JA 

die neue Kirchenzeitung

 17. Dezember 2023 

Lesungen:  Jes 61,1-2a. 10-11; 1 Thess 5,16-24. Evangelium: Joh 1,6-8,19-28.

Tempora mutantur

Der jüngst verstorbene Prälat Johannes Oppolzer war St. Pöltens prominentester Befürworter einer „offenen Kirche“ und Kritiker des Kurses von Bischof Kurt Krenn. 
Sein Appell: „Auftreten, nicht austreten!“
Er hatte damals zahlreiche Mitstreiter: aktive, die Kirche liebende prominente Laien und Geistliche – etwa Karl Dillinger, Altlandesrat Zenz Höfinger, Diakon Franz Schmatz und Weihbischof Heinrich Fasching.
Heute befindet sich die Diözese St.Pölten in einem permanenten Umbauprozess. Das Personenkarussell dreht sich, wie es einst das – später nie verwirklichte - Idealbild der Grünen in ihrer Gründungsphase war.

Vertraute Gesichter verschwinden von heute auf morgen, an ihre Stelle treten neue unbekannte. 


Verunsicherung macht sich breit. Furcht fährt in die Glieder.
Bischof Krenn hat den Klerus gespalten – viele Gegner, etliche Freunde.
Der derzeitige Oberhirte tut dies nicht. Die Basis wirkt teilnahmslos „neutral“. Unten scheint sich niemand als Gegner oder Freund outen zu wollen. Totenstille.
Beredtes Schweigen weit und breit, denn die Angst herrscht, „entsorgt zu werden“.
Der Ruf der biblischen Engel „Fürchtet euch nicht!“ verklingt ungehört.
Niemand tritt laut auf, aber einst Engagierte treten leise aus – wie es derzeit halt üblich ist.
Ein altes lateinisches Sprichwort sagt: Tempora mutantur et nos mutamur in illis - Die Zeiten ändern sich, und wir ändern uns in ihnen. Leider.    P. Udo 

Kirchenreformer trauern um früheren Dompfarrer Oppolzer

Kirchenreformer trauern um den früheren St. Pöltner Dompfarrer Johannes Oppolzer. Er ist am 11. Dezember im 93. Lebensjahr und im 70. Priesterjahr gestorben.
Er war St. Pöltens prominentester Befürworter einer „offenen Kirche“ und Kritiker des Kurses von Bischof Kurt Krenn. Konsequent setzte er sich für Ministrantinnen, für den Verbleib des Paudorfer Pfarrers, für Dr. Schmatz, gegen das neue Seminar in Klein Hain und vieles andere mehr ein.
Bischof Krenn forderte ihn mehrfach zum Rücktritt auf, den dieser 1993 verkündete.
Großkundgebung gegen Bischof Krenn
Die Folge war die größte Demonstration gegen einen österreichischen Bischof.
Trotz Regenwetters nahmen am Sonntagabend des 20. Juni 1993 etwa 15.000 Menschen an einer vom „Weg der Hoffnung“ auf dem St. Pöltener Domplatz organisierten Kundgebung teil.
In der Folge kam es zu einer von mehr als 50.000 Personen unterzeichneten Unterschriftenaktion. Der Papst wurde gebeten, Bischof Krenn abzuberufen. Und P. Udo Fischer publizierte das Buch „Herr Bischof, es reicht!“
Johannes Oppolzer…
…kam 1931 in Unserfrau zur Welt und wurde 1954 zum Priester geweiht. Nach dem Wirken als Kaplan sowie als 2. Domkurat in St. Pölten wirkte Oppolzer ab 1963 als Pfarrer in Obergrafendorf. 1973 wurde er in der Zeit von Bischof Franz Zak Dompfarrer in St. Pölten und Mitglied des Domkapitels. Bis 1997 blieb er Dechant des Dekanates St. Pölten, von 1983 bis 2001 zusätzlich Erzdechant des Viertels ober dem Wienerwald. Nach 20 Jahren als Dompfarrer wechselte er 1993 in die Pfarre Weinburg. 2001 trat Oppolzer in den Ruhestand. 
In Anerkennung seiner Verdienste wurde er zuerst zum Geistlichen Rat, Konsistorialrat, zum Kaplan Seiner Heiligkeit, zum Ehrenprälat und zum Ehrenkanonikus ernannt.
 

