JA 

die neue Kirchenzeitung

15. Januar 2023 

Lesungen:  Jes 49,3.5-6; 1 Kor 1,1-3. Evangelium: Joh 1,29-34.

Stiefmutter & Stiefvater

Sakramente & Spirituelles

Zwei hohe Repräsentanten monarchistischer Strukturen haben in der vergangenen Woche mit Buchveröffentlichungen für großes Aufsehen gesorgt. Beide sind verständlicherweise verärgert: Prinz Harry über seine Stiefmutter Camilla, zweite Frau seines Vaters König Charles III. Und Erzbischof Georg Gänswein, engster Vertrauter des emeritierten Papstes Benedikt XVI., über Papst Franziskus – quasi sein „Stiefvater“.
Beide fühlten sich schlecht behandelt und wollten dies der ganzen Welt mitteilen. Die Liebe zum Ich war stärker als jene zu ihrer „Familie“. Die „Welt“ steht ihren anachronistischen Monarchien (Königtum, Papsttum) sehr skeptisch gegenüber und wird sich  durch die Schriften von H. und G. wohl bestärkt fühlen.

Lesenswert war am Freitag auch ein Interview der „Salzburger Nachrichten“ mit Erzbischof Franz Lackner. Seiner Meinung nach könne die Seelsorge aufgeteilt werden: „Das Sakramentale, die Beichte liegt beim Priester. Die Seelenführung aber leisten heute oft Laien.“
Und: „Die Rolle der Priester hat sich geändert. In erster Linie müssen diese für die sakramentale Arbeit da sein. Dem Spirituellen können sich auch die Laien widmen. Die machen das teilweise besser."
Die im Eigentum der Bischofskonferenz stehende Kathpress milderte das „teilweise besser" in „auch sehr gut."
Frage: Warum sollte  ein junger spiritueller Mann den Zölibat auf sich nehmen und Priester werden? Spirituelles könnte er als verheirateter Laie vielleicht sogar besser leisten.
Der Pfarrer war früher Bindeglied in der Pfarre, heute sind es die Sekretärinnen; so der Erzbischof.
Warum dann noch Pfarrer werden?  Um auf Beichtende zu warten, die ohnehin nicht kommen?                        P. Udo

Diözese St. Pölten: Neue Website und personelle Veränderungen, Scharfer Konzilskritiker jetzt im Domkapitel 

Seit Dezember besitzt die Diözese St. Pölten einen neuen Internetauftritt. Auf Seite 1 erscheint immer Bischof Alois Schwarz mit aktuellen Statements.
Bischof Schwarz hat mit 12. Jänner Msgr. Gottfried Auer zum Domdechanten und Herbert Döller zum Domscholaster im St. Pöltner Domkapitel ernannt.
Gleichzeitig wurden Offizial Reinhard Knittel und Ordinariatskanzler Markus Heinz neu in das Domkapitel aufgenommen.
Nach der altersbedingten Emeritierung von Prälat Eduard Gruber wird Gottfried Auer (69) nun dessen Nachfolger als Domdechant.
Auer war von 1993 bis 2021 war Ordinariatskanzler der Diözese St. Pölten, 1997 zusätzlich Rektor des Bildungshauses St. Hippolyt. Seit 2010 betreut er zudem die Pfarre Kapelln.
Herbert Döller (68) ist bereits seit 2019 Mitglied des Domkapitels.
Markus Heinz wurde 1974 in St. Pölten geboren. Er war bis 2021 Mitarbeiter in der deutschsprachigen Abteilung der ersten Sektion des vatikanischen Staatssekretariats. Mit 1. September 2021 folgte er Gottfried Auer als Ordinariatskanzler der Diözese St. Pölten nach, zusätzlich betreut er die Pfarre Pyhra seelsorglich.
Knittel nannte Bischof Zak ein „falsches Pferd“
Insider sind masslos erstaunt, dass Bischof Schwarz mit Reinhard Knittel einen scharfen Kritiker des Konzils und seines Vorgängers Bischof Zak in das Domkapitel berufen hat.
Bischof Schwarz ist nämlich stolz darauf, dass ihn 1976 Kardinal König zum Priester geweiht hat, der das Konzil noch weit mehr als Zak geprägt hat. Und er präsentiert sich oft als Unterstützer von Franziskus und lässt sich gern mit dem Papst fotografieren.
Reinhard Knittel (60) hat eine besondere Geschichte. Nachdem sich der Vorarlberger Bischof Wechner geweigert hatte, ihn zum Priester zu weihen, ging er nach Brasilien, wo er 1985 die Weihe erlangte.
Bischof Kurt Krenn holte ihn nach St. Pölten und ernannte ihn 1991 zu seinem „Theologischen Referenten“, ein Amt, das es in der Diözese zuvor nicht gegeben hat.
Bereits 1992 wurde er „Bandverteidiger“ beim Diözesangericht.
1988 war Knittel Mitbegründer einer von der ultrakonservativen Organisation „Pro Occidente“ herausgegebenen Zeitschrift. In der ersten Nummer dieses Blattes diagnostizierte Knittel unter dem Titel „Quo vadis, ecclesia?“ den Verfall der österreichischen Kirche. Durch die letzten Bischofsernennungen habe Rom, „das jahrelang dem innerkirchlichen Zerstörungswerk fast tatenlos zusah“, endlich die Notbremse gezogen.
Er kritisierte das Konzil scharf, speziell die „gezielte und gut funktionierende Zusammenarbeit der Bischöfe Frankreichs, Deutschlands, der Schweiz, Österreichs, Belgiens und Hollands und in der Folge auch die ständig wachsende Einflussnahme liberaler Bischöfe auf das Konzilsgeschehen“.
Seine „Lösungsansätze: „Klarer als bisher sollten alle mißbräuchlichen Auslegungen des Konzils mit Deutlichkeit und Schärfe zurückgewiesen werden, klarer als bisher sollten die Kontinuität der Tradition gerade für die umstrittenen Lehrpunkte des Konzils (etwa des Ökumenismus, der Kollegialität, der Religionsfreiheit, der Mission etc.) vorgelegt und eventuell entstandene Unsicherheiten ausgeräumt werden.“
In Hinkunft genüge es nicht mehr, „nur zu lehren und bestenfalls zu mahnen. Es ist notwendig, auch konkrete Sanktionen einzusetzen, soweit sie der Kirche zur Verfügung stehen.“ Exkommunikation und Suspension werden ins Spiel gebracht.
Da der 1991 in Pension geschickte Oberhirte von St. Pölten auch einer der erwähnten Konzilsbischöfe war, ließ eine Attacke auf Dr. Franz Zak nicht lange auf sich warten:  "Viele in der Diözese erkennen jetzt, dass sie jahrelang auf das falsche Pferd gesetzt haben, einer in die Irre führenden Kirchenlinie gefolgt sind.“
Dieses Zitat löste einen Sturm der Empörung aus. Altbischof Zak wies die Kritik am früheren Kirchenkurs als „unüberbietbare Arroganz“ zurück. Die Konferenz der männlichen Ordensgemeinschaften in der Diözese St. Pölten verabschiedete eine „Solidaritätserklärung mit Altbischof Dr. Franz Zak“.
Der Vorarlberger Zisterzienserabt von Mehrerau, Kassian Lauterer, der als einziger Abt auch Mitglied der Österreichischen Bischofskonferenz ist, empfahl Bischof Krenn zu überlegen, sich von seinem Referenten Knittel zu trennen.
 

