JA 

die neue Kirchenzeitung

14. November 2021 

Ein kleiner großer Altösterreicher

Unter den 60 Persönlichkeiten, derer die UNO-Kulturorganisation UNESCO in den kommenden beiden Jahren gedenkt, sind auch herausragende Christen: Therese von Lisieux, Nerses der Große von Armenien, Nikolaus Kopernikus und Gregor Mendel.
Letzterer war mährischer-österreichischer Augustiner-Abt, der mit seiner Vererbungslehre die Biologie seiner Zeit revolutioniert hat. Am 20. Juli 2022 wird sein 200. Geburtstag begangen.
„Das Genie des Christentums ist es, Persönlichkeiten zu gebären, die fähig sind, in allen möglichen Bereichen zu arbeiten", sagte Erzbischof Francesco 

Follo, der ständige Beobachter des Heiligen Stuhls bei der UNESCO, gegenüber Vatican News, als Reaktion auf die Entscheidung der UNESCO. 
Die Kreuzungs-Versuche, die Mendel  über viele Jahre privat im Klostergarten durchführte, folgten einem völlig neuen Ansatz in der Vererbungslehre. Deren Ergebnisse wurden lange in Fachkreisen nicht verstanden und erst lange nach seinem Tod, von anderen Wissenschaftlern, die selber übereinstimmende Resultate erhalten hatten, wiederentdeckt. 
Eine kürzlich durchgeführte anthropologische Untersuchung belegt: 
Gregor Mendel war klein von Gestalt, besaß jedoch ein überdurchschnittlich großes Gehirn.  Tschechen und Österreicher dürfen sich über den kleinen Großen freuen.                                                                                                     P. Udo

Kirche in Not: In Burkina Faso werden gezielt Christen verfolgt

In Burkina Faso hat sich die Sicherheitslage nach Informationen von „Kirche in Not" in den vergangenen Monaten zunehmend verschlechtert. So sollen gezielt christliche Minderheiten in dem westafrikanischen Land verfolgt worden sein, teilte das Hilfswerk in München mit. 
Es stützt sich dabei auf lokale Ansprechpartner aus der katholischen Diözese Dori im Norden des Landes, nahe der Grenze zu Mali und Niger. Diese wollten jedoch aus Sicherheitsgründen anonym bleiben.
Den Augenzeugen zufolge erobern derzeit dschihadistische Extremisten immer mehr Dörfer in der Region. Nachdem sie die Orte unter Kontrolle gebracht hätten, erhöben sie eine „Steuer" auf jedes Stück Vieh. Seien die Besitzer nicht in der Lage, diese Zwangsabgabe zu zahlen, beschlagnahmten die Extremisten die Tiere. Dieses Vorgehen betreffe Muslime und Christen gleichermaßen. 
Allerdings hat sich laut „Kirche in Not" das Vorgehen gegen christliche Bauern zuletzt noch verschärft. Die Angreifer hätten ausdrücklich nach der Religion der Eigentümer einer Viehherde gefragt. Bei Christen hätten sie erklärt, „sie wollten nicht nur die Tiere mitnehmen, sondern auch deren (christliche) Besitzer töten", so die Zeugen.
Nach „Kirche in Not" vorliegenden Berichten konnten in der letzten Oktoberwoche rund 150 Personen - darunter schwangere Frauen und Kinder unter fünf Jahren - aus zwei Ortschaften an der Grenze zu Niger vor den Terrorgruppen fliehen. Der Bischof von Dori, Laurent Birfuore Dabire, sagte dem Hilfswerk, der Norden des Landes drohe "vom Rest des Landes abgeschnitten zu werden, wenn die Situation sich nicht verbessert". Die Extremisten hätten Verbindungsstraßen und teilweise auch die Kommunikationsinfrastruktur unter ihre Kontrolle gebracht. Die staatlichen Truppen hätten dem wenig entgegenzusetzen.
Burkina Faso wird von islamistischen Terrorgruppen heimgesucht. Erhebungen zufolge ist es zu einem der Hauptoperationsgebiete des militanten Dschihadismus in Afrika geworden. Mit etwa 55 Prozent sei die Mehrheit der Bewohner des Landes muslimischen Glaubens, etwa 24 Prozent seien Christen. Der Rest hänge traditionellen Religionen an. In der Diözese Dori seien die Christen jedoch mit unter zwei Prozent in der absoluten Minderheit und hätten kaum gesellschaftliche Fürsprecher.
FOTOS: Kirche in Not.
 

Syrisches Hilfswerk: Die letzten Fachkräfte verlassen das Land

Immer mehr Menschen in Syrien sind nach mehr als zehn Jahren Krieg und Elend physisch und psychisch am Ende. Und immer mehr wollten nur mehr weg aus ihrer Heimat. Das betont Nabil Antaki vom Hilfswerk der Blauen Maristen in einem aktuellen Schreiben an die Initiative Christlicher Orient (ICO), das Kathpress vorliegt. 80 Prozent der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze, 60 Prozent hätten nicht genug zu essen. Immer mehr Menschen würden es bedauern, dass  sie das Land nicht schon zu einer Zeit verlassen haben, als das noch leichter möglich war, so Antaki. Wer immer kann, versuche zu gehen.
Die Blauen Maristen sind eine in der nordsyrischen Metropole Aleppo tätige Organisation und seit vielen Jahren Projektpartner der ICO. Allein im August 2021 hätten 17.000 junge Menschen aus Aleppo das Land verlassen, berichtete Antaki. Die meisten würden in Ägypten ihr Glück suchen. Damit verließen aber auch noch die letzten Fachkräfte das Land. Es fehle schlicht an allem; besonders an Ärzten, Ingenieuren oder qualifizierten Handwerkern.
Für das Elend im Land machte Antaki vielfache Gründe aus: den Krieg, die westlichen Wirtschaftssanktionen, Covid und die Finanzkrise im Libanon, die auch viele Syrer hart getroffen hat, da sie ihre im Nachbarland angelegten Ersparnisse verloren.
 