Missbrauchsvorwürfe gegen Geistliche in SJM-Heim in Zwettl

Ein Ex-Zögling eines kirchlichen Internats in Niederösterreich fasste nach Jahren den Mut, seine früheren Peiniger anzuzeigen. Nun kamen Ermittlungen in Gang, berichteten die „Salzburger Nachrichten“ (SN), an die sich der aus Rosenheim stammende Josef Henfling (39) gewandt hatte.
Er wurde 1997 als 13-Jähriger in ein Heim des von Bischof Krenn in der Diözese St. Pölten angesiedelten Ordens „Servi Jesu et Mariae“ (SJM) in Zwettl geschickt. Seine Pflegeeltern waren Mitglieder der Katholischen Pfadfinder Europas. Aus dieser Gruppe ist der konservative Orden, 1994 als Kongregation päpstlichen Rechts errichtet, hervorgegangen. Dessen Zentrale befindet sich in Blindenmarkt (NÖ).
Seit 1998 habe Henfling in Zwettl sexuelle Übergriffe erlebt, später auch in der Schweiz. Er beschuldigt vier Geistlicher, darunter zwei Priester in der Diözese St.Pölten, einen im Schweizer Bistum Chur und einen deutschen Altbischof.
Henfling vertraute sich dem Münchner Pfarrer Wolfgang Rothe an, der unter Bischof Krenn Vizerektor des Priesterseminars in St.Pölten war. Dieser zeigte die Causa im November bei den Bischöfen von St. Pölten, Chur und St. Gallen an. Darin sind neben den vier ursprünglichen Verdächtigen wegen der Missbrauchsvorwürfe auch vier andere Geistliche genannt, die nach Bekanntwerden der Vorfälle vermeintlich nicht reagierten. 
Auf SN-Anfrage gab die Diözese St.Pölten bekannt, dass den Vorwürfen nachgegangen werde. Zuvor hatte bereits der Bischof von Chur eine kirchenrechtliche Untersuchung eingeleitet und den beschuldigten Priester seiner Diözese bis zur Klärung der Vorwürfe suspendiert, wie das Schweizer Infoportal kath.ch Anfang Dezember berichtete. Zudem habe er dem Betroffenen einen Brief geschrieben, in dem er seine Erschütterung darüber ausdrückte, was ihm als Jugendlicher widerfahren sei. Die Staatsanwaltschaft Graubünden beauftragte die Polizei mit Ermittlungen.
Die in Österreich zuständige Staatsanwaltschaft Krems hat laut SN-Bericht kein Verfahren eröffnet, weil die Vorwürfe, die die Priester in der Diözese St. Pölten betreffen, nach 15 Jahren als verjährt gelten.

Salesianer backen seit 130 Jahren in Betlehem Brot für Bedürftige

Die Salesianer Don Boscos betreiben seit über 130 Jahren eine Bäckerei in Bethlehem und versorgen damit bedürftige Menschen in der Geburtsstadt Jesu. Die von Ordensbrüdern 1891 gegründete Bäckerei sei seither eine „überlebenswichtige Anlaufstelle", teilte die Don Bosco Mission Austria am Dienstag mit. Sie versorge täglich rund 150 arme Familien sowie Sozialeinrichtungen, wie Waisenhäuser und Behindertenheime, mit kostenlosem Brot.
Die Bäckerei ist auch ein wichtiger Lehrbetrieb für Jugendliche. In einer Region, in der es aufgrund eingeschränkter Mobilität für junge Menschen "alles andere als einfach ist, Arbeit zu finden, bietet die Bäckerei eine Möglichkeit zur Ausbildung und schafft Perspektiven für die Jugendlichen", erklärte Salesianerpater Lorenzo Saggiotto. In besonders schwierigen Zeiten, wie während der Intifada oder der Coronapandemie, sei die Bäckerei immer geöffnet gewesen, so der Ordensmann. "Sie hat nicht nur den ärmsten Familien Brot gegeben, sondern auch Einrichtungen, wie dem Verein 'Gemeinsam für das Leben', der sich für Menschen mit Behinderungen einsetzt."
Foto: Kind: ©S. Mukarker
Bethlehem steht vor einem traurigen und einsamen Weihnachtsfest
Nach den Corona-Jahren hatte Bethlehem für 2023 mit einem Rekord-Weihnachtsfest gerechnet. Aber der Krieg hat alle Hoffnung zerstört. Die Christen der Palästinenserstadt feiern die Geburt Christi weitgehend unter sich.
Seit 7. Oktober hat Israel das Westjordanland komplett abgeriegelt und die Übergänge weitgehend geschlossen. Zugleich kommen infolge der weltweiten Reisewarnungen praktisch keine Touristen und Pilger ins Land. Mit katastrophalen Folgen gerade für Bethlehem: Zum einen haben die vielen palästinensischen Pendler, die täglich zur Arbeit und zu gutem Verdienst nach Jerusalem fuhren, keine Einreisegenehmigung mehr und sind arbeits- und einkommenslos. Zum anderen ist der Tourismus komplett eingebrochen, von dem die Wirtschaft der 30.000-Einwohner-Stadt zu 60 bis 70 Prozent abhängt.
Bethlehem eine „Geisterstadt"
Dieser Einbruch ist in der Geburtsstadt Jesu unübersehbar. Bethlehem sei zu einer „Geisterstadt" geworden, sagt eine Stadtangestellte. Rund um die Basilika sind fast alle Geschäfte geschlossen, in denen Pilger und Besucher sonst lokale Holzschnitzarbeiten, Krippenfiguren oder Ikonen kaufen. Sämtliche Hotels sind geschlossen, sagte Hotelmanagerin Eliona vom zentralen Casa-Nova-Haus der Franziskaner. Aber falls Gäste sich anmelden, könnte sie sofort öffnen. 

