.
Überraschend an der Tagung in Kärnten war nur, dass das Klagenfurter Domkapitel dem gemeinsamen Gottesdienst der Bischöfe, zu dem diese „alle Gläubigen“ eingeladen hatten, demonstrativ ferngeblieben ist. In Solidarität mit „Verletzten der Ära Schwarz“, wie die „Kleine Zeitung“ schrieb.
Nach Turbulenzen in Kärnten gab es Anfang 2019 eine Untersuchung, geleitet vom Salzburger Erzbischof Franz Lackner, heute Chef der Bischofskonferenz.

 


In der Folge verschickte Rom Bischof Alois Schwarz nach St.Pölten, wo es bekanntlich kein so  starkes Domkapitel gab und gibt wie in Klagenfurt.
Der Untersuchungsbericht ruht unerledigt irgendwo in Rom, Abschluss gibt es keinen.
Die Bischofskollegen machen diesbezüglich auch keinen Druck. Die lauten „Verletzten“ in Klagenfurt und die stillen Dulder in St. Pölten sind Rom wurscht.
Unsere Bischöfe wursteln sich einfach weiter – in  der causa Schwarz wie auch sonst. Statt allgemeine no-na-Themen zu bereden, sollten sie sich endlich trauen, Reformen in ihrem eigenen „Verein“ anzugehen, der personell und finanziell am Abgrund steht.
Auf Rom warten heißt, auf Sankt Nimmerlein zu vertrauen.   P. Udo. 

Papst empfängt Bundeskanzler Scholz erstmals in Privataudienz

Papst Franziskus hat den deutschen Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) erstmals in Privataudienz empfangen. Angaben zu den Inhalten des 35-minütigen Gespräches machte der Vatikan nicht.
Scholz erklärte nach dem Treffen vor Pressevertretern, es sei auch für ihn persönlich ein „wichtiges und bedeutendes Gespräch" gewesen. Themen seien die derzeitigen „großen Herausforderungen und ernsten Probleme" gewesen, etwa „der furchtbare Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine" sowie der Krieg im Nahen Osten. 
Scholz schenkte dem katholischen Kirchenoberhaupt den offiziellen Ball der kommenden Europameisterschaft sowie einen weißen Porzellanbären mit dem Wappen der Bundesrepublik. Der Papst übergab dem konfessionslosen Politiker ein Bronzewerk mit dem Titel „Soziale Liebe". Es zeigt ein Kind, das einem anderen beim Aufstehen hilft.
Foto: Vatican Media.
 

Moskauer Patriarchat nennt Vatikan-Dokument gefährlich

Die russisch-orthodoxe Kirche übt massive Kritik an der vatikanischen Grundsatzerklärung zur Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren in der katholischen Kirche. Der Vorsitzende der biblisch-theologischen Kommission des Moskauer Patriarchats, Metropolit Hilarion (Alfejew), sieht in dem Dokument „Fiducia supplicans" eine „sehr ernste Abkehr von den christlichen moralischen Normen", wie er im Interview der staatlichen Nachrichtenagentur RIA Nowosti sagte. Der Vatikan gehe zwar nicht so weit wie protestantische Kirchen; aber „all dies wird als ein sehr gefährliches Signal und als Zugeständnis der Leitung der katholischen Kirche an jene liberalen Kreise wahrgenommen, die versuchen, ihre Agenda zu diktieren".

Bischofskonferenz: Europawahl, Heiliges Land, Ukraine-Hilfe, Weltsynode

Die jüngste Bischofskonferenz hat sich mit folgenden Themen befasst:
1. Solidarität und Demokratie stärken - Wort der Bischöfe zur Europawahl 2024
2. Das Heilige Land braucht endlich Frieden
3. Die Ukraine braucht weiter Hilfe und Solidarität
4. Intensivierte Weiterarbeit an der Weltsynode
Mit Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) und seinen beiden Stellvertretern Gaby Schaunig (SPÖ) sowie Martin Gruber (ÖVP) hat am Dienstagabend (5. März) die Spitze der Kärntner Landesregierung den Festgottesdienst der Bischofskonferenz in Tanzenberg mitgefeiert. Er sei dankbar für das damit zum Ausdruck gebrachte „eindrucksvolle Zeichen der Wertschätzung der Kirche gegenüber", sagte der gastgebende Kärntner Bischof Josef Marketz am Ende des Gottesdienstes und beim anschließenden Empfang. 
Foto: Diözese Gurk/Assam
 

