JA 

die neue Kirchenzeitung

18. April 2021

„Was ist ein guter Mensch?“

Barbara Stöckl lädt seit acht Jahren, jeweils am Donnerstag um 23.05 Uhr in ORF 2, große Persönlichkeiten zum Gespräch.
Der Talk am 15. April geriet wieder zu einer Sternstunde.
Zwei – befreundete – Männer saßen einander gegenüber und sprachen übers Gut Sein und Gut Werden, über Spiritualität und Wissenschaft, über Gott und Natur:

Der Aktionskünstler, Kulturmanager, Autor, Dichter, Chansonnier und Schauspieler  Andre Heller und der Theologe und Arzt Johannes Huber, 
20 Jahre lang Leiter der klinischen Abteilung für Endokrinologie und Reproduktionsmedizin an der Universität Wien.

Im Mittelpunkt des Gesprächs stand -  wie im neuen Buch des Hormonmediziners - die Frage „Was ist ein guter Mensch“? 
Im Buch beschreibt Professor Huber anhand medizinischer und biologischer Zusammenhänge, warum sich gut Sein lohnt und stellt ein „Trainingsprogramm für die Seele“ vor. 



Ein guter Mensch zu sein, das musste André Heller erst lernen. Der Künstler geht heute mit seiner eigenen Vergangenheit hart ins Gericht. Er bezeichnet sich retrospektiv als Dauerrebellen, der gerne ausgeteilt hat, verzweifelt und haltlos war. Erst die Aufarbeitung seiner Kindheit, die Geburt seines Sohnes und die Liebe zu sich selbst haben dem Ausnahmekünstler geholfen, sich innerlich zu wandeln. 

Bemerkenswert: Bereits nach wenigen Minuten fiel der Name eines „guten Menschen“, den beide kannten und schätzten: Kardinal Franz König. 
Für Heller der „spannendste Katholik, den dieses Land nach 1945 in führender Position hatte.“ 
Für Huber eine im Innersten undogmatische und stets selbstkritische Persönlichkeit, Brückenbauer zwischen Religion und Wissenschaft.

Zwei Stars haben am nächtlichen TV-Himmel einen Stern in Erinnerung gerufen, der immer noch strahlt und Orientierung bietet.  
Danke, Barbara Stöckl.                                                                                            P. Udo 

 

Kardinal Parolin zu innerkirchlichen Spannungen:
„Es gibt Grund zur Besorgnis“ 

Der spanische katholische Radiosender COPE  hat mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin ein großes Osterinterview geführt, berichtete „Vatican News“.
Mit Blick auf innerkirchliche Spannungen zwischen einem „sogenannten konservativen Flügel und einem sogenannten progressiven Flügel“ erklärte Kardinal Parolin: „Es gibt Grund zur Besorgnis". Die Kirche könne so Schaden nehmen.
Der Papst lege viel Wert darauf, die Kirche zu reformieren und ab und an gebe es da Verwirrung. Manchmal - so erklärte Kardinal Parolin - entstünden Spaltungen und Widersprüche aus der Verwirrung, aus der Unfähigkeit, zu unterscheiden „zwischen dem, was wesentlich ist und sich nicht ändern kann, und dem, was nicht wesentlich ist und reformiert werden muss - was sich dem Geist des Evangeliums entsprechend ändern muss". Er betonte zugleich, die Struktur der Kirche, das Glaubensgut, die Sakramente und das apostolische Amt könnten nicht verändert werden. Es gebe jedoch „ein ganzes Leben der Kirche, das erneuert werden kann" - ein Leben, in dem sündige Menschen wirkten und das deshalb ständig erneuert werden müsse.
 
Papst will Verkündigung des Evangeliums glaubwürdiger machen
Auf die Frage, was ihm als engem Vertrauten des Papstes am meisten auffällt, antwortete Kardinal Parolin: „Wenn man ihm nahe kommt, merkt man, dass er ein einfacher Mann ist, dem das Protokoll nicht so wichtig ist". Vielmehr gehe es Papst Franziskus um die Beziehungen und die Nähe zu den anderen, um die Begegnung mit den Menschen. Dies spiegelt sich laut Kardinal Parolin auch in der Arbeitsweise des Papstes wieder, dessen Wunsch sei, „die Kirche in der Verkündigung des Evangeliums glaubwürdiger zu machen."

Verlust des Glaubens in Europa 
Besonders wichtig sei dies, so Parolin, auch mit Blick auf die Lage in Europa, wo es immer öfter neue Gesetze zu ethischen Fragen gebe, die sich immer weiter von den christlichen Wurzeln entfernen. Bei solch aktuellen „anthropologischen Veränderungen“ spüre er einen starken Glaubensverlust, so der Kardinalstaatssekretär. Wie etwa Papst Franziskus bereits mehrfach gesagt habe, sei zum Beispiel „die Frage der Abtreibung keine religiöse Frage", sondern eine Frage der Vernunft, wurde Parolin konkret. Wahrscheinlich sei heutzutage, wie es Papst Benedikt XVI. einmal formulierte, „das Grundproblem die Vernunft, nicht der Glaube." 
Angesichts dieser Entwicklungen in Europa mahnte Parolin im großen Osterinterview die Christen: „Wir müssen Zeugnis geben von unserem Glauben, wir müssen Zeugnis geben von unserer Hoffnung, wir müssen Zeugnis geben von unserer Nächstenliebe". Es brauche „ein kohärentes und überzeugtes Zeugnis des christlichen Lebens", so wie in den ersten Jahrhunderten der Kirche, als Apostel und Jünger in eine Gesellschaft kamen, der es an christlichen Werten mangelte, und es ihnen durch ihr Zeugnis gelang, „die Mentalität zu verändern und die Werte des Evangeliums in die damalige Gesellschaft einzuführen". 