 

Lackner: Neue Arbeitsteilung: Priester sollen Sakramente spenden, Spirituelles können Laien ohnehin „teilweise besser" 

Der Salzburger Erzbischof Franz Lackner hat im Interview mit den „Salzburger Nachrichten" (Freitag) zu den jüngsten Austrittszahlen aus der Katholischen Kirche Stellung genommen, ebenso auch zu notwendigen Reformen in der Seelsorge. Es brauche ein neues Rollenverständnis von Priestern und Laien, betonte Lackner. 

Lackner: „Die Rolle der Priester hat sich geändert. In erster Linie müssen diese für die sakramentale Arbeit da sein. Dem Spirituellen können sich auch die Laien widmen. Die machen das teilweise besser."
Die im Eigentum der Bischofskonferenz stehende Kathpress milderte das „teilweise besser" in "auch sehr gut." 

Es brauche Ansprechpersonen vor Ort, so Lackner: „Mir sagen Sekretärinnen in den Pfarren, dass sie das bindende Glied in der Pfarre seien. In den Klöstern waren auch die Pförtner früher die ersten Seelsorger."
Die Seelsorge könne heute aufgeteilt werden: „Das Sakramentale, die Beichte liegt beim Priester. Die Seelenführung aber leisten heute oft Laien. Ein anderes Beispiel ist die Katechese, die Darstellung des Glaubens der Kirche als Orientierungspunkt. Der Papst hat das Amt des Katecheten beziehungsweise der Katechetin eingeführt." 

Papst spricht vor Diplomaten vom „Dritten Weltkrieg in Teilen"

Papst Franziskus hat die Kriege der Gegenwart als einen „Dritten Weltkrieg in Teilen" bezeichnet. In seiner traditionellen Neujahrsansprache an das Diplomatische Corps im Vatikan sagte der Papst am Montag: „Heute ist der dritte Weltkrieg in einer globalisierten Welt im Gange, in der die Konflikte zwar nur bestimmte Gebiete des Planeten unmittelbar betreffen, aber im Grunde genommen alle mit einbeziehen."
Weiter sagte der Papst: „Das beste und jüngste Beispiel dafür ist gerade der Krieg in der Ukraine mit seiner Spur von Tod und Zerstörung, mit den Angriffen auf die zivile Infrastruktur, bei denen Menschen nicht nur durch Bomben und Gewalt, sondern auch durch Hunger und Kälte ihr Leben verlieren." Ausdrücklich bezog sich Franziskus auch auf das Konzilsdokument Enzyklika "Gaudium et spes", wonach "jede Kriegshandlung, die auf die Vernichtung ganzer Städte oder weiter Gebiete und ihrer Bevölkerung unterschiedslos abzielt, ein Verbrechen gegen Gott und gegen den Menschen ist, das fest und entschieden zu verwerfen ist".
Als weitere Herde des weltweiten Krieges nannte der Papst unter anderem den anhaltenden Krieg in Syrien, aber auch die wachsenden Spannungen zwischen Palästinensern und Israelis.
Um kriegerische Eskalationen zu vermeiden, sei eine weltweite Abrüstung nötig, insbesondere bei den Atomwaffen, betonte der Papst.
Papst hält an Chinapolitik fest und fordert Religionsfreiheit
Papst Franziskus will an seiner innerkirchlich umstrittenen Chinapolitik festhalten. In einer Grundsatzrede an das Diplomatische Corps: "An dieser Stelle möchte ich auch daran erinnern, dass der Heilige Stuhl und die Volksrepublik China im Rahmen eines respektvollen und konstruktiven Dialogs sich darauf verständigt haben, die Gültigkeit der 2018 in Peking unterzeichneten vorläufigen Vereinbarung über die Ernennung von Bischöfen um weitere zwei Jahre zu verlängern. Ich hoffe, dass sich diese Zusammenarbeit zu Gunsten des Lebens der katholischen Kirche und des Wohls des chinesischen Volkes entwickelt."
Am Tag zuvor war bekannt geworden, dass Franziskus den chinesischen Kardinal Joseph Zen in Audienz empfangen hatte. Der emeritierte Bischof von Hongkong (90) gilt als ausgesprochener Kritiker des Geheimabkommens zwischen dem Vatikan und Peking.
In seiner Rede ging der Papst auch auf das Thema Religionsfreiheit ein und erwähnte China dabei indirekt. Er sagte, es sei "besorgniserregend, dass es Menschen gibt, die verfolgt werden, nur weil sie sich öffentlich zu ihrem Glauben bekennen, und es gibt viele Länder, in denen die Religionsfreiheit eingeschränkt ist. Etwa ein Drittel der Weltbevölkerung lebt in diesem Zustand."
Die Neujahrsansprache an die beim Heiligen Stuhl akkreditierten Diplomaten gilt als alljährliche außenpolitische Grundsatzrede der Päpste. Derzeit unterhält der Heilige Stuhl diplomatische Beziehungen mit 183 Staaten sowie mit der EU und weiteren internationalen Organisationen, 89 Staaten unterhalten eigene Vatikan-Botschaften in Rom. Auch der österreichische Botschafter beim Heiligen Stuhl, Marcus Bergmann, nahm am Papstempfang für das Diplomatische Corps teil.
Foto: Vatican Media.
 

