JA 

die neue Kirchenzeitung

16. Mai 2021

Al Jazeera 

Die Fußball WM 2022 findet in Katar statt. Das ist umstritten. 

Ebenso wie der dort ansässige arabische Sender „Al Jazeera“.

Dieser hat sich auch bei vielen muslimischen Potentaten unbeliebt gemacht, als er Revolutionäre des „Arabischen Frühlings“ unterstützte.

Jetzt feuert er die Palästinenser in Israel an. Ausgangspunkt der derzeitigen blutigen Auseinandersetzungen: In Ost-Jerusalem sollen 30 arabische Familien delogiert werden, weil ihre Häuser vor 1948 in jüdischem Besitz waren. Das sieht ein israelisches Gesetz vor. Die unzähligen Häuser, die 1948 im Besitz von Arabern waren, die zu Hunderttausenden vertrieben wurden, stehen nicht zur Debatte. Sie werden  nicht restituiert. Darüber hinaus okkupieren jüdische „Siedler“ laufend palästinensisches Land.

Israelis haben ein Recht auf Sicherheit, aber auch Palästinenser auf ihr Land.

  

 „Al Jazeera“ – allein die englisch-sprachige  Sender-Abteilung soll 190 Millionen Zuseher haben – sorgte dieser Tage auch für ein weiteres Aufsehen.  Er veröffentlichte die dramatische Botschaft des Oberhaupts der orthodoxen Christen in Äthiopien.

Diese wurde Monate lang von der Regierung unterdrückt, die von einem Friedensnobelpreisträger (!) geleitet wird – auch ein Christ, ein freikirchlicher.

Warum wurde die Botschaft von einem  islamischen Sender ausgestrahlt  und nicht von einem christlichen?

Fakt ist: „Al Jazeera“  hat nicht gezögert, den Aufruf des Patriarchen zu verbreiten. Und steht damit im Gegensatz zur Untätigkeit christlicher Politiker. Sie empören sich über die Hamas in Gaza, schauen aber über den Terror in Tigray hinweg.                                                           P. Udo

Orthodoxer Patriarch wirft Äthiopiens Regierung      einen schrecklichen Völkermord vor

Abune Mathias, Oberhaupt der äthiopisch-orthodoxen Kirche, hat der Regierung in Addis Abeba vorgeworfen, die Menschen in der Region Tigray ermorden zu wollen. In einer auf YouTube zu sehenden knapp 15 Minuten langen Botschaft auf Amharisch spricht er davon, dass Kirchen zerstört und Menschen ausgehungert würden. Auch sei es zu Massakern gekommen, berichtet der Nachrichten-Sender Al Jazeera am Samstag. Der 79 Jahre alte Patriarch stammt selbst aus der Region Tigray im Norden des Landes.
Die Videobotschaft soll bereits im vergangenen Monat aufgezeichnet worden sein. Es heißt, dass seine früheren Versuche, sich gegen die Regierung zu äußern, verhindert worden seien. Nach Einschätzung des früheren äthiopischen Außenministers Berhane Gebre-Christos ist der Patriarch innerhalb seiner Kirche und weltweit sehr respektiert, seine Worte hätten Gewicht.
Abune Mathias ist seit 2013 Patriarch  der Äthiopisch-Orthodoxen Tewahedo-Kirche , die mit 35 bis 40 Millionen Gläubigen die größte orientalisch-orthodoxe Kirche ist. Zuvor war er Erzbischof von Nordamerika und später Erzbischof der Vereinigten Staaten.
Vor sechs Monaten war in der Region Tigray ein lange schwelender Konflikt ausgebrochen. Teile der Bevölkerung sind nicht mit den Reformen von Präsident Abiy Ahmed, der 2019 den Friedensnobelpreis erhielt, einverstanden. Die Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF), die einst an der Regierung beteiligt war, wurde in der vergangenen Woche als Terrorgruppe eingestuft.
Hier die Rede von Abune Mathias in eigener Übersetzung:
 