Hilfswerke: Bisher 22 Christen in Gaza an Kriegsfolgen gestorben

Lokalen Angaben zufolge sind seit Kriegsausbruch im Gaza-Streifen 22 der rund 1.000 im Gaza-Streifen lebenden Christen an den Folgen des Krieges gestorben. Das hat das katholische Hilfswerk „Kirche in Not" mitgeteilt. 17 Christen wurden getötet, als die zur griechisch-orthodoxen Pfarre St. Porphyrius gehörenden Gebäude im Oktober von einer Bombe getroffen wurden. Fünf Christen starben aufgrund mangelnder medizinischer Versorgung.
Die Gebäude der katholischen Pfarre "Heilige Familie" in Gaza-Stadt sind zudem am vergangenen Wochenende von Granatsplittern getroffen worden; dabei wurden auf dem Dach befindliche Wassertanks und Solarpaneelen zerstört. Das bestätigte das Lateinische Patriarchat von Jerusalem gegenüber „Kirche in Not". Am Dienstag sei außerdem auf dem Pfarrgelände eine nicht detonierte Rakete entdeckt worden. Es sei aktuell nicht möglich, diese zu entschärfen, teilten lokale Ansprechpartner mit.
Wegen des Treibstoffmangels könne auch der Stromgenerator für die Pfarrgebäude nicht mehr betrieben werden. All das verschlechtert die Situation der Zivilisten, die in den Räumen der einzigen katholischen Pfarre im Gaza-Streifen Zuflucht gefunden haben, unter ihnen auch Kinder und Menschen mit Behinderung.
Foto: Menschen bei der heiligen Messe in der Pfarrei „Heilige Familie“. © Pfarre „Heilige Familie“ Gaza

Wien: Ökumenischer Adventgottesdienst mit Abgeordneten

Mitglieder des Nationalrates und des Bundesrates haben gemeinsam mit Vertretern der christlichen Kirchen einen ökumenischen Adventgottesdienst gefeiert. Bei der Feier am Dienstagabend in Wien thematisierte der katholische Militärbischof Werner Freistetter angesichts des Krieges Israels gegen die Terrororganisation Hamas die biblische Sehnsucht nach Heimat, Gerechtigkeit und Frieden. Weitere Mitfeiernde waren die evangelische Oberkirchenrätin Ingrid Bachler sowie Pater Athanasius Buk von der griechisch-orthodoxen Kirche.
Bischof Freistetter ging in seiner Predigt ausdrücklich auf die Terroranschläge in Israel vom 7. Oktober mit der „Ermordung und Entführung von Zivilpersonen und dem Krieg in Gaza mit seinen katastrophalen Folgen für die Menschen in der Region" ein. „Selbstverteidigung gegen einen bewaffneten Angriff ist - sofern die strengen ethischen Kriterien gerechter Verteidigung erfüllt sind - ethisch legitim und auf kollektiver/staatlicher Ebene sogar geboten", führte der Bischof aus und hielt gleichzeitig fest: „Militärische Maßnahmen allein werden in der sehr komplexen politischen Situation aber keine dauerhafte Lösung bringen." Weiters sagte Freistetter: „Es wäre ein so wichtiges Zeichen, wenn das reale Jerusalem eine offene Stadt, eine Stadt der Juden, Christen und Muslime, eine Stadt der Religionen wäre."
Foto: Kathpress/Paul Wuthe 

