JA 

die neue Kirchenzeitung

 17. März 2024 

Lesungen:  Jer 31, 31-34; Hebr 5,78-9;  Evangelium: Joh 12,20-33

Gleiche Rechte für Frauen 

Die jüngste Forderung des Papstes, die Ukraine möge zur weißen Flagge greifen, hat außerhalb Moskaus nur für scharfe Kritik oder mindestens Kopfschütteln gesorgt. Viele fragen sich, ob der alte Mann in Weiß noch bei Vernunft ist. Seine innerkirchlichen, konservativen Kritiker verneinen dies ohnehin schon lange.
Aufrufe zum Frieden erwartet man sich vom kirchlichen Oberhaupt, konkrete Lösungsvorschläge nicht. Schließlich hat es weder diplomatische Ausbildung noch politische Durchsetzungskraft.


Wo Franziskus etwas durchsetzen kann, tut er es nicht.
In Anspielung auf den internationalen Frauen-Tag am 8. März sprach sich Franziskus zwei Tage danach beim traditionellen Mittagsgebet auf dem Petersplatz für die Gleichberechtigung von Frauen in Staat und Gesellschaft aus. Er sei solidarisch mit allen Frauen, deren Würde nicht respektiert werde: „Wir alle müssen noch so viel tun, damit die gleiche Würde der Frauen konkret anerkannt wird".
Gleiche Würde in der Gesellschaft! Zählt die Kirche nicht auch dazu?  P. Udo 

Kommission empfiehlt Rückkehr zu Kommunion „unter zweierlei Gestalt"

Die Liturgische Kommission für Österreich (LKÖ) empfiehlt eine verstärkte Rückkehr zur Kommunion „unter beiden Gestalten, als Leib und Blut Christi". Das schreibt die LKÖ in einer Empfehlung, die auf liturgie.at veröffentlicht wurde. Hintergrund ist die pandemiebedingte Beschränkung der Kommunion auf die Reichung des eucharistischen Brotes während der Corona-Jahre. Eine Arbeitsgruppe sei eingesetzt worden, die detailliertere Leitlinien ausarbeiten soll. Ergebnisse würden im Laufe dieses Jahres erwartet, heißt es. Kurzfristig wurden die nunmehr veröffentlichten Empfehlungen zusammengestellt, „um die Verantwortlichen wenigstens bei den kommenden Feiern von Gründonnerstag und Osternacht zur Kelchkommunion zu motivieren", wie es heißt.
Wörtlich heißt es in der Handreichung: "In den Jahren der Covid-19 Pandemie war es nicht möglich, die Kommunion auch in der Gestalt des Weins zu reichen. Zwar sind mittlerweile alle Einschränkungen, die dem Schutz vor einer Ansteckung im Gottesdienst gedient haben, aufgehoben. Trotzdem ist selbst dort, wo die Praxis der Kelchkommunion etabliert war, diese vielfach nicht wieder aktiviert worden - sei es aus Gedankenlosigkeit, sei es, weil die Pandemie für Fragen der Hygiene sensibilisiert hat." 
Die Messe vom Letzten Abendmahl und die Feier der Osternacht seien nun Anlässe, die Kelchkommunion wieder zu fördern. 
 

Katholische Publizistin Christa Pongratz-Lippitt verstorben

Die katholische Publizistik in Österreich und England trauert um die Journalistin Christa Pongratz-Lippitt. Die langjährige Wien-Korrespondentin der internationalen katholischen Zeitschrift „The Tablet" verstarb am Donnerstag, 29. Februar, im 93. Lebensjahr in Wien. Zeitlebens war die profunde Kirchenkennerin u.a. von den Wiener Kardinälen - Christoph Schönborn und besonders Franz König - hochgeschätzt und galt als wichtige Vermittlerin für das kirchliche Geschehen im deutschsprachigen Raum sowie auch in den ehemaligen Ostblockländern für die englischsprachige Welt.
Pongratz-Lippitt wurde am 19. Dezember 1931 geboren und wuchs in England auf. Sie studierte in Oxford Slawistik, war danach zeitweise im diplomatischen Dienst tätig und kam in den 1950er Jahren nach Österreich, wo sie heiratete, als Mutter ihre zwei Kinder großzog und als Übersetzerin tätig war. Ab 1988 arbeitete sie für die in London erscheinende Zeitschrift „The Tablet", anfangs als Lektorin für aus dem Deutschen übersetzte Texte, sehr bald dann aber vor allem als Österreich-Korrespondentin durch eigene Berichte und Analysen.
Kardinal Franz König, selbst „Tablet"-Leser seit 1929 und oftmaliger Gastautor der Zeitung, war hocherfreut, in Pongratz-Lippitt eine Korrespondentin in der eigenen Bischofsstadt zu haben. Mit seiner Hilfe habe sie bald ein Netzwerk wertvoller Kontakte aufbauen können - nicht nur in den östlichen Nachbarländern Österreichs, sondern auch in Deutschland und der Schweiz, schrieb Pongratz-Lippitt zu ihrem 30-Jahre-Dienstjubiläum beim „Tablet". In den letzten Lebenswochen Königs führte sie noch mit ihm Interviews, die auf Englisch und auf Deutsch („Franz Kardinal König: Offen für Gott - offen für die Welt", 2006) erschienen sind.
Schwerpunkte der Berichterstattung…
… von Pongratz-Lippitt, die zudem auch für das US-Portal „National Catholic Register" schrieb, waren anfangs u.a. umstrittene Bischofsernennungen in Österreich unter Papst Johannes Paul II., die zur österreichischen Kirchenkrise und zur Gründung von „Wir sind Kirche" führten; weiters auch die Situation der Kirchen in den ehemaligen Ostblock-Ländern, der Umgang der Kirche mit der Flüchtlingskrise sowie zuletzt über das deutsche Reformprojekt Synodaler Weg, über den sie noch wenige Tage vor ihrem Tod schrieb.

