JA 

die neue Kirchenzeitung

18. Dezember 2022 

Lesungen: Jes 7,10-14; Röm 1,1-7. Evangelium: Mt 1,18-24.

Deutschland bald Heidenland

Die Zahl der Christen in Deutschland sinkt laufend. Nur noch die Hälfte der Bevölkerung gehört einer der beiden großen Kirchen an. In Zeiten von Tausenden Kirchenaustritten und sinkenden Kirchensteuer-Einnahmen regiert nun auch das älteste Bistum in Trier. Dort soll jede dritte Kirche geschlossen werden. Das berichtete jüngst die Tageszeitung „Welt“.
Und zitiert eine Studie, wonach 20 Prozent der deutschen Kirchenmitglieder ihren Austritt für „wahrscheinlich“ erklären.


Während früher die Austrittsbereitschaft bei Protestanten höher war, gab es zuletzt eine gewaltige Trendumkehr: 2021 verließen 280.000 Protestanten und 359.000 Katholiken ihre Kirchen.
Rom ist nicht beunruhigt.
Zwar gab es auch in anderen Ländern Kirchenskandale (Pädophilie) und schreitet die Säkularisierung auch dort voran – jedoch ohne spektakuläre Austrittswellen. 
Warum? Wo es keine Kirchensteuer (Deutschland) bzw. keinen Kirchenbeitrag (Österreich) gibt, meldet man sich nicht offiziell ab…                                                                                                             P. Udo

Papst erhielt Friedenslicht aus Bethlehem überreicht

Das ORF-Friedenslicht aus Bethlehem ist nun auch im Vatikan angekommen: Papst Franziskus erhielt das von der zwölfjährigen Sarah Noska aus Altenberg bei Linz vor wenigen Wochen in der Geburtsgrotte Jesu entzündete Licht am Mittwoch bei der Generalaudienz überreicht. In seinen Audienz-Grußworten an die deutschsprachigen Pilger dankte der Papst der oberösterreichischen Delegation um Bischof Manfred Scheuer und Landeshauptmann Thomas Stelzer für das Friedenssymbol. „Bitten wir den Herrn um das Geschenk des Friedens, den die Welt so sehr braucht", sagte Franziskus und wünschte allen einen gesegneten Advent.
„Friedenslicht-Kind" Sarah wurde neben Bischof Scheuer und Landeshauptmann Stelzer vom ORF-Oberösterreich-Landesdirektor Klaus Obereder sowie Österreichs Botschafter beim Heiligen Stuhl, Marcus Bergmann, zum Papst begleitet. Das Friedenslicht wird gemäß der Tradition in ganz Österreich, in vielen Ländern Europas - darunter auch in die Ukraine - sowie in den USA und Teilen Südamerikas weitergereicht, als Erinnerung an die Botschaft vom Weihnachtsfrieden bei der Geburt Christi. Zurück geht der in schon 30 Ländern verbreitete Weihnachtsbrauch, das Friedenslicht aus Bethlehem am Heiligen Abend in die Wohnungen zu bringen, auf eine ORF-Initiative im Jahr 1986.
In der Ukraine ist das Friedenslicht am Dienstag angekommen. ORF-Osteuropa-Korrespondent Christian Wehrschütz
… übergab es in einer kleinen Feierstunde in der Lemberger Garnisonskirche an den griechisch-katholischen Weihbischof Volodymyr Hrutsa. Pfadfinder, Kinder von gefallenen ukrainischen Soldaten und viele Binnenvertriebene waren dazu in die Kirche im Zentrum der westukrainischen Stadt gekommen.
Das „Friedenslichtkind" Sarah Noska…
… stammt diesmal aus der Mittelschule Altenberg, die vom ORF wegen des bereits 30-jährigen Engagements bei der Verteilung des Friedenslichtes und der Spendensammlung für "Licht ins Dunkel" zur Nominierung eingeladen wurde. Auf Sarah Noska sei die Wahl gefallen, weil sie sich neben der Verteilung des Lichtes auch um eine ukrainische Mitschülerin kümmere und sehr mitfühlend und immer hilfsbereit sei, begründete Schuldirektorin Sigrid Mayr die Wahl.
Foto: Vatican media.