Kardinäle gegen Subito-Seligsprechung von Benedikt

Nach dem deutschen hat sich nun auch der italienische Bischofskonferenz-Vorsitzende gegen eine beschleunigte Seligsprechung von Benedikt XVI. ausgesprochen. Der römischen Tageszeitung „Il Messaggero" sagte der Kardinal von Bologna, Matteo Zuppi: „Dass er ein heiliger Mann war, steht außer Zweifel. Ich denke, dass die Weisheit der Kirche dafür sorgen wird, dass die Zeit gefunden wird, um eine Entscheidung heranreifen zu lassen."
Am Vortag hatte der Limburger Bischof Georg Bätzing in Rom daran erinnert, dass gemäß dem Kirchenrecht nach dem Tod eines Menschen erst einmal fünf Jahre Wartezeit vorgesehen sind, bevor ein Seligsprechungsprozess beginnen kann. Dies sei nötig, um eine Entscheidung reifen zu lassen, so der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz.
Auch der deutsche Kurienkardinal Walter Kasper hat sich gegen eine schnelle Heiligsprechung von Benedikt XVI. ausgesprochen. Man fahre nicht mit einem Hochgeschwindigkeitszug in den Himmel, kommentierte der Kardinal die „Santo subito"-Diskussion gegenüber der Zeitung „La Repubblica". 
Beim Begräbnis des früheren Papstes Benedikt XVI. am Donnerstag hatte es auf dem Petersplatz Rufe und Plakate nach einer beschleunigten Selig- und Heiligsprechung gegeben.
 

Papst Franziskus baut seine Diözese um

Papst Franziskus hat vor dem Hintergrund von Skandalen die Diözese Rom umstrukturiert. Am 7. Jänner verbreitete der Vatikan ein entsprechendes Dekret des Pontifex. Mit dem Erlass „In ecclesiarum communione" stärkt Franziskus die Rolle des Papstes als Bischof von Rom. 
Als einen Grund für den Umbau führt der Papst die Unglaubwürdigkeit der Kirche als Folge von Skandalen an. 
Nach dem Umbau muss künftig der Papst in alle wichtigen pastoralen, administrativen und wirtschaftlichen Entscheidungen eingebunden werden. Sein Vertreter, der sogenannte Kardinalvikar für Rom, darf keine wichtigen oder über die normale Verwaltung hinausgehenden Initiativen ergreifen, ohne ihm vorher Bericht zu erstatten. 
Leitlinien zur Pastoral sowie der Haushaltsplan der Diözese unterliegen ebenfalls der Genehmigung durch den Papst. Dieser muss auch bei der Auswahl neuer Pfarrer und Weihekandidaten zustimmen. Deren Auswahl unterliegt neueren Regeln, etwa in Hinblick auf spirituelle, psychologische, intellektuelle und pastorale Eigenschaften.
Zugleich richtete der Papst ein Aufsichtsorgan für Finanzen ein, das dem Papst einmal im Jahr Bericht erstatten muss. Ebenso schuf er ein Amt für den „Schutz von Minderjährigen und gefährdeten Personen".

Schweizer Bischöfe und Laien debattieren über Liturgiebrief

Die drei Deutschschweizer Bischöfe Joseph Maria Bonnemain, Markus Büchel und Felix Gmür haben in einem gemeinsamen Brief die Gläubigen in ihren Diözesen aufgerufen, als „Zeichen der Einheit, die Liturgie nicht zum Experimentierfeld persönlicher Vorhaben zu machen".
Allen, die sich vertieft damit auseinandersetzen möchten, empfehlen die Bischöfe die Lektüre des Schreibens "Desiderio desideravi" von Papst Franziskus, wie das Infoportal VaticanNews am Wochenende berichtete.
Die Bischöfe von Chur, St. Gallen und von Basel „hören die Fragen vieler, sich in der Liturgie anders beteiligen zu können, etwa als Frau", heißt es in dem Brief. Die Bischöfe „hören das Anliegen um eine angemessene Sprache" und schätzen die „Sorge um eine gute Sprache in der Liturgie". Dennoch bitten sie die Gläubigen nachdrücklich darum, keine eigenen Experimente durchzuführen. „Gerade in der weltweiten Feier der gleichen Liturgie sind wir katholisch und miteinander solidarisch. Nutzen Sie die Vielfalt liturgischer Feierformen, die die Kirche anbietet. Und nutzen Sie Orte in der Liturgie wie Besinnung, Predigt, Meditation, Fürbitten, Liedgut, Musik, Stille, um sich persönlich eingeben zu können", heißt es in dem Brief, der auf den 5. Jänner datiert ist.
Gemeinsames Zeugnis brauche gemeinsame Formen und Regeln, halten die Bischöfe weiter fest. ,
Explizit wird in dem Brief darauf hingewiesen, dass "nur der Priester gültig der Eucharistie vorsteht, sakramentale Versöhnung zuspricht und die Krankensalbung spendet".
Vorfälle im Jahr 2022
Hintergrund des Briefes sind zwei Vorfälle im vergangenen Jahr. Im August wurde die Seelsorgerin Monika Schmid in den Ruhestand verabschiedet. Die liberale Theologin hatte im Vorfeld angekündigt, beim Abschlussgottesdienst zu konzelebrieren. Schließlich habe sie auch in der Vergangenheit immer wieder Messen gefeiert. „Bei uns ist es normal geworden", erklärte sie. „Jemand von außen fragt sich vielleicht, ob ich dazu die Erlaubnis habe. Ich frage nicht mehr danach, ich versuche, das umzusetzen, was ich von Jesus verstanden habe. Er sagt: Tut dies zu meinem Andenken."
Der zweite Vorfall betrifft die Diözese St. Gallen. Im Schweizer Fernsehen gab die Theologin Charlotte Küng-Bless an, schon einmal gegen das Kirchenrecht verstoßen zu haben. Konkret ging es um eine Krankensalbung. Zwar stellte sie später klar, dass sie keine Krankensalbung im kirchenrechtlichen Sinne gespendet habe. Es sei um ein Salbungsritual gegangen, das von der katholischen Tradition geprägt sei. Eigentlich habe sie einen Priester rufen wollen - doch die Familie wollte die Seelsorgerin, zu der sie ein Vertrauensverhältnis haben. Küng-Bless beruft sich auf Papst Franziskus, der Hirten bei den Menschen wolle.
Von Laienvertreterinnen und -vertretern gab es zum Teil Kritik an dem Schreiben der Bischöfe, der Schweizer Kurienkardinal Kurt Koch, der von 1995 bis 2005 Bischof von Basel war, stellte sich hingegen hinter seine Mitbrüder im Bischofsamt.