Hilfswerke verurteilen Lukaschenkos Umgang mit Flüchtlingen

Nachdem inzwischen Tausende Migranten im Grenzgebiet zwischen Polen und Belarus festsitzen, haben Menschenrechtsorganisationen und Hilfswerke den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko scharf kritisiert. „Hier werden unschuldige Menschen missbraucht, um die EU zu spalten, weil der belarussischen Seite das als Vergeltung für die Sanktionen gegen ihr Land angemessen erscheint", erklärte der Hauptgeschäftsführer des deutschen katholischen Osteuropa-Hilfswerks Renovabis, Thomas Schwartz.
Die Hilfsorganisation stehe in direktem Austausch mit Partnern in Polen. Demnach komme es an der polnisch-belarussischen Grenze immer wieder zu Zusammenstößen zwischen Flüchtlingen und polnischen Sicherheitskräften. „Die Flüchtlinge werden entweder gar nicht erst ins Land gelassen oder sie werden mit Gewalt oder Gewaltandrohung wieder zurück nach Belarus geschickt - entgegen dem internationalen Recht auf Asyl", so Schwartz. Gemeinsam mit den polnischen Bischöfen appelliert das Hilfswerk an die Verantwortlichen in beiden Ländern, den Migranten Hilfe zukommen zu lassen.
Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) wertet die Instrumentalisierung der Migranten durch das Regime in Minsk „als Verbrechen gegen die Menschlichkeit und kriegerischen Akt gegen Europa" und warnt vor einer "neuen Form des Kalten Krieges" an der polnisch-belarussischen Grenze. Die Menschenrechtler werfen Lukaschenko vor, Migranten aus Afghanistan, dem Irak oder Syrien gezielt nach Belarus zu holen und dann über die Grenze zu schicken, um damit die EU zu destabilisieren. „Den Tod hilfesuchender Menschen nimmt Lukaschenko dabei bewusst in Kauf", so die IGFM. Die Organisation fordert, den Machthaber vor dem Internationalen Strafgerichtshof zur Verantwortung zu ziehen. Ebenso müsse eine weitere Annäherung von Belarus an Russland verhindert werden, dessen Präsident Wladimir Putin Lukaschenko unterstütze.
 

Katholiken warnen vor Marcos als Präsident der Philippinen

Mit Unverständnis haben philippinische Katholiken auf die Spitzenreiterposition von Ferdinand Marcos Junior im Präsidentenwahlkampf reagiert. Für ihn seien 68 Prozent der Philippinen, so eine am Dienstag laut Katholischer Nachrichten-Agentur (KNA) vom Nachrichtenportal „Manila Times" veröffentlichte Umfrage. Mit 10,8 Prozent liege Vizepräsidentin Leni Robredo weit abgeschlagen auf Platz zwei. 
Die Wähler litten anscheinend unter „Gedächtnisverlust", sagte ein Sprecher der Organisation „Catholic Lay Alliance" mit Verweis auf die Diktatur von Ferdinand Marcos Senior in den 1970er und 1980er Jahren dem asiatischen Pressedienst „Ucanews". "Es ist erstaunlich, wie viele unserer Landsleute die dunkle Ära des Kriegsrechts vergessen haben. Viele haben die Milliarden Pesos vergessen, die von einer Familie gestohlen wurden, die keine Reue gezeigt hat", so der Sprecher. 
Ähnlich äußerte sich der prominente Bürgerrechtler und Priester Flavie Villanueva laut „Ucanews": „Was für Katholiken seid ihr, wenn ihr für Marcos stimmt? Fürchtet euch vor Gott, wenn ihr einen Dieb und Mörder wählt", sagte Villanueva, scharfer Kritiker der Menschenrechtsverletzungen des amtierenden Präsidenten Rodrigo Duterte. Marcos Jr., ein politischer Verbündeter Dutertes, hat sich nie von den schweren Menschenrechtsverbrechen und der Korruption seines Vaters und seiner Mutter Imelda Marcos distanziert.

