JA 

die neue Kirchenzeitung

 13. August 2023 

Lesungen:  1 Kön 19,9ab.11b-13; Röm 9,1-5. Evangelium: Mt 14,22-33.

Für den Osten

Auch in dieser Ausgabe lesen Sie von bewundernswerten Initiativen der Stiftung „Pro Oriente“ („Für den Osten“) im Irak und in Syrien.
1964 errichtet, zählt sie zu den bedeutendsten Gründungen des legendären Wiener Kardinals Franz König.
Sie fördert in einzigartiger Weise den Dialog zwischen der römisch-katholischen Kirche und den Ostkirchen durch Austauschprogramme, Forschungsprojekte, Tagungen, Symposien 


und Vorträge sowie durch die Herausgabe wissenschaftlicher Publikationen. Die Stiftung finanziert sich durch Spenden und öffentliche Subventionen.
Anstoß zur Gründung war das Zweite Vatikanische Konzil, das mit seinem Ökumenismus-Dekret zur Intensivierung des Dialog zwischen den Kirchen und Konfessionen aufgerufen hatte. 
In Wien ist die Idee auf fruchtbaren Boden gefallen und gedeiht weiterhin phantastisch. Danke!             P. Udo.

Weltjugendtag: Papst feiert mit 1,5 Mio. Jugendlichen Abschlussmesse 

Mit dem Aufruf „Fürchtet euch nicht!", hat Papst Franziskus seine zentrale Predigt beim Abschlussgottesdienst des Weltjugendtages beendet. Laut Veranstaltern und Sicherheitskräften nahmen rund 1,5 Mio. Jugendliche an dem Gottesdienst am Sonntagvormittag, 6. August,  im Tejo-Park in Lissabon teil. 700 Bischöfe und 10.000 Priester konzelebrierten. Aus Österreich nahmen rund 3.000 Jugendliche teil. Sie wurden u.a. von den Bischöfen Hermann Glettler, Josef Marketz, Wilhelm Krautwaschl und Stephan Turnovszky begleitet.
Wörtlich sagte der Papst in seiner Predigt im Tejo-Park von Lissabon: „Euch jungen Menschen, die ihr große Träume hegt, die aber oft von der Angst getrübt werden, sie nicht verwirklicht zu sehen; euch, die ihr manchmal denkt, dass ihr es nicht schafft; euch, jungen Menschen, die ihr in diesen Zeiten versucht seid, euch entmutigen zu lassen, euch für unzulänglich zu halten; euch, jungen Menschen, die ihr die Welt verändern wollt und für Gerechtigkeit und Frieden kämpft; euch, jungen Menschen, die ihr euch anstrengt und Fantasie aufbringt, aber den Eindruck habt, dass dies nicht genügt; euch, jungen Menschen, die die Kirche und die Welt brauchen wie die Erde den Regen; euch, jungen Menschen, die ihr die Gegenwart und die Zukunft seid; euch sagt Jesus: Fürchtet euch nicht!"
Papst dankt 25.000 Helfern des Weltjugendtags
Papst Franziskus hat zum Abschluss seines Besuches den rund 25.000 freiwilligen Helfern des Weltjugendtags in Lissabon für ihren Einsatz gedankt. Die überwiegend aus Portugal, Spanien und Frankreich stammenden jungen Menschen hatten in den vergangenen Tagen vor allem bei Großveranstaltungen mit dem Papst für einen weitgehend reibungslosen Ablauf gesorgt.
Der nächste Weltjugendtag…
findet 2027 in Südkoreas Hauptstadt Seoul statt.
Korea ist kein traditionell katholisches Land. In Südkorea verzeichnet die katholische Kirche aber seit 20 Jahren ein stetes Wachstum. Im Süden der geteilten Halbinsel stieg die Zahl der Katholiken bis Ende 2021 laut Vatikan-Angaben auf etwa 5,86 Millionen. Von den derzeit rund 52 Millionen Einwohnern Südkoreas ist also jeder neunte katholisch.
Foto: Vatican Media.

