JA 

die neue Kirchenzeitung

 14. Jänner 2024 

 Lesungen:  1 Sam 3,3b-10.19; 1 Kor 6,13c-15a.17-20. Evangelium: Joh 1,35-42. 

Mehr Kirchen, weniger Gläubige

Seit dem Ende der Sowjetunion wurden in Russland 10.000 neue orthodoxe Kirchen gebaut, derzeit werden allein in Moskau 200 neu errichtet.
Doch sie bleiben oft leer, sogar an höchsten Feiertagen.
Das russische Innenministerium erhebt traditionell die Zahl der Gottesdienstbesucher zu Weihnachten. 2019 sollen es 2,6 Millionen gewesen sein, heuer 1,4 Millionen - 1 Prozent der Russen.




Der Moskauer Patriarch Kyrill, ein ehemaliger KGB-Agent, steht eisern hinter Präsident Putin, auch ein ehemaliger KGB-Agent. Er befürwortet dessen Krieg gegen die Ukraine als „heilig“.
Dafür bekommt er immer neue Kirchen und verliert immer mehr Gläubige. Warum wohl?                 P. Udo

Papstberater: Katholische Priester sollten heiraten dürfen

Der Erzbischof von Malta und enge Vertraute von Papst Franziskus, Charles Scicluna, hat eine „ernsthafte Diskussion" über den Zölibat gefordert. Die katholische Kirche sollte eine Überarbeitung ihrer Regeln in Betracht ziehen, um katholischen Priestern die Möglichkeit zu geben, zu heiraten, sagte Scicluna der Zeitung „Times of Malta".
 „Warum sollten wir einen jungen Mann verlieren, der ein guter Priester geworden wäre, nur weil er heiraten will?", fragte Scicluna. Der Zölibat sei im ersten Jahrtausend des Bestehens der Kirche freiwillig gewesen – „und er sollte wieder freiwillig werden". Der Erzbischof verwies auch darauf, dass manche Priester sich aufgrund des Zölibats auf heimliche Beziehungen einließen, aus denen in manchen Fällen auch Kinder hervorgingen. Dies sei eine „globale Realität".
Papst Franziskus hatte im vergangenen Jahr eine Abschaffung des Pflichtzölibats für katholische Priester nicht ausgeschlossen. Auf die Frage eines argentinischen Portals, ob dies möglich sei, antwortete er: „Ja, Ja" - und verwies auf die mit Rom unierten Ostkirchen, in denen Geistliche schon jetzt problemlos heiraten dürften. Für denkbar halte er auch eine freiwillige Entscheidung über den Zölibat vor der Priesterweihe. Es sei „kein Widerspruch, dass ein Priester heiraten kann", so Franziskus damals. Die Ehelosigkeit in der westlichen Kirche halte er für „eine zeitlich begrenzte Vorschrift", die - anders als die Weihe - keinen ewigen Charakter habe.
Der 64-jährige Erzbischof und Rechtsexperte Charles Scicluna ist Vorsitzender der Bischofskonferenz auf Malta und beigeordneter Sekretär im vatikanischen Amt für Glaubenslehre. Er gilt als „Chefaufklärer" des Papstes in Missbrauchsfällen.

132 Priester und Ordensleute 2023 entführt, verhaftet oder ermordet

Laut Recherchen des weltweiten katholischen Hilfswerks „Kirche in Not" (ACN) wurden im vergangenen Jahr mindestens 132 katholische Priester und Ordensleute getötet, verschleppt oder inhaftiert. Das geht aus einer von „Kirche in Not" in Wien veröffentlichten Mitteilung hervor. Das seien acht Personen mehr als noch 2022, berichtete das Hilfswerk. Da es in einigen Ländern schwierig sei, an verlässliche Informationen zu kommen, dürfte die tatsächliche Zahl wohl höher sein.
Ein Anstieg war demnach vor allem bei Verhaftungen von Kirchenmitarbeitern zu verzeichnen. So zählte „Kirche in Not" 2023 weltweit 86 Fälle, im Vorjahr seien es 55 gewesen. Belarus und Nicaragua führten die Liste der Staaten an, in denen die meisten Geistlichen inhaftiert seien. In beiden Ländern habe die Kirche wiederholt Menschenrechtsverletzungen und das Vorgehen der autoritären Regierungen öffentlich kritisiert.
In Nicaragua wurden im Jahresverlauf 46 Kirchenvertreter interniert, darunter die Bischöfe Rolando Alvarez und Isidoro Mora, wie es heißt. Letzterer wurde wenige Tage vor Weihnachten mit 18 weiteren Geistlichen festgenommen; der regimekritische Alvarez war im Februar zu 26 Jahren Gefängnis verurteilt worden, nachdem er sich geweigert hatte, das Land zu verlassen. Viele der festgenommenen Priester seien mittlerweile aus Nicaragua ausgewiesen worden, das gelte auch für Ordensgemeinschaften wie die „Missionarinnen der Nächstenliebe".
In Belarus zählte „Kirche in Not" zehn Festnahmen von Geistlichen, drei waren zum Jahresende noch immer hinter Gittern. Nach wie vor in Haft sind auch die ukrainischen Redemptoristenpatres Ivan Levytsky und Bohdan Heletta. Sie waren 2022 von russischen Besatzungstruppen wegen angeblicher terroristischer Aktivitäten verhaftet worden.
Weiter liegen dem Hilfswerk bestätigte Nachrichten über 14 ermordete Geistliche vor, darunter elf Priester. So starben in Nigeria der Priester Isaac Achi und der Priesterseminarist Na'aman Danlami bei Brandanschlägen. Ebenfalls ermordet wurde der Benediktinernovize Godwin Eze, der zuvor mit zwei Mitbrüdern verschleppt worden war. In Mexiko wurde Augustinerpater Javier Garcia Villafana erschossen aufgefunden. Er hatte sich wiederholt gegen die Drogenkartelle gewandt.
Aus China weisen Informationen laut dem Hilfswerk darauf hin, dass im Jahresverlauf 2023 bis zu 20 Geistliche zumindest zeitweise interniert worden sind; allerdings seien die tatsächlichen Zahlen nicht nachprüfbar, so "Kirche in Not". Von einigen Kirchenvertretern gebe es seit Jahren keine Informationen über ihren Aufenthalt.
Die meisten Entführungen waren in Afrika und hier wiederum mit 28 Fällen in Nigeria zu verzeichnen. Die meisten Verschleppten wurden wieder freigelassen, aber nach wie vor gelten drei Priester aus Nigeria und einer aus Burkina Faso seit mehreren Jahren als vermisst. In Haiti waren zwei Entführungsfälle zu verzeichnen; in Äthiopien wurde eine Ordensfrau entführt.
Foto: Pfarrer Isaac Achi wurde im Januar 2023 in Nigeria ermordet. © Kirche in Not
 