St. Pölten: Kölner Domradio berichtet über Turbulenzen
In sechs Wochen soll des Bischofs Plan auf Schiene sein

"Vetternwirtschaft und Misswirtschaft waren nur einige der Vorwürfe, deretwegen Bischof Alois Schwarz 2018 in die Diözese St. Pölten abberufen wurde. Aber auch in seinem neuen Bistum kommt es im Moment wieder zu Turbulenzen", berichtet das Kölner Domradio und hat dazu den Journalisten Klaus Prömpers interviewt. Dieser schildert die bekannte Situation und sagt:
 „Es gab aus der Vergangenheit, gewachsen in dieser durchaus schwierigen Diözese St. Pölten, zwei Vorgängerbischöfe, die eher mit Schimpf und Schande aus ihren Ämtern geschieden oder geschieden worden sind, nämlich Bischof Krenn und Bischof Küng, mittlerweile Strukturen, die ganz gut für die diözesane Arbeit passten. Zu nennen ist ein Pastoralamt, dessen Leiter und dessen geistlicher Leiter in der jetzigen Umstrukturierung überhaupt nicht befragt worden sein sollen und dessen Leiter, ein Laie, vor vollendete Tatsachen gestellt wurde, einen Tag bevor der Bischof dieses Gutachten halb öffentlich machte.
Da geht es beispielsweise um die Frage: Was wird aus der Jugendpastoral? Die ist in den neuen Umrissen, die der Bischof bisher sehr zögerlich bekannt gemacht hat, nicht klar sortiert. Da gibt es eben neue Zuschnitte, wo sechs neue Planstellen ausgeschrieben werden sollen, auch angeblich stärker für Frauen. Aber alles liegt im Grunde im Streit zwischen denen, die seit Jahrzehnten die Arbeit in der Diözese tragen und dem neuen Bischof.“
Reaktion auf mehrere Protestbriefe hätte es bisher von keiner höheren kirchlichen Stelle gegeben.
Angesprochen auf die Visitation der Diözese Klagenfurt durch den Salzburger Erzbischof Lackner sagte Prömpers: Erstens müsste aus der römischen Kurie ein klärendes Wort kommen, wie mit ihm weiter verfahren werden soll, und zweitens müsste der Bischof, denke ich, sehr stark auf seine Diözese zugehen.“

Anfragen bleiben unbeantwortet

Die „Salzburger Nachrichten“ berichteten am 12. April über die jüngsten Protestbriefen, stießen bei ihren Recherchen jedoch auf Schweigen: „Offiziell gibt es bisher keine  Reaktion aus dem Bischofshaus in St. Pölten. Schwarz´ Sprecherin ließ entgegen einer Ankündigung zwei schriftliche Anfragen seit der Karwoche unbeantwortet. Auch der Sprecher von Kardinal Schönborn reagierte nicht auf zwei Anfragen“.

JA – die neue Kirchenzeitung…

…hat dieser Tage unabhängige Medien um objektive Berichterstattung gebeten. 
Große Medien Ost-Österreichs sind in der Hand des jeweils regierenden Bischofs von St. Pölten und können daher schwer unabhängig berichten.

Vorarbeiten zu Pfingsten abgeschlossen, neue Strukturen bis spätestens Herbst

Bis Pfingsten sollen in der Diözese St. Pölten die Vorarbeiten zur Strukturreform abgeschlossen sein, und spätestens im Herbst soll die neu zu schaffende Ressortleitungskonferenz ihre Arbeit aufnehmen. Das hat Bischof Alois Schwarz in der aktuellen Ausgabe der „Niederösterreichischen Nachrichten" (NÖN) betont. Er nahm in dem Artikel auch zu Vorwürfen Stellung, die zuletzt gegenüber der Durchführung der Reform bzw. gegenüber seiner Person geübt wurden. Für Vorschläge sei er stets dankbar, so der Bischof: „Ich war und bin konstruktiven Anregungen gegenüber immer aufgeschlossen. Meine Tür steht für alle, die das Gespräch suchen, offen."
Beobachter meinen hingegen, dass der Bischof mit den Gremien das Gespräch hätte suchen müssen.

"Reformprozess zu wenig transparent"

In der NÖN kommt auch Anna Rosenberger, Vorsitzende der von Bischof Schwarz im Herbst eingerichteten Frauenkommission zu Wort: „Der Reformprozess ist nicht ganz optimal gelaufen –vielleicht auch Corona-bedingt, aber auf alle Fälle zu wenig transparent und nicht einmal die offiziellen Gremien der Diözese miteinbeziehend. Es gibt seither aber einige konstruktive Gesprächsrunden mit dem Bischof, und wir haben den Eindruck und die Hoffnung, dass sich der Prozess zum Wohle der Diözese in die richtige Richtung entwickelt.“

Bischof übergeht Arbeitsgemeinschaft der Organisationsentwicklung und Gemeindeberatung in der Diözese 