 

Diözese Linz: Vatikan behandelt Einsprüche gegen Pfarrstrukturreform 

Das Vatikan-Dikasterium für den Klerus ist nun mit Einsprüchen gegen einige Umsetzungsschritte der Pfarrstrukturreform in der Diözese Linz befasst. Voraus ging dem das Ersuchen von 8 von 103  betroffenen oberösterreichischen Pfarrgemeinden, die zu sieben neuen Pfarren fusioniert werden sollen, um Rücknahme der Fusionierung, wie die Diözese am Montag in einer Aussendung mitteilte. Das Inkrafttreten für die entsprechenden Dekrete für die Dekanate Andorf, Frankenmarkt, Kremsmünster und Ried, aus denen Widerstand gegen die Zusammenlegung formuliert worden war, werde demnach ausgesetzt. In anderen Gemeinden geht die Strukturreform weiter: Die Fusionsdekrete für die neuen Pfarren Mühlviertel-Mitte, Steyr und Trauner Land erlangen wie vorgesehen mit 1. Jänner 2024 ihre Rechtsgültigkeit, hieß es..

Franziskus warnt vor Verlockung der Korruption im Vatikan

Papst Franziskus hat vor Korruption im Vatikanstaat und in der römischen Kurie gewarnt. 
„Sicherlich arbeiten die Mitarbeiter des Heiligen Stuhls und des Vatikanstaats treu und ehrlich, aber die Verlockung der Korruption ist so gefährlich, dass wir sehr wachsam sein müssen", sagte er am Montag vor den vatikanischen Revisoren, die er in Audienz empfing.
Der Papst rief die Revisoren dazu auf, den Finanzchefs im Vatikan bei Sicherheitsvorkehrungen gegen Korruption zu helfen. Er betonte die vollständige Unabhängigkeit des Revisoren-Büros in der vatikanischen Hierarchie und würdigte ihre „entschlossene sowie diskrete Arbeit". 
In der Revisoren-Behörde arbeiten derzeit elf Mitarbeiter, darunter vier Frauen. Die Befugnisse hat Franziskus im Zuge seiner Kurienreform deutlich gestärkt. Das Amt des Revisors zählt zu den wenigen Ämtern im Vatikan, die auch in der Zeit zwischen zwei Pontifikaten nicht erlöschen. Im spektakulären Finanzprozess im Vatikan, dessen Ende noch in dieser Woche erwartet wird, spielten die Aussagen des vatikanischen Generalrevisors Alessandro Cassinis Righini eine wichtige Rolle.
Foto: Papst Franziskus beim Treffen mit den Mitarbeitern des Generalrevisors für finanzielle Angelegenheiten diesen Montag (11.12.23) im Vatikan  (Vatican Media)
 

Ex-Nuntius Vigano will Traditionalisten neue Heimat geben

Carlo Maria Vigano (82), einst Vatikan-Botschafter in den USA und seit 2018 ein offener Gegner von Papst Franziskus, will Anhängern der katholischen Tradition eine neue Heimstatt geben. Die von ihm geleitete Gruppierung „Exsurge Domine" kündigte auf ihrer Website die Gründung eines Priesterkollegs in der italienischen Provinz Viterbo nordwestlich von Rom an. Im „Collegium Traditionis" sollen Priester und Laien ein Zentrum finden, die treu zur katholischen Tradition stehen.
Viele von ihnen seien unter Papst Franziskus bestraft worden und jetzt mittellos, heißt es auf der Internetseite des künftigen Kollegs. Hinzu komme „eine wachsende Zahl von Priestern, Seminaristen und jungen Menschen", die der katholischen Tradition treu bleiben wollten und Hilfe suchten. Es sei nun die Zeit gekommen, "ein Netz der Unterstützung und des Widerstands" aufzubauen und eine Priesterausbildung zu garantieren, die solide und ohne Kompromisse sei und die aufgrund ihrer finanziellen Selbstständigkeit keine vatikanischen Zwangsmaßnahmen fürchten müsse.