Syrien: Ehemaliger entführter Mönch ist neuer Erzbischof von Homs

Papst Franziskus hat zwei wichtige Stellen in der kirchlichen Hierarchie im Mittleren Osten neu besetzt. Er bestätigte die Wahl der beiden syrisch-katholischen Erzbischöfe von Homs und Mossul. Neuer Erzbischof von Mossul im Irak ist nun der aus dem nordirakischen Karakosch stammende Geistliche Kusai Mubarak Younan Hano (40). Neuer Erzbischof von Homs in Syrien wurde der in Aleppo geborene syrische Mönch Jacques Mourad (54). Die beiden waren zuvor von der Bischofssynode der Syrisch-katholischen Kirche gewählt worden.
P. Mourad…
… wurde im Jahr 2015 international bekannt, als ihn die Terroristen des „Islamischen Staates" aus einem Kloster entführten und ihn mehrere Monate als Geisel festhielten. Für seine Freilassung setzte sich damals auch Papst Franziskus ein. Mourad hat seine Erfahrungen in dem Buch „Ein Mönch in Geiselhaft" festgehalten. Darin schildert er unter anderem, wie ein Kommandeur der Islamisten ihn aufsuchte, um mit ihm über seinen Glauben zu diskutieren.
Mourad gehört der in Syrien beheimateten Klostergemeinschaft Deir Mar Musa el-Habashi (Kloster des Heiligen Moses der Abessinier) an. Das Kloster liegt am östlichen Ausläufer des Qalamoun-Gebirges etwa 80 Kilometer nördlich von Damaskus. Es wurde in den 1980er-Jahren von Paolo Dall'Oglio aufgebaut und gehört seit den 1990er-Jahren zur Syrisch-katholischen Kirche. Der italienische Geistliche Dall'Oglio verschwand im Sommer 2013 im Osten Syriens, als er helfen wollte, Geiseln aus der Gewalt der Terrormiliz IS zu befreien. Seither fehlt von ihm jede Spur.
Die Gemeinschaft von Mar Musa hat auch das Kloster Mar Elian (Heiliger Elias) in Karjatain bei Homs reaktiviert, wobei sich hier vor allem P. Mourad große Verdienste erwarb. Nachdem das Kloster vom IS zerstört wurde, hat er es - auch gemeinsam mit Muslimen - wieder aufgebaut. Die offizielle Einweihungsfeier fand diesen Herbst statt.
Die Syrisch-katholische Kirche entstand im 17. Jahrhundert aus der Syrisch-orthodoxen Kirche von Antiochien. Derzeit gehören ihr weltweit etwa 150.000 bis 200.000 Mitglieder an, vor allem im Libanon, in Syrien, im Irak und den USA.
Internationale Bischofsgruppe besucht Christen in Jordanien
Jordaniens Christen stehen im Mittelpunkt des diesjährigen Solidaritätsbesuchs katholischer und anglikanischer Bischöfe im Heiligen Land, der am Samstag in Amman beginnt. Mit dem fünftägigen Besuch soll unter anderem das Bewusstsein für die „gemeinsame kulturelle Prägung der Katholiken im Heiligen Land" und die politischen Verflechtungen der Region ausgedrückt werden, sagte der Mainzer Weihbischof Udo Bentz. 
Auf dem Programm des bisher 23. Internationalen Bischofstreffens zur Solidarität mit den Christen im Heiligen Land vom 14. bis 18. Jänner stehen Besuche in verschiedenen katholischen Pfarren sowie Gespräche mit Vertretern der lateinischen Kirche, christlichen Politikern und Diplomaten. Ein Fokus soll dabei auf dem Einsatz christlicher Institutionen für Geflüchtete aus Syrien und dem Irak liegen.
An der Begegnung nehmen zwölf katholische Bischöfe aus neun europäischen Bischofskonferenzen, der US-amerikanischen, Kanadischen und Südafrikanischen Bischofskonferenz sowie ein Bischof der anglikanischen Kirche teil. Das Treffen findet seit 1998 jeweils im Jänner im Auftrag des Heiligen Stuhls und auf Einladung der katholischen Bischöfe des Heiligen Landes statt.
Foto: P. Mourad, Vatican Media.

