JA 

die neue Kirchenzeitung

15. Mai 2022 

Ein Spätberufener im Papstamt

Dass Spätberufene in fortgeschrittenem Alter zu Priestern geweiht werden, ist heute alltäglich. Früher keineswegs.
Unter den Ausnahmen sticht ein Papst hervor: Gregor XIII. 
In Bologna 1502 geboren, war er ein glänzender Jurist, der als solcher mit 37 Jahren in den Dienst der Kirche trat und erst  mit 54 Jahren zum Priester (und Bischof) geweiht wurde.
Vor 450 Jahren, am 13. Mai 1572, wurde der Siebzigjährige in einem Konklave von nicht einmal 24 Stunden zum Papst gewählt.
Der  Verwaltungserfahrene war ein „workaholic“. Die wichtigsten Geschäfte pflegte er selbst zu erledigen.
Ausbildung und Wissenschaft lagen ihm am Herzen. Er gründete zahlreiche Bildungseinrichtungen und die bis heute bestehende vatikanische Sternwarte.

In Gegenreformationsangelegenheiten sehr hart, war er im Kirchenstaat zu milde. Das Mafiawesen griff um sich.
Bekannt ist er heute vor allem wegen der auf ihn zurückgehenden Kalenderreform, die noch heute als Gregorianischer Kalender gültig ist. 
Er korrigierte den Kalender durch einen Zeitsprung vom 4. auf den 15. Oktober 1582.
Hierbei ging es im Wesentlichen darum, dafür zu sorgen, dass das gemessene Jahr dem astronomischen wirklich entsprach. Die Frühlings-Tag-Nacht-Gleiche sollte wieder auf den 21. März fallen, wie es durch das Konzil von Nicäa im Jahre 325 festgelegt worden war. Bis 1582 galt der (nach Julius Caesar benannte) „Julianische Kalender“, der gegenüber der wirklichen Dauer des Jahres um elf Minuten und vierzehn Sekunden zu lang war. 
Rußland ist bis heute beim Julianischen Kalender geblieben…  P. Udo 

90-jähriger Hongkonger Kardinal Zen verhaftet und auf Kaution entlassen

Der in Hongkong festgenommene Kardinal Joseph Zen Ze-kiun ist wieder in Freiheit. Das unabhängige Internetportal Hong Kong Free Press verbreitete am Mittwochabend auf Twitter ein Foto des Kardinals mit Maske und die Information, der 90-jährige Zen sei auf Kaution aus dem Polizeihauptquartier entlassen worden. Anschließend habe er den Ort ohne weitere Erklärungen in einem Privatauto verlassen. 
Örtlichen Berichten von Mittwoch zufolge war der frühere Bischof von Hongkong und prominente Kritiker der chinesischen Regierung zuvor gemeinsam mit zwei weiteren Personen von der Nationalen Sicherheitspolizei festgesetzt worden.
Bei den beiden anderen handelt es sich den Angaben zufolge um die ehemalige Oppositionsabgeordnete und Anwältin Margaret Ng Ngoi-yee, die laut Hong Kong Free Press nun ebenfalls auf Kaution wieder freikam, und die Aktivistin für Lesben- und Schwulenrechte sowie Sängerin Denise Ho Wan-sze. Den Berichten nach werden allen Festgenommenen „geheime Absprachen mit ausländischen Kräften" vorgeworfen. Bereits am Dienstag sei auch der Kulturwissenschaftler Hui Po-keung am Flughafen von Hongkong verhaftet worden, hieß es.
Insgesamt sollen fünf Personen festgenommen worden sein, die wie Zen als Treuhänder an der Verwaltung eines inzwischen aufgelösten humanitären Fonds für Demonstranten der gegen Peking gerichteten prodemokratischen Proteste 2019 beteiligt waren.
Der Vatikan äußerte sich nach der Verhaftung „besorgt". Der Heilige Stuhl verfolge die weitere Entwicklung „mit sehr großer Aufmerksamkeit", erklärte Vatikansprecher Matteo Bruni. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing (Limburg), schrieb auf Twitter, der Vorgang erfülle ihn mit „großer Sorge". In einem weiteren Tweet der Bischofskonferenz hieß es: "Kardinal Zen ist seit Jahrzehnten ein unbequemer und unbestechlicher Streiter für die Freiheit der Menschen gegenüber den Anmaßungen der kommunistischen Staatsmacht, die mittlerweile auch Hongkong unter ihre Kontrolle gebracht hat."
Kardinal Zen zählt zu den kirchenpolitisch prägenden katholischen Vertretern Asiens. Über seine Amtszeit hinaus gehört der Ordensmann der Salesianer Don Boscos zu den prominenten Kritikern der chinesischen Regierung und ihrer Religionspolitik, zuletzt zunehmend auch des Vatikan und seiner China-Politik.
Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch erklärte: „Die Verhaftung eines 90-jährigen Kardinals wegen seiner friedlichen Aktivitäten ist ein schockierender neuer Tiefpunkt für Hongkong und veranschaulicht den freien Fall der Menschenrechte in der Stadt in den vergangenen zwei Jahren."
Weiter hieß es: „Die Verhaftungen, die nach der Ernennung des ehemaligen Sicherheitschefs John Lee durch die chinesische Regierung zum Regierungschef der Stadt erfolgen, sind ein unheilvolles Zeichen dafür, dass das harte Durchgreifen in Hongkong eskalieren wird." Der chinatreue bisherige Sicherheitsminister John Lee war am Sonntag (8. Mai) zum neuen Regierungschef Hongkongs bestimmt worden.
Seit der Einführung des sogenannten Nationalen Sicherheitsgesetzes Ende Juni 2020 durch China werden in der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong Freiheitsrechte, Pressefreiheit und Rechtsstaatlichkeit unterdrückt. Hunderte Demokratieaktivisten wurden verhaftet; Tausende entzogen sich der Verfolgung durch die Flucht ins Ausland. Auch die Religionsfreiheit gerät zunehmend unter Druck der prochinesischen Führung. 
Foto. Twitter Kelly Ho/Hongkong Free Press.
 

