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die neue Kirchenzeitung

4. Juli 2021 

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Mit und ohne Emotion

Die Nachricht, dass es heuer in 6 von 9 österreichischen Diözesen keine Priesterweihe gibt, ist in der Kirche des Landes emotionslos zur Kenntnis genommen worden.
Von den Oberen, die für die Zukunft ihrer Kirche verantwortlich sind.
Und von der Basis, die es aufgegeben hat, nach Reformen zu rufen.
Emotion zeigte hingegen die Fokolar-Bewegung in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein. Sie hat neuerdings eine Kontaktstelle für geistlichen Missbrauch und Machtmissbrauch ins Leben gerufen. 

 Ihr ist bewusst, dass es auch in ihrer Bewegung spirituelle Grenzüberschreitungen gab und Menschen im Kontakt mit Mitgliedern der Gemeinschaft verschiedene Formen von geistlichem und Machtmissbrauch erlebt haben.
Das könnte Vorbild für andere kirchliche Organisationen sein – etwa für die Legio Mariae, die viele Jahre von Hans Hermann Groer geleitet wurde.
Die Missbrauchsvorwürfe gegen den Wiener Kardinal haben bekanntlich einen weltweiten Dammbruch im traditionellen Vertuschen eingeleitet.
Die Legio hat bis heute keinen Aufarbeitungs-Prozess gestartet. Sie sollte Maria aus ihrem Namen eliminieren.                              P. Udo 

Papst lobt den von Konservativen gehassten US-Jesuiten Martin 

Papst Franziskus hat den US-Jesuiten James Martin ermutigt, mit seinem seelsorgerischen Engagement für Homo-, Bi-, und Transsexuelle (LGBT) fortzufahren. Gott nähere sich all seinen Kindern mit Liebe, schrieb das Kirchenoberhaupt in einem Brief, den Martin am 27. Juni via Twitter veröffentlichte.
In dem handschriftlich verfassten Text dankt Franziskus dem Ordensmann für seine Nähe zu den Menschen, mit der er versuche, den „Stil Gottes" nachzuahmen. Charakteristisch für diesen Stil seien „Nähe, Mitgefühl und Sensibilität". Martin möge genau so weitermachen.
Hintergrund des Schreibens ist ein von Martin organisiertes Webinar zu LGBT-Themen, das am Wochenende stattfand. Der Theologe ist wegen seines offenen Einsatzes für Anliegen der LGBT-Bewegung innerkirchlich umstritten.
Sein 2017 erschienenes Buch „Building a Bridge: How the Catholic Church and the LGBT Community Can Enter Into a Relationship of Respect, Compassion, and Sensitivity" trug ihm eine Reihe öffentlicher Anfeindungen ein. Er wurde zum Feindbild der US-Konservativen. 2018 sprach er beim Weltfamilientreffen in Dublin, ein Jahr später empfing der Papst ihn zu einer persönlichen Audienz.

Kirche und LGBTQ: Regisseur Scorsese macht US-Jesuiten zum Vorbild

James Martins Buch „Building a Bridge“ hat der Starregisseur Martin Scorsese verfilmt, der Mitte Juni Premiere beim „Tribeca Film Festival" in New York feierte.
Er sei schockiert gewesen über „die Distanziertheit der katholischen Kirche" nach dem Anschlag auf den „Pulse"-Nachtclub in Orlando 2016, der mit 49 Toten die größte Schießattacke gegen Schwule, Lesben und Transgender in der US-Geschichte war,  erinnert sich der Jesuit Martin in dem Film.
Gerade mal eine Handvoll Bischöfe hätten überhaupt reagiert, sagt Martin, der 2017 einen Bestseller mit demselben Titel veröffentlichte. Diese „laue Reaktion" habe ihm zu denken gegeben. Für den Chefredakteur der Jesuiten-Zeitschrift „America" ist der „Pulse"-Anschlag ein Schlüsselerlebnis. „Diese Menschen sind selbst im Tod für die Kirche unsichtbar."
Scorsese wollte einst selbst Priester werden
Die Scorsese-Doku verleiht dem Thema „Kirche und LGBTQs" zusätzliche Beachtung. Die Ikone des zeitgenössischen US-Films erfuhr von dem Projekt der jungen Regisseure Evan Mascagni und Shannon Post und erklärte sich bereit zu helfen. Für Scorsese ist das Verhältnis zur Kirche selbst ein Lebensthema. Der Katholik, der einst Priester werden wollte, löste 1983 mit dem Film „Die letzte Versuchung Christi" Proteststürme unter Gläubigen aus.
Auch mit „Building a Bridge" provoziert der Regisseur die mehrheitlich konservative US-Kirche. Der Tenor entspricht nicht der offiziellen Lehre, die gepredigt wird und womöglich der Grund für die von Martin beklagte Indifferenz der Bischöfe nach dem „Pulse"-Massaker ist.
„Kirche muss Betroffenen die Hand reichen“
In dem Film wird der 60-jährige Priester Martin als jemand vorgestellt, der Respekt für Menschen zeigt, die sich als „queer" bezeichnen. Er kennt aus vielen persönlichen Begegnungen die oft verzweifelte Lebensrealität der Angehörigen sexueller Minderheiten. Er sieht die Aufgabe der Kirche darin, den Betroffenen die Hand zu reichen. „Wie Jesus es von uns verlangt, mit Liebe und Barmherzigkeit."
In der zweiten Auflage seines Buches revidierte er seine These, dass beide - LGBTQs und die Kirche - aufeinander zugehen sollten. Das war von vielen Schwulen und Lesben kritisiert worden. Jetzt zeigt sich der Jesuit überzeugt, dass die Kirche eine größere Strecke auf dem Weg zur Annäherung zurücklegen muss. Denn sie habe Anteil daran, dass LGBTQs an den Rand gedrückt werden.
Papst: „Sie sind ein Priester für alle. Ich bete für Sie, dass Sie diesen Weg fortsetzen."
Bestärkt fühlt er sich durch den Respekt, den ihm Papst Franziskus für seine Arbeit entgegenbringt, gerade erst wieder zur Filmpremiere. Der Papst dankte Martin in einer persönlichen, handgeschriebenen Botschaft für sein Engagement. Dazu gehört auch ein Webinar, das sich an die Minderheit richtete und an dem mehr als 1.000 Menschen teilnahmen. 
Ohne die katholische LGBTQ-Gemeinschaft namentlich zu erwähnen, lobt Franziskus den unter US-Bischöfen umstrittenen Jesuiten für seinen „pastoralen Eifer". "Sie sind ein Priester für alle. Ich bete für Sie, dass Sie diesen Weg fortsetzen."
Bereits 2017 hatte ihn Franziskus wegen seines Einsatzes für LGBTQ-Katholiken zum Berater im Vatikan berufen. Auch einige US-Bischöfe zeigen sich offen für Martins Ziel, die Kirche stärker für Schwule und Lesben zu öffnen. Zu diesen Befürwortern gehört etwa der Bischof von Lexington in Kentucky, John Stowe. Dagegen hält der texanische Bischof Joseph E. Strickland die Seelsorger in seiner Diözese dazu an, Angehörige sexueller Minderheiten, die nicht keusch leben, als Sünder zu behandeln.
Ohne Namen zu nennen, geht Martin mit seinen Kritikern ins Gericht. Einige seien schlicht „homophob und einfach nur gemein". Mit Theologie habe das wenig zu tun. „Es ist wie Mobbing auf dem Schulhof." Die Sprache in der Kirche in Bezug auf transsexuelle Menschen sei wirklich „schrecklich."
 