Annette Kurschus ins höchste Amt der deutschen Protestanten gewählt

Annette Kurschus (58) ist neue Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Der neue Rat und die Kirchenkonferenz der EKD wählten die 58-jährige Theologin am Mittwoch in Bremen. Kurschus ist seit 2012 leitende Geistliche der Evangelischen Kirche in Westfalen. Zur stellvertretenden Ratsvorsitzenden wurde die Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs (60) gewählt. Zusammen mit der im Mai gewählten Präses (Vorsitzenden) der Synode (des Kirchenparlaments), Anna-Nicole Heinrich (25), sind sie die obersten Repräsentantinnen der Protestanten in Deutschland. Erstmals werden alle drei Ämter von Frauen ausgeübt. Die EKD vertritt 20,2 Millionen evangelische Christinnen und Christen in 20 lutherischen, reformierten und unierten Landeskirchen mit 13.200 Kirchengemeinden.
Kurschus folgt als EKD-Ratsvorsitzende auf Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm und ist nach Margot Käßmann die zweite Frau im höchsten Amt der deutschen Protestanten.
Bedford-Strohm fordert radikalen Umbau der evangelischen Kirche
Der scheidende Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm, hat sich für einen radikalen Umbau seiner Kirche ausgesprochen. Diese müsse in der Lebenswirklichkeit der Menschen präsent sein, „anstatt zu warten, dass die Leute zur Kirche kommen", sagte der bayerische Landesbischof im „Interview der Woche" auf BR24. Nicht mehr jede Kirchengemeinde müsse alles anbieten. Es könne auch nicht sein, dass diejenigen, die bisher die Gemeinde prägten, als einzige über die Zukunft entschieden. Es komme nun auf „junge Menschen" an, „die andere Schwerpunkte haben".
FOTO: EKD.
 

Bestürzung über Verhaftung von Salesianern in Äthiopien

Im Konflikt zwischen der äthiopischen Zentralregierung und Rebellen aus dem Norden des Landes werden auch immer mehr kirchliche Einrichtungen zu Zielscheiben. Die Salesianer Don Boscos und mit ihnen kooperierende Hilfswerke fordern aktuell von Äthiopien die umgehende Freilassung von 17 Ordensleuten und Mitarbeitern, die von den Behörden in Addis Abbeba festgenommen worden sind. Die Priester, Ordensfrauen, Diakone und Laienmitarbeiter, die alle aus Tigray und Eritrea stammen, wurden am vergangenen Freitag im Zuge einer Polizeirazzia in der örtlichen Don-Bosco-Zentrale verhaftet. Unter ihnen befindet sich nach Angaben der italienischen Zeitung „Avvenire" auch der Provinzial der Salesianer Don Boscos in Äthiopien, P. Hailemariam Medhin.
„Wir sind bestürzt über das brutale Vorgehen gegen die Salesianer Don Boscos in Äthiopien", erklärte der Gründer und Geschäftsführer der katholischen Hilfsorganisation „Jugend Eine Welt", Reinhard Heiserer, am Mittwoch in Wien. "Ein solches Vorgehen gegen neutrale Ordensleute und ihr Umfeld ist nicht entschuldbar. Die Don Bosco-Partner haben seit fast einem Jahr in der Konfliktregion die Not leidende Bevölkerung versorgt, trotz widriger Umstände. Helfer und Helferinnen dürfen auf keinen Fall zur Zielscheibe in einem Krieg werden", betonte Heiserer. Die Ordensleute und ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen müssten unverzüglich wieder freigelassen werden.
Die Don-Bosco-Partner hätten trotz schwierigster Bedingungen in den vergangenen Monaten versucht, in Tigray Nothilfe in Form von Nahrungsmitteln und Wasser zu verteilen und die Menschen vor Ort  zu unterstützen, teilte "Jugend Eine Welt" mit. Bereits am 29. Oktober habe es einen Bombenangriff auf die direkte Umgebung eines Berufsbildungszentrums der Salesianer Don Boscos in Mekelle in der Region Tigray gegeben. Dabei sollen Berichten zufolge mindestens 14 Menschen ums Leben gekommen sein.
 

Deutsche Bischöfe und Laien werben europaweit für Reformdialog

In einer europaweiten Online-Konferenz haben deutsche Bischöfe und Laienvertreter für ihr Reformprojekt geworben. Zugleich versuchten sie am Mittwochabend, den mehr als 140 Teilnehmenden der Diskussion aus den verschiedensten Ländern die Sorge zu nehmen, die deutschen Katholiken wollten nationale Sonderwege einschlagen, sich von der Weltkirche abspalten oder im Alleingang die Glaubenslehre ändern. „Die katholische Kirche in Deutschland bleibt katholisch, aber wir stellen Fragen", betonte etwa der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf.
Nach der Erschütterung durch den Missbrauchsskandal „gehen wir den Weg der Umkehr und Erneuerung als geistlichen Weg zusammen mit der Weltkirche und wollen das mit Gläubigen aus aller Welt offen diskutieren", erklärte Thomas Sternberg, der demnächst aus dem Amt scheidende Präsident des Synodalen Wegs und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK). Reformen seien aber unumgänglich, um als Kirche wieder glaubwürdig die „wunderbare Botschaft des Evangeliums" verkünden zu können.
Beobachter aus mehreren Ländern
Die Theologin Martina Kreidler-Kos, Leiterin des Seelsorgeamts in der Diözese Osnabrück, berichtete aus dem Synodalforum über Sexualmoral. Ein Großteil der Katholikinnen und Katholiken werde in diesem Bereich gar nicht mehr von der katholischen Lehre erreicht. Hier müsse Kirche wieder klarmachen, dass sie relevant sei für die Lebenswirklichkeit der Menschen. Zum Beispiel müsse sie spürbar machen, „was ein liebender Gott mit den unterschiedlichen Formen der Liebe zwischen den Menschen zu tun hat".
Internationale Beobachter des Synodalen Wegs und andere Interessierte - etwa aus Frankreich, Österreich, Polen, Tschechien, Italien und Rumänien - betonten in ihren Redebeiträgen, sie seien beeindruckt von den Impulsen aus Deutschland und von der strukturierten Herangehensweise. Zugleich gab es aber auch Anfragen, ob manches nicht zu sehr an Strukturen orientiert sei und ob der geistliche Charakter genügend im Blick sei.
 

