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die neue Kirchenzeitung

 11. Februar 2024 

Lesungen:  Lev 13,1-2.43ac.44ab.45-46; 1 Kor 10,31-11,1; Evangelium: Mk 1,40-45

Gegner der Frauenordination

Über diese Nachricht werden sich die konservativen Gegner von Frauenweihen in ihrer katholischen Kirche gefreut haben: 
Die Gegner der Frauenordination in der Selbstständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) organisieren sich. Eine Initiative lehnt die Forderung nach der Frauenordination ab, da diese „weder mit der Heiligen Schrift und der apostolischen Tradition noch mit der Grundordnung der SELK vereinbar" sei, berichtet die evangelische Nachrichtenagentur „Idea". 

Bislang sind in der SELK Frauen zwar für das Amt der Pastoralreferentin und das der Diakonin, aber nicht zum Pfarramt zugelassen. 
Doch der Jubel auf konservativer katholischer Seite verhallt sehr rasch, schaut man dort auf die Zahlen: In Deutschland gibt es rund 20 Millionen Evangelische. Der SELK gehören nur 30.000 an - eine winzige Minderheit also. 
Die katholischen Frauenweihe-Gegner sind in ihrer Kirche an der Basis auch in der Minderheit, an der sich laufend selbst regenerierenden Spitze aber immer noch absolute Mehrheit.   P. Udo 

Papst:  „Wenn ein Priester nicht in der Lage ist mit Kindern zu spielen, hat er verloren“

Papst Franziskus hat katholische Geistliche aufgerufen, sich den Menschen zuzuwenden. „Ein alter Priester hat mir einmal gesagt: 'Wenn ein Priester nicht in der Lage ist mit Kindern zu spielen, hat er verloren.'", sagte der Papst am Donnerstag im Vatikan vor den Teilnehmern eines Kongresses zu Fortbildung und Motivation von Priestern. Franziskus warnte die Geistlichen vor Verbitterung und erinnerte an die Kraft der Frohen Botschaft des Christentums, die menschlich mache.
Das Kirchenoberhaupt forderte die Priester auf, ihre Zugehörigkeit zum Volk Gottes nicht zu vergessen. Diese Zugehörigkeit bewahre sie vor der Gefahr, sich von der Wirklichkeit zu lösen und allmächtig zu fühlen. „Seien wir vorsichtig, denn dies ist auch die Wurzel aller Formen des Missbrauchs", sagte der Papst.
Tagung mahnt Priester zu ständiger Fortbildung
Mit Appellen zu ständiger Weiterbildung der Priester auch nach ihrer Weihe ist am Dienstag in Rom ein internationaler Kongress mit rund 1.000 teilnehmenden Priestern und Laien aus über 60 Ländern gestartet. Veranstaltet von den vatikanischen Behörden für Klerus, Evangelisierung und Ostkirchen, bildet ein römisches Dokument über Priesterausbildung aus dem Jahr 2016 ("Geschenk der Berufung zum Priestertum") den Ausgangspunkt. Priester hätten „auf sich selbst aufzupassen und sich um den eigenen Glauben zu kümmern" - was vor allem Fortbildung beinhalte, sagte Kurienkardinal Luis Antonio Tagle zum Auftakt. Jedes authentische Priesterleben sei „ein Weg der Ausbildung, die nie abgeschlossen ist".
Foto: Vatican Media.
 

