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die neue Kirchenzeitung

 12. Mai 2024 

Lesungen:  Apg 1,15-17.20a.c-26; 1 Joh 4,11-16 ;  Evangelium: Joh 17,6a.11b-19.

Vordinglichste Aufgabe

Der langjährige Kurienkardinal Walter Kasper hat sich für eine stärkere Übertragung kirchlicher Leitungsaufgaben an nichtgeweihte Katholikinnen und Katholiken ausgesprochen. Zu den vordringlichsten Aufgaben der Bischöfe und Priester zähle nämlich eine „den Erfordernissen der Zeit entsprechende Verkündigung" des Evangeliums, sagte er in einem Gespräch mit dem Wiener Theologen Jan-Heiner Tück auf dem Online-Portal „communio.de" zum Fest Christi Himmelfahrt.

„Viele andere Leitungsaufgaben sollten wir heute, wie schon in apostolischer Zeit Diakonen oder dazu befähigten Laien, Frauen und Männern, übertragen", fügte Kasper hinzu. 
Vordringlichste Aufgabe heute ist – wie eh und je – die Verkündigung des Evangeliums. Daneben verblassen andere Leitungsaufgaben.
Die glaubwürdige Verkündung des Evangeliums ist jedoch nicht nur Sache einiger weniger – bisweilen ziemlich alter – Männer.
In diesen Tagen werden landauf und landab Erstkommunionen und Firmungen gefeiert. Die Vorbereitung der Kinder und Jugendlichen liegt in unseren Breiten beinahe ausschließlich in der Verantwortung der Frauen. Was sagt uns das?  P. Udo  

Schwertner: Lage der Menschen in Ukraine immer schwieriger

17 Millionen Menschen in der Ukraine sind nach Angaben der Caritas auf humanitäre Hilfe angewiesen. Die soziale Lage der Menschen in der Ukraine werde immer schwieriger, berichtete der Wiener Caritasdirektor Klaus Schwertner im Interview mit den ORF-Radionachrichten (Freitag). „Die Situation spitzt sich zu, die humanitäre Lage wird immer schwieriger", so Schwertner, der seit Kriegsausbruch selbst immer wieder in das Land gereist war. Besonders tragisch sei es, dass auch Helferinnen und Helfer der ukrainischen Caritas in den letzten Monaten durch den Krieg getötet wurden.
Die Partnerorganisationen der Caritas leisteten Unglaubliches, um im ganzen Land Hilfe zu ermöglichen, „solange das möglich ist", berichtete Schwertner. So würden auch weiterhin humanitäre Hilfspakete verteilt, etwa Hygieneartikel und Lebensmittel.  Auch habe man in der ganzen Ukraine Kinderschutzzentren eingerichtet, „wo Kinder ein bisschen Kind sein können in diesem wahnsinnigen Krieg".
Gerade die mobile Pflege älterer Menschen, werde immer wichtiger, erläuterte Schwertner. Die Infrastruktur sei nun teilweise komplett zerstört und die Angriffe nähmen in einem Maße wieder zu, dass sich viele nicht mehr aus den eigenen Häusern trauten. „Niemand weiß, wie es weitergehen wird".
Nach dem Beginn des Kriegs habe es eine enorme Solidarität mit den Menschen in der Ukraine innerhalb der österreichischen Bevölkerung gegeben, erinnerte der Caritasdirektor. Nun wäre es „höchst an der Zeit", dass die Bundesregierung gemeinsam mit den Ländern ein weiteres Hilfepaket in die Wege leite. 30 bis 50 Millionen Euro würden dringend gebraucht, damit die Hilfe weitergehen könne.
 