US-Bischöfe: Keine nationale Richtlinie zu Kommunionverweigerung

Nach der Kontroverse um ein Lehrschreiben zur „Eucharistie-Würdigkeit" innerhalb der katholischen Kirche der USA gibt es offenbar Bemühungen zu einer Deeskalation der Debatte über den Kommunionempfang von US-Präsident Joe Biden.
Es werde keine „nationale Richtlinie zur Verweigerung der Kommunion für Politiker" geben, heißt es in einem von der US-Bischofskonferenz veröffentlichten Dokument mit Fragen und Antworten zu dem Thema, aus dem US-Medien am Wochenende zitierten. Das Schreiben ist auf den 21. Juni datiert.
Die Frage, ob Einzelpersonen oder Gruppen die Heilige Kommunion verweigert werden solle oder nicht, habe „nicht auf dem Stimmzettel" gestanden, heißt es darin. Bei ihrer virtuellen Frühjahrstagung hatten die US-Bischöfe dem Auftrag zu einer Ausarbeitung des kontroversen Lehrschreibens mit einer fast Drei-Viertel-Mehrheit zugestimmt. Das Dokument soll ein Kapitel zur „Eucharistie-Würdigkeit" von Personen mit bestimmten Haltungen oder Verhaltensweisen enthalten.
Das Lehrschreiben solle „weder disziplinarisch" sein, noch richte es sich an eine einzelne Person oder Gruppen von Personen, erklärten die Bischöfe nun. Es gehe nicht darum, Politikern den Empfang der Heiligen Kommunion zu verbieten. Anlass für die Ausarbeitung sei vielmehr die große Sorge der Bischöfe um das Verständnis der Eucharistie unter den katholischen Gläubigen.
Absicht des Lehrschreibens sei es, „ein klares Verständnis der Lehre der Kirche zu vermitteln, um das Bewusstsein der Gläubigen dafür zu schärfen, wie die Eucharistie unser Leben verwandeln kann". Jeder Katholik - unabhängig davon, ob er ein öffentliches Amt bekleide oder nicht -  sei „zu ständiger Bekehrung aufgerufen". Die Bischöfe verweisen auf die Verpflichtung aller Katholiken, „das menschliche Leben, die Menschenwürde und andere grundlegende Prinzipien der katholischen Moral- und Soziallehre zu unterstützen".
In der öffentlichen Wahrnehmung geht es in der Debatte darum, US-Präsident Biden, dem zweiten Katholiken im Präsidentenamt, und der Sprecherin des Kongresses, Nancy Pelosi, ebenfalls praktizierende Katholikin, wegen ihrer Haltung zur Abtreibung die Eucharistie zu verweigern.
Bischof Shawn McKnight von Jefferson City, der sich gegen die Verabschiedung des Dokuments gestellt hatte, sagte der „Washington Post", das nun veröffentlichte Dokument mit Fragen und Antworten sei ein gutes Zeichen. Die „Nadel hat sich ein wenig verschoben", sagte er - weg von einem Dokument, das auf eine nationale Politik und Einschränkungen abziele.

Tornado: Bischof von Brünn besuchte Katastrophenregion

Schockiert über die Verwüstungen, die der Tornado am Donnerstag, 24. Juni,  in der tschechisch-österreichischen Grenzregion angerichtet hatte, zeigte sich der Brünner Bischof Vojtech Cikrle. 
Nach einem Besuch in den am stärksten von dem Unwetter betroffenen Gemeinden Hrusky und Moravska Nova ves, die im Gebiet seiner Diözese liegen, hatte die Kirche zu Spenden aufgerufen. Auch aus Österreich haben u.a. Caritas und Diakonie Hilfsaktionen gestartet. Bischof Cirkle überbrachte im Rahmen seines Besuches Geld- und Sachspenden - unter anderem Trinkwasser, um das ihn der örtliche Pfarrer gebeten hatte. Aktiv an den Aufräumarbeiten beteiligen sich auch Priester, die in der Region ihren Urlaub verbracht haben. 
Indes wurde bekannt, dass der ungarische Staat im Rahmen der Hilfsaktion „Ungarn hilft" insgesamt zehn Millionen Forint (etwa 28.500 Euro) für den Wiederaufbau des eingestürzten Kirchturms der Bartholomäuskirche in Hrusky zur Verfügung stellt. 
Der Tornado hatte am Donnerstagabend sieben Dörfer in Südmähren verwüstet. Dabei wurden nach aktuellen Behördenangaben mindestens fünf Menschen getötet und rund 200 verletzt. Regierungschef Andrej Babis sprach von einer „Apokalypse", wie er sie nie zuvor gesehen habe.
Am Sonntag, 27. Juni, hat Papst Franziskus beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz für die Tornado-Opfer gebetet.
 