Bischöfe ziehen positives Resümee nach Papst-Audienz

Von einer menschlich zutiefst berührenden, herzlichen und zugleich ernsthaften Begegnung mit Papst Franziskus haben Erzbischof Franz Lackner und Kardinal Christoph Schönborn berichtet. Die beiden äußerten sich Freitagnachmittag im Interview mit der Nachrichtenagentur Kathpress und weiteren Medien nach der Audienz der österreichischen Bischöfe bei Papst Franziskus und einem Gespräch im vatikanischen Staatssekretariat im Rahmen des Ad-limina-Besuchs der Bischofskonferenz in Rom. Lackner wie auch Schönborn wiesen u.a. auf die beeindruckende Zuversicht hin, die der Papst trotz aller aktuellen Herausforderungen ausstrahle. So sei etwa der Ukraine-Krieg ein bestimmendes Thema des rund zweistündigen Gesprächs von Franziskus mit den Mitgliedern der Österreichischen Bischofskonferenz gewesen.
Papst wie Bischöfe seien über die aktuellen heftigen russischen Angriffe auf die zivile Infrastruktur der Ukraine zutiefst betroffen, betonte Erzbischof Lackner.
Der Vorsitzende der Bischofskonferenz bilanzierte den gesamten Ad-limina-Besuch - es war sein dritter - höchst positiv. Es sei der wohl pastoralste und vom Klima her menschlichste gewesen. „Es war nicht schwer, das, was uns und die Menschen in Österreich bewegt, vorzubringen und wir hatten durchwegs den Eindruck: Es kommt an, wir werden gehört."
Ad-limina-Besuch:  „Ein Klima erlebt wie niemals zuvor“
In die gleiche Kerbe schlug auch Kardinal Schönborn: Beim aktuellen Ad-limina-Besuch habe er ein Klima erlebt wie niemals zuvor. Dieses Klima, das wohl von Papst Franziskus ausgehe, wirke sich auch in den Dikasterien im Vatikan aus. „Wir haben hier eine ungeheure Offenheit, Herzlichkeit und Bereitschaft zum Zuhören und zum Austausch erlebt. Das ist sicher ein Franziskus-Effekt", so der Kardinal.
Rom: Ad-limina-Besuch der Bischöfe endete mit Messe in St. Paul
Mit einer Messe in der Patriarchalbasilika Sankt Paul vor den Mauern in Rom ist der Ad-limina-Besuch der Österreichischen Bischofskonferenz am Freitagnachmittag offiziell zu Ende gegangen. Am Beginn der Messe beteten die Bischöfe gemeinsam am Grab des Apostels Paulus und am Ende des Gottesdienstes unterstrich Erzbischof Franz Lackner die Worte von Papst Franziskus vom Freitagvormittag, der die Bischöfe daran erinnert hatte, dass es ihre erste Aufgabe sei zu beten.
Die Predigt hielt der St. Pöltner Bischof Alois Schwarz, der die Lebensgeschichte des Apostels Paulus in das Zentrum seiner Gedanken stellte.
Krautwaschl: „Konnten die Anliegen aus unseren Diözesen vorbringen"
Beeindruckt von der Begegnung mit Papst Franziskus hat sich am Freitag der steirische Bischof Wilhelm Krautwaschl gezeigt. Im Kathpress-Interview hob Krautwaschl die herzliche Atmosphäre und das offene Gesprächsklima mit Franziskus hervor. „Der Papst hat uns eingeladen, ja aufgefordert, alle Dinge frei und wenn nötig auch kritisch anzusprechen." Diese Offenheit habe im Übrigen den gesamten Ad-limina-Besuch geprägt, so der Diözesanbischof von Graz-Seckau: „Wir haben die Anliegen, die wir aus unseren Diözesen mitgebracht haben, wirklich vorbringen können", bekräftigte der Bischof. So sei etwa auch das Thema „Frauen in der Kirche" bei vielen Gesprächen und Begegnungen vorgebracht worden.
Papst wurde 86: Österreichs Bischöfe gratulierten mit Sachertorte
Papst Franziskus hat am Freitagvormittag die österreichischen Bischöfe in Audienz empfangen. Die Begegnung und das Gespräch mit dem Papst waren der Höhepunkt des dieswöchigen Ad-limina-Besuchs des heimischen Episkopats. Die Bischöfe überraschten den Papst eingangs mit einer Sachertorte und einem musikalischen Geburtstagsständchen. Papst Franziskus vollendete am Samstag sein 86. Lebensjahr.
Fotos: Kathpress/Paul Wuthe.
 

Bündnis mahnt Nationalen Aktionsplan gegen Kinderarmut ein

In Österreich sind 368.000 Kinder und Jugendliche von Armut und Ausgrenzung bedroht. Darauf haben zahlreiche Organisationen - darunter Caritas, Katholische Jungschar, Arbeiterkammer Wien, Bundesjugendvertretung und das Netzwerk Kinderrechte Österreich - in einem gemeinsamen Appell am Dienstag aufmerksam gemacht. Darin kritisieren sie das mangelnde Engagement Österreichs bei der Bekämpfung von Kinderarmut. 
Die Politik sei „nicht nur gegenüber der EU säumig, sondern auch gegenüber den Familien und Kindern in Österreich". Bereits im März hätte die Republik Österreich der EU-Kommission einen Nationalen Aktionsplan zur Reduktion von Kinderarmut vorlegen müssen, lautet der Hauptvorwurf der Organisationen, die zu Kinderrechten in Österreich in unterschiedlichen Feldern arbeiten.
 