Moskauer Patriarch vergleicht Putin mit einem mittelalterlichen Heiligen

Der orthodoxe Moskauer Patriarch Kyrill I. unterstützt weiter voll und ganz Kreml-Chef Wladimir Putin. Nach der feierlichen Vereidigung Putins für seine fünfte Amtszeit als Russlands Staatspräsident segnete ihn das Kirchenoberhaupt am Dienstag bei einer Dankandacht in der Mariä-Verkündigungs-Kathedrale des Moskauer Kremls. Dabei sagte Kyrill I., Putin müsse als Staatschef manchmal schicksalhafte und schwerwiegende Entscheidungen treffen, die auch mit Opfern verbunden seien. Aber niemals seien „solche Entscheidungen, die zum Wohl des Volkes und des Landes getroffen wurden, von der Kirche oder vom Volk verurteilt" worden.
Nach Ansicht von Beobachtern meinte der Patriarch damit Russlands Krieg gegen die Ukraine. Putin folge dem Beispiel des heiligen Alexander Newski (1221-1263), der Russland auf dem Schlachtfeld mutig verteidigt habe, so Kyrill I. Er sprach Putin so wie einst russischen Zaren göttliche Legitimität zu. Wörtlich sagte er: „Gott helfe Ihnen, den Dienst, den Gott selbst Ihnen anvertraut hat, weiterhin mit Liebe zum Vaterland und mit Mut fortzusetzen."

Papst ruft Heiliges Jahr 2025 aus: „Sänger der Hoffnung werden“ 

Am Donnerstagabend, Hochfest Christi Himmelfahrt, hat Franziskus im Rahmen einer feierlichen Vesper im Petersdom in Rom das Heilige Jahr 2025 ausgerufen, berichtete Vatican News. Dabei wurden auch einige Passagen der Verkündigungsbulle „Spes non confundit“ verlesen, die schon im Titel auf ein Thema verweist, das dem Kirchenoberhaupt besonders am Herzen liegt: Die christliche Hoffnung.
Zu Beginn der Feier überreichte der Papst vor der verschlossenen Heiligen Pforte am Petersdom den Verantwortlichen der vier Papstbasiliken, Kanonikern und weiteren Kirchenvertretern die sogenannte Verkündigungsbulle.
Wie schon der Titel „Spes non confundit“ (Die Hoffnung lässt nicht zugrundegehen) verrät, enthält die Urkunde zahlreiche Überlegungen des Papstes zur christlichen Hoffnung. Ein Thema, das Franziskus auch in seiner Predigt im Petersdom in Rom aufgriff:
„Es ist diese im gestorbenen und auferstandenen Christus wurzelnde Hoffnung, die wir feiern, uns zu eigen machen und der ganzen Welt im bevorstehenden nächsten Heiligen Jahr verkünden wollen,“ so der Pontifex. „Es handelt sich dabei nicht um bloß menschlichen Optimismus oder um eine flüchtige Erwartung, die an eine irdische Sicherheit geknüpft ist, nein, es geht um etwas, das sich in Jesus bereits erfüllt hat und auch uns jeden Tag geschenkt ist, bis wir in der Umarmung seiner Liebe ganz eins sind.“
Die christliche Hoffnung gibt Halt im Leben
Die christliche Hoffnung gebe uns „auf dem Weg unseres Lebens Halt, auch wenn er verschlungen und mühsam ist; sie eröffnet uns Wege in die Zukunft, wenn Resignation und Pessimismus uns drohen gefangen zu halten; sie lässt uns das mögliche Gute sehen, wenn das Böse zu überwiegen scheint; sie erfüllt uns mit Heiterkeit, wenn das Herz durch Versagen und Sünde beschwert ist; sie lässt uns von einer neuen Menschheit träumen und ermutigt uns, eine geschwisterliche und friedliche Welt zu errichten.
Als Vorbereitung auf das Heilige Jahr rief das Kirchenoberhaupt im Jahr des Gebets dazu auf, in unserer von Verzweiflung geprägten Welt die Herzen zu Gott zu erheben.
Das Heilige Jahr 2025 steht unter dem Motto „Pilger der Hoffnung“. Diese beiden Begriffe -  „Pilger" und „Hoffnung“  - sind zentrale Themen des Pontifikats von Franziskus. Der offizielle Start des Heiligen Jahres ist am 24. Dezember 2024.
Foto: Vatican Media.

