JA 

die neue Kirchenzeitung

14. März 2021

ICH und WIR 

Der Bagdader Kardinal Louis Raphael I. Sako hat schon vor dem Papstbesuch den westlichen Staaten Gleichgültigkeit mit Blick auf das Schicksal der Christen in Nahost vorgeworfen: „Der Westen schert sich nicht um die Lage der Christen im Irak". Zu pessimistisch? 

Der mediale „Westen“ zeigte sich dieser Tage tief erschüttert. Nicht über die Bilder, die der Papstbesuch im Irak lieferte, etwa vom durch die IS-Terroristen zerstörten Mossul. Auch nicht über die Berichte, dass eine Million Christen nach dem Krieg der „Koalition der Willigen“ (Christen in den USA, Großbritannien etc.) aus dem Irak flüchten mussten. 

Nein! Sondern über die Familienstreitigkeiten im Haus der englischen Königin. 

 

Meghan Markle und Prinz Harry haben bei Oprah Winfrey „ausgepackt“. Die „Zeit“ sprach von einem „Kampf gegen die eigene Bedeutungslosigkeit“. 

Nüchterne Medien hielten den Erkenntnisgewinn für gleich null. Dennoch: TV-Anstalten sendeten stundenlang, der Papst-Besuch war ihnen nur einige Minuten wert. 

Für Harry und Meghan stehen das ICH im Vordergrund, Papst Franziskus kämpft für das WIR in dieser Welt. 

Das Paar aus der Glamourwelt hoffte mit den Anklagen auf eine Steigerung seines Marktwertes, Papst Franziskus mit seiner mutigen Reise auf mehr Frieden in der Welt. 

Der Vergleich macht sicher. 
Aber, ehrlich gefragt: Westen – wohin?                                                          P. Udo 

 

Neuer Lateinischer Patriarch von Jerusalem bestärkt      die katholische Jugend in der Heimat Jesu 

Wenige Wochen nach seiner Amtseinführung hat der neue Lateinische Patriarch von Jerusalem, Pierbattist Pizzaballa, Ramallah besucht und mit katholischen Jugendlichen in der Pfarrkirche „Zur Hl. Familie“ eine hl. Messe gefeiert. 

Während des Gottesdienstes erneuerten die Mitglieder des Generalsekretariates und des Komitees der „Jugend der Heimat Jesu“ ihren Eid, der christlichen Jugend in Palästina zu dienen. 

Nach der Messe berichtete Generalsekretär Rafi Ghattas über die wichtigsten Tätigkeiten der letzten beiden Jahre. 

Rafi: „Die Jugend ist nicht die Zukunft der Kirche, sondern ihre Gegenwart heute.“ 

„Wenn wir nicht zusammenarbeiten, die christliche Präsenz in der Heimat von Jesus zu erhalten, könnte diese Generation die letzte in diesem Land sein.“ 

Vor der Messe wurde der Patriarch über Wesen und Arbeit des Generalsekretariats und des Komitees informiert. 

Der Patriarch bestärkte sie in ihrer Arbeit  und versicherte ihnen, die Verbindung zwischen der Kirche und der palästinensischen Jugend zu sein. 

„Heute brauchen wir jugendliche Führer, um in allen Bereichen der Kirche präsent zu sein. Sie sind diejenigen, die in der Welt der Jugend leben“, sagte Pizzaballa. „Die Kirche besteht nicht nur aus Klerikern und Ordensleuten. Zusammen bilden sie die Kirche und die Jugend ist das pulsierende Herz dieser Kirche.“ 

Die Jugendlichen sprachen auch über Herausforderungen und Probleme in Palästina und mögliche Lösungsvorschläge. 

Der Patriarch bestärkte sie darin, Lösungen in allen Problemen zu suchen, besonders in jenem der israelischen Besatzung: „Die christliche Jugend hat das Recht in Würde und Freiheit zu leben und sie sollte Wege suchen, alle  ihre Rechte wahrzunehmen. Die Kirche trägt Verantwortung für Jugend und Familien und arbeitet ständig, sie moralisch und materiell zu unterstützen. Dennoch kann sie nicht alles selbst erreichen. Ihre Kinder müssen helfen und Initiativen ergreifen, damit die Arbeit der Kirche in der Gesellschaft fruchtbar wird.“ 

Im Neuen Testament wird in Lk 2,45 von der jährlichen Pilgerfahrt nach Jerusalem berichtet. Auf dem Rückweg sei Maria und Josef aufgefallen, dass der zwölfjährige Jesus nicht bei ihnen war, woraufhin sie nach Jerusalem zurückkehrten, wo sie ihn im Tempel wiederfanden. Dieses Ereignis wird der Überlieferung nach in Ramallah lokalisiert. Daher ist die römisch-katholische Pfarrkirche der Franziskaner-Minoriten  der Heiligen Familie geweiht. 

Fotos: Lateinisches Patriarchat von Jerusalem.


Lackner: „Ostern wird heuer sicher mit dem Volk gefeiert"
Kärntner Bischof ist jetzt Österreichs erster „Umweltbischof“