Theologe Hoff: Papstbrief an die Juden verspielt Vertrauen 

Der Salzburger Theologe Gregor Maria Hoff hat Papst Franziskus für seinen Brief an jüdische Gelehrte und Rabbiner kritisiert. „Das unermessliche Leid der Menschen im Gazastreifen muss der Papst in den Blick nehmen, aber nicht um den Preis, zu verschweigen, was es ausgelöst hat und wer die Regie des Handelns in Gaza in der Hand hatte und hält", schreibt Hoff in einem Beitrag für das Portal communio.de. Der Professor für Fundamentaltheologie an der Paris-Lodron-Universität Salzburg ist Berater der Päpstlichen Kommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum.
Papst Franziskus habe mit seinem Brief an mehr als 400 jüdische Gelehrte und Rabbiner zum Terroranschlag der Hamas Vertrauen im christlich-jüdischen Dialog verspielt, lautet Hoffs Urteil. So mache Franziskus in seiner Antwort zwar viele Worte, verabsäume es aber „Ross und Reiter" zu nennen. „Es ist die Hamas, die Israel den laufenden Krieg diktiert hat und die Logik der Abläufe bestimmt", so der Theologe. So müsse man sich die Frage stellen, was das Bekenntnis zur „einzigartigen Beziehung" der Kirche zum Judentum wert sei, wenn es keine „abrufbare Loyalität im Ernstfall" gebe.
Kritik auch an Kardinal Koch
Scharfe Kritik äußerte Hoff auch am Vorgehen des zuständigen Kurienkardinals Kurt Koch, der seit nunmehr vier Monaten zu dem Thema schweige. „Anders als bei Patriarch Kyrill, den Koch wegen dessen Legitimation des russischen Überfalls auf die Ukraine aufs Schärfste verurteilt hat, verzichtet der Kardinal auch vier Monate nach dem Angriff der Hamas auf Israel auf eine Stellungnahme", kritisierte Hoff. 

Erstmals regiert eine Katholikin in Nordirland

Als Kind erlebte Michelle O'Neill den Nordirlandkonflikt hautnah mit. Besonders die Jahre zwischen 1969 und 1998, als sich Protestanten und Katholiken einen blutigen Kampf um die Identität ihrer Heimat lieferten, haben sich ins kollektive Gedächtnis eingegraben. Während die protestantischen Unionisten Teil des Vereinigten Königreichs bleiben wollten, versuchten sich die Katholiken von der „britischen Besatzung" zu befreien und forderten die Vereinigung mit der Republik Irland.
Damals kämpfte an vorderster Front die Irisch-Republikanische Armee (IRA) mit zahlreichen Bombenanschlägen, Entführungen und Raubüberfällen für ein unabhängiges Irland. Wobei auch klar war, dass die religiöse Konfession zwar als identitätsstiftender Faktor noch einiges Gewicht hatte, aber Fragen des „rechten Glaubens" im politisch-militärischen Kampf des ausgehenden 20. Jahrhunderts im Grunde keine Rolle mehr spielten.
Michelle O'Neills Vater…
… war Aktivist der weithin als Terrororganisation eingestuften IRA und saß dafür im Gefängnis. Später suchte er den friedlichen, politischen Weg der irischen Wiedervereinigung. Diese Erfahrungen haben die Politikerin geprägt, die 1977 im Süden Irlands geboren wurde, aber in Nordirland zur Schule ging. Eine kaufmännische Lehre brach sie mit Anfang 20 ab, um sich ganz der Politik zu widmen - das Ende des gewaltsamen Konflikts durch das sogenannte Karfreitagsabkommen hatte 1998 die Rahmenbedingungen dafür grundlegend verändert. 
O'Neills politische Heimat wurde die katholisch geprägte Partei Sinn Fein, die sich bis heute für ein geeintes Irland einsetzt. Dem Traum ihres Vaters folgte sie damit weiter. 2005 übernahm sie dessen Sitz im Bezirksrat von Dungannon und South Tyrone und wurde danach immer wieder in die Nordirland-Versammlung, das Regionalparlament, gewählt. Regierungserfahrung sammelte sie als Landwirtschaftsministerin, ab 2016 als Ressortleiterin für Gesundheit und von 2020 bis 2022 schließlich als stellvertretende Erste Ministerin. Zudem übernahm die energische Politikerin den Vorsitz der Sinn Fein.
Am Samstag wurde Michelle O'Neill vom Regionalparlament in Belfast zur Ersten Ministerin und damit Regierungschefin Nordirlands gewählt. Das ist aus mehreren Gründen ein historischer Moment. Denn damit ist Michelle O'Neill nicht nur die erste Vertreterin der 2022 erstmals siegreich aus Parlamentswahlen hervorgegangenen Sinn Fein an der Regierungsspitze, sondern auch die erste Katholikin in diesem Amt. 
Bisher hatten immer Parteivertreterinnen und -vertreter des protestantischen Lagers die Regierung angeführt. Diese hatten sich in den vergangenen zwei Jahren gegen eine irische Patriotin als Erste Ministerin gewehrt. Ihrem Traum von der Vereinigung mit der Republik im Süden könnte O'Neill nun ein Stück näher gekommen sein. Ihre Entscheidungen kann sie jedoch nur mit ihrer Stellvertreterin Emma Little-Pengelly von der protestantisch geprägten Demokratisch-Unionistischen Partei (DUP) treffen.
Die 47-Jährige zweifache Mutter O'Neill, die sich 2014 von ihrem Mann trennte, sagt über ihr neues Amt, dass sie eine „Erste Ministerin für alle" sein werde. Sie sei sich im Klaren darüber, dass die Verbitterung zwischen Protestanten und Katholiken über den damaligen Bürgerkrieg nach wie vor groß sei und sie die Vergangenheit nicht ändern könne. Doch, so zitierte sie die "NZZ am Sonntag": „Wir müssen alle nach vorn schauen."