Papst Franziskus fordert internationale Regeln für KI

Papst Franziskus fordert eine Regulierung von Künstlicher Intelligenz (KI) nach hohen ethischen Maßstäben. „Wie alles andere, das aus dem Geist und den Händen des Menschen hervorgegangen ist, sind auch Algorithmen nicht neutral", schreibt der Papst in seiner Botschaft zum diesjährigen „Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel", den die katholische Kirche auch in Österreich am kommenden Sonntag (12. Mai) begeht. Es müsse verhindert werden, dass KI Pluralismus verringere, die öffentliche Meinung polarisiere und sich ein Einheitsdenken herausbilde. Franziskus schlägt einen internationalen Vertrag vor, um Entwicklung und Einsatz der Technologie zu regeln.
Warnung vor „Echokammern"
In seiner aktuellen Botschaft schreibt Franziskus zudem über „Echokammern", in denen sich bestimmte Weltanschauungen per Algorithmus wiederholen und gegenseitig verstärken. „Es ist nicht hinnehmbar, dass der Gebrauch künstlicher Intelligenz zu einem anonymen Denken, zu einer Zusammensetzung von unbestätigten Daten und zu einer kollektiven redaktionellen Verantwortungslosigkeit führt", kritisiert er. „Information kann nicht von lebendiger Beziehung getrennt werden."
Der Papst nennt das Beispiel von Kriegsreportern, die bei ihrer Arbeit verletzt werden oder sogar sterben, „damit wir sehen können, was ihre Augen gesehen haben". Nur wenn Menschen das Leiden anderer hautnah erlebten, verstünden sie die Absurdität von Kriegen. KI dürfe Journalismus vor Ort nicht beseitigen, sondern müsse ihn unterstützen.
 

Mit Pistole und Messern zum Petersplatz: Pfarrer festgenommen

Was der tschechische Priester beim Besuch des Petersplatzes im Vatikan befürchtete, ist nicht bekannt. Auf sämtliche Bedrohungslagen war er aber vorbereitet. Eine Luftpistole, zwei herkömmliche und ein Teppichmesser sowie einen Schraubenzieher trug der Pfarrer bei sich, als ihn die Polizei am Sonntag an einer Sicherheitskontrolle anhielt. Wie die Zeitung "La Repubblica" berichtete, wurden der Tscheche und ein Begleiter wegen illegalen Waffenbesitzes angezeigt. Der Priester, der eine Busreise tschechischer Pilger begleitete, gab an, die Waffen für seine persönliche Verteidigung zu benötigen.

Philippinen: Gedenkstätte für Opfer von Dutertes Anti-Drogen-Krieg

Die katholische Kirche hat eine Gedenkstätte für die Opfer außergerichtlicher Tötungen während des Anti-Drogen-Kriegs in der Amtszeit des früheren Präsidenten Rodrigo Duterte eröffnet. Das Denkmal mit dem Namen „Schrein der Heilung" befindet sich auf einem Friedhof in der zur Metropolitanregion von Manila gehörenden Millionenstadt Caloocan, wie die Onlineportale „Asianews" und „Vatican News" berichten. Es wurde von einer Stiftung errichtet, die sich auf den Gründer der Steyler Missionare, den Heiligen Arnold Janssen (1837-1909), beruft. Das Grundstück stellte die örtliche Diözese zur Verfügung.
Der Steyler Missionar Flavie Villanueva ist die treibende Kraft hinter der Gedenkstätte. Bei der Eröffnung bezeichnete er den Schrein als Ort der Ruhe und des Friedens für die Opfer. Anwesend waren Familienangehörige, Religionsvertreter und Diplomaten. Gleichzeitig soll das Denkmal ein Zeichen der Hoffnung und Mahnung sein, dass das Böse niemals siegen wird, solange Menschen, die für Gerechtigkeit und Menschenrechte arbeiten, sich weiterhin für Leben, Wahrheit und Frieden einsetzen, sagte Villanueva.
2017 initiierte Villanueva ein kirchliches Programm, das Witwen, Waisen und Familien der Ermordeten rechtliche und psychosoziale Unterstützung bietet. Inzwischen umfasst es auch Exhumierungen, Autopsien und Kremierungen für die Toten, insbesondere für arme Familien, die sich keine angemessene Beerdigung und Aufarbeitung des Geschehenen leisten können. Villanueva übergibt die Leichen unabhängigen Gerichtsmedizinern zur Autopsie.
Duterte führte in seiner Amtszeit als Präsident von 2016 bis 2022 eine blutige Anti-Drogen-Kampagne durch, bei der nach offiziellen Angaben mehr als 6.600 Menschen als angebliche Drogenkriminelle bei Polizeieinsätzen erschossen wurden. Menschenrechtsorganisationen und Medien schätzen, dass die tatsächliche Zahl der Opfer bei bis zu 30.000 liegen könnte, wenn man Taten anonymer Todesschwadronen hinzuzählt. Fast keine der Tötungen wurde aufgeklärt und die Täter bleiben in der Regel straflos. Beobachtern zufolge gehen die außergerichtlichen Tötungen im Zug des Kampfs gegen Drogen auch unter dem neuen Staatspräsidenten Ferdinand Marcos Jr. unverändert weiter.
Foto: Flavie Villanueva

