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die neue Kirchenzeitung

 14. April 2024 

Lesungen:  Apg 3,12a.13-15.17-19, 1 Joh 2,1-5a;  Evangelium: Lk24,35-48

Ohne Kinder keine Zukunft

In manchen österreichischen Schulen gibt es heute schon keinen Religionsunterricht mehr – weil Religionslehrer fehlen.
Der Mangel greift um sich. Die Diözese St. Pölten hat in der zweiten März-Hälfte bekannt gegeben, dass für das kommende Schuljahr noch 620 Religionsstunden offen sind.
Die Erzdiözese Wien wirbt derzeit u. a. mit einer Postkartenaktion um Religionslehrer.
Durch Jahrhunderte war der Religionsunterricht Sache der Pfarrer. Heute sind es vorwiegend Laien, die diesen wertvollen Dienst leisten – zum allergrößten Teil Frauen.


Diese aber fühlen sich von der Kirchenführung nicht ernst genommen. 

Mit ein Grund warum die gute alte Tradition der Weitergabe des Glaubens an die Kinder durch  Mütter und Omas zusammenbricht – mit katastrophalen Folgen.
Wo sind Kinder mit Mama und Oma jeden Sonntag in der Kirche?
Die Kirchenführung darf sich nicht nur verbal gebetsmühlenartig zu Menschenrechten bekennen. Sie muss sie innerhalb der Kirche zur Geltung bringen.
Sie muss wissen: Ohne Frauen keine Kinder. Ohne Kinder keine Zukunft.  
Kinder erfahren heute die Botschaft Jesu meist nicht durch Männer in der Kirche, sondern in der Regel durch Frauen in der Schule.   P. Udo