14 deutsche Diözesen ersetzen Kirchenzeitungen durch ein neues Magazin

Es ist das größte Kooperationsprojekt kirchlicher Medien in der jüngeren deutschen Geschichte: 14 katholische Verlage bringen ab Ostern 2024 ein neues Magazin heraus. 
Das Magazin soll alle zwei Wochen erscheinen und die bisherigen wöchentlichen Kirchenzeitungen in 14 Diözesen ersetzen. Damit wollen die Partner nach eigenen Angaben Kosten reduzieren und zugleich ihren derzeit rund 85.000 zahlenden Kunden weiter ein hochwertiges Produkt bieten. Die Auflage der Kirchenpresse in Deutschland sinkt seit Jahrzehnten.
Die Kooperation umfasst die Diözesen und Erzdiözesen Berlin, Dresden-Meißen, Erfurt, Fulda, Görlitz, Hamburg, Hildesheim, Limburg, Magdeburg, Mainz, München-Freising, Osnabrück, Paderborn und Würzburg. In Deutschland gibt es insgesamt 27 katholische Diözesen.
Vereinbart wurden demnach ein gemeinsamer Druck des Magazins im Heftformat in Paderborn, ein gemeinsames Redaktionssystem und eine gemeinsame Produktion der überregionalen Inhalte in einer Zentralredaktion in Osnabrück. Diese sollen mit gut 32 Seiten etwa die Hälfte des Gesamtumfangs ausmachen. Die Regionalredaktionen könnten ihre Kräfte dann auf lokale und regionale Inhalte konzentrieren, heißt es. Außerdem würden so Kapazitäten für mehr digitale Angebote frei. Auf einen einheitlichen Titel haben sich die Partner nicht verständigt. Die bisherigen Namen der diözesanen Kirchenzeitungen sollen weitgehend erhalten bleiben.
Die wöchentlich erscheinende Münchner Kirchenzeitung hat eine verkaufte Auflage von 12.700 Exemplaren.

Stiftung „Pro Oriente" startet mit Jugendworkshops in Syrien

Die ökumenischen Nahost-Jugendworkshops, die die Stiftung „Pro Oriente" seit 2022 gemeinsam mit der „We choose abundant life"-Gruppe durchführt, sind auch in diesem Sommer weitergeführt worden. Die jungen Menschen reflektieren dabei die politische, ökonomische, gesellschaftliche und kirchliche Situation in ihren Heimatländern und erarbeiten Zukunftsszenarien für Verbesserungen. Erstmals fand auch ein Workshop in Syrien statt. In Sadnaya bei Damaskus kamen 14 junge Männer und 13 junge Frauen zusammen, die sechs verschiedenen Kirchen angehörten: der Melkitischen, Griechisch-orthodoxen, Syrisch-katholischen, Syrisch-orthodoxen, Maronitischen und der Evangelischen Kirche.
Die besondere Situation in Syrien im Kontext von Krieg und Gewalt sowie nicht zuletzt die Lage nach dem Erdbeben vom Februar habe die Workshop-Verantwortlichen laut einem Bericht des „Pro Oriente"-Informationsdienstes bewogen, das Programm für Syrien zu adaptieren. So wurden auch Psychotherapeutinnen und eine Mediationstrainerin engagiert, die mit den jungen Menschen arbeiteten.
Projektverantwortliche Viola Raheb: „Alle jungen Leute haben den Krieg erlebt und überlebt. Alle haben Gewalt erlebt, viele haben ihre Städte oder Dörfer verteidigt oder halfen Verletzen und/oder intern Vertriebenen." Zu den vielen Herausforderungen, die die Jugendlichen beim Workshop benannt hätten, zählten u.a. die Auswirkungen der demografischen Verschiebungen in ihren Städten und Dörfern. "Viele Menschen sind nicht mehr da, geflüchtet, ausgewandert. Viele sind auch im Krieg gestorben", so Raheb. Heute sei das Leben junger Menschen in Syrien stark durch Armut und eine sehr hohe Inflation, fehlende Beschäftigungsmöglichkeiten und mangelnde Zukunftsaussichten insgesamt gekennzeichnet.
Raheb zeigte sich dankbar, „dass wir in Syrien den ersten Workshop durchführen konnten". Die Rückmeldungen der jungen Menschen, dass sie das erste Mal die Möglichkeit hatten, das Erlebte in Worte zu fassen und durch die professionelle und spirituelle Begleitung gestärkt zu werden, „lässt uns demütig erkennen, wie wenig es braucht, um die vom Krieg gebrochenen Menschen zu unterstützen und unseren christlichen Auftrag zu erfüllen", so Raheb. Die Workshops werden in den nächsten Monaten in Syrien fortgeführt.
Auch in Syrien fand ein "Weltjugendtag" statt
Da den christlichen Jugendlichen aus Syrien die Teilnahme am Weltjugendtag in Lissabon nicht möglich war, lud die Melkitische Griechisch-katholische Kirche kurzerhand vom 2. bis 5. August zum ersten innersyrischen Jugendtreffen. Das berichtete der „Pro Oriente"-Informationsdienst am Dienstag. Mehrere hundert Jugendliche waren demnach dazu nach Maarat Saidnaya bei Damaskus gekommen. Das Treffen stand wie auch der Weltjugendtag unter dem biblischen Motto „Maria stand auf und machte sich eilig auf den Weg". Begleitet wurden die Jugendlichen in diesen Tagen von zahlreichen Bischöfen, Priestern, Ordensfrauen und -männern.