Vermächtnis von Kardinal König bleibend aktuell

Vor 20 Jahren, am 13. März 2004, starb der Wiener Erzbischof Kardinal Franz König. Seine langjährige Büroleiterin und nunmehrige Leiterin des Kardinal-König-Archivs, Annemarie Fenzl, hat in der aktuellen Ausgabe der St. Pöltner Kirchenzeitung „Kirche bunt" auf das bleibend aktuelle Vermächtnis des Kardinals hingewiesen.
Mit einem Gottesdienst gedenkt die Erzdiözese Wien ihres früheren Erzbischofs, Kardinal Franz König (1905 bis 2004), der vor 20 Jahren starb. Dem Gedenkgottesdienst am 13. März - dem Todestag Königs - um 18.00 Uhr im Wiener Stephansdom wird Kardinal Christoph Schönborn vorstehen. Gleichzeitig wird mit der Messe das 60-Jahre-Jubiläum der Ökumene-Stiftung „Pro Oriente" gefeiert, die am 4. November 1964, während des Zweiten Vatikanischen Konzils, von Kardinal Franz König gegründet wurde. Mit Kardinal Schönborn feiert Kardinal Kurt Koch, Präfekt des Dikasteriums zur Förderung der Einheit der Christen im Vatikan.
Ihr Kommen zugesagt haben u.a. der griechisch-orthodoxe Metropolit Arsenios (Kardamakis), Metropolit Serafim Joant, der rumänisch-orthodoxe Erzbischof für Deutschland, Mittel- und Nordeuropa, Bischof Tiran Petrosyan von der Armenisch-Apostolischen Kirche sowie aktuell Vorsitzender des Ökumenischen Rats der Kirche in Österreich, sowie zahlreiche Vertreter der Ökumene.
Mit der Gründung von Pro Oriente leistete Kardinal König Pionierarbeit zur Förderung des Dialogs zwischen den Kirchen in Ost und West. Bis heute trägt die Stiftung wesentlich zur Annäherung der getrennten Kirchen bei.
 

Polak: Kirche geht mit Verlust junger Frauen Potential verloren

„Die Kirche steht bei vielen jungen Menschen für eine Institution, in der Frauen diskriminiert werden und das ist für sie nicht mehr nachvollziehbar": Darauf hat die Wiener Pastoraltheologin Regina Polak im Kathpress-Gespräch hingewiesen. Junge Frauen würden auch die Rolle von Religionen und Kirchen kritischer hinterfragen, wenn sie sich nicht bereits abgewendet hätten, meinte die Religionssoziologin. Als Gründe für diese Entwicklung nannte Polak die Missbrauchsskandale, die Debatten um die Rolle der Frau in der Kirche und eine gesellschaftliche Auseinandersetzung mit den Themen Gender und Geschlechtergerechtigkeit: „Hier entsteht für junge Menschen, speziell Frauen, eine Gemengelage aus vielen offenen Fragen, die die Kirche nicht mehr beantworten kann." 
Der Kirche gehe mit dem Verlust junger Frauen jedenfalls „ein enormes Potenzial" verloren, so Polak. 
Gefragt, ob der Synodale Prozess der Weltkirche sich positiv auf das Image der Kirche auswirken könne, sagte Polak: „Die Ungleichzeitigkeit zwischen den durchaus positiven Entwicklungen in der Weltkirche in der Frauenfrage und die Erfahrungen vieler junger, liberaler Frauen führen dazu, dass der Synodale Prozess diese nicht mehr erreicht. Aus Sicht der jungen Frauen, für die Demokratie und Geschlechter-gerechtigkeit selbstverständlich sind, sind die kirchlichen Debatten fern ab ihrer Realität." 