Vatikan listet „schwere Verletzungen“ der Menschenwürde auf

Fünf Jahre lang hat das Dikasterium für die Glaubenslehre am Dokument „Dignitas infinita“ (Unendliche Würde) gearbeitet. An diesem Montag wurde es veröffentlicht, berichtet Vatican News.
Die Erklärung bringt auf 26 Seiten das päpstliche Lehramt der letzten zehn Jahre zum Thema Menschenwürde auf den Punkt. Die drei ersten Kapitel bilden eine Grundlage für das vierte, das einige schwerwiegende Verletzungen der Menschenwürde auflistet: vom Krieg bis zur Armut, von der Gewalt gegen Migranten bis zur Gewalt gegen Frauen, von der Abtreibung über die Leihmutterschaft bis zur Euthanasie, von der Gender-Theorie bis zur digitalen Gewalt.
„Bekenntnis zur UNO-Menschenrechtserklärung“
„Dignitas infinita“ erinnert eingangs an den 75. Jahrestag der ‚Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte‘ und bekräftigt „die Unausweichlichkeit des Konzepts der Würde der menschlichen Person innerhalb der christlichen Anthropologie“ (Präsentation). Doch die wichtigste Neuerung des Dokuments besteht darin, dass Menschenwürde nicht nur im bioethischen Bereich behandelt wird, sondern auch anhand einer Reihe von Schlüsselthemen des jüngsten päpstlichen Lehramtes. In der sich „nicht erschöpfenden“ Liste erscheinen unter den Verletzungen der Menschenwürde neben Abtreibung, Euthanasie und Leihmutterschaft auch Krieg, das Drama der Armut und der Migranten sowie der Menschenhandel.
Ein Nein gibt es auch zur Geschlechtsumwandlung, außer zur medizinischen Behebung von Anomalien.
Österreichs Bischöfe…
… begrüßen das vatikanische Schreiben "Dignitas infinita" (Unendliche Würde). Mit diesem Schreiben ergreife die Kirche erneut das Wort für die Würde und Rechte aller Menschen, so der Salzburger Erzbischof und Bischofskonferenz-Vorsitzende Franz Lackner in einer Stellungnahme am Dienstag. Der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler bezeichnete die Erklärung in einer Aussendung als "energisch vorgetragenen Denkanstoß".
Theologin vermisst in Vatikan-Erklärung ehrliche Selbstreflexion
Mehr Selbstkritik hätte sich die deutsche Dogmatikerin Gunda Werner in der Erklärung des Vatikans „Dignitas infinita" zur Menschenwürde gewünscht. Es sei „Augenauswischerei, so zu tun, als habe Würde immer im Zentrum kirchlicher Argumentation gestanden", sagte Werner in einem Interview des Portals "katholisch.de" am Dienstag. Historisch gesehen habe sich die Kirche kaum auf die Würde aller Menschen bezogen, „stattdessen ging es vor allem um die Würde des Mannes".
Heimische Theologen: Licht und Schatten
Licht und Schatten sehen heimische Theologinnen und Theologen im neuen Vatikan-Dokument. Von einem „Dokument von wechselnder Qualität" spricht etwa der Wiener Moraltheologe Prof. Gerhard Marschütz in einem Beitrag in den dieswöchigen Ausgaben der heimischen Kirchenzeitungen. Vieles am Dokument wirke eher wie ein „hilfloser Appell" denn wie eine „solide Argumentation", befindet der Linzer Moraltheologe Prof. Michael Rosenberger auf Anfrage der Nachrichtenagentur Kathpress.
Von einem „ausgewogenen Dokument" schreibt der St. Pöltner Moraltheologe Prof. Josef Spindelböck in einer Stellungnahme gegenüber Kathpress.
Kirchenreformgruppen:  „Unfähig zu kritischer Selbstreflexion“
Die österreichischen Kirchenreformbewegungen begrüßen es, dass der Vatikan in seiner Erklärung „Dignitas infinita“ die grundsätzliche und absolute Würde des Menschen in Erinnerung ruft, die in unserer Welt heute in vielfältiger Weise bedroht und verletzt wird.
Es stelle sich aber die Frage, ob ein Dokument wie dieses, an dem im Vatikan laut eigenen Angaben fünf Jahre lang gearbeitet wurde, nicht auch die Möglichkeit geboten hätte, nach der menschlichen Würde im Inneren der Kirche selbst zu forschen. Der sexuelle Missbrauch durch Kleriker und weitere Mitarbeiter der Kirche sei noch nicht vergessen und insbesondere in systemischer Hinsicht noch lange nicht ausreichend aufgearbeitet, sodass es sehr verwundert, wie wenig die Erklärung zu diesen kirchlichen Verbrechen an der menschlichen Würde zu sagen habe.
Eine ähnliche Unfähigkeit zur kritischen Selbstreflexion zeige sich in den Ausführungen über „Gewalt gegen Frauen“: Mit Verweis auf Papst Johannes Paul II wird die „tatsächliche Gleichheit der Rechte der menschlichen Person“ gefordert und damit u.a. auch „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ sowie „gerechtes Vorankommen in der Berufslaufbahn“ verlangt, aber es wird mit keiner Silbe erwähnt, dass eben genau dies in der Katholischen Kirche nicht gegeben ist und die Kirche Frauen marginalisiert und diskriminiert, indem sie sie vom Weiheamt und damit den höchsten Leitungsämtern ausschließt.
Im Hinblick auf die Ausführungen zur „Gender-Theorie“ bleibe man nach der Lektüre des vatikanischen Dokuments fast etwas ratlos zurück: Was genau versteht der Vatikan unter „Gender“? Ist man sich im Dikasterium für die Glaubenslehre und im Apostolischen Palast überhaupt bewusst, wie vielfältig und divers nicht nur das Thema, sondern schon der Begriff an sich ist? Hier wäre es dringend nötig, weniger mit ideologischen Vorurteilen als vielmehr mit zeitgemäßer Offenheit und auch mehr Wissenschaftlichkeit an die Thematik heranzugehen.
Getröstet werde man vielleicht mit Blick auf den Titel des Dokuments: „Dignitas infinita“ sei ein Hinweis darauf, dass die Würde des Menschen unendlich ist, könnte aber auch dahingehend verstanden werden, dass eben auch die kirchliche Lehre über die Menschenwürde noch nicht zu Ende gedacht ist.
Martha Heizer, Vorsitzende von „Wir sind Kirche“: „Leider wird der Anspruch auf unendliche Würde durch die veralteten und schädlichen Gender-Theorien des Vatikan in den Hintergrund gedrängt.“
Marlies Prinz, Jugendvertreterin von „Wir sind Kirche“: „Der Vatikan wirft der Gendertheorie vor, sich selbst zu Gott machen zu wollen. Wann macht man sich zu Gott? Wenn man akzeptiert und anerkennt, dass alle Menschen aller Geschlechter gottgewollt sind, oder wenn man zwanghaft versucht, alles und jeden in ein binäres System zu quetschen, und dies als gottgewollt ausgibt?“
Gidi Außerhofer, Pfarrerinitiative: „Wenn das Dokument abschließend betont, dass der Einsatz für die Menschenrechte nicht zu Ende ist, so appellieren wir: auch in der Kirche nicht! Denn der Zugang zur Weihe der Frauen und die Öffnung des priesterlichen Dienstes auch für Verheiratete darf aus verschiedenen Gründen nicht länger aufgeschoben werden.“
Herbert Bartl, Priester ohne Amt: „Wenn das Dokument gleich zu Beginn betont, dass sich die Kirche schon immer bemüht hat, „die Freiheit zu bekräftigen und die Rechte aller Menschen zu fördern“, drängt sich leider der Verdacht einer gewissen Geschichtsvergessenheit auf.“
Harald Niederhuber, Laien-Initiative: „Es mindert die Glaubwürdigkeit und die Wirksamkeit von Ermahnungen, wenn nicht vorher vor der eigenen Tür gekehrt wird!“