„Ostern wird heuer sicher mit dem Volk gefeiert werden können." Das hat der Salzburger Erzbischof und Vorsitzende der Bischofskonferenz, Franz Lackner, betont.  Im Interview mit Kathpress zum Abschluss der Frühjahrsvollversammlung der Bischöfe sagte Lackner, dass ein ähnliches Szenario wie beim vergangenen Osterfest nicht vorstellbar sei. Freilich werde man bei den heurigen Ostergottesdiensten noch mit Einschränkungen und Vorsichtsmaßnahmen leben müssen.
Lackner nahm im Interview u.a. auch zur Frage der Covid-Impfungen, der Legalisierung der Suizid-Beihilfe, aber auch der Flüchtlingsfrage Stellung.
Die Bischöfe hatten sich in ihren Erklärungen zum Abschluss der Vollversammlung noch nicht explizit festgelegt, wie konkret die Ostergottesdienste abgehalten werden können. Dafür war es noch zu früh, weil ja auch noch Regierungsentscheidungen über das weitere Vorgehen in der Pandemie  ausständig sind. Es werde aber wohl ähnlich wie bei den Weihnachtsgottesdiensten ablaufen, meinte Lackner; also etwa ohne Gemeindegesang, mit FFP2-Masken und Zwei-Meter-Mindestabstand. Fraglich sei zudem, ob Prozessionen möglich sind. Vermehrt Gottesdienste im Freien am Palmsonntag könnten eine Möglichkeit sein.
Zu Impfungen: Die Bischöfe halten sich an die Experten. „Die Impfung ist ein Weg aus der Krise heraus. Wir unterstützen diesen Weg." Das sei auch ganz die Linie von Papst Franziskus.
Zur der Legalisierung der Suizid-Beihilfe durch den  Verfassungsgerichtshofs (VfGH): Die Bischöfe lehnen den assistierten Suizid grundsätzlich ab. Nun müsse man sich bemühen, den gesetzlichen Rahmen so zu schnüren, „dass niemand im Alter oder bei Krankheit um sein Leben fürchten muss".
Zur Flüchtlingsfrage: Es braucht einen gesamteuropäischen Ansatz. Die Verantwortlichen in Österreich werden erneut aufgerufen, das heimische Humanitäre Bleiberecht zu überarbeiten, um künftig Härtefälle, vor allem bei Kindern, zu vermeiden.
Zum „Jahr der Familie", das von Papst Franziskus ausgerufen wurde und am 19. März beginnt:  Die Kirche muß auf jeden einzelnen Menschen zugehen. Für das Scheitern einer Ehe gebe es viele Gründe. Es gehe nicht darum, zu urteilen. Es gelte vielmehr, von Seiten der Kirche das Gewissen des Einzelnen als Letztinstanz anzuerkennen. Man müsse als Kirche die „Gewissensentscheidung begleiten, nicht ersetzen".
Einsatz gegen Menschenhandel: Seit 10 Jahren setzt sich der von Ordensfrauen geführte Verein „Solwodi" (Solidarity with women in distress) für die Opfer von Menschenhandel ein. Die Bischöfe werden „Solwodi“ nun etwa bei der Suche nach weiteren Räumlichkeiten in Wien oder Graz unterstützen.
Erstmals ein „Umweltbischof“  neuer Finanzchef
Die Bischofskonferenz hat die Zuständigkeiten der Bischöfe für die nächsten fünf Jahre verlängert und teilweise neu geordnet. Dabei hat Diözesanbischof Josef Marketz, der bisher noch für keinen Sachbereich zuständig war, das Referat Soziales übernommen, für das zuletzt Militärbischof Werner Freistetter verantwortlich war. Zudem wurde der Kärntner Bischof mit dem neu geschaffenen Referat Umwelt und Nachhaltigkeit betraut. 
Neuer Vorsitzender der Finanzkommission ist der Feldkircher Diözesanbischof Benno Elbs, diese Aufgabe hatte zuvor der St. Pöltner Diözesanbischof Alois Schwarz inne.
Nach dem Irak-Besuch des Papstes ruft die Österreichische Bischofskonferenz zu verstärkter Hilfe für die Menschen im Zweistromland auf und wirbt nach dem Erdbeben für die Hilfsaktion „Ein Dach für Kroatien" der Diözese Eisenstadt.

Papst traf in Erbil Vater von Alan Kurdi
„Ali Sistani ist ein weiser Mann Gottes“

Papst Franziskus ist zum Abschluss seiner Irakreise in Erbil mit dem Vater des ertrunkenen Buben Alan Kurdi zusammengetroffen, dessen Bild zu einem Symbolbild des Flüchtlingsdramas im Mittelmeer geworden ist.
Der knapp dreijährige Alan starb im September 2015 bei einer versuchten Überfahrt nach Europa mit seiner Mutter und einem Bruder. Das Foto seiner Leiche am Strand nahe dem türkischen Bodrum löste weithin Betroffenheit aus. Ein Rettungsschiff der deutschen Hilfsorganisation Sea-Eye trägt seit 2019 den Namen Alan Kurdi.
Papst Franziskus unterhielt sich nach Vatikanangaben ausführlich mit dem Vater. Er habe dessen Schmerz über den Verlust der Familie angehört und ihm die Anteilnahme Gottes an seinem Leiden zugesichert. Der Papst setzt sich seit langem für die Möglichkeit einer sicheren, legalen und geordneten Einwanderung nach Europa ein.
Fliegende Pressekonferenz
Bei der mittlerweile traditionellen „Fliegenden Pressekonferenz“ auf dem Rückflug der Apostolischen Reise des Papstes ist Franziskus auf die einzelnen Etappen seiner historischen viertägigen Irak-Reise eingegangen, berichtet „Vatican News“. Dabei nannte er namentlich das Treffen mit dem „weisen Mann Gottes“ Ali Sistani, die Besichtigung der zerstörten Kirchen in Mossul und die Worte der christlichen Mutter, die den Mördern ihres getöteten Sohnes verziehen habe. Auch ging er auf eine schon länger versprochene Libanon-Reise ein und kündigte an, dass er zur Abschlussmesse des Eucharistischen Kongresses in Ungarn nach Budapest reisen will.
Papst Franziskus: „Ajatollah Ali Sistani sagt einen Satz, den ich versuche, mir gut zu merken: Menschen sind entweder Geschwister durch die Religion oder einander gleich durch die Schöpfung. In der Geschwisterlichkeit liegt Gleichheit, aber unter die Gleichheit können wir nicht gehen.“
„Ali Sistani ist ein Licht“
Ali Sistani sagte ihm: „Seit 10 Jahren empfange ich keine Leute mehr, die mich mit politischen oder kulturellen Absichten besuchen kommen... nur mit religiösen.“
Franziskus: „ Und er war sehr respektvoll, ja, sehr respektvoll bei dem Treffen. Ich fühlte mich geehrt. Auch im Moment der Begrüßung, er steht üblicherweise nie auf... Er stand auf, um mich zu begrüßen, zweimal, ein bescheidener und weiser Mann, diese Begegnung tat meiner Seele gut. Er ist ein Licht, und diese Weisen sind überall, weil sich Gottes Weisheit über die ganze Welt verbreitet hat. Das Gleiche geschieht mit den Heiligen, die nicht nur die sind, die auf den Altären stehen. Es passiert jeden Tag, was ich die Heiligen von nebenan nenne, Männer und Frauen, die ihren Glauben, welcher auch immer es sei, mit Konsequenz leben. Diejenigen, die menschliche Werte mit Konsequenz leben, Geschwisterlichkeit mit Konsequenz.“

„Ein Hoffnungssymbol für die ganze Welt“

US-Präsident Joe Biden wertet die Irak-Reise von Papst Franziskus als „historisch". Sie habe die „wichtige Botschaft" vermittelt, dass „Geschwisterlichkeit haltbarer ist als Brudermord, Hoffnung machtvoller als der Tod und Frieden stärker als Krieg", heißt es in einem vom Weißen Haus verbreiteten Statement. Es sei „ein Hoffnungssymbol für die ganze Welt gewesen" zu sehen, wie Franziskus alte religiöse Stätten besuchte, Großajatollah Ali al-Sistani traf und in Mossul für die Opfer von Krieg und Terror betete.