Syrischer Bischof in Deutschland kritisiert Integrationspolitik

Der aus Syrien stammende antiochenisch-orthodoxe Metropolit Isaak (Barakat) fordert von den Muslimen in Deutschland mehr Toleranz und Assimilation. Der für viele geflohene Christen zuständige Geistliche beklagt im Interview mit der aktuellen Ausgabe von „KNA Hintergrund" eine „schlimme Entwicklung bei den Integrationsbemühungen". Es sei in Ordnung, wenn ein Muslim kein Schweinefleisch esse, „aber er darf die Befolgung dieses religiösen Gebots nicht von anderen verlangen. Das ist zumindest meine Meinung, die Deutschen können darüber natürlich anders denken."
Wenn aus Gründen der Rücksichtnahme auf Muslime…
… in Kindergärten kein Schweinefleisch mehr angeboten werde, gäben die Christen ihre Tradition auf, so der Metropolit des griechisch-orthodoxen Patriarchats von Antiochia für Deutschland und Mitteleuropa weiter. Zu der antiochenisch-orthodoxen Erzdiözese gehört auch Österreich. Die große Mehrzahl der Gemeinden der Metropolie liegt in Deutschland, je zwei gibt es in Österreich und den Niederlanden.
Zudem bedauert Metropolit Isaak im Interview den wachsenden Einfluss eines konservativen Islams in Deutschland auch unter geflohenen Syrern. Der Islam in Syrien sei vor dem Bürgerkrieg offen gewesen, „nicht konservativ wie der Islam im Iran oder in Saudi-Arabien und der Türkei". In Deutschland wachse nun der konservative Islam stark, auch durch eine „schwierige Demographie".
Die Integration der orthodoxen Christen aus Syrien beurteilt Metropolit Isaak gegenüber „KNA Hintergrund" positiv. 90 Prozent seien integriert. Kinder seien in der Schule, die jungen Leute studierten an der Universität oder fingen an zu arbeiten. "Die Älteren können für ihre Familie aufkommen. Das ist eine Erfolgsgeschichte", so Barakat weiter. Deutschland habe für die Flüchtlinge viel getan, wofür man dankbar sei. „Und wir hoffen, unsere Kinder geben auch das Beste für Deutschland."
Eine Rückkehr seiner Landsleute nach Syrien…
… schließt der Bischof jedoch aufgrund der katastrophalen Lage des Landes, das durch umfassende Sanktionen von der Außenwelt abgeschnitten ist, weitgehend aus. Die Syrer im Land bräuchten Hilfe von außen. „In unseren Kirchen in Syrien haben wir fast nur noch alte Leute, die auf sich gestellt sind. Und die wenigen Jungen, die es noch gibt, wollen sich auch auf den Weg machen. Es gibt kein Licht am Ende des Tunnels, bis jetzt. Das ist die Wahrheit", berichtet der Metropolit, der bis vor zehn Jahren noch Weihbischof in seiner Geburtsstadt Damaskus war.
 

EuGH: Religionswechsel nach Flucht kann Asylgrund sein

Ein Asylantrag in der EU aufgrund eines Religionswechsels nach dem Verlassen des Herkunftslandes kann nicht automatisch als missbräuchlich abgelehnt werden. Das stellte der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg in einem Urteil klar. In dem konkreten Fall geht es um einen 2015 nach Österreich geflüchteten Iraner, dessen erstes Schutzgesuch abgewiesen wurde und der bei einem zweiten Antrag 2019 geltend machte, sich zwischenzeitlich zum Christentum bekehrt zu haben. Der Verwaltungsgerichtshof (VwGH) in Wien hat den EuGH-Richtern die Causa im Rahmen eines Vorabentscheidungsersuchens vorgelegt.
Die österreichischen Behörden hatten im Zuge der Prüfung des Folgeantrags des Iraners anerkannt, dass der Mann "aus innerer Überzeugung" Christ geworden sei, er diesen Glauben aktiv lebe und deshalb bei einer Rückkehr in den Iran mit Verfolgung rechnen müsse. Sie gewährten ihm jedoch nur subsidiären Schutz und eine befristete Aufenthaltsberechtigung, aber keine Anerkennung als Asylberechtigter, da er die Verfolgungsgefahr nach Verlassen seines Herkunftslandes selbst geschaffen habe. 