Papst an LGBT-Menschen: „Gott  verleugnet keines seiner Kinder"

Papst Franziskus hat sich in einem Kurzinterview zu seiner Einstellung zu homosexuellen Menschen und weiteren Personen der LGBT-Community geäußert. Demnach werden diese Menschen nicht „von der Kirche", sondern von „Menschen in der Kirche" abgelehnt, schrieb er dem US-amerikanischen Portal „Outreach". Das Portal, das sich den Themen katholische Kirche und LGBTQ widmet, wird von dem US-Jesuiten James Martin geleitet.
Auf Martins schriftlich übermittelte Frage, was er „einem LGBT-Katholiken, der sich von der Kirche abgelehnt fühlt", sagen wolle, schrieb Franziskus: "Die Kirche ist eine Mutter und ruft alle ihre Kinder zusammen. Nehmen Sie zum Beispiel das Gleichnis von den zum Festmahl Geladenen: 'die Gerechten und die Sünder, die Reichen und die Armen, usw.' Eine 'selektive' Kirche, eine 'reinblütige', ist nicht die Heilige Mutter Kirche, sondern eine Sekte."
Das Wichtigste, das man von Gott wissen müsse, sei, dass dieser Vater sei und „keines seiner Kinder verleugnet". Gottes Stil, so der Papst, seien „Nähe, Barmherzigkeit und Zärtlichkeit". Auf diesem Weg werde Gott gefunden. Im Übrigen sollten homo- oder transsexuelle Menschen, die sich für das Christentum interessieren, das Buch der Apostelgeschichte lesen. "Dort werden sie das Bild der lebendigen Kirche finden" schrieb Franziskus.

Papst: Liturgie nicht zur Spaltung benutzen

Papst Franziskus hat davor gewarnt, die Liturgie für eigene Ideologien auszunutzen. Es sei nicht möglich, Gott anzubeten und gleichzeitig die Liturgie zu einem „Schlachtfeld" für überholte Themen zu machen, erklärte der Papst am Samstag im Vatikan vor Lehrenden und Studierenden des Liturgie-Instituts der römischen Benediktiner-Hochschule Sant'Anselmo. Liturgie solle in Leben und Studium zu einer größeren kirchlichen Einheit führen, nicht zur Spaltung. - An der Audienz nahmen u.a. auch Benediktiner-Generalabt Gregory Polan und der aus Österreich stammende Rektor von Sant'Anselmo, P. Bernhard Eckerstorfer, teil.
Franziskus kritisierte Widerstände gegen Liturgiereformen, wie etwa die des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965). Wenn Liturgie zur Verteidigung eigener Standpunkte genutzt werde, sei dies „das Drama, das wir in kirchlichen Gruppen erleben, die sich von der Kirche distanzieren, das Konzil und die Autorität der Bischöfe in Frage stellen, um die Tradition zu bewahren". Die Kirche brauche heute, wie schon immer, „ein Leben aus der Liturgie". Die Konzilsväter hätten sich sehr dafür eingesetzt, so der Papst. 
Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil widersetzt sich eine Minderheit von Traditionalisten der Modernisierung der katholischen Kirche und ihrer Liturgie. Im Vordergrund steht dabei auch die Feier der sogenannten Alten Messe. Im vergangenen Jahr hatte Papst Franziskus deren Feier stark eingeschränkt. 
Die internationale Hochschule  Sant'Anselmo zählt insgesamt etwa 680 Studierende, die aus allen Kontinenten und 70 Nationen kommen. Zusammen mit dem Studienhaus und dem Sitz von Abtprimas Polan bildet sie zudem das weltweite Zentrum des Benediktinerordens.
 

Kardinal Pell: Beccius Aussagen vor Gericht „unvollständig"

Der australische Kardinal George Pell (80) hat Vorwürfe gegen seinen Dauerwidersacher Giovanni Angelo Becciu erneuert. Die jüngsten Angaben des früheren Kurienkardinals Becciu im vatikanischen Finanzprozess seien „unvollständig" und „bizarr", kritisierte Pell in einer  veröffentlichten Stellungnahme.
Die beiden Kardinäle verbindet eine jahrelange Rivalität. Pell hatte sich einst als Präfekt des 2014 errichteten Wirtschaftssekretariates im Vatikan um eine stärkere Finanzkontrolle bei den Kurienbehörden bemüht, war dabei allerdings auf starken Widerstand Beccius gestoßen. Dieser war bis 2018 Substitut des Staatssekretariats und damit eine Art Stabschef der kirchlichen Leitungszentrale.
Im laufenden Verfahren vor dem Strafgericht des Vatikan
geht es unter anderem um verlustreiche Investitionen des Staatssekretariates. Zu den Angeklagten zählt auch Becciu. Der stellte sich am Donnerstag vor Gericht als Opfer „infamer" und „haltloser" Anschuldigungen dar. Zudem legte er Dokumente vor, die ihn entlasten sollen. Seinem Widersacher Pell warf der Italiener vor, ihn mit „schändlichen und unerträglichen Unterstellungen" in ein schlechtes Licht zu rücken.
1,5 Millionen Euro für eine Internet-Domain?
Der Australier hatte in einem Interview vor einigen Monaten Spekulationen und Verdächtigungen neue Nahrung gegeben. Darin warf er seinem geschassten Kollegen indirekt vor, für dubiose Überweisungen nach Australien verantwortlich gewesen zu sein. Konkret soll es um 2,3 Millionen Australische Dollar (rund 1,5 Millionen Euro) gehen. Ein Teil des Geldes floss demnach im Jahr 2017, als der inzwischen freigesprochene Pell wegen Missbrauchsvorwürfen in seiner Heimat zusehends unter Druck geriet.
Becciu gab nun im Finanzprozess an, das Geld sei nachweislich für die Bezahlung einer Internet-Domain namens „.catholic" eingesetzt worden. Als Beleg präsentierte er neben anderen Dokumenten eine angebliche Genehmigung Pells aus dem Jahr 2015. Der argumentiert indes, bei den von Becciu veranlassten Transaktionen handele es sich „offensichtlich um ganz andere Zahlungen". „Was war der Zweck?", fragt Pell am Ende seiner neuen Stellungnahme.
 