Die Arbeitsgemeinschaft der Organisationsentwicklung und Gemeindeberatung in der Diözese St. Pölten hat am 9. April folgenden Brief an Bischof Alois Schwarz gerichtet: 
Sehr geehrter Herr Bischof! 
Mit großem Erstaunen und Besorgnis haben wir als Arbeitsgemeinschaft der Gemeindeberatung von den Vorgängen rund um den derzeit laufenden Zukunftsprozess der Diözese St. Pölten erfahren. 
In einzelnen Zeitungsinterviews und in Ihrem Brief an die Verantwortlichen in der Seelsorge und die MitarbeiterInnen der zentralen Stellen legen Sie ausführlich Ihre Sichtweise dar. 
Der Wunsch nach einer zeitgemäßen Organisation der Diözese und des effizienten Einsatzes von Ressourcen ist verständlich und nachvollziehbar. Allerdings verwundert uns die Vorgehensweise, die fehlende Transparenz zum Prozess und die aus unserer Sicht fehlende Einbindung der diözesanen MitarbeiterInnen. 
Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie genutzt wurden, um mit möglichst wenig Diskussion und Widerstand eine bestimmte Agenda durchzusetzen. Dies alles erscheint uns als eine Vorgangsweise, wie sie von knallharten, wirtschaftsorientierten Konzernen angewandt wird. Wir fragen uns, ob das auch passend ist für eine Diözese, die dem christlichen Menschenbild, dem Kirchenbild des 2. Vatikanums und dem Prinzip der Partizipation und der Subsidiarität verpflichtet sein sollte. 
Unsere Erfahrung (und auch der theoretische Unterbau unserer Ausbildung) aus der Organisations- und Gemeindeberatung sagt uns, dass nachhaltige Veränderungsprozesse einer sehr partizipativen und diskursiven Vorgangsweise bedürfen. Dies benötigt Zeit und eine offene Gesprächsatmosphäre. Dann werden sich die Menschen, die in diesen Strukturen arbeiten, mit der Organisation identifizieren und sich mit der nötigen Begeisterung in ihren Arbeitsfeldern engagieren. So kann ein Veränderungsprozess im Geiste des Evangeliums stattfinden und eine glaubwürdige Unternehmenskultur etabliert werden. Ebenso scheint uns wichtig, dass die Arbeit an Strukturen Hand in Hand mit einer Reflexion der geistigen/geistlichen Wurzeln gehen sollte, aus der eine zugkräftige Zukunftsvision entspringt. Ein bewusstes „Warum“ führt auch zu einem passenden, zielführenden und sinnvollem „Wie“, das viele mittragen werden. 
Wir bitten Sie daher, die weitere Vorgangsweise im Strukturprozess so zu gestalten, dass Partizipation und pastorale Überlegungen die weiteren Prozessschritte prägen. Für Prozessschritte, die auf echtem Diskurs und möglichst breiter Beteiligung beruhen, stehen wir als Gemeindeberatung als BegleiterInnen zur Verfügung und sind gerne bereit unser Wissen und unsere Kompetenz zum Wohl der Diözese einzubringen! 
Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Organisationsentwicklung und Gemeindeberatung in der Diözese St. Pölten e.h. 
Beatrix Hofer 
Maria Meyer-Nolz 
Theresia Hirtl-Leichtfried 
Rosemarie Pichler 
Karl Lahmer 
Andreas Geiger 

Papst: Ohne Gebet keine echten Reformen in der Kirche

Papst Franziskus hat erneut davor gewarnt, notwendige Reformen in der Kirche ohne gemeinsames Beten durchzuführen. „Alles Wesentliche in der Kirche kommt aus dem Gebet", sagte Franziskus am 14. April im Vatikan. Bei seiner wöchentlichen Videoansprache setzte der Papst seine Vortragsreihe über das Beten fort - diesmal über „die Kirche als Schule des Gebets".
So gebe es Gruppen, „die sich zusammenfinden, um kirchliche Reformen, Veränderungen im Leben der Kirche durchzuführen" mit viel Organisation und medialer Berichterstattung, so Franziskus weiter. Dann heiße es: „Wir müssen dies ändern, müssen jene etwa drastische Entscheidung treffen ...". Darunter seien oft interessante Vorschläge. „Aber wo ist das Gebet?", hinterfragte der Papst. Erst das Gebet „öffnet die Tür für den Heiligen Geist", der wiederum dazu inspiriert, wie es weitergehen kann.
Am besten, so der Papst, werde die Kirche von denen unterstützt, die beten, weniger von jenen, die Geld, Macht oder Medien nutzen. 

Kleinstadt in Südbrasilien baut gigantische Christus-Statue
Mit 43 Metern Höhe wird sie jene von Rio de Janeiro übertreffen 