Libanon: Dankbarkeit und Hoffnung nach Vatikan-Gipfeltreffen

Mit großer Dankbarkeit und Hoffnung haben Vertreter der einheimischen libanesischen Christen den Libanon-Gipfel im Vatikan verfolgt und kommentiert. Papst Franziskus und seine Gäste - Patriarchen und Bischöfe verschiedenster im Libanon beheimateter Kirchen - hatten den eintägigen Libanon-Kirchengipfel Donnerstagmorgen (1. Juni)  mit einem gemeinsamen Gebet im Petersdom begonnen. Danach fanden mehrere Beratungsrunden der Kirchenführer statt. Am Abend beschloss ein gemeinsames ökumenisches Gebet das Treffen. Der Pro Oriente-Informationsdienst fasste am Freitag einige libanesische Stimmen zusammen.
Der maronitische Patriarch Kardinal Bechara Boutos Rai bezeichnete den Gipfel als einen wichtigen Schritt, um dem Libanon aus der Krise zu helfen. Der Libanon müsse wieder zu einem „Land des christlich-muslimischen Dialogs, einem Land der Demokratie, des Fortschritts und der Zivilisation werden", zitierte das in Jordanien ansässige Informationsportal „abouna" den Patriarchen.
Der syrisch-katholische Patriarch Ignatius Youssef III. Younan:  „Wir als geistliche Führung sind aufgerufen, uns an unsere Mitglieder - insbesondere die Politiker unter ihnen - zu wenden, und sie an ihre Verantwortung gegenüber dem Libanon zu erinnern"
Der griechisch-orthodoxe Patriarch von Antiochien Johannes X. Yazigi sprach in einer Stellungnahme von einer starken Ermutigung, um weiterhin für den Libanon bzw. dessen Bevölkerung zu arbeiten.
Ökumenischer Kirchenrat: Historischer Tag
Der ökumenische Kirchenrat des Nahen Ostens (MECC) hatte noch unmittelbar vor dem Treffen dazu aufgerufen, sich dem Gebet des Papstes und der Kirchenoberhäupter anzuschließen.
Der Kirchenrat appellierte „an diesem historischen Tag" an die gesamte Welt, den Libanon nicht im Stich zu lassen. Die internationale Staatengemeinschaft müsse ihre Versprechen wahr machen und sich für einen freien und souveränen Libanon einsetzen, in dem die Menschenwürde geachtet werde. Die Internationale Gemeinschaft wird zudem vom Kirchenrat aufgefordert, den Libanon dabei zu unterstützen, die Folgen der verheerenden Explosionskatastrophe im Hafen von Beirut im August 2020 zu beheben.
Extreme Armut
Der Rektor des Heiligtums Unserer Lieben Frau vom Libanon in Harissa, Pater Khalil Awan, hoffte, dass die Gebetsinitiative im Vatikan für den Libanon auch international wahrgenommen wird. Gleichzeitig betonte er, dass die Christen und Christinnen sowie alle Menschen in seiner Heimat von der grassierenden Armut, von der politischen Sackgasse und dem Pandemie-Notstand erschöpft sind.
70 Prozent der Bevölkerung lebten heute im Libanon unterhalb der Armutsgrenze und es mangele an den grundlegenden Dingen des Lebens, so Pater Awan.
Papstbotschaft an Frauen und Jugend
Beim abschließenden ökumenischen Abendgebet im Petersdom forderte Papst Franziskus, dass der Libanon ein Friedensprojekt bleiben müsse. Der Libanon sei „eine universale Botschaft des Friedens und der Geschwisterlichkeit, die aus dem Nahen Osten aufsteigt", sagte Franziskus. Er bekräftigte zudem den Wunsch, bald den Libanon zu besuchen.
Besonders hob der Papst auch die Rolle der Frauen hervor. „Die Frauen sind Lebens- und Hoffnungsspenderinnen für alle; sie mögen respektiert, wertgeschätzt und in die Entscheidungsprozesse für den Libanon eingebunden werden."
Zum Ende des Gebets wurden von Jugendlichen Friedenslichter an den Papst und die Kirchenführer überreicht. Papst Franziskus sagte dazu: „Einige junge Menschen haben uns gerade brennende Lampen überreicht. Gerade sie, die jungen Menschen, sind Lampen, die in diesen dunklen Stunden brennen. Auf ihren Gesichtern glänzt die Hoffnung der Zukunft. Sie mögen Gehör und Aufmerksamkeit finden; denn von ihnen geht der Neuanfang des Landes aus."
Kirchenführer des Libanon vereint
An dem Gipfel im Vatikan nahmen unter anderem der Patriarch der Melkitischen Griechisch-katholischen Kirche, Joseph Absi, der maronitische Patriarch Kardinal Bechara Boutros Rai und der Patriarch der Syrisch-katholischen Kirche von Antiochien, Ignatius Youssef III. Younan, teil, weiter der armenische apostolische Katholikos Aram I., der syrisch-orthodoxe Patriarch Ignatius Aphrem II., der griechisch-orthodoxe Patriarch von Antiochien Johannes X. Yazigi sowie Joseph Kassabhas, Präsident des Obersten Rates der evangelischen Gemeinschaft in Syrien und im Libanon. Auch der chaldäische Bischof, Michel Kassarji, sowie der Apostolische Vikar von Beirut, Cesar Essayan, waren in den Vatikan gereist. Von katholischer Seite waren auch der Päpstliche Nuntius im Libanon, Erzbischof Joseph Spiteri, und Kardinal Leonardo Sandri, Präfekt der Kongregation für die Orientalischen Kirchen, mit dabei.
 