Salesianer Don Boscos: Mädchen durch Bildung stärken

Die Salesianer Don Boscos haben dazu aufgerufen, Mädchen weltweit durch Bildung zu stärken. In einer Aussendung anlässlich des Weltfrauentages (8. März) wies die „Don Bosco Mission Austria" - der in der Entwicklungszusammenarbeit tätige gemeinnützige Verein der Ordensgemeinschaft - auf „erschreckende Zahlen" hin: 130 Millionen Mädchen hätten keinen Zugang zu Bildung. „Mädchen, die keine Schule besuchen können, laufen Gefahr, als Kinder verheiratet zu werden, zu erkranken und jünger zu sterben", erklärte Geschäftsführer Br. Günter Mayer. Bildung sei „nicht nur ein grundlegendes Menschenrecht, sondern auch der Schlüssel zur Veränderung und zur wirtschaftlichen Entwicklung ganzer Nationen".
Mayer unterstrich die dringende Notwendigkeit, dieser Bildungsarmut entgegenzuwirken. Und die Salesianer Don Boscos engagieren sich auch selbst dafür in den Ländern des Südens: In vielen dieser Regionen fehle es an Schulen, Infrastruktur und Arbeitsplätzen, viele junge Menschen lebten in Armut ohne Aussicht auf eine bessere Zukunft. „Besonders Mädchen, die Opfer von Gewalt wurden, sind betroffen", so der Ordensmann. In den Don Bosco Zentren könnten Betroffene in einer sicheren Umgebung lernen und würden umfassend betreut. „Wir setzen uns dafür ein, Mädchen einen Weg aus der Armut zu ermöglichen, indem wir ihnen eine solide Ausbildung bieten", betonte Mayer.
Foto : 130 Millionen Mädchen haben keinen Zugang zu Bildung. (©Don Bosco Mission Bonn_Remil Thilak)
 

Immer mehr Staaten schränken Religionsfreiheit ein

Weltweit haben staatliche Einschränkungen der Religionsfreiheit im Jahr 2021 einen neuen Höhepunkt erreicht. Zugleich sank die Zahl der gesellschaftlichen Feindseligkeiten gegen religiöse Gruppen, wie aus dem jüngst veröffentlichten 14. Jahresbericht des „Pew Research Instituts" in Washington hervorgeht. Der Bericht untersucht Vorkommnisse in 198 Ländern.
Zu den häufigsten Arten staatlicher Einschränkungen der Religionsfreiheit gehören laut Pew die Einmischung in den Gottesdienst und die Belästigung religiöser Gruppen etwa durch Anwendung körperlicher Gewalt oder abfällige Äußerungen von Amtsträgern. Letzteres sei in 183 Ländern der Fall gewesen. Der Bericht hebt in diesem Zusammenhang Vorkommnisse in Nicaragua hervor. Dort hätten hochrangige Beamte katholische Geistliche verbal angegriffen, weil sie demokratiefreundliche Demonstranten unterstützten. Präsident und Vizepräsidentin hätten katholische Priester und Bischöfe als "Terroristen" und "Putschisten" beschimpft.
In 163 Ländern griffen Regierungen in den Gottesdienst ein, etwa durch Richtlinien, die religiöse Zusammenkünfte stören, religiöse Aktivitäten verweigern oder den Zugang zu Gotteshäusern einschränken. 

Papst zu Anselm Grün: „Sie sind ein Mönch, der keine Angst hat"

Pater Anselm Grün (79), deutscher Benediktiner und Bestsellerautor, ist am 4. März von Papst Franziskus in Privataudienz empfangen worden. „Sie sind ein Mönch, der keine Angst hat", habe ihm der Papst gesagt, berichtete der fränkische Ordensmann am Dienstag dem Kölner Portal „domradio.de". Franziskus habe sich bedankt, „dass ich mit meinen Büchern den Menschen helfe". Das sei sehr wichtig für die Menschen und auch für die Kirche. „Er hat mir Mut gemacht, mit meiner Arbeit weiterzumachen."
Der Theologe und Betriebswirt lebt in der Abtei Münsterschwarzach bei Würzburg. Seit 1979 hat er mehr als 300 Bücher verfasst. In ihnen beschäftigt sich Grün vorwiegend mit Spiritualität und Lebenshilfe. Mit einer Gesamtauflage im zweistelligen Millionenbereich in 35 Jahren zählt er zu den meistgelesenen christlichen Autoren der Gegenwart.
Der Mönch sprach mit Blick auf die Papst-Audienz von einem „sehr aufregenden" Erlebnis. Er verdanke es einem Ehepaar aus einem seiner Kurse. Die hätten ihm ein Geschenk machen wollen und einen Brief an den Vatikan geschrieben. Die Einladung sei dann per E-Mail bei ihm eingetroffen: „Am Montag um acht Uhr sind Sie herzlich eingeladen."
Der Benediktiner sagte, er fühle sich durch den Papst bestärkt, „immer wieder zu fragen, was die Menschen heute für eine Botschaft brauchen". Franziskus spüre, dass er, Grün, den Menschen Mut mache. „Von meinen Büchern geht Vertrauen aus und keine Angst."
Foto: Domradio.