Erzabt Birnbacher für die Priesterweihe von Frauen

Der Vorsitzende der Österreichischen Ordenskonferenz und Erzabt von St. Peter in Salzburg hat sich für die Priesterweihe der Frau ausgesprochen, „wenn der Heilige Geist das will". Er glaube jedenfalls, dass eine solche Öffnung des kirchlichen Amtes „früher oder später kommen wird", sagte Birnbacher im Interview der Wochenzeitung „Die Furche" (14. März). Die Frauenordination solle „nicht forciert werden - das halte ich auch für kontraproduktiv". Aber die Kirche habe schon öfters „solche Sprünge gemacht". Der Erzabt erinnerte als Beispiel an das im Neuen Testament beschriebene Apostelkonzil, bei dem nach Streit entschieden wurde, man müsse nicht mehr Jude werden, um Christ werden zu können. Birnbacher: „Warum soll das nicht in der Frage von Frauen als Priester auch so sein?"
Dazu zitierte er seinen Vorvorgänger als Erzabt des ältesten bestehenden Klosters im deutschen Sprachraum, Franz Bachler. Dieser habe sich darüber geärgert, „dass gewisse Gruppierungen am liebsten dem Wirken des Heiligen Geistes Vorschriften machen möchten".
Der Ordenskonferenz-Vorsitzende sagte in dem Interview zur derzeit auf weltkirchlicher Ebene durch Bischofsversammlungen forcierten Synodalität in der Kirche, diese gebe es theoretisch ja, sie „wird halt nur nicht immer so gelebt". Vor allem im 19. Jahrhundert habe sich mit dem Jurisdiktionsprimat des Papstes zunehmend ein „rigider Autoritarismus" ausgeprägt, „der ungesund ist". Synodale Formen der kirchlichen und zumal monastischen Tradition seien in der Folge zunehmend in den Hintergrund gedrängt worden. Als Beispiel nannte Birnbacher die Klöster des 18. Jahrhunderts: Sie seien damals die einzigen Orte gewesen, wo man gesellschaftliche Stände und Schichten durchbrechen konnte. „Nur in einem Kloster konnte etwa ein schwäbischer Bauernbub durch Wahl zum Fürst-Abt aufsteigen."
Papst verschiebt Frauen-Diakonats-Diskussion
Papst Franziskus hat mehrere Themen aus der Weltsynode ausgekoppelt und sie Expertengruppen zur eingehenden Auseinandersetzung anvertraut. Eine der zehn „Studiengruppen" beschäftigt sich unter anderem mit der Frage, ob Frauen zu Diakoninnen geweiht werden können. Eine Lockerung des Pflichtzölibats scheint hingegen vorerst auf Eis gelegt.
 

Papst ruft Ukraine zum „Mut zur weißen Flagge“ auf – Rundum nur heftige Kritik 

Papst Franziskus hat an die Ukraine appelliert, den Mut zu haben, in Friedensverhandlungen einzutreten und über ein Ende des Krieges mit Russland zu verhandeln. In einem Interview des italienischsprachigen Schweizer Rundfunks RSI, aus dem am Samstagabend in Rom Auszüge verbreitet wurden, sagte der Papst: „Ich glaube, derjenige ist stärker, der die Lage erkennt, der ans Volk denkt und den Mut zur weißen Flagge hat, zum Verhandeln." Das Interview soll am 20. März in voller Länge ausgestrahlt werden.
„Verhandeln ist niemals ein Sich-Ergeben. Es ist der Mut, das Land nicht in den Selbstmord zu führen", betonte Franziskus und erinnerte daran, dass die Ukraine bereits unter Stalin viel erlitten habe. 
Die Äußerungen von Papst Franziskus haben international viel Kritik und wenig Zustimmung ausgelöst. Vor allem in Osteuropa meldeten sich Regierungen zu Wort und wiesen die Worte des Papstes vehement zurück. 
Beim ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sind sie auf auf scharfe Kritik gestoßen. 
Kiews griechisch-katholischer Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk hat eine Kapitulation der Ukraine kategorisch abgelehnt. 
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat sich indirekt von den Forderungen von Papst Franziskus an die Ukraine distanziert: „Wer den Frieden verwehrt und die Ukraine auslöschen möchte, ist Putin, Putin muss die Waffen niederlegen."