Spuckangriff auf Abt Schnabel in Jerusalem sorgt für Empörung

Eine mutmaßliche Spuckattacke radikaler Juden auf den Abt der deutschen Benediktinerabtei Dormitio in Jerusalem sorgt für Empörung. Das Lateinische Patriarchat von Jerusalem, die Vertretung der Katholiken im Heiligen Land, kritisierte den Vorfall nahe der Klagemauer in der Jerusalemer Altstadt am Sonntag scharf.
„Das Lateinische Patriarchat verurteilt den unprovozierten und schändlichen Angriff", hieß es in einer Erklärung. Die Täter seien von der Polizei sofort danach festgenommen worden. „Die Strafverfolgung der Täter solcher Hassverbrechen ist ein wichtiges Mittel zur Abschreckung und zur Verbesserung des Sicherheitsgefühls christlicher Geistlicher im Heiligen Land, vor allem in Jerusalem", so die Mitteilung.
Laut Medienberichten hatten am Samstag mutmaßlich zwei jüdische Radikale den Abt in Soutane und seine Begleiterin, eine befreundete deutsche Journalistin, angegangen. Demnach spuckten sie vor ihm auf den Boden, bedrohten Nicodemus Schnabel (45) und beleidigten das Christentum sowie seinen Begründer Jesus Christus. Ein Foto in der italienischen Zeitung „Il Messaggero" zeigt einen der Angreifer, wie er Schnabel am Gewand fasst. Der Abt habe in ruhigem Ton die Beleidigungen und das Berühren seiner Person zurückgewiesen.
In Israel nehmen Spuckattacken und verbale Aggression radikaler Juden gegen Geistliche und Ordensleute seit Monaten zu. Auch Fälle von Vandalismus gegen Kirchen und religiöse Einrichtungen mehren sich. Die Täter stammen oft aus strengreligiösen Talmud-Schulen (Jeschiwas), und sprechen Nichtjuden das Recht ab, ihre Religion in Israel zu praktizieren.
Foto: Abt Nicodemus  Schnabel, Abtei Dormitio.
 

Jerusalem: Österreichisches Pilgerhospiz vor „finanziellem Desaster" 

Der aktuelle Gazakrieg stellt auch das österreichische Pilgerhospiz vor große finanzielle Herausforderungen: Gestalteten sich die ersten Monate des vergangenen Jahres noch positiv durch steigende Nächtigungszahlen, so seien nun die Buchungen eingebrochen. Das erste Halbjahr 2024 drohe für das traditionsreiche Haus in der Jerusalemer Altstadt „finanziell ein Desaster" zu werden, wie der Präsident des Freundeskreises des Pilgerhospizes, Georg Habsburg-Lothringen, im aktuellen Rundbrief des Hospizes schrieb. Habsburg-Lothringen verband dies mit einem Spendenaufruf.
„In den Monaten Oktober, November und Dezember stand unser Hospiz leer und nur wenige Gäste verirrten sich ins Kaffeehaus. Der Großteil der MitarbeiterInnen sitzt sorgenvoll im unbezahlten Urlaub vor sich häufenden Rechnungen. Nun sind auch die Reservierungen für das erste Quartal 2024 weggebrochen", so Habsburg-Lothringen. 