Papst wieder „Patriarch des Westens": Signal für die Ökumene 

Die Kirchenszene ist verwundert. Für Ökumene-Interessierte ist es ein historisches Schmankerl - oder auch mehr. Papst Franziskus trägt nun wieder den historischen Titel „Patriarch des Westens" (auch: „Patriarch des Abendlandes") - den sein Vorgänger Benedikt XVI. erst 2006 abgelegt hatte. Ein Affront? Eine Reform einer Reform, zu deuten nach dem Schema konservativ gegen progressiv? Sicher nicht. Vieles deutet darauf hin, dass beide Päpste vor allem eines wollten: der Ökumene dienen. 

Der Titel „Patriarch des Westens" ist eher ein Nebentitel des Papstes, der zuallererst Bischof von Rom ist. Damit stellt er sich im ökumenischen Dialog auf eine Ebene mit dem orthodoxen Patriarchen von Konstantinopel und mit weiteren Patriarchen jener Kirchen im Osten, die den Papst nicht als universales Kirchenoberhaupt, sondern als ihresgleichen anerkennen. Der Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I., den Franziskus bereits bei mehreren Gelegenheiten als „Bruder" ansprach, sei früh von dem Schritt informiert worden, heißt es in Rom. 

Kirchenbild der Pentarchie 

Ein Schritt zurück: Die Alte Kirche kannte seit dem Konzil von Chalcedon 451 eine Rangfolge der fünf wichtigsten Patriarchate: Rom, Konstantinopel, Alexandrien, Antiochien und Jerusalem. Der byzantinische Mönch und Kirchenlehrer Theodor Studites (759-826) sprach von der „fünfhäuptigen Macht der Kirche" (griech. „Pentarchie"). Gemeint war damit eine Leitungsgewalt der fünf Patriarchen - in gemeinsamer Verantwortung. 

Kurznachrichten 

Papst Franziskus hat im Vatikan Familienangehörige mehrerer israelischer Geiseln getroffen, die sich im Gazastreifen in der Hand der Hamas befinden. 

 

Papst Franziskus hat sich solidarisch mit den vor einem Monat entlassenen Mitarbeitern der argentinischen staatlichen Nachrichtenagentur Telam geäußert.

 

Papst Franziskus hat seinen Stellvertreter in der Diözese Rom, Kardinal Angelo De Donatis (70), in den Vatikan versetzt. Er ernannte seinen bisherigen „Kardinalvikar" zum neuen Groß-Pönitentiar, wie der Vatikan mitteilte. Er ist nun zuständig für Fragen der Sündenvergebung in der Beichte. Das Amt hat wenig Bedeutung.

 

Weltweit leben aktuellen Schätzungen zufolge 150 Millionen Kinder und Jugendliche auf der Straße. Darauf macht die Hilfsorganisation „Jugend Eine Welt“ aufmerksam. Die meisten lebten in den großen Millionen-Metropolen bevölkerungsreicher Länder wie Indien oder Nigeria, wo sie Hunger, Armut, Gewalt, Menschenhandel, Drogen und Prostitution ausgesetzt sind.

 

EU. Das EU-Parlament hat sich für die Aufnahme eines Rechts auf Abtreibung in die Europäische Grundrechte-Charta ausgesprochen. 336 Abgeordnete stimmten am Donnerstag in Brüssel für eine entsprechende Entschließung, 163 dagegen; 39 enthielten sich.