Portugal: Parlament verabschiedet neues Gesetz zu Sterbehilfe

Das portugiesische Parlament hat am Freitag ein neues Sterbehilfegesetz verabschiedet. Konkret handelt es sich um eine nachgebesserte Gesetzesversion zur Legalisierung medizinisch begleiteter Sterbehilfe, welche die sozialistische Minderheitsregierung von Antonio Costa bereits im Jänner durch das Parlament gebracht hatte.
Portugals konservativer Präsident Marcelo Rebelo de Sousa, ein praktizierender Katholik, legte jedoch sein Veto ein und forderte das Verfassungsgericht auf, die Verfassungsmäßigkeit der ersten Gesetzesfassung zu überprüfen. 
Daraufhin stoppten die Richter im März die Initiative und forderten Nachbesserungen. Der neuen Fassung wurden nun präzisere Beschreibungen der möglichen Bedingungen für medizinisch begleitete Sterbehilfe hinzugefügt.
Damit wäre das mehrheitlich katholische Portugal nun nach Belgien, den Niederlanden, Luxemburg sowie dem benachbarten Spanien das fünfte Land in Europa, in dem die aktive Sterbehilfe unter bestimmten Umständen straffrei ist. Allerdings kann Rebelo de Sousa erneut sein Veto einlegen und die neue Gesetzesversion ebenfalls überprüfen lassen. Wie es nun weitergeht, bleibt offen - zumal Rebelo de Sousa am Donnerstag die Auflösung des Parlaments und Neuwahlen für den 30. Jänner angekündigt hatte, nachdem die sozialistische Minderheitsregierung keine Mehrheit für ihren Haushaltsentwurf 2022 erhalten hatte.

Bischofskonferenz stellt neuen Zeitplan für Weltsynode vor

Nach der Verlängerung von Phase eins der zweijährigen katholischen Weltsynode durch den Vatikan haben die österreichischen Bischöfe einen neuen Zeitplan für die örtlichen synodalen Prozesse in den Diözesen und auf Ebene der Bischofskonferenz vorgestellt. So wird die Abgabefrist für die diözesanen Zusammenfassungen bis 10. April 2022 (Palmsonntag) verlängert. Im Juni 2022 findet dann in Mariazell eine "vorsynodale Beratung der Bischofskonferenz" statt. Jeweils zwei Verantwortliche aus jeder heimischen Diözese sowie insgesamt zehn Vertreterinnen und Vertreter österreichweiter Initiativen werden mit den Bischöfen den Entwurf für die österreichweite Synthese begutachten und diskutieren. Das Dokument muss bis 15. August 2022 an das vatikanische Synodensekretariat gesendet werden.
Foto: Kathpress.
 

Sterbeverfügung: Bischofskonferenz sieht gravierende Gesetzesmängel

Die Österreichische Bischofskonferenz hat am 12. November ihre Stellungnahme zum Sterbeverfügungsgesetz veröffentlicht. Darin wird zusammenfassend festgehalten, dass der Gesetzesentwurf viel zu weit geht und in vielerlei Hinsicht die Vorgaben des Verfassungsgerichtshofes missachtet. Durch die vorgeschlagene Regelung der Beihilfe zum Suizid werde man den zu erwartenden Missbrauch und die Beeinflussung vulnerabler Personen nicht wirksam verhindern können, mahnt die Bischofskonferenz.
Konkret wird in der von Generalsekretär Peter Schipka gezeichneten Stellungnahme u.a. kritisiert, dass die Straflosigkeit der Beihilfe zum Suizid weder an das Vorliegen der Sterbeverfügung noch an die zwölf Wochen Bedenkzeit gebunden ist. Zudem sei die psychische Beihilfe zum Suizid ausnahmslos straflos. Auch werde die Entscheidungsfähigkeit des Suizidenten nicht in jedem Fall verpflichtend von einem Psychiater bzw. Psychologen beurteilt. 
Durch diese drei Punkte wird das VfGH-Erkenntnis missachtet, wird in der Stellungnahme festgehalten, denn der VfGH habe bei seinem Urteil eine gesetzgeberische Neuregelung der Suizidassistenz im Blick gehabt, die eine erlaubte Assistenz nur innerhalb enger Grenzen und unter Sicherstellung eines freiwilligen, selbstbestimmten und dauerhaften Entschlusses des entscheidungsfähigen Suizidenten ermöglicht; ohne Einflussnahme Dritter auf dessen Willensbildung und ausschließlich als Ausnahme von einer weiterhin geltenden generellen Strafbarkeit. 
 