Die dramatische Botschaft von Abune Mathias an die Welt

Im Namen des einen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Hl. Geistes, Amen.
Für alle Äthiopier – die im Land und außerhalb des Landes sind: jetzt gibt es in Äthiopien und ganz besonders in Tigray viel Barbarei.
Basierend auf diesem Problem habe ich mehrmals versucht, dies bekannt zu machen und ich wollte diese Ereignisse stoppen.
Unglücklicher Weise wurden alle meine Botschaften abgelehnt und verhindert. Das Ergebnis ist, dass alle meine Anstrengungen zu nichts führten.
Das kommt daher, weil es mir nicht erlaubt war, zu sprechen. Ich sprach es aus und sie hielten es zurück. Ich sprach es wieder aus und sie hielten es zurück. Bis jetzt hatte ich keine Möglichkeit, meine Meinung über die Medien offen darzulegen.
Ihr Lieben, was ihr wissen müsst, ist das Schreckliche, das ich gesehen habe. Ich weiß, was in ganz Äthiopien passiert und in Tigray gibt es Verbrechen der Heiden. Ich habe sehr viel gesagt, aber niemand erlaubt mir, dass meine Botschaft verbreitet wird. Diese wird unterdrückt und zensuriert.
Es ist klar, dass es diese Geschehnisse überall gibt wie in Oromia, Benshangule, Shewarobit und so weiter. Was in Tigray passiert, ist besonders schlimm und ernst.
Was in Tigray passiert, ist die schlimmste Brutalität und Grausamkeit. Abgesehen davon, weiß nicht nur ich davon, sondern die ganze Welt kennt die Wahrheit.
Als die Weltöffentlichkeit alles gewusst hat, gab ich ein Interview im April, ich meine im April 2021, und ich dachte, dieses würde über die Medien übertragen werden. Sie haben es verhindert.
Was jetzt passiert, ist ein Gemetzel von Menschen, besonders die Tötung von Unschuldigen. Jugendliche werden aufgespürt in den Städten und Dörfern. Sie wurden getötet und über Felsen geworfen. Diese wurden nicht bestattet. Diese Situation gibt es seit 5 Monaten. Im 6. Monat herrscht immer noch Mord.
Gott hat eine Antwort auf diese Gräueltaten. Gott wird über alles richten.
Menschen sterben, sterben unter schrecklichen Umständen, schlimm.  Frauen werden vergewaltigt und leiden. Die Männer, die starben, sind besser dran als die Frauen, die leiden. In den Köpfen der Frauen sind Traumata, die schwierig wegzubekommen sind. Es bleibt immer ein schwarzer Fleck in ihren Köpfen. Um die Wahrheit zu sagen, ich weiß nicht, wie dieses Gemetzel gestoppt werden kann.
Herrschende und Regierungen auf der ganzen Welt wissen all dies. Was ich sage, weiß die Welt. In den letzten 6 Monate hatte ich keine Chance, meine Botschaft an die Medien weiterzugeben. Ich bin daran gehindert worden, seit 6 Monaten zu sprechen. Das passiert aus Angst und wegen der Einflussnahme. Ich habe bis jetzt nichts gesagt. Ich hatte Angst, die Sache noch schlimmer zu machen.
Das ist eine Verletzung des Lebens, des Besitzes und des Rechts. Sie verletzen alles. Sie wollen die Menschen von Tigray  vernichten. Tigrays Schätze haben sie schon erbeutet.
Das andere schlimme Problem ist, dass die Bauern abgehalten werden, ihr Land zu pflügen. Die Bauern müssen, um überleben zu können, ihre Felder bebauen, aber sie werden daran gehindert. Sie verbrennen deren Güter.
Sie sagen zu den Bauern: „Warum pflügt ihr eurer Land nicht? Ich werdet vernichtet werden und es ist euch nicht erlaubt, auf dieser Erde zu leben. Es ist beschlossen, dass ihr nicht mehr weiterleben dürft.“
Z. B. können wir die Situation in Axum und Debredamo sehen. In Debredamo wurden die Häuser von Mönchen zerstört, ein Pater wurde getötet. In Axum wurden die, die ihren Besitz verteidigten, ohne Widerspruch ermordet. Menschen fielen wie Blätter zu Boden. Dies ist auf der ganzen Welt bekannt. Die Welt spricht über Tigray. Wir werden aber daran gehindert zu sprechen. Die Welt muss die Tötung stoppen und sich dringend darum bemühen.
Kirchen wurden zerstört. 
Die Mönche von Waldiba wurden vertrieben vom Kloster, in dem sie ihr ganzes Leben verbrachten. Ältere und kranke Mönche wurden am Straßenrand zurückgelassen, nur die kräftigeren Mönche kamen an die Orte ihrer Zuflucht. 
Die verschiedenen Arten der Grausamkeiten konnten so noch nie gesehen werden, was sehr widerwärtig ist. Besonders die Vergewaltigung von Frauen ist sehr schändlich, schäbig und schlimm. Sie haben keine Angst vor Gott und keinen Respekt vor der Würde des Menschen.
Es tut mir so leid, dass sie solche Geschöpfe sind, es tut mir sehr, sehr leid.
Alle Regierungen auf der Welt müssen in diese Probleme involviert werden und versuchen, diese zu stoppen.
Unsere Kirche, nicht nur von Axum und Debredamo, sondern auch andere wie Assimba, auch das Haus des Abtes Zewengel, wurden zerstört. In Mariam Dengelat wurden Christen, während sie im Hof der Kirche beteten, massakriert.
Tag und Nacht bemühen sie sich, Tigray zu zerstören. Sie hören nicht auf, sobald es zur Tötung von Bewohnern von Tigray gekommen ist. In allen Teilen von Tigray töten sie. Sie wollen die Bewohner von Tigray auslöschen von der Erdoberfläche. Die ganze Welt muss das wissen und stoppen.
Ich wende mich an den Weltkirchenrat und an die Menschen der Weltsoforthilfe. Das Schreckliche, das in Tigray begangen wurde, gibt es nirgends sonst auf der Welt. Es ist sehr traurig, über diese Geschehnisse zu berichten. Wenn meine Botschaft über die Medien verbreitet wird, sollen  die Menschen die Situation verstehen  und die Herausforderung, die ich sehe. Ich hoffe, dass meine Stimme gehört wird und die Menschen helfen werden und alle sollen an diese Probleme denken.
Gott möge barmherzig sein! Gott möge seine Menschen segnen. Und meine andere Botschaft für die Menschen in Tigray, die im Land leben oder außerhalb, ist: Gebe Gott euch Kraft; seid mutig, seid nicht demoralisiert, diese schlimme Zeit wird vorüber gehen. Betet zu Gott. Er ist der vollkommene Richter. Möge Gott euch Kraft und Mut geben. Möge Gott eine friedensreiche Zeit gewähren. Möge Gott denen, die ihr Leben verloren haben, Ruhe gewähren. Möge Gott Rettung den Verwundeten geben.
Ich verstehe nicht, warum sie so gegen Tigray handeln und die Menschen von Tigray von der Erdoberfläche auslöschen wollen. Es ist keine Schuld der Menschen von Tigray. 
Gott segne euch. Amen!

St. Pölten: Gespräch mit Kardinal weiterhin kein Thema

Die Kirchenzeitungen Vorarlbergs, Oberösterreichs und des Burgenlands berichteten in ihren jüngsten Ausgaben über das Gespräch Kardinal Christoph Schönborns mit Bischof Alois Schwarz.
Nicht jedoch die Kirchenzeitung der betroffenen Diözese St. Pölten. „Kirche bunt“ informierte ihre Leser jedoch über den gemeinsamen Besuch des Dommuseums von Bischof Schwarz und Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. Anlass: Die Eröffnung der neuen Reliquienausstellung.

