JA 

die neue Kirchenzeitung

18. September 2022 

Franziskus hat es schwer

Papst Franziskus wird in vielen Kommentaren als „russophil“ bezeichnet. Zwar habe er eine Reise nach Russland und in die Ukraine angekündigt, da Moskau jedoch keinerlei Interesse zeigt, reist er auch nicht nach Kiew. Das legen ihm viele zur Last.
Jetzt hat der Papst die – weiter entferntere -  kasachische Hauptstadt Nur-Sultan besucht, um an einem Treffen der Religionsführer teilzunehmen, an dem der Moskauer Patriarch nicht teilnehmen wollte. 


Auf dem Flug dorthin bekräftigte Franziskus, jederzeit für eine Reise nach China bereit zu sein – wo man ihn jedoch auch nicht empfangen will.
Einige Tage zuvor hatte der Papst in einem Interview mit TVI/CNN Portugal bestätigt, dass er zwar in „ständigem Kontakt“ mit den Präsidenten der Ukraine und Russlands stehe, eine Reise dorthin ihm aber momentan von den Ärzten „verboten“ sei.
Franziskus ist in einer schwierigen, beinahe aussichtslosen Situation.                  P. Udo

„Synodaler Weg" überwindet Krise und stimmt für Frauen-Papier

Inmitten einer schweren Krise hat der deutsche „Synodale Weg" am Freitag in Frankfurt seine vierte Vollversammlung fortgesetzt. Ein Text zu „Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche" fand nach langer Debatte am Freitagabend bei der in Frankfurt tagenden Synodalversammlung eine überraschend breite Zustimmung. Mit einer Mehrheit von 92 Prozent stimmten die Synodalen dafür. Auch unter den Bischöfen fand der Text eine breite Mehrheit. Von 62 anwesenden Bischöfen stimmten 45 mit Ja. Der Abstimmung folgte ein lang anhaltender Applaus und große Erleichterung war erkennbar.
Das beschlossene Papier formuliert keine ausdrückliche Forderung, sondern lädt die Weltkirche ein, die Frage nach Diensten und Ämtern von Frauen in der Kirche noch einmal neu zu bedenken. 
Dazu gehöre auch „unabdingbar", die unterschiedlichen theologischen Positionen unter der Perspektive der Geschlechtergerechtigkeit zu reflektieren und dabei in engen Austausch mit den Sozialwissenschaften, Kultur- und Humanwissenschaften zu treten. Das 32-seitige Papier argumentiert: „Nicht die Teilhabe von Frauen an allen kirchlichen Diensten und Ämtern ist begründungspflichtig, sondern der Ausschluss von Frauen vom sakramentalen Amt." Für den Ausschluss von Frauen aus der Verkündigung gebe es kirchengeschichtlich „keine ungebrochene Traditionslinie". 
Vor dem Votum über den Text hatte die Synodalversammlung nach einem Eklat vom Vorabend wieder Tritt gefasst. Einige Delegierte, die am Donnerstagabend unter Protest ausgezogen waren, nahmen wieder teil. 
Auslöser der schweren Krise war am Donnerstagabend das Scheitern des Grundsatzpapiers zur Liberalisierung der katholischen Sexualmoral. 27 der 60 anwesenden Bischöfe hatten dem Text ihre Zustimmung verweigert, 33 stimmten ihm zu.

Deutsche Katholiken wollen grundlegende Reformen in der Kirche 

Trotz möglicher Widerstände in Rom bekräftigen die deutschen Katholiken ihre Forderungen nach grundlegenden Kirchenreformen. Bei der vierten Vollversammlung des Reformprojekts „Synodaler Weg" der Katholischen Kirche in Deutschland von 8. bis 10. September in Frankfurt riefen Bischöfe, Priester und Laien unter anderem den Papst auf, über die Priesterweihe von Frauen neu nachzudenken. Das lehnt die katholische Kirche bisher strikt ab.
Mit großer Mehrheit votierten die rund 200 Delegierten auch für eine lehramtliche Neubewertung von Homosexualität und gegen arbeitsrechtliche Sanktionen für wiederverheiratete Geschiedene sowie homosexuelle Paare. Darüber hinaus erklärten sich die Bischöfe mit großer Mehrheit dazu bereit, Teile ihrer Macht abzugeben. In einem „Synodalen Ausschuss", der später zu einem „Synodalen Rat" werden soll, könnten Laien mitentscheiden - etwa über kirchliche Grundsatzfragen und über die Verwendung von Finanzen.
Das fünfte und voraussichtlich letzte Treffen soll nach derzeitiger Planung im März 2023 stattfinden. 