Caritas-Präsident: Armut gefährdet auch sozialen Zusammenhalt

Schon vor der Teuerungskrise konnten in Österreich 148.000 Menschen ihre Wohnung nicht ausreichend warmhalten. Darauf wies Caritas-Präsident Michael Landau am Freitag im Ö1-Wirtschaftsmagazin „Saldo" hin. Mit dieser Realität dürfe man sich nicht abfinden. Denn es sei ein großes Problem für die Betroffenen, „aber auch eine große Gefahr für den sozialen Zusammenhalt in unserer Gesellschaft". Letztlich gehe es allen nur gut, wenn es auch den anderen gut geht – „weil mit einer gespaltenen Gesellschaft niemandem gedient ist". 

„Kirche in Not“ bereitet 44 000 Kindern in Syrien und im Libanon eine Weihnachtsfreude

Das weltweite katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ (ACN) sorgt dafür, dass rund 44 000 Kinder in Syrien und im Libanon ein Weihnachtsgeschenk und warme Winterkleidung erhalten. Die Verteilung findet in mehreren Pfarrgemeinden und Klöstern in beiden Ländern statt; „Kirche in Not“ hat dafür die Mittel zur Verfügung gestellt. Die Geschenkaktion fand bereits in den vergangenen Jahren statt und wird dieses Jahr fortgesetzt.
Im Libanon werden so rund 14 000 Kinder ein Weihnachtsgeschenk erhalten; in Syrien etwa 30 000. Allein in Aleppo können gut 1500 Kinder sowie kranke und ältere Menschen an Weihnachtsfeiern mit Musik, Theateraufführungen und einer gemeinsamen Mahlzeit teilnehmen. „In Syrien und im Libanon kennen die Kinder gar kein sorgenfreies Weihnachten mehr. Auch für die Erwachsenen ist es lange her“, erklärte die Projektdirektorin von „Kirche in Not“, Regina Lynch. „Wir rufen dazu auf, dieses Weihnachtsfest zu einer Zeit der Solidarität mit unseren Glaubensgeschwistern im Nahen Osten zu machen.“
„Christen fühlen sich entmutigt“
Die Situation sowohl in Syrien als auch Libanon sei desolat. In Syrien lebten mindestens 90 Prozent der Einwohner unter der Armutsgrenze, im Libanon mehr als 70 Prozent. Viele Projektpartner von „Kirche in Not“ fühlten sich entmutigt, erklärte Lynch, die die Region mehrfach besucht hat: „Sie haben den Eindruck, dass die Welt sie vergessen hat. Sie können aber einen Funken Hoffnung bewahren, weil sie wissen, dass wir alles in unserer Macht Stehende tun werden, damit die Menschen in ihrer Heimat bleiben und unter menschenwürdigen Bedingungen leben können.“
Im Libanon unterstützt „Kirche in Not“ rund 200 christliche Schulen, die aufgrund der anhaltenden Wirtschafts- und Finanzkrise keinerlei staatliche Hilfe mehr erhielten, sagte Lynch: „Ohne unsere Hilfe würden die christliche Minderheit die Auswanderung als einzigen Ausweg sehen und die Hilfsarbeit der Kirchen für die gesamte Bevölkerung zusammenbrechen.“
Sowohl Syrien als auch der Libanon gehören zu den Ursprungsregionen des Christentums; viele Orte werden schon in der Bibel genannt. Aktuell gebe es dort aber immer weniger Christen, sagte Lynch: „Gründe dafür sind Kriege und Wirtschaftskrisen, die Hunger und Elend über die Menschen gebracht haben.“
Foto: Kinder in Aleppo mit Weihnachtsgeschenken (Archivbild aus 2021). © Kirche in Not
 

Drama um Berg-Karabach: Katholikos Karekin warnt vor Völkermord

Katholikos Karekin II., Oberhaupt der Armenisch-apostolischen Kirche, hat in einer Botschaft an die Weltgemeinschaft appelliert, das „Verbrechen", das Aserbaidschan gerade an der armenischen Bevölkerung von Berg-Karabach (Artsach) verübt, nicht tatenlos hinzunehmen. Der „Latschin-Korridor" - die einzige Verbindung von Armenien nach Berg-Karabach sei die Lebensader für die Armenier von Artsach, die durch ein Abkommen vom November 2020 eigentlich gesichert sei. Unter Verletzung seiner internationalen Verpflichtungen habe Aserbaidschan die Straße aber blockiert. Nun bahne sich eine schwere humanitäre Krise von historischem Ausmaß an. 
Die 120.000 Einwohner von Artsach seien seit Tagen von der Außenwelt isoliert. Karekin sprach in seiner Botschaft auch von der Gefahr eines Völkermords an der armenischen Bevölkerung von Artsach.
Es mangle bereits an Nahrungsvorräten, Medikamenten und anderen lebensnotwendigen Dinge. Mehr als 1.100 Artsach-Armenier seien auf der blockierten Straße gestrandet und könnten nicht in ihre Häuser und zu ihren Familien zurückkehren. Unter den 1.100 Personen befänden sich auch ältere, hilfsbedürftige Menschen und 270 Kinder. 
Noch alarmierender sei, so der Katholikos, dass Aserbaidschan die Gasversorgung von Armenien nach Artsach unterbrochen habe. Die Bevölkerung kämpfe auch in dieser Hinsicht nun bei Minusgraden ums Überleben. „Krankenhäuser, Schulen und Sozialdienste sind nicht in der Lage, ordnungsgemäß zu arbeiten; die Aussichten sind düster", so der Katholikos. Aserbaidschan sei dabei, die armenische Bevölkerung Berg-Karabachs zu eliminieren. Und mit anderen Worten noch deutlicher: "Wir sind Zeugen bewusster und konkreter Schritte zur ethnischen Säuberung und zum Völkermord an der armenischen Bevölkerung von Artsach."
Der Katholikos forderte die internationale Staatengemeinschaft auf, entschlossen zu handeln. Die Handlungen Aserbaidschans müssten verurteilt und gegen das Land Sanktionen verhängt werden, „um das armenische Volk von Artsach vor der drohenden Vernichtung zu bewahren". In gleicher Weise appellierte Karekin II. auch an die Oberhäupter der Kirchen weltweit, sich bei ihren Regierungen für entsprechende Maßnahmen stark zu machen. Zudem brauche es dringend internationale humanitäre Hilfe für die Menschen in Artsach.
 