Solidaritätsbesuch einer „Pro Oriente"-Delegation im Irak

Eine Delegation der Stiftung „Pro Oriente" besuchte dieser Tage den Nordirak. Die Abordnung nahm an den Feierlichkeiten zur Einweihung der neuen assyrischen Patriarchats-Kathedrale in Erbil teil, weiters am Gedenken an die Massaker an den assyrischen Christen vor 90 Jahren in Simele sowie an einem internationalen assyrischen Jugendtreffen. Herzliche Begegnungen gab es laut einer Aussendung des „Pro Oriente"-Informationsdienstes vom Donnerstag u.a. mit dem Patriarchen der Assyrischen Kirche des Ostens, Mar Awa III. 
Die Delegation, die vom Vorsitzenden der Salzburger „Pro Oriente"-Sektion, Prof. Dietmar Winkler, geleitet wurde, traf aber auch mit dem chaldäischen Patriarchen Kardinal Louis Raphael Sako zusammen, der sich derzeit massiven politischen Anfeindungen im Irak ausgesetzt sieht. Winkler versicherte Sako die Solidarität der Stiftung in den aktuell so schwierigen Zeiten. Der Patriarch hat vor wenigen Wochen seinen Amtssitz in Bagdad verlassen und führt seine Amtsgeschäfte seither von Erbil bzw. Ankawa aus. 
Die Delegation nahm am vergangenen Wochenende an der Inauguration und an der Weihe der neuen assyrischen Patriarchats-Kathedrale in Ankawa bei Erbil teil. Am (weltlichen) Festakt (Inauguration) nahm auch der Präsident der Autonomen Region Kurdistan, Nechirvan Barzani, teil. Barzani betonte den multiethnischen und multireligiösen Reichtum Kurdistans. Kurdistan sei ein sicheres Land für die Christen, so der Präsident. Ankawa, eine Vorstadt von Erbil, sei beispielsweise eine der größten christlichen Städte des Nahen Ostens.
Bei einem offiziellen Festakt in Erbil hob Prof. Winkler in seiner Rede die große Bedeutung der Assyrischen Kirche des Ostens für die gesamte Christenheit hervor. Er unterstrich ihr reiches spirituellen Erbes. 
Foto: Pro Oriente: Facebook / Catholicos-Patriarch-Mar-Awa-III