700 Theologen protestieren gegen CDU-Pläne zu Flüchtlingen

Die deutsche CDU erntet mit ihrem neuen Konzept in der Flüchtlingspolitik massive Kritik von den christlichen Kirchen. Die Forderung nach einer Drittstaatenregelung hat nicht nur den Protest des katholischen und evangelischen Flüchtlingsbischofs geweckt.
Am frühen Morgen projizierten Unterstützer von mehr als 700 Pfarrerinnen und Pfarrern sowie Theologinnen und Theologen zudem eine Botschaft auf das Tagungshotel des Parteitags: Darin bezeichneten sie die CDU als „unchristlich" und verwiesen auf die Verpflichtung der Bibel, Vertriebene und Flüchtlinge zu schützen. 
Zuvor hatten die Flüchtlingsbeauftragten der katholischen und evangelischen Kirche der CDU einen radikalen Bruch mit ihrem humanitären Erbe im Flüchtlingsschutz vorgeworfen. 
 

Deutsche CDU schärft mit neuem Grundsatzprogramm ihr Profil

Die deutsche CDU hat auf ihrem 36. Bundesparteitag in Berlin am Dienstagabend einstimmig ein neues Grundsatzprogramm verabschiedet. Es ist das vierte Programm in der Geschichte der Partei und steht unter dem Titel „In Freiheit leben. Deutschland sicher in die Zukunft führen". In dem 70-seitigen Papier bekräftigt die CDU ihren Anspruch „die Volkspartei der Mitte" zu sein. Als Kompass gilt weiter das christliche Menschenbild. Abschließend votierten die Delegierten noch für die Aufnahme eines Gottesbezuges in das Programm. Nach den Worten von CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann soll es ein „Leitbild" vermitteln, das den Einzelnen und nicht das Kollektiv in den Mittelpunkt stellt und Zuversicht gibt.
Mehr Mut zur „Leitkultur“
Weltanschaulich will sich die CDU vom „libertären Individualismus" unterscheiden und grenzt sich von der Identitätspolitik ebenso ab wie von "sozialistischem, nationalistischem und völkischem Denken". Letzteres in klarer Abgrenzung zur AfD. Das Programm fordert „mehr Mut zur Leitkultur". Dies soll auch ein „gemeinsames Bewusstsein von Heimat und Zugehörigkeit" umfassen, ebenso Kultur, Sprache, Geschichte sowie ein "Bekenntnis zum Existenzrecht Israels".
Kirchen ein „Stabilitätsanker"
Das Papier betont den Wert der Religionen, bewertet sie aber unterschiedlich. Deutschland sei „ein christlich geprägtes Land", heißt es. Die Kirchen werden als "wichtige Partner bei der Gestaltung unseres Gemeinwesens" genannt. Sie gelten als „Stabilitätsanker, die Menschen Orientierung geben". Christliche Symbole sollen demnach öffentlich sichtbar, christliche Feiertage erhalten bleiben. Auch das Judentum wird als prägend für Kultur und Geschichte genannt.
Die Muslime werden als „Teil der religiösen Vielfalt" gewürdigt. Trotz der Kritik muslimischer Vertreter hielten die Delegierten aber an der Aussage fest: „Ein Islam, der unsere Werte nicht teilt und unsere freiheitliche Gesellschaft ablehnt, gehört nicht zu Deutschland." Entsprechend wird nicht nur dem Islamismus, sondern auch dem politischen Islam eine Absage erteilt: „Die Scharia gehört nicht zu Deutschland."
Paradigmenwechsel bei Asylpolitik
Bei der Asylpolitik setzt die CDU auf einen Paradigmenwechsel. Demnach soll jeder Antragsteller in einen sicheren Drittstaat überführt werden, um dort das Verfahren zu durchlaufen und gegebenenfalls auch Schutz zu finden. 