Nicaraguas Ortega-Regime will Bischof den Prozess machen

Die Anschuldigungen könnten viele Jahre Haft bedeuten: Die Staatsanwaltschaft in Nicaragua wirft dem Bischof von Matagalpa, Rolando Alvarez, eine Verbreitung von Falschnachrichten und Verschwörung gegen den Staat vor. Zudem muss der 56-Jährige, der zu einer international bekannten Figur des Widerstands gegen das sandinistische Regime aufgestiegen ist, weiter unter Arrest bleiben. Zuletzt durften immerhin noch Familie und Freunde den populären Geistlichen besuchen. Die Bedingungen sollen aber nun laut örtlichen Medienberichten verschärft werden.
Mit der nun offiziell erhobenen Anklage ist die nächste Eskalationsstufe im Konflikt zwischen der katholischen Kirche und der Regierung von Präsident Daniel Ortega und seiner Ehefrau und Stellvertreterin Rosario Murillo erreicht. Seit Monaten werden mehr als ein Dutzend Geistliche in Gewahrsam gehalten; erst vor wenigen Tagen wurden zwei Journalisten der Diözese Matagalpa festgenommen, darunter der Leiter der Pressestelle, Manuel Antonio Obando Cortedano.
Geistliche kritisieren Kardinal Leopoldo Brenes
Wie gespannt die Stimmung auch in der Kirche ist, verdeutlicht ein offener Brief, in dem 30 Ordensleute und Priester unter Wahrung ihrer Anonymität Kardinal Leopoldo Brenes „Schweigen, Konformismus und Gleichgültigkeit" gegenüber dem Regime vorwarfen. Der Erzbischof von Managua „tanzt nach Ortegas Pfeife" und zeige sich zu wenig solidarisch mit verfolgten, inhaftierten oder exilierten Kirchenvertretern. 
Anders als Brenes würden derzeit mehrere seiner Bischofskollegen eine "prophetische Haltung" gegen die Diktatur an den Tag legen, betonen die Ordensleute. Sie müssten dafür oftmals einen "hohen Preis" bezahlen, ebenso wie acht Priester und zwei Seminaristen, die derzeit als "Geiseln gehalten" würden. Auch an die Landesverweise für den Apostolischen Nuntius Waldemar Sommertag sowie die von Mutter Teresa gegründete Kongregation der Nächstenliebe wird erinnert, ferner an die erzwungene Schließung eines Dutzends kirchlicher Radio- und Fernsehstationen und insgesamt 190 Anschläge gegen katholische Kirchen und Priester seit 2018. 