Israels Präsident Herzog besucht attackiertes Kloster in Haifa 

Nach mehreren Angriffen auf das Gelände hat Israels Präsident Isaac Herzog am Mittwoch das Kloster Stella Maris in Haifa besucht. Begleitet wurde er von mehreren Führern christlicher Konfessionen und Gemeinschaften im Heiligen Land sowie vom Generalinspekteur der israelischen Polizei, Yaakov Shabtai, wie das Präsidentenbüro in Jerusalem mitteilte. Herzog sagte demnach, er komme im Namen des gesamten Staates und des Volkes Israel, um „unser Engagement für den umfassenden Schutz der Religion und Religionsfreiheit im Staat Israel zu bekräftigen".
Herzog erinnerte an mehrere „schwerwiegende" Angriffe gegenüber den christlichen Konfessionen im Heiligen Land während der vergangenen Monate. Sie seien „unsere Brüder und Schwestern, christliche Bürger, die sich an ihren Gebetsstätten, auf ihren Friedhöfen, auf der Straße angegriffen fühlen". Das sei extrem und in keiner Form hinnehmbar.
Foto: Präsident Herzog mit Kirchenleuten in Haifa (rechts im Bild: Patriarch Pizzaballa); Vatican Media.
Oberrabbiner: Attacken auf Christen in Israel „klarer Trend"
Angriffe auf Christinnen und Christen in Israel sind nach Worten des Präsidenten der Konferenz Europäischer Rabbiner keine Einzelfälle. „Ich sehe da einen klaren Trend, weil die Rhetorik in Israel ganz generell eine schärfere geworden ist", sagte Oberrabbiner Pinchas Goldschmidt der „Jüdischen Allgemeinen". Derzeit werde gegenüber Andersdenkenden und Minderheiten überhaupt sehr wenig Respekt gezeigt. Israel stecke in einer politischen Krise, die Gesellschaft sei gespalten. „Was wir an Anfeindungen gegenüber den Vertretern anderer Religionen erleben, ist ein Spiegelbild dieser Spannung."
Was die Übergriffe wie Spuckattacken und Beleidigungen angeht, handelt es sich aus Sicht des Oberrabbiners um ein „Jugendphänomen": Fast immer fielen damit männliche Heranwachsende auf. Meistens seien es junge Strengreligiöse, und vor allem geschehe das in der Altstadt von Jerusalem. „Aber in letzter Zeit sind auch viele mit einem nationalreligiösen Hintergrund auffällig geworden."
Nach diversen Übergriffen auf Christen in Jerusalem… 
… wollen sich die israelische Polizei und die Vertreter der christlichen Kirchen künftig stärker abstimmen. Es gebe zuletzt viele Herausforderungen sowie „verabscheuungswürdige und beschämende Taten, die eine Verurteilung verdienen", sagte der Kommandeur des Bezirks Jerusalem, Doron Turgeman, laut Mitteilung der Polizei  nach einem gemeinsamen Beratungstreffen. 
Im Zuge von 16 polizeilichen Ermittlungen wegen mutmaßlicher Straftaten gegen Christen wurden den Angaben zufolge seit Jahresbeginn 21 Verdächtige festgenommen. In einigen Fällen habe die Justiz bereits Anklagen erhoben; einige seien noch anhängig. 

SOS Kinderdörfer: 19.000 ukrainische Kinder in Russland 

Über 19.000 ukrainische Kinder sind während der russischen Invasion von ihren Eltern getrennt und nach Russland deportiert worden. Das teilten die SOS-Kinderdörfer am Donnerstag mit. „Das ist ein Kriegsverbrechen und nach internationalem Recht Teil eines Genozids", sagt Serhii Lukashov, Leiter der Hilfsorganisation in der Ukraine. Es müsse alles getan werden, um die Kinder zurückzuholen. Die SOS-Kinderdörfer beteiligen sich nach eigener Darstellung an der Rückführung. Insgesamt seien bislang 385 deportierte Buben und Mädchen in die Ukraine zurückgeholt worden, davon 84 durch die SOS-Kinderdörfer und ihre Partnerorganisationen.
Kinder in der Ukraine an keinem Ort sicher
In der Ukraine gibt es nach Einschätzung der Organisation SOS-Kinderdorf keine Region mehr, in der Kinder sicher sind. „In einigen Gebieten kommt es permanent zu direkten Kampfhandlungen, andere werden mit Raketen beschossen und aus der Luft bombardiert", zitiert eine Mitteilung der Hilfsorganisation vom Sonntag ihren Leiter in der Ukraine, Serhii Lukashov. „Überall sind Kinder in Gefahr." Immer wieder würden auch zivile Einrichtungen wie Schulen, Krankenhäuser und Wohnblöcke beschossen. „Fast jeden Tag gibt es Opfer unter den Kindern", sagte Lukashov.
Laut SOS-Kinderdorf wurden bis 17. Juli durch den russischen Angriff auf die Ukraine 494 Kinder getötet und 1.058 verletzt.
Caritas: 5,5 Millionen Menschen in der Ukraine brauchen Hilfe
Eine kleine österreichische Caritas-Delegation hält sich derzeit in der Ukraine auf, um bestehende Hilfsprojekte zu evaluieren und die anstehenden humanitären Hilfseinsätze zu planen.
Die Ukraine erlebe bereits die 13. Flüchtlingswelle - Menschen, die ihre Heimat verlassen haben und in den Westen der Ukraine gezogen sind. Mehr als 5,5 Millionen Menschen müssten unterstützt werden; bei Unterkunft, Ernährung und medizinischer Versorgung.
Bartholomaios warnt vor Moskauer Doppelspiel in Ukraine und Afrika
Der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. hat einmal mehr die uneingeschränkte Unterstützung des russischen Patriarchen Kyrill für die aggressive Geopolitik von Wladimir Putin angeprangert. Sie füge dem Überfall auf die Ukraine eine zweite militärische und kirchliche Front in Afrika hinzu, kritisierte der Patriarch bei einer Ansprache zum Fest der Verklärung Christi am vergangenen Sonntag im Verklärungskloster auf der Prinzeninsel Proti (türk. Kinaliada) im Marmarameer vor Istanbul.
Wie Bartholomaios ausführte, erlebe man einen „abscheulichen und teuflischen" Krieg in der Ukraine. Der russische Patriarch segne diesen „mit beiden Händen", statt ihn zu verurteilen. Darüber hinaus stoße die Moskauer Kirche in Afrika vor, wo orthodoxe Missionen und Diaspora kirchenrechtlich dem Patriarchat von Alexandria anvertraut sind.
Kiewer Höhlenkloster: Abt auf Kaution aus Haft entlassen 
Metropolit Pawlo von Vyhorod, Abt des Kiewer Höhlenklosters, ist auf Kaution aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Ein Kiewer Bezirksgericht verfügte die Entlassung am Montag, nachdem eine Kaution von umgerechnet rund 900.000 Dollar gestellt wurde. Laut Medien, die der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche nahestehen, sei das Geld vor allem durch Spenden von Privatpersonen zusammengekommen. Die Staatsanwaltschaft in Kiew wirft dem Metropoliten Anstiftung zu religiösem Hass und Rechtfertigung des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine vor. 
Foto: Papst Franziskus mit Jugendlichen beim WJT in Lissabon; Vatican Media. 