Vatikan-Staatssekretär sprach vor dem kroatischen Parlament

Die Nummer zwei des Vatikans, Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, ist zum Abschluss eines dreitägigen Zagreb-Besuchs vom kroatischen Präsidenten Zoran Milanovic empfangen worden. Bei dem Gespräch am Donnerstagnachmittag seien neben den Beziehungen zwischen Kroatien und dem Heiligen Stuhl die russische Aggression gegen die Ukraine sowie die Situation in Südosteuropa mit besonderem Schwerpunkt auf Bosnien-Herzegowina Themen gewesen, teilte das Präsidialamt in Zagreb laut Nachrichtenagentur IKA mit.
Zuvor hatte Parolin bei einer Pressekonferenz nach einem Treffen mit Premierminister Andrej Plenkovic erklärt, dass der Vatikan der Achtung der Gleichheit der drei konstituierenden Völker in Bosnien-Herzegowina - bosnische Kroaten, bosnische Serben und Bosniaken - große Bedeutung beimisst. Es sei die „Mission und Verpflichtung" des Vatikans, sich stets für die Anerkennung von gleichen Rechten und gleichen Pflichten der drei Völker einzusetzen, wurde der Kardinalstaatssekretär von der Nachrichtenagentur HINA zitiert. "Wir wollen, dass dies Realität wird. Es ist unser Wunsch und unsere Verpflichtung", sagte Parolin und fügte hinzu, dass der Vatikan die internationale Gemeinschaft weiterhin auf die Bedeutung einer stabilen Situation in Bosnien-Herzegowina hinweisen wird.
Vatikan hat Kroatiens Unabhängigkeit als erster Staat anerkannt
Parolin war am Dienstagabend in Zagreb angekommen. Anlass des Besuchs ist der 30. Jahrestag der internationalen Anerkennung Kroatiens und die Unterzeichnung der ersten Grundlagenverträge zur Regelung der gegenseitigen Beziehungen zwischen Kroatien und dem Heiligen Stuhl vor 25 Jahren. Papst Johannes Paul II. (1978-2005) sei einer der entschiedensten Befürworter der Unabhängigkeit Kroatiens gewesen, erinnerte Kardinalstaatssekretär Parolin während seiner aktuellen Visite. Nach der Unabhängigkeitserklärung von Jugoslawien war Kroatien am 13. Jänner 1992 zuerst vom Heiligen Stuhl anerkannt worden, der in der Anerkennung der Unabhängigkeit des neuen Staates eine Schlüsselrolle spielte.
Rede im Parlament: Verteidigung der traditionellen Konkordatspolitik
Am Donnerstag verteidigte Parolin in einer Rede vor den Mitgliedern des kroatischen Parlaments die traditionelle Konkordatspolitik des Vatikans. Verträge des Heiligen Stuhls mit ausländischen Staaten seien „immer ein Versuch, sich an soziale Veränderungen und religiöse Realitäten vor Ort anzupassen", erinnerte der Chefdiplomat des Papstes laut „Vatican News". Der Heilige Stuhl könne auf diese Weise unter den jeweiligen, spezifischen Bedingungen vor Ort für Menschenrechte und namentlich für Religionsfreiheit eintreten.
Konkordate seien nicht nur mit Staaten mit christlicher Tradition sinnvoll, hob Parolin hervor. „Der Heilige Stuhl hat immer versucht, auch mit nicht-katholischen oder nicht-christlichen Souveränen oder Regierungen über die konkreten Lebensbedingungen der Kirche zu verhandeln." Es gehe um die Unabhängigkeit der Kirche. „Auch in einer Gesellschaft, die tief mit dem Katholizismus verbunden ist, braucht man Regeln, damit die zivilen Autoritäten sich nicht in die Angelegenheiten der Kirche einmischen - und umgekehrt."
„Demokratie aufzubauen sei schwer, sie zu verlieren sehr leicht“
Weitere Programmpunkte Parolins in Zagreb waren ein vom kroatischen Fernsehen übertragener Gottesdienst mit den Spitzenvertretern der katholischen Kirche.
Er würdigte die tiefe Verwurzelung der Kroaten im Glauben, der auch in dunklen Zeiten Hoffnung gibt. Mit Worten von Papst Franziskus warnte der Kardinalstaatssekretär bei dem Empfang vor einem sich „stückweise" ausbreitenden Weltkrieg. Angesichts eines Wiederauflebens von Isolationismus und Autoritarismus befinde sich das System der Demokratie derzeit in einer Krise, sagte Parolin. Gerade in Kroatien sei man sich wohl bewusst, dass die Bewahrung von Freiheit und Unabhängigkeit eine ständige Herausforderung sei.
Demokratie aufzubauen sei schwer, sie zu verlieren sehr leicht, zitierte Parolin den zu Jahresbeginn gestorbenen EU-Parlamentspräsidenten David Sassoli. „Kümmert man sich nicht um diesen Schatz, können getarnte Diktaturen wieder auftauchen. Wenn sie ignoriert werden, sei es aus Oberflächlichkeit oder aus anderen Interessen, schlagen sie Wurzeln, und ihr Hauptanliegen wird der Machterhalt und nicht das Gemeinwohl sein", warnte der Kardinalstaatssekretär.