Der Irak führt nach dem Besuch von Papst Franziskus einen nationalen „Tag der Toleranz und Koexistenz" ein. Dieser solle jeden 6. März begangen werden und an das „historische Treffen" des Papstes mit dem schiitischen Großajatollah Ali al-Sistani erinnern.

Führender Schiiten-Vertreter haben inzwischen einen Gegenbesuch beim Papst angekündigt. „Wir werden bald den Vatikan besuchen, um sicherzustellen, dass dieser Dialog weitergeht, sich entwickelt und nicht aufhört", sagte Sayyed Jawad al-Khoei dem italienischen katholischen Nachrichtendienst SIR. Al-Khoei ist Generalsekretär des gleichnamigen Instituts in Nadschaf und Mitgründer des Rates für interreligiösen Dialog im Irak.
Ein Dokument, wie es Papst Franziskus und Großimam Ahmad al-Tayyeb im Februar 2019 in Abu Dhabi unterzeichneten, sieht er vorerst nicht.  "Aber die Botschaft von Ayatollah al-Sistani entspricht sehr dem Geist und dem Ethos der menschlichen Geschwisterlichkeit, die im Mittelpunkt dieser interreligiösen Initiative stehen", sagte al-Khoei.

Bannerträger des Weltfriedens 

Die Reise von Franziskus löste international ein beachtliches Medienecho aus. Zeitungen und Internet-Portale rund um den Globus widmeten dem Ereignis ausführliche Berichte. Nicht zuletzt im Nahen Osten fiel die mediale Resonanz enorm aus. Die israelische „Jerusalem Post" titelte am Montag: „Papst beendet historische Visite im Irak, wo er für Frieden betete."
Die Website des arabischen Senders Al Jazeera stellte das Engagement des Kirchenoberhaupts für interreligiösen Dialog in den Vordergrund. „Franziskus drängt Muslime und Christen im Irak zu Einheit im Frieden", so das in Katar ansässige Medium.
Die iranische Presse ging vor allem auf das Treffen zwischen dem Papst und dem schiitischen Großajatollah Ali al-Sistani ein. Viele Zeitungen kommentierten die Begegnung der beiden Religionsführer überschwänglich. „Sazandegi" etwa bezeichnete Franziskus und al-Sistani als „die Bannerträger des Weltfriedens". Ihre Annäherung sei „das effektivste Ereignis in der Geschichte des Dialogs zwischen den Religionen". Die regierungsnahe „Iran Daily" schrieb im Leitartikel auf der Titelseite euphorisch über einen „Sieg für den Schiismus und das Christentum".

„Signal des Aufbruchs"

Eine positive Bilanz der Irakreise von Papst Franziskus hat auch der österreichische Politologe und Nahost-Experte Thomas Schmidinger gezogen. Allein schon die Tatsache, dass der Papst „gefahrlos das Land bereisen konnte", ist für ausnahmslos „alle Irakerinnen und Iraker, unabhängig von ihrer religiösen Zugehörigkeit, ein Signal des Aufbruchs", sagte Schmidinger in einem Radio-Vatikan-Interview. Er hat die Papstreise von Kurdistan aus mitverfolgt.
„Der Papstbesuch hat auf jeden Fall jene Kräfte im Irak gestärkt, die Interesse daran haben, den Irak zu einem modernen Staat für seine Staatsbürger umzuwandeln und den Konfessionalismus zu überwinden", so der Politologe. Franziskus' Anwesenheit war seiner Einschätzung nach auch „eine Stärkung für die religiösen Minderheiten, darunter die Christen, aber auch jener Muslime, die den Konfessionalismus, der den Irak die letzten 15 Jahre zerrissen hat, überwinden wollen".
Eine Minderheit der Muslime habe freilich „massive Kritik am Papstbesuch" geübt und ihn als Einmischung von außen gebrandmarkt, beobachtete Schmidinger. „Aber es ist zumindest ein Versuch einer Stärkung jener Kräfte, die Religionen auch als Möglichkeit sehen, miteinander ins Gespräch zu kommen."
Das internationale Hilfswerk „Kirche in Not“ (ACN) zog ebenfalls eine ermutigende Bilanz der Papstreise. „Schon jetzt hat der Besuch von Papst Franziskus den Blick der irakischen Gesellschaft auf die Christen verändert. Sie haben verstanden, dass Christen keine Gäste aus dem Westen sind, sondern wirklich Teil des Landes und der Region. Wir hoffen, dass diese neue Aufmerksamkeit erhalten bleibt“, erklärte die Projektdirektorin von „Kirche in Not“, Regina Lynch. Sie gehörte als Vertreterin des Ostkirchennetzwerks ROACO zur Reisedelegation von Papst Franziskus.
Der bekannte Rabbiner David Rosen, eine Schlüsselfigur des interreligiösen Dialogs, regt einen Beitritt auch des Judentums zum von Papst Franziskus und dem sunnitischen Al-Azhar-Großimam Ahmad al-Tayyeb unterzeichneten Geschwisterlichkeits-Dokument an. Er wünsche sich eine Ausdehnung des Abu-Dhabi-Dokuments auf das Judentum, „denn im Moment bleibt es noch eine Initiative nur zwischen Christen und Muslimen", sagte Rosen laut "Vatican News".
Foto: Ein Mädchen aus Karakosch in traditioneller Tracht erwartet den Papst. © Kirche in Not