Kurznachrichten 

   

Papst Franziskus hat vor Korruption im Vatikanstaat und in der römischen Kurie gewarnt. 

 

Papst Franziskus ist besorgt wegen des anhaltenden finanziellen Defizits im Vatikan und will dort weitere Wirtschaftsreformen durchsetzen: „Ein Defizit bedeutet, dass ein Teil des Vermögens vernichtet wird, und das schränkt die Zukunft ein. Und deshalb müssen wir den Trend umkehren."

 

Vatikan. Katholische Christen dürfen die Asche ihrer Verstorbenen nicht in der Natur verstreuen. Der Präfekt des Glaubensdikasteriums, Kardinal Victor Fernandez, bestätigte das Verbot in einem Dokument vom 9. Dezember.

 

Russland. Der orthodoxe Moskauer Patriarch Kyrill I. hat zu Gebeten für Russland und Präsident Putin aufgerufen. Russland zähle zu den nur fünf freien Ländern auf der ganzen Welt.

 

Ukraine. Die russischen Besatzungsbehörden in der  Region Saporischschja haben nach Angaben der griechisch-katholischen Kirche die Religionsfreiheit massiv eingeschränkt. Die mit Rom verbundene Kirche veröffentlichte ein Dokument, mit dem der von Moskau eingesetzte Gouverneur dem Sozialverband Caritas sowie den ebenfalls katholischen Kolumbusrittern jede Tätigkeit in der Region verbietet. 

 

Libanon. Das Oberhaupt der größten christlichen Kirche im Libanon, Kardinal Bechara Rai, hat erneut vor einem Übergreifen des Kriegs zwischen Israel und der Hamas auf den Libanon gewarnt. „Wir wollen keinen Krieg, der unsere Häuser zerstört, unsere Kinder tötet und uns vertreibt!"

 

Israel. Christliche Soldaten in Israels Armee dürfen auf ihrer Uniform neben der Landesflagge nun auch ein christliches Emblem anbringen. Christen sind in Israel nicht zum Wehrdienst verpflichtet, können aber freiwillig dienen. 

 

Mexiko. Mehr als 12 Millionen Pilger haben heuer am  Pilgerfest der Jungfrau von Guadalupe in Mexiko-Stadt teilgenommen.

 

In den Niederlanden ist  seit 2002 die aktive Sterbehilfe legal. Ab Februar können auch schwer leidende Buben und Mädchen unter zwölf Jahren unter bestimmten Voraussetzungen legal getötet werden.

 

Deutschland. Die CDU will in ihrem neuen Grundsatz-programm verstärkt auf das christliche Menschenbild und eine „Leitkultur" setzen. Der am Montag in Berlin veröffentlichte 70-seitige Entwurf steht unter dem Titel „In Freiheit leben - Deutschland sicher in die Zukunft führen". 

  

Dänemark hat nach monatelangen Diskussionen die Verbrennung Heiliger Schriften unter Strafe gestellt. 

 

USA. Das oberste Gericht im US-Bundesstaat Texas hat die von der Vorinstanz genehmigte Abtreibung eines Fötus mit dem Gen-Defekt Trisomie 18 vorerst gestoppt. Wie lokale Medien berichteten, hat die betroffene Frau Texas inzwischen verlassen, um den Eingriff anderswo vorzunehmen. 


Ghana. Die katholische Bischofskonferenz  hat in einem neuen Schreiben ihre Unterstützung für einen Gesetzentwurf gegen Homosexualität bekräftigt. Es stärke die Familie und verbiete homosexuelle Handlungen.

 

Kroatien. Die Erzdiözese Zagreb hat sich laut lokalen Medienberichten bereit erklärt, den Besitzanspruch auf jenes Stück Land aufzugeben, auf dem Kroatiens Nationalstadion steht. Im Gegenzug erhalte die Kirche zehn andere Grundstücke in der Hauptstadt für den Bau neuer Gotteshäuser.

 

Argentinien. Das kirchlich mitgetragene Bündnis „Anders Handeln" hat nach der Angelobung des neuen Präsidenten Javier Milei einen Mercosur-Verhandlungsstopp gefordert. „Ein Abkommen mit einem Klimawandel-Leugner würde die EU völlig unglaubwürdig machen".