Papst: Marxisten und Christen eint Einsatz für bessere Zukunft

Papst Franziskus hat die marxistisch-christliche Dialoggruppe „Dialop" empfangen und deren Mitglieder zum gemeinsamen Einsatz gegen Korruption und Machtmissbrauch sowie für Benachteiligte ermutigt. Sowohl Christen als auch Sozialisten, Marxisten und Kommunisten sollten an einer „besseren, brüderlichen Zukunft" für eine durch Kriege und Polarisierung gespaltene Welt bauen, sagte er in einer Privataudienz am Mittwochmorgen im Vatikan. Dabei gelte es, „starre trennende Ansätze" zu überwinden, Auseinandersetzungen „mit offenem Herzen" zu führen und einander zuzuhören, ohne jemanden aus politischen, sozialen oder religiösen Gründen auszuschließen.
„Lassen Sie nicht zu, dass die Finanzen und der Markt das Gesetz diktieren", schärfte der Papst seinen Gästen ein. Die an der Dialoginitiative Beteiligten sollten "nicht aufhören, von einer besseren Welt zu träumen", in welcher Ideale wie Freiheit, Gleichheit, Würde und Brüderlichkeit hochgehalten würden, seien diese doch ein „Spiegel des Traumes Gottes" für die Menschheit. Der Papst wünschte dabei „Mut, aus dem Rahmen zu fallen", sowie eine Öffnung im Dialog für "neue Wege".
Weiters gelte es, volle Aufmerksamkeit den Schwachen zu widmen – „den Armen, den Arbeitslosen, den Obdachlosen, den Migranten, den Ausgebeuteten und allen, die durch die Wegwerfkultur ausgesondert werden".
Walter Baier: Neue Offenheit bei Marxisten für Christentum
Auf einem gemeinsamen Weg sieht der Präsident der Europäischen Linken, Walter Baier, den Austausch zwischen Marxismus und der katholischen Kirche. Nicht nur Dialog, sondern Zusammenarbeit sei angesichts gemeinsamer Anliegen und Themen angesagt, hat der frühere Vorsitzende der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ) nach einer 45-minütigen Privataudienz der Plattform „Dialop" bei Papst Franziskus am Mittwoch im Interview mit Radio Vatikan dargelegt. Die „Fremdheit oder sogar Feindschaft von Christinnen und Marxistinnen" halte er für „eines der großen Missverständnisse des 20. Jahrhunderts".
Papst „sicher kein Kommunist"
Über den Verlauf der Begegnung am Mittwoch berichtete der Linken-Vorsitzende, aus der Ansprache des Papstes habe sich ein Gespräch über das Engagement für den Frieden im Nahen Osten und in der Ukraine sowie über Solidarität mit Migranten ergeben. Der Papst sei "sehr spontan und gut aufgelegt" gewesen, wobei am Ende alle Teilnehmer der Audienz - anwesend waren sieben aus dem marxistischen und acht aus dem katholischen Bereich – „beeindruckt und auch sehr bewegt" den Raum verlassen hätten. Zuvor hatte die Gruppe dem Papst auch ein gemeinsames Positionspapier mit gemeinsamen Ideen und der „intellektuellen und spirituellen Basis" ihres Dialogs vorgelegt.
Der Parteichef sprach von einer „sehr speziellen" Beziehung, die er zu Papst Franziskus pflege: „Es ist nicht nur so, dass ich seine Lehren bewundere, mir imponiert auch er als Person und Persönlichkeit, und er hat einen Platz in meinem Herzen." Als „Kommunist" würde er das Kirchenoberhaupt „sicher nicht" bezeichnen, wenngleich er mit ihm in vielem übereinstimme - wie etwa der Analyse, „dass das technokratische Paradigma und die Dominanz unserer Gesellschaften durch die Finanzmärkte unerträgliche Lebensumstände für die Mehrheit der Menschheit geschaffen haben". 