Kardinal Koch würdigt ökumenische Schlüsselrolle von „Pro Oriente"

Die Stiftung „Pro Oriente" hat in den 60 Jahren ihres Bestehens eine Schlüsselrolle bei der Annäherung von westlichen und östlichen Christen gespielt. Das hat Kardinal Kurt Koch, Präfekt des Dikasteriums zur Förderung der Einheit der Christen, betont. Zum 60-Jahr-Jubiläum veröffentlicht die Stiftung in den kommenden Tagen in einem „Jubiläums-Blog" Grußworte von führenden kirchlichen Vertretern, früheren und aktuellen Mitwirkenden, Konsultorinnen und Konsultoren und anderen Gremienmitgliedern dazu. Der Beitrag von Kardinal Koch bildet den Auftakt.
Er wolle im Namen des Heiligen Stuhls der Leitung und den Mitarbeitenden der Stiftung seinen tiefen Dank für den „engagierten und kompetenten Dienst in den vergangenen Jahrzehnten" aussprechen, so Koch. Zugleich sei er zuversichtlich, dass die Stiftung „Pro Oriente" ihre Aufgabe noch viele Jahre lang fortsetzen werde, „indem sie inoffizielle ökumenische Gespräche fördert, neue Methoden des theologischen Dialogs erforscht und deren Rezeption unterstützt, zur Heilung von Erinnerungen beiträgt und den 'Dialog des Lebens' auf allen Ebenen der Kirche fördert".
Koch erinnert insbesondere an die berühmte „Wiener Christologische Formel", die im Rahmen des "Wiener Dialogs" erarbeitet wurde und die als Grundlage für die offiziellen christologischen Vereinbarungen zwischen der katholischen Kirche und den verschiedenen orientalisch-orthodoxen Kirchen diente. 
Die Stiftung „Pro Oriente" wurde im November 1964 von Kardinal Franz König gegründet. Am 13. März wurde das 60-Jahr-Jubiläum der Stiftung (verbunden mit dem 20. Todestag Königs) mit einem Gottesdienst im Wiener Stephansdom und einem Festakt im Erzbischöflichen Palais gefeiert. Kurienkardinal Kurt Koch, Präfekt des Dikasteriums zur Förderung der Einheit der Christen, leitete den Festgottesdienst.
 

Katholische Aktion: Das Erbe Kardinal Königs viel stärker nutzen

 „Die katholische Kirche täte gut daran, das Erbe von Kardinal Franz König noch viel stärker als bisher zu nutzen." Das erklärte die Spitze der Katholischen Aktion Österreich (KAÖ), Ferdinand Kaineder, Katharina Renner und Brigitte Knell, am Dienstag in einer Aussendung aus Anlass des 20. Todestages des früheren Wiener Erzbischofs (13. März). „Was Kardinal Königs Denken und Handeln in allen Bereichen geprägt hat, waren seine Offenheit und seine Suche nach dem Gespräch, dem Dialog", so die KAÖ-Verantwortlichen: „Diese Öffnung zu anderen hin war bei ihm aber kein Selbstzweck, sondern sollte das Wertvolle des Evangeliums in allen Lebensbereichen anbieten und der Kirche selbst die dafür erneuerte und zeitgemäße Gestalt geben."
Kardinal König sei zutiefst davon überzeugt gewesen, „dass die Kirche von der Welt lernen kann, besonders von Wissenschaft und Kultur", hieß es in der Aussendung weiter. Starkes Interesse hegte er auch für die anderen Kirchen und Religionen und die Nichtglaubenden. Verbunden damit sei die für ihn notwendige Bereitschaft der Kirche, sich den Herausforderungen der Zeit in Gesellschaft und Politik zu stellen.
Katholischer Familienverband würdigt Gründervater Kardinal König
Anlässlich des 20. Todestages von Kardinal Franz König (13. März) hat der Katholische Familienverband Österreichs (KFÖ) daran erinnert, dass König 1953 - damals war er noch St. Pöltner Bischof-Koadjutor - den Grundstein zur Gründung des Verbandes gelegt hat. König sei sich stets der hohen Bedeutung der Familie für die Gesellschaft bewusst gewesen, so KFÖ-Präsident Peter Mender in einer Aussendung am Dienstag. König habe deshalb den Familienverband von Anfang an wohlwollend begleitet und mit seinen Aussagen zu Ehe und Familie immer wieder entscheidende Impulse gesetzt, so Mender. Er erinnerte an ein markantes Zitat des Kardinals: "Eine Gesellschaft, in der die Familien mit Kindern Gefahr laufen, unter die Armutsgrenze zu rutschen, stellt sich selbst ein Armutszeugnis aus."