 

Großbritannien. Die anglikanische Staatskirche „Church of England“ segnet ab 17. Dezember homosexuelle Paare in Gottesdiensten.

 

Italien. Im weltberühmten Pantheon in Rom haben Klimaaktivisten einen Gottesdienst gestört. Mitglieder der „Letzten Generation" hielten am Freitag zum Hochfest Mariä Empfängnis Plakate vor dem Altar hoch.

 

Österreich

 

Niederösterreich. Ein „dummer, feiger Anruf" mit offenbar islamistischem Hintergrund hat am 9. Dezember im Stift Heiligenkreuz einen Bombenalarm ausgelöst. Das Zisterzienserstift im Wienerwald musste nach der telefonischen Drohung geräumt werden. Ein Großaufgebot der Exekutive durchsuchte das Kloster-Areal, fand aber nichts Verdächtiges. 

 

Wien. Die erste weibliche Professorin für Religionspädagogik in Österreich, Monika Nemetschek, ist am Donnerstag 90 Jahre alt geworden. Die Theologin und langjährige Religionslehrerin gilt als „Mutter aller Tischmütter" im Rahmen der Erstkommunion und hat eine "anthropologische Wende" der Religionspädagogik eingeleitet, bei der die Kinder in den Fokus des Fachs gerückt wurden.

Papst bereitet sein Begräbnis vor

Papst Franziskus will nicht wie seine unmittelbaren Vorgänger im Petersdom beigesetzt werden, sondern in der römischen Papstbasilika Santa Maria Maggiore. Das erklärte Franziskus in einem aktuellen TV-Interview für einen mexikanischen Sender. In der seit der Spätantike bestehenden Marienkirche Santa Maria Maggiore unweit des römischen Bahnhofs Termini sind bereits sechs Päpste der Kirchengeschichte bestattet, darunter auch der erste Papst aus dem Franziskanerorden, Nikolaus IV. (1288-1292).
Die heutige Basilika ist die wichtigste der mehr als 40 Marienkirchen Roms. Der Argentinier Franziskus hat sie mehr als 100 Mal besucht, unter anderem am Morgen nach seiner Wahl sowie vor und nach seinen internationalen Reisen.
Das Vatican News-Foto zeigt den Papst, wie er am 8. Dezember in Roms bedeutendster Marienkirche betete.

Auch das noch...

Kinderwunsch in Österreich dramatisch rückläufig

Von einem dramatischen Rückgang des Kinderwunsches in Österreich berichtet das Österreichische Institut für Familienforschung (ÖIF): Zwischen 2009 und 2023 sank der Kinderwunsch von 2,1 auf 1,68 pro Frau im gebärfähigen Alter. Zudem hat sich die Zahl jener Frauen, die sich überhaupt kein Kind mehr wünschen, mehr als verdreifacht. Das geht aus der am Dienstag veröffentlichten „Generations and Gender Survey" hervor, die das ÖIF gemeinsam mit anderen Instituten der Universität Wien, der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und der Universität Salzburg durchgeführt hat. Die Teuerung wird von den Studienautoren als ein entscheidender Faktor dieser Entwicklung genannt.
Befragt wurden für die im vergangenen Winter durchgeführte Untersuchung mehr als 8.000 Personen zwischen 18 und 59 Jahren. Im Vergleich zu derselben 2009 durchgeführten Untersuchung sank bei den befragten Frauen zwischen 18 und 45 Jahren der Kinderwunsch deutlich. Weniger als früher wünschen sich heute genau ein Kind, noch deutlicher sank jedoch die Anzahl der Frauen mit höherem Kinderwunsch (minus 35 Prozent). Hingegen nahm vor allem jene Gruppe zu, die gar keine Kinder möchte - in absoluten Zahlen von hochgerechnet vormals 100.000 auf nunmehr 360.000. Bei den in den 1990er-Jahren Geborenen wird sich das drastisch auswirken: Die Forscher schätzen, dass 23 bis 24 Prozent von ihnen kinderlos bleiben werden.
Praktizierende Katholiken haben mehr Kinder
Als die Forscher um Gwen Gölt und Caroline Berghammer von der Universität Wien überprüften, wie sich die für sich selbst gewünschte Kinderzahl im Alter von 20 bis 29 zur späteren tatsächlichen Kinderzahl im Alter von 40 bis 44 Jahren verhielt, so bestätigte sich dies: Junge Personen ohne Bekenntnis wünschten sich im Durchschnitt 1,5 Kinder und bekamen dann 1,2 Kinder. Praktizierende Katholikinnen und Katholiken wünschten 2,2 und bekamen 2,1 Kinder, also fast ein Kind mehr.. Dazwischen lagen jene, die ihren Glauben nicht praktizierten.
 