Kurznachrichten 

Papst Franziskus hat den Sonderstatus der katholischen Organisation Opus Dei im Kirchenrecht angepasst. Zwar betrifft der neue Erlass gemäß dem Wortlaut Personalprälaturen im Allgemeinen; das Opus Dei ist aber die einzige katholische Organisation in dieser Form.

 

Vatikan. Die Güterverwaltung des Heiligen Stuhls (Apsa) konnte im letzten Jahr 32,27 Millionen Euro zur Deckung des Finanzbedarfs der römischen Kurie beitragen. Das ergibt sich aus der Haushaltsbilanz, die am Freitag veröffentlicht wurde.

Armeniens Bischöfe  haben sich angesichts der dramatischen Lage der in Berg-Karabach (Artsach) eingeschlossenen Armenier in einer Erklärung an die Weltöffentlichkeit gewandt. Darin warfen sie Aserbaidschan die Absicht des Völkermordes bzw. der ethnischen Säuberung Berg-Karabachs von allen Armeniern vor und die Methode des Terrors, um dieses Ziel zu erreichen. Die armenisch-apostolischen Bischöfe zeigten sich zugleich sehr besorgt über die jüngsten politischen Zugeständnisse Armeniens an Aserbaidschan.

 

Italien. Nach dem neuerlichen Schiffsunglück mit Bootsflüchtlingen im Mittelmeer, bei dem laut Berichten Geretteter mindestens 40 Menschen ums Leben gekommen sind, hat die katholische Gemeinschaft Sant'Egidio den Familien der Opfer ihr Beileid ausgedrückt. Gleichzeitig appellierte die Organisation an die zuständigen Behörden von EU und Mittelmeerstaaten, alles zu tun, um in Seenot geratene Migranten zu retten. 

 

Italiens Justizminister Carlo Nordio hat laut argentinischen Medienberichten einen Auslieferungsantrag für den katholischen Geistlichen Franco Reverberi unterzeichnet. Der 85-Jährige soll in Argentinien wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit während der Militärdiktatur (1976-1983) vor Gericht gestellt werden.

 

Niger. Laurent Dabire, Präsident der katholischen Bischofskonferenz von Burkina Faso und Niger, hat sich gegen eine militärische Intervention der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas im Niger ausgesprochen: „Wir sind eindeutig dagegen, denn dies würde die Lage nur verschlimmern". 


Portugal. Kurz nach Abschluss des Weltjugendtages bekommt Lissabon einen neuen Erzbischof. Der 58-jährige Rui Valerio übernimmt das Amt von Kardinal Manuel Clemente. Mitte Juli hatte der Gastgeber des diesjährigen Weltjugendtages sein 75. Lebensjahr vollendet.

 

Liechtenstein. Die Regierung in Vaduz will die Sonderstellung der katholischen Kirche als Staatskirche („Landeskirche") beenden und für andere Religionen rechtlich nachbessern. 