Einst soll einem Indigenen bei einer Fahrt über den Taquari-Fluss in Südbrasilien eine weiße Gestalt erschienen sein. „Verzaubert" sei die Figur, soll er berichtet haben, „encantado", wie es auf Portugiesisch heißt. An jenem „verzauberten" Ort soll bald schon eine gigantische Christus-Statue stehen.
Mit 43 Metern Höhe und 36 Metern Spannweite wird die Figur sogar größer sein als ihr weltberühmtes Vorbild in Rio de Janeiro.
Am Anfang stand ein Gelübde
Hinter der Idee, in der 1915 von italienischen Einwanderern gegründeten Kleinstadt Encantado mit gerade einmal 22.000 Einwohnern eine gigantische Erlöserfigur zu bauen, steht ein Gelübde. So sollen Familien aus der Region vor rund zehn Jahren geschworen haben, einen Christus zu errichten, falls Gott einen Erkrankten rettet, erzählt der Unternehmer Rafael Fontana, der das Projekt leitet, der deutschen Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).
Zudem habe ein Priester aus der Region anlässlich der Hundertjahrfeier der Stadt den Bau einer Christus-Statue angeregt.
Bürgermeister gründete einen Verein
Der damalige Bürgermeister Adroaldo Conzatti nahm die Idee auf. „Er kündigte an, eine Christus-Statue bauen zu wollen, die die Statue in Rio de Janeiro übertrifft", so Fontana. Conzatti startete das Projekt im Jahr 2019 und gründete dafür gemeinsam mit Fontana und weiteren Bürgern die Vereinigung „Amigos de Cristo" (Freunde von Christus). Die Vereinigung übernahm die Projektplanung sowie das Sammeln von Spenden für den Bau.
Die Familien, die einst das Gelübde ablegten, stellten das Grundstück auf dem „Morro das Antenas" (Antennen-Hügel) zur Verfügung.
18 Monate Bauzeit
Ende 2019 begannen schließlich die Bauarbeiten. Aufgrund der Pandemie mussten diese jedoch zwischen März und September 2020 ruhen. Vor einigen Tagen konnten nun der Kopf sowie die Hände auf das Gerüst aus Beton und Stahl gesetzt werden. Im Dezember dieses Jahres soll das Projekt fertig werden. Die 37 Meter hohe Statue steht auf einem sechs Meter hohen Sockel, misst also 43 Meter. Damit übertrifft sie das Vorbild in Rio, das 30 Meter plus den acht Meter hohen Sockel misst, um fünf Meter.
Niedrige Baukosten, viele Spender
Die Baukosten sind erstaunlich niedrig. Eigentlich müsse man für eine Statue dieser Größe mit rund sechs Millionen Reais, umgerechnet 880.000 Euro, rechnen, so Fontana. Zumal ein Aufzug in die Figur eingebaut werden soll, der Besucher auf eine Aussichtsplattform im Brustbereich der Figur transportiert. „Insgesamt werden wir auf lediglich etwas über zwei Millionen Reais kommen", so Fontana. Dies entspricht knapp 300.000 Euro. Zusammengekommen sei das Geld allein durch Spenden von Familien und Unternehmen der Region.
Belebung der Wirtschaft durch den erwarteten religiösen Tourismus
„Die Figur bezeugt unseren Glauben und steht für unsere Dankbarkeit, dass sich die Stadt und die Region so gut entwickelt", erklärt Fontana. Der Bau stehe für einen Moment der Erneuerung ihres Glaubens. "Und die Figur hat uns gelehrt, dass wir gemeinsam große Taten vollbringen können." Obwohl die Figur noch gar nicht fertig ist, gebe es bereits zahlreiche Anmeldungen von Besuchern. Für die Region, die bisher von der Herstellung von Kosmetikartikeln sowie der Landwirtschaft lebt, erhofft man sich in Zukunft eine Belebung der Wirtschaft durch den erwarteten religiösen Tourismus.
Fotos: Facebook.

Weggefährte: Theologe Hans Küng starb nicht versöhnt mit Rom

Der Theologe Hans Küng ist nach Aussage seines Schülers und Weggefährten Karl-Josef Kuschel nicht versöhnt mit der katholischen Amtskirche gestorben. „Eine Versöhnung gab es nur auf der brüderlich-priesterlichen Ebene", sagte der Theologe und Mitarbeiter der auf Küng zurückgehenden Stiftung Weltethos den Zeitungen der Verlagsgruppe Bistumspresse in Osnabrück.
Tatsächlich habe Papst Franziskus Küng, dem die katholische Kirche 1979 die Lehrerlaubnis entzogen hatte, wertschätzende Signale zukommen lassen.
„Aber er hatte auf mehr gehofft." Eine offizielle Anerkennung als katholischer Theologe habe Küng nicht bekommen.
Küng sei von der Ablehnung durch die Amtskirche tief enttäuscht gewesen, so Kuschel. „Denn er glaubte ja, mit seinem Werk der Kirche einen Dienst geleistet zu haben, und verstand sich immer als einen Theologen, der im Dienst an den Menschen in der Kirche stand." Er habe die Menschen nicht von der Kirche entfremden, sondern sie mit der Kirche neu verbinden wollen.
Bei seiner zweijährigen Arbeit als Seelsorger nach seiner Priesterweihe habe Küng die Not vieler Gläubiger erlebt, etwa von Geschiedenen oder die Verhärtungen in der Ökumene. „Genau deshalb war er entschlossen, eine Theologie zu betreiben, die es diesen Menschen ermöglicht, einen versöhnten Weg in der Kirche zu gehen."
Vor allem der Missbrauchsskandal in der Kirche hat Küng nach Kuschels Worten empört. „Es war eine Mischung aus Zorn und Verzweiflung, Trauer und Wut, dass die Kirche ihre Glaubwürdigkeit verspielt und damit auch ihre wichtige Funktion für die Gesellschaft: das Gewissen der Nation zu sein, eine prophetische Stimme für Werte ohne Verfallsdatum."
Die Stiftung Weltethos hat ein Online-Kondolenzbuch eingerichtet: https://bit.ly/32d7S7U