Theologin Knop: Vatikan widerspricht sich bei Frauenpriestertum

Hat der Vatikan wirklich nicht die Macht, das kirchliche Lehramt zu ändern und Frauen zum Priestertum zuzulassen? Die deutsche Theologin Julia Knop sieht einen Widerspruch in der Argumentation: „Wer souverän definiert, was er kraft Amtes darf und was nicht, muss sich fragen lassen, ob er wirklich nicht darf - oder ob er nicht will", erklärt die Erfurter Theologieprofessorin in einem Gastbeitrag für das Portal „katholisch.de".
Knop reagiert damit auf jüngste Äußerungen von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin zum Wesen des Priestertums. Darin hatte Parolin die Ehelosigkeit und Keuschheit für Priester sowie den Ausschluss von Frauen vom Priesteramt erneut als „nicht verhandelbar" betont. 

Leonardo Boff 85: Ordensfrau Zechmeister würdigt „Gründergestalt"

Als eine der großen Gründergestalten der lateinamerikanischen Befreiungstheologie und Vordenker in Sachen Klimakrise hat die in El Salvador lebende und lehrende heimische Ordensfrau Martha Zechmeister den brasilianischen Theologen Leonardo Boff gewürdigt. Der Autor und ehemalige Franziskaner wurde am 14. Dezember 85 Jahre alt. Boffs Theologie habe und hatte „Sprengkraft", betonte Zechmeister im Kathpress-Interview. Sei es seine Kritik an kirchlichen Hierarchien, die Forderung nach Gerechtigkeit oder sein Einsatz für soziale Bewegungen und die Umwelt, Boffs Ziel sei bis heute, die „befreiende Botschaft" der Bibel und des Glaubensbekenntnisses herauszustreichen, so Zechmeister.
Auch wenn die Befreiungstheologie fast vergessen scheine, böten Boffs Forderungen nach einem sorgsamen Umgang mit anderen und der Welt Anhaltspunkte für jüngere Öko-Bewegungen wie „Fridays for Future" oder "Die letzte Generation", meinte die Ordensfrau. Ihnen gemeinsam sei ein prophetischer Blick in die Zukunft und die Gewissheit, dass es radikale Änderungen benötige, um das Überleben der Menschheit zu sichern, konstatierte die in El Salvador lebende Theologin aus der Gemeinschaft „Congregatio Jesu", die ebenfalls in der Tradition der Befreiungstheologie steht.
Gemeinsam mit anderen Befreiungstheologen wie Gustavo Gutierrez (95), Jon Sobrino (84) und Juan Luis Segundo (1925-1996) forderte Boff ab den 1960er-Jahren eine radikale Wende im Denken der katholischen Kirche: Weg von den Bündnissen mit der herrschenden Klasse, hin zur Option für die Armen und Ausgestoßenen. 
 

Kirchenrechtler: Kirche kann Menschenrechte nicht umsetzen

Die Kirche in ihrer aktuellen Verfassung ist aus Sicht des Kirchenrechtlers Adrian Loretan nicht befähigt, Grund- und Menschenrechte konsequent umzusetzen. Solange die geistlichen Autoritäten wie Priester und Bischöfe einen „schrankenlosen Vorbehalt" gegenüber den Laien besäßen, „kann von Grundrechten in einem strikten Sinn in der Kirche nicht die Rede sein", sagte der Luzerner Kirchenrechtler am Sonntag dem Portal kath.ch. „Genau diese schrankenlose Autorität führt zum Machtmissbrauch. Ohne garantierte Menschenrechte können sich die Opfer sexueller Gewalt nicht gegen die Amtspersonen wehren."
Laut Loretan hat die Kirche historisch einen wesentlichen Beitrag zur Entstehung der Menschenrechtscharta geleistet. „Der moderne Rechtsstaat ist im christlichen Europa herangereift, das institutionell von der römisch-katholischen Kirche geprägt war." 