Gemischte Reaktionen

Erste Reaktionen fielen gemischt aus: Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) forderte mehr Reformbereitschaft der Bischofskonferenz. Trotz „kleiner, aber wichtiger Schritte" seien noch kaum systemische Änderungen angestoßen worden, die Missbrauch wirksam verhindern könnten.
Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) erklärte, das Scheitern des Reformtextes zur Sexualmoral habe „fassungslos" gemacht. Danach aber sei es möglich geworden, offen und ehrlich zu diskutieren und zu wegweisenden Beschlüssen zu kommen. Besonders wichtig sei der Grundtext zu Frauen in der Kirche: „Wir erhoffen uns hier von Rom ein Überdenken der bisherigen Regelungen zum Priesteramt."
Die Initiative „Wir sind Kirche" bewertete die Versammlung als „Abbild der dramatischen innerkirchlichen Situation". Ein Teil der Bischöfe dürfe sich nicht länger allen Reformen verweigern und damit zu einer weiteren Polarisierung beitragen.
Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer zieht ein kritisches Fazit zum bisherigen Verlauf des Reformprojekts „Synodaler Weg". Aus seiner Sicht hält sich die „immer wieder beteuerte Lernbereitschaft in Sachen Synodalität" bisher "sehr in Grenzen", schrieb er in einem Beitrag für die Wochenzeitung „Die Tagespost". Er wisse auch nicht, wie sich daran gegen die Mehrheit der Synodalversammlung etwas ändern ließe, „die sämtliche bisherigen Stopp- und Warnschilder aus Rom quasi mit Vollgas überfahren hat".
Rank: Eigenkirche-Vorwurf an „Synodalem Weg" unberechtigt
Der offizielle österreichische Beobachter des „Synodalen Weges" der Katholischen Kirche in Deutschland, Wolfgang Rank, sieht in dem Reformprozess im Nachbarland keine Tendenzen zur Errichtung einer deutschen „Eigenkirche". "Zu sagen, der Synodale Weg wolle eine Eigenkirche, ist ein unberechtigter Vorwurf", sagte der Ehrenpräsident des Katholischen Laienrats Österreich (KLRÖ) im Interview mit der Kooperationsredaktion österreichischer Kirchenzeitungen (14. September). Der „Synodale Weg" unterscheide präzise, „was ein Bischof entscheiden kann, was die Bischofskonferenz regeln kann und was nach Rom delegiert werden muss", so Rank.
Deutschland: Marx will Beschlüsse auf synodale Weise umsetzen
Kardinal Reinhard Marx hat angekündigt, „selbstverständlich" die bei der Vollversammlung des Reformprojekts Synodaler Weg gefassten Beschlüsse in der Erzdiözese München und Freising umsetzen zu wollen.  Eine Umsetzung könne nicht eins zu eins geschehen, auch hierbei gelte es die Synodalität zu wahren. So sollen Gremien wie der Priesterrat oder der Diözesanrat in den Prozess eingebunden werden.
Foto: Synodaler Weg/Maximilian von Lachner