 

MIVA-Jahresbilanz 2023: 238 Projekte in 54 Ländern 

Das katholische Hilfswerk MIVA, mit Sitz in Stadl-Paura in Oberösterreich, blickt auf ein positives Jahr zurück. 238 Projekte in 54 Ländern konnten dank der großartigen Unterstützung der vielen Spender:innen verwirklicht werden. Hinter jedem einzelnen Projekt stehen großartige Menschen: die, die es ins Leben rufen, die, die es umsetzen, die, die davon profitieren, aber vor allem auch die, die es ermöglichen. In Summe waren es 3.091 Fahrzeugeinheiten mit einer Gesamtleistung von rund 4,5 Millionen Euro – von Fahrrädern, Ambulanz und Geländefahrzeugen, Schulbussen, Traktoren, Rollstühlen und Dreirädern bis hin zu Maultieren – welche den Ärmsten in unserer Welt zugutekam. 
„Heute, nicht morgen ist der Tag, an dem es anders werden muss. Heute müssen wir auf die Not der Anderen hören. Und auf die Not der Schöpfung. Heute müssen wir beginnen, unsere Erde zu schonen. Und das Leben neu zu leben.“ Dieser Absatz der MIVA-ChristophorusAktion, der Schwerpunktaktion 2023, beschreibt nur allzu gut, weshalb die MIVA im vergangenen Jahr Mobilitätsprojekte, mit dem Fokus auf Landwirtschaft & Ernährung, ins Zentrum ihrer Aktionen gerückt hat. 
Das Ziel der MIVA – der Missions-Verkehrs-Arbeitsgemeinschaft – ist es, Menschen in den ärmsten Regionen der Welt mit Mobilität zu unterstützen. Mobilität ist vielfältig: Sie sichert Existenzen, ermöglicht Bildung, schenkt den Menschen Hoffnung, hilft Distanzen zu überwinden und rettet im Notfall Leben. 
Bildt: MIVA-Traktor für ein landwirtschaftliches Ausbildungszentrum in Indien

Kurznachrichten 

  



Papst Franziskus hat die „Gender-Ideologie" als „hässlichste Gefahr" heutzutage bezeichnet. 

 

Papst Franziskus hat den deutschen Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) erstmals in Privataudienz empfangen. Angaben zu den Inhalten des 35-minütigen Gespräches machte der Vatikan nicht. 

 

Der Vatikan hat sich vor der Staatengemeinschaft gegen Einschränkungen der Religion wegen fehlender politischer Korrektheit gewandt. Religiöse und moralische Überzeugungen zu äußern, dürfe nicht mit Hassreden gleichgesetzt werden, sagte der Ständige Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen in Genf, Erzbischof Ettore Balestrero, am Mittwoch vor dem UN-Menschenrechtsrat. 

 

Vatikan. Der Obere des weltweit tätigen Salesianerordens, Angel Fernandez Artime (63), wird nach seiner Beförderung zum Kardinal nun auch Bischof. Die Salesianer sind weltweit die zweitgrößte Ordensgemeinschaft. Im Kardinalskollegium stellen sie elf Mitglieder, davon sind fünf papstwahlberechtigt. 

 

EU. Für Othmar Karas, Vizepräsident des Europäischen Parlaments, bringen sich die Kirchen und Religionen nach wie vor zu wenig in den politischen Dialog auf EU-Ebene ein. Das betonte er bei einem Gespräch mit Kathpress und weiteren österreichischen Journalisten in Brüssel. In ähnlicher Weise äußerte sich auch EU-Kommissar Johannes Hahn. 

 

In Burkina Faso sind nach Angaben der örtlichen Diözese Dori 15 Menschen bei einem Angriff in einer katholischen Kirche getötet worden. Die Opfer hätten am Sonntagsgottesdienst teilgenommen, berichtete das Online-Portal „Vatican News". 