13 Jahre Syrien-Krieg: Caritas besorgt über „verlorene Generation"

13 Jahre Krieg haben die Lage der Menschen in Syrien nach Einschätzung der Caritas „unerträglich gemacht": Die Auswirkungen des Konflikts, eine schwerwiegende Wirtschafts- und Ernährungskrise und das Erdbeben im Jahr 2023 würden die Bevölkerung schwer treffen. Besonders besorgt zeigte sich Caritas-Präsidentin Nora Tödtling-Musenbichler in ihrer Aussendung am Donnerstag über jene Kinder und Jugendlichen in Syrien, die nichts anderes als Krieg kennen: „Es darf keine verlorene Generation geben. Humanitäre Hilfe muss Zugang zu Bildung gewährleisten!" Für die in der Krisenregion durchgeführten, mit psychosozialer Hilfe verbundenen Bildungsprojekte bittet die Caritas um Spenden.
16,7 Millionen Menschen in Syrien, also 78 Prozent der Bevölkerung, sind nach Caritas-Angaben aufgrund der multiplen Krisen aktuell auf humanitäre Hilfe angewiesen. 14,6 Millionen Menschen in Syrien seien von Ernährungsunsicherheit betroffen. Zusätzlich leide die syrische Zivilbevölkerung unter den strikten Sanktionen, die dem Land im Zuge des Syrienkonflikts auferlegt wurden. 
Außerdem könnten aktuell mehr als 3 Millionen Kinder keine Schule besuchen. Für Tödtling-Musenbichler ein inakzeptabler Missstand: "Kinder und Jugendliche haben auch in Kriegs- und Konfliktsituationen und in allen Stadien der Flucht das Recht auf Bildung und psychosoziale Hilfe." Daher unterstütze die Caritas mehr als 4.000 Kinder und Jugendliche in Syrien, dem Libanon, in Jordanien und Ägypten dabei, trotz widriger Lebensumstände eine Schule besuchen zu können. 
„Wir dürfen nicht zulassen, dass verlorene Generationen entstehen!", bat die Caritas-Präsidentin um Unterstützung aus Österreich. Qualitative Bildung sei ganz wesentlich, um Zukunftsperspektiven für junge Menschen zu schaffen. 
Seit den 1990er-Jahren ist die österreichische Caritas in Syrien tätig, ab 2011 hat sie als Reaktion auf den Syrienkonflikt die Hilfe stark ausgeweitet. 
 

Priestermorde in Südafrika 

In Südafrika hat ein bisher unbekannter Täter am Mittwoch einen katholischen Priester durch zwei Kopfschüsse getötet. Örtlichen Medienberichten zufolge ereignete sich das Verbrechen in der Sakristei der Bischofskirche in der Stadt Tzaneen, etwa 400 Kilometer nördlich von Johannesburg.
Der 38-jährige Geistliche sprach demnach in der Kirche noch die Morgengebete und bereitete sich auf den folgenden Gottesdienst vor. Polizeiangaben zufolge folgte der Täter dem Priester dann vor der Messe in die Sakristei. Dort habe er ihn zweimal in den Kopf geschossen. Das schwer verletzte Opfer verstarb demnach auf dem Weg ins Krankenhaus. Der Täter sei flüchtig, das Motiv unbekannt.
Nur wenige Stunden vor dem Priestermord hatte die Nachricht von einem Blutbad in einem koptischen Kloster für Schock gesorgt. Dabei waren drei Mönche in dem Kloster bei der Hauptstadt Pretoria durch Stichwunden getötet worden. Ein weiterer wurde verletzt. Die Polizei konnte am Mittwoch einen Tatverdächtigen festnehmen.
 

Abtreibung und Sterbehilfe: Frankreichs Präsident empört Religionen

Eine garantierte „Freiheit zum Schwangerschaftsabbruch" ist demnächst Teil in Frankreichs Verfassung. Am 4. März gaben die in Versailles versammelten Abgeordneten beider Parlamentskammern mit deutlicher Mehrheit Grünes Licht für das Projekt von Staatspräsident Emmanuel Macron.
780 Parlamentarier stimmten mit Ja, 72 mit Nein. Mehrere Rednerinnen und Redner feierten ihr Votum als historisch. In der vergangenen Woche hatten Nationalversammlung und Senat bereits in separaten Abstimmungen den Verfassungszusatz gebilligt.
Macron hatte Ende Oktober versprochen, ein „Recht auf Abtreibung" in der Verfassung zu verankern.
Abtreibungsgegner verurteilten die Neuregelung. Der frühere Pariser Erzbischof, Bioethiker und Arzt Michel Aupetit twitterte: „Das Gesetz drängt dem Gewissen auf zu töten." Frankreich habe einen Tiefpunkt erreicht. „Es ist ein totalitärer Staat geworden." Die Französische Bischofskonferenz reagierte mit Bedauern.
Frankreichs Religionsführer besorgt über Sterbehilfe-Neuregelung
Führende Repräsentanten der Religionen in Frankreich äußern sich besorgt über das geplante Gesetz zum Lebensende. Vertreter von katholischer Kirche und Islam werteten die Möglichkeit von Sterbehilfe als einen gefährlichen Wendepunkt, wie die Zeitung „La Croix" berichtet. Juden und Protestanten seien dagegen der Meinung, dass es sich dabei weder um Euthanasie noch um assistierten Suizid handele. Bislang hatten sich die Religionen einhellig gegen eine Legalisierung von Sterbehilfe und assistierten Suizid gewandt, so bei einer gemeinsamen Pressekonferenz Ende Jänner.