„Kirche in Not": 500.000 Euro für Christen im Heiligen Land

Mit einem Notfallpaket in der Höhe von 500.000 Euro unterstützt das päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not" (ACN) Christinnen und Christen, die durch den Krieg in Gaza ihre Existenzgrundlage verloren haben. Der Jerusalemer Kardinal Pierbattista Pizzaballa dankte "Kirche in Not" demnach für "die Unterstützung unserer lokalen Gemeinschaften im Heiligen Land".
„Seit Beginn dieses Krieges haben wir unseren Partnern vor Ort im Heiligen Land gesagt, dass wir sie nicht im Stich lassen werden, weder in materieller noch in geistlicher Hinsicht; und dieses Versprechen wollen wir halten", betonte Marco Mencaglia, Projektdirektor bei "Kirche in Not". Obwohl die Kämpfe im Gazastreifen stattfinden, seien „die Auswirkungen des Krieges jedoch in der ganzen Region spürbar und die Christen, die zwar eine Minderheit, aber immer noch eine bedeutende Gemeinschaft darstellen - etwa 45.000 im Westjordanland und 10.000 in Ostjerusalem - sind unmittelbar betroffen", so Mencaglia.
Großteil der Christen hat jegliche Einkommensquelle verloren
Mencaglia zufolge ist die christliche Gemeinschaft im Heiligen Land „mindestens zum dritten Mal" innerhalb von zwanzig Jahren von einer gravierenden wirtschaftlichen Notlage betroffen. Er wies darauf hin, dass die Christen infolge der wiederkehrenden Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah sehr gelitten haben, wie auch „unlängst während der Corona-Pandemie und jetzt wegen des Krieges in Gaza". Noch dazu gebe es keine Anzeichen dafür, dass der Krieg bald endet und die Touristen ins Heilige Land zurückkehren können.
Der Großteil der christlichen Gemeinschaft im Heiligen Land ist im Tourismussektor tätig und hat jegliche Einkommensquelle verloren, da nahezu alle Pilgerreisen in die Region abgesagt worden sind. „Kirche in Not" werde deswegen auch Ausbildungsprogramme unterstützen, die jungen Christen neue berufliche Qualifikationen vermitteln und so ihre Erwerbsmöglichkeiten verbessern, sowie Beratung bei der Gründung eines eigenen Unternehmens bieten.
Das Hilfspaket umfasse Medikamente, Lebensmittelgutscheine und Beihilfen zu Schul- und Studiengebühren wie auch zu Wohnkosten. Seit dem Beginn der Kämpfe im vergangenen Oktober habe das Hilfswerk fast 700.000 Euro bereitstellen können. Von diesem Gesamtbetrag entfallen 300.000 Euro auf die Unterstützung der etwa tausend Christen, die noch im Gazastreifen leben. Der Rest der Hilfe sei für christliche Familien im Westjordanland und in Ostjerusalem bestimmt, die vom anhaltenden Gaza-Konflikt betroffen sind.
Foto: Völlig leere Einkaufsstraße in Muristan, einem christlichen Viertel von Jerusalem © Kirche in Not
Libanon-Experte: Hisbollah lenkt israelisches Feuer auf Christen
Die Gefechte zwischen der israelischen Armee und der Hisbollah im Libanon weiten sich aus. Nach dem Tod eines sunnitischen Hamas-Funktionärs im Libanon hat die Hisbollah verstärkt Ziele in Israel angegriffen. Am Sonntag wurde zudem ein hochrangiger Hisbollah-Kommandant durch einen israelischen Luftangriff im Süden des Libanon getötet. Der Libanon-Experte Stefan Maier von der „Initiative Christlicher Orient" (ICO) hat Dienstagabend in der ORF-Sendung „Religion aktuell" von einer neuen Taktik der Hisbollah gesprochen. Diese beschieße vor allem von christlichen Dörfern im Südlibanon aus Israel, das Vergeltungsfeuer der israelischen Armee werde dadurch auf diese Dörfer gelenkt. Die Situation in den Dörfern sei sehr schwierig und gefährlich, berichtete ein Bewohner dem ORF. 
Die maronitischen Bischöfe im Libanon haben unterdessen wegen der Ausweitung des Gaza-Kriegs auf den Libanon Alarm geschlagen. Die Bischöfe mit Patriarch Bechara Boutros Rai an der Spitze gaben dieser Tage eine Erklärung ab, in der sie die internationale Gemeinschaft zum Eingreifen aufforderten, um einen neuen Krieg zwischen der Hisbollah und Israel zu verhindern. Es brauche die wirksame Entwaffnung aller nichtstaatlichen Streitkräfte im Libanon, wie in der UN-Resolution 1701 (aus dem Jahr 2006) gefordert. 