Ordensfrauen: Kirche verschleudert Charisma von Frauen weltweit

Frauen sollten sich in allen Bereichen der Kirche einbringen können. So lautet die Botschaft einer Streaming-Konferenz der Organisation „Voices of faith" zum Weltfrauentag . Ordensfrauen aus aller Welt forderten Gehör und Gerechtigkeit.
In englischer, französischer, spanischer und deutscher Sprache brachten die Frauen ihre Anliegen vor. Vernetzung sei ein Schlüssel, um der Forderung nach gleichen Rechten von Frauen in der Kirche Nachdruck zu verleihen, wie die Ordensschwestern mehrfach betonten.
Die Liechtensteinerin Chantal Götz gründete die Organisation "Voices of faith", um den Frauen in der Kirche mehr Gehör zu verschaffen. Vor drei Jahren wäre sie angesichts der "katholischen Blockade in der Frauenfrage" beinahe aus der Kirche ausgetreten, sagte Götz im Livestream. Die Missbrauchsfrage habe das kirchliche Leben beherrscht. „Eine Ordensfrau bezichtigte damals ihren Bischof, sie mehrmals angegangen zu haben." Dieses Beispiel habe sie ermutigt weiterzumachen.
Die Benediktinerin Philippa Rath (65)  aus der deutschen Abtei Sankt Hildegard in Rüdesheim-Eibingen forderte, dass Frauen gleichberechtigt an allen Ämtern der Kirche teilhaben müssten. Sie kenne viele Frauen, die bereit wären, sich zu Priesterinnen weihen zu lassen. „Viele Charismen liegen brach", beklagte Rath. Sie sprach sich für eine diakonische Kirche aus, in der nicht der hierarchische Aspekt im Vordergrund stehe. Jetzt sei die Zeit da, um zu handeln. Die Rolle von Frauen sei eine Überlebensfrage der Kirche, so Rath.
Foto: Sr. Phillipa Rath, Abtei St. Hildegard.

Myamars Protestbewegung bittet um Gebet des Papstes

Die Proteste gegen den Militärputsch in Myanmar verlagern sich zunehmend in kleine Städte und Dörfer. „Wir erleben riesige Demonstrationen in dörflichen Regionen, während der Druck auf die Städte steigt", twitterte die „Bewegung für zivilen Ungehorsam" (CDM) am 5. März.
Persönlich wandte sich die Initiative an Papst Franziskus: „Lieber Heiliger Vater, diese Menschen sind barbarisch und mörderisch. Bitte beten Sie für uns, damit wir die Kraft haben, diese Übel zu vertreiben", heißt es in dem Tweet.
Nur 1 Prozent der 54 Millionen Staatsbürger sind Katholiken, 87 Prozent Buddhisten.
Zum jährlichen „Globalen Tag des Gebets für Myanmar" erklärte der katholische Erzbischof von Rangun, Kardinal Charles Bo, in einer Videoansprache: „Myanmar befindet sich in diesen Tagen in einem weiteren Kapitel der Dunkelheit, des Blutvergießens und der Unterdrückung.“
Polizei und Armee setzen trotz des Appells des UN-Sicherheitsrats zur Beendigung der Gewalt die gewaltsame Niederschlagung der Proteste fort.
In den großen Städten gingen die Sicherheitskräfte nach Berichten myanmarischer Medien weiterhin mit Tränengas, Wasserwerfern, Blendgranaten und Schusswaffen gegen die friedlichen Demonstrationen vor. Nach Angaben der CDM vertrieb die Junta  an mehreren Orten in Myanmar medizinisches Personal und Patienten aus drei Krankenhäusern, um in den Hospitälern militärische Kommandozentralen einzurichten.
Die „Hilfsvereinigung für politische Gefangene - Birma" (AAPPB) begrüßte den Appell des UN-Sicherheitsrates von Donnerstag, kritisierte ihn auf Twitter aber auch als nicht weitreichend genug. Nach Angaben der AAPPB wurden seit dem Putsch mehr als 70 Menschen getötet und über 2.000 Personen verhaftet.
Link zum Video von Kardinal Bo: www.youtube.com/watch?v=fMIlsBKgZao

Caritas: 9,3 Millionen Syrer brauchen Nahrungsmittelhilfe
„Kirche in Not" fordert Lockerung der Syrien-Sanktionen

Die Caritas Österreich hilft seit Beginn des Syrienkriegs und hat bereits 223.000 Menschen in Syrien und dem Nahen Osten unterstützt. Sie schlägt Alarm: Nach zehn Jahren Krieg hat die Not der syrischen Bevölkerung ein unvorstellbares Ausmaß angenommen. Dazu sind auch Nachbarländer wie der Libanon, die unzählige syrische Flüchtlinge aufgenommen haben, am Ende ihrer Kräfte. Die Caritas verweist in einer Aussendung auf eine Schätzung des UN-World Food Programme, wonach alleine in Syrien 9,3 Millionen Menschen Nahrungsmittelhilfe benötigen.
Laut dem Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten gibt es in ganz Syrien rund 13,4 Millionen Menschen, die auf humanitäre Hilfe in der einen oder anderen Weise angewiesen sind; 4,7 Millionen davon sind Kinder.
Derzeit leben laut UNO Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) rund 1,5 Millionen syrische Flüchtlinge im Libanon. Und nach Schätzungen der Jordanischen Regierung beherbergt Jordanien derzeit rund 1,3 Millionen Syrerinnen und Syrer.

Das weltweit tätige päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not" appelliert eindringlich an die USA und die Europäische Union, die humanitäre Hilfe für das mit Sanktionen belegte Land zu erleichtern. „Es ist unsere Pflicht, der leidenden Zivilbevölkerung in Syrien zu helfen. Besonders die christliche Minderheit droht zu verschwinden", mahnte der geschäftsführende „Kirche in Not"-Präsident Thomas Heine-Geldern.
Große Schwierigkeiten gebe es aktuell etwa bei Geldüberweisungen und bei der Einfuhr humanitärer Güter. „Obwohl die Sanktionen Ausnahmen bei der Geldüberweisung für humanitäre Hilfe vorsehen, funktioniert das einfach nicht", so der aus Österreich stammende Heine-Geldern.
So blockiere etwa der europäische IBAN- und der amerikanische SWIFT-Code jegliche Überweisung, die sich auf Syrien beziehe. „Infolgedessen ist es für Hilfsorganisationen praktisch unmöglich, Mittel zur Hilfe für die notleidende Bevölkerung zu überweisen", informierte der "Kirche in Not"-Präsident.
Kirchliche Einrichtungen und Nichtregierungsorganisationen hätten meist nicht die logistischen Kapazitäten notwendige Hilfsgüter selbst nach Syrien einzuführen. „Deshalb senden wir Geld, damit unsere Partner Lebensmittel, medizinische Güter und Kleidung vor Ort kaufen können", so Heine-Geldern.
Seit Beginn des Syrienkonflikts im März 20211 unterstützte das Hilfswerk die notleidende Bevölkerung Syriens, darunter besonders die Christen verschiedener Konfessionen, mit fast 42 Millionen Euro. Diese kamen mehr als 900 humanitären und pastoralen Projekten der Ortskirche zugute. 
 