Begräbnis in Tübingen 

Nach einem feierlichen Trauergottesdienst ist Hans Küng am 16. April auf dem alten Stadtfriedhof im deutschen Tübingen beigesetzt worden.
Der katholische Theologieprofessor hatte die Feier selbst geplant: Vorgetragen wurden von ihm formulierte Gebete, dargebracht Kantaten von Johann Sebastian Bach und Stücke von Felix Mendelssohn Bartholdy. Wegen der Pandemie hatten nur wenige geladene Gäste Zutritt. Die Feier wurde aber live vom deutschen Sender SWR im TV übertragen.
In seiner Predigt betonte Pfarrer Wolfgang Gramer, Küng habe die Freiheit der Kinder Gottes vertreten, auch weil er an der falsch verstandenen Lehre einer Unfehlbarkeit des Papstes gerüttelt habe. Wegen Küngs Äußerungen dazu hatte ihm die katholische Kirche 1979 die Lehrerlaubnis entzogen.
Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann würdigte in seiner Ansprache nach dem Gottesdienst Küng als „einen der großen geistigen Lehrer meiner Generation". Aus der Erschütterung des Entzugs der Lehrerlaubnis habe Küng einen Neubeginn gemacht.
Der Wissenschaftler sei auch ein Seelsorger „in zentralen Sinnfragen des Lebens" gewesen, so Kretschmann. Auch ihm selbst habe er geholfen, aus einer tiefen Glaubenskrise herauszufinden.  Küngs Idee eines weltumspannenden Ethos' werde Bestand haben.
Der Tübinger Unirektor Bernd Engler nannte Küng einen der bedeutendsten Repräsentanten der Hochschule. Küng habe dem "standhaft kritischen Denken" eine Stimme gegeben. Es habe sich als Glücksfall erwiesen, dass der Theologe auch nach dem Entzug der Lehrerlaubnis seine geistige Heimat in Tübingen behalten habe.
Küngs Nachfolger als Präsident der Stiftung Weltethos, Eberhard Stilz, bezeichnete Küng als „geistig-ethische Autorität" und „Weltbürger". In diesen Tagen gingen Trauerbekundungen aus allen Teilen der Welt in Tübingen ein. Menschen berichteten, wie Küngs „Samenkorn für eine friedliche Welt" aufgehe.
Seine letzte Ruhe fand Küng auf dem alten Stadtfriedhof. In unmittelbarer Nähe ist das Grab des Schriftstellers und Wissenschaftlers Walter Jens. Die Professoren waren über Jahrzehnte eng befreundet und hatten sich die Gräber reservieren lassen. Jens starb 2013.
 

 

Kritik an Österreichs EZA-Finanzierung 2020:                                            Nur 29 statt 70 Promille des Bruttonationaleinkommens: 

Enttäuscht über die am 13. April vorgelegten „ODA-Zahlen" über Österreichs Entwicklungsfinanzierung im Jahr 2020 hat sich die Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für internationale Entwicklung und Mission (KOO) gezeigt. Die öffentlichen Gelder für Entwicklungszusammenarbeit (EZA) seien im Vorjahr „trotz fraglichen neuen Anrechnungsmethoden" kaum gestiegen - von 0,28 auf 0,29 Prozent des Bruttonationaleinkommens. Vom 0,7-Prozent-Ziel, einer seit Jahrzehnten uneingelösten Selbstverpflichtung, sei man weiterhin weit entfernt, kritisierte KOO-Leiterin Anja Appel.
„Weder ökonomisch sinnvoll noch moralisch vertretbar“
Die kirchliche EZA-Fachfrau bezog sich auf die vom Development Assistance Committee (DAC) der OECD veröffentlichten jährlichen Zahlen der globalen öffentlichen Entwicklungszusammenarbeit (ODA), die die Unterstützung für die nachhaltige Entwicklung in Ländern des globalen Südens widerspiegeln. Österreich biete dabei ein unrühmliches Bild. Appel hielt der Bundesregierung zugute, dass die bilaterale Entwicklungszusammenarbeit und der Auslandskatastrophenfonds zwar erhöht wurden. „Andererseits ist das Verharren auf einem so niedrigen ODA-Niveau weder ökonomisch sinnvoll noch moralisch vertretbar", so Appel.
Vom international vereinbarten O,7-Prozent-Ziel weit entfernt
„Luft nach oben für Österreichs Hilfe vor Ort" ortete auch die „AG Globale Verantwortung" in ihrer Reaktion auf die ODA-Zahlen für 2020. Die Bundesregierung dürfe sich auf dem leichten Plus bei den öffentlichen EZA-Ausgaben nicht ausruhen, denn Österreich sei trotzdem noch weit vom international vereinbarten O,7-Prozent-Ziel entfernt, betonte Geschäftsführerin Annelies Vilim namens der 34 Mitgliedsorganisationen des Dachverbands.
Lob zollte die AG Globale Verantwortung Luxemburg, Norwegen und Schweden, die sogar eine Quote von mehr als 1 Prozent erreichen, Deutschland liege mit 0,73 ebenso über dem Ziel wie jetzt auch Dänemark und Großbritannien.

Kurznachrichten

Benedikt XVI. sorgt sich nach Worten seines Privatsekretärs Erzbischof Georg Gänswein über den Zustand der katholischen Kirche in Deutschland. Der emeritierte Papst nehme einen „Mangel an Einheit in nicht wenigen grundlegenden Aspekten des Glaubens" wahr.

 

Der Vatikan veranstaltet vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie Anfang Mai eine internationale Tagung zu menschlichen und kulturellen Folgen der aktuellen medizinischen Entwicklung. 

 

Der Vatikan veranstaltet im kommenden Jahr eine internationale Tagung zur Theologie des Priestertums. Sie werde „kein Symposium über den Zölibat" sein, betonte der Präfekt der Bischofskongregation, Kardinal Marc Ouellet.

 

Israel. 13 Monate nach Schließung seiner Grenzen für Nicht-Bürger hat Israel eine schrittweise Öffnung für den Tourismus angekündigt. Ab dem 23. Mai soll die Einreise für Gruppen ausländischer geimpfter Touristen möglich sein.