Wieder Gräberfunde in Kanada: Indigene hoffen auf Entschuldigung

Erneut sind in Kanada nahe einem früheren kirchlichen Umerziehungsheim 182 unmarkierte Gräber von mutmaßlich Indigenen entdeckt worden. Das berichtet der Nachrichtensender CBC unter Berufung auf das indigene Volk der Lower Kootenay. Der Fund nahe der St. Eugene's Mission School bei Cranbrook in British Columbia sei durch Bodenradar möglich geworden. Es handelt sich bereits um den dritten Fund dieser Art binnen weniger Wochen. Mit weiteren Entdeckungen ist angesichts verstärkter gezielter Suchen zu rechnen.
Unterdessen brannte Mittwochnacht (Ortszeit) auch eine weitere katholische Kirche, die St. Kateri Tekakwitha Church rund 65 Kilometer von Halifax. Ein Polizeisprecher nannte den Brand laut CBC „verdächtig"; es entstand aber nur leichter Sachschaden.
Am Dienstag (Ortszeit) hatte die Kanadische Bischofskonferenz mitgeteilt, dass eine Gruppe indigener Vertreter aus Kanada Mitte Dezember (17. und 20. Dezember) mit Papst Franziskus im Vatikan zusammentreffen soll. Es gehe darum, „Dialog und Heilung" zu fördern, hieß es.
Hintergrund könnte laut Beobachtern auch ein künftiger Besuch des Papstes in Kanada sein, um sich förmlich bei den Ureinwohnern für Verbrechen früherer Jahrzehnte zu entschuldigen. Vertreter der Indigenen äußerten Hoffnung auf eine Entschuldigung des Papstes.
In den vergangenen Wochen hatten bereits mehrere Gräberfunde in Kanada für Aufsehen und Empörung gesorgt.
Zwischen den 1830er-Jahren und 1998 waren schätzungsweise rund 150.000 indigene Kinder - oft zwangsweise - in kanadischen Umerziehungsheimen untergebracht. Etliche dieser 139 Heime wurden von der Kirche betrieben. Dort sollten die Kinder im Auftrag des Staates an die „christliche Zivilisation" herangeführt werden. Oft durften sie ihre Muttersprache nicht sprechen; viele von ihnen wurden misshandelt oder missbraucht.
Historiker fordert von Papst Entschuldigung
Auch der Historiker Manuel Menrath fordert eine Geste von Papst Franziskus: „Derzeit brennen katholische Kirchen in Reservaten, oder es wird zu Brandstiftung aufgerufen, weil sich die Menschen, besonders indigene Katholiken, von Rom im Stich gelassen fühlen", sagte Menrath der deutschen Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). „Eine Entschuldigung des Papstes mag zwar aus kirchenpolitischer Sicht nicht einfach zu legitimieren sein; aber für das indigene Verständnis wäre dieser Schritt enorm wichtig."
„Die aktuellen schrecklichen Funde sind nicht einfach historisch", betonte Menrath. "Wohl fast jede indigene Familie in Kanada hat ein Kind in einer solchen Zwangsumerziehungsanstalt verloren, von dem sie nicht weiß, wo es bestattet liegt." Heute lebten noch etwa 70.000 sogenannte Survivors, also Indigene, die als Kinder in den „Residential Schools" waren. „Sie sind nun alt und möchten wissen, was mit ihren Geschwistern oder Cousins und Cousinen geschehen ist."

 

Mehr Spenden für Hilfswerk „Kirche in Not" trotz Corona-Krise

Das internationale katholische Hilfswerk „Kirche in Not" (Aid to the Church in Need - ACN) hat trotz der Corona-Krise im vergangenen Jahr deutlich mehr Spendeneinnahmen verzeichnet als zuvor. 

Im Geschäftsjahr 2020 hat die Päpstliche Stiftung Spenden in Höhe von 122,7 Millionen Euro für notleidende und bedrängte Christen erhalten. Im Vergleich zu 2019 bedeutet das ein Plus von 16,4 Millionen Euro oder 15,4 Prozent. Das Hilfswerk mit Sitz im deutschen Königsstein hat Nationalbüros in 23 Ländern. Auch beim österreichischen Zweig von „Kirche in Not" gab es im Vorjahr einen deutlichen Spendenzuwachs auf 3,2 Millionen Euro (2019: 2,7 Mio.).

4.758 Projekte in 138 Ländern

Weltweit unterstütze „Kirche in Not"/ACN laut der Jahresbilanz 2020 4.758 Einzelprojekte in 138 Ländern mit einem Gesamtvolumen von 102,1 Millionen Euro. 20,6 Millionen Euro hätten aufgrund von Verzögerungen wegen der Corona-Krise erst im ersten Halbjahr 2021 ausbezahlt werden können, teilten die Verantwortlichen mit.

Das Hilfswerk finanziert nach eigenen Angaben seine Projektunterstützungen ausschließlich durch private Spenden. Die Mittel fließen unter anderem in die Ausbildung von Priestern und den Bau oder die Sanierung von Kirchen, Pfarrhäusern, Klöstern, Priesterseminaren und Gemeindezentren. Exakt 744 Gebäude, darunter die maronitische Kathedrale St. Elias im syrischen Aleppo, seien im vergangenen Jahr mithilfe von „Kirche in Not" neu gebaut, renoviert oder nach Zerstörungen infolge von Krieg und Terror wieder instandgesetzt worden. 

Unterstützung für Ordensfrauen 

2020 wurden aber auch rund 400 Corona-Hilfsprojekte mit einem Umfang von über 6,2 Millionen Euro gefördert. Ordensleute und Priester hätten sich so mit Schutzausrüstungen für ihren Dienst ausstatten, ihre pastorale Arbeit fortsetzen und finanzielle Engpässe aufgrund der Pandemie ausgleichen können, erklärte das Hilfswerk. Im Fokus standen auch Existenz- und Ausbildungshilfen für tausende Ordensfrauen in vielen Regionen der Welt, deren Einnahmequellen die Corona-Krise zum Versiegen gebracht hat.

Sorge um Christen in Sahelregion

Rund ein Drittel (32,6 Prozent) der gesamten Projekthilfen floss 2020 nach Afrika. „Besonders die Länder der Sahelregion machen uns große Sorge. Dort breitet sich der Terror immer weiter aus. Die Pandemie hat die Lage der geflüchteten und vertriebenen Menschen noch verschärft. Vielfach ist die Kirche die einzige Institution, die jetzt noch bei den Menschen ist", erklärte Präsident Heine-Geldern.

Für zusätzliche Probleme sorgte die Corona-Krise auch in Nahost-Ländern wie Syrien oder Irak. Viele Wiederaufbauprojekte für die Christen vor Ort hätten vorerst pausieren müssen, da wegen der Pandemie-Auswirkungen nicht genügend Baustoffe geliefert werden konnten, berichtete das Hilfswerk. 