 

Israel. Die Familien der nach Gaza entführten Geiseln haben sich erneut an den Papst gewandt. In einem Brief äußern sie die Hoffnung, dass das anhaltende Engagement des Kirchenoberhaupts und seine „moralische Stimme" zur Freilassung aller entführten Israelis beitragen möge. 

 

Palästina. Die Auslands-Abteilung der deutschen Caritas hat den Hilfsgüter-Abwurf über dem Gazastreifen als Armutszeugnis und Symbolpolitik kritisiert. „Unkontrolliert abgeworfene Hilfsgüter sind die schlechteste Form der Hilfe. Sie stellen keineswegs sicher, dass die geschwächte Bevölkerung die lebenswichtige Unterstützung auch erhält und sind von daher ein Armutszeugnis". 

 

Schweiz. Die Abtei Saint-Maurice hat den Generalstaatsanwalt des Kantons Neuenburg, Pierre Aubert, damit beauftragt, eine unabhängige Untersuchungsgruppe zur Untersuchung von sexuellem Missbrauch einzusetzen. Diese soll die mutmaßlichen Fälle von sexuellem Missbrauch in dem Kloster der Augustiner-Chorherren in den vergangenen Jahrzehnten aufarbeiten. 

 

Schweiz. An einer Mahnwache nach dem Messerangriff auf einen orthodoxen Juden in Zürich hat auch der katholische Ortsbischof Joseph Bonnemain teilgenommen. 

Neuseeland. Kardinal John Dew (75) ist nach monatelangen Polizei-Ermittlungen von einem Missbrauchsvorwurf entlastet worden. Es wird keine Anklage erhoben. Eine separate kirchliche Untersuchung dauert indes an. 

 

Slowakei. Die katholische Kirche hat erstmals einen Bericht zur Tätigkeit ihrer 2018 eingerichteten Kinderschutzkommission veröffentlicht. Der Statistik zufolge gingen seit 1990 Beschwerden gegen 68 Kirchen-Mitarbeiter im Zusammenhang mit sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche ein, wobei der weitaus größte Anteil der Meldungen seit 2015 erfolgte. 


Deutschland. Das Nein der beiden großen Kirchen zur AfD stößt laut einer Umfrage auf große Zustimmung. So bewerten 44 Prozent die Positionen der Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche in Deutschland gegen die Partei als positiv oder sogar sehr positiv. 

 

Deutschland. Der Überfall auf den deutschen Weihbischof Nilkolaus Schwerdtfeger (75) konnte nicht aufgeklärt werden. Der nur wenige Wochen zuvor als Weihbischof altersbedingt in den Ruhestand getretene Schwerdtfeger war Mitte Dezember in seinem Wohnhaus in Laatzen bei Hannover angegriffen und schwer verletzt worden. 

 

Italien. Keine Ausnahme für Pilger: Wer den Papst Ende April in Venedig sehen möchte, muss die neue Tagesgebühr (5 Euro) bezahlen. Zwar sei der Besuch des Papstes wichtig für Venedig, man könne jedoch nicht beliebig Ausnahmen für Veranstaltungen treffen, von denen es hier sehr viele gebe, so ein Vertreter der Stadt zur Begründung. 

 

Deutschland. Die zurückgetretene Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Annette Kurschus (61), wird ab 1. April als Pastorin in Bielefeld tätig sein. 

Österreich

 

Wien. Eine ausgewogene Beschäftigung mit dem Thema Schwangerschaft und Muttersein, die auch über den Schwangerschaftsabbruch hinaus reiche, forderte die „Aktion Leben" zum Weltfrauentag. Derzeit gerieten Frauen, die in schwierigen Umständen oder ungeplant schwanger werden, „völlig aus dem Blick von Politik und Gesellschaft". 

 

Burgenland. Auf die hohe Zahl von armutsbetroffenen Frauen macht die Caritas der Diözese Eisenstadt aufmerksam: „80 Prozent aller Klientinnen und Klienten in der Caritas Burgenland sind weiblich". 

 

Wien. Mit einem Fest im Wiener Kardinal König Haus wurde dieser Tage der Abschluss des 100. Kurses für ehrenamtliche Hospizbegleiterinnen und Hospizbegleiter gefeiert. Rund 2.500 Personen haben in den vergangenen Jahren diesen Einführungskurs für Lebens-, Sterbe- und Trauerbegleitung absolviert. 