Papst verurteilt Terror gegen Israel und fordert Frieden für Ukraine

Papst Franziskus hat den Terrorangriff der radikalislamischen Hamas auf Israel erneut ausdrücklich verurteilt. In seiner Neujahrsansprache vor dem Diplomatischen Korps des Vatikans sagte er am Montag: „Wir alle waren schockiert über den Terroranschlag gegen die Bevölkerung in Israel am 7. Oktober, bei dem so viele unschuldige Menschen auf grausame Art und Weise verletzt, misshandelt und getötet und viele als Geiseln genommen wurden". Und weiter: „Ich wiederhole meine Verurteilung dieser Aktion und aller Formen des Terrorismus und Extremismus: Dadurch werden die Probleme zwischen den Völkern nicht gelöst, sondern vielmehr verschärft, was überall Leid verursacht."
Der Terroranschlag habe eine "starke militärische Reaktion Israels im Gazastreifen" verursacht, die zum Tod von Zehntausenden von Palästinenserinnen und Palästinensern geführt habe, so der Papst weiter. Er forderte erneut einen Waffenstillstand, die sofortige Freilassung der Geiseln im Gazastreifen, humanitäre Hilfe für die palästinensische Bevölkerung sowie eine Zwei-Staaten-Lösung.
Auch auf zahlreiche andere Krisenherde der Welt kam der Papst zu sprechen. Für Syrien hoffte er, die wirtschaftliche und politische Situation, die sich durch das Erdbeben im vergangenen Februar noch verschlimmert habe, möge sich bald erholen, wobei Franziskus für einen Dialog zur Aufhebung der internationalen Sanktionen gegen die Zivilbevölkerung warb. Für den Libanon wünschte der Papst ein Ende des „institutionellen Stillstands" und die baldige Findung eines Präsidenten, für den Zwist zwischen Armenien und Aserbaidschan die Unterzeichnung eines Friedensvertrages.
Verhandlungen für Frieden in Ukraine
Auch den nun schon fast zwei Jahre andauernden „groß angelegten Krieg der Russischen Föderation gegen die Ukraine" erwähnte Franziskus. „Einen Konflikt, der sich zum Nachteil von Millionen von Menschen immer mehr verfestigt, kann man nicht weiter andauern lassen, sondern man muss dieser Tragödie unter Beachtung des Völkerrechts auf dem Verhandlungsweg ein Ende setzen", forderte er.
Bezugnehmend auf den afrikanischen Kontinent hob der Papst besonders die Situation in Äthiopien hervor, wo es das nach den Kämpfen in Tigray erzielte Abkommen von Pretoria vom November 2022 umzusetzen und weiter bestehende Spannungen in der Region abzubauen gelte. Im Sudan gebe es nach Monaten des Bürgerkriegs „leider immer noch keinen Ausweg", stellte der Papst fest und erinnerte zudem an die Situation der Vertriebenen in Kamerun, Mosambik, der Demokratischen Republik Kongo und im Südsudan.
Sorge bezüglich seines Heimatkontinents Lateinamerika äußerte der Pontifex besonders mit Blick auf Nicaragua. Die „anhaltende Krise" in dem Land sei für die gesamte Gesellschaft schmerzhaft, besonders aber für die katholische Kirche. „Der Heilige Stuhl hört nicht auf, zu einem respektvollen diplomatischen Dialog zum Wohle der Katholiken und der gesamten Bevölkerung aufzurufen", so der Papst.
Rüstung und Klimawandel als Kriegstreiber
Vor allem die Rüstung und die Klimakrise nannte der Papst in seiner Neujahrsansprache als Ursachen für Kriege und Konflikte in aller Welt. So seien etwa die Atomwaffenarsenale sowie die Entwicklung „von immer ausgefeilteren und zerstörerischen Sprengkörpern" eine drohende Gefahr für den Weltfrieden. Er hoffe, dass Verhandlungen über die Wiederherstellung des Atomabkommens mit dem Iran schon bald wieder aufgenommen werden könnten, „um eine sicherere Zukunft für alle zu gewährleisten", betonte der Papst.
Es genüge allerdings nicht, „nur die Kriegsmittel" zu beseitigen, sagte der Papst. Auch die Ursachen der Kriege gelte es auszumerzen. Allen voran der Hunger sei eine „Geißel, von der noch immer ganze Regionen der Erde betroffen sind", während anderswo massive Lebensmittelverschwendung herrsche. Ein Missstand sei jedoch auch die Ausbeutung natürlicher Ressourcen, welche „einige wenige reich macht und ganze Bevölkerungsgruppen, die eigentlich die natürlichen Nutznießer dieser Ressourcen wären, in Elend und Armut zurücklässt". Auch Menschen würden dabei ausgebeutet und zu unterbezahlter Arbeit ohne echte Aussichten auf berufliche Weiterentwicklung gezwungen.
Hoffnung auf ökologischen Wandel
Auch auf Natur- und Umweltkatastrophen ging Franziskus ein. Sie könnten zwar oftmals nicht von Menschen kontrolliert werden - beispielsweise Erdbeben oder Überschwemmungen -, doch oft stünden hinter ihnen menschliches Versagen und Versäumnisse, so der Papst unter Verweis auf "die Abholzung des Amazonas-Regenwaldes, der grünen Lunge der Erde".
Als eine weitere Ursache für Kriege nannte der Papst die Migrationsproblematik. Es sei wichtig, die Migration zu regulieren, "damit Migranten aufgenommen, gefördert, begleitet und integriert werden können", so Franziskus. Er begrüße daher das Bestreben der Europäischen Union, mit der Einführung des neuen Migrations- und Asylpakts eine gemeinsame Lösung zu finden. Doch auch die Motivation von Migranten gelte es zu sehen. Oftmals würden Kriege, Armut oder Umweltschäden und Naturkatastrophen zum Anlass, von zuhause aufzubrechen, um über oftmals gefährliche Routen ans Ziel zu kommen. Besonders erwähnte  der Papst hier das Mittelmeer, das in den vergangenen zehn Jahren "leider zu einem großen Friedhof" geworden sei infolge versunkener Flüchtlingsboote und skrupelloser Menschenhändler. Auch viele unbegleitete Minderjährige seien dabei gestorben.
Leihmutterschafts-Verbot gefordert
Weiters forderte der Papst in seiner Neujahrsansprache auch ein weltweites Verbot von Leihmutterschaft. Die Praxis sei verwerflich, weil sie die Würde der Frau und des Kindes schwer verletze, sagte er vor den Diplomaten. Leihmutterschaft basiere auf der Ausnutzung der materiellen Notlage der Mutter. „Ein Kind ist immer ein Geschenk und niemals ein Vertragsgegenstand", sagte er. „Ich plädiere daher dafür, dass sich die internationale Gemeinschaft für ein weltweites Verbot dieser Praxis einsetzt."
Der Papst verurteilte zudem die „Gender-Theorie" als sehr gefährliche „ideologische Kolonisierung", weil diese mit ihrem „Anspruch, alle gleich zu machen, die Unterschiede auslöscht".
Antisemitismus und Christenverfolgung
Besorgt äußerte sich der Papst über die jüngste Zunahme antisemitischer Akte, wobei er einforderte, „dass dieses Übel aus der Gesellschaft ausgemerzt werden muss, vor allem durch Erziehung zur Geschwisterlichkeit und zur Akzeptanz des Anderen".
Doch auch die seit zehn Jahren beobachtbare Zunahme der Verfolgung und Diskriminierung von Christen sei beunruhigend. Zu beobachten sei selbst in traditionell christlichen Gebieten eine „schleichende Marginalisierung und der Ausschluss vom politischen und sozialen Leben und von der Ausübung bestimmter Berufe". Insgesamt über 360 Millionen Christen weltweit würden derzeit ein „hohes Maß an Verfolgung und Diskriminierung aufgrund ihres Glaubens" erfahren, und seien gezwungen, aus ihrer Heimat zu fliehen.
Derzeit unterhalten 184 Staaten…
… volle diplomatische Beziehungen zum Heiligen Stuhl. Hinzu kommen die Europäische Union und der Souveräne Malteserorden. 
Foto: Vatican Media.