 

Libanon. Der maronitische Patriarch Kardinal Bechara Rai hat bei einem großen Jugendtreffen im Kloster Unserer Lieben Frau von Bzommar bei Beirut an die Jugend appelliert, mit Korruption und politischer Misswirtschaft Schluss zu machen und den Libanon neu aufzubauen. 

Österreich


Österreich. Die ORF-Initiative „Österreich hilft Österreich" hat gemeinsam mit den Partnerorganisationen Rotes Kreuz, Caritas, Diakonie, Hilfswerk und Volkshilfe die Hilfsaktion „Hochwasser - Österreich hilft Österreich" gestartet. 

 

Steiermark. 54 Graduale und Choralbücher aus dem Mittelalter bis frühe Neuzeit aus dem Grazer Franziskanerklosters werden aktuell digitalisiert und mittels Künstlicher Intelligenz (KI) übersetzt. Projektleiter Robert Klugseder: „Kaum jemand liest und übersetzt höchstpersönlich noch die alten, lateinischen Texte". 

Schweiz schickt Film über Novizin ins Rennen um Auslands-Oscar

Die Schweiz hat den Film „Foudre" der Genfer Regisseurin Carmen Jaquier für den Auslands-Oscar 2024 vorgeschlagen. Der Streifen erzählt die Geschichte einer Walliser Ordensnovizin um das Jahr 1900 und ist das Erstlingswerk der Regisseurin im Spielfilm-Genre. Er wird in Hollywood bei der Oscar-Academy in der Kategorie bester internationaler Film eingereicht, wie das Schweizer Bundesamt für Kultur beim noch bis Samstag stattfindenden Locarno Film Festival bekannt gab.
„Foudre" erzählt die Geschichte der 17-jährigen Elisabeth, die im Sommer 1900 kurz davor steht, ihr Gelübde im Kloster abzulegen. Doch dann stirbt ihre Schwester Innocente unerwartet und Elizabeth muss zu ihrer Familie in ein abgelegenes Bergdorf zurückkehren. Dort muss sie lernen, sich von ihrem konservativ-einengenden Umfeld zu lösen, um auf ihre eigene Weise Gott und innere Freiheit zu finden.

Auch das noch...

Schon 20 Kirchen in chilenischer Diözese Temuco niedergebrannt

In der chilenischen Unruheprovinz La Araucania sind in den vergangenen neun Jahren allein in der Diözese Temuco 20 Kirchen Ziel von Brandanschlägen geworden. Das geht aus einer Mitteilung der Diözese hervor, aus der lokale Medien nach Angaben der Katholischen Nachrichten-Agentur KNA zitieren. Von den 2 Pfarrkirchen und 18 Kapellen seien einige bereits wieder aufgebaut worden.

Beim jüngsten Brandanschlag in der Gemeinde Aninir seien auch die Schule, ein Sozialzentrum, ein Gesundheitszentrum, ein Krankenwagen und das Haus eines Sanitäters zerstört worden. Der Mann selbst habe schwere Verbrennungen im Gesicht erlitten, hieß es in der Erklärung weiter. 

In Chile gibt es immer wieder Brandanschläge von radikalen Vertretern der Mapuche-Minderheit. Ein gewaltbereiter Flügel der Ureinwohner betrachtet die christlichen Kirchen als Nachfahren und Vertreter der Kolonialherrschaft und verlangt einen Rückzug der Kirchen von ihrem ursprünglichen Territorium. Bei vielen Brandanschlägen werden entsprechende Bekennerschreiben hinterlassen.

 

USA: Republikaner attackieren katholische Flüchtlingsarbeit

Tom Tiffany will die „Catholic Charities" vor den Kongress-Justizausschuss laden. Dem rechten Republikaner aus Wisconsin ist die Flüchtlingsarbeit des größten katholischen US-Hilfswerks schon lange ein Dorn im Auge. Ihre Mitarbeiter sollen erklären, „was sie an der Grenze tun, um diese illegale Einwanderung zu erleichtern", fordert der Abgeordnete des Repräsentantenhauses. Tiffany gehört zu einer wachsenden Zahl von Republikanern, die die Flüchtlingsarbeit religiöser Hilfsorganisationen in den Vereinigten Staaten unter Generalverdacht stellen und sie mit Mittelkürzungen auf Linie zu bringen versuchen. Betroffen sind neben den Catholic Charities auch der lutherische Flüchtlingsdienst „LIRS" und die „Jewish Family Services".