Debatte über assistierten Suizid „realitätsfremd"

Die durch das Urteil des Verfassungsgerichtshofes (VfGH) angefachte Debatte über assistierten Suizid verläuft oft „realitätsfremd"; man müsste  das „Pathos der Selbstbestimmung abkratzen". Wie die Ethikerin beim IMABE-Institut, Susanne Kummer, im Rahmen der „Salzburger Bioethik-Dialoge" darlegte, sei es ein verklärtes Bild vom Menschen, dass er unabhängig von anderen lebt und entscheidet. Gerade in Krisensituationen ließen viele „internalisierte Fremdbestimmung" erkennen, erklärte Kummer. Das bedeute etwa für die am meisten suizidgefährdete Gruppe der „65+", dass sie sich als Kostenfaktor und nur noch als Last für andere empfinde.
Die Ethikerin befürchtet, dass durch den VfGH-Entscheid, das Verbot der Beihilfe zur Selbsttötung aufzuheben, eine Entwicklung wie in anderen Ländern mit Liberalisierungen bei der Suizidbeihilfe in Gang gesetzt wird. Der Gesetzgeber sei nun gefordert, den Schutz von vulnerablen Personen in Österreich möglichst hochzuhalten. Aber, so fürchtet Kummer: „Der Hang ist im Rutschen."
Suizid keine „Tragödie" mehr?
Susanne Kummer ortet eine „tektonische Werteverschiebung" - die staatlich anerkannte Option des  Suizids sei auch ein Werturteil über das Leben insgesamt. Bisher habe man darauf vertrauen können, dass in Krisen die Gemeinschaft Partei für den Erhalt des Lebens ergreift; nun nicht mehr.
Wenn die Weltgesundheitsorganisation WHO noch 2014 Suizid als „Tragödie" einstufte, so reihe sich Österreich nun unter Länder wie die Niederlande, Belgien oder die Schweiz ein, wo gilt: Suizid kann richtig sein, sofern er „selbstbestimmt" ist - bei aller Problematik dieses Begriffs.
Wo Liberalisierung, dort mehr Suizide
Fakten über die Zunahme an Suiziden in Ländern, wo die Beihilfe dazu erlaubt wurde, ließen jedoch eine ähnliche Entwicklung auch in Österreich befürchten. Kummer nannte das Beispiel Schweiz: Dort gebe es gemessen an der Bevölkerungszahl eine mit Österreich vergleichbare Zahl an "normalen" Suiziden von mehr als 1.000 Fällen pro Jahr. Im westlichen Nachbarland kamen zuletzt dazu noch rund 1.200 assistierte Suizide hinzu, informierte die Ethikerin. In ausnahmslos allen Staaten nehme die Gesamtzahl im Vergleich zur Zeitspanne vor der gesetzlichen Erlaubnis der Beihilfe zu. 
In Österreich liege die Zahl der jährlichen Selbsttötungen derzeit über jener der Verkehrstoten, sagte Kummer. Mit der jüngst kolportierten Maßnahme, notorischen Rasern ihr Auto wegzunehmen, setze man beim Verkehr auf Prävention. „Warum nicht auch bei Suizid?", fragte die Ethikerin.
 

Vatikan begrüßt orthodoxen Vorstoß für gemeinsames Osterdatum 

Der vatikanische „Ökumene-Minister" Kardinal Kurt Koch begrüßt den jüngsten Vorstoß aus der orthodoxen Kirche für ein gemeinsames Osterdatum der Christen ab dem Jahr 2025. „Ostern ist das höchste Fest der Christen. Deshalb wäre es ein sehr schönes und wichtiges Zeichen, wenn wir Christen für dieses Fest ein gemeinsames Datum hätten", zitierte das Schweizer Portal kath.ch den Präsidenten des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen. Dieser Wunsch liege „auch Papst Franziskus und auch dem koptischen Papst Tawadros sehr am Herzen". Ein gemeinsames Osterdatum zu vereinbaren, werde zwar nicht leicht sein; es lohne sich aber, sich dafür einzusetzen, so Koch. 

Zuvor war bekannt geworden, dass sich der Leiter der Ständigen Vertretung des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel beim Weltkirchenrat (ÖRK), Erzbischof Job Getcha von Telmessos, für eine orthodoxe Kalenderreform ausspricht. Mit Blick auf das 1.700-Jahr-Jubiläum des Ersten Ökumenischen Konzils von Nizäa 2025 meinte er im jüngsten Newsletter der Vertretung, dies wäre „eine gute Gelegenheit, die Christen über die Notwendigkeit einer Kalenderreform und eines gemeinsamen Osterdatums aufzuklären, um den Beschlüssen des ersten Ökumenischen Konzils wirklich treu zu bleiben". Dass das östliche und das westliche Osterdatum im Jahr 2025 zusammenfallen, sollte als Ermutigung in diese Richtung verstanden werden. 

Erzbischof Job Getcha betonte, das Konzil von Nizäa habe nicht nur ein Glaubensbekenntnis verkündet, das universell werden sollte, sondern auch eine gemeinsame Osterfeier für die gesamte Christenheit sichergestellt. Zuvor gab es kein gemeinsames Datum, da einige Christen Ostern zusammen mit dem jüdischen Pessachfest feierten und andere am darauffolgenden Sonntag. In Nizäa wurde beschlossen, Ostern am ersten Sonntag nach dem Vollmond nach der Frühlings-Tagundnachtgleiche zu feiern. 

Das Konzil habe sich auf astronomische Daten - die Tagundnachtgleiche und den Vollmond - bezogen, um das Datum zu bestimmen, so der Erzbischof, und nicht auf einen bestimmten Kalender oder ein bestimmtes Fest, wie das jüdische Pessachfest. Dennoch seien die Kirchen "heute leider geteilt, was die Feier dieses großen Festes angeht. Der Grund dafür ist, dass nicht alle die gleichen Hilfsmittel verwenden". So verwendeten die Orthodoxen immer noch den Julianischen Kalender, der zur Zeit 13 Tage hinter der astronomischen Realität zurückliegt, und zudem auch alte Lunationstabellen, was zu einem verspäteten Osterdatum führe. 