 

Vorarlberg. Das Kapuzinerkloster in Dornbirn soll voraussichtlich für 4,4 Millionen Euro an die Stadt Dornbirn verkauft werden. Wie „ORF Vorarlberg" berichtete, sei die Diözese Feldkirch über den geplanten Verkauf nicht informiert gewesen. 

 

Salzburg. Der Katholische Familienverband Österreich (KFÖ) hat sich für handyfreie Schulen ausgesprochen. 

Trümmerhaufen als Mahnmal

Ein provokantes Mahnmal in Form eines Trümmerhaufens auf dem Vorplatz des Tiroler Prämonstratenserstiftes Wilten hat Diskussionen ausgelöst: Zu sehen ist ein Hügel aus Ziegeln, altem Baumaterial, Steinen, Puppen und Holzkreuzen. Das Projekt des Künstlers Hans Seifert sei mit der Absicht entstanden, ein Zeichen zu setzen, erklärte dazu Abt Leopold Baumberger. Die Intention sei gewesen, „einen Ort zu schaffen, der uns herausfordert, in der Fastenzeit über den Zustand unserer Welt nachzudenken und mit Gott und den Menschen in einen Dialog zu treten über unser eigenes Leben, unseren Glauben, genauso wie über unser persönliches Versagen", so Abt Leopold. Das Werk ist bis Palmsonntag auf dem Stiftsplatz zu sehen.
Der Trümmerhaufen symbolisiere die Zerbrechlichkeit menschlichen Lebens und die Notwendigkeit, für Frieden zu sorgen.

Auch das noch...

Ordensfrauen aus Asien und Afrika wollen mehr weibliche Führung

Katholische Ordensfrauen in Afrika, Asien und Ozeanien fordern mehr Mitbestimmung in der Kirche. „Missio Aachen" veröffentlicht dazu am Weltfrauentag (8. März) Videos auf seinen Social-Media-Kanälen, wie das deutsche katholische Hilfswerk am Mittwoch mitteilte. Damit wolle man einen Kulturwandel innerhalb der Kirche fördern und dem Klerikalismus den Boden entziehen.
Die aus Sambia stammende Ordensschwester Rosalia Sakayombo möchte nicht führen wie Männer es tun, sagt sie. „Ich bin als Frau ein Ebenbild Gottes. Deshalb möchte ich führen wie eine Frau, und zwar mit den Eigenschaften, die mir als Frau Gott gegeben hat", so die Präsidentin der Vereinigung der Ordensfrauen in Ost- und Zentralafrika in dem Video.
Die indische Schwester Maria Nirmalini fordert Engagement nicht nur zum Weltfrauentag. „Wir Frauen müssen in uns selbst die Kraft entdecken, die in uns steckt, damit wir den entscheidenden Unterschied in Kirche und Gesellschaft ausmachen können." Frauen in Indien dürften stolz darauf sein, „was sie alles zur Entwicklung des Landes beitragen", sagte die Leiterin der Vereinigung der Odernsoberinnen und -oberen aller indischen katholischen Orden.
 

Schwangerenberatung: „Aktion Leben" zieht positive Bilanz

Eine positive Bilanz über sein Schwangeren-Beratungsangebot hat der Verein "Aktion Leben" gezogen. So seien die Beratungen im Jahr 2023 weiter angestiegen, hieß in es einer Aussendung von "Aktion Leben" am Dienstag. Dank Sonderspenden habe man das Gratis-Beratungs-Stundenkontigent für ein Jahr weiter aufstocken können. „Dass diese Mehrstunden sofort angenommen wurden, beweist einmal mehr den großen Bedarf an Schwangerenberatung in Wien", zeigte sich "Aktion Leben"-Generalsekretärin Martina Kronthaler überzeugt. Sie forderte daher den weiteren Ausbau von Angeboten und finanzielle Sicherheit für Beratungsstellen. 
So ist die Zahl schwangerer Frauen und werdender Väter, die persönlich im Beratungszentrum von „Aktion Leben" in Wien Rudolfsheim-Fünfhaus beraten wurden, auf 887 gestiegen (2022: 618), teilte der Verein mit. Insgesamt seien 3.661 Beratungen durchgeführt worden (2022: 2.532).