Nach Zerstörung durch den „Islamischen Staat“:
Kirchliche Schule in Karakosch (Nordirak) wiedereröffnet 

Eines der größten Hilfsprojekte im Irak des weltweiten katholischen Hilfswerks „Kirche in Not“ (ACN) wurde am 1. Mai mit der Einweihung der Al-Tahira-Sekundarschule in Karakosch vollendet. Die Schule wurde nach einer Bauzeit von fünf Jahren mit einer Kapazität für 625 Schüler eröffnet. „Kirche in Not“ hat von den insgesamt 2,1 Millionen US-Dollar Baukosten 80 Prozent übernommen. Geleitet wird die Schule von den Dominikanerinnen der hl. Katharina von Siena.
Karakosch ist die größte der insgesamt 13 mehrheitlich christlichen Kleinstädte der Ninive-Ebene im Nordirak. Anders als bei den meisten anderen Wiederaufbau-Projekten nach den Zerstörungen durch den „Islamischen Staatwurde diese Schule komplett neu gebaut. Dazu genutzt wurde das Gelände des ehemaligen Spielplatzes der Al-Tahira-Grundschule, die ebenfalls von den Dominikanerinnen der hl. Katharina von Siena geleitet wird. Die Al-Tahira-Sekundarschule verfügt auf drei Etagen über Klassenzimmer, drei Labore, ein Computerzentrum, einen Konferenzraum, eine Bibliothek und eine Kapelle.
Der Geschäftsführende Präsident von „Kirche in Not“ (ACN) International, Dr. Thomas Heine-Geldern sagte: „Kirche in Not war von Anfang an an dieser Initiative beteiligt. Es war ein Privileg, mit so vielen Einzelpersonen und Organisationen zusammenzuarbeiten, einschließlich der österreichischen Bischofskonferenz, unterstützt von der österreichischen Regierung, um dieses Projekt zum Erfolg zu führen.“
Heine-Geldern dankte den Wohltätern des Hilfswerks für ihre unermüdliche Unterstützung für den Irak. „Wer hätte in den dunkelsten Tagen der Belagerung durch den „Islamischen Staat“ geglaubt, dass wir nur wenige Jahre später die Eröffnung einer neuen Schule feiern würden?“
Christen im Irak: „Kirche in Not" vorsichtig optimistisch
Vorsichtig optimistisch, was die Zukunft der kleinen christlichen Minderheit im Irak betrifft, haben sich Repräsentanten des Hilfswerks „Kirche in Not" bei einer internationalen Online-Pressekonferenz am Montag gezeigt. Notwendig seien freilich Sicherheitsgarantien, Arbeitsmöglichkeiten und Bildungschancen für die Kinder.
Bis zu 50 Prozent der 2014 vor dem IS aus der Ninive-Ebene geflohenen christlichen Familien sind inzwischen in ihre Heimatstädte und -dörfer zurückgekehrt - die Zahl der Christen im Irak liegt zwischen 150.000 und 250.000.
Bis 2003 sollen es noch rund 1,3 Millionen gewesen sein, 2015 waren es noch rund 300.000.
Foto: Eine Ordensfrau in einem neu eröffneten Klassenzimmer der Al-Tahira-Sekundarschule © KIRCHE IN NOT
 

Myanmars Armee brennt historische christliche Dörfer nieder

Myanmars Armee führt in der Region Sagaing eine Offensive gegen jahrhundertealte katholische Dörfer. Im Dorf Chan Thar seien in den vergangenen Tagen mindestens 20 Häuser von Soldaten niedergebrannt worden, berichtet der asiatische Pressedienst Ucanews. Seit Anfang des Jahres seien Tausende Katholiken, die seit Jahrhunderten in friedlicher Koexistenz mit den Buddhisten lebten, vor Angriffen, Razzien und Brandschatzungen der Truppen der Militärjunta geflohen.
Die Katholiken der Dörfer Chaung Yoe, Monhla und Chan Thar im Erzbistum Mandalay führen ihre Ahnenreihe auf portugiesische Abenteurer zurück, die sich im 16. und 17. Jahrhundert im damaligen Königreich Birma aufhielten. Aus diesen Gemeinden gingen laut Ucanews im Lauf der Zeit viele Bischöfe, Priester und Ordensleute hervor.