 

Wiener Gesera-Gedenken: Theologische Fakultät bekennt Mitverantwortung 

Mit einem symbolträchtigen Gedenkakt und dem öffentlichen Bekenntnis der Mitverantwortung hat die Wiener Katholisch-Theologische Fakultät der Vernichtung der jüdischen Gemeinden im damaligen Herzogtum Österreich bei der „Wiener Gesera" von 1421 gedacht. 

Die Wiener Gesera habe „mit fakultärer Rückendeckung" zur Auslöschung der jüdischen Gemeinde von Wien geführt, heißt es in einer Erklärung, die der Dekan der Fakultät, Prof. Johann Pock, bei der Gedenkfeier am 5. März an den Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG), Oskar Deutsch, überreichte. Auf den Tag genau vor 600 Jahren - am 12. März 1421 - fand die Vernichtung der Juden im damaligen Herzogtum Österreich mit der Verbrennung von 200 Juden ihren Höhepunkt. 

An dem Gedenken, das gemeinsam von Universität Wien, Katholisch-Theologischer Fakultät und Israelitischer Kultusgemeinde ausgerichtet wurde, nahm neben Dekan Pock und Präsident Deutsch auch der Wiener Universitäts-Rektor Heinz Engl und die Direktorin des Jüdischen Museums, Daniela Spera, teil. 
Der Gedenkakt und die Übergabe der Erklärung erfolgte im Kellergeschoss des Jüdischen Museums am Judenplatz an den Grundmauern der früheren, in Folge der Gesera abgerissenen Synagoge. Den Abschluss bildete ein gesungenes Totengedenken. 

Das Ereignis der Wiener Gesera erinnere daran, „dass Juden über Jahrhunderte hinweg Opfer willkürlicher Gewalt, religiösen Hasses und theologischen Fanatismus waren", heißt es in der Erklärung. „Damit wurde bereits ins Werk gesetzt, was die Schoa im 20. Jahrhundert - ohne den angebracht entschiedenen Protest von Kirchen, Theologen und Kirchenbasis - am gesamten europäischen Judentum verbrechen sollte." 

Vierfache Selbstverpflichtung 

Die Erklärung spricht darüber hinaus in vier Punkten eine Selbstverpflichtung aus, „den Dialog mit dem Judentum in Lehre, Forschung und gelebter Praxis noch zu verstärken", so Pock. "Für die Katholisch-Theologische Fakultät ist das Verhältnis zum Judentum historisch mit vielen Hypotheken belastet. Die Mitverantwortung ihrer Theologen für die Wiener Gesera von 1421 wie auch für jene von 1670 ist uns Mahnung und Auftrag, jeglichen Antijudaismus und Rassismus aufzudecken und aktiv zu verhindern", unterstrich der Dekan gegenüber Kathpress. 

Die Selbstverpflichtung, die die Erklärung ausspricht, beinhaltet eine Vertiefung der in den Studienplänen vorgesehenen wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Geschichte und Gegenwart jüdischer Gemeinschaften, eine Reflexion auf dieses Thema in allen relevanten Fächern, die verstärkte Kooperation in diesem Thema auch über die Fakultätsgrenzen hinaus und schließlich die Intensivierung des Dialogs mit dem Judentum. „Damit ist verbunden die ernsthafte, kritische Selbstbefragung vor allem der Grundlagen von Theologie und ihrer Wirkungen sowie der Überwindung antijüdischer Positionen." 

„Kein Vertreter der Fakultät erhob die Stimme" 

Überlieferte Sitzungsprotokolle der Fakultät dokumentieren etwa, dass bei Sitzungen „vor allem über die Vielzahl an Juden gesprochen [wurde], über ihr genusssüchtiges Leben und einiges in ihren Büchern, das fluchwürdig ist, wie die Beleidigung des Schöpfers, die Gotteslästerung Christi sowie aller Heiligen und die äußerste Herabsetzung aller Christen." Man thematisierte zudem übliche und aktuelle Beschuldigungen, so den Vorwurf der Hostienschändung, der später als offizielle Begründung für das Todesurteil gegen die verbliebenen rund 200 Juden diente. „Kein Vertreter der Fakultät erhob die Stimme gegen das schreiende Unrecht, das sich über Monate hinweg abspielte und in der Hinrichtung von über zweihundert Juden am 12. März 1421 auf der Erdberger Gänseweide gipfelte", heißt es dazu in der nun veröffentlichten Erklärung der Fakultät. 

Zudem wurden Steine der abgerissenen Synagoge in der Folge für den Ausbau von Universitätsgebäuden verwendet und konfiszierte hebräische Bibelhandschriften in die Bibliothek der theologischen Fakultät aufgenommen. 

 

Deutschland: Austritte wegen Homosexualität und Missbrauch 

Der Umgang der katholischen Kirche mit Homosexualität und Missbrauch hat zwei Prominente in Deutschland veranlasst, ihrer Kirche den Rücken zu kehren. 

Oliver Vogt, der ehemalige Interventionsbeauftragte des Erzbistums Köln für den Umgang mit Fällen von sexuellem Missbrauch, ist im Februar aus der Kirche ausgetreten. Das bestätigte Vogt nach einem entsprechenden ZDF-Bericht der Hamburger „Zeit“. 

Zu den Gründen für seinen Schritt gehört demnach der persönliche Umgang von ehemaligen und amtierenden Verantwortlichen im Erzbistum mit der Aufarbeitung von Missbrauch: „Ich komme nicht mehr klar damit, dass führende Kirchenvertreter nicht bereit sind, moralische Verantwortung für die Geschehnisse, an denen sie persönlich beteiligt waren, zu übernehmen". 

Anselm Bilgeri  (67), der frühere Prior des bayerischen Klosters Andechs, hat am 12. März seinen Lebensgefährten Andreas geheiratet. Der inzwischen zur altkatholischen Kirche Gewechselte wurde vor 40 Jahren von Kardinal Ratzinger zum Priester geweiht. 

Seinen 27 Jahre jüngeren Verlobten will er – nach der standesamtlichen Trauung durch Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) – später in einer altkatholischen Zeremonie auch vor Gott heiraten. 