Bischofskonferenz verschärft Corona-Regel für Gottesdienste

Aufgrund deutlich gestiegener Infektionszahlen verschärft die Katholische Kirche ihre Corona-Regelungen: Weiter verpflichtend bleibt bei öffentlichen Gottesdiensten die FFP2-Maske.
Zusätzliche müssen aber alle, die einen liturgischen Dienst versehen, einen 3G-Nachweis erbringen. Die Maskenpflicht kann bei „Feiern aus einmaligem Anlass" wie Taufe, Erstkommunion, Firmung oder Trauung entfallen, wenn eigens die 2G-Regel für alle vereinbart wird.
Ausdrücklich halten die Bischöfe wie bisher schon am grundsätzlichen Verzicht auf die 3G- bzw. 2G-Regel für die Mitfeiernden fest: „Um niemanden von der Feier öffentlicher Gottesdienste von vornherein auszuschließen, ist die Teilnahme weiterhin ohne Nachweis einer geringen epidemiologischen Gefahr möglich." Die weiterhin geltenden Schutzmaßnahmen seien aber nötig, um Gottesdienste ohne Gefährdung und in Würde zu feiern. „Wesentliche Voraussetzungen sind Eigenverantwortung und Rücksichtnahme."
Ausgenommen von der Maskenpflicht sind Kinder bis zum 6. Lebensjahr und Personen, die mit ärztlicher Bestätigung aus gesundheitlichen Gründen keinen Mund-Nasen-Schutz (MNS) tragen können. Schwangere und Kinder von sechs bis 14 dürfen statt der FFP2-Maske einen MNS tragen. Bei Gottesdiensten unter freiem Himmel besteht keine Maskenpflicht.
Einzuhalten sind weiterhin zahlreiche Hygienemaßnahmen. So muss Desinfektionsmittel bereitgestellt werden, ein Willkommensdienst soll Besucher empfangen und auf die Regeln hinweisen. Bei „religiösen Feiern aus einmaligem Anlass" - also Taufe, Erstkommunion, Firmung und Trauung - sind weiterhin ein Präventionskonzept und ein Präventionsbeauftragter verpflichtend vorzusehen.
Festgehalten wird, dass liturgische Dienste - insbesondere jener von Ministrantinnen und Ministranten – „wesentlich und erwünscht" sind. Neu ist, dass der Vorsteher der Feier und alle weiteren liturgischen Dienste über einen 3G-Nachweis verfügen müssen und zusätzlich vor der Feier die Hände gründlich waschen oder desinfizieren müssen. „Der Vorsteher der Feier ist dafür verantwortlich, dass die Einhaltung der Vorgaben kontrolliert wird", heißt es ausdrücklich.
Rahmenordnung und Präventionskonzept im Wortlaut unter www.bischofskonferenz.at/behelfe/corona-rahmenordnung-und-praeventionskonzept

Altabt Burkhard Ellegast 90

Mit einer Festmesse in der Stiftskirche Melk haben Konvent, Benediktinerorden, Diözese St. Pölten und Land Niederösterreich am Samstag den 90. Geburtstag von Altabt Burkhard Ellegast gefeiert. Zelebrant war Abt Georg Wilfinger im Beisein von Abt Berthold Heigl  (Stift Seitenstetten) und Pater Ludwig Wenzl.
Die Predigt hielt Prior P. Jakob Deibl. Er erwähnte u.a., dass Ellegast Initiator der zwanzig Jahre dauernden umfassenden Renovierung und Bestandssicherung der Stiftskirche und der gesamten Klosteranlage war. Viele Innovationen seien ihm zu verdanken. Neben seiner Tätigkeit als Lehrer und Abt habe er sich Jahrzehnte mit der Erforschung der Geschichte des Stiftes Melk beschäftigt, besonders mit der Baugeschichte der Stiftskirche. Der Abt habe aber auch das Haus im Geiste des Zweiten Vaticanums geöffnet. „'Mach es anders': Der flammende Appell war auch für ihn persönlich wegweisend; stets hat er die Grenzen neu ausgelotet, nach Lösungen gesucht. Der Grundsatz begleitet ihn bis heute", so Deibl.
Burkhard Ellegast wurde am 6. November 1931 in Melk geboren, besuchte das Stiftsgymnasium und trat nach der Matura in das Stift ein; er studierte Theologie in Salzburg und später Latein und Griechisch in Wien. 1956 wurde er durch den späteren Kardinal Franz König zum Priester geweiht. 1963 absolvierte er die Lehramtsprüfung, er promovierte zum Dr. phil, das Thema seiner Doktorarbeit waren die Handschriften der „Regula Benedicti".
Burkhard Ellegast war Konviktserzieher, Gymnasialprofessor und Novizenmeister, 1975 wurde er zum 66. Abt des Stiftes Melk gewählt, 2001 trat er nach den Bestimmungen der Österreichischen Benediktinerkongregation an seinem 70. Geburtstag zurück.
FOTO: Stift Melk.

Kurznachrichten

Papst Franziskus hat am Freitag im italienischen Wallfahrtsort Assisi zu mehr Engagement für Arme und Bedürftige aufgerufen. Es sei an der Zeit, ihnen „ihre Stimme wiederzugeben", sagte er bei einem Gebetstreffen in der Basilika Santa Maria degli Angeli. Bei dem „privaten Besuch" tauschte sich der Papst mit 500 armen Menschen aus verschiedenen Teilen Europas aus. 