Libanon, Indien und Pakistan

Dennoch bleibt die Region ein Schwerpunkt von „Kirche in Not". So wurde nach der Explosion im Hafen der libanesischen Hauptstadt Beirut am 4. August 2020 ein Nothilfeprogramm für das Land mit der größten christlichen Gemeinschaft im Nahen Osten gestartet. Weitere Hilfen zielten auf den Wiederaufbau des christlichen Viertels in Beirut, das besonders schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde. Insgesamt betrug die „Kirche in Not"-Hilfe für den Libanon 2020 knapp vier Millionen Euro.

Ein weiterer Förderschwerpunkt waren der Mittlere und der Ferne Osten, wo 18 Prozent der Projektgelder eingesetzt wurden. Die meisten Hilfsgelder gingen mit rund 5,4 Millionen Euro nach Indien. In Pakistan unterstützte „Kirche in Not" die Verteilung von Hilfsgütern an Christen, die wegen der Corona-Krise ihre Lebensgrundlage verloren hatten.

Foto: Junge irakische Christin bedankt sich © Kirche in Not 

St. Pölten: Schulamtsleiter geht in Karenz, 6 Ressortleiter ernannt

Der bisherige Schulamtsleiter der Diözese St. Pölten, Josef Kirchner,  hat in einem Rundschreiben bekannt gegeben, dass er auch seinen Dienst als Fachinspektor zurücklegt und als Religionslehrer und Bundesangestellter in unbezahlte Karenz tritt. Er möchte sich ab September in der Krankenhausseelsorge Zwettl/Gmünd im Ausmaß einer Teilzeitbeschäftigung einsetzen.
 
Die St. Pöltner Diözesanleitung hat nach der Abberufung des bisherigen Pastoralamtsleiters Wimmer und dessen Geistlichen Assistenten die Namen der sechs Personen bekannt gegeben, die die neugeschaffenen Ressorts leiten sollen:
·         Markus Mucha übernimmt Ressort Pfarre und Regionen
Mag. Markus Mucha studierte römisch-katholische Fachtheologie und ist ausgebildeter Pastoralassistent. Seit 2013 leitete Markus Mucha den Bereich Familie der pastoralen Dienste. Zuvor war er unter anderem als Pastoralassistent in Pfarren und Pfarrverbänden tätig. Ehrenamtlich ist Mucha in der Ehebegleitung, der Familienpastoral und der Gemeindeentwicklung im Vikariat Nord der Erzdiözese Wien tätig.
·         Axel Isenbart übernimmt Ressort Seelsorge in Lebenswelten
Dipl. Geol. Axel Isenbart war seit 2009 Leiter des Bereiches Gesellschaftliche Verantwortung, Generalsekretär der Katholischen Aktion sowie seit 2012 Umweltreferent der Diözese St. Pölten. Zuvor war Isenbart unter anderem in Missionseinsätzen der Gemeinschaft der Selipreisungen im In- und Ausland engagiert.
·         Ursula Hirsch übernimmt Ressort Evangelisierung: Kinder . Jugend . Familie
Ursula Hirsch, BSc studierte BWL an der Uni Wien und war bisher als Trainerin und Coach für Führungskräfte in der Privatwirtschaft tätig. Zuvor war sie unter anderem Leiterin der Dreikönigsaktion der Diözese St. Pölten. Sie engagierte sich ehrenamtlich unter anderem als Jugend- und Jungscharleiterin sowie in der Erstkommunionsvorbereitung. Aktuell ist sie als Kommunionspenderin, Lektorin und Kantorin in der Krankenhauskapelle des UKH Krems aktiv.
·         Gerald Danner übernimmt Ressort Erwachsenenbildung
Gerald Danner ist seit 2003 Geschäftsführer des katholischen Bildungswerkes und war seit 2012 Leiter des Bereiches Bildung der Pastoralen Dienste. Zusätzlich ist er in unterschiedlichen Rollen im Österreichischen Institut für Erwachsenenbildung, dem Ausbildungsinstitut ABI, dem Forum Erwachsenenbildung NÖ und der Sozialakademie tätig. Ehrenamtlich engagiert er sich in der Emmausgemeinschaft und der Pfarre Lilienfeld..
·         Brigitta Schnaubelt übernimmt Ressort Schule . Hochschule . Universität
Prof.in Mag.a Brigitta Schnaubelt war in den letzten Jahren im Diversitätsmanagement und als Landeskoordinatorin für Begabungs- und Begabtenförderung in der Bildungsdirektion tätig. Davor war Schnaubelt lange Jahre am BG/BRG Horn als AHS-Lehrerin für Psychologie und Religion und als Schulbibliothekarin engagiert. Sie engagierte sich ehrenamtlich in der Erstkommunions- und Firmbegleitung sowie als Pfarrgemeinderätin.
·         Barbara Taubinger übernimmt Ressort Kunst und Kultur
MMag.a Barbara Taubinger ist seit 2020 als Direktorin des MUSEUM AM DOM sowie als Diözesankonservatorin in der Diözese St. Pölten tätig. Sie war federführend für die Neuausrichtung und Neukonzipierung des bisherigen Diözesanmuseums verantwortlich. Taubinger studierte Geschichte und Kunstgeschichte mit den Schwerpunkten Mittelalter, kirchliche Baukunst und sakrale Ausstattung. 

Herzogenburger Propst im Vorstand des diözesanen Pressvereins

Gundula Walterskirchen bleibt weiterhin Obfrau des Pressvereins in der Diözese St. Pölten. Bei der jüngst abgehaltenen Generalversammlung in St. Pölten hätten die Mitglieder die Publizistin fast einstimmig wiedergewählt. Per Statut ist die Obfrau zugleich auch Herausgeberin der Niederösterreichischen Nachrichten (NÖN) sowie der Burgenländischen Volkszeitung (BVZ).
Eine Änderung gab es im Blick auf die Zusammensetzung des Vorstands des Pressvereins: Statt Walter Hagel (79), der 30 Jahre im Vorstand war, zog der Propst des Chorherrenstiftes Herzogenburg, Petrus Stockinger (38), ein. Die weiteren Vorstandsmitglieder - Angelika Beroun-Linhart, Helmut Haberfellner, Markus Mayer, Karl Neulinger, Pfarrer Franz Richter und Stefan Ströbitzer - wurden in ihrer Funktion bestätigt. Kraft seines Amtes gehört auch der Generalvikar der Diözese St. Pölten, Christoph Weiss, dem Vorstand an.
 