Neue Leitung des Diözesanschulamtes gesucht

Inzwischen wurde die Leitung des St. Pöltner Diözesanschulamtes neu ausgeschrieben.
Darin heißt es:
Ihre Aufgaben
Sie bilden die Schnittstelle zur Diözesanleitung (Bischof bzw. Bischofsvikar), zum Ressort Bildung und zu den Schulbehörden (Bildungsdirektion).
Sie leiten das diözesane Schulamt operativ und sind für Personalführung sowie Personalentwicklung verantwortlich.
Sie administrieren Personalentscheidungen, wie die Anstellungen und Beendigungen von Dienstverhältnissen oder die Verleihung der Missio canonica.
Sie leiten Dienstbesprechungen und FachinspektorInnenbesprechungen
Sie repräsentieren das Diözesanschulamt und vertreten es in diözesanen und staatlichen Gremien sowie im Hochschulrat der KPH Wien/Krems.
Sie konzipieren und begleiten die Aus-, Fort- und Weiterbildung der Religionslehrkräfte im Rahmen von bildungspolitischen und religionspädagogischen Aspekten.
Sie verantworten die konzeptionelle Entwicklung und Vernetzung der Katholischen
Privatschulen.
Ihr Profil
Sie verfügen über einen akademischen Abschluss im Bereich Theologie/Pädagogik sowie idealerweise Zusatzstudien bzw. Zusatzqualifikationen.
Sie zeichnen sich durch einschlägiges und religionspädagogisches Wissen sowie Erfahrung im Schulbereich aus.
Sie können Leitungserfahrung im Bildungsbereich (Erfahrung in der Personalführung und Personalentwicklung) sowie spirituelle und kommunikative Kompetenz nachweisen.
Sie sind verhandlungsstark und durchsetzungsfähig.
Sie können überzeugen und motivieren.
Sie sind kommunikationsstark und ein absoluter Team-Player mit hoher Einsatzbereitschaft.
Sie verfügen über Gestaltungswillen und –kompetenz sowie Entscheidungsfähigkeit.
Sie haben Verständnis für und sind bereit zur ökumenischen und interreligiösen Zusammenarbeit.
Sie sind zu Dienstreisen bereit sowie physisch und psychisch belastbar.
Sie identifizieren sich mit dem Glauben der katholischen Kirche, sind kirchlich beheimatet und sehr loyal.
Wir bieten
Eine spannende Aufgabe mit viel Verantwortung und Gestaltungsspielraum
Weiterbildungsmöglichkeiten
Zahlreiche Sozialleistungen (z. B. Fahrtkosten-, Familien-, Mittagessenszuschuss)
Familiäres Betriebsklima
Das Mindestgehalt auf Basis der Dienst- und Besoldungsordnung der Diözese St. Pölten für Zentralangestellte beträgt EUR 1.282,35 auf Basis von 20 Wochenstunden. Abhängig von Berufserfahrung und Qualifikation ist eine höhere Einstufung und Überzahlung möglich.
Bewerbungen sind inklusive Motivationsschreiben, Lebenslauf und Zeugnissen bis spätestens 24. Mai 2021 an das Personalreferat der Diözese St. Pölten, Domplatz 1, 3100 St. Pölten, personalreferat@kirche.at zu richten.
 

Pastoraltheologen fürchten um Zukunft der Theologie

Ihre Sorge um die Zukunft der Theologie als unverzichtbarer Teil des akademischen Wissenschaftsbetriebes haben österreichische Pastoraltheologinnen und -theologen jetzt in einer gemeinsamen Stellungnahme ausgedrückt. Unter dem Titel „Es steht viel auf dem Spiel" betonen sie in dem auf der theologischen Feuilleton-Plattform „feinschwarz.net" veröffentlichten Text, die aktuelle Situation von Kirche und Gesellschaft fordere einen „Aufbruch der Theologie, nicht ihren Abbau".
Die Zahl der Studierenden…
… schwinde vor dem Hintergrund eines Glaubwürdigkeitsverlustes der Kirche seit langem. In Deutschland wie in Österreich würden Vorschläge laut, die Priesterausbildung an wenigen Orten zu bündeln „oder gar deren Verlagerung an kirchliche Hochschulen".
„Das alarmiert uns als PastoraltheologInnen", versichern die 14 in Österreich sowie zwei weitere im benachbarten Ausland wirkende Wissenschaftler. Es sind dies Regina Polak, Paul Zulehner und Christian Friesl aus Wien, Rainer Bucher, Tanja Grabovac, Andreas Heller und Karl Heinz Ladenhauf aus Graz, Christian Bauer, Anna Findl-Ludescher und Johannes Panhofer aus Innsbruck, die allesamt an staatlichen Universitäten lehren oder lehrten; weiters Klara-Antonia Csiszar und Adela Muchova von der Katholischen Privat-Universität Linz, Veit Neumann von der Philosophisch-Theologischen Hochschule Heiligenkreuz; dazu aus Südtirol Alexander Notdurfter sowie aus Tschechien Michal Kaplanek. Aus der Sicht der gemeinsamen Verfasser droht etwas, das „nie passieren darf: das Verstummen der Theologie als kritischer Einspruch gegen die gewinnorientierte Verwaltung der Welt, ihr Scheitern als 'kulturelles Laboratorium' (Papst Franziskus)".
Die Pastoraltheologen berufen sich
… auf die Diagnose des deutschen Religionssoziologen Detlef Pollack, der heuer in der Hamburger Wochenzeitung „Die Zeit" sündige und straffällige Repräsentanten der Kirche dafür verantwortlich machte, dass sie Gott „verdunkeln und im Wege stehen". Dadurch stehe „das Ganze der katholischen Kirche ... auf dem Spiel" - und das in Zeiten, in denen epochale Krisen wie Corona, Klimawandel, kulturelle Konflikte oder ungerechte Verteilung der Güter" die Zukunft gefährden und die Zusammenarbeit aller ... fordern", wie die Verfasser festhalten.
Mit der Zukunft der katholischen Kirche…
… stehe auch die Zukunft der Theologie auf dem Spiel. Mit deren Verstummen auf universitärem Boden drohe eine „dekontextualisierte" Ausbildung kirchlichen Personals, "so als ob es tätigen Glauben jenseits der konkreten, bunten, unüberschaubar gewordenen Welt gäbe".
Die Theologie arbeite seit jeher „in den Häusern der Wissenschaft und mit den Wissensbeständen und Wissenstechniken ihrer jeweiligen Gegenwart" - auch wenn sie manchmal mit aktuellen Wissensformaten „fremdelt" und daher andere Wissenschaften auch mit ihr „fremdeln", wie die 16 Autorinnen und Autoren darlegen.
Theologie hat eine „säkulare Aufgabe"
Die Theologie stelle sich jedenfalls der Kritik der anderen Wissenschaften und kritisiert diese auch, „wenn nun sie meinen, das letzte und einzige Wort zu haben". Sie könne mithalten im Wettbewerb des Wissens, „aber sie wird den akademischen Kapitalismus der Gegenwart nicht einfach akzeptieren".
Die Theologie habe eine „säkulare Aufgabe", heißt es in der Stellungnahme. Sie sei global vernetzt „und lebt, wo sie sich ihrer Lage und Aufgabe bewusst ist, im demütigen Selbstbewusstsein, etwas beitragen zu können, dass die Menschheit eine gute Zukunft hat". Die Theologie kämpfe „an der Seite jener, die um ihre Würde ringen. Jedenfalls sollte sie es tun". Ohne sie würde dieses Anliegen im Wissenschaftsbetrieb schwächer werden.
Die Theologie stehe auch in der Pflicht des Volkes Gottes, so die Pastoraltheologen weiter: „Sie dient ihm durch den Versuch, nichts ungesagt zu lassen, was um des Evangeliums willen gesagt werden muss". 
Theologie dürfe nicht nur die „Verlängerung der gutbürgerlichen Kirche in die gutbürgerliche Wissenschaft hinein" sein. Nie dürfe sie der Versuchung erliegen, „sich durch Wissen, gesellschaftlichen Status oder ideologische Immunisierung zu panzern vor den Risiken der Gegenwart".
Resümierend halten die Unterzeichner fest: „Wir brauchen eine Theologie, die um ihre säkulare Aufgabe in gefährdeten Zeiten weiß und sie tatkräftig angeht. Und wir sind sicher: Auch Wissenschaft und Gesellschaft brauchen solch eine Theologie - die katholische Kirche sowieso." 