Indien: Anschuldigungen gegen in Haft verstorbenen Jesuiten entkräftet

Einer der bekanntesten katholischen Menschenrechtsaktivisten Indiens, der im Vorjahr in Haft verstorbene Jesuit Stan Swamy, ist offenbar Opfer eines Hackerangriffs geworden, durch den "belastendes Beweismaterial" auf seinen Computer hochgeladen wurde. Das berichtet ein US-amerikanisches Forensik-Unternehmen, das mit einem ausführlichen Bericht Anschuldigungen der terroristischen Verschwörung und Aufwiegelung gegen den Ordensmann widerlegte. Führende Kirchenvertreter Indiens forderten am Donnerstag auf der Online-Plattform mattersindia.com von Indiens Regierung zumindest nachträglich eine "bedingungslose Entschuldigung". Die Regierung sei für den Tod Pater Swamys in Untersuchungshaft verantwortlich.
„Unsere Regierung soll Indien sagen, wer hinter dem Hacking steckt und auf wessen Anweisung ein unschuldiger Priester angeklagt wurde, der sich für die Rechte der unterdrückten indigenen Bevölkerung eingesetzt hat", forderte der Anwalt und Priester A. Santhanam, Vorsitzender des Indischen Anwaltsforums für Ordensleute und Priester (NLFRP). Vonseiten des Jesuitenordens mahnte P. Cedric Prakash gegenüber dem vatikanischen Missionspressedienst "Fides" (Mittwoch) eine „vollständige Rehabilitierung von Pater Swamy als völlig unschuldige Person". Der von der Firma "Arsenal Consulting" erstellte Bericht belege, "dass Pater Swamy reingelegt wurde". Man werde die Ergebnisse nun den indischen Ermittlern übergeben.
Der Jesuit Swamy …
… war am 8. Oktober 2020 gemeinsam mit 15 weiteren Personen verhaftet worden. Man warf ihnen vor, sie hätten mit Maoisten kollaboriert, seien an gewalttätigen Unruhen im indischen Dorf Bhima-Koregaon 2018 beteiligt gewesen und hätten ein Komplott zur Ermordung von Premierminister Narenda Modi geschmiedet. Pater Swamy, der die Anschuldigungen stets betritt, wurde daraufhin neun Monate lang ohne Gerichtsverfahren aufgrund der indischen Anti-Terror-Gesetze festgehalten. Der schon zuvor an Parkinson, einer Hörbehinderung und anderen Alterskrankheiten leidende Geistliche erkrankte in dieser Zeit an Covid-19. Angemessene medizinische Versorgung wurde ihm verweigert, bis sich sein Zustand dramatisch verschlechterte. Noch immer in Untersuchungshaft, verstarb der 83-Jährige am 5. Juli 2021 in einem Spital in Mumbai.
Grundlage für die Anschuldigungen durch die indische Staatsanwaltschaft waren 44 Dokumente, die auf den Computern der Angeklagten gefunden wurden, darunter die sogenannten "Briefe an die Maoisten". Bei der nunmehrigen Untersuchung durch "Arsenal Consulting" konnte rekonstruiert werden, dass Hacker über die Schadsoftware NetWire fünf Jahre lang Zugriff auf Swamys PC und dessen Daten hatten, seine Passwörter und E-Mails kannten, und dabei auch selbst Daten platziert hatten. Darunter befanden sich auch jene Dokumente, die kriminelle Verbindungen nahelegten und später vor Gericht als die entscheidenden Beweisstücke galten, heißt es in dem aktuellen Bericht. 
Foto:Jesuit European Social Centre.
 

Assyrischer Patriarch Mar Awa III. verteidigt Patriarch Kyrill

Der assyrische Patriarch Mar Awa III. hat den Moskauer Patriarchen Kyrill I. verteidigt. In einem Interview mit dem vatikanischen Missionspressedienst „Fides" kritisierte das Oberhaupt der Assyrischen Kirche des Ostens die „Dämonisierungskampagnen" gegenüber der Russisch-orthodoxen Kirche und ihrem Patriarchen.
 Mar Awa III. war im November nach Russland gereist, um die kleine assyrische Diasporagemeinde vor Ort zu besuchen und war in diesem Zusammenhang auch mit dem Moskauer Patriarchen zusammengetroffen.
Wörtlich sagte Mar Awa im Interview: „Patriarch Kyrill wirkte auf mich sehr aufrichtig. Und auf jeden Fall ist jede Dämonisierung der russischen Kirche oder von Kyrill selbst nicht richtig." Der Patriarch sei das Oberhaupt einer Kirche, er führe nicht die Politik des Landes. Und man verstehe, „dass er sich in einer sehr schwierigen Lage befindet". Dies müsse ebenfalls berücksichtigt werden.
Mar Awa III. kam in dem Interview auch auf die Lage der Christen im Nahen Osten zu sprechen und warnte vor einer Warnung vor der Rückkehr der Terrormiliz Islamischer Staat.
Ökumenische Überlegungen
Im Blick auf den ökumenischen Dialog zwischen der Katholischen Kirche und der Kirche des Ostens zeigte sich das Kirchenoberhaupt zuversichtlich. Man befinde sich bereits in der dritten Phase. Eröffnet wurde der Dialog mit der Erarbeitung einer gemeinsamen christologischen Erklärung, die von Johannes Paul II. und Patriarch Mar Dinkha IV. 1994 unterzeichnet wurde. Mit einem Abkommen, das zur Zeit von Papst Johannes Paul II. und Mar Dinkha IV. in Kraft getreten ist, könne bereits seit 2001 eine besondere "sakramentale Gastfreundschaft" zwischen der Assyrischen und Chaldäisch-katholischen Kirche praktiziert werden, wenn es aus pastoralen Gründen notwendig ist. 
Er würde einen gemeinsamen Ostertermin aller Kirchen begrüßen, so Mar Awa. 
Eine deutliche Absage erteilte der Patriarch hingegen dem Vorschlag des chaldäischen Patriarchen Louis Sako zu einer Wiedervereinigung der Chaldäisch-katholischen und Assyrischen Kirche. 
Einen gemeinsamen Ostertermin aller Kirchen begrüßt  Mar Awa.