 

Pakistan. UN-Menschenrechtsexpertinnen und -experten kritisieren einen anhaltenden mangelnden Schutz für junge Frauen und Mädchen religiöser Minderheiten im muslimisch geprägten Land: „Christliche und hinduistische Mädchen bleiben besonders anfällig für erzwungene Religionsübertritte, Entführung, Menschenhandel, Kinderheirat, Früh- und Zwangsverheiratung, häusliche Knechtschaft und sexuelle Gewalt".

 

Spaniens katholische Kirche wirbt für eine Legalisierung hunderttausender illegaler Einwanderer. An einer entsprechenden Unterschriftensammlung der spanischen Caritas beteiligten sich nach eigenen Angaben mehr als 700.000 Menschen.



Slowakei. In Skalka bei Trencin begannen am Sonntag (7. April) die Feiern aus Anlass der Gründung der einstigen Benediktinerabtei vor 800 Jahren. Das Felsenheiligtum von Velka Skalka (großer Felsen) gilt heute als ältester Wallfahrtsort des Landes. Die Heiligen Andreas (Gorazd, um 830-nach 885) und sein Schüler Benedikt (Benadik), denen die Kapelle geweiht ist, werden als die ersten in der Region geborenen Heiligen verehrt. 


Österreich


 

In Österreich hat sich die Situation der Roma in den vergangenen Jahren zum Besseren gewandt. Darauf wies Manuela Horvath, Leiterin des Romapastoral-Referats der Diözese Eisenstadt und selbst Romni, am Montag im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Kathpress anlässlich des Internationalen Roma-Gedenktages (8. April) hin. 

 

Wien. Nach dem Europaparlaments-Beschluss für eine Verschärfung des EU-Asylrechts fordert der Präsident von Caritas Europa, Michael Landau, einen „Zugang zu fairen und würdigen Asylverfahren und Aufnahmebedingungen in der EU". 

 

Salzburg. Rund 68.000 Menschen haben im Vorjahr die 4.400 Veranstaltungen im Programm des Katholischen Bildungswerks in der Erzdiözese Salzburg besucht. 

 

Slowakei. In Skalka bei Trencin begannen am Sonntag (7. April) die Feiern aus Anlass der Gründung der einstigen Benediktinerabtei vor 800 Jahren. Das Felsenheiligtum von Velka Skalka (großer Felsen) gilt heute als ältester Wallfahrtsort des Landes. Die Heiligen Andreas (Gorazd, um 830-nach 885) und sein Schüler Benedikt (Benadik), denen die Kapelle geweiht ist, werden als die ersten in der Region geborenen Heiligen verehrt. 

 

Maulbertsch-Schau im Wiener Belvedere

Dem österreichischen Barockmaler Franz Anton Maulbertsch (1724-1796), zu dessen Hauptwerken etwa die Deckenfresken in der Wiener Piaristenkirche gehören, widmet das Obere Belvedere in Wien eine eigene Ausstellung. Vom 12. April bis 29. September zeige die Schau den „unkonventionellen, freien Zugriff des Künstlers auf Komposition und Farbgebung und vermittelt seine Radikalität, die ihn heute ganz besonders modern wirken lässt“, teilte Belvedere-Generaldirektorin Stella Rollig am Donnerstag mit. ,
Bereits zu Lebzeiten sei Maulbertsch aufgrund seiner lebendigen Farbgebung sowie der aufregenden Lichtregie auf Begeisterung gestoßen. Mit der Gründung des Barockmuseums im Unteren Belvedere wurden ab 1923 zahlreiche Ankäufe getätigt, sodass das Museum heute über den weltweit größten geschlossenen Bestand an Gemälden Maulbertschs aus sämtlichen Schaffensperioden verfügt. 
Anlässlich des 300. Geburtstags von Maulbertsch seien zahlreiche Werke der Sammlung konservatorisch und kunsttechnologisch erfasst worden, so das Wiener Museum. 
Maulbertsch zählt zu jenen Künstlern aus dem Kreis der Akademie der bildenden Künste in Wien, die um 1750 mit den Konventionen brachen und einen ausdrucksstarken Stil pflegten. 

Auch das noch...