Mittagsgebet mit Mailands Erzbischof vom höchsten Büroturm Italiens

Vom höchsten Büroturm Italiens, dem Allianz-Tower in Mailand, lädt Erzbischof Mario Delpini von Freitag bis zum 22. Mai zu einem täglichen Mittagsgebet. Unter dem Motto „Die Weisheit kommt von oben" wolle Delpini um den Beistand des Heiligen Geistes bitten, um auf den „spirituellen Notfall" zu reagieren, der durch die Pandemie entstanden sei, heißt es in einer Mitteilung der Erzdiözese Mailand.
Delpini will sich selber auf das Dach des 209 Meter hohen Gebäudes begeben und dort bis zum Vorabend von Pfingsten, täglich um 12:33 Uhr beten. Das Gebet neben einer Nachbildung der Madonna des Mailänder Doms werde über das Internet übertragen, so die Erzdiözese. Als Symbol der norditalienischen Wirtschaftsmetropole steht das Bürogebäude auch für die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie.
Mit seinen 50 Stockwerken und 209 Metern Höhe ist der Allianz Tower der höchste Wolkenkratzer Italiens gemessen an der Anzahl der Stockwerke.
Ökumenische Initiative „Österreich betet gemeinsam"
In den kommenden Tagen bis Pfingsten beten Christen verschiedener Konfessionen gemeinsam für Österreich. Die konfessionsübergreifende, neuntägige Gebetsnovene wurde zu Christi Himmelfahrt mit einem Einführungs-Video auf der Website www.österreichbetetgemeinsam.at eingeleitet und endet mit einem feierlichen Abschluss am Pfingstmontag, an dem auch Kardinal Christoph Schönborn teilnehmen wird.

Patriarch Rai spricht Palästinensern seine Solidarität aus

Die Lage im Heiligen Land ist zuletzt gefährlich eskaliert. Sie rief auch zahlreiche kirchliche Stellungnahmen hervor.
Der maronitische Patriarch Kardinal Bechara Rai hat dem palästinensischen Volk im aktuellen Gewaltausbruch im Nahen Osten seine Solidarität ausgesprochen. „Die Gewaltakte im besetzten Land Palästina sind das Ergebnis einer israelischen Gerichtsentscheidung zur Evakuierung palästinensischer Familien, die seit 1948 auf ihrem Land leben", heißt es laut Katholischer Nachrichten-Agentur (KNA) in einer auf Facebook veröffentlichten Stellungnahme des Kirchenführers von Dienstagabend.
Rai kritisierte Israel für Angriffe auf das palästinensische Volk und warf dem Land vor, kontinuierlich gegen internationales Recht und legitime internationale Entscheidungen zu verstoßen, welche der angemessene Rahmen für einen dauerhaften Frieden seien müssten.
Rai sprach dem palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas und den Familien der Opfer der jüngsten Gewalt sein Mitgefühl aus. Ferner rief er die Arabische Liga zu einer standhaften Position auf. Priorität müsse sein, einen gerechten Frieden zu erreichen und nicht, politische Pläne umzusetzen, die internationalen Interessen in der Region auf Kosten der Interessen ihrer Bevölkerung dienten.
Jerusalems Kirchenführer verurteilen Gewalt
Die Kirchenführer Jerusalems haben sich bereits zuvor besorgt über die jüngste Gewalt in Ostjerusalem geäußert. „Die beunruhigenden Entwicklungen, ob in der Al-Aksa-Moschee oder in Scheich Jarrah, verletzen die Heiligkeit der Menschen von Jerusalem und Jerusalems als Stadt des Friedens", heißt es laut Katholischer Nachrichten-Agentur (KNAin einer vom Lateinischen Patriarchat in Jerusalem verbreiteten gemeinsamen Stellungnahme der Patriarchen und Kirchenführer.
Die Maßnahmen, die die Sicherheit der Betenden sowie die Würde der von Zwangsräumung bedrohten Palästinenser unterminierten, seien inakzeptabel. Die vornehmlich von rechtsradikalen Gruppierungen geschürten Spannungen gefährdeten die ohnehin zerbrechliche Realität in und um Jerusalem.
Die Kirchenführer verwiesen auf den besonderen Charakter Jerusalems sowie den bestehenden Status Quo, der alle Seiten dazu zwinge, „die bereits sensible Situation in der Heiligen Stadt Jerusalem" zu schützen. Die Internationale Gemeinschaft forderte die Kirchenführer auf, den provozierenden Handlungen ein Ende zu setzen.
 

USA: Katholiken verlassen ihre Kirche wegen „Rechtslastigkeit“
Vatikan für Zurückhaltung in Debatte um Kommunionempfang