13 Jahre Syrien-Krieg: Caritas besorgt über „verlorene Generation"

13 Jahre Krieg haben die Lage der Menschen in Syrien nach Einschätzung der Caritas „unerträglich gemacht": Die Auswirkungen des Konflikts, eine schwerwiegende Wirtschafts- und Ernährungskrise und das Erdbeben im Jahr 2023 würden die Bevölkerung schwer treffen. Besonders besorgt zeigte sich Caritas-Präsidentin Nora Tödtling-Musenbichler in ihrer Aussendung am Donnerstag über jene Kinder und Jugendlichen in Syrien, die nichts anderes als Krieg kennen: „Es darf keine verlorene Generation geben. Humanitäre Hilfe muss Zugang zu Bildung gewährleisten!" Für die in der Krisenregion durchgeführten, mit psychosozialer Hilfe verbundenen Bildungsprojekte bittet die Caritas um Spenden.
16,7 Millionen Menschen in Syrien, also 78 Prozent der Bevölkerung, sind nach Caritas-Angaben aufgrund der multiplen Krisen aktuell auf humanitäre Hilfe angewiesen. 14,6 Millionen Menschen in Syrien seien von Ernährungsunsicherheit betroffen. Zusätzlich leide die syrische Zivilbevölkerung unter den strikten Sanktionen, die dem Land im Zuge des Syrienkonflikts auferlegt wurden. 
Außerdem könnten aktuell mehr als 3 Millionen Kinder keine Schule besuchen. Für Tödtling-Musenbichler ein inakzeptabler Missstand: "Kinder und Jugendliche haben auch in Kriegs- und Konfliktsituationen und in allen Stadien der Flucht das Recht auf Bildung und psychosoziale Hilfe." Daher unterstütze die Caritas mehr als 4.000 Kinder und Jugendliche in Syrien, dem Libanon, in Jordanien und Ägypten dabei, trotz widriger Lebensumstände eine Schule besuchen zu können. 
„Wir dürfen nicht zulassen, dass verlorene Generationen entstehen!", bat die Caritas-Präsidentin um Unterstützung aus Österreich. Qualitative Bildung sei ganz wesentlich, um Zukunftsperspektiven für junge Menschen zu schaffen. 
Seit den 1990er-Jahren ist die österreichische Caritas in Syrien tätig, ab 2011 hat sie als Reaktion auf den Syrienkonflikt die Hilfe stark ausgeweitet. 
 

Priestermorde in Südafrika 

In Südafrika hat ein bisher unbekannter Täter am Mittwoch einen katholischen Priester durch zwei Kopfschüsse getötet. Örtlichen Medienberichten zufolge ereignete sich das Verbrechen in der Sakristei der Bischofskirche in der Stadt Tzaneen, etwa 400 Kilometer nördlich von Johannesburg.
Der 38-jährige Geistliche sprach demnach in der Kirche noch die Morgengebete und bereitete sich auf den folgenden Gottesdienst vor. Polizeiangaben zufolge folgte der Täter dem Priester dann vor der Messe in die Sakristei. Dort habe er ihn zweimal in den Kopf geschossen. Das schwer verletzte Opfer verstarb demnach auf dem Weg ins Krankenhaus. Der Täter sei flüchtig, das Motiv unbekannt.
Nur wenige Stunden vor dem Priestermord hatte die Nachricht von einem Blutbad in einem koptischen Kloster für Schock gesorgt. Dabei waren drei Mönche in dem Kloster bei der Hauptstadt Pretoria durch Stichwunden getötet worden. Ein weiterer wurde verletzt. Die Polizei konnte am Mittwoch einen Tatverdächtigen festnehmen.
 