Kardinal Fernandez: Transpersonen in der Kirche willkommen

Laut dem Leiter der vatikanischen Glaubensbehörde, Kardinal Victor Fernandez, sind auch Transpersonen in der katholischen Kirche willkommen. Das gelte gleichermaßen für andere Menschen, die Entscheidungen träfen, die nicht mit der katholischen Lehre übereinstimmten, so der Präfekt bei einer Pressekonferenz zur Vorstellung des neuen lehramtlichen Dokuments zur Menschenwürde am Montag im Vatikan. Auch wenn die Kirche Geschlechtsumwandlungen ablehne, gelte die Ablehnung nicht für die Menschen selbst und die Seelsorge für sie.
 

Künftig weniger Diözesen in Irland

Papst Franziskus will die historischen Kirchenstrukturen im Westen von Irland verschlanken. Drei nach altersbedingten Rücktritten sowie Personalwechseln zuletzt vakant gewordene Bischofsstühle in der Kirchenprovinz Tuam würden nicht mehr nachbesetzt; die betroffenen Diözesen werden künftig von Bischöfen benachbarter Diözesen verwaltet, teilte der Papstbotschafter in Irland, Erzbischof Luis Mariano Montemayor, mit. Der Prozess könne mittelfristig dazu führen, dass aus den sechs Diözesen der Kirchenprovinz drei werden, so der Nuntius.
Der Vatikan hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass der Erzbischof von Tuam, Francis Duffy (65), zusätzlich die Leitung der Diözese Killala und der Bischof von Elphin, Kevin Doran (70), zusätzlich die Verwaltung der Diözese Achonry übernehmen. Gleichzeitig nahm der Papst die altersbedingte Emeritierung des bisherigen Bischofs von Killala, John Fleming (76), an und ernannte Achonrys Bischof Paul Dempsey (52) zum Weihbischof in der Erzdiözese Dublin. Die Diözesen Galway und Clonfert werden bereits seit 2022 "in persona episcopi" von einem Bischof geleitet, Michael Duignan (53).
Die Grenzen der 26 Diözesen Irlands haben sich seit dem 12. Jahrhundert kaum verändert. Auch in Irland gehen die Zahlen der Gottesdienstbesucher und Priester zurück.

Weltkirchenrat: Erklärung des russischen Weltkonzils inakzeptabel

Das jüngste Dokument des kirchennahen „Weltkonzils des Russischen Volkes" hat im weltweiten Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) große Besorgnis hervorgerufen. Weltkirchenrat-Generalsekretär Jerry Pillay erklärte am Freitag im Namen der Mitgliedskirchen, dass der ÖRK die Erklärung, in der der Angriff Russlands auf die Ukraine als „Heiliger Krieg" bezeichnet wird, nicht nachvollziehen könne.
Der Weltkirchenrat könne nicht akzeptieren, dass Russlands illegaler und ungerechtfertigter Einmarsch in sein souveränes Nachbarland Ukraine als „eine neue Etappe des nationalen Befreiungskampfes des russischen Volkes gegen das verbrecherische Kiewer Regime und den dahinter stehenden kollektiven Westen, der seit 2014 in den Gebieten Südwestrusslands geführt wird" dargestellt werde. Ebenso sei jene Perspektive nicht zu akzeptieren, dass „das gesamte Gebiet der modernen Ukraine in eine Zone des ausschließlichen Einflusses Russlands übergehen sollte", sagte Pillay.
Ende März beschloss das "Weltkonzil des Russischen Volkes" (WKRV) eine Grundsatzerklärung, in der eine staatliche Unabhängigkeit der Ukraine kategorisch ausgeschlossen wird. Russlands Krieg in der Ukraine sei demnach "aus spiritueller und moralischer Sicht ein Heiliger Krieg".
 

Kyrill ökumenisch „endgültig disqualifiziert"

Die verschärfte Kriegsrhetorik des russisch-orthodoxen Moskauer Patriarchats sollte nach Auffassung des deutschen Ostkirchenkundlers Reinhard Flogaus Folgen für die Zusammenarbeit der Kirchen haben. Mit der Qualifizierung des russischen Bombenterrors in der Ukraine als „Heiliger Krieg" habe sich Patriarch Kyrill I. „endgültig ökumenisch disqualifiziert", schreibt der Dozent der Berliner Humboldt-Universität in einem Gastbeitrag für die „Süddeutsche Zeitung".