Vatikan-Dokument zu Segnungen: Afrikanische Bischöfe dagegen, französische dafür

Die afrikanischen Bischöfe lehnen die vom Vatikan vorgeschlagene Segnung homosexueller Paare mit großer Mehrheit ab und wollen zugleich die Einheit mit dem Papst wahren. Dies geht aus einer Erklärung des Präsidenten des gesamt-afrikanischen Bischofsrats SECAM, Kardinal Fridolin Ambongo, hervor.
Die Französische Bischofskonferenz stellt sich hinter das Vatikan-Dokument zum Segen für unverheiratete und homosexuelle Paare in der katholischen Kirche. Man werte die Erklärung der vatikanischen Glaubensbehörde vom Dezember als Ermutigung an die Priester, „jene großzügig zu segnen, die sich an sie wenden und demütig um Gottes Hilfe bitten", heißt es in einer Erklärung des Ständigen Rates der katholischen Bischofskonferenz vom Mittwoch.
Glaubenspräfekt erhält Drohbriefe: „Wir werden Sie vernichten!"
Der Leiter der Glaubensbehörde im Vatikan, Kardinal Victor Fernandez, erhält Drohbriefe. Über deren Inhalt sprach er im Interview mit der italienischen Zeitung „La Stampa". Schriftstücke mit der Aussage „Wir werden Sie vernichten" habe er dreimal erhalten, so der Argentinier, der seit September das Glaubensdikasterium leitet. Das Gefühl, gehasst zu werden, sei nicht schön. Er selbst komme zurecht, versicherte der 61-Jährige. Das Problem sei aber, dass durch solche Reaktionen Einheit und Harmonie der Kirche verletzt würden.
Seit geraumer Zeit steht der päpstliche Chefdogmatiker im Mittelpunkt von Kritik vor allem konservativer Vertreter der katholischen Kirche.
Dokumente wie „Fiducia supplicans" (Das flehende Vertrauen) würden die Spaltungen in der Kirche nicht verursachen, so Fernandez im Interview. Sie brächten sie lediglich zum Vorschein. Erneut bekräftigt der ehemalige Erzbischof von La Plata, dass diese Segnungen weder sakrilegisch noch blasphemisch sein könnten - ein häufig geäußerter Vorwurf.
Sie seien ein pastoraler Akt, kein liturgischer, und sie würden weder etwas sanktionieren, noch qualifizieren, noch autorisieren, noch anerkennen. Fernandez bezeichnete es hingegen als Sakrileg oder Blasphemie, „die Kommunion mit Hass im Herzen zu empfangen, oder zu akzeptieren, dass ein Mensch nur wegen seiner sexuellen Orientierung eingesperrt oder ermordet wird".
Glaubenspräfekt: Würde Buch über Orgasmen nicht mehr schreiben
Der Chefdogmatiker des Papstes, Kardinal Victor Fernandez, hat sich gegen Kritik an einem Buch über Spiritualität und Orgasmen verteidigt, das er vor mehr als 25 Jahren schrieb. Er würde das Buch heute sicher nicht mehr schreiben, sagte er dem US-amerikanischen Online-Portal "Crux". Kurz nach der Veröffentlichung von „La Pasion Mistica" (Die mystische Leidenschaft) im Jahr 1998 habe er die weitere Herausgabe abgebrochen und Neuauflagen nie zugestimmt.
Das Buchprojekt sei damals sinnvoll gewesen, weil er zuvor mit jungen Paaren über die spirituelle Bedeutung ihrer Beziehungen gesprochen habe, erklärte Fernandez weiter. Doch bald nach der Veröffentlichung habe er befürchtet, es könnte falsch interpretiert werden. Daher missfalle ihm, dass das Werk nun erneut verbreitet werde. Dies entspreche nicht seinem Willen.
In dem rund 100 Seiten umfassenden Werk, das in einem mexikanischen Verlag erschien, stellt der heutige Leiter der vatikanischen Glaubensbehörde einen Zusammenhang zwischen Orgasmen und Spiritualität her. Dabei geht er unter anderem explizit auf Unterschiede zwischen einem männlichen und einem weiblichen Orgasmus ein.

Katholik und „Kaiser“ Franz Beckenbauer ist tot

Der Fußball-Kaiser starb im Alter von 78 Jahren. Beckenbauer war die wohl prägendste Persönlichkeit im deutschen Fußball. 2005 hat er zusammen mit Rudi Völler an einer Generalaudienz von Benedikt XVI. teilgenommen.

 „Für mich ist es natürlich ein unvergessliches Erlebnis, weil es ja der erste Papst ist, dem ich die Hand schütteln durfte bzw. mit dem ich ein paar Worte sprechen durfte“, sagte Beckenbauer nach der Audienz vom 26. Oktober 2005. 

Weltweit gehörte Beckenbauer zu den Allergrößten im Fußball, er wurde Weltmeister als Spieler und Trainer, holte die WM 2006 nach Deutschland. Zum Treffen mit Benedikt XVI. sagte Beckenbauer weiter: „Das ist der Höhepunkt in meinem Leben. Nachdem ich ja christlich und katholisch erzogen bin und mein Gedanke ja ständig nach oben gerichtet ist. Ich hab' mich natürlich wahnsinnig gefreut auf diesen Moment, weil er, denke ich, ein großartiger Vertreter der christlichen Welt ist. Und ich habe ihm auch gesagt, ich wünsche ihm alles Gute, vor allem langes Leben, denn die Menschheit braucht ihn nötiger denn je.“

Auch der frühere Seelsorger des Deutschen Fußball- Bundes (DFB), Matthias Doll (80), trauert um Franz Beckenbauer. „Ich habe ihn als gläubigen Menschen erlebt. Ich habe auch mit seiner Veranlassung Gottesdienst für die Fußball-Nationalelf gehalten", sagte der Kapuzinerpater dem katholischen Kölner Portal „domradio.de". 1990 hatte Beckenbauer als Teamchef der deutschen Fußball-Nationalmannschaft den Kapuzinerpater als Seelsorger mitgenommen zur Weltmeisterschaft in Italien. „Da kommt der Pater, der uns geholfen hat, Weltmeister zu werden", sagte Beckenbauer danach stets, wenn beide sich trafen.