Prominenter US-Priester nach Missbrauchsvorwürfen entlastet

Der landesweit bekannte katholische US-Priester Michael Pfleger kehrt nach Missbrauchsvorwürfen wieder in den aktiven Dienst zurück. Eine unabhängige Untersuchungskommission der Erzdiözese Chicago habe den 73-Jährigen entlastet, teilte der zuständige Erzbischof und Kardinal Blase Cupich am Wochenende mit.
Die Kommission sei zu dem Schluss gekommen, „dass es keinen Grund gibt, ihn zu verdächtigen", so Cupich. Er selbst werde alles tun, um den „guten Ruf" des Priesters wiederherzustellen. Dieser darf demnach wieder in den Dienst seiner Kirchengemeinde St. Sabina zurückkehren.
Pfleger selbst hatte Missbrauchsvorwürfe mehrerer Personen, die sich teils auf die 1970er Jahre beziehen, stets zurückgewiesen. Auch seine Kirchengemeinde solidarisierte sich mit ihm. 
Der Geistliche ist wegen seines entschiedenen Einsatzes gegen Waffengewalt und für soziale Gerechtigkeit landesweit bekannt.
FotOo Paris St. Sabina.

Kurznachrichten

 

Papst Franziskus ruft die Menschheit dazu auf, aus der Corona-Pandemie zu lernen und Konsequenzen zu ziehen. Solidarität sei die  wichtigste Lektion aus der Corona-Krise.

 

Der Vatikan hat sich offenbar durch Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin für Worte des Papstes über ethnische Minderheiten in der Russischen Föderation entschuldigt. Franziskus hatte in einem Interview gesagt, die grausamsten Soldaten der russischen Armee seien „vielleicht jene, die zu Russland gehören, aber nicht zur russischen Tradition, wie etwa die Tschetschenen, die Burjaten und so weiter."

 

Vatikan. Der Erfolg der Amtszeit von Papst Franziskus entscheidet sich nach Ansicht von Kardinal Walter Kasper unter seinen Nachfolgern: „Ich hoffe, dass das derzeitige Pontifikat kein Unfall ist, sondern der Beginn einer neuen Ära".

 

Vatikan. Kurienkardinal Marc Ouellet wehrt sich gegen den Vorwurf sexueller Übergriffe vor einem kanadischen Gericht. Er habe eine Schadenersatzklage wegen Verleumdung vor einem Gericht im kanadischen Quebec eingereicht, teilte der Präfekt der vatikanischen Bischofsbehörde in einer persönlichen Erklärung mit. In der Summe geht es laut Klageschrift um 100.000 Dollar Schadenersatz.

 

EU. In einer am 15. Dezember angenommenen Resolution hat das EU-Parlament die als „Holodomor" bekannte Hungersnot, die das Sowjetregime 1932-1933 in der Ukraine vorsätzlich herbeiführte, als Völkermord anerkannt. 

 

Irak. Die Gebäude des ehemaligen chaldäischen Priesterseminars in Al-Dora, einem Vorort von Bagdad, wurden restauriert und werden künftig christlichen Binnenvertriebenen als Unterkunft dienen. 

 

USA. Die neue orthodoxe Kirche am „Ground Zero" in New York wurde feierlich eröffnet. Der Bau kostete 95 Millionen US-Dollar. Am 11. September 2001 wurde die kleine orthodoxe Kirche St. Nicholas beim Terroranschlag auf das World Trade Center beim Einsturz der Zwillingstürme unter den Beton- und Gesteinsmassen begraben. 

 

Italien. Die Stadt Rom will noch vor Weihnachten mit den Bauarbeiten für das große Jubiläumsjahr 2025 und für die Expo 2030 beginnen. Finanziell größtes Einzelprojekt wird mit 70 Millionen Euro eine Unterführung des Autoverkehrs vor der Engelsburg; damit soll der Fußgängerverkehr zwischen Engelsburg und Vatikan verbessert werden. 

 

Italien. Der Dom von Trient ist nach fünf Jahren wieder  in Gänze für Gläubige und Besucher zugänglich. Insgesamt wurden achteinhalb Millionen Euro für die Restaurierung und damit verbundene Erdbebensicherung ausgegeben. Einen Großteil übernahm die Autonome Provinz Trient.

In der Kathedrale  San Vigilio tagte von 1545 bis 1563 das Konzil von Trient. Dessen Dekrete haben bis heute historische Bedeutung im Zuge der katholischen Gegenreformation.


 


China. Die Journalistenorganisation Reporter ohne Grenzen (RSF) hat die Verhängung einer weiteren Haftstrafe gegen den katholischen Demokratieaktivisten und Verleger Jimmy Lai (75) in Hongkong verurteilt. 


Burkina Faso. Im Norden des Landes  müssen nach Angaben der Päpstlichen Missionswerke „Missio Österreich" Immer mehr Menschen vor islamistischen Extremisten fliehen. Besonders christliche Familien seien in dem westafrikanischen Staat, der seit Jahren regelmäßig von islamistischen Anschlägen heimgesucht wird, wegen ihres Glaubens bedroht.