Literaturnobelpreisträger Fosse: Dichtung kann Leben retten

Dichtung kann Leben retten: Das hat der norwegische Literaturnobelpreisträger Jon Fosse (64) am Donnerstag in Stockholm vor der Verleihung des Preises in seiner offiziellen Rede gesagt. Papst Franziskus hatte dem Katholiken Fosse im Oktober eine Glückwunschbotschaft geschickt, in der er sein Glaubenszeugnis würdigte, berichtete Vatican News.
Der Schriftsteller setzt sich in seinen Werken häufig mit dem Sterben auseinander, auch in Form von Suizid. „Manchmal fürchte ich, ich könnte dazu beigetragen haben, Suizid zu legitimieren“, sagte Fosse in seiner Rede. Von den vielen Nachrichten, die er seit der Bekanntgabe des Nobelpreises erhalten habe, hätten ihn jene am meisten berührt, „die mit klaren Worten schrieben, meine Dichtung habe ihnen schlicht und einfach das Leben gerettet.“ Er habe selbst „schon immer gewusst, dass Dichtung Leben retten kann, vielleicht hat sie auch mir das Leben gerettet.“ Fosse beendete seine Rede mit einem schlichten „Ich danke Gott“.
Der norwegische Schriftsteller hat vor etwa zehn Jahren die Taufe in der katholischen Kirche empfangen. Papst Franziskus schickte ihm am 18. Oktober eine Botschaft, die auf der Website der norwegischen katholischen Kirche veröffentlicht wurde. Dabei gratulierte das Kirchenoberhaupt dem Autor zur Verleihung des Nobelpreises für Literatur. „Ich bin zuversichtlich, dass Ihre Fähigkeit, die Gnade, den Frieden und die Liebe des allmächtigen Gottes in unserer so oft verdunkelten Welt zu beschwören, das Leben derer, die den Pilgerweg des Glaubens teilen, in besonderer Weise bereichern wird. Ich versichere Ihnen, dass ich in meinen Gebeten an Sie denke, und rufe gerne die Fülle des göttlichen Segens auf Sie herab".
Fosse hatte nicht mit einer Botschaft von Papst Franziskus selbst gerechnet und zeigte sich – der Webseite der katholischen Kirche Norwegens zufolge - überrascht, glücklich und bewegt.
Der 1959 geborene nordische Schriftsteller hat Romane, Theaterstücke, Gedichte, Essays und Kinderbücher veröffentlicht. Seine Sprache ist langsam, Schweigen und das Stilmittel der Wiederholung spielen eine wichtige Rolle. Das Nobelpreiskomitee würdigte Fosses Fähigkeit, durch „innovative Prosa" dem Ausdruck zu verleihen, was „nicht aussprechbar ist". Inhaltlich kreisen seine Werke um Trauer, Freude, Leid und Erlösung, oft um den Tod. In einem seiner bekanntesten Romane, „Morgen und Abend“, schildert er das Sterben eines norwegischen Fischers in dessen eigener Wahrnehmung. 
Fosse ist in dritter Ehe mit der Slowakin Anna verheiratet. Aus der Beziehung stammen zwei Kinder. Aus vorangegangenen Ehen gingen vier weitere Kinder hervor. Er lebt heute in Oslo in der staatlichen Künstlerresidenz Grotten, in Frekhaug bei Bergen und in der niederösterreichischen Gemeinde Hainburg an der Donau.
Fosse wurde nach seinem Austritt aus der lutherischen Staatskirche zuerst Quäker und konvertierte 2013 zum Katholizismus. Er wurde durch den Dominikaner Meister Eckhart  dazu beeinflusst. Dessen Philosophie prägte ihn jahrzehntelang neben der Martin Heideggers und Ludwig Wittgensteins.  Der Glaube an Gott spielte für Jon Fosse immer eine wichtige Rolle. Insbesondere fühlte er sich in den späteren Jahren durch den Katholizismus angesprochen. In seinem 2015 erschienenen Buch Mysteriet i trua („Das Geheimnis des Glaubens“, ein Gespräch mit dem Theologen Eskil Skjeldal) geht es auch um seinen Übertritt zum Katholizismus. Nach den eigenen Angaben hat das Schreiben Jon Fosse zu einem religiösen Menschen gemacht. Täglich betet er den Rosenkranz und das Vater unser  auf Latein.
Foto. Homepage der katholischen Kirche in Norwegen.