 

In der Slowakei können erstmals seit Jahresbeginn wieder öffentliche Gottesdienste gefeiert werden. Jeder Gläubige muss beim Betreten der Kirchen einen negativen Covid-19-Test vorweisen, eine FFP2-Schutzmaske tragen und mindestens 15 Quadratmeter Platz zur Verfügung haben.

 

In Tschechien gab es 2020 wegen Corona um ein Viertel weniger katholische Taufen als im Vorjahr. Das Sakrament wurde 11.300 Kindern und 3.300 Erwachsenen gespendet.

 

In Haiti sind sieben katholische Ordensleute sowie weitere Personen am Sonntag, 12. April, entführt worden. Sie befanden sich auf dem Weg zu einer Priesterweihe nahe der Hauptstadt Port-au-Prince. Die Entführer fordern eine Million Dollar Lösegeld.

 

Chile. Zwei mit dem chinesischen Impfstoff Sinovac immunisierte Bischöfe haben sich mit dem Coronavirus infiziert und mussten sich in Spitalsbehandlung begeben.

 

Ägypten hat weitere 82 bisher unlizenzierte Kirchbauten legalisiert.  Damit hat das Land seit Beginn der Legalisierungskampagne im Jahr 2017 insgesamt 1.882 ohne staatliche Erlaubnis errichtete christliche Gotteshäuser nachträglich genehmigt.

 

Brasilien. Papst Franziskus rief die Bischöfe des Landes auf, in Geschlossenheit auf die Überwindung sozialer Ungerechtigkeit hinzuarbeiten. 

 

Polens katholische Bischofskonferenz hat „ernste moralische Einwände" gegen die Corona-Impfstoffe der Pharmaunternehmen AstraZeneca und Johnson & Johnson erhoben. Zellstofflinien abgetriebener Föten würden für die Herstellung beider Vakzine verwendet. 

 

USA. Verkehrsminister Pete Buttigieg hat Evangelikale in den USA aufgefordert, ihre weitverbreitete Impfablehnung gegen das Coronavirus aufzugeben.  In den USA leben rund 41 Millionen erwachsene Evangelikale. Gesundheitsexperten warnen davor, dass die Impfverweigerung zu einer Verlängerung der Pandemie führen könnte.

 

USA. Papst Franziskus hat den Rücktritt des Bischofs von Crookston, Michael Hoeppner (71), wegen Missbrauchsvertuschung angenommen. 

 

Italiens Justiz hat einen Haftbefehl gegen den Finanzmanager Gianluigi Torzi ausgestellt, der auch in eine vatikanische Investment-Affäre in London involviert ist. Wie die Staatsanwaltschaft in Rom am Montag mitteilte, wird Torzi und drei weiteren Personen Rechnungsbetrug vorgeworfen. Torzi steht zudem unter Verdacht der Geldwäsche.

 

Frankreich. Die gegen Kardinal Philippe Barbarin wegen Missbrauchsvertuschung eingelegte Berufung ist abgewiesen worden. Barbarin kann damit nicht von den Betroffenen zivilrechtlich für mögliche Schäden haftbar gemacht werden.

 

Ägypten. Die Beobachtungsstelle zur Bekämpfung von Extremismus an der Kairoer Al-Azhar-Moschee hat vor möglichen Anschlägen im islamischen Fastenmonat Ramadan gewarnt. Gefährdet seien insbesondere Menschen, die von Extremisten als „Kreuzfahrer und Abtrünnige" gesehen würden.

 

Irland. Für die weitere Aufarbeitung von Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche von Irland schlägt der Journalist Derek Scally die Einrichtung einer unabhängigen Anlaufstelle vor.  Die Iren müssten noch lernen, sich der Vergangenheit offen zu stellen, sagte Scally. Bisher gehe die Tendenz in der Gesellschaft immer noch dahin, die dunklen Kapitel auszublenden. 

 

Kenia. Vor der Schließung von zwei der weltgrößten Flüchtlingslager, Daadab und Kakuma in Kenia mit insgesamt über 400.000 Bewohnern aus Somalia und den Nachbarländern, haben die katholischen Bischöfe des ostafrikanischen Landes gewarnt. An dem Prinzip, Flüchtlinge und Asylsuchende nicht in Länder mit anhaltender Gewalt abzuschieben, müsse festgehalten werden.

 

Irak. Der chaldäische Patriarch Kardinal Louis Raphael I. Sako hat sich zum Beginn des islamischen Fastenmonats Ramadan für eine friedliche Koexistenz und gegenseitigen Respekt ausgesprochen. Er rief Muslime auf, Christen als „Volk des Buches" zu bezeichnen und von anderen "unkorrekten und inakzeptablen Bezeichnungen" abzusehen. Christen sollten auch in Schullehrbüchern vorkommen.

 

Belarus. Der Bischof von Witebsk, Aleh Butkewitsch (49) , ist neuer Vorsitzender der  Bischofskonferenz.




Österreich

Österreich. Die „Lange Nacht der Kirchen" findet am 28. Mai  trotz Corona statt. Sie steht unter dem Motto „Heuer sicher anders". Im Vorjahr musste die Kirchennacht wegen der Pandemie abgesagt werden. 

 

Österreich. Die Neuapostolische Kirche ist neues Mitglied des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ). Sie zählt in Österreich etwa 5.000 Mitglieder. Dem ÖRKÖ gehören nun 17 Kirchen an.