Angesehener Olmützer Erzbischof folgt Kardinal Duka in Prag

Papst Franziskus hat den bisherigen Olmützer Erzbischof Jan Graubner (73) zum neuen Erzbischof von Prag ernannt. Der Vorsitzende der Tschechischen Bischofskonferenz folgt damit Kardinal Dominik Duka, der vor wenigen Wochen seinen 79. Geburtstag feierte.
Staatspräsident Milos Zeman gratulierte dem künftigen Prager Erzbischof. Mit seiner Ernennung habe Papst Franziskus die Bedeutung der Kontinuität in der tschechischen Kirche bestätigt, sagte Zeman laut „Radio Prag". Ministerpräsident Petr Fiala wünschte dem bisherigen Erzbischof von Olmütz „viel Kraft, Weisheit und Gottes Segen". Kulturminister Martin Baxa erklärte laut dem Bericht, er freue sich auf die Zusammenarbeit, zum Beispiel beim Thema Denkmalschutz.
30 Jahre Erzbischof von Olmütz
Vor zwei Jahren hatte Graubner, der seit 1992 als Erzbischof von Olmütz amtierte, Duka auch an der Spitze der Bischofskonferenz abgelöst. Ende 2020 überlebte Graubner eine Covid-19-Erkrankung nur knapp.
Der neue Prager Erzbischof ist in der tschechischen Öffentlichkeit angesehen. Graubner war schon von 2000 bis 2010 über ein Jahrzehnt Vorsitzender der tschechischen Bischöfe und ist seit vielen Jahren „Caritas-Bischof" des Landes. Die nunmehrige Ernennung des bereits 73-jährigen Olmützer Erzbischofs durch den Papst kommt dennoch eher überraschend.
In der Erzdiözese Prag leben unter rund 2,3 Millionen Menschen etwa 550.000 Katholikinnen und Katholiken.
Jan Graubner wurde am 29. August 1948 in Brünn (Brno) geboren und wuchs als eines von fünf Geschwistern in Straznice auf. Nach der Matura wurde er nicht zum höheren Studium zugelassen und verdiente sich als Arbeiter seinen Lebensunterhalt. Erst während des „Prager Frühlings" im Jahre 1968 durfte er in Olmütz das Theologiestudium aufnehmen. 1973 wurde Graubner zum Priester geweiht. Danach war er als Seelsorger in kleinen Orten tätig, wobei er sich unter der Bevölkerung große Sympathien erwarb.
Erneuerer seiner Kirche
1990 ernannte Johannes Paul II. den damals 42-jährigen zum Weihbischof von Olomouc (Olmütz).
1992 wurde er Erzbischof von Olmütz und damit Metropolit der mährischen Kirchenprovinz, zu der neben Olmütz auch die Diözesen Brünn (Brno) und Ostrau-Troppau (Ostrava-Opava) gehören.
Zu Graubners Verdiensten zählt u.a. die Wiederbelebung der Tradition der Nationalwallfahrten nach Velehrad. In der Diözese Olmütz sorgte er für den Wiederaufbau der Kirchenstrukturen nach kommunistischer Zeit und einen Fokus auf die  Familienseelsorge, gründete mehrere Schulen und initiierte u.a. auch die mit der Sternsingeraktion vergleichbare Drei-Königs-Sammlung. Graubner spricht fließend Deutsch und hat sich um die Aussöhnung mit heimatvertriebenen Sudentendeutschen sehr verdient gemacht.
 

Caritas: Reform ebnet Weg in ein Pflegesystem mit Zukunft

Als „Meilenstein auf dem Weg in ein Pflegesystem mit Zukunft" hat Caritas-Präsident Michael Landau die am Donnerstag von der Bundesregierung präsentierte Pflegereform bezeichnet. Sozialminister Johannes Rauch hatte am „Tag der Pflege" eine Reform der Pflege mit einem Gesamtvolumen von einer Milliarde Euro vorgestellt. „Das Aufatmen der Branche ist hörbar, nach diesen Ankündigungen braucht es nun eine rasche Umsetzung", betonte Landau in einer ersten Stellungnahme der Caritas.
Vor einigen Tagen hatte Rauch angekündigt, eine Pflegereform umzusetzen, die auch die Caritas zufriedenstellen werde. „Dass dies heute eingetreten ist, ist zuallererst sehr erfreulich", betonte Landau. Es sei die erste Bundesregierung seit vielen Jahren, die im Bereich Pflege substanziell vom Reden ins Tun gelange. Dafür gebühre ihr ein „großes Danke", auch wenn - wie der Caritas-Chef einschränkte – „der Weg zur notwendigen Reform noch nicht zu Ende gegangen ist".
Details der Ankündigungen werden in den kommenden Wochen genau zu begutachten und zu entwickeln sein, kündigte Landau an. Auf den ersten Blick fänden sich allerdings jene Schwerpunkte wieder, „die wir als Caritas seit Jahren, wenn nicht seit Jahrzehnten eingefordert haben". Konkret nannte Landau etwa die Entlastung des bereits tätigen Pflegepersonals, eine umfassende Ausbildungsoffensive, die Entlastung von pflegenden Angehörigen sowie einer Reformierung des Pflegegeldes, die Demenzerkrankungen besser berücksichtigt.
Das Pflegepaket unterstütze das Ziel, Angehörige und pflegebedürftige Menschen auch in Zukunft gut zu betreuen und zu pflegen. Die geplanten Maßnahmen für pflegende Angehörige könnten dabei für notwendige Erleichterungen sorgen: Sowohl die Flexibilisierung im Zugang zur Ersatzpflege als auch die Erhöhung des Erschwerniszuschlages für Menschen mit demenziellen Erkrankungen seien langjährige Forderungen der Caritas, erinnerte Landau. „Das ist ein erster wichtiger Schritt, um das Pflegegeld zu verbessern und die Pflege zu Hause zu stärken." Um der Teuerung zu begegnen, werde es aber auch Anpassungen des Pflegegeldes sowie die Förderung der 24-Stunden-Betreuung brauchen.
Lob für Personaloffensive
Die Maßnahmen zur Attraktivierung der Ausbildungen in der Pflege verdienten „positive Anerkennung", so Landau. Bis 2030 würden bis zu 100.000 Pflegekräfte fehlen, es müsse deswegen gelingen, möglichst viele Menschen für den Beruf zu begeistern. Dass der Bund nun „durch den Ausbildungsfonds zu mehr Vereinheitlichung der bereits bestehenden Länderinitiativen beiträgt, ist positiv", bekräftigte der Caritas-Präsident. 