Dabei leisten die „Catholic Charities", die Caritas der USA, gerade in der Flüchtlingsarbeit Außergewöhnliches. Der humanitäre Arm der katholischen US-Kirche kümmert sich seit seiner Gründung 1910 um Geflüchtete und ist seit langer Zeit Partner der US-Regierung bei Flüchtlingshilfe und Ansiedlung. 


Pilgerziel Santiago: Debatte über Touristensteuer

 „Santiago de Compostela ist zu einem Phänomen der Massen geworden", bringt Francisco Esteban Palomo die Entwicklung auf den Punkt. Palomo ist Fremdenführer und kennt die neuesten Zahlen: "Wir sind nur 100.000 Einwohner, aber pro Jahr kommen mittlerweile sechs Millionen Besucher." 
Die Stadt ächzt unter Overtourism.
Nun hat die Stadtregierung eine Debatte darüber angestoßen, Gäste stärker an den allgemeinen Kosten zu beteiligen: durch die Einführung einer Touristensteuer, wie sie Reisende in Spanien bereits auf Mallorca und in Barcelona entrichten müssen. In Santiago de Compostela beträfe das auch die Vielzahl der Jakobspilger. 
Die Höhe der geplanten Abgabe richtet sich nach der Kategorie der Unterkunft: Wer sich in einem Sterne-Hotel bettet, zahlt mehr als in einer Pension oder Pilgerherberge. Doch genau hier scheiden sich die Geister, denn die Touristensteuer soll nur für jene gelten, die in Santiago de Compostela übernachten. Das empfindet Carlos Regueiro vom Vorstand des örtlichen Hotel- und Gaststättenverbands, der „Asociacion Hosteleria Compostela", der 600 Mitglieder angehören, als ungerecht: "Über Tag kommen viele Ausflügler, die hier nicht übernachten und nichts zahlen, aber alles in der Stadt nutzen. Gerade für die sollte man eine Abgabe einführen."
Zu den Ankömmlingen über Tag zählen auch Kreuzfahrttouristen, die von den Atlantikhäfen zu organisierten Landausflügen starten. Wie man von diesen in der Praxis eine Abgabe kassieren könnte, ist Regueiro allerdings schleierhaft. 
 

Porsche entschuldigt sich für entfernte Christus-Statue in Video

Der deutsche Automobilhersteller Porsche hat sich öffentlich für das Entfernen der berühmten Christus-Statue (Cristo Rei) am Stadtrand von Lissabon aus einem Werbevideo entschuldigt. Das Unternehmen reagierte damit auf Kritik nach der Veröffentlichung des Clips, wie das Portal „Corrigenda" berichtet.
In dem Video war die über dem Fluss Tejo aufragende Christus-Figur digital entfernt worden, sodass nur noch der Sockel zu sehen war. Der Sockel und die Statue mit ihren charakteristischen, weit ausgebreiteten Armen haben eine Gesamthöhe von mehr als 100 Metern. Sie wurde 1959 eingeweiht und ist einer der wichtigsten katholischen Wallfahrtsorte der Iberischen Halbinsel.

Erste Photovoltaik-Anlage auf Kirchendach in Tirol 

Das Jesuitenkolleg in Innsbruck hat die erste Photovoltaik-Anlage auf einem Kirchendach in Tirol in Betrieb genommen. "Wenn wir von den fossilen Brennstoffen wegkommen wollen, dann müssen wir auch Photovoltaik-Anlagen auf Kirchen ermöglichen", sagte dazu P. Christian Marte, Rektor des Jesuitenkollegs Innsbruck in einer Aussendung. 
Die insgesamt 288 Module der 120 kWp-Anlage wurden auf dem Dach der Hauskapelle installiert und am Fest des Hl. Ignatius (31. Juli) in Betrieb genommen. Die neue Anlage soll etwa ein Drittel des Jahresbedarfs des Kollegs decken - dazu gehören die Jesuitenkirche, das Jugendzentrum mk, das Collegium Canisianum, die "Zukunftswerkstatt", Noviziat und Jesuitenkommunität.
Die Zeit von der Planung bis zur Bewilligung und Inbetriebnahme habe mehrere Jahre gedauert. Alleine der Gang durch die Behörden habe zwei Jahre gebraucht, bis die beauftragten Firmen loslegen konnten.