 

Wien.  Die Caritas Wien kämpft seit einem Jahr erfolgreich gegen Einsamkeit - mit dem gemeinsam mit „Magenta" gestarteten Projekt „Plaudernetz".  Bisher gab es mehr als 10.000 Anrufe.

 

Oberösterreich. Der frühere Kustos des Benediktinerstifts Kremsmünster ist von einem Gericht in Steyr wegen schweren Diebstahls von Kunstgegenständen im Wert von 35.000 Euro zu acht Monaten bedingter Haft verurteilt worden. 

Serbisch-orthodoxe Kirche weist die Vorwürfe kosovarischer Nationalisten gegen das berühmte Kloster Dečani zurück

Die Serbisch-orthodoxe Kirche hat jüngste Kritik von kosovarischer Seite am Kloster Dečani und an seinem Abt Sava (Janjic) „mit Empörung" zurückgewiesen, wie der Pro-Oriente-Informationsdienst mitteilte. In einer auf der Website des Belgrader Patriarchats (www.spc.rs) veröffentlichten Stellungnahme ist von „unbegründeten und böswilligen Anschuldigungen" die Rede. Wörtlich hält das Patriarchat fest: „Wir betonen noch einmal und wiederholen stolz, dass das Decani-Kloster mit seinem Abt und seinen Brüdern während seiner gesamten Geschichte und insbesondere während der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts ein Zufluchtsort für viele Opfer war, unabhängig von Religion und Nation."
Der europäische Denkmalschutz-Verbund „Europa Nostra" hatte das Kloster im vergangenen Dezember in seine Liste der zwölf am stärksten bedrohten europäischen Kulturerbe-Stätten aufgenommen. Im März ging es im Ranking dann nochmals nach oben. Seither befindet sich das Kloster unter den sieben am stärksten gefährdeten Stätten. Diese Entscheidung wurde von kosovarischen Nationalisten, aber auch Behörden heftig kritisiert. Eine albanische NGO forderte gar eine Untersuchung gegen Abt Sava und bezweifelte, dass das Kloster während des Kosovo-Krieges in den 1990er Jahren tatsächlich auch Albaner aufgenommen hat.
Der nun persönlich angegriffene Abt Sava, der auch als „Cyber-Mönch" bekannt geworden ist, hatte in der Milosevic-Zeit aber tatsächlich vielen albanischen Familien im Kloster Schutz und Unterkunft geboten. Er galt als einer der prominentesten Verfechter für ein Ende der Gewalt im Kosovokrieg. P. Sava war weltweit bekannt geworden, als er 1998/99 aus dem 700 Jahre alten Kloster via Internet Aufrufe zum Frieden und Informationen über die Lage im Kriegsgebiet verbreitete. Er berichtete über den Konflikt und das Leiden aller Menschen - sowohl von Albanern als auch Serben. Er kritisierte auch massiv die Politik des serbischen Milosevic-Regimes. Bei den Kosovo-Albanern entschuldigte er sich für das Unrecht, das ihnen widerfahren war.
Das serbisch-orthodoxe Kloster Dečani - eines der bedeutendsten Klöster im Kosovo - gelangte in den vergangenen Jahren immer wieder ins Visier kosovo-albanischer Nationalisten. Seit dem Einmarsch der NATO im Kosovo 1999 wird das Kloster durch internationale Militärpräsenz geschützt.
Der Bau des Klosters wurde 1327 von König Stefan Uros III. begonnen, der auch den Beinamen „Decanski" trägt, und von seinem Sohn Zar Dusan 1355 vollendet. Das Kloster stellt heute eines der bedeutendsten serbischen Heiligtümer dar, dessen einzigartige Architektur den romanischen und gotischen wie auch den serbisch-byzantinischen Baustil harmonisch in sich vereint. Neben den außergewöhnlichen Fresken aus der Zeit der „paleologischen Renaissance" besitzt das Kloster eine reichhaltige Bibliothek und Schatzkammer. Aus diesem Grund wurde es 2004 zum UNESCO-Weltkulturerbe erhoben.

Die Stadt Dečani gilt als Hochburg der Anhänger des im Kosovokrieg für diese Region zuständigen UÇK-Führers Ramush Haradinaj, der 2008 und 2012 vom Internationalen Strafgerichtshof aus Mangel an Beweisen von der Anklage als Kriegsverbrecher freigesprochen wurde, aber vom Bundesnachrichtendienst (BND) als eine der Schlüsselfiguren zwischen Politik und organisierter Kriminalität eingestuft wird.

Auch das noch...