Keine Hoffnung mehr auf Kirchenreform:
Generalvikar von Speyer verlässt Amt und Kirche

Nach vierjähriger Tätigkeit als Generalvikar der Diözese Speyer hat Andreas Sturm (48) seinen Rücktritt bekanntgemacht und gleichzeitig seinen Übertritt in die altkatholische Kirche erklärt. Sturm galt als sehr aufgeschlossen.
2021 kündigte er an, die römische Vorgabe zu ignorieren und erklärte, er werde weiterhin Segnungsgottesdienste für homosexuelle Ehepaare ermöglichen.
Seinen überraschenden Schritt begründet Sturm damit, keine Hoffnung auf Reform der Kirche mehr zu hegen.
In einem Offen Brief schreibt er:
„Lieber Herr Bischof, liebe Mitarbeitende, liebe Schwestern und Brüder,
ich habe darum gebeten, mich vom Amt des Generalvikars zu entbinden. Ich habe immer gerne mit dem Bischof, den Mitarbeitenden in den ganz unterschiedlichen Berufsfeldern und den vielen Ehrenamtlichen in unserem Bistum, bei der Landeskirche und auch darüber hinaus zusammen gearbeitet. Ich erlebe unser Bistum auf einem guten Weg, sei es bei dem schwierigen Thema der Aufarbeitung des Missbrauchsgeschehens, aber auch in Bezug auf die Umsetzung des Visionsprozesses.
Der Zeitpunkt meines Ausscheidens ist nicht günstig, dies ist mir bewusst und ich bedaure dies auch sehr. Aber die Themen, die mich schon länger beschäftigen, lassen mich keinen guten Zeitpunkt finden.
Als Generalvikar durfte ich zusammen mit Ihnen, Herr Bischof, diese Kirche nach innen und außen vertreten, aber ich habe im Laufe der Jahre Hoffnung und Zuversicht verloren, dass die römisch-katholische Kirche sich wirklich wandeln kann. Gleichzeitig erlebe ich, wie viel Hoffnung in laufende Prozesse, wie zum Beispiel den Synodalen Weg, gesetzt wird. Ich bin aber nicht mehr in der Lage, diese Hoffnung auch zu verkünden und ehrlich und aufrichtig mitzutragen, weil ich sie schlichtweg nicht mehr habe.
Aber meine Träume von Veränderung müssen ja auch nicht die Veränderung der römisch-katholischen Kirche sein. Natürlich ist das alles sehr allgemein, aber ich bitte um Verständnis, dass ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr dazu sage. Ich werde mich aber in einem Buch eigens dazu äußern.“
Ich gehe nicht mit Ärger und Wut, sondern mit einer großen Hoffnung für mich und meine eigene Berufung. Ich will als Priester in der Altkatholischen Kirche tätig sein. Ich bitte alle um Verzeihung, die ich durch diesen Schritt enttäusche, verletze und verärgere – ich hatte einfach keine Kraft mehr. Ich wünsche Ihnen allen die Zuversicht und vor allem, dass sich erfüllt, was Sie sich erträumen und erhoffen.
Am Ende hoffe ich aber auch, dass der Heilige Geist die Wege aller Kirchen zusammenführt im Bekenntnis des einen Gottes, der uns Vater, Sohn und Heiliger Geist ist. Möge Gott unsere Schritte in eine gute und gemeinsame Zukunft lenken.“
Foto: Twitter aus dem Jahr 2021.
 

Bätzing weist erneute Kritik am deutschen „Synodalen Weg" zurück

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Bischof Georg Bätzing, hat die erneute Kritik des Erzbischofs von Denver, Samuel J. Aquila, am „Synodalen Weg" der Kirche in Deutschland mit deutlichen Worten zurückgewiesen. Zugleich kündigte der Limburger Diözesanbischof in einer von der DBK veröffentlichten E-Mail an Aquila an, dass er Offene Briefe künftig nicht mehr beantworten werde. Zum „Synodalen Weg" hat Bätzing bereits mehrere Offene Briefe von Bischöfen erhalten und beantwortet, darunter Schreiben aus den Reihen der Polnischen und der Nordischen Bischofskonferenz.
Aquila gehört zu einer Gruppe von 74 überwiegend englischsprachigen Bischöfen, die Mitte April in einem Offenen Brief die Befürchtung geäußert hatten, die angestrebten Reformen könnten abermals in der Geschichte zu einer Kirchenspaltung von deutschem Boden aus führen. 

Kurznachrichten

 Papst Franziskus hat die Frauen zweier Soldaten des ukrainischen Asow-Regiments getroffen. Kateryna Prokopenko und Yulya Fedosiuk hätten Franziskus um Hilfe gebeten, damit ihre Männer und andere Soldaten aus dem belagerten Stahlwerk in Mariupol befreit würden. 

 

Papst Franziskus fordert stärkere und konkretere Integrationsbemühungen für Migranten und Flüchtlinge in das gesellschaftliche Leben. 

 

Vatikan. Kurienkardinal Kurt Koch, „Ökumeneminister" des Vatikans, hat das Verhalten des russisch-orthodoxen Moskauer Patriarchen Kyrill I. in Sachen Ukraine „erschütternd“ genannt. 

 

Italien. Die sinkenden Geburtenraten in Europa sind nach Aussage von Papst Franziskus ein „echter sozialer Notfall". 