Die katholische US-Kirche ist tief gespalten. „National Catholic Reporter“ berichtete vor zwei Wochen, dass Gläubige wegen der Rechtslastigkeit ihrer Kirche und ihrer Unterstützung von Donald Trump ihrer Glaubensgemeinschaft den Rücken kehren und zu anderen christlichen Konfessionen übertreten.
Der Vatikan mahnt die US-Bischöfe zu Zurückhaltung in der Debatte um den Sakramentenempfang für Politiker, die eine liberale Position beim Thema Abtreibung vertreten.
Die Glaubenskongregation appellierte in einem Brief an den Vorsitzenden der US-Bischofskonferenz, Erzbischof Jose Gomez, auf ein von einigen Bischöfen gewünschtes Schreiben über die „Würdigkeit des Kommunionempfangs" vorerst zu verzichten. Stattdessen solle es zunächst interne Bischofsberatungen sowie einen Dialog mit jenen katholischen Politikern geben, die „Gesetze unterstützen, die Abtreibung, Euthanasie oder andere moralische Übel erlauben". Das berichtete das Jesuiten-Magazin „America" und der US-Pressedienst „Catholic News Service".
Der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Luis Ladaria, hob hervor, es gehe darum, die Einheit zu wahren. Die Formulierung einer nationalen Linie könne „angesichts ihres möglicherweise strittigen Charakters den gegenteiligen Effekt haben und zu einer Quelle der Zwietracht und nicht der Einheit innerhalb des Episkopats und der Kirche in den Vereinigten Staaten werden." Bevor ein gemeinsames Papier der US-Bischofskonferenz verabschiedet werden könne, brauche es auch unter den Bischöfen einen breiten und kontroversen Dialog. Eine derartige Erklärung müsse nicht bloß eine Mehrheit, sondern „einen echten Konsens der Bischöfe in dieser Angelegenheit zum Ausdruck bringen".
Ladaria betonte außerdem: „Es wäre irreführend, wenn eine solche Erklärung den Eindruck erwecken würde, dass Abtreibung und Euthanasie allein die einzigen schwerwiegenden Angelegenheiten der katholischen Moral- und Soziallehre darstellen, die die volle Rechenschaftspflicht seitens der Katholiken erfordern." Angesichts der über die Grenzen der Vereinigten Staaten hinausgehenden Bedeutung des Themas sollten zudem Anstrengungen unternommen werden, um mit Bischofskonferenzen anderer Länder darüber in einen Dialog zu treten.
Der laut „Catholic News Service" mit 7. Mai datierte Brief des Glaubenspräfekten ist offenbar eine Antwort auf ein Schreiben von Erzbischof Gomez, in dem er Rom darüber informierte, dass die US-Bischöfe sich darauf vorbereiten, die Situation katholischer Politiker und "die Bereitschaft, die heilige Kommunion zu empfangen, anzusprechen".
Neue Brisanz durch US-Präsident Biden
Zuletzt hatten unter anderem die „Washington Post" und die Nachrichtenagentur „Associated Press" (AP) berichtet, dass sich die Bischofskonferenz bei ihrer Frühjahrsversammlung im Juni mit dem Kommunion-Thema befassen werde. Demnach geht es um die Arbeit an einem gemeinsamen Dokument, das verdeutlichen soll, dass katholische Politiker, die Abtreibungen befürworten, die Kommunion nicht empfangen können.
Die Frage ist unter den US-Bischöfen umstritten und kocht seit Jahren immer wieder hoch. Neue Brisanz erhielt das Thema durch die Wahl von US-Präsident Joe Biden. Der zweite katholische Präsident der USA nach John F. Kennedy lehnt nach eigenen Worten Abtreibungen zwar ab, die politischen Entscheidungen seiner Regierung weichen bei Schwangerschaftsabbruch, Ehe und Geschlechter-Identität aber von der kirchlichen Position ab.
Während Washingtons Erzbischof Kardinal Wilton Gregory oder der zuletzt emeritierte Bischof von Bidens Heimatstadt Wilmington, William Malooly, kein Problem damit haben, dem Präsidenten die Kommunion zu spenden, haben sich andere Bischöfe dagegen ausgesprochen. Dazu zählen unter anderen der pensionierte Erzbischof von Philadelphia, Charles Chaput sowie der Vorsitzende des Lebensschutz-Ausschusses der US-Bischofskonferenz, Joseph Naumann.
Biden sagt Rede an katholischer Notre-Dame-Universität ab
US-Präsident Joe Biden wird entgegen der bisherigen Tradition in seinem ersten Amtsjahr keine Rede bei der Abschlussfeier der katholischen Notre-Dame-Universität halten. 
US-Präsidenten erhalten in ihrem ersten Amtsjahr traditionell die Einladung, bei der Abschlussfeier der Notre-Dame-Universität zu sprechen. George W. Bush und Barack Obama kamen dem in ihrem ersten Jahr im Amt nach, andere Präsidenten sprachen erst später in ihrer Regierungszeit zu den Studenten.
2009 hatte die Rede von Barack Obama, in der er das Thema Abtreibung ansprach, eine Kontroverse ausgelöst. Der Bischof von Phoenix, Thomas Olmstead, warf dem Präsidenten der Universität, John Jenkins, damals vor, er habe mit seiner Einladung die Wünsche der US-Bischofskonferenz missachtet.

Katholische Frauenbewegung erhält erstmals eine geistliche Assistentin 

Erstmals in ihrer Geschichte hat die Katholische Frauenbewegung Österreichs (kfbö), die mit rund 170.000 Mitgliedern größte Frauenorganisation des Landes, als geistliche Assistenz nicht einen einzelnen Priester, sondern ein Zweiergespann aus einer Theologin und einem Ordensmann: Barbara Velik-Frank und Abt Vinzenz Wohlwend wurden bei der jüngsten kfbö-Vollversammlung mit der Nachfolge des Steyler Missionspaters Franz Helm betraut. 

Velik-Frank bezeichnete es dabei als ihr Ziel, „Frauen zu stärken und Neues zu entwickeln". Sie wolle darauf hinwirken, „dass unsere Kirche eines Tages ein gleichberechtigter Ort für uns Frauen wird". 

25-jährige Studentin      neuer Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland

Die Wahl der 25-jährigen Studentin Anna-Nicole Heinrich zur neuen Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) haben auch hochrangige katholische Vertreter als klares Zeichen für das Engagement junger Menschen in der Kirche gewürdigt. 

Heinrichs war am 8. Mai auf der digital tagenden EKD-Synode mit der deutlichen Mehrheit von 75 der 126 abgegebenen Stimmen gewählt worden.


Brandkatastrophe  in Budslau 
Marienikone gerettet

Ein Brand hat am Dienstag die wichtigste katholische Wallfahrtskirche in Belarus schwer beschädigt. Er zerstörte nach Angaben des TV-Senders Belsat den Dachstuhl der Basilika in Budslau fast vollständig. Die Feuerwehrleute brauchten mehr als vier Stunden, um den Brand zu löschen. 

Die berühmte Ikone der Gottesmutter von Budslau und weitere Gegenstände waren nach Ausbruch des Feuers in der Früh aus der Kirche gebracht worden. 