Abtreibung und Sterbehilfe: Frankreichs Präsident empört Religionen

Eine garantierte „Freiheit zum Schwangerschaftsabbruch" ist demnächst Teil in Frankreichs Verfassung. Am 4. März gaben die in Versailles versammelten Abgeordneten beider Parlamentskammern mit deutlicher Mehrheit Grünes Licht für das Projekt von Staatspräsident Emmanuel Macron.
780 Parlamentarier stimmten mit Ja, 72 mit Nein. Mehrere Rednerinnen und Redner feierten ihr Votum als historisch. In der vergangenen Woche hatten Nationalversammlung und Senat bereits in separaten Abstimmungen den Verfassungszusatz gebilligt.
Macron hatte Ende Oktober versprochen, ein „Recht auf Abtreibung" in der Verfassung zu verankern.
Abtreibungsgegner verurteilten die Neuregelung. Der frühere Pariser Erzbischof, Bioethiker und Arzt Michel Aupetit twitterte: „Das Gesetz drängt dem Gewissen auf zu töten." Frankreich habe einen Tiefpunkt erreicht. „Es ist ein totalitärer Staat geworden." Die Französische Bischofskonferenz reagierte mit Bedauern.
Frankreichs Religionsführer besorgt über Sterbehilfe-Neuregelung
Führende Repräsentanten der Religionen in Frankreich äußern sich besorgt über das geplante Gesetz zum Lebensende. Vertreter von katholischer Kirche und Islam werteten die Möglichkeit von Sterbehilfe als einen gefährlichen Wendepunkt, wie die Zeitung „La Croix" berichtet. Juden und Protestanten seien dagegen der Meinung, dass es sich dabei weder um Euthanasie noch um assistierten Suizid handele. Bislang hatten sich die Religionen einhellig gegen eine Legalisierung von Sterbehilfe und assistierten Suizid gewandt, so bei einer gemeinsamen Pressekonferenz Ende Jänner.

Kurznachrichten 

  

Papst Franziskus hat nach der Zulassung formloser Segnungen für gleichgeschlechtliche Paare keine Angst vor einer Kirchenspaltung: Wenn Bischöfe diesen Weg nicht mitgingen, „bedeutet das nicht, dass dies der Vorhof zu einem Schisma ist, denn die Lehre der Kirche wird nicht in Frage gestellt."

 

Vatikan. Der im Dritten Reich hingerichtete deutsche Priester Max Josef Metzger (1887-1944), der von 1915 bis 1927 als Seelsorger in Graz wirkte, ist auf dem Weg zur Selig- und zur Heiligsprechung. Das zuständige Heiligsprechungs-Dikasterium im Vatikan wertet Metzgers Hinrichtung am 17. April 1944 als Märtyrertod. 

 

Italien. Stift Heiligenkreuz hat sich dafür entschieden, die Pilgerseelsorge im Südtiroler Kloster Säben zu übernehmen.  Der Bischof der Diözese Bozen-Brixen, Ivo Muser, zeigt sich erfreut.

 

Schweiz. Nach Missbrauchsvorwürfen gegen Geistliche der Schweizer Augustiner-Chorherren-Abtei Saint-Maurice kommt die angegliederte Schule in staatliche Trägerschaft. Zudem darf die künftige Schulleitung nicht mehr von der Abtei gestellt werden. Dies habe der Walliser Staatsrat beschlossen, berichtete das Portal „kath.ch".

 

Indien. Im Bundesstaat Uttar Pradesh sind am Montag elf inhaftierte Christen - darunter ein katholischer Priester und zehn Protestanten - gegen Kaution vom zuständigen Richter von Barabanki freigelassen worden. Die Gruppe befand sich seit 6. Februar in Untersuchungshaft, nachdem ihnen der Versuch, Hindus zum christlichen Glauben zu bekehren, vorgeworfen worden war.

 

Bulgarien. Der bulgarisch-orthodoxe Patriarch Neofit I. ist tot. Er starb am späten Mittwochabend im Alter von 78 Jahren in einem Krankenhaus in Sofia nach langer Krankheit.

 

Rumänien. Die rumänisch-orthodoxe Kirche hat ihre Geistlichen zum Auftakt eines Superwahljahrs zu Neutralität aufgefordert. 

 

Polen. Bischof Andrzej Dziuba (73) hat nach Vorwürfen wegen mutmaßlichen Versäumnissen in klerikalen Missbrauchsfällen seinen Rücktritt eingereicht. 

 

Kosovo. Nach jahrelangem Streit soll das serbisch-orthodoxe Kloster Decani im Kosovo nun doch mehrere Hektar an enteignetem Grundbesitz vom Staat zurückbekommen. 

 

In Malaysia ist eine traditionelle Schweinerippchensuppe in die Liste der nationalen Lebensmittel aufgenommen worden. Deshalb fordern muslimische Gruppen und Parteien den Rücktritt von Tourismusminister Tiong King Sing, einem ethnischen Chinesen. Schweinefleisch gilt den Muslimen, die rund 60 Prozent der Bevölkerung ausmachen, als unrein und ist daher verboten. 


Österreich

 

 

Oberösterreich. Weltweit werden rund 360 Millionen Christinnen und Christen an der Ausübung ihrer Religion gehindert. Darauf haben der Linzer Bischof Manfred Scheuer und die Linzer „Pro Oriente"-Sektion am Donnerstag aufmerksam gemacht. 