Buch des früheren Papstsekretärs Gänswein in Italien erschienen

In Italien hat am Donnerstag der Verkauf eines neuen Buches von Erzbischof Georg Gänswein begonnen, dem langjährigen Privatsekretär des verstorbenen Papstes Benedikt XVI. Unter dem Titel „Nichts als die Wahrheit" ("Nient'altro che la verita") berichtet Gänswein darin über vereinzelte Meinungsverschiedenheiten zwischen dem ehemaligen und dem amtierenden Papst.
Das Buch sorgt in Italien seit Tagen für Schlagzeilen, weil noch vor der Beisetzung des ehemaligen Papstes am 5. Jänner erste Auszüge in den Medien bekannt wurden. In Kommentaren wurden diese als Angriffe gegen Franziskus gedeutet. Franziskus empfing Erzbischof Gänswein am Montag persönlich. Gänswein wurde nach eigenen Angaben von Benedikt XVI. als Testamentsvollstrecker eingesetzt.
In dem Buch berichtet Gänswein, dass der ehemalige Papst seinem Nachfolger 2013 Gehorsam versprochen habe. Dennoch gab es dem Buch zufolge Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden. Unter anderem habe Benedikt XVI. seinen Nachfolger dazu aufgefordert, in moraltheologischen Fragen klarer Stellung zu beziehen. Ferner habe Benedikt die Entscheidung von Papst Franziskus missbilligt, die sogenannte „außerordentliche Form" der Messe in lateinischer Sprache und mit dem Rücken zum Kirchenvolk weitgehend zu verbieten.
Das Timing…
…  war je nach Standpunkt miserabel - oder vielleicht doch optimal gewählt: Der emeritierte Papst Benedikt XVI. (1927-2022) war noch nicht begraben, da tauchten in italienischen Medien schon die ersten Auszüge aus den Memoiren des langjährigen Privatsekretärs Georg Gänswein auf. Als „Georgs Angriff auf Bergoglio" wertete etwa die Zeitung „Il Messaggero" die Vorabveröffentlichungen. Gleich mehrere Kardinäle und Erzbischöfe mahnten daraufhin in Interviews, Gänswein solle besser schweigen. „Es wäre besser gewesen, zu schweigen. Jetzt ist nicht die Zeit für solche Dinge", sagte etwa Kurienkardinal Walter Kasper.
Bei Lektüre des 336-Seiten-Werks…
… wird nach wenigen Seiten deutlich, worin die eigentliche Brisanz dieser Memoiren besteht - für die der Privatsekretär offensichtlich schon vor etlichen Jahren viele genaue Notizen gemacht und ausgewertet hat. Da berichtet Gänswein vom Glückwunsch des Chefs der größten italienischen Freimaurer-Loge nach der Papstwahl von Kardinal Jorge Bergoglio im März 2013. Er falle - anders als acht Jahre zuvor - sehr herzlich und beinahe überschwänglich aus. Ganz so, als wolle der Autor damit sagen: Die Freimaurer (also die Feinde der Kirche) liebten den neuen Papst; den alten hingegen mochten sie nicht - was aus seiner Sicht eine Art Gütesiegel für den Letzteren ist.
Gänswein kämpft dabei an mehreren Fronten. Zum einen versucht er, all jenen traditionell-katholischen Ultras die Basis für ihre Argumente zu entziehen, die meinen, dass Benedikts Rücktritt regelwidrig war und die Wahl von Franziskus deshalb nicht rechtsgültig gewesen sei.
An einer anderen Front versucht Gänswein, die Behauptung zu widerlegen, dass der Ex-Papst seinem Nachfolger immer wieder „Knüppel zwischen die Beine" geworfen und eine Art konservative Opposition betrieben habe.
 

Umstrittener Kardinal George Pell gestorben
Scharfer Kritiker des Papstes und der Weltsynode

Der australische Kurienkardinal George Pell ist im Alter von 81 Jahren in Rom gestorben. Er war von 2014 bis 2017 als Verantwortlicher für Wirtschafts- und Finanzfragen einer der mächtigsten Männer im Vatikan.
Pell, der im Vatikan zu den Konservativen gezählt wurde, versuchte als Koordinator des vatikanischen Wirtschaftsrates, mehr Transparenz und Sauberkeit in die Vatikanfinanzen zu bringen. Dies brachte ihn in Konflikt mit alten Strukturen und Gewohnheiten anderer Verantwortlicher.
Papst Franziskus…
… hat Kardinal George Pell wegen des Einsatzes für die Reform der Vatikanfinanzen gewürdigt. In einem am Mittwoch veröffentlichten Telegramm des Papstes heißt es, er erinnere sich voller Dankbarkeit an Pells Einsatz für die Reform des vatikanischen Wirtschaftssektors, für die er „mit Entschlossenheit und Weisheit die Grundlagen schuf".
2018 geriet Pell weltweit…
… in die Schlagzeilen, als er von einem Strafgericht in Melbourne wegen eines angeblichen sexuellen Missbrauchs zu Unrecht zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilt wurde. 2020 wurde er in letzter Instanz freigesprochen und aus dem Gefängnis entlassen. Danach kehrte er nach Rom zurück.
Zuletzt wurde er beim Begräbnis von Benedikt XVI. in der Öffentlichkeit gesehen. Nach zunächst unbestätigten Berichten unterzog er sich kurz vor seinem Tod einem chirurgischen Eingriff.
In einem posthum veröffentlichten Artikel…
…  hat Kardinal George Pell erneut scharfe Kritik an der von Papst Franziskus ausgerufenen Weltsynode geübt. In dem Beitrag für die britische Zeitschrift „The Spectator" bezeichnete er das Projekt als „toxischen Alptraum". Ein vom Vatikan erstelltes begleitendes Arbeitsdokument sei „einer der inkohärentesten Texte, die je aus Rom verschickt wurden". Das Schreiben sei nicht nur „in neomarxistischem Jargon verpackt", sondern „feindselig gegenüber der apostolischen Tradition". Grundlegende christliche Lehren würden ignoriert, so der Vorwurf des Kardinals.
Gemischte Reaktionen auf Kardinal Pells Tod in Australien
Mit gemischten Gefühlen haben Australier auf den überraschenden Tod von Kardinal George Pell reagiert. Kirchenvertreter betonten die bedeutende theologische Rolle des früheren Erzbischofs von Sydney und Melbourne; Missbrauchsopfer und ihre Anwälte kritisierten die Rolle des Geistlichen im Umgang der Kirche mit dem Thema. Die konservative politische Opposition sieht Pell wegen seiner Verurteilung und zwischenzeitlichen Inhaftierung in einem Missbrauchsverfahren als ein „Opfer politischer Verfolgung".