Befragung der Diözese Graz-Seckau weist auf neue Ehrenamtskultur 

Kürzer, punktueller und klarer: In diese Richtung entwickelt sich das kirchliche Ehrenamt, hat eine großangelegte Befragung der Diözese Graz-Seckau herausgefunden. 2.900 ehrenamtlich Engagierte gaben dabei Auskunft über ihre Zufriedenheit, ihr Rollenbild und ihre Erwartungen, die sich laut den Ergebnissen verändern. „Ehrenamtlich Interessierte möchten sich verstärkt punktuell engagieren. Die Atmosphäre muss dabei stimmen, die Organisation selbst rückt in den Hintergrund", fasste die diözesane Prozessbereichsleiterin Barbara Krotil auf Kathpress-Nachfrage zusammen. 
Vor allem Frauen (60 Prozent) sowie die Generation „60 +" (47,6 Prozent) findet man unter den in der Steiermark kirchlich engagierten Ehrenamtlichen. Über 41 Prozent der Befragten gaben an, mehr als 21 Jahre freiwillig in Pfarren tätig zu sein. 

 

Debatte um Familienlastenausgleichsfond „entbehrlich"

Der Katholische Familienverband Österreichs (KFÖ) sieht die Debatte um die Abschaffung des Familienlastenausgleichsfonds (FLAF) als „entbehrlich". „Vor jeder Wahl wird dieser familienfeindliche Vorschlag wieder aufgewärmt", betonte Peter Mender, Präsident des Katholischen Familienverbandes, in einer Aussendung am Dienstag. Vorgeschlagen hatte die Auflösung des Fonds Wirtschaftskammerpräsident Harald Mahrer (ÖVP), mit dem Argument, damit die Arbeitgeber zu entlasten.
Aus dem FLAF, der aktuell mit knapp 8,64 Milliarden Euro dotiert ist, werden u.a. Familienbeihilfe, das Kinderbetreuungsgeld, die Unterhaltsvorschüsse, Pensionsbeiträge für die Kindererziehungszeiten oder die Schülerfreifahrt und die Schulbücher bezahlt.

Kurznachrichten 

In Ägypten sollen Ende des Jahres die Bauarbeiten für das erste päpstliche Krankenhaus außerhalb Italiens beginnen. Es soll wie das Kinderkrankenhaus in Rom den Namen Bambino Gesu tragen und in Kairo errichtet werden. Macher des Projekts ist unter anderem das katholisch-muslimische Hohe Komitee für Brüderlichkeit, das nach dem Papstbesuch in Abu Dhabi 2019 gegründet wurde.

 

In Italien soll eine Gesetzesänderung die Umnutzung gemeinnütziger Räumlichkeiten zu Gotteshäusern künftig verhindern. Trotz Kritik aus der Opposition billigte die Abgeordnetenkammer am Dienstag mehrheitlich den Entwurf des sogenannten „Anti-Moscheen-Gesetzes", wie die Zeitung „La Repubblica" berichtete. 

 

Italien. Die katholische Kirche in Sizilien warnt vor Mafia-Einflüssen auf Kirchengruppen: „Wir müssen besonders wachsam sein gegenüber einer möglichen Unterwanderung innerhalb der Volksreligiosität oder der Bruderschaften".

 

Deutschland. Ein Mann aus dem niederbayerischen Landkreis Kelheim muss das Zeitschlagen einer katholischen Pfarrkirche in seinem Wohnort dulden. Das hat das Oberlandesgericht Nürnberg laut Mitteilung entschieden. Demnach wurde ein entsprechendes Urteil des Landgerichts Regensburg bestätigt, gegen das der Mann Berufung eingelegt hatte.

Italien. Die vierte "Generalversammlung zur Geburtenrate" in Rom hat Proteste linker und feministischer Gruppierungen ausgelöst. Bereits am Donnerstag hatten etwa 20 Frauen die italienische Familienministerin Eugenia Roccella mit lauten Sprechchören daran gehindert, bei einer Podiumsdiskussion in der Konzerthalle Santa Cecilia in Vatikannähe zu sprechen.