 

Ukraine. Der ukrainische Inlandsgeheimdienst SBU hat bei erneuten Razzien in Gotteshäusern der ehemals dem Moskauer Patriarchat unterstehenden Ukrainisch-orthodoxen Kirche prorussische Schriften beschlagnahmt. 

 

Indien. Katholische Bischöfe begrüßen die Gründung eines Regierungs-Komitees zum Schutz von Frauen in interreligiösen und kastenübergreifenden Ehen im Bundesstaat Maharashtra. 

 

Georgien. Patriarch Ilia II., Oberhaupt der Orthodoxen Kirche Georgiens, wird am 4. Jänner 90. Die Hälfte seines Lebens hat er dann als Kirchenoberhaupt verbracht, denn er steht bereits seit 1977 an der Spitze der Georgisch-orthodoxen Kirche. 

 

Griechenland hat sein erstes „Weihnachtsmuseum". Es wurde am 17. Dezember im nordgriechischen Katerini eröffnet.

 

Österreich


Niederösterreich. Exakt 4.354 Weihnachtspackerl haben Pfarrgruppen der Katholischen Frauenbewegung (kfb) der Diözese St. Pölten heuer für einsame Menschen verpackt und gesammelt. Das ist ein neuer Rekord in der langen Tradition dieser vorweihnachtlichen Initiative, wie die Kirchenzeitung „Kirche bunt" berichtet. 

 

Oberösterreich. Die kirchlichen Kinderbildungs- und Betreuungseinrichtungen begrüßen das neue Maßnahmenpaket „Pakt für das Kinderland OÖ". Es sieht u.a. plus 250 Euro brutto im Monat für Elementarpädagoginnen und plus 150 Euro brutto für Helferinnen vor. 

 

Steiermark. Das Straßenmagazin „Megaphon" der Caritas Steiermark ist ab sofort auch bargeldlos erhältlich. Für die Straßenverkäufer wird der Verkauf des Magazins immer schwieriger, da immer weniger Menschen heute Bargeld mit sich tragen. „Megaphon" bietet 270 Menschen Chancen für einen sozialen Aufstieg.

 

Steiermark. Eine weitere Etappe der Renovierung von Stift Rein ist abgeschlossen. 2029 feiert das Stift Rein das 900-jährige Bestehen. Es gilt als das älteste, durchgehend bewohnte der mehr als 700 Zisterzienserklöster weltweit. 

Nobelpreisträger Zeilinger spendet Frack an Caritas-Lager

Über eine nicht alltägliche Spende kann sich das „Carla Wien" (Caritas-Lager für Second-Hand-Artikel) seit Dienstag freuen: Nobelpreisträger Anton Zeilinger habe sich für die Verleihung am vergangenen Samstag in Stockholm einen neuen Frack gekauft, heißt es auf der Facebook-Seite von Carla Wien: „Warum wir das wissen? Er hat seinen alten Frack im carla gespendet!" 
Die Caritas-Verantwortlichen beteuerten dazu: „Wir freuen uns riesig darüber!" Das Kleidungsstück werde im Carla ausgestellt und in den nächsten Wochen verkauft, so die Ankündigung. Interessierte an der geplanten Versteigerung können sich via Facebook melden.
Der Social-Media-Eintrag ist mit einem Foto versehen, auf dem der jüngst geehrte Physik-Nobelpreisträger und seine Frau den Frack im Caritas-Lager deponieren. Das Facebook-Posting wurde von zahlreichen Personen geliked. 

Auch das noch...

Synoden-Untersekretärin Becquart: Frauenweihe keine offene Frage

Die Untersekretärin des vatikanischen Synodensekretariats, Nathalie Becquart, erteilt der Weihe von Frauen aktuell eine Absage. „Für die katholische Kirche ist es im Moment, von einem offiziellen Standpunkt aus gesehen, keine offene Frage", sagte die französische Theologin der BBC.
Zugleich glaubt Becquart an eine Entwicklung in der katholischen Kirche, die es Frauen gestattet, mehr Führungspositionen zu übernehmen. Diese seien jedoch "nicht mit der Weihe verbunden". 
Becquart arbeitet in leitender Position im Synodensekretariat. Als Untersekretärin, dort die zweite Ebene, ist sie die erste stimmberechtigte Frau in der Bischofssynode, einem wichtigen Gremium der katholischen Kirche. 
 