Afrikamissionar: Meine Entführung brachte vielleicht Dialog voran

Der deutsche Afrikamissionar Hans-Joachim Lohre (66) ist überzeugt, dass seine ein Jahr dauernde Entführung in Mali Muslime und Christen dort einander näher zusammengebracht habe. Während er in der Wüste war, hätten Muslime immer wieder Gebete in Zeitungen veröffentlicht, in denen sie die Dschihadisten um seine Freilassung gebeten hätten, sagte Lohre dem „missio-Magazin", der Zeitschrift des Hilfswerks missio-München. Vielleicht sei der christlich-islamische Dialog durch die Entführung mehr vorangebracht worden, als er es sich hätte träumen lassen.
Der aus Nordrhein-Westfalen stammende Lohre wurde 1985 zum Priester geweiht und reiste wenige Wochen später als Afrikamissionar/Weißer Vater nach Mali. Nach seiner Ausbildung zum Islam-Referenten am Institut für islamisch-christliche Bildung in Bamako begann er dort eine Lehrtätigkeit. Er leitet das Zentrum Glaube und Begegnung und ist Generalsekretär der bischöflichen Kommission für interreligiösen Dialog und Ökumene in Mali. Im November 2022 wurde er von Islamisten entführt und fast genau ein Jahr später freigelassen.
Seine Unterkunft habe aus vier Pfosten bestanden, darüber eine Plane als Sonnenschutz sowie einer Plastikmatte auf dem Boden und einer Decke, berichtet Lohre. Er sei mit der Sonne aufgestanden und abends schlafengegangen. Die tägliche Messe habe er ohne Wein, aber mit von den Dschihadisten frisch gebackenem Brot gefeiert. „Jeden Tag dachte ich an die Menschen, deren Namens- und Geburtstage ich im Kopf hatte. Ich betete für meine Freunde, Familie und Mitbrüder", so der Pater.
Zweimal am Tag habe es eine warme Mahlzeit gegeben, sagte Lohre. Alle zwei bis drei Wochen sei die Gegend gewechselt worden. Er sei sich bewusst gewesen, dass so eine Entführung auch mal sechs Jahre dauern könne, vielleicht auch nur drei, wenn man Glück habe. Da er in der Vergangenheit Seminare zur Selbstkenntnis gegeben habe, sei er in der Lage gewesen, dieser Entführung einen Sinn zu geben. Die Zeit habe er gelassen aus seinem Glauben gelebt und etwa den muslimischen Fastenmonat Ramadan für ignatianische Exerzitien genutzt.
Nach Ansicht von Lohre hat Mali viele Möglichkeiten, sich zu entwickeln. Alles hänge aber davon ab, dass aufrichtige Politiker an die Macht kommen, die das Wohl des Volkes im Sinn hätten, Landwirtschaft und Schulbildung förderten. Auch Verträge mit internationalen Firmen sollten abgeschlossen werden, damit für die Gewinnung von Bodenschätzen kein Raubbau mehr betrieben werde, sondern der Erlös den Menschen zugutekomme.
Foto: Lohre, Kirche in Not

Drei Frauen tagten mit dem Papst und seinem Kardinalsrat

Bei der ersten Tagung des Kardinalsrats mit Papst Franziskus in diesem Jahr waren drei Frauen als Gäste eingeladen. Beraten wurde ab diesem Montag, auf der Agenda steht wie bereits vergangenen Dezember die Rolle der Frauen in der Kirche.
Eine der drei Referentinnen im Kardinalsrat war die anglikanische Bischöfin Jo Bailey Wells aus Großbritannien. Außerdem eingeladen waren die italienische Religionslehrerin und Geweihte Jungfrau Giuliva Di Berardino sowie die italienische Salesianerin Don Boscos Linda Pocher, die als junge Dogmatik-Dozentin bereits 2022 vor dem Kardinalsrat über das marianische und das petrinische Prinzip der Kirche sprach
Das Thema der Beteiligung und Wertschätzung von Frauen in der Kirche war bei der Sitzung der Weltsynode zur Synodalität im vergangenen Oktober breit diskutiert worden. Dem Kardinalsrat gehören derzeit - neben Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin und dem Präsidenten des Governatorats Kardinal Fernando Vérgez Alzaga - sieben weitere Kardinäle aus vier Kontinenten an. 
Foto: Vatican Media.
 