Diözesane Initiativen im „Jahr des Hl. Josef“                                            Das Zisterzienserstift Lilienfeld belebt den Josefs-Verein neu

Papst Franziskus hat am vergangenen 8. Dezember ein weltweites „Jahr des heiligen Josef" ausgerufen. In mehreren österreichischen Diözesen starten am 19. März, dem Fest des Hl. Josef, Gebetsnovenen.
Bereits am 23. Jänner hat das Zisterzienserstift Lilienfeld auf Initiative von Abt Pius Maurer die Gründung des „Lilienfelder Josefsvereins“ beschlossen. Er stellt eine Neubelebung der Lilienfelder Josefsbruderschaft dar, die von 1653 bis 1783 existierte und von der aus viele christliche Initiativen im Umfeld des Stiftes Lilienfeld gesetzt worden waren. Ihr gehörten im Laufe des 130-jährigen Bestandes über 200.000 Mitglieder an. Auch wenn 1783 sämtliche Bruderschaften in Österreich aufgehoben worden sind, blieb im Stift Lilienfeld die Josefsverehrung immer von hoher Bedeutung. Interessenten wenden sich an Abt Pius - abt@stift-lilienfeld.at.
Das Stift hatte bereits 1644 – auf dem Weg nach Mariazell – auf dem Josefsberg eine Kirche errichten lassen.
Die Lilienfelder Josefsbruderschaft hat einst einen ganz wesentlichen Beitrag zur Verehrung des Heiligen in Niederösterreich geleistet.
In den 3 Bänden des „Dehio Niederösterreich“ sind beinahe 600 Darstellungen des Hl. Josef allein (ca. 480) bzw. mit Kind (ca. 105) verzeichnet – zum überwiegenden Teil Statuen. Rund 60 Prozent wurden nach 1800 geschaffen.
Josef mit Kind findet sich im 17. Jhdt nur zweimal: eine Statue im Schloß Unterdürnbach (Stift Lilienfeld) und ein Relief am Tabernakelpfeiler bei der Kirche von Roggendorf.
Der „älteste Fund“: eine Glasmalerei „Verkündigung an Josef“ im Lilienfelder Kreuzgang aus der Zeit um 1330.
Die Josefsbruderschaft feierte  jedes Jahr mit besonderer Feierlichkeit den 23. Jänner als Fest der Vermählung Mariens mit Joseph. 

Kurznachrichten

 

Papst Franziskus hat eine weitere leitende Stelle in der römischen Kurie mit einer Frau besetzt. Er ernannte die spanische Ordensfrau und Theologin Nuria Calduch-Benages (63) zur Sekretärin der Päpstlichen Bibelkommission. Geleitet wird das Gremium vom Präfekten der Glaubenskongregation, Kardinal Luis Ladaria. 

 

Vatikan. Gegen den neuen Leibarzt von Papst Franziskus, Roberto Bernabei (69), wird wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch ermittelt. Der Promi-Gerontologe soll in einen Skandal um manipulierte Ausschreibungen an der medizinischen Fakultät der Universität Florenz verwickelt sein. 

 

In Ungarn herrscht große Freude über die bestätigte Papstreise zum Eucharistischen Weltkongress im September. Kardinal Peter Erdö erwartet sich dadurch „Ermutigung und spirituelle Erneuerung“. Auch Budapests linksliberaler Bürgermeister Gergely Karacsony ist begeistert. Man könne vom Papst nicht nur über den Glauben und die Menschlichkeit lernen, sagte er mit Blick auf die päpstlichen Schreiben zu Klima- und Umweltschutz. 

 

In Irland wollen die katholischen Bischöfe binnen fünf Jahren eine Nationalsynode einberufen. Vorbereitend soll es einen „synodalen Weg" geben, wie das Portal "The Irish Catholic" berichtet. Unter anderem wolle man dort die Stimme derer hören, die die Kirche verlassen haben. 

 

Nicaragua. Die katholische Kirche zeigt sich besorgt wegen Einreiseverboten gegen ausländische Geistliche; zuletzt waren zwei Franziskaner-Brüder aus dem Nachbarland El Salvador betroffen. Die beiden vermuten, dass kirchliche Berichte über Menschenrechtsverletzungen im Land zu der Entscheidung geführt haben könnten. 

 

In der Schweiz gilt künftig ein Verbot der islamischen Vollverschleierung. Bei einem Volksentscheid stimmten am 28. Februar  laut  SRF  51,2 Prozent (1.426.992 Personen) dafür und 48,8 Prozent (1.360.317 Personen) für die Volksinitiative „Ja zum Verhüllungsverbot". 

 

Deutschland. Die bayerischen Bischöfe fordern eine befristete Aussetzung von Abschiebungen aus Deutschland: „In Zeiten der Pandemie sind Abschiebungen unter humanitären Gesichtspunkten unverantwortlich". 

 

Argentinien. Die katholische Kirche hat sich in der Debatte um ein großes Bergbauprojekt in der Region Chubut hinter die protestierenden Gemeinden gestellt. Die Bischofskonferenz erklärte ihre „absolute Unterstützung für die Bischöfe der Provinz Chubut". 


Libanon. Der maronitische Patriarch Kardinal Bechara Rai hat Politiker seines Landes beschuldigt, bewusst die Bildung einer neuen Regierung zu verzögern. Die Politik verschwende „Geld und Hoffnung" der Menschen und schaffe einen Staat der Armut, des Hungers und der Arbeitslosigkeit. 

 

Paraguay. Die katholische Kirche will angesichts der jüngsten Protestwelle im Land eine Vermittlerrolle übernehmen. Sie könne eine Brücke zwischen den Institutionen und den Bürgern bilden, sagte Erzbischof Ricardo Valenzuela nach einem Treffen mit Vertretern der Polizei und des Senats. Die Demonstrationen richten sich gegen Korruption im Gesundheitswesen und den Mangel an Medikamenten während der Corona-Pandemie. 


Österreich

Oberösterreich. Der frühere Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl hat Papst Franziskus in einem Brief um die Rehabilitierung des gemaßregelten Konzilstheologen Hans Küng gebeten, der am Josefitag, 19. März, 93 Jahre alt wird. Das berichtet die Linzer „KirchenZeitung". 

Tirol. Bischof Hermann Glettler setzt sich gemeinsam mit der Tiroler Soziallandesrätin Gabriele Fischer (Grüne) für den Verbleib eines von Abschiebung bedrohten afghanischen Lehrlings ein. 

 

Burgenland. Der 47-jährige Kufsteiner Pfarrer Robert Jonischkeit wurde am 27. März von den Delegierten der Superintendentialversammlung in Oberschützen zum neuen Superintendenten der Evangelischen Diözese Burgenland gewählt.
Er folgt auf den seit 2003 amtierenden Superintendent Manfred Koch, der im August dieses Jahres in den Ruhestand tritt. 