Fokolare eröffnen Kontaktstelle für geistlichen Missbrauch

Die Fokolar-Bewegung in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein hat neuerdings eine Kontaktstelle für geistlichen Missbrauch und Machtmissbrauch. Dazu wurde eine Homepage zum Thema „Prävention und Intervention gegen sexualisierte Gewalt sowie gegen geistlichen und Machtmissbrauch in der Fokolar-Bewegung" freigeschaltet, wie die katholisch geprägte religiöse Laienorganisation mitteilte. Dort fänden sich Kontaktdaten von Fachleuten mit unterschiedlichen Expertisen. Sie gehörten entweder nicht zur Fokolar-Bewegung oder hätten keine Leitungsfunktion in ihr; sie arbeiteten unabhängig und weisungsfrei.
Das Gesprächs- und Begleitungsangebot wurde mehr als 1 Jahr lang von einem Team aus Psychologen, Konfliktberaterinnen, Theologen und Sozialpädagoginnen entwickelt, wie es hieß. Das neue Angebot ergänze die Arbeit der Ansprechpersonen für sexualisierte Gewalt an Minderjährigen und schutzbedürftigen Erwachsenen.
Maria Magerl, Fokolar-Delegierte für Deutschland, Österreich und die Schweiz, sagte: „Uns ist bewusst, dass es auch in der Fokolar-Bewegung spirituelle Grenzüberschreitungen gab und Menschen im Kontakt mit Mitgliedern unserer Gemeinschaft verschiedene Formen von geistlichem und Machtmissbrauch erlebt haben. Mit diesem Angebot wollen wir eine Anlaufstelle bieten, einen Raum schaffen, in dem diese Erfahrungen ausgedrückt werden und das erlebte Leid Gehör findet." Zudem wolle man für dieses Thema sensibilisieren.
Weltweit haben die stark in der Ökumene engagierten Fokolare heute nach eigenen Angaben etwa zwei Millionen Zugehörige beziehungsweise 120.000 Mitglieder. An der Spitze der Fokolare steht laut Statut immer eine Frau. Seit 2021 ist dies die aus Haifa in Israel stammende Palästinenserin Margaret Karram.
 

Lockerung für Kirchen: Bei Taufen und Trauungen entfällt die Maskenpflicht, wenn „3G-Regel" für alle vereinbart wird

Mit 1. Juli kam es bei öffentlichen Gottesdiensten zu weiteren Erleichterungen bei den Corona-Schutzmaßnahmen. 
Galt zuletzt noch ein Mindestabstand von einem Meter, so entfällt dieser jetzt gänzlich. Statt der FFP2-Maske ist künftig ein Mund-Nasen-Schutz (MNS) in geschlossenen Kirchenräumen verpflichtend. 
Bei „religiöse Feiern aus einmaligem Anlass" - also Taufe, Erstkommunion, Firmung und Trauung - sind weiterhin ein Präventionskonzept und ein Präventionsbeauftragter verpflichtend vorzusehen.
Bei diesen besonderen Feierformen kann die Verpflichtung zum Tragen eines MNS entfallen, wenn stattdessen ein „3G-Nachweis" von allen erbracht wird. Die Initiative dafür muss von der feiernden Gemeinschaft ausgehen, wobei dann vom Vorsteher der Feier im Vorfeld die Entscheidung zu treffen ist. Gleichzeitig muss eine geeignete Vorgehensweise zur Kontrolle des Nachweises vereinbart sein und deren Einhaltung sichergestellt werden.
 

Katholische Aktion Österreich startet synodalen Prozess

Papst Franziskus hat die Ortskirchen und ihre Organisationen unter dem Motto „Für eine synodale Kirche: Gemeinschaft, Partizipation und Mission" zu einem synodalen Prozess eingeladen. Die Katholische Aktion Österreich (KAÖ) greift nun diese Einladung des Papstes auf und startet einen eigenen entsprechenden Prozess.
„Wir wollen diese Synodalität praktizieren im Blick auf die Aufgaben, die sich auch der Katholischen Aktion für die Sendung der Kirche in der Welt von heute stellen", so KAÖ-Präsident Leopold Wimmer in einer Aussendung.
Die Katholische Aktion wolle diesen synodalen Prozess aber nicht nur für sich selbst durchführen. „Wir laden auch andere Gruppierungen, Bewegungen, Organisationen, Diözesen und interessierte Einzelpersonen ein, sich daran zu beteiligen", betonte Wimmer.
In einem ersten Schritt sollen dazu Ideen gesammelt werden.
Zulehner-Institut eingebunden
Die Ergebnisse dieser ersten Ideensammlung sollen bis Ende Juli an die Arbeitsstelle für kirchliche Sozialforschung (pr.umfrage@univie.ac.at) gesendet werden. Dahinter verbirgt sich der Pastoraltheologe em. Prof. Paul Zulehner, der mit einer Projektgruppe die Redaktion der Eingaben übernommen hat. Zulehner ist auch Geistlicher Assistent der KAÖ.

Kurznachrichten

Papst Franziskus hat US-Außenminister Antony Blinken am 28. Juni  in Audienz empfangen. Blinken ist seit der Amtsübernahme von Präsident Joe Biden der erste hohe US-Regierungsvertreter, der im Vatikan zu Besuch war. Dem früheren Außenminister Mike Pompeo war bei dessen Besuch im Oktober keine private Unterredung mit dem Papst gewährt worden.

 

Papst Franziskus hat den irakischen Ministerpräsidenten Mustafa al-Kadhimi in Privataudienz empfangen. Gesprochen wurde über den Schutz und die historische Bedeutung der Christen im Irak. Betont worden sei dabei die Notwendigkeit, Christen die gleichen Rechte und Pflichten wie allen anderen Bürgern zuzusprechen. 