Religionslose in den USA auf dem Vormarsch

Fast drei von zehn US-Amerikanern haben sich von ihren Kirchen verabschiedet. Sie wechseln nicht zu einer anderen Glaubensgemeinschaft, sondern schließen sich der Gruppe der Religionslosen an. Die „Nones" sind religiös gesehen die am schnellsten wachsende Bevölkerungsgruppe in den USA. Es gibt von ihnen mehr als Katholiken (23 Prozent) oder Evangelikale (24 Prozent). Nur wenn man alle Protestanten zusammen nimmt, ist diese Gruppe mit mehr als 40 Prozent größer.
Zu diesem Ergebnis kommt eine umfangreiche Untersuchung zu den „Nones", die das Pew Research Center in Washington jetzt unter dem Titel „Religious Nones in America: Who they are and what they believe" vorgelegt hat. Demnach werden die Religionslosen „God's Own Country", als das sich die USA immer sahen, nachhaltig verändern. Das Land prescht damit nicht vorneweg, sondern wird anderen westlichen Industrienationen immer ähnlicher, so der Befund auf Basis von mehr als 11.000 Interviews. Die gesellschaftlichen Realitäten entsprechen damit nicht mehr dem alten Klischee der frommen USA.
Vorwiegend jung, divers und politisch eher linksliberal
Anders als bei früheren Pew-Erhebungen, bei denen der Schwund der christlichen US-Kirchen im Vordergrund stand, liefert die aktuelle Studie Details zum Selbstverständnis der „Nones". US-Religionsforscher fassen unter dem Begriff Atheisten, Agnostiker und die, die sich als „nichts Bestimmtes" verstehen, zusammen. Sie sind vorwiegend jung, divers und definieren sich politisch eher als linksliberal.
Die säkularen Amerikaner sind trotz ihrer Abkehr von den großen Kirchen gegenüber Religionen nicht automatisch ablehnend eingestellt. Fast sechs von zehn geben an, neben dem biblischen Gott an „eine höhere Macht" zu glauben. Deutlich mehr als acht von zehn „Nones" sind davon überzeugt, dass man auch ohne Gottglauben moralisch integer sein kann. Zwar besucht kaum einer von ihnen einen Gottesdienst, aber die Hälfte gibt an, spirituell veranlagt zu sein.

Kurznachrichten 

Vatikan. Katholische Geistliche müssen sich bei Taufen, Firmungen und Hochzeiten streng an die kirchlichen Vorschriften halten. Das geht aus einer am Samstag veröffentlichten verbindlichen Vatikan-Erklärung hervor. 

 

In Myanmar sind bei einem Luftangriff auf eine christliche Schule im Bundesstaat Kayah laut Angaben einer Menschenrechtsgruppe vier Kinder getötet und 15 weitere verletzt worden. 

 

Indien. In zwei Bundesstaaten sind ein katholischer Priester, fünf protestantische Pastoren sowie zwei christliche US-Touristen wegen des Vorwurfs der Missionierung verhaftet worden. 

 

Estland hat das Oberhaupt der Estnischen Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats zur Ausreise gezwungen. Das Handeln des russischen Staatsbürgers Metropolit Eugeni (Reschetnikow) gefährde die nationale Sicherheit, hieß es. 