In Österreich leben derzeit 4,73 Millionen Katholiken
2022 sind 90.808 Personen  ausgetreten

Die Katholikenzahl in Österreich ist im letzten Jahr erneut zurückgegangen. Das ergeben die am Mittwoch von den österreichischen Diözesen veröffentlichten Statistiken. Demnach gibt es mit Stichtag 31. Dezember 2022 in Österreich 4,73 Millionen Katholiken. 2021 waren es laut amtlicher Statistik der Österreichischen Bischofskonferenz 4,83 Millionen Katholiken. Das entspricht einem Rückgang von 1,96 Prozent, insgesamt traten 2022 90.808 Personen aus der Katholischen Kirche aus.
Für die aktuell hohen Austrittszahlen dürfte bei vielen Menschen eine Distanz zur Kirche ausschlaggebend sein, die durch die Pandemie in den vergangenen Jahren größer geworden ist. Laut Angaben aus den Diözesen sei dieser Trend im letzten Jahr durch die angespannte wirtschaftliche Gesamtlage noch verstärkt worden. 2021 waren 72.222 Personen aus der katholischen Kirche ausgetreten, 2020 waren es 58.727. Im Jahr 2010 musste die Kirche schon einmal 85.960 Austritte verzeichnen.
 

Kirchenstatistik: Steigerungen bei Sakramenten, stabile Strukturen 

Die Katholische Kirche in Österreich hat am Mittwoch die pastoralen Kennzahlen für das Jahr 2021 veröffentlicht. Aus diesen ist abzulesen, dass bei den Sakramenten (Taufe, Erstkommunion, Firmung und Ehe) viele Feiern nachgeholt wurden, die 2020 coronabedingt nicht möglich waren. Ein seriöser Blick darauf, wie sich die Pandemie auf das kirchliche Leben langfristig ausgewirkt hat und wie sich dies etwa auch in der Zahl der Sakramentenspendung niederschlägt, wird aber frühestens mit den Daten des Jahres 2022 möglich sein. Leicht gesunken ist 2021 die Zahl der in Österreich wirkenden Priester, Ordensmänner und Ordensfrauen.
Die Zahl der in Österreich wirkenden Priester beträgt laut der aktuellen Kirchenstatistik 3.425. Damit ist die Zahl der Priester gegenüber 2020 (3.548) leicht zurückgegangen.
Die aktuelle Gesamtzahl für 2021 setzt sich aus 1.740 Diözesanpriestern, 441 ausländischen Priestern und 1.244 Ordenspriestern zusammen.
Die Zahl der Ordensbrüder ist mit 366 im Vergleich zu 2020 (383) ebenfalls leicht zurückgegangen.
Für die Ordensfrauen in Österreich weist die amtliche Statistik 2021 3.008 Schwestern aus. Die Zahl der Ordensfrauen in Österreich nimmt seit Jahren leicht aber stetig ab (2020: 3.088).
1.473 Frauen und Männer - hauptamtliche Laien - waren 2021 im pastoralen Dienst der Kirche tätig. Im Vergleich zum Jahr 2020 war eine leichte Steigerung zu verzeichnen.
 

Kirchenbeitragseinnahmen auf 499 Millionen Euro gestiegen 

Die katholischen Diözesen in Österreich können für 2021 leichte Steigerungen beim Kirchenbeitragsaufkommen und insgesamt fast ausgeglichene Bilanzen verzeichnen. Das geht aus der österreichweiten kirchlichen Gebarungsübersicht hervor, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. Der Großteil der Einnahmen der Diözesen stammt aus dem Kirchenbeitrag. 2021 waren es fast 499 Millionen Euro (75 Prozent der Gesamteinnahmen), 2020 lagen die Kirchenbeiträge bei knapp 484 Millionen Euro. Für 2022 liegt noch keine Endabrechnung vor, laut Auskünften aus den Diözesen gegenüber Kathpress dürften die Einnahmen nominell zwar stabil geblieben, aber nicht mehr gestiegen sein.
Zwei Drittel der Budgets sichern die kirchliche Basisstruktur und die Seelsorge. So wurden laut Rechenschaftsbericht 2021 für die Pfarren und die pastoralen Aufgaben insgesamt über 440 Millionen Euro aufgewendet, was einem Anteil von rund 66 Prozent an den Gesamtausgaben entspricht.
Das unter den zehn katholischen Diözesen akkordierte Zahlenwerk enthält neben einer Gebarungsübersicht auch einen Rechenschaftsbericht, der einen Einblick in Einkünfte und Aufwendungen zulässt. Insgesamt verzeichnen die Diözesen 2021 Gesamteinnahmen in der Höhe von rund 665 Millionen Euro (2020: 643 Millionen). Dem stehen Aufwendungen von rund 671 Millionen Euro (2020: 644 Millionen) gegenüber. Aufgrund eines positiven Finanzergebnisses weist die Gebarungsübersicht der Diözesen insgesamt ein positives Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) in der Höhe von rund 13 Millionen Euro (2020: 16 Millionen) und ein Gesamtbudget von rund 685 Millionen Euro aus (2020: 660 Millionen).
Kirchenbeitrag ist finanzielle Basis 
Wichtigste Einnahmequelle der Diözesen ist der Kirchenbeitrag mit 498,8 Millionen Euro und einem Anteil von 75,1 Prozent an den Erlösen und Erträgen. Die staatlichen Leistungen zur Abgeltung von NS-Schäden machen rund 59,5 Millionen Euro und somit 8,9 Prozent an den Einnahmen aus. Die restlichen 106,3 Millionen Euro und damit 16 Prozent der Einnahmen stammen aus der Vermögensverwaltung, aus Vermietungen, Leistungen, Subventionen und sonstigen Erträgen. 
Über das größte Budget verfügte die Erzdiözese Wien mit Einnahmen von 141,3 Millionen Euro. 
Diözese Linz: 133,9 Millionen Euro 
Diözese Graz-Seckau: 109,7 Millionen Euro 
Erzdiözese Salzburg: 63 Millionen Euro 
Diözese St. Pölten: 61,9 Millionen Euro 
Diözese Innsbruck: 53,9 Millionen Euro 
Diözese Gurk-Klagenfurt: 39,1 Millionen Euro 
Diözese Feldkirch: 33,1 Millionen Euro 
Diözese Eisenstadt: 26,6 Millionen Euro 
Militärdiözese: 2,1 Millionen Euro 

Kurznachrichten

  

 

Hl. Land. Die katholischen Bischöfe und Kirchenspitzen des Heiligen Landes haben die jüngste Welle von Gewalt und Vandalismus gegen Christen und deren Einrichtungen verurteilt. 