 

Mexiko. Mehr als 40.000 Menschen haben laut Angaben der Organisatoren am Wochenende in Mexiko-Stadt gegen die Liberalisierung von Abtreibung protestiert. 

 

In Deutschland ist das Potsdamer Abraham-Geiger-Kolleg als Ausbildungsstätte für liberale Rabbiner mit Vorwürfen wegen sexueller Belästigung konfrontiert. Der Zentralrat der Juden in Deutschland dringt auf eine schnellstmögliche und umfassende Klärung. 

 

Nigeria. Im Bundesstaat Kaduna ist ein im März entführter Priester in Geiselhaft gestorben. Seine Entführer hatten ihm den Zugang zu den Arzneien verwehrt. 

 

USA. Das Weiße Haus hat Gewalt gegen Personen und Institutionen, die sich gegen Abtreibung aussprechen, verurteilt. Damit reagiert die US-Regierung auf landesweite Übergriffe sowie Protestaktionen vor den Privathäusern zweier Supreme-Court-Richter. Beide hatten zu erkennen gegeben, das liberale Grundsatzurteil von 1973 „Roe vs. Wade" aufheben zu wollen. 

 

USA. Etwas mehr als sechs von zehn Erwachsenen (61 Prozent) sind der Meinung, dass Abtreibung in allen oder den meisten Fällen legal sein sollte. Etwas mehr als ein Drittel (37 Prozent) will sie dagegen gesetzlich verbieten. Das ergab eine Studie des Meinungsforschungs-Instituts PEW. 

 

 
Haiti. Die katholische Kirche beklagt eine wachsende Kriminalität und eine steigende Zahl an Entführungen in dem Karibikstaat. Eine Welle von Unruhen und Entführungen bringe das öffentliche Leben weitgehend zum Erliegen. 

 

Philippinen. Nach der Präsidentenwahl zeigen sich katholische Vertreter enttäuscht über den deutlichen Sieg von Ferdinand Marcos Jr. über seine Konkurrentin Leni Robredo. Viele Bischöfe und Priester hatten öffentlich Robredo unterstützt, weil sie befürchteten, ein Präsident Marcos könne wie sein gleichnamiger Vater die Philippinen wieder diktatorisch regieren. 


Österreich

 

 Niederösterreich. Zu einem großen Fest lädt die Diözese St. Pölten alle Kinder und Jugendlichen, die sich in den Pfarren engagieren, am Samstag, 11. Juni, zum großen „Minitag" ins Stift Herzogenburg. 

 

Salzburg. Die Caritas hat in Salzburg eine weitere Anlaufstelle für Geflüchtete aus der Ukraine eröffnet. Die Ausgabestelle in der Nähe des Hauptbahnhofs soll geflüchtete Menschen mit einer „Grundausstattung", etwa mit Kleidung, Hygiene- oder Babyartikeln, versorgen. 

 

Oberösterreich. Das Linzer Ordensspital der Barmherzigen Brüder ist für seine Maßnahmen im Umweltschutz und zur Nachhaltigkeit mit dem Zertifikat des Klimabündnisses ausgezeichnet worden. 

 

Salzburg. In der Erzdiözese Salzburg wird künftig erstmals eine Frau die Salzburger Dommusik leiten. Am 1. September folgt die deutsche Kirchenmusikerin Andrea Fournier (48)  Janos Czifra (70) als Domkapellmeisterin nach. 

 

Steiermark. Die Diözese Graz-Seckau startet einen Arbeitsschwerpunkt für qualitätsvolle gottesdienstliche Feiern. 

 

Salzburg. Auf den Spuren des Salzburger Diözesanpatrons Virgil in dessen Heimat Irland waren in der ersten Mai-Hälfte knapp 80 Salzburger Pilgerinnen und Pilger unterwegs. 

Am Samstag begannen die 42. Oberammergauer Passionsspiele

Deutschland. Mit zweijähriger coronabedingter Verspätung begannen am 14. Mai in Oberammergau die weltberühmten Passionsspiele. Zum 42. Mal folgen die Bewohner des oberbayerischen Ortes einem Gelübde ihrer Vorfahren von 1633. Wenn kein Mensch mehr an der Pest stürbe, versprachen sie Gott, würden sie regelmäßig das Leiden und Sterben Jesu auf die Bühne bringen. Seit 1680 geschieht dies im Rhythmus von zehn Jahren. Zur Eröffnung findet ein ökumenischer Gottesdienst mit dem katholischen Münchner Erzbischof Kardinal Reinhard Marx und dem evangelischen Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm statt.
Dieses Mal wirken bei dem Spiel mehr als 2.100 Frauen, Männer und Kinder aus dem Dorf mit. Sie sind als Schauspieler, im Chor und im Orchester zu erleben. Wer von den Hauptdarstellern, deren Rollen doppelt besetzt sind, bei der Premiere spielt, wurde per Los entschieden. Zum vierten Mal hat Christian Stückl (60) die Regie. Mehrfach überarbeitete er den Text, um ihn von oft kritisierten Antijudaismen zu befreien. Für die Musik zeichnet Markus Zwink verantwortlich. Bühnenbild und Kostüme hat Stefan Hageneier entworfen, der die über 40 Meter breite Bühne in eine "große Tempelanlage" verwandelt hat. 
Sein Jesus sei „nach wie vor ein Mensch", aber zugleich ein "Verzweifelter an der Welt", sagte Stückl jüngst in einem Interview mit der deutschen Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Jesus wende sich den Menschen zu, „den Prostituierten, den Armen, den Flüchtlingen". Der Regisseur wollte deshalb nicht nur von Jesu Leiden und Sterben, sondern vor allem die Lebensgeschichte dieses Mannes erzählen.
Die Sprechrollen sind laut Stückl mit dem jüngsten Darsteller-Team aller Zeiten besetzt. Erstmals hat auch ein Muslim eine Hauptrolle bekommen: Der 22-jährige Cengiz Görür wurde als „Judas" besetzt. Bis 2. Oktober stehen 103 Aufführungen an. Erwartet werden 400.000 Besucherinnen und Besucher aus dem In- und Ausland. Karten für das gut 4.300 Sitzplätze zählende Theater seien noch zu haben, hieß es. 75 Prozent der Tickets sind aber schon verkauft. (Website der Oberammergauer Passionsspiele: www.passionsspiele-oberammergau.de )

Foto: Passionsspiele Oberammergau.