 

Ungarn und Armenien haben ihre diplomatischen Beziehungen wieder gestärkt und die christliche Grundlage beider Länder betont: Wahagn Chatschaturjan, der Präsident von Armenien, befand sich diese Woche auf Einladung der ungarischen Präsidentin Katalin Novak zu einem offiziellen Besuch in Budapest. Es ist Chatschaturjans erster Präsidentenbesuch in Ungarn, seit Armenien im Sommer 2012 die diplomatischen Beziehungen zu Ungarn abgebrochen hatte. 

 

Ukraine. Kiews griechisch-katholischer Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk hat Papst Franziskus für die Unterstützung des Austauschs von Kriegsgefangenen zwischen der Ukraine und Russland gedankt. Jüngst seien 207 ukrainische Soldaten in ihre Heimat zurückgekehrt.

 

Polen. Die katholische Kirche hat erneut zur Solidarität mit den Opfern des russischen Angriffskriegs in der Ukraine aufgerufen. Am Aschermittwoch wird  landesweit nach allen Gottesdiensten Geld zur Unterstützung von Menschen gesammelt werden, die in der Ukraine ihr Zuhause verloren haben.

 

Deutschland. Opfer von Menschenhandel sollen aus Sicht der katholischen Bischöfe einen Aufenthaltstitel erhalten. Weihbischof Ansgar Puff: „Es ist notwendig, dass Betroffene eine sichere Lebensperspektive entwickeln können. Nur so können sie aus den Fängen der Menschenhändler befreit werden".

In Litauen gibt es künftig zwei orthodoxe Kirchen. Das Justizministerium hat das neue Exarchat des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel anerkannt, das zuletzt auf zehn Geistliche angewachsene war. Daneben gibt es im Land noch die Litauische Orthodoxe Kirche, die zur Russisch-orthodoxen Kirche gehört.

 

Italien.  448 Ordensleute - 272 Frauen und 176 Männer - leben und wirken derzeit in Südtirol. Sie gehören 16 Männer- und 15 Frauenorden an, wobei bei den Männern die Kapuziner mit 27 Patres und bei den Frauen die Brixner Tertiarschwestern mit 74 Schwestern die mitgliederstärksten Gemeinschaften sind. 

 

Sri Lanka. Die katholische Kirche strebt die Heiligsprechung Hunderter Katholiken an, die bei den Bombenanschlägen am Ostersonntag 2019 getötet wurden. 

 

Israel. Passagiere der Fluggesellschaft El Al können künftig während Flugreisen Religionsunterricht nehmen. Angeboten werden sollen Kurse der Online-Plattform „YUTorah" der privaten, strengreligiös-jüdischen New Yorker Yeshiva-Universität.

 

Österreich

Österreich. Die Bischöfe Werner Freistetter und Stephan Turnovszky haben  an die österreichische Politik appelliert, für das EU-Lieferkettengesetz zu stimmen. 

 

Österreich hat bei der Priester-Fußballeuropameisterschaft 2024 im albanischen Shkodra den 11. Platz belegt.

 

Burgenland. Die Schwestern des heiligen Joseph von Tarbes eröffnen am 1. März eine neue Niederlassung in Güssing im südlichen Burgenland. Die drei Ordensfrauen werden vor allem in der Seelsorge in den Bereichen der Alten- und Krankenpflege tätig sein.

 

Wien. Deutliche Kritik an der aktuell diskutierten Idee, Barleistungen an Asylwerberinnen und Asylwerber nach bayrischem Vorbild durch ein Kartensystem zu ersetzen, hat die Generalsekretärin der Caritas Österreich, Anna Parr, geäußert: „Eine Bezahlkarte wirkt stigmatisierend und diskriminierend gegenüber jenen Menschen, die sie benutzen müssen.“

 

Wien. In der aktuellen Debatte um die Zunahme von Gewalt in Klassenzimmern spricht sich der Katholische Familienverband (KFÖ) gegen Schul-Suspendierungen und das Verhängen von Geldstrafen für Eltern aus. 

Franziskus erzählt über Benedikt XVI.