 „Trumps Hetze wird ignoriert": Theologe kritisiert US-Bischöfe

Der katholische Theologe Massimo Faggioli kritisiert viele Bischöfe in den USA. Sie unterstützten Donald Trump „trotz seiner Lügen, seiner Hetze und seiner Angriffe auf die Demokratie", zitierte die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) am Mittwoch aus einem Interview für die Zeitungen der Verlagsgruppe Bistumspresse. Vielen sei das Thema Abtreibung wichtiger als die Demokratie. Die katholische Kirche in den USA sei gespalten, fügte der Professor für Theologie und Religionswissenschaft an der Universität Villanova (Pennsylvania) hinzu: „Etwa die Hälfte wählt demokratisch, etwa die Hälfte republikanisch. Weiße Katholiken wählen eher Republikaner, nichtweiße Katholiken eher Demokraten."
In einem 2023 veröffentlichten Leitfaden der US-Bischofskonferenz werde als Thema Nummer eins mit herausragender Priorität die Frage der Abtreibung genannt: "Das ist natürlich eine Botschaft, die automatisch als Unterstützung der Republikaner gewertet wird, die als Anti-Abtreibungspartei gelten - wozu auch Donald Trump in seiner ersten Präsidentschaft beigetragen hat."
 

Empörung nach Bischofsrücktritt in Polen

In Polen sorgt die eigene Rücktrittsbegründung des Stettiner Erzbischofs Andrzej Dziega für Unmut. In einem Brief an die Priester seiner Erzdiözese im Nordwesten Polens erklärte der 71-Jährige am Wochenende, im vergangenen halben Jahr habe sich sein Gesundheitszustand stark verschlechtert: „Daher wurde mir im Herbst klar, dass für mich die Zeit gekommen ist, mein Amt niederzulegen."
Die Papstbotschaft in Warschau betonte darauf am Montag, dass Dziegas Amtsverzicht mit einer Untersuchung des Apostolischen Stuhls bezüglich der Verwaltung der Diözese zusammenhänge. Dabei sei es besonders um Nachlässigkeiten gegangen, von denen im päpstlichen Erlass „Vos estis lux mundi" die Rede sei.
Mehrere polnische Weihbischöfe äußerten öffentlich ihr Unverständnis darüber, dass der Stettiner Erzbischof seinen Rücktritt mit seinem Gesundheitszustand erklärte. Weihbischof Artur Wazny aus dem südpolnischen Tarnow schrieb auf Facebook: „Mir fehlen die Worte. Eine Verlegenheit aus einer Mischung aus Wut, Ärger und Scham." 

Paris: Kontroverse um Olympia-Plakat ohne Kreuz auf Invalidendom

Keine Frankreich-Flagge, kein Kreuz auf dem Invalidendom: Das Plakat für die Olympischen und Paralympischen Spiele in Paris sorgt für Polemik. Das farbenfrohe, von dem Illustrator Ugo Gattoni entworfene Plakat bildet viele französische Symbole und Denkmäler ab, darunter den Eiffelturm und den Arc de Triomphe. Doch im Hintergrund links ist die Kuppel des Invalidendoms ohne ihr Kreuz dargestellt, wie die Zeitung „La Croix" berichtet. 
Auf X äußerten sich viele Nutzer empört. Der Spitzenkandidat der rechtsliberalen Partei Les Republicains (LR) für die Europawahlen, François-Xavier Bellamy, beklagte: „Wie können wir die Invalides verstehen, wenn wir das Kreuz ausradieren, das ihre tiefe Bedeutung ausmacht? Wie kann man behaupten, ein Land zu lieben, wenn man alles tut, um seine Wurzeln zu zerstören?" Die Spitzenkandidatin der rechtsradikalen Partei „Reconquete" (Rückeroberung), Marion Marechal, fragte: „Welchen Sinn hat es, die Olympischen Spiele in Frankreich zu organisieren, wenn es darum geht, zu verbergen, wer wir sind?" 
Das Organisationskomitee der Olympischen und Paralympischen Spiele antwortete in einer Pressemitteilung, es handele sich bei dem Plakat um „eine fröhliche, künstlerische Interpretation einer neu erfundenen Stadt". 
Als Paris 1924 die Olympischen Spiele ausrichtete, war laut der Zeitung auf einem der beiden offiziellen Veranstaltungsplakate ein Speerwerfer abgebildet und im Hintergrund die Basilika Sacre-Coeur auf dem Montmartre - ebenfalls ohne Kreuz auf der Spitze.