 

Papst Franziskus hat in einer Botschaft an das am 11. November gestartete Pariser Friedensforum 2021 zu einer weltweiten Waffenabrüstung aufgerufen. Die Idee vieler Staaten, Waffen nur als Abschreckung zu nutzen, habe sich oft als trügerisch herausgestellt.

 

Papst Franziskus hat Antisemitismus verurteilt und zu Brüderlichkeit aufgerufen: „Die Bedrohung durch den Antisemitismus, die in Europa und anderswo immer noch schwelt, ist eine Lunte, die man auslöschen muss".

 

Bartholomäus I., der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, ist nach seiner wegen einer Stent-Implantation ungeplant verlängerten USA-Reise nach Istanbul zurückgekehrt. 

 

Italien. Die Diözese Rom hat die Feier der sogenannten „Alten Messe" während der Osterfeiertage verboten. 

 

In Myanmar verschärft sich der Krieg der Junta gegen die Bevölkerung und gegen katholische Gotteshäuser. Im Shan-Staat beschoss das Militär ein Nonnenkloster und eine Kirche, wie der asiatische Pressedienst "Ucanews" am Mittwoch berichtete. 

 

Schweiz. Die Zahl der katholischen Taufen ist im Corona-Jahr 2020 massiv gesunken. Während 2019 schweizweit noch 17.700 Menschen - mehrheitlich Kinder - getauft wurden, waren es 2020 nur noch knapp 12.000.

 

Ungarn. Die große Bedeutung des jüngsten Papstbesuchs in Budapest und des erfolgreich durchgeführten Eucharistischen Weltkongresses hat der ungarische Kanzleramts-Staatssekretär Miklos Soltesz betont. Vom Kongress seien Geist, Kraft und Gebet ausgegangen; er hoffe, dass dies bewahrt werden könne, sagte Soltesz laut „Magyar Kurir".

 

Italien ist nach Worten des Präsidenten der „Stiftung Migranten", Erzbischof Gian Carlo Perego, vielmehr ein Land der Auswanderer als der Einwanderer. In diesem Jahr hätten bereits rund 250.000 Italiener der Arbeit oder des Studiums wegen ihre Heimat verlassen.

 

Paraguay. Die katholische Kirche  hat zu Protesten gegen die Wahl eines Richters für den Obersten Gerichtshof aufgerufen. Der Erzbischof der Hauptstadtdiözese Asuncion, Edmundo Valenzuela, begründete seinen Aufruf mit einer zunehmenden Politisierung des Obersten Gerichts und der Justiz. 

 

Boliviens Kirche mahnt nach vier Tagen mit Streiks und Protesten zu einem „Sozialen Waffenstillstand“.

 

Frankreich. Die katholische Kirche  will einen Fonds für Anerkennungs- und Entschädigungszahlungen an Missbrauchsbetroffene einrichten. Die notwendigen Gelder soll eine neu eingerichtete Kommission aus dem Verkauf von Kirchengütern aufbringen.

 

Deutschland. Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hat die Kirchen aufgerufen, sich noch umfangreicher von judenfeindlichen Skulpturen und Bildern an ihren Gotteshäusern zu distanzieren. 

Deutschland. Der Münchner Erzbischof Kardinal Reinhard Marx hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Laut Mitteilung ist der 68-jährige frühere Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz vollständig geimpft.

Polen. Nach dem Tod einer Schwangeren in einem Krankenhaus  haben auch am Sonntagabend Tausende Menschen in mehreren Städten des Landes gegen das fast vollständige Verbot von Abtreibungen protestiert. In Krakau versammelten sie sich auf dem Hauptplatz und zogen zur Residenz des Erzbischofs und zu einem Büro der nationalkonservativen Regierungspartei PiS. 

 

Tschechiens Bischöfe aus Tschechien sind am 11. November  von Papst Franziskus in Audienz empfangen worden. Der Prager Erzbischof Kardinal Dominik Duka (79)  konnte wegen einer Covid-19-Erkrankung nicht zum am Sonntag begonnenen Ad-limina-Besuch der Bischöfe nach Rom reisen.

 

Ägypten. Ein Ökumenisches Dialogzentrum hat der griechisch-orthodoxe Patriarch von Alexandria und ganz Afrika, Theodoros II., am historischen Georgskloster in der Kairoer Altstadt eingeweiht. 

 

Italien. Im Südtiroler Kloster Säben nehmen die Benediktinerinnen Ende November Abschied. Die letzten beiden dort noch lebenden Ordensfrauen werden ins Zisterzienserinnenkloster Mariengarten nach St. Pauls übersiedeln. Damit geht nach 335 Jahren eine Ära zu Ende. 


Österreich


Wien. Die Caritas spricht sich für eine Impfpflicht für Mitarbeiter in Spitälern, Pflegeheimen, Sozialeinrichtungen, Schulen und Kindergärten aus. 

 

Tirol. Auf den starken Anstieg bei der Zahl an Klienten, die Sozialberatungsangebote in Anspruch nehmen, macht die Caritas der Diözese Innsbruck aufmerksam. In manchen Monaten hätten wegen der Corona-Krise zuletzt mehr als doppelt so viele Menschen wie in Vorjahren bei der Caritas um Hilfe angesucht. 