 

Steiermark. Die Stadt Graz sichert den Dauerbetrieb der neuen Caritas-Bahnhofsmission. Bürgermeisterin Elke Kahr (KPÖ): „Es ist wichtig, dass Menschen in prekären Situationen im Tageszentrum am Bahnhof eine Anlaufstelle vorfinden, wo sie sich aufwärmen, eine Mahlzeit oder einfach Ansprache bekommen können". In den ersten 50 Tagen ist es zu  über 3.800 Besuchen gekommen.

 

Wien. Einen sakralmusikalischen Höhepunkt mit „Charity-Mehrwert" hat der ORF für den Samstag nach Ostern angekündigt: Georg Friedrich Händels Oratorium „Messiah" erklingt am 6. April um 20.30 Uhr im Wiener Stephansdom, interpretiert vom Wiener Domorchester, Radio Wien Chor und von Gesangsstars der Wiener Staatsoper. Der Reinerlös des Abends dient als Spende für die ORF-Aktion „Licht ins Dunkel". 

Bauplan des Hl. Benedikt

Erzabt Korbinian Birnbacher, Vorsitzender der Österreichischen Ordenskonferenz, hat in der Erzabtei St. Peter in Salzburg sein neues Buch „Weites Leben, weites Herz. Gut leben nach dem Bauplan des heiligen Benedikt" (Tyrolia-Verlag) präsentiert. 
Die Ordensregel des Hl. Benedikt ziehe sich wie ein roter Faden durch das Buch, so Birnbacher: „Die Benediktsregel, die Europa für weit mehr als ein Jahrtausend deutlich geprägt hat, kann man als eine Art Betriebssystem bezeichnen, das in seiner Wirkgeschichte Tausenden von Mönchen und Nonnen, aber auch Männern und Frauen, die auf der Suche nach Gott sind, Anleitung und Orientierung gab und gibt."
Der gebürtige Bayer Birnbacher schildert in dem Buch seinen persönlichen Werdegang, gibt Einblicke ins Klosterleben, in die schönen und auch herausfordernden Seiten des Gemeinschaftslebens und zeigt auf, welch große Verantwortung der Abt eines so traditionsreichen Klosters trägt. Das Kloster sei im „passiert", sagte Birnbacher. Seine Mutter wollte, dass zumindest eines ihrer Kinder eine Bankfiliale leitet, er selbst wollte Architekt werden. Gekommen sei es ganz anders. 
Durch die Wahl seiner Mitbrüder ist Birnbacher 2013 zum 88. Abt und 6. Erzabt von St. Peter gewählt worden. 

Auch das noch...

Iren lehnen Vorschläge zur Neudefinition der Familie ab

Irlands Regierung ist mit dem Plan einer Ausweitung des Familienbegriffs gescheitert. Der Vorschlag für eine Verfassungsänderung, welche neben der Ehe auch „dauerhafte Beziehungen" als Familie definieren würde, wurde in einer am Weltfrauentag durchgeführten Volksabstimmung von 67,7 Prozent der Wähler abgelehnt. Noch deutlicher zurückgewiesen wurde mit 73,9 Prozent die Streichung einer Bestimmung, welche es untersagt, Frauen aus wirtschaftlicher Notwendigkeit zur Annahme einer Arbeit zu zwingen, um „ihre häuslichen Pflichten zu vernachlässigen". Zu den von fast allen Parteien unterstützten Änderungen hatten Meinungsumfragen im Vorfeld Gegenteiliges vorhergesagt.
Irlands Premierminister Leo Varadkar räumte eine „umfassende Niederlage" seines Vorhabens ein. Hingegen bezeichnete die katholische Anwältin Maria Steen, die gegen beide Vorschläge gekämpft hatte, das Ergebnis als „einen großen Sieg für den gesunden Menschenverstand". Es sei auch eine „Absage an eine Regierung, die sich mehr um Lob in den sozialen Medien zu kümmern scheint als um die eigentliche Aufgabe, das Land zu regieren". Irland habe seine Dankbarkeit gegenüber den Frauen für die Arbeit, die sie in ihren Häusern leisten und die oft „ungesehen und unbesungen" ist, zum Ausdruck gebracht. Mütter spielten eine „einzigartige und unersetzliche Rolle" im Leben ihrer Kinder. 
 

Sparkurs in OÖ: Diözese Linz plant Budgetkonsolidierung bis 2028

Die Diözese Linz muss sparen. Da die Katholikenzahl in Oberösterreich in den vergangen zehn Jahren um rund 10 Prozent zurückgegangen ist, fehlt es an Kirchenbeitragseinnahmen. Deshalb hat die Diözese nun einen Konsolidierungsweg eingeschlagen, wie die Kirchenzeitung der Diözese in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet. Für heuer konnte demnach ein ausgeglichenes Budget durch Auflösung von Rücklagen erreicht werden. Bis 2028 sollen die Fixkosten aber so reduziert werden, dass dies nicht mehr notwendig ist. Konkret geht es um die Fixkostenreduktion von rund 17 Millionen Euro. Der Konsolidierungsprozess steht unter dem Motto „Zukunft sichern".