 

Schweiz. Der Rat des Lutherischen Weltbunds (LWB) hat erstmals eine Frau zur Generalsekretärin gewählt. Die Theologin Anne Burghardt  (45) ist als Estin zudem die erste Zentral- und Osteuropäerin in diesem Amt.

 

Polen. Papst Franziskus hat den vorzeitigen Rücktritt des Bischofs Zbigniew Kiernikowski (74) von Legnica (Liegnitz) angenommen. Zuvor hatte eine vatikanische Untersuchung Fehler im Umgang mit einem Fall sexuellen Kindesmissbrauchs durch einen Priester ergeben.

 

Syrien. Patriarch Ignatius Aphrem II., Oberhaupt der Syrisch-orthodoxen Kirche, hat an Papst Franziskus appelliert, sich für eine Aufhebung der westlichen Sanktionen gegen Syrien einzusetzen. 

 

Eritrea. Die Bischöfe des nordostafrikanischen Landes protestieren gegen die zunehmende Verstaatlichung und Schließung katholischer Schulen.

 

  

Mali. Vier der fünf seit 21. Juni  entführten katholischen Geiseln in Mali sind wieder auf freiem Fuß und nach Hause zurückgekehrt. Der fünfte Entführte, ein Pfarrer, bleibt spurlos verschwunden. 

Tschechien. Marek Navratil, landesweit bekannter Koordinator der Dreikönigsaktion in der tschechischen Erzdiözese Olmütz, hat für sein 25-jähriges Engagement im Bereich gemeinnütziger Institutionen den Preis der Olga-Havlova-Stiftung erhalten. 

 

Deutschland. Zur Kontrolle beschuldigter oder straffällig gewordener Kleriker hat die deutsche Erzdiözese Köln eine Kommission eingerichtet. 

Österreich 

  

Salzburg. Bei einer Priesterweihe im Salzburger Dom warnte Erzbischof Franz Lackner davor, das Priestertum zu „säkularisieren“. Dass das katholische Priesteramt mit dem Zölibat verbunden und Männern vorbehalten ist, sei biblisch gut begründet. 

 

Burgenland. Michael Wüger (51), Stadtpfarrer von Neusiedl und Weiden am See,  wird neuer Generalvikar in der Diözese Eisenstadt. Er folgt auf den im Mai verstorbenen Martin Korpitsch.

 

Oberösterreich. Die ersten fünf „Pionierpfarren" stehen fest. Im Herbst werden die Dekanate Braunau (mit 14 Pfarren), Eferding (mit 10 Pfarren), Linz-Nord (mit 7 Pfarren), Schärding (mit 12 Pfarren) und Weyer (mit 9 Pfarren) zu den ersten großen Pionierpfarren. 
In Hinkunft wird es in der Diözese Linz nur noch 40 Pfarren geben. 

Noch nie dagewesene Schau über Friedrich III. und Maximilian I. 

Das seit 2017 im Stift Admont bestehende Gotik-Museum mit seiner Dauerausstellung "Dem Himmel nahe" ist um einen Raum erweitert worden und beleuchtet zwei besondere Habsburger Persönlichkeiten: „Wir Friedrich III. & Maximilian I. - Ihre Welt und ihre Zeit" lautet der Titel der Sonderausstellung. Zu sehen ist „eine faszinierende Welt, die beide Kaiserpersönlichkeiten aus dem Hause Habsburg von der Wiege bis zur Bahre in ihrem Umfeld als Vater und Sohn erleben lässt", so Abt Gerhard Hafner in einer Ankündigung. 
Mehr als 200 Exponate von insgesamt 46 Leihgebern ermöglichen eine intensive Begegnung mit der Kunst und Kultur des Mittelalters im Übergang zur Frühen Neuzeit. Der Admonter Prior Maximilian Schiefermüller erklärte zur Schau über Kaiser Friedrich III. (1415-1493) und dessen Sohn Maximilian I. (1459-1519), sie „schlägt aus meiner Sicht alles bisher Dagewesene zu diesem Thema". Die beiden werden in einen größeren historischen Zusammenhang gestellt: Der Bogen spannt sich von der Erwerbung Tirols bis zum Aufstieg des Hauses Habsburg zur Großmacht. Die Kunst dieser Zeit repräsentieren Größen wie Albrecht Dürer, Max Reichlich, der namentlich nicht bekannte „Meister der Habsburger", Bernhard Strigel oder Bernard van Orley in Tafelbildern und Porträts, die ebenfalls besichtigt werden können.

Auch das noch...

Knapp 300 polnische Geistliche wegen Missbrauchs beschuldigt

Bei Diözesen und Männerorden der katholischen Kirche in Polen sind von Juli 2018 bis Ende 2020 insgesamt 368 Anzeigen wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen eingegangen.
Wie die Bischofskonferenz in Warschau mitteilte, wurden insgesamt 292 Priester und Ordensbrüder sexueller Gewalt gegen Minderjährige beschuldigt. Die Anzeigen betreffen demnach Taten aus den Jahren 1958 bis 2020, in 65 der 368 Meldungen geht es um Fälle aus den vergangenen drei Jahren (2018 bis 2020).
Insgesamt seien die mutmaßlichen Missbrauchsbetroffenen je zur Hälfte männlich und weiblich. Je 47 Prozent waren unter 15 Jahre bzw. 15 bis 17 Jahre alt; in den übrigen Fällen fehle eine Altersangabe. 48 Prozent der Anzeigen stammten den Angaben zufolge von den mutmaßlichen Opfern selbst, 19 Prozent hingegen von Geistlichen.
In bisher 39 Prozent der zwischen Juli 2018 und Ende 2020 eingetroffenen Anzeigen seien die Vorwürfe bestätigt worden, in 10 Prozent dagegen nicht. In den übrigen 51 Prozent dauere die Untersuchung an.
 