 

Oberösterreich. Der Linzer Pastoralrat fordert gemeinsam mit der Katholischen Aktion  die politisch Verantwortlichen in der österreichischen Bundesregierung und im oberösterreichischen Landtag auf, eine überschaubare Zahl von anerkannten Geflüchteten aus Griechenland (z.B. 100 Familien) in Österreich aufzunehmen. In OÖ sind 76 Pfarrgemeinden seit Monaten bereit, anerkannte Geflüchtete aus Griechenland aufzunehmen und zu begleiten. 

 

Wien. Eine Aufstockung der Mittel für Entwicklungszusammenarbeit (EZA) im Budget 2022 fordern Caritas und Rotes Kreuz.

 

Tirol. Erschüttert über die Beschädigung des Mahnmals „Mobiles Bethaus" in Innsbruck haben sich die Katholische und die Evangelische Kirche in Tirol sowie das christlich-jüdische Lokalkomitee geäußert. Die Unterzeichnenden betonten ihre Solidarität mit der jüdischen Gemeinde in Innsbruck.  Das „Mobile Bethaus" war erst am 9. November auf dem Platz vor dem Innsbrucker Landestheater zum Gedenken an die Opfer der Novemberpogrome von 1938 errichtet worden. 

 

Kärnten. Holz und Glas dominieren das neue Pastoralzentrum in Maria Feicht, das zur Pfarre St. Gandolf im Kärntner Glantal gehört. Der architektonisch bemerkenswerte, minimalistische Bau ist jetzt mit einer Anerkennung im Rahmen des Kärntner „Holzbaupreises 2021" ausgezeichnet worden. 

Wissenschafter untersuchen DNA von Gregor Mendel
UNESCO ehrt den Genetik-Pionier mit einem Gedenktag

Tschechische Wissenschaftler haben die ersten Ergebnisse einer DNA-Untersuchung der Gebeine des Augustinermönchs und „Vaters der Genetik" Gregor Johann Mendel (1822-1884) präsentiert. Im Vorfeld von Mendels 200. Geburtstag am 20. Juli 2022 war im Sommer die Grablege des Ordensmanns auf dem Zentralfriedhof in Brno (Brünn) geöffnet worden. Durch die Sequenzierung der Knochen des Altbrünner Abtes am Mitteleuropäischen Technologischen Institut (CEITEC) konnte zunächst eindeutig die Identität des Beigesetzten festgestellt werden. Möglich war dies durch den Vergleich mit der DNA aus Haaren, die in einem von Mendel genutzten Lehrbuch gefunden worden waren, wie tschechische Medien berichten.
Gregor Mendel ist eine der 60 Persönlichkeiten, derer die UNO-Kulturorganisation UNESCO in den kommenden beiden Jahren gedenkt.
Ein kleiner Mann mit überdurchschnittlich großem Gehirn
Bei der anthropologischen Untersuchung in einem Laboratorium der Brünner Masaryk-Universität konnten auch mithilfe der im Blechsarg vorgefundenen Kleidungsstücke die biometrischen Daten Mendels ermittelt werden. Demnach war der Augustinermönch 167 Zentimeter groß und hatte ein überdurchschnittlich großes Gehirn. Auf Basis der biometrischen Untersuchung des Schädels wollen die Forscher eine sogenannte „Superprojektion" des Gesichts erarbeiten, die einen Vergleich mit zugänglichen Bildern und Fotografien Mendels ermöglicht. Ein besonderes Interesse gilt auch einer möglichen Erbkrankheit Mendels, deren Regeln er selbst erforscht hat. Die Forschung daran wird allerdings noch dauern, wie die beteiligten Wissenschaftler mitteilten.
20 Wissenschaftler beteiligt
An der Auswertung der Grabfunde, die auch Kreuze, Überreste eines Rosenkranzes und eine Zeitung vom Oktober 1883 enthalten, sind rund 20 Wissenschaftler der Philosophischen, Naturwissenschaftlichen und Medizinischen Fakultäten der Masaryk-Universität beteiligt. Die neu gewonnenen Ergebnisse sollen auf einer internationalen Genetik-Konferenz vom 20. bis 22. Juli 2022 in Brno vorgestellt werden. Schon jetzt konnten drei Nobelpreisträger für Referate auf der Konferenz gewonnen werden.
Die Stadt Brno hat der Öffnung der Augustinergruft auf dem kommunalen Zentralfriedhof zugestimmt und wird dem Ansuchen des Ordens nachkommen, ihm die Gebeine ihres berühmtesten Mitglieds zu schenken. Die Hauptstadt der Region Südmähren setzt große Hoffnungen in die für nächstes Jahr geplanten Feierlichkeiten zum 200. Geburtstag Mendels. Brünn soll als Ort der Wissenschaften auch in der Gegenwart präsentiert werden.
Die Augustiner-Eremiten in der Brünner Altstadt mussten ihr Kloster zu Sankt Thomas infolge der Josephinischen Reformen 1783 verlassen und sich im aufgelassenen Zisterzienserkloster im damals noch nicht zur Stadt gehörenden Altbrünn (Stare Brno) ansiedeln. Bis heute ist es die einzige Augustiner-Abtei weltweit.
Mendel, ein Sohn österreichisch-schlesischer Kleinbauern, musste aus Armut 1843 sein Studium abbrechen und trat ins Kloster ein. Im Klostergarten führte Mendel seine berühmten Kreuzungsversuche mit Erbsenpflanzen durch und entdeckte dabei die grundlegenden Gesetze der Vererbung. Ab 1868 war er Abt von Sankt Thomas.