Der Ordensmann berichtete weiter, er sei Beckenbauer seitdem freundschaftlich verbunden gewesen und habe auch dessen Haus gesegnet: „Ich habe ihm aus Altötting eine große Weihekerze gebracht, die war zwei Meter hoch. Er hat sie im Zimmer aufgestellt und das Kreuzzeichen mit einer gewissen inneren Ergriffenheit gemacht." Eine besondere Geste rechne er dem „Kaiser" bis heute hoch an, fügte Doll hinzu: Als der Pater vor etlichen Jahren einen Besuch bei Katholiken in Island geplant habe, das Geld für die Reise aber nicht aufbringen konnte, habe Beckenbauer ganz selbstverständlich geholfen: „Er fragte, wie viel Geld ich brauchte. Ich war in Verlegenheit und habe nichts gesagt. Dann hat er 1.300 Euro aus dem Geldbeutel gezogen."

Doch bei aller Verbundenheit - nicht allem gab Doll seinen Segen, berichtete er weiter. Beckenbauers Verhältnis zu Frauen stand der Geistliche skeptisch gegenüber, „weil er ja eigentlich in illegitimer Ehe lebte, er war drei Mal verheiratet. Das war natürlich aus katholischer Sicht nicht in Ordnung." Zu seinem 50-jährigen Priesterjubiläum 2019 hatte Doll der Pressestelle der Diözese Würzburg erzählt, er sei der bisher letzte Seelsorger gewesen, der eine Nationalmannschaft zu einem Fußball-Turnier begleitet habe. Franz Beckenbauer habe 2004 dem damaligen Teamchef Rudi Völler nahegelegt, erneut den geistlichen Beistand Dolls bei der Europameisterschaft zu suchen. Der DFB habe dies jedoch abgelehnt.
Foto: Vatican Media.

 

Polnischer Kirchenrebell und Pfarrer Isakowicz-Zaleski gestorben 

Der polnische Priester und Kirchenrebell Tadeusz Isakowicz-Zaleski ist tot. Der landesweit bekannte Geistliche starb nach schwerer Krankheit am Dienstag im Alter von 67 Jahren in einem Spital im südpolnischen Chrzanow, wie der Verein „Gemeinschaft und Gedenken" in Warschau laut Katholischer Nachrichten-Agentur (KNA) mitteilte. Isakowicz-Zaleski, der sich in der katholischen Kirche seit langem für die Betroffenen von Kindesmissbrauch stark machte, war Ehrenmitglied des Vereins. 
Er wurde am 7. September 1956 in Krakau als Sohn eines polnischen Vaters und einer armenischen Mutter geboren. Als Pfarrer war Isakowicz-Zaleski sowohl für die römisch-katholische als auch für die armenisch-katholische Kirche tätig. In Polen machte er sich vor allem einen Namen, weil er als Kirchenmann offen Bischöfe kritisierte. Ein polnischer Publizist würdigte Isakowicz-Zaleski als „Sprecher für Menschen, denen in der Kirche Leid widerfahren ist". 

Katholischer Journalist Peter Musyl verstorben

Der katholische Publizist und Journalist Peter Musyl ist am Wochenende im 90. Lebensjahr verstorben. Musyl war über Jahrzehnte eine prägende Gestalt der katholischen Publizistik in Österreich. Über Jahrzehnte war er Mitglied der Kathpress-Redaktion, „mit der er bis zuletzt in Verbindung und im regen Austausch stand", so Kathpress-Chefredakteur Paul Wuthe: „Mit Peter Musyl verliert nicht nur die Kathpress einen ehemaligen leitenden Redakteur, der die Nachrichtenagentur maßgeblich geprägt hat. Sein Heimgang ist auch ein Verlust für die katholische Publizistik im Land. Seine bis zuletzt im Magazin 'Kirche In' erschienenen Kommentare und Analysen waren für viele eine wichtige Orientierung."
Musyl wurde am 9. Dezember 1934 in Wien geboren. Er begann seine journalistische Karriere in der Lokalredaktion der „Presse", bevor er im März 1960 in die Redaktion der Kathpress wechselte, der er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1994 als Leiter des Ressorts Ausland und zuletzt als Chef vom Dienst und stellvertretender Chefredakteur angehörte.
Musyls journalistische Tätigkeit blieb aber nicht auf die Kathpress beschränkt. Für den ORF (Ö1) lieferte er rund 4.500 Beiträge - Nachrichten aus der christlichen Welt und Kommentare. Auch für Kirchenzeitungen war er als Kommentator tätig, er schrieb unter anderem auch für den Rheinischen Merkur, die Herder Korrespondenz und die deutsche Ausgabe des Osservatore Romano. Schließlich war er auch über Jahrzehnte für das Magazin „Kirche In" tätig.
Musyl war ein lebenslanger Verfechter einer sich stetig reformierenden Kirche. Prägend für sein Kirchenbild war das von Papst Johannes XXIII. einberufene Zweite Vatikanische Konzil (1962-65), für dessen Umsetzung sich Musyl mit seinen Möglichkeiten und Mitteln einsetzte. Musyl gehört auch dem Vorstand der Kirchenreformgruppe „Forum XXIII" an. 49 Jahre war er mit seiner 2010 verstorbenen Frau Hildegard verheiratet. Er lebte zuletzt zurückgezogen in Willersbach in Niederösterreich.