 

Wien. Die Katholische Aktion der Erzdiözese Wien hat eine  Initiative gegen Jugendarbeitslosigkeit gestartet: „Hands on Mentoring". Rund 50 Mentoren aus dem oberen und mittleren Management betreuen jeweils einen jungen Erwachsenen individuell. 

 

Wien. Martin Riedlinger ist im Alter von 100 Jahren verstorben. 
Er war ab 1961 der erste nicht-geistliche Chefredakteur der Wiener Kirchenzeitung. 1965 wurde er Chefredakteur der Bildpost, der damals mit 370.000 Exemplaren auflagenstärksten kirchlichen Zeitung Deutschlands. 

 

Niederösterreich. Nachdem es bei einem Gottesdienst in der Waldviertler Pfarre Thaya zu mehreren Covid-Ansteckungen gekommen sein soll, hat die Diözese St. Pölten darauf hingewiesen, dass in den Pfarren die Vorgaben der kirchlichen Rahmenordnung genau einzuhalten sind.  Die „Kronenzeitung" hatte berichtet, dass der örtliche Pfarrer bei einer Messe einige Gläubige angesteckt habe. 

Auch das noch...

Kirche hilft Millionen Argentiniern

Die katholische Kirche in Argentinien hat in der Corona-Pandemie mehr als 3,2 Millionen Menschen mit Sach- und Hilfsleistungen unterstützt. Wie die Tageszeitung „La Nacion" berichtet, sei die Zahl der unterstützten Personen damit um 173 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Besonders deutlich sind die Hilfsangebote im Großraum Buenos Aires angewachsen, dort wurden über Armenspeisungen und andere Leistungen über die Caritas 2,4 Millionen Menschen unterstützt.
Laut Institut Indec leben 41 Prozent oder 18,5 Millionen Argentinier in Armut. Der linksgerichtete Präsident Alberto Fernandez hatte die Armutsbekämpfung zur Hauptaufgabe seiner Amtszeit (2019-2023) erklärt.

Christliche Frauen bekommen mehr Kinder als konfessionslose

Die Religiosität hat deutlichen Einfluss darauf, wie viele Kinder man bekommt: Das haben nun zwei Forscherinnen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und der Universität Wien bestätigt. 
Im Fachjournal „Population, Space and Place" analysieren sie Panel-Daten zu 34.000 Frauen im Alter von 18 und 45 Jahren aus acht europäischen Ländern. Dabei zeigt sich, dass praktizierende Christinnen in Österreich im Durchschnitt fast doppelt so viele Kinder wie Frauen ohne Bekenntnis haben. „Ein Hauptgrund dürfte der hohe Stellenwert sein, den die Kirche Kindern und Familie beimisst", sagte Studienautorin Caroline Berghammer  im Interview mit Kathpress.
Untersucht wurden auch Frankreich, die Niederlande und Schweden, Polen, Russland, Bulgarien und Georgien. Überall fiel der Trend ähnlich aus: Insgesamt wünschten sich praktizierende Christinnen im Schnitt 2,5 Kinder und bekamen dann durchschnittlich zwei, während sich Konfessionslose nur zwei Kinder wünschten und im Durchschnitt 1,5 Kinder bekamen. 


Wieder eine nächtliche Abschiebung

In Graz hat sich jetzt ein weiterer Fall einer Abschiebung ereignet, der nach Ansicht der steirischen Caritas „zeigt, dass das Instrument des Humanitären Bleiberechts dringend überarbeitet werden muss". 
In der Nacht auf Donnerstag, 4. März, sei eine Familie aus Georgien zur Abschiebung abgeholt worden. Die Eltern und ihre drei und fünf Jahre alten Töchter lebten seit sechs Jahren in Österreich, ihr Asylantrag wurde abgelehnt. „Eine Familie mit kleinen Kindern auf diese Art und Weise zu behandeln, ist unmenschlich und unseres Landes unwürdig", kritisierte Caritasdirektor Herbert Beiglböck.

 

Wels: Kirche plant einen neuen Stadtteil 

96 Wohnungen, ein Cafe, Büroräume und ein weitläufiger Park samt Teich sollen in der oberösterreichischen Stadt Wels entstehen. Projektbetreiber ist dabei die Diözese Linz, wie die Linzer Kirchenzeitung berichtet. Der neue Stadtteil auf dem ehemaligen Blum-Fabrikgelände umfasst rund drei Hektar, davon soll etwa die Hälfte bebaut werden, informierte die diözesane Immobilienstiftung, der das Areal gehört. 
Hintergrund des neuen Stadtteils ist eine Schenkung der Welser Fabriks-Erbin Ruperta Blum, die einen Teil des früheren Industrie-Areals - insgesamt 24.600 Quadratmeter - der katholischen Kirche vermachte. 
Auf dem Welser Fabrikgelände wurden bis 1935 Hüte hergestellt. Blum, die in ihrem Testament festsetzte, was mit dem Erbe geschehen soll, legte u.a. fest, dass die Erträge aus der 1967 gegründeten Blum-Stiftung pastoralen Aufgaben der Stadtpfarre Wels sowie der Caritas-Arbeit zugutekommen sollen. 
Bis heute wird damit der in der Blum-Villa untergebrachte heilpädagogische Kindergarten finanziert. 

Salzburger Caritas baut jetzt auch ein Tierheim 

Der Salzburger Landesrat Josef Schwaiger und Caritas-Direktor Johannes Dines haben den Bau eines Tierheims auf dem Gelände des Caritas-Dorfs St. Anton in Bruck an der Glocknerstraße offiziell gemacht, wie die „Salzburger Nachrichten" (SN) unter dem Titel „Caritas nimmt herrenlose Tiere auf" berichteten. Das Land Salzburg zahlt demnach 1,7 Millionen Euro für den Bau.
Laut Caritas handelt es sich um ein einzigartiges Projekt, das den beeinträchtigten Menschen, die in St. Anton leben, ermögliche, bei der Betreuung der Tiere mitzuhelfen.  Tiere würden auch in der Therapie eingesetzt, etwa bei Reittherapien.
Im Caritas Dorf St. Anton in Bruck leben rund 60 Menschen mit Behinderung. Sie besuchen die Schule, leben und arbeiten im Dorf und erhalten individuell abgestimmte Therapien.