Im Namen der Republik tiefes Mitgefühl

Die österreichische Staatsspitze gedachte am 16. April in einem Trauerakt der beinahe 10.000 Opfer der Corona-Epidemie.
„Ich möchte allen, die im letzten Jahr einen geliebten Menschen verloren haben, auch im Namen der Republik Österreich mein tief empfundenes Mitgefühl ausdrücken. Sie sind nicht allein! Viele, viele, wir alle trauern mit Ihnen", würdigte Bundespräsident Van der Bellen das traurige Schicksal der „vielen, zu vielen", denen in der Pandemie "ein unwiederbringlicher Schatz verloren gegangen" ist. Gleichzeitig dankte das Staatsoberhaupt allen Menschen in den Krankenhäusern und Pflegeheimen, die Sterbende unermüdlich fürsorglich betreut haben „und ihnen im Augenblick des Todes beigestanden sind".
„Die Corona-Pandemie hat uns viel abverlangt. Wahrscheinlich mehr, als wir uns alle vorstellen hätten können", verwies Kanzler Kurz auf „Wunden und Narben, die uns noch lange beschäftigen werden". Jeder und jede einzelne der Corona-Toten „wird uns, als Gesellschaft, fehlen".
In einer Gesprächsrunde dankte Vizekanzler Kogler - unter Verweis auf die Erfahrung mit seinem Vater, der wochenlang auf der Intensivstation lag - allen Ärzten, Krankenschwestern und Pflegern. Es sei beeindruckend, „mit welchem Einsatz, welcher Kompetenz und Professionalität, aber auch mit wie viel Menschlichkeit" sie unter diesen schwierigen Umständen um das Leben Erkrankter ringen und Sterbende begleiten.
Kardinal Christoph Schönborn hat dem in dieser Woche zurückgetretenen Gesundheitsminister Rudolf Anschober für dessen Einsatz im Kampf gegen die Pandemie gedankt. In seiner aktuellen Freitagskolumne in der Zeitung „Heute" schreibt der Kardinal wörtlich: „Ich danke Rudolf Anschober für sein unermüdliches Engagement, für seine ruhige und besonnene Art, seine Gesprächsbereitschaft, seinen Anstand. Und für seinen Mut, sich die eigenen Grenzen einzugestehen und ehrlich dazu zu stehen." 
Zugleich würdigt der Kardinal in seiner Kolumne all jene, die auf den Covid-Intensivstationen ihren Dienst versehen. 

Myanmar: Christlicher Minister in neuer Untergrundregierung

Das Untergrundparlament von Myanmar hat eine „Regierung der Nationalen Einheit" gebildet. Erstmals in der Geschichte des Landes seien Spitzenfunktionen der Regierung mit Politikern der ethnischen Minderheiten besetzt worden, teilte Dr. Sasa, ein Christ vom Volk der Chin, in einer auf Twitter veröffentlichten Erklärung mit. 
Er selbst sei zum Sprecher der Regierung und zum Minister für internationale Zusammenarbeit ernannt worden, so der im Exil lebende bisherige Vertreter des Untergrundparlaments CRPH bei den Vereinten Nationen. Das CRPH („Committee Representing Pyithu Hluttaw" oder „Komitee, das das Repräsentantenhaus repräsentiert") besteht aus Abgeordneten, die bei der Wahl vom 8. November gewählt wurden.

Krebsforschung: Päpstliche Kinderklinik mit neuen Erkenntnissen         

Das päpstliche Kinderkrankenhaus Bambino Gesu in Rom hat zusammen mit europäischen und US-amerikanischen Forschungszentren eine Entdeckung im Kampf gegen Krebs gemacht. Das Ergebnis hat die Fachzeitschrift „Nature" jetzt veröffentlicht. Den Wissenschaftlern gelang es laut der Klinik erstmals, das Wechselspiel zweier Proteine im Zellzyklus zu erforschen, die für die Zellteilung besonders wichtig sind.
Mechanismen des Zellzyklus regeln Wachstum und Vermehrung von Zellen, auch bei Tumoren. Wenn das Verhältnis der Proteine Ambra 1 und Cyclin D unausgeglichen sei, könne ein Tumorprozess beginnen. „Diese Entdeckung ebnet den Weg zu Therapien, die das Verteidigungssystem einer erkrankten Zelle stoppen können", heißt es in einer Mitteilung des Kinderkrankenhauses.
Die Forschenden des Bambino Gesu hatten zusammen mit der römischen Universität Tor Vergata, dem Danish Cancer Society Research Center und weiteren Forschungseinrichtungen aus Europa und den USA nach eigener Aussage herausgefunden, dass Ambra 1 die Lebensdauer von Cyclin D regelt. Wenn es bei diesem Zusammenspiel Probleme gibt, könnten sich schnell verschiedene Tumorarten bilden.

Moskauer Patriarch: Von der Kommunion geht keine Covid-Ansteckungsgefahr aus

Für den russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill steht fest, dass von der Kommunion kein Covid-Infektionsrisiko ausgehen kann. Das betonte er dieser Tage in seiner Rede vor dem Synod der Russisch-orthodoxen Kirche, wie die offizielle Website des Moskauer Patriarchats (www.patriarchia.ru) berichtete. Zur Untermauerung seiner Ausführungen verwies der Patriarch auf die Kommunionpraxis in der Kirche. 
Für die Kommunion wird ein einziger gemeinsamer Kelch verwendet. Nach der Liturgie konsumieren für gewöhnlich die Diakone die übrig geblieben Kommunionstücke, wenn keine Diakone vorhanden sind, ist dies Aufgabe der Priester, und wenn auch solche nicht zugegen sind und Patriarch Kyrill allein den Gottesdienst feiert, dann hat er selbst diese Aufgabe inne. Nicht ein einziger Geistlicher sei deshalb krank geworden, so Patriarch Kyrill.
Das Oberhaupt der Russischen orthodoxen Kirche betonte in seinen Ausführungen zudem, dass die Kirche die notwendigen Hygienemaßnahmen strikt einhalte und wies die wachsenden Vorwürfe zurück, dass die Kirche an der Verbreitung des Virus massiv Schuld trage.
Zugleich teilte das Moskauer Patriarchat mit, dass bisher rund 170 Kleriker in Russland (und Belarus) an Covid-19 gestorben sind. 
Weitere mehr als 5.200 Geistliche bzw. Ordensleute seien erkrankt und wieder gesundet. 
Jüngst wurde zudem bekannt, dass Patriarch Kyrill bereits im März geimpft worden ist.