Auch das noch...

Deutlich weniger Priester in Italien

Priestermangel wird auch im katholisch geprägten Italien zunehmend zum Problem. Laut einer aktuellen Auswertung der Italienischen Bischofskonferenz beträgt die Zahl der Priester in dem Mittelmeerland aktuell rund 31.800. Dies seien elf Prozent weniger als zehn Jahre zuvor. Ohne den verstärkten Zuzug ausländischer Geistlicher wäre diese Entwicklung noch deutlicher ausgefallen, hieß es. Ihr Anteil liege in Italien mittlerweile bei 8,3 Prozent.
Das Land hat rund 25.600 katholische Gemeinden. In diesen arbeiten etwa 15.100 Priester; mehr als die Hälfte sind demnach nicht als Gemeindepfarrer tätig. Das Durchschnittsalter aller Priester liegt nach Angaben der Bischofskonferenz bei 60,6 Jahren.

Diplomatische Gespräche in Moskau

Der Außenbeauftragte des Heiligen Stuhls, Erzbischof Paul Gallagher, hat am 10. November einen mehrtägigen Besuch in Moskau beendet. 
In der russischen Hauptstadt kam der britische Kurienerzbischof zu diplomatischen Gesprächen mit Regierungschef Michail Mischustin und Außenminister Sergej Lawrow zusammen. 
Auch eine Begegnung mit dem russisch-orthodoxen Metropoliten Hilarion (Alfejew), der das Außenamt des Moskauer Patriarchats leitet, stand auf dem Programm. Am Dienstagabend feierte Gallagher mit den katholischen Bischöfen Russlands eine Messe in der Kathedrale der Unbefleckten Empfängnis. 
Für den Kurienerzbischof war es der erste Besuch in Moskau seit seinem Amtsantritt als päpstlicher Außenbeauftragter Ende 2014.
Außenminister Lawrow würdigte bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Gallagher die auf internationale Stabilität, eine friedliche Lösung von Konfliktsituationen und die Entwicklung des zwischenkirchlichen Dialogs gerichteten Bemühungen des Heiligen Stuhls. Hinsichtlich der Themen des Gesprächs mit dem Vatikanvertreter nannte der russische Außenminister u.a. die Lage in verschiedenen Krisenregionen weltweit, darunter den Nahen Osten, Afghanistan und Berg-Karabach, aber auch den Schutz von Christen und den Bereich Abrüstung und Waffenkontrolle. 
Russland und der Heilige Stuhl haben erst ab 2009 volle diplomatische Beziehungen aufgenommen. 

Neue "Doctoral School" für Theologie und Religionswissenschaft

Mit einer eigenen „Doctoral School of Theology and Resarch on Religion" (VDTR) will die Universität Wien die akademische Ausbildung in diesen Fächern weiter profilieren. Ziel ist eine bessere Förderung und Vernetzung des akademischen Nachwuchses.
Die VDTR ist eine von 15 „Doctoral Schools" an der Universität Wien. Beteiligt sind die Katholisch-Theologische Fakultät, die Evangelisch-Theologische Fakultät sowie das Forschungszentrum „Religion and Transformation in Contemporary Society" (RaT). Die Leitung wechselt alle zwei Jahre unter den Vertretern der beteiligten Einrichtungen. Zum Start wird die VDTR vom Wiener katholischen Neutestamentler Prof. Markus Tiwald geleitet. Ko-Direktoren sind Prof. Christian Danz (Evangelisch-Theologische Fakultät) und Prof. Gerhard Langer (RaT)
Die VDTR sei bewusst interdisziplinär und international ausgerichtet und trete mit der Absicht an, unterschiedlichste religiöse Gemeinschaften und Traditionen zu verbinden, so Markus Tiwald in seiner Begrüßung. Schließlich stelle die Suche nach Sinn und Orientierung trotz abschmelzender  konfessioneller Milieus weiterhin ein breites und interessantes Forschungsfeld dar. In dieser Breite, die theologische Fächer ebenso umfasst wie religionswissenschaftliche Fächer und Bereiche, sei die VDTR „weltweit einzigartig", so Tiwald. Bis Ende 2022 sollen rund 160 Doktoranden in das Programm der VDTR aufgenommen werden.  

Ungarische Ausstellung über Christenverfolgung in Wien 

Die Christenverfolgung in weltweiten Konfliktgebieten steht im Zentrum der Ausstellung „Kreuz im Feuer" in der Wiener Augustinerkirche, die am Freitagnachmittag mit prominenter Besetzung aus den Reihen der ungarischen Regierung gestartet und bis 15. Dezember geöffnet ist. Gergely Gulyas, Minister im Amt des Ministerpräsidenten, Tristan Azbej als Staatssekretär für die Hilfe verfolgter Christen, sowie der ungarische Botschafter Ador Nagy sprachen bei der Eröffnung, sowie auch die ÖVP-Menschenrechtssprecherin Gudrun Kugler. Anschließend fand ein ökumenischer Gottesdienst für verfolgte Christen mit dem Wiener Weihbischof Franz Scharl statt.