Kurznachrichten

Papst Franziskus hat acht Kardinälen den Rang eines Kardinalpriesters verliehen – darunter auch Kritikern wie  Raymond Leo Burke (72). Mit der Ernennung sind keine zusätzlichen Rechte verbunden. 

 

Papst Franziskus hat neun Männer zu Priestern für die Diözese Rom geweiht. Seine Aufforderung: „Seid keine Karrieristen!“

 

Papst Franziskus hat die Rolle von Katecheten in der katholischen Kirche aufgewertet. Mit dem am 11. Mai veröffentlichten Dekret „Antiquum ministerium" schuf er formell „den laikalen Dienst des Katecheten". Einen solch offiziellen Rahmen gab es für die Tätigkeit bislang nicht. 

 

Der Vatikan kümmert sich verstärkt um das Vermächtnis des „33-Tage-Papstes" Johannes Paul I. (1978). Dafür hat eine vor einem Jahr gegründete Stiftung jetzt unter anderem ein Archiv und die neue Internetseite www.fondazionevaticanagpi.va eingerichtet. 

 

Kanadas katholische Bischöfe haben eine nationale, zweisprachige Online-Seite ins Leben gerufen, auf der sexueller Missbrauch gemeldet werden kann, der entweder von einem Bischof begangen oder vertuscht wurde. 

 

Kroatien. Im Rahmen eines Besuchs in Zagreb übergaben der Eisenstädter Bischof Ägidius J. Zsifkovics und Landeshauptmann Hans Peter Doskozil zwei Häuser im Zagreber Vorort Cucerje, die von Diözese und Land gemeinsam finanziert werden und den Auftakt für die Hilfsaktion "Ein Dach für Kroatien" bilden. 

 

Deutschland. In der Debatte um den Umgang mit Missbrauchsvorwürfen hat der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki mögliche Fehler eingeräumt. Es geht dabei um die Beförderung des Priesters D. in Düsseldorf, der vor 20 Jahren sexuellen Kontakt zu einem 17 Jahre alten Prostituierten hatte. 

 

In Deutschland und in der Schweiz haben in den vergangenen Tagen bei 110 Segensgottesdiensten für Liebende katholische Seelsorgerinnen und Seelsorger auch schwule und lesbische Paare gesegnet. 

Sie wollten damit ein Zeichen gegen das Vatikan-Nein zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare setzen.

 

Deutschland. Am 13. Mai begann der weitgehend digitale 3. Ökumenische Kirchentag (ÖKT) in Frankfurt am Main. Leitmotiv: „schaut hin".

Syrien. Im Vorfeld der Präsidentenwahlen am 26. Mai haben sich drei politische Parteien aramäischer Christen zu einem Aktionsbündnis zusammengeschlossen. 

Deutschland. Die Beteiligung von Betroffenen bei der Aufarbeitung von Missbrauch in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist vorerst gescheitert. Der vor sieben Monaten einberufene Betroffenenbeirat wurde wieder aufgelöst. Vier der zwölf Mitglieder protestierten. 

Georgien. Patriarch Bartholomaios I., Ökumenischer Patriarch von Konstantinopel, hat der Georgisch-orthodoxen Kirche im Kirchenkonflikt um Südossetien und Abchasien den Rücken gestärkt. Es sei nicht rechtens, dass sich die Russisch-orthodoxe Kirche einmische. 

 

Deutschland. Nach mehr als 250 Jahren wird am 22. Mai im vom Wienerwald-Stift Heiligenkreuz aus wiederbesiedelten deutschen Kloster Neuzelle wieder ein Zisterziensermönch zum Priester geweiht. Es ist Alberich Maria Fritsche (29) aus dem brandenburgischen Senftenberg.

 

Polen. Papst Franziskus hat den vorzeitigen Rücktritt des Bischofs Jan Tyrawa (72) von Bydgoszcz (Bromberg) angenommen. Diesem wurden Fehler im Umgang mit mehreren Missbrauchsfällen durch Priester seiner Diözese vorgeworfen.

Österreich

Österreich. Ab 19. Mai ist in den Gottesdiensten wieder Gemeindegesang möglich.

 

Burgenland. Martin Korpitsch (65), seit 8 Jahren Generalvikar der Diözese Eisenstadt, ist nach schwerer Krankheit verstorben. Bischof Ägidius Zsifkovics hat ihn in seinen letzten Stunden begleitet.

 

Niederösterreich. Die Caritas führt als erste Organisation die digitale Pflegedokumentation ein. 

 

Salzburg. Im Alter von 18 Jahren über ausgezeichnete Qualifikationen für alle künftig besonders nachgefragten Pflege- und Betreuungsberufe zugleich verfügen: Das verspricht eine Ausbildung, die die Salzburger Caritas im Herbst startet und die laut ihrer Angabe in Österreich bislang einzigartig ist. 

 

Steiermark. Stift Rein wird am 13. Juni Schauplatz der ersten Steirischen Sportwallfahrt sein, zu der die Diözesansportgemeinschaft, die Sportunion Steiermark und der steirische Bischof Wilhelm Krautwaschl gemeinsam einladen. 