US-Erzbischof Chaput: Groll von Franziskus schadet dem Papstamt

Philadelphias emeritierter Erzbischof Charles Chaput sieht im „unterschwelligen Groll" von Papst Franziskus gegen westliche Überheblichkeit einen Schaden für das Papstamt. Dieser aufgrund seiner Erfahrungen sogar verständliche Groll sei „eines der charakteristischen und bedauerlichsten Merkmale des Pontifikats von Franziskus", schreibt Chaput laut Katholischer Nachtrichten-Agentur (KNA) in einem Beitrag für das katholische US-Magazin „First Things" (April-Ausgabe). Es schaffe „Kritiker und Feinde, anstatt diese zu versöhnen" und eine glaubwürdige „Quelle der katholischen Einheit zu schaffen". Und, so Chaput: „Die Berater, Apologeten und Ghostwriter, die dieses Pontifikat umgeben, haben maßgeblich dazu beigetragen, das Problem zu verschärfen."
 

Burgenland: Abkommen über Pflegekräfte aus Indien unterzeichnet

In Eisenstadt wurde am Mittwoch ein Pflege-Abkommen zwischen den Diözesen Eisenstadt, Kanjirapally (Kerala) und dem Land Burgendland unterzeichnet. 
Damit sollen ausgebildete Pflegekräfte aus Indien im Burgenland eingesetzt werden, um kranke und pflegebedürftige Menschen zu betreuen. Zwischen der Diözese Eisenstadt und der südindischen Diözese Kanjirapally besteht seit über 40 Jahren eine Partnerschaft. Im Februar waren der Eisenstädter Bischof Ägidius Zsifkovics und Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) nach Indien gereist, um Arbeitskräfte für Pflege- und Krankendienste im Burgenland zu gewinnen. Das Abkommen wurde nun vom Eisenstädter Bischof Ägidius Zsifkovics, dem Bischof der Diözese Kanjirapally, Jose Pulickal, und Landesrat Leonard Schneemann unterzeichnet.
Das Abkommen sieht vor, dass bis zu 50 voll ausgebildete indische Pflegekräfte pro Jahr ins Burgenland geholt werden sollen, betonte SPÖ-Landesrat Schneemann bei der Unterzeichnung im Eisenstädter Landhaus. „Diese Pflegekräfte bringen nicht nur ihre fundierten Fachkenntnisse mit, sondern auch ihre kulturellen Perspektiven, die unser Pflegesystem bereichern werden", zeigte sich der Politiker überzeugt.
„Ich freue mich darauf, dass eine tief fundierte Partnerschaft, die 43 Jahre lang gewachsen ist, zu einer neuen Ebene kommt", freute sich der Bischof der Diözese Kanjirapally, Jose Pulickal. 

Online-Edition zum mysteriösen „Österreichischen Bibelübersetzer"

Neuigkeiten gibt es zum mysteriösen "Österreichischen Bibelübersetzer": Der Editionstext zu dessen „Evangelienwerk" ist nun online auf www.bibeluebersetzer-digital.de verfügbar. Das teilte die Universität Augsburg mit, an der seit 2016 zu dem Thema geforscht wird.
Hinter dem „Österreichischen Bibelübersetzer" steckt ein Mann, der um 1330 weite Teile der Heiligen Schrift ins Deutsche übertragen, kommentiert und ausgelegt hat - so umfänglich wie nie zuvor und 200 Jahre vor Martin Luther. Anders als dieser ist der Anonymus, der wohl im mittelalterlichen Herzogtum Österreich gelebt hat, allerdings nicht bekannt.
Unter anderem legte der Unbekannte ein „Evangelienwerk" vor, eine harmonisierte Übersetzung der Evangelien. Darin wird das Leben Jesu gemäß den Evangelien übersetzt und kommentiert sowie um geistliche Texte und Legenden ergänzt. Kurz nach der ursprünglichen Übersetzung wurde der Text bearbeitet.
Online steht nun neu eine kritische Edition dieses „Evangelienwerks" zur Verfügung, so die Uni Augsburg. Zudem biete die Edition Lesehilfen, teilte die Hochschule mit. Denn der oft außergewöhnliche Wortschatz sei ansonsten teils schwer verständlich.
Das Bemerkenswerte am „Österreichischen Bibelübersetzer"…
… ist den Angaben zufolge nicht nur, dass er der lateinischen Sprache mächtig war, sondern auch, dass er die kanonischen Texte in ein gleichermaßen anspruchsvolles wie gut verständliches Deutsch übertragen konnte. „Dies gelang ihm, obwohl er seiner Selbstbeschreibung nach weder eine universitäre Bildung genossen hatte, noch ein Geistlicher war und somit eigentlich gar nicht berechtigt gewesen wäre, das Wort Gottes zu übersetzen oder gar auszulegen."
Bis 2027 soll es laut Uni eine gedruckte und eine digitale Edition aller bekannten Werke des „Österreichischen Bibelübersetzers" geben.