Papst gibt Griechen Parthenon-Fragmente aus Vatikan-Museen zurück

Überraschend hat der Vatikan die Rückgabe von drei Fragmenten des Athener Parthenon-Tempels an Griechenland angekündigt. Wie das vatikanische Presseamt mitteilte, hat Papst Franziskus beschlossen, sie dem orthodoxen Athener Erzbischof Hieronymos II. zu übergeben. Die Fragmente wurden seit dem 19. Jahrhundert in den vatikanischen Museen gezeigt. 
Die Übergabe sei ein „konkretes Zeichen des ernsthaften Wunsches, auf dem ökumenischen Weg der Wahrheit weiter voranzuschreiten", hieß es in der Vatikan-Erklärung. Die meisten Marmor-Fragmente vom Fries des Parthenon-Tempels befinden sich im British Museum in London. Ihre Rückgabe hat Griechenland bislang vergebens gefordert. 
Der wichtigste antike Tempel auf der Athener Akropolis war im 6. Jahrhundert in eine christliche Kirche umgewandelt worden. Im 17. Jahrhundert wurde das Gebäude stark beschädigt und im frühen 19. Jahrhundert wurden viele Fragmente in andere Länder gebracht.

Neymar dankt Gott trotz WM-Ausscheidens

Brasiliens Superstar Neymar hat nach dem Ausscheiden mit seiner Mannschaft im Achtelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar auf Instagram seinen Glauben an Gott bekundet. „Ich danke dir für alles, mein Gott, du hast mir alles gegeben und ich kann mich über nichts beklagen. Danke, dass du dich um mich gekümmert hast. Alle Ehre und Herrlichkeit gebührt immer dir, unabhängig von den Umständen", postete der Stürmer am Samstagnachmittag nach dem am Vorabend für Kroatien entschiedenen Elfmeterschießen in Doha. 
Aus seinem Schmerz über den Ausgang des Spiels, bei dem Neymar nach einem spektakulären Treffer zur zwischenzeitlichen Führung mit dem brasilianischen Rekordtorschützen Pelé gleichzog, machte der bei Paris Saint-Germain unter Vertrag stehende Fußballer keinen Hehl.
Es sei für ihn „sicher die Niederlage, die mir am meisten wehgetan hat" gewesen. Die „Selecao" habe bei der WM bis zum Schluss gekämpft, dabei alles gegeben und hätte den Titel verdient, „aber das war nicht der Wille Gottes", so der 30-Jährige, der im Vorfeld zwar angekündigt hatte, Katar werde seine „letzte WM" sein, was inzwischen jedoch als ungewiss gilt. 
 

Bewaffnete Bande überfällt Gottesdienst nahe Neapel

Eine Bande hat einen evangelischen Gottesdienst nahe Neapel gestürmt und die Gläubigen ausgeraubt. Sieben bewaffnete und maskierte Personen seien am Sonntagabend in den Gottesdienst in Orta di Atella geplatzt, hätten die Anwesenden mit Pistolen bedroht und die Türen verriegelt, berichtete die Lokalzeitung „Corriere del Mezzogiorno“ (Montag). Die etwa 70 Gottesdienstbesucher, darunter viele Familien mit kleinen Kindern, seien aufgefordert worden, Bargeld, Mobiltelefone und Wertgegenstände auszuhändigen. Nachdem sie ihr Diebesgut eingesammelt hatte, türmte die Bande mit dem Auto. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Verletzt wurde offenbar niemand.

Mozart-Noten: Stift St. Peter bekommt NS-Raubgut zurück

Kostbare Noten sind dieser Tage in die Salzburger Erzabtei St. Peter zurückgekehrt. Die Noten der Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), Anton Cajetan Adlgasser (1729-1777) und Michael Haydn (1737-1806) wurden während der NS-Zeit unrechtmäßig in die Stiftung Mozarteum gebracht. Der Präsident der Stiftung Mozarteum, Johannes Honsig-Erlenburg, übergab sie nun wieder an Erzabt Korbinian Birnbacher.
Der „Noten-Raubzug" aus der NS-Zeit blieb im Gegensatz zur gleichzeitigen Entwendung mehrerer Mozart-Autographen lange unentdeckt. Niemand habe gewusst, wo sich die Noten befinden, hieß es. Erst als die Stiftung Mozarteum mit der Aufarbeitung ihrer Vergangenheit, insbesondere der NS-Zeit, begann, konnte rekonstruiert werden, wann und wie die Musiknoten in ihren Besitz gelangten.
Die Erzabtei St. Peter war während der NS-Zeit schnell in den Fokus des damaligen Leiters des Zentralinstituts für Mozartforschung, Erich Valentin, gerückt, weil das Stift ein Dutzend Mozart-Autographe besaß. Diese wurden gemeinsam mit den Musiknoten entwendet. Die Autographen wurden jedoch schon in der Nachkriegszeit der Erzabtei zurückgegeben.
Es handelt sich bei den Noten um vier Handschriften mit Mozartwerken, den Tänzen KV 103 in zeitgenössischen Abschriften samt Klavierauszug, und zwei späteren Abschriften der Märsche 215 und 408. Dazu kommen fünf Drucke von 1798 und 1807 mit Klavierwerken Mozarts, eine Litanei von Anton Cajetan Adlgasser, ein schön gebundenes Exemplar des Partitur-Fundaments von Michael Haydn und der Druck einer Choralbegleitung aus dem Jahr 1845.
Foto: Stift St. Peter.