Kurznachrichten 

   

Papst Franziskus hat in scharfen Worten die Unersättlichkeit des Menschen verurteilt. „Aus gesellschaftlicher Sicht ist die Völlerei vielleicht das gefährlichste Laster, das den Planeten tötet", sagte der Papst am Mittwoch bei der Generalaudienz im Vatikan. 

 

Papst Franziskus hat die russischen Raketenangriffe auf die Ukraine verurteilt. Die Kriegshandlungen, die „die Zivilbevölkerung und die lebenswichtige Infrastruktur des Landes getroffen haben, sind schändlich, inakzeptabel und können in keiner Weise gerechtfertigt werden". 

 

Der Vatikan lehnt eine Öffnung des Archivs seiner Botschaft in der Schweiz für Forschungen zum Missbrauchsskandal ab, wie die Schweizer Zeitung „Sonntagsblick" berichtet. Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin habe auf Anfrage mitgeteilt: „Gemäß dem Wiener Übereinkommen über diplomatische Beziehungen sind die Archive der Mission unverletzlich. Von daher können wir das Archiv der Nuntiatur nicht öffnen." 

 

Philippinen. Mehrere Millionen Menschen haben in der Hauptstadt Manila am Fest des „Schwarzen Nazareners", einer Jesusstatue aus dem 17. Jahrhundert, teilgenommen. 

 

Argentiniens neuer Präsident Javier Milei hat Papst Franziskus offiziell in sein Land eingeladen. 

 

Nigeria. Zwei Wochen nach dem verheerenden Massaker zu Weihnachten mit 200 Ermordeten hat sich Kardinal John Onaiyekan mit scharfer Kritik an den Behörden seines Heimatlandes zu Wort gemeldet. Die Anschlagsserie, bei der 37 Dörfer dem Erdboden gleich gemacht wurden, sei genauestens vorbereitet und koordiniert gewesen, was nur durch die „ernste Sicherheitskrise" Nigerias möglich sei. 

 

USA. Der vom Papst aus dem Klerikerstand entlassene frühere Washingtoner Erzbischof Theodore McCarrick muss sich vorläufig nicht mehr vor einem US-Gericht wegen sexueller Übergriffe verantworten. Ein vom Gericht bestellter Psychologe attestierte dem 93-Jährigen Verhandlungsunfähigkeit. 


Deutschland. Das als „modernes, junges Kloster" gegründete Gebetshaus Augsburg will sich künftig zu einer Bewegung entwickeln. 

  

USA. Die katholischen Bischöfe fordern weitere Anstrengungen, um „Kinder und ihre Mütter vor der Tragödie der Abtreibung zu schützen" und eine vollständige Abschaffung des Schwangerschaftsabbruchs. 


Ecuador. Angesichts der Welle eskalierender Bandengewalt in Ecuador haben die Bischöfe des Andenstaates die Bevölkerung vor Panik gewarnt und zu Einheit, Frieden und Geschwisterlichkeit aufgerufen. 

 

Schweiz. Mit dem neuen Webportal www.communio.de möchte die Internationale Katholische Zeitschrift Communio sich aktiv in laufende Debatten einbringen und prononcierte katholische Positionen in der medialen Öffentlichkeit beziehen. 

 

Deutschlands Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat erstmals an der traditionellen orthodoxen Andacht zur Wassersegnung an der Spree in Berlin teilgenommen. 


Österreich

 Österreich. Die Katholische Kirche hat die Vorschläge der Regierung für die Lehrer-Ausbildung ausdrücklich begrüßt. Die Reform bringt eine kürzere Ausbildungsdauer, mehr Praxisanteile, eine bessere Vereinbarkeit von einer ersten Lehrer-Tätigkeit mit dem Masterstudium sowie eine Möglichkeit für innovative Fächerbündelstudien. 

 

Wien. Einen „enormen Andrang" bei ihren Winter-Notquartieren meldet die Caritas in Wien. Auch die mobilen Straßenteams der Hilfsorganisation befänden sich aufgrund der niedrigen Temperaturen aktuell im Dauereinsatz. 

 

Oberösterreich. Die Diözese Linz errichtet am Freinberg einen neuen Campus für alle ihre Ausbildungs- und Forschungsstätten. Beim EU-weit ausgeschriebenen Architektenwettbewerb hat sich das Atelier Thomas Pucher aus Graz gegenüber 18 Mitbewerbern durchgesetzt. 

 

Wien. Der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG), Oskar Deutsch, hat SPÖ-Obmann Andreas Babler für dessen Haltung zum Nahost-Konflikt kritisiert. 

 

Niederösterreich. In St. Pölten gibt es seit 6. Jänner eine neue ukrainische griechisch-katholische Gemeinde. 

Neuer Generalabt der Augustiner-Chorherren

Eduard Fischnaller ist neuer Generalabt der Kongregation der Österreichischen Augustiner-Chorherren. Der 54-jährige Propst des Südtiroler Stiftes Neustift bei Brixen wurde beim Generalkapitel im Stift St. Florian an die Spitze der Kongregation gewählt, der sechs Augustiner-Chorherren-Stifte in Österreich und Südtirol angehören. 
Fischnaller folgt als Generalabt auf den St. Florianer Propst Johann Holzinger (72), der dieses Amt seit 2017 inne hatte.
Propst Fischnaller wurde 1969 im Südtiroler Ort Rodeneck geboren und trat 1993 in das Stift Neustift ein. Nach Ablegung der Ewigen Profess und Abschluss seines Theologiestudiums wurde er 1998 zum Priester geweiht. Die Mitbrüder des Klosters wählten ihn 2015 zum Propst.
Zur Österreichischen Augustiner-Chorherren-Kongregation gehören die Stifte Klosterneuburg, St. Florian, Herzogenburg, Vorau, Reichersberg und Neustift bei Brixen (Südtirol). 
In den sechs zur Kongregation zählenden Augustiner-Chorherrenstiften leben insgesamt derzeit ca. 120 Ordensleute. Die Mehrzahl von ihnen ist in der Seelsorge der 125 Pfarren tätig, die in Österreich und Südtirol den Augustiner-Chorherren anvertraut sind. 