 

Vatikan. Die Staatsanwaltschaft des Vatikanstaates ermittelt neu im Fall der vor 39 Jahren verschwundenen Vatikanbürgerin Emanuela Orlandi.  Die bei ihrem Verschwinden im Sommer 1983 15 Jahre alte Schülerin war Tochter eines Vatikanangestellten. Der Fall zählt zu den bekanntesten ungelösten Kriminalfällen Italiens. 

 

Angola, Malawi und die Zentralafrikanische Republik führen die Rangliste der vergessenen humanitären Krisen 2022 an. Das vermeldet das Hilfswerk Care im jüngsten Bericht. 

 

Armenien. Die Armenisch-apostolische Kirche in Österreich hat in einem offenen Brief einmal mehr die österreichische Bundesregierung aufgefordert, sich für ein Ende der Blockade von Berg-Karabach einzusetzen. Seit über einem Monat isoliert Aserbaidschan die Armenier in Berg-Karabach (Artsach) vom Rest der Welt. 

 

In Nigeria hat die Zahl der Entführungen und Tötungen von Priestern im vergangenen Jahr nach Angaben der örtlichen Kirche zugenommen. Über 20 Fälle wurden für 2022 dokumentiert. 

 

Philippinen. Trotz Absage wegen Corona haben in Manila laut Medienberichten mehr als 1,6 Millionen Menschen an den mehrtägigen Feiern zum Fest des „Schwarzen Nazareners" teilgenommen. 



In der Ukraine soll ein Bischof der lange mit Moskau verknüpften ukrainisch-orthodoxen Kirche vor Gericht gestellt werden, weil er zu einem Umsturz aufgerufen habe. Laut den Ermittlern soll Metropolit Jonatan (73) unter Gläubigen Flugblätter verteilt haben, in denen er „zur Machtergreifung und zur Änderung der Staatsgrenzen der Ukraine aufrief". 

 


Österreich



Wien. Die Zusammenarbeit der Ordensspitäler mit dem Wiener Gesundheitsverbund und die notwendige Neuausrichtung der Pflege im Bereich der Finanzen und der Fachkräfte waren zwei zentrale Themen des jüngsten Gesprächs von den Spitzen der ARGE Ordensspitäler mit dem Wiener Gesundheitsstadtrat Peter Hacker.  

 

Oberösterreich. Mit Dreikönig ist im Steyrer Stadtteil Christkindl die Hauptsaison zu Ende gegangen: Im Sonderpostamt wurden zwischen 25. November 2022 und 6. Jänner 2023 insgesamt 1,3 Millionen Weihnachts- und Neujahrsgrüße aus aller Welt mit dem begehrten Sonderstempel „Über Postamt Christkindl" versehen. 

 

Tirol. Jungen Leuten, die angesichts der Fülle von Möglichkeiten für sich Orientierung und den richtigen Weg im Leben suchen, bieten die Jesuiten in Innsbruck mit ihrer "Zukunftswerkstatt" eine Anlaufstelle. Die Nachfrage ist groß, berichtete P. Schaich. 

Das schönste Gebäude der Welt: Sagrada Familia

Im jüngsten internationalen Umfrage-Ranking des Reiseportals Tripadvisor befinden sich unter den 20 schönsten Gebäuden der Welt gleich 13 Sakralbauten. 
Angeführt wird die Liste von der berühmten Sagrada Familia in Barcelona. Der spektakuläre Bau steche durch seinen künstlerischen Wert, seine Geschichte und architektonische Originalität unter allen anderen Gebäuden hervor, meint den Angaben zufolge eine Mehrheit der Nutzer des globalen Reiseportals aus 130 Ländern. 
Auf Platz zwei landet die Pariser Kathedrale Notre-Dame. Drei weitere Gebäude der französischen Hauptstadt stehen ebenfalls auf der Liste: Die Basilika Sacre-Coeur (Platz 9), die frühere Palastkapelle Sainte-Chapelle (Platz 16) sowie das Louvre-Museum (Platz 19). Die evangelisch-lutherische Hallgrimskirkja im isländischen Reykjavik und der Mailänder Dom nehmen die Plätze 14 und 15 ein. 
Neben dem Wiener Schloss Schönbrunn (Platz 10) und dem Budapester Parlamentsgebäude (Platz 12) zählten die Nutzer des Portals zudem die Johannes-der-Täufer-Kathedrale im US-amerikanischen Savannah (11), den Tempel Wat Pho in Bangkok (13) sowie die Hagia Sophia in Istanbul zu den schönsten Gebäuden der Erde.

Auch das noch...

Heimische Bischöfe feierten Gottesdienst für verstorbenen Papst

Mit einem feierlichen Requiem haben die Katholische Kirche und das offizielle Österreich am Montagabend im Stephansdom Abschied von Papst Benedikt XVI. genommen. Dem Requiem stand Kardinal Christoph Schönborn vor, der eingangs des Gottesdienstes daran erinnerte, dass Kardinal Joseph Ratzinger im Stephansdom 2004 das Requiem für Kardinal Franz König geleitet hatte. 2007 war er als Papst Benedikt XVI. wieder nach Österreich gekommen, und hatte im Dom einen Festgottesdienst gefeiert. Beim Requiem wurde für den Verstorbenen gebetet, ebenso aber auch für den Frieden in der Ukraine, für die Einheit der Christen und ein respektvolles Miteinander aller Religionen der Welt.
An der Spitze der staatlichen Repräsentanten nahm Bundespräsident Alexander Van der Bellen in Begleitung seiner Gattin Doris Schmidauer am Gottesdienst teil. 
 