Festjahr in Tschechien  zu Ehren des Hl. Johannes Nepomuk   

Tschechien begeht heuer mit 60 Feiern den 300. Jahrestag der Seligsprechung des heiligen Johannes Nepomuk (1350-1393). Zentrum der Feierlichkeiten ist beim diesjährigen Jubiläum der Ort, aus dem der Brückenheilige stammte und unter dem er heute weltweit bekannt ist - also die Kleinstadt Nepomuk nahe Pilsen. 
Geboren wurde er als Johannes Welflin oder Wolfflin, und er entstammte vermutlich einer deutsch-böhmischen Familie.  1721 wurde er selig- und 1729 heiliggesprochen.
Die eigentliche Festwoche beginnt am 15. Mai mit der Enthüllung eines Nepomuk-Denkmals auf einem Kreisverkehr in Nepomuk. Am 16. Mai, dem Festtag des Heiligen, zelebriert Kardinal Duka den Hauptgottesdienst der Wallfahrt. Am 17. und 18. Mai tagt in der Stadt die Vollversammlung der Tschechischen Bischofskonferenz. Am 18. Mai leitet der Budweiser Bischof Vlastimil Krocil ein „Gebet für die Heimat", am 30. Mai präsidiert der Pilsner Bischof Tomas Holub einer „Weltwallfahrt zum heiligen Johannes" unter Teilnahme ausländischer Priester.
Am 25. Mai behandelt ein Vortrag das historisch belastete Verhältnis Johannes Nepomuks zum Reformator Johannes Hus. Die Seligsprechung des Nepomuzeners 1721 und seine Heiligsprechung acht Jahre danach gehören zu den Höhepunkten der Rekatholisierung Böhmens durch die Habsburger.
Am 29. Mai wird mit einer Online-Übertragung unter dem Titel "Nepomuk im Rhythmus Brasiliens" der Kult des Heiligen in Lateinamerika präsentiert. Am 30. Mai, dem Vorabend der Seligsprechung, tritt in einem Konzert am Nepomuker Stadtplatz die auch in Wien bekannte Sopranistin Eva Urbanova auf; den Ehrenschutz hat die tschechische First Lady Ivana Zemanova übernommen. Vom 18. bis 22. August dauert eine Fußwallfahrt von der Prager Karlsbrücke, dem Ort von Nepomuks tödlichem Brückensturz, in seinen etwa 100 Kilometer entfernten Geburtsort.
Ein weiterer Vortrag widmet sich am 17. September der Verfolgung der Gläubigen im Gebiet von Nepomuk. Dabei wird auch das Schicksal von Märtyrerkardinal Josef Beran (1888-1969) beleuchtet. Seit der Heimholung aus Rom durch Kardinal Duka vor drei Jahren ist Beran wie der heilige Adalbert von Prag und Johannes Nepomuk im Prager Veitsdom beigesetzt. Vom 1. Mai bis zum 31. Oktober können Kinder in einem Outdoor-Spiel den "Geheimnissen des heiligen Johannes" nachforschen. Das Festjahr endet am 28. November.
Widerstand gegen die staatliche Macht
Johannes Nepomuk wird als Brückenheiliger verehrt, weil er am 16. Mai 1393 wegen seines Widerstands gegen die staatliche Macht von der Karlsbrücke in die Moldau gestürzt und ertränkt wurde. Als Generalvikar von Prag hatte er mit anderen Geistlichen die Rechte der Kirche gegen den Zugriff des aus dem Luxemburger Haus stammenden Königs Wenzel IV. verteidigt. Ertränken war im Mittelalter für Geistliche die übliche Todesstrafe.
Der Legende nach soll er trotz Folter das Beichtgeheimnis gewahrt haben. Was König Wenzel von Nepomuk erfahren wollte, ist allerdings historisch nicht belegt.
Die Leiche des im Wasser Treibenden soll der Legende nach von fünf Flammen bzw. „hell glänzenden Wunderzeichen" umsäumt gewesen sein, weswegen Johannes Nepomuk oft mit fünf Sternen um sein Haupt abgebildet wird. Nach einer anderen Legende trocknete die Moldau aus, und der Leib des Toten konnte auf diese Weise aufgefunden werden.
Tatsächlich wurde der ans Ufer gespülte Leichnam zuerst in der Heilig-Kreuz-Kirche bestattet. 1396 ließ ihn der Nachfolger des Erzbischofs, dessen Neffe Olbram von Skvorec, in den Prager Veitsdom überführen.
Untersuchungen im Jahr 1972 an den im Veitsdom bestatteten Überresten des Heiligen bestätigten die Folterungen und die Echtheit der Zungen-Reliquie. Johannes Nepomuk gilt in der katholischen Kirche auch als Patron der unschuldig Verdächtigten und der Beichtväter, indem er sie an ihre Schweigepflicht selbst unter Todesgefahr erinnert.
Forscher korrigierten das Bild des Heiligen
Wissenschaftler des Mährischen Landesmuseums in Brünn (Brno) haben – auf Initiative des Johannes-Museum in Nepomuk - das Gesicht des bekannten „Brückenheiligen" Johannes von Nepomuk (um 1345-1393) rekonstruiert, der auch als „der Märtyrer des Beichtgeheimisses“ gilt.
Demnach muss das Bild des hageren, meist mit Bart und langen Haaren dargestellten Heiligen deutlich revidiert werden. Nepomuks Gesichtszüge dürften deutlich rundlicher gewesen sein, als er seit der Barockzeit auf abertausenden Skulpturen in ganz Mitteleuropa zu sehen ist.
66.000 Darstellungen in aller Welt
Keine Überraschung sind die Forschungsergebnisse für den Nepomuker Erzdechant Jiri Spirik. Er habe erwartet, dass sich die Gestalt des Heiligen Johannes diametral von den rund 66.000 bekannten Bildstöcken und Gemälden unterscheiden würde, sagte Spirik.
Gerade die Andersartigkeit der Abbildung helfe aber, die Heiligenverehrung zu erklären, erklärte der Pfarrer. Denn man könne an ihnen den Menschen aufzeigen, „dass es viel wichtiger ist, wer der Heilige Johannes war, wie er gelebt und mit der Gnade Gottes zusammengearbeitet hat, als wie er ausgesehen hat".
Bronzebüste im Museum von Nepomuk
Auf Basis der Neurekonstruktionen hat der Bildhauer Ondrej Bilek eine Bronzebüste mit dem wahren Gesicht des Heiligen gefertigt, die im Johannes-Nepomuk-Museum in Nepomuk zu sehen ist. 
Johannes Nepomuk wurde seit der Barockzeit vor allem in den zur Habsburgermonarchie gehörenden Gebieten außerordentlich häufig dargestellt. Nach Flurkreuzen und Mariendarstellungen sind Skulpturen des heiligen Nepomuk in katholischen Gebieten Süddeutschlands, Böhmens, Mährens und Österreichs die am häufigsten außerhalb von Kirchenbauwerken in freier Landschaft anzutreffenden christlichen Steinfiguren.

Auch das noch...

Terroranschlag gegen Christen auf Sulawesi

Bei einem neuerlichen Terroranschlag auf der indonesischen Insel Sulawesi sind vier Christen getötet worden. Ein katholischer und drei protestantische Bauern seien von den Terroristen in einer Kaffeeplantage im Distrikt Poso in der Provinz Zentralsulawesi mit Schwertern erschlagen worden, berichtete der Pressedienst „Ucanews". Die Täter stammten aus der islamistischen Extremistenmiliz Eastern Indonesia Mujahideen (MIT), so ein Polizeisprecher. Ein Augenzeuge habe einen der Täter anhand eines Fahndungsfotos erkannt.
Bei einem Selbstmordanschlag der MIT vor der Kathedrale von Makassar in Südsulawesi waren am Palmsonntag mindestens 14 Menschen verletzt worden.
Im November 2020 ermordeten MIT-Terroristen in Zentralsulawesi eine vierköpfige Christenfamilie und brannten eine Kirche nieder. Sulawesi ist laut Terrorexperten der Stützpunkt der MIT; ihr Anführer Ali Kalora hat der Terrormiliz "Islamischer Staat" die Treue geschworen.
 