Österreich

Österreichs 24 Ordensspitäler machten im Vorfeld des Internationalen Tags der Pflege (12. Mai) auf den Pflegekräftemangel aufmerksam. „Österreich hat ein massives Problem bei qualifizierten Fachkräften im Pflegebereich. Bis 2030 fehlen 90.000 Pflegekräfte".

 

Kärnten. Das Benediktinerstift St. Paul im Lavanttal hat seit Montag einen neuen Übergangsleiter. Der Abt von Stift Admont, Gerhard Hafner (59), wurde zum interimistischen Administrator für das einzige monastische Männerkloster in Kärnten ernannt. Der bisherige Administrator, P. Marian Kollmann (41), hatte sein Amt als Oberer des Klosters aus persönlichen Gründen zurückgelegt.

 

Oberösterreich. Mit einem ökumenischen Gottesdienst haben die christlichen Kirchen der Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen am 5. Mai 1945 durch US-amerikanische Truppen gedacht. In dem Lager und seinen 49 Nebenlagern waren insgesamt rund 200.000 Personen inhaftiert - mindestens 90.000 davon wurden von den Nationalsozialisten ermordet. 

 

Salzburg. Die Erzdiözese Salzburg plant für das kommende Jahr 2025 einen ausgeglichenen Haushalt. Um das zu erreichen, sei eine durchschnittliche Kürzung von acht Prozent des Gesamtbudgets erforderlich. 

 

Wien. Der frühere Wissenschaftsminister, Biochemiker und engagierte Katholik Prof. Hans Tuppy ist im Alter von 99 Jahren gestorben. Am 22. Juli wäre der gebürtige Wiener, der ab 1970 auch der Päpstliche Akademie der Wissenschaften angehörte, 100 Jahre alt geworden.

1.300-Jahr-Jubiläum der Klosterinsel Reichenau

Kultur, Kunst und Geschichte des im Mittelalter europaweit berühmten Bodensee-Inselklosters Reichenau stehen im Zentrum der baden-württembergischen Landesausstellung „Welterbe des Mittelalters - 1.300 Jahre Klosterinsel Reichenau". Die Ausstellung im Archäologischen Landesmuseum in Konstanz läuft bis zum 20. Oktober. Von internationalen Leihgebern kommen rund 250 Exponate: Kostbarkeiten, die die Klosterkultur des Mittelalters lebendig werden lassen. Im Zentrum stehen auf der Reichenau geschaffene prachtvolle Bibelhandschriften, die heute zum Weltdokumentenerbe der Unesco zählen.
Das Kloster Reichenau stieg nach seiner Gründung im Jahr 724 in einer einzigartigen Verbindung von Religion, Wissenschaft, Kunst und Machtpolitik im Frühmittelalter zu europäischer Bedeutung auf. 
Bild: Thronender Christus, Petershausener Sakramentar, um 980 im Skriptorium der Reichenau hergestellt.


Auch das noch...

Orthodoxe Kirche: Diakoninnen-Weihe in Simbabwe sorgt für Aufsehen

Im afrikanischen Simbabwe wurde am 2. Mai (orthodoxer Gründonnerstag) Angelic Molen zur Diakonin geweiht. Die Weihe in der orthodoxen Kathedrale der Hauptstadt Harare nahm der orthodoxe Bischof von Zimbabwe, Metropolitan Serafim (Kykotis), vor. Metropolit Serafim sagte, die neue Diakonin werde sowohl liturgische als auch pastorale Aufgaben übernehmen; je nach den spezifischen Bedürfnissen der einzelnen Pfarrgemeinden. - Die Weihe sorgte international in der orthodoxen Kirche und darüber hinaus für Aufsehen.
Der Wiener Ostkirchen-Experte Prof. Thomas Nemeth zeigte sich in einer ersten Reaktion gegenüber dem "Pro Oriente"-Informationsdienst optimistisch, dass die Weihe Signalwirkung haben könnte. 
 