Erster Kirchen-Neubau in Türkei seit 100 Jahren vor Eröffnung

In der Türkei steht der erste Neubau einer christlichen Kirche seit Gründung der Republik 1923 kurz vor der Eröffnung. Wie die Zeitung „Hürriyet" berichtete, soll die syrisch-orthodoxe St.-Ephrem-Kirche im Istanbuler Stadtteil Bakirköy in den kommenden zwei Monaten fertiggestellt werden. In den vergangenen Jahrzehnten hatte die christliche Minderheit in der Türkei ihre Kirchen zwar renovieren dürfen; ein Neubau war staatlicherseits aber lange Zeit nicht genehmigt worden.
Die Kirche soll künftig Platz für rund 700 Personen bieten. Neben dem eigentlichen Kirchenraum gibt es zwei Obergeschoße mit Versammlungsräumen, die etwa nach Messen, Taufen oder Hochzeiten genutzt werden können, und eine Tiefgarage mit Parkplätzen. Den Grundstein für den Neubau legte Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan 2019 selbst. Es zähle zu den Aufgaben des Staates, dafür zu sorgen, dass die Christen genügend Kirchen für ihre Gottesdienste hätten, sagte Erdogan damals.
Die Angaben über die Zahl der syrisch-orthodoxen Christen in Istanbul schwanken zwischen 12.000 und 17.000. 
Das Grundstück, auf dem die neue Kirche seit 2019 errichtet wurde, war der Katholischen Kirche im Jahr 1868 von einem Gemeindemitglied vermacht und teilweise als Friedhof genutzt worden. Auf dem Gelände befindet sich auch noch eine kleine katholische Friedhofskapelle. Im Jahr 1950 wurde das Areal vom türkischen Staat eingezogen und in städtischen Besitz überführt, der Friedhof wurde geschlossen.

Indien: Kritik an Behörden wegen anhaltender Gewalt gegen Christen

Nach wiederholten gewalttätigen Angriffen von Hindu-Extremisten auf Christen und Kircheneinrichtungen im indischen Bundesstaat Chhattisgarh gibt es massive Kritik an den Behörden. Schon im Vorfeld der Attacken seien Kundgebungen christenfeindlicher Gruppen nicht unterbunden worden, obwohl die Bevölkerung dabei offen gegen Kirchenbesucher und Pastoren aufgehetzt worden sei, schilderte ein - anonym bleiben wollender - örtlicher Partner dem Hilfswerk „Open Doors Deutschland". Die Behörden hätten keine Schutzmaßnahmen ergriffen, obwohl bekannt gewesen sei, dass neue Angriffe drohten. Stattdessen seien Gemeinschaftsunterkünfte vertriebener Christen geschlossen worden. „Sie zwingen die Menschen, im Angesicht der Gewalt in ihre Dörfer zurückzukehren", so der „Open Doors"-Partner.
Mitte Dezember waren in den Bezirken Narayanpur und Kondagaon bei einer konzertierten Aktion radikaler Hindu-Nationalisten zahlreiche Dörfer angegriffen und die dort lebenden und zum Christentum konvertierten Adivasi - so werden die Ureinwohner der Region genannt - aus ihren Häusern vertrieben worden. Am 2. Jänner verwüsteten mit Stöcken und Steinen Bewaffnete eine katholische Pfarre in Narayanpur. Auch andere christliche Einrichtungen und Wohnhäuser sollen beschädigt und örtliche Christen bedroht und zur Flucht aufgefordert worden sein.
 

Islamistische Angriffe in Westafrika nehmen zu

Das internationale päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not" warnt vor dem Anwachsen islamistisch motivierter Gewalt in Westafrika, besonders in Benin. Projektpartner des Hilfswerks berichteten von zunehmenden Angriffen im Norden des Landes, teilte „Kirche in Not" am Montag in München mit. Stark betroffen sei das Gebiet der katholischen Diözese Natitingou. Die Angriffe hätten Ende 2021 eingesetzt und seien im Laufe des vergangenen Jahres intensiver geworden. Das schränke die pastorale Arbeit ein: So habe ein Benediktinerinnenkloster in Natintigou aus Angst vor Entführungen geschlossen. Die Ordensfrauen seien nun im Landesinneren Benins.
„Kirche in Not" sehe mit großer Sorge, dass sich der dschihadistische Terror im ganzen Westen Afrikas ausbreite, hieß es weiter. „Waren in der Region bislang vor allem Mali, Burkina Faso, Tschad, Niger, Kamerun und Nigeria betroffen, so geraten zunehmend auch die Nachbarländer ins Visier der Extremisten." Die Angriffe seien darauf ausgerichtet, ein transnationales Kalifat von der Sahelzone über den Nahen Osten bis hin zum Süden der Philippinen zu errichten. 

Indigene Gemeinschaft im Amazonasgebiet kann jetzt die Bibel in ihrer eigenen Sprache lesen 

Die neue Ausgabe der Kinderbibel von „Kirche in Not“ in der Sateré-Sprache ist nicht nur ein Werkzeug zur Vertiefung des Glaubens. Sie trägt außerdem dazu bei, die Sprache und Kultur eines indigenen Volkes zu bewahren.
Angehörige des Sateré-Mawé-Volkes aus dem Amazonasgebiet können nun die Bibel in ihrer eigenen Sprache lesen. Das päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ (ACN) hat eine neue Ausgabe seiner Kinderbibel "Gott spricht zu seinen Kindern" fertiggestellt und bereits an mehrere Gemeinden verteilt.
Die Sateré-Mawé leben in den Amazonas-Regionen Andirá und Marau. Mitte Dezember wurden dank „Kirche in Not“ mehr als tausend Exemplare der Kinderbibel an Vertreter von etwa dreißig Gemeinden verteilt.
Die Kinderbibel von „Kirche in Not" gibt es in 190 Sprachen
Die „Kirche in Not“-Kinderbibel wurde erstmals 1979 veröffentlicht und ist inzwischen in 190 Sprachen übersetzt worden. Insgesamt wurden mehr als 50 Millionen Exemplare gedruckt, davon mehr als 10 Millionen allein für Brasilien. Neben der Ausgabe in Sateré-Mawé- und der portugiesischen Ausgabe wurde die Kinderbibel auch in mehrere weitere brasilianische indigene Sprachen, etwa Guarani, Tukano, Ticuna und Macuxi übersetzt. 
Foto: Verteilung der Kinderbibel von "Kirche in Not" in der Sateré-Sprache © Joao Carlos Morales/KIRCHE IN NOT.