Auch das noch...

Vatikan-Forscher entdecken neue Schwerkrafttheorie für Urknall 

Forscher an der Vatikanischen Sternwarte haben eine neue mathematische Methode für das Entschlüsseln der Schwerkraft beim Urknall entwickelt. Die Wissenschaftler hätten gezeigt, dass die „Brans-Dicke"-Gravitationstheorie, ein häufig genutzter mathematischer Ansatz, mit Blick auf den „Big Bang" nicht immer gültig sei, teilte der Vatikan mit. Stattdessen gibt es aus Sicht der Forscher eine alternative Methode, um zu verstehen, wie sich die Schwerkraft in den frühesten Momenten des Universums verhielt. 
Es wird angenommen, dass sich das Universum zu Beginn der Zeit von einem Punkt hoher Dichte aus ausweitete - der sogenannte „Urknall". Für dieses Phänomen gehen Forscher heutzutage davon aus, dass die Gesetze der Schwerkraft viel komplizierter waren, als sie in der Allgemeinen Relativitätstheorie von Albert Einstein (1879-1955) von 1915 beschrieben werden. 
 

Costa Ricas neuer Präsident kauft Bibel für seine Amtseinführung 

Costa Ricas neuer Präsident Rodrigo Chaves hat wenige Tage vor seinem Amtsantritt besondere Ausdauer bewiesen: Vor einer Bibliothek wartete er rund eine Stunde, um eine Bibel für die Zeremonie am Wochenende (Ortszeit) zu kaufen. Wie die Tageszeitung „La Hora" nach Angaben der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) berichtete, befanden sich die Mitarbeiter der katholischen Spezialbücherei in der Mittagspause, so dass sich Chaves entschied, vor dem Lokal zu warten. 
Dem Bericht zufolge hatte sich Chaves für den Kauf einer speziellen „Jerusalemer Bibel" entschieden - das letzte Exemplar der Bibliothek im Ortsteil Rohrmoser in der costa-ricanischen Hauptstadt San Jose. Bei der Vereidigung war der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Bischof Jose Manuel Garita von Quesada, ebenso anwesend wie Pastor Jorge Gomez Varela, Vorsitzender der evangelikalen Allianz. 
Der Wirtschaftswissenschaftler Chaves (60) hatte Anfang April die Stichwahl um das Präsidentenamt gewonnen. Chaves hatte sich im Wahlkampf als Außenseiter inszeniert und war für die gemäßigt konservative Sozialdemokratische Fortschrittspartei (PPSD) ins Rennen gegangen. 

Deutschland: Polizei verhindert Anschlag auf katholische Schule 

Die deutsche Polizei hat offenbar einen mutmaßlich rechtsmotivierten Anschlag auf eine katholische Schule in Essen verhindert. Bei einem Schüler des Don-Bosco-Gymnasiums seien Waffen sowie "eindeutig ausländerfeindliches und rechtsextremes Material" gefunden worden, erklärte der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) am Donnerstagmittag vor Journalisten. Der 16-Jährige stehe unter „dringendem Verdacht", einen Anschlag geplant zu haben. Die Polizei habe heute möglicherweise „einen Albtraum verhindert", so Reul.
Die Essener Polizei hatte bereits am Vormittag auf Twitter mitgeteilt, dass sowohl das katholische Gymnasium als auch die städtische Realschule am Schloss Borbeck von Einsätzen betroffen seien und geschlossen blieben. Der Tatverdächtige sei Schüler des Gymnasiums und habe zuvor die Realschule besucht.
Ein Sondereinsatzkommando nahm den Tatverdächtigen laut Reul in den frühen Morgenstunden zu Hause fest. Zuvor war ein Hinweis eingegangen. Die Polizei fand unter anderem eine selbstgebaute Schusswaffe, eine Armbrust mit Pfeilen sowie Material zum Bau einer Bombe - darunter 16 teils mit Nägeln präparierte Rohrkörper und zusammengemischte Explosivstoffe.  
 

Katholische Frauen pochen auf mehr Beteiligung an Seelsorgearbeit 

Den vermehrten Einsatz von Frauen in Leitungsfunktionen der Kirche sowie in der Seelsorgearbeit fordert die Katholische Frauenbewegung Österreichs (kfbö). Im Kirchengesetz seinen schon jetzt Möglichkeiten für die Mitarbeit von Frauen in der Pastoral vorgesehen, „aber noch nicht in allen Diözesen so umgesetzt", sagte die Vorsitzende des katholischen Frauenverbandes, Angelika Ritter-Grepl, am Sonntag im ORF-Religionsmagazin „Orientierung". Die Frauen in der katholischen Kirche in Österreich würden das zunehmend einfordern, kündigte die kfbö-Vorsitzende an: „Weil wir dazu bereit sind, weil wir dazu ausgebildet sind und weil wir pastoral auch wirken können und wollen."