„Fairtrade Österreich" künftig breiter unterstützt

Das Fundament von „Fairtrade Österreich" steht künftig auf einer noch breiteren Basis. Mit der Diakonie, der Evangelischen Frauenarbeit und GLOBAL 2000 gibt es drei neue Mitgliedsorganisationen. 
„Es freut mich sehr, dass Fairtrade Österreich als gemeinnütziger Verein von einer so breiten zivilgesellschaftlichen Basis getragen wird. Das macht die Arbeit im Vorstandsteam dynamisch und facettenreich", sagte Vorstandsvorsitzender Pfarrer Helmut Schüller. Inzwischen gibt es laut Maria Katharina Moser, Direktorin der Diakonie Österreich, eine gemeinsame Forderung an die österreichische Regierung nach einem Entwurf für ein Lieferkettengesetz.
Der Einstieg von "Global 2000" ermöglicht es laut Schüller, den Blick für Umweltschutzmaßnahmen und Klimawandel-Anpassungen weiter zu schärfen. 

Auschwitz Komitee sieht Instrumentalisierung      Sophie Scholls  

Das Internationale Auschwitz Komitee kritisiert Menschen in Deutschland, die ihre Lebenssituation und ihre angebliche Bedrohungslage mit der von Sophie Scholl vergleichen. Solche Vergleiche seien „für Überlebende des Holocausts ein Gräuel und eine egozentrische Anmaßung", sagte der Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees, Christoph Heubner, deutschen Medien.
Die Studentin Scholl (1921-1943) war Mitglied der Gruppe Weiße Rose, weswegen sie von den Nationalsozialisten hingerichtet wurde - gemeinsam mit ihrem Bruder Hans und beider Freund Christoph Probst. Sophie Scholl wäre an diesem Sonntag 100 Jahre alt geworden.
Sophie Scholls Neffe Jörg Hartnagel wehrt sich gegen die Vereinnahmung der NS-Widerstandskämpferin durch „Querdenker", AfD und Gruppierungen von Rechtsaußen. Immer wieder würden sie Sophie Scholl für ihre Zwecke benutzen und auch vor falschen Zitaten nicht zurückschrecken: „Sie versuchen, den eigenen Nazi-Geruch loszukriegen und sich in der Mitte der Gesellschaft zu positionieren." Versuche, Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen mit dem NS-Widerstand gleichzusetzen, weise er zurück, sagte Hartnagel. 

Ungarische Regierung fördert Kirchenrenovierungen

Die ungarische Regierung hat in der Corona-Krise ein Finanz-Förderprogramm für die Renovierung von Kirchengebäuden gestartet. Aus einem im Zuge der Pandemie eingerichteten staatlichen Wirtschaftsaufbaufonds stehen dazu 25 Milliarden Forint (70 Mio. Euro) zur Verfügung, wie ungarische Medien berichten. Das Investitionsprogramm trage zur Erneuerung von Städten, Gemeinden und Landkreisen bei und kurble die Wirtschaft an, erklärte der für Kirchenfragen zuständige Kanzleramts-Staatssekretär Miklos Soltesz. Insgesamt sollen Arbeiten an mehr als 1.000 Kirchen finanziert werden


24 Jahre Forschungsarbeit für Jakob Prandtauer 

Jüngst ist die erste umfassende Monografie über einen der bedeutendsten Barock-Architekten erschienen. Die neue Monografie der Kunsthistorikerin und Autorin Huberta Weigl über Jakob Prandtauer (1660-1726) nimmt Maß an den imposanten Großbauten des österreichischen Stararchitekten.  Die zwei im deutschen Michael Imhof Verlag erschienene Bände sind rekordverdächtig: 928 Seiten, 885 Abbildungen, sechs Kilogramm schwer, Gesamtpreis: 128 Euro.
Die Autorin wandte für das Standardwerk 24 Jahre Forschungsarbeit auf - um 20 weniger als der Bau von Stift Melk dauerte.
Die Publikation gibt zudem vielfältige und lebensnahe Einblicke in die Baupraxis der Barockzeit: Wann und warum hat sich der Tiroler Jakob Prandtauer gerade in St. Pölten niedergelassen? Wie hat er seine Bauprojekte abgewickelt? Wie oft war er auf seinen Baustellen? Wer hat die Arbeit der Handwerker vor Ort koordiniert? Wie lief die Kommunikation? Wie ist Prandtauer gereist? Wie viel hat er verdient? Wie hat er auf die oft eigenwilligen Wünsche seiner Auftraggeber reagiert? Welche Rolle spielte das Networking in der Barockzeit?
Jakob Prandtauer zählt zusammen mit den beiden Architekten Johann Bernhard Fischer von Erlach und Johann Lucas von Hildebrandt zu den bedeutendsten Künstlern des österreichischen Barocks. Während Fischer und Hildebrandt insbesondere für den Wiener Hof und den Adel tätig waren, arbeitete Prandtauer vor allem für Klöster.
Jakob Prandtauer  wurde 1660 in Stanz bei Landeck (Tirol) geboren und verstarb 1726 in St. Pölten. Sein Hauptwerk ist das Stift Melk, an dem er ab 1702 bis zu seinem Lebensende arbeitete. Seine wichtigsten Auftraggeber waren daneben die Prälaten der Stifte St. Florian, Garsten, Kremsmünster, Dürnstein und Herzogenburg, die ihn sehr schätzten.
1715 bezeichnete der Propst des Stiftes Dürnstein Prandtauer als führnemen (gemeint: vornehmen) Baumaister zu St. Pöltten, und vülleicht führnemsten in gantz Oesterreich – ein Hinweis auf den besonderen Ruf, den Prandtauer bereits zu Lebzeiten besaß.
 Prandtauer war jedoch nicht nur Klosterspezialist, sondern hat auch zahlreiche profane Werke geschaffen. Er errichtete Schlösser, Garten- und Lusthäuser, Paläste und Bürgerhäuser, Stiftshöfe, Schüttkästen und Kelleranlagen zur Lagerung von Wein – ja sogar Brücken und Kasernen.