Papst Franziskus erzählt in einem neuen Buch über sein Verhältnis zu seinem Vorgänger Benedikt XVI. Der spanische Verlag Planeta veröffentlichte am Donnerstag Auszüge aus dem Interviewband „El sucesor. Mis recuerdos de Benedicto XVI" (Der Nachfolger. Meine Erinnerungen an Benedikt XVI.), das am 3. April auf Spanisch erscheint.
Laut Pressemitteilung sagte Franziskus dem spanischen Journalisten Javier Martinez-Brocal unter anderem, dass der emeritierte Papst und er eine sehr tiefe Beziehung hatten. "Er war ein Mann, der den Mut hatte, zurückzutreten und von diesem Moment an hat er die Kirche und seinen Nachfolger weiter begleitet." Die beiden hätten sich über alles sehr offen ausgetauscht, berichtete Franziskus weiter. Immer wieder habe er Benedikts Rat eingeholt, der seine Perspektive erweitert habe

Auch das noch...

Ordensmänner leben länger 

Ordensmänner leben im Schnitt fünf Jahre länger als ihre weltlichen Geschlechtsgenossen. Zu diesem verblüffenden Zwischenergebnis kommt eine aktuelle am Institut für Demographie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften durchgeführte Langzeitstudie, mit dem Ziel, die entscheidenden Faktoren für Gesundheit und Langlebigkeit zu erforschen. Als Hauptgrund für die erhöhte Lebenserwartung von Mönchen sieht Studienleiter Marc Luy den geregelten Alltag im Kloster: regelmäßige Abläufe, Essen, Meditieren wirkten sich demnach positiv auf die Gesundheit der Männer aus, teilten die Ordensgemeinschaften am Donnerstag in einer Aussendung mit.
Am meisten würden jene Männer mit einem geringeren Bildungsgrad vom Klosterleben profitieren - im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen, die nicht in einem Kloster leben, erklärte Luy. Der Studienleiter erklärt das Phänomen damit, dass soziale Unterschiede wie bessere medizinische Behandlung oder gesünderes Essen im Kloster wegfallen. Ordensmänner mit geringerer Bildung würden somit in der Lebenserwartung zu den Männern mit höherer Bildung und höherer Lebenserwartung aufschließen. „Das zeigt deutlich, wie stark die Lebenserwartung beeinflussbar ist", resümierte Luy.
 

Zsifkovics und Doskozil besuchten gemeinsam Christen in Indien 

Die Diözese Eisenstadt verbindet mit der indischen Diözese Kanjirapally im südindischen Bundesstaat Kerala eine mehr als 40-jährige Beziehung – „eine die Kontinente und Mentalitäten ihrer Bewohner übergreifende Partnerschaft", die weit über bloßes Hinschicken von Spenden hinausgehe. Bischof Ägidius Zsifkovics pflegte diese burgenländisch-indische Freundschaft nun mit einem zehntägigen Besuch in der Partnerdiözese, dem sich drei Tage lang auch der burgenländische Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Landesrat Leonhard Schneemann anschlossen, wie die Kirchenzeitung „Martinus" in ihrer aktuellen Ausgabe (11. Februar) berichtet. Mitgereist war auch die burgenländische Caritasdirektorin Melanie Balaskovics. 
Hintergrund des Besuchs war auch „das Ausloten der Möglichkeit, Arbeitskräfte, auch Ordensschwestern und Ordensbrüder zu gewinnen, die für die Pflege- und Krankendienste im Burgenland eingesetzt werden könnten". So führten die Landespolitiker Gespräche zur Einladung von Fachkräften in der diözesanen Krankenpflegeschule des "Mundakayam Medical Trust Hospital", einem schulmedizinisch geführten Krankenhaus mit einer Krankenpflegeschule, die ihren Absolventinnen und Absolventen eine international anerkannte Ausbildung ermöglicht. 