Foto: Stift Neustift.

Auch das noch...

Von Kaiser Franz Joseph gestiftete „Papst"-Monstranz restauriert

Ein besonders wertvolles Altöttinger Schmuckstück ist kurz vor dem Jahreswechsel frisch restauriert in die Anbetungskapelle zurückgekehrt. Dabei handelt es sich um die sogenannte Papst-Monstranz, wie das „Passauer Bistumsblatt" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet. Denn Papst Benedikt XVI. übertrug bei seinem Altötting-Besuch 2006 mit dieser Monstranz das Allerheiligste in die neue Anbetungskapelle, wo er zum ersten Beter wurde. Drei nicht genannt werden wollende Spenderinnen übernahmen nun die Kosten für die Renovierung.
Ursprünglich hatte Kaiser Franz Joseph I. die Monstranz dem oberbayerischen Marienwallfahrtsort einst gestiftet, wie es heißt. Er und seine Frau Elisabeth, genannt „Sisi", waren große Verehrer der Altöttinger Madonna. Sisis Brautkranz wird gleichfalls in der örtlichen Schatzkammer aufbewahrt. Die Monstranz, aus Silber getrieben, gegossen und feuervergoldet stammt den Angaben zufolge aus der Zeit um 1680 und ist 91 Zentimeter groß. Geschaffen hat sie der Augsburger Meister Georg Berchtold.
 

Kamerun: Sorge um zunehmende „Entführungsindustrie" 

Auf ein bisher weithin wenig beachtetes Problem sich häufender Entführungen im Norden Kameruns hat die römische Presseagentur Fides hingewiesen. Bauern, Viehzüchter, Händler und Mitarbeiter von Hilfswerken würden oft Opfer dieser kriminellen Praxis, wobei sich eine „regelrechte Entführungsindustrie" entwickelt habe. Die Opfer würden gezielt ausgewählt in der Hoffnung, sie könnten aufgrund ihres offensichtlichen Reichtums im Vergleich zur restlichen Bevölkerung in einem wirtschaftlich schwachen Gebiet auf die Lösegeldforderungen eingehen. Auch die angrenzenden Gebiete des Tschad, Nigerias und der Zentralafrikanischen Republik seien betroffen. 
Die meisten Entführungen würden von Fulani-Nomaden, Mbororo und arabischen Choa begangen, hieß es. Dabei handle es sich um arabisch- oder fulfulde-sprechende Gruppen, die hauptsächlich in der Region Bornou im Tschad und im Norden Kameruns lebten. Ihre Akzente seien unterschiedlich und umfassten die Dialekte von Kamerun, Tschad, Niger, Sudan und Zentralafrika. 

Neuer Großerzbischof in indischer Ostkirche

Eine große Gruppe indischer Christen, die mit der katholischen Kirche verbunden sind, haben eine neue Leitung. Papst Franziskus hat die Wahl von Raphael Thattil (67) zum neuen Großerzbischof von Ernakulam-Angamaly im Bundesstaat Kerala und damit zum Oberhaupt der mit Rom unierten Syro-malabarischen Kirche angenommen. Das teilte der Vatikan am Mittwoch mit. Die 53 wahlberechtigten Bischöfe der Syro-malabarischen Kirche hatten den bisherigen Bischof der Eparchie Shamshabad am Dienstag bei ihrer Synode in Kochi zum Großerzbischof gewählt. Thattil folgt auf Kardinal George Alencherry (78), der am 7. Dezember von seinem Amt zurücktrat. 
Die Wahl des neuen Großerzbischofs erfolgte inmitten eines Liturgiestreits in der Syro-malabarischen Kirche, in den sich zuletzt auch der Papst eingeschaltet hatte. In einer kurzen Erklärung zu seiner Ernennung betonte Thattil nach Angaben des Portals „Ucanews" am Mittwoch die Notwendigkeit der Einheit unter den Mitgliedern der Kirche und erklärte: "Meine neue Rolle besteht darin, mit Ihnen zusammenzuarbeiten." 
Die Syro-malabarische Kirche führt ihre Wurzeln auf den Apostel Thomas zurück, der Jerusalem im Jahr 40 n. Chr. verlassen haben soll und der Legende nach im Jahre 53 nach Indien kam. 
 

Afrikanischer Erzbischof Kpodzro stirbt im schwedischen Exil

Philippe Kpodzro, von 1992 bis 2007 katholischer Erzbischof von Lome in Togo, ist tot. Er starb nach Angaben der Togolesischen Bischofskonferenz im Alter von 93 Jahren am Dienstag in Schweden, wo er zuletzt im Exil lebte.
Nach Eintritt in den Ruhestand unterstützte Kpodzro wortgewaltig die Opposition in seinem afrikanischen Heimatland und kritisierte die Regierung von Präsident Faure Gnassingbe. Dessen Familie ist seit 1967 an der Macht.
Der emeritierte Erzbischof forderte unter anderem eine Reform des Wahlrechts und trat für die Meinungsfreiheit ein. Im Präsidentschaftswahlkampf 2020 trat der Geistliche mehrfach mit Kandidat Agbeyome Kodjo auf, um ihn zu unterstützen. Nach der Verhaftung des Oppositionspolitikers im April 2020 war Kpodzro stundenlang verhört worden. Anschließend ging er ins Exil nach Schweden.