Vatikan schreitet ein: Online-Verbot für spanischen Priester

Wegen wiederholter Entgleisungen im Internet muss ein spanischer Priester seine gesamten Medienaktivitäten bis auf Weiteres einstellen. Er tue dies nicht freiwillig, sondern auf direkte Anordnung seines Erzbischofs, teilte der betroffene Geistliche Francisco Delgado auf der Online-Plattform X mit. Delgado lebt im US-Bundesstaat Virginia, gehört aber kirchenrechtlich der Erzdiözese Toledo in Zentralspanien an.
In den vergangenen Monaten hatte der konservativ-traditionalistische Kirchenmann mit mehreren Beiträgen in den sozialen Netzwerken für Schlagzeilen und Empörung gesorgt. Besondere Aufmerksamkeit erregte ein Youtube-Video vom Februar, in dem er gemeinsam mit anderen Priestern bekannte, regelmäßig für einen baldigen Tod des reformfreudigen Papstes Franziskus zu beten.

Türkei: Antike Chora-Kirche in Istanbul nun Moschee

Nach der Haghia Sophia dient künftig eine weitere historische byzantinische Kirche in Istanbul als Moschee. Präsident Recep Tayyib Erdogan übergab am Montag im Rahmen einer Zeremonie in Ankara die für ihre Fresken weltberühmte Kirche Sankt Salvator in Chora ihrer Bestimmung, wie das Portal „Orthodox Times" unter Berufung auf türkische Medien berichtet.
Die künftige "Moschee von Kariye" wurde zuvor 79 Jahre lang als Museum genutzt. Laut früheren Berichten sollte die Umwidmung bereits Ende Februar erfolgen; dies wurde später von der zuständigen Behörde dementiert. Die Fresken sollten den Berichten zufolge nicht übermalt, sondern mit eigens angefertigten roten Teppichen bedeckt werden. Die Kirche im Nordosten des antiken Stadtzentrums von Konstantinopel, heute Istanbul, gilt als eine der wichtigsten Beispiele byzantinischer Sakralarchitektur weltweit.
 

Ugandas Kirche ruft wegen Gaza-Krieg Messwein-Notstand aus

Ungeahnte Folge des Gaza-Kriegs: Ugandas katholischen Priestern könnte bald der Messwein ausgehen. In einem Schreiben an alle Diözesen des ostafrikanischen Landes appellieren Importeure an Geistliche, den Wein in den kommenden Wochen zu rationieren, wie örtliche Medien berichten. 
Den Berichten zufolge ist der Engpass eine Folge des Nahost-Konflikts. Für seine Gottesdienste importiert Ugandas Kirche demnach Wein aus Spanien. Ein Schiff, das bereits Anfang April über das Mittelmeer und das Rote Meer erwartet wurde, müsse nun die sicherere Route über den Atlantik und den Indischen Ozean nehmen. Damit gelange der Wein über den Hafen in Kenia frühestens Ende Mai nach Uganda.

Hilfswerk MIVA startet Spendenaktion für Fahrradprojekte

Zu mehr Mobilität von Entwicklungs- und Missionsprojekten in Armutsregionen weltweit verhilft die kirchliche Missions-Verkehrs-Arbeitsgemeinschaft (MIVA), die im Mai mit einer traditionellen Kampagne um Spenden bittet. Besonders geworben wird um Hilfe für den Ankauf von Fahrrädern. Diese machten in vielen Teilen der Welt einen großen Unterschied, zumal sie besonders umweltfreundlich, kostengünstig und vielfältig einsetzbar sind, so die 75-jährige Erfahrung des Hilfswerks mit Sitz in Stadl-Paura (OÖ). In einer Aussendung vom Mittwoch wird ganz konkret geschildert, wie. 

Unterstützt wird beispielsweise in Tansania die kirchliche Berufsschule in Biharamulo, Diözese Rulenge-Ngara. Die Schule hat ein höchst erfolgreiches Geschäftsmodell zum Plastikrecycling entwickelt, wobei mittels einer Maschine aus Plastikabfällen Fliesen, Becher, Teller und Schüsseln hergestellt werden. Mehrere Arbeitsplätze würden dadurch gesichert, hieß es, und jüngst sei eine größere Maschine angeschafft worden. Um die Plastikabfälle in einem größeren Einzugsgebiet sammeln und nach Biharamulo bringen zu können, stattete die MIVA sieben umliegende Gemeinden mit Lastenfahrrädern aus, die in der Region produziert werden.