Türkei: Antike Kirche in Istanbul wird Moschee 

Nach der Haghia Sophia (Sophienkirche) soll eine weitere historische byzantinische Kirche in Istanbul als Moschee genutzt werden: Es soll sich dabei um die für ihre Fresken weltberühmte Kirche „St. Salvator in Chora" handeln, wie die Nachrichtenagentur „Fides" mit Verweis auf die türkische Tageszeitung „Yeni Safak" berichtete. Die künftige „Moschee von Kariye" wurde zuvor 79 Jahre als Museum genutzt; sie soll am 23. Februar ihre Tore für das islamische Freitagsgebet öffnen. Die Fresken sollen laut „Fides" nicht übermalt, sondern mit eigens angefertigten roten Teppichen bedeckt werden. Die Kirche, die sich im Nordosten des antiken Stadtzentrums befindet, gilt als eine der wichtigsten Beispiele byzantinischer Sakralarchitektur weltweit. 
St. Salvator in Chora (wörtlich. "auf dem Lande") geht auf ein Kloster aus dem 6. Jahrhundert zurück, das im 12. Jahrhundert um die Kirche erweitert wurde. Nach der osmanischen Eroberung Konstantinopels 1453 wurde die Kirche ab 1511 in eine Moschee umgewandelt. Die Fresken, die unter anderem die Menschwerdung Christi als Erlöser der Welt zeigen, wurden mit Kalk abgedeckt, aber nicht zerstört. 
 

Papst würdigt interreligiösen „Zayed-Preis für Geschwisterlichkeit"  

Papst Franziskus hat die diesjährigen Preisträger des „Zayed-Preises für Geschwisterlichkeit" gelobt. Sie hätten tolerante Liebe für andere, echte Fürsorge für Arme und Kinder sowie Hilfe für die Wiedereingliederung von Häftlingen geleistet, schreibt der Papst in einer am Sonntag veröffentlichten Grußbotschaft. Der Preis selbst schaffe Aufmerksamkeit für die Prinzipien einer werteorientierten Weltgemeinschaft. Er ist mit einer Millionen Dollar dotiert. 
Ausgezeichnet werden in diesem Jahr der ägyptisch-britische Chirurg Magdi Yacoub, der Operationen für herzkranke Kinder aus finanzschwachen Familien durchführt, sowie die chilenische Ordensfrau Nelly Leon, die Frauen in Gefängnissen und in der Zeit nach der Haft begleitet. Den Preis erhalten zudem die islamischen Organisationen Nahdlatul Ulama und Muhammadiyah in Indonesien, die traditionell für einen moderaten Islam stehen. 
Der Zayed-Preis für Geschwisterlichkeit wurde zuletzt 2021 an UN-Generalsekretär António Guterres und die marokkanisch-französische Friedensaktivistin Latifa Ibn Ziaten verliehen. Verantwortlich ist das von den Vereinigten Arabischen Emiraten koordinierte „Higher Committee of Human Fraternity", das interreligiös besetzt ist. 
Anlass seiner Gründung war ein historisches Treffen zwischen Papst Franziskus und Großimam Ahmad al-Tayyeb in Abu Dhabi.

Angriffe gegen einen Pfarrer in Kalabrien

In Süditalien ist das Auto eines Priesters offenbar in Brand gesteckt worden. Am Wochenende war der Wagen von Giovanni Rigoli, Pfarrer von Varapodio in Kalabrien, in Flammen aufgegangen, wie die italienische Tageszeitung „Il Fatto Quotidiano" berichtete. Die umliegenden Einrichtungen der Pfarrei hätten wegen des Rauchs evakuiert werden müssen.
Don Giovanni wurde laut Zeitungsbericht bereits im Jänner Opfer einer Attacke. Damals hätten ihn zwei Männer verprügelt und am Kopf verletzt, der Priester sei im Krankenhaus behandelt worden. Die mutmaßlichen Täter seien zwei Cousins, die zu einer „polizeibekannten Familie" gehörten. In Kalabrien ist die Mafia nach wie vor stark vertreten.
Dem „Fatto Quotidiano" zufolge war ein Konflikt um vergleichsweise strenge Corona-Regeln, die der Pfarrer zu Weihnachten verkündet hatte, der Anlass. Es ging darum, wie Angehörige von Verstorbenen in der Kirche ihr Mitgefühl in Gesten und Körperkontakten zum Ausdruck bringen. Als der Pfarrer auf Einhaltung der Regeln pochte, sei er geschlagen worden. Die beiden Cousins seien angezeigt worden.