Caritas und Spar bauen Projekt gegen Arbeitslosigkeit weiter aus

In den Spar-Caritas-Märkten "Perspektive Handel" erhalten arbeitslose Personen mit Unterstützung des AMS eine praxisnahe Ausbildung sowie Hilfe bei der Jobsuche. 
Ein neuer Markt eröffnete Ende Juni in der Kremsmünsterer Straße beim Volksheim in Linz-Ebelsberg. Dort werden rund 30 Personen als „Transitarbeitskräfte" mit einem befristeten Dienstverhältnis von sechs Monaten beschäftigt und in dieser Zeit auch auf einen neuen Job vorbereitet, wie es in einer Aussendung der Caritas Oberösterreich. In Zeiten von Corona seien viele Menschen unerwartet in die Krise geschlittert, „speziell für jene, die es am Arbeitsmarkt schwer haben, bietet der Handel einen krisensicheren Job mit Zukunftsperspektive", so der oberösterreichische Caritasdirektor Franz Kehrer zum neuen Projekt. 
Insgesamt gibt es mit dem neuen Supermarkt in Ebelsberg nun neun Standorte der „Perspektive Handel" - in Oberösterreich vier, in Wien und Niederösterreich je zwei und in Kärnten einen Markt. 

16 Pastoralassistenten aus 8 Diözesen

16 Pastoralassistentinnen und Pastoralassistenten konnten am vergangenen Wochenende in St. Pölten den Abschluss ihrer zweijährigen Ausbildung feiern. Im Rahmen einer Abschlussfeier im St. Pöltner Bildungshaus St. Hippolyt wurden ihnen vom zuständigen Weihbischof Anton Leichtfried ihre Urkunden überreicht. Seit 2013 durchlaufen angehende Pastoralassistentinnen und Pastoralassistenten die zweijährige „Berufsbegleitende Pastorale Ausbildung" (BPAÖ) in St. Pölten. Die Absolventinnen und Absolventen stammten heuer aus acht Diözesen. 
 

Vatikan löst katholische Vereinigung in Italien auf

Der Vatikan hat in der süditalienischen Erzdiözese Catanzaro-Squillace ein Machtwort gesprochen: Aufgrund von Führungsmängeln und „fehlendem Charisma" löste er die 1979 gegründete Vereinigung „Movimento Apostolico" aus Catanzaro per Dekret auf, wie die Zeitung "Corriere della Calabria"berichtete. Die Entscheidung überbrachte demnach der zuständige Erzbischof Vincenzo Bertolone den Gläubigen vor Ort in einer außerordentlichen Versammlung.
Nach eigenen Angaben war die „Apostolische Bewegung" zuletzt in Italien, Deutschland, der Schweiz, im Kamerun sowie im Kongo aktiv.
 

Haddsch mit großen Einschränkungen

Die traditionellen Gemeinschaftsessen bei der muslimischen Wallfahrt nach Mekka im Juli werden heuer wegen Covid-19 untersagt. Statt der üblichen Zusammenkünfte in den großen Speisehallen sollen die Pilger die Mahlzeiten in ihren Hotel- und Zeltunterkünften einnehmen.
Im Juni hatte Saudi-Arabien bekanntgegeben, dass in diesem Jahr lediglich 60.000 Saudis bzw. in dem Königreich lebende muslimische Ausländer zur Wallfahrt zugelassen sind. 
Der Haddsch, die jährliche große Wallfahrt in die Geburtsstadt des Propheten Mohammed, ist eine der fünf Säulen des Islam. In diesem Jahr dauert die Wallfahrt vom 17. bis 22. Juli. Höhepunkt ist das Opferfest, Id al-Adha, das am 19. Juli beginnt. In den vergangenen Jahren kamen jeweils mehr als zwei Millionen Pilger nach Mekka. 

Herbert Kohlmaier skizziert in Buch „Die neue Kirche"

Als Mitgründer der „Laieninitiative" in der katholischen Kirche hat sich Herbert Kohlmaier schon vor der Jahrtausendwende für Anliegen  wie Mitsprache des Kirchenvolkes und ein neues Priesteramtsverständnis stark gemacht.
Nun legt der 86-jährige frühere ÖVP-Spitzenpolitiker und Volksanwalt in seinem Buch „Die neue Kirche" eine Vision vor, wie dem Bedeutungsschwund des Christentums in unseren Breiten Einhalt zu gebieten wäre. Kohlmaiers lapidare Grundthese: Es gelte den Ballast all dessen abzulegen, was die Kirche vom jesuanischen Anfang entfernte, und eine wahrhaft christliche „Gesinnung der Menschlichkeit" im Alltag zu leben.
Bei der Buchpräsentation betonte der Autor, er halte die katholische Kirche für „unentbehrlich", gleichzeitig stecke sie in einer „existenziellen Krise"; die Kirchenstrukturen stünden in hartem Kontrast zu den heute gewohnten demokratischen Mitbestimmungsmöglichkeiten, im Lauf der Kirchengeschichte erworbene „Schnörksel" in Organisation und auch Lehre bewirkten, dass vielen - und gerade der Jugend - der Glaube nicht mehr plausibel und lebensrelevant erscheine.
Die Kernbotschaft Jesu sei kirchlicherseits durch „Selbsterfundenes" verwässert worden, kritisierte Kohlmaier.
Es sei Zeit für ein eigenverantwortliches Christentum. Im „Zurück zum Ursprung"-Bemühen sei es durchaus legitim, beim gemeinsamen Brotbrechen auf „beamtetes Priestertum" zu verzichten oder Ungehorsam auch bei der Predigt durch Frauen in Kauf zu nehmen. Ziel müsse authentisches, lebendiges Christentum in überschaubaren Gemeinschaften sein, so Kohlmaier, und eine so verstandene „Kirche, die dem Wort Jesu folgt, würde gerade heute sehr gebraucht".
Das Buch „Die neue Kirche. Was Christen heute glauben" von Herbert Kohlmaier, mit einem Vorwort von Paul F. Röttig erschien im „Johannes Martinek Verlag" - geleitet vom gleichnamigen ehemaligen Präsidenten der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Verbände (AKV) - in der Reihe „plattform religio". Es umfasst 118 Seiten  und kostet 19 Euro + Versand. (Info: www.plattform-martinek.at)
Foto. Helmut Schüller, Obmann der Pfarrer-Initiative und Herbert Kohlmaier bei einer Vollversammlung von "Wir sind Kirche".