Papst beendet Kasachstan-Reise: Erneuter Friedensappell

Zum Abschluss seiner dreitägigen Kasachstan-Reise hat sich Papst Franziskus erneut mit einem Friedensappell an die Öffentlichkeit gewandt. Gerichtet an alle Staatenlenker sagte er am 15. September beim Weltkongress der Religionen: „Setzt euch für den Frieden ein, nicht für die Rüstung! Nur wenn ihr dem Frieden dient, wird euer Name in der Geschichte groß bleiben."
Franziskus warb in Nur-Sultan für ein konstruktives Miteinander von Religion und Politik. Der Mensch brauche „einen freien und für die Unendlichkeit offenen Raum, der nicht durch irdische Macht begrenzt ist". Zugleich dürfe die Religion aber nicht „der Versuchung erliegen, sich in Macht zu verwandeln".
Das Entfesseln militärischer Konflikte jedweder Art wird verurteilt
Zuvor hatten die Teilnehmer des Kongresses in der kasachischen Hauptstadt angesichts globaler Krisen ihren Willen zu verstärkter Zusammenarbeit bekundet. Die Mehrheit der anwesenden Religionsführer beschloss eine 35 Punkte umfassende Abschlusserklärung. Darin wird das Entfesseln militärischer Konflikte jedweder Art verurteilt: Derlei Auseinandersetzungen führten zu unnötigem Blutvergießen, unabsehbaren Kettenreaktionen und störten die internationalen Beziehungen.
Der Kongress hob seine Bereitschaft hervor, durch gemeinsame Initiativen zu Frieden und Dialog zwischen den Völkern und Kulturen beizutragen. Jeglicher Form von „Extremismus, Radikalismus und Terrorismus" erteilte die Versammlung eine deutliche Absage. Die negativen Folgen der Corona-Pandemie könnten nur durch gemeinschaftliche Anstrengungen überwunden werden. Zu diesem Zweck soll die Konferenz in Kasachstan zu einer „globalen interreligiösen Dialogplattform" ausgebaut werden.
100 Delegationen aus 50 Ländern
Zum Weltkongress der Religionen, an dem in diesem Jahr auch der Papst teilnahm, waren etwa 100 Delegationen aus 50 Ländern angereist. Zu den weiteren prominenten Teilnehmern zählten der griechisch-orthodoxe Patriarch von Jerusalem, Theophilos III., Großscheich Ahmed al-Tayyeb und Israels sephardischer Oberrabbiner Yitzhak Yosef. Der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill I. ließ sich vertreten.
Seit 2003, auch als Reaktion auf den islamistischen Terroranschlag vom 11. September 2001 in den USA, lädt die kasachische Regierung alle drei Jahre zu einem „Kongress von Führern der Welt- und traditionellen Religionen".
Papst verurteilt „Invasion in die Ukraine“
Papst Franziskus hielt sich seit Dienstag in Kasachstan auf. In einer Rede vor Politikern und Diplomaten ging er auch auf die aktuellen Kämpfe in der Ukraine ein. Er sprach von einem „wahnsinnigen und tragischen Krieg, der durch die Invasion in die Ukraine ausgelöst worden" sei. Er wolle "den Schrei der Vielen verstärken, die um Frieden flehen", so der Papst. Bei einem Gottesdienst am Mittwoch mit mehreren tausend Gläubigen auf dem Messegelände von Nur-Sultan sagte er: „Wir dürfen uns nicht an den Krieg gewöhnen, wir dürfen uns nicht mit seiner Unvermeidlichkeit abfinden."
Kardinal Koch: Tischtuch mit Moskau nicht zerschneiden
Der Ökumene-Beauftragte des Papstes, Kardinal Kurt Koch, hält am vatikanischen Dialogangebot an die russisch-orthodoxe Kirche fest. Bei allen Schwierigkeiten dürfe der Dialog nicht aufgegeben werden; "sonst hat man überhaupt keine Möglichkeiten mehr, miteinander im Gespräch zu sein und nach Lösungen zu suchen in dieser schwierigen, verfahrenen Situation", sagte Koch am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur Kathpress beim Weltkongress der Religionen in der kasachischen Hauptstadt Nur-Sultan. „Man darf das Tischtuch nicht durchschneiden."
Kasachstan/Russland/Ukraine/Vatikan/Kirche/Diplomatie/Religionsdialog
Moskauer Patriarch beklagt „Falschdarstellung" von Ereignissen
Das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Kyrill I., hat eine „falsche Darstellung historischer Ereignisse" beklagt. In einer von Metropolit Antonij (Sevrjuk) verlesenen Nachricht beim Weltkongress der Religionen in Kasachstan, rief Kyrill dazu auf, einen „klaren Verstand und friedvolle Seele" zu bewahren. Insbesondere in diesen schwierigen Zeiten für die Menschlichkeit. Der Glaube könne dazu beitragen, so Kyrills Worte.
Patriarch Kyrill I. ruft zu Gebeten für Putin und die Armee auf
Patriarch Kyrill I. sieht Russland in einer „schicksalhaften Mission" gegen ausländische Mächte, die das Riesenreich als unabhängigen Staat zerschlagen wollten. Russland erlebe aktuell eine „sehr schwierige Zeit", sagte das Kirchenoberhaupt am Montag bei einem Gottesdienst in Moskau. Daher solle man jetzt „besonders für unser Vaterland beten, für unseren Präsidenten" und die Armee, damit das Land stark genug sei, „seine wirkliche Unabhängigkeit von den mächtigsten Kräften zu bewahren, die heute die meisten Länder der Welt beherrschen".
Ukraine/Vatikan/Glaube/Religion/Papst/Christentum/Krieg/Diplomatie
Papst: Almosenmeister soll Menschen in Ukraine Hoffnung schenken
Papst Franziskus hat den Präfekten des vatikanischen Dikasteriums für Barmherzigkeit, Kardinal Konrad Krajewski, erneut  als Zeichen der Nähe und Hoffnung in die Ukraine geschickt. 

Päpstliche Radikalkur für  den Malteserorden 

Bei anderen Organisationen würde man vermutlich von einem „Putsch von oben" sprechen. Das Wort beschreibt jedenfalls treffend, was Papst Franziskus am 3. September beim Souveränen Malteser-Ritterorden durchgezogen hat: Mit einem Federstrich hat er die Leitung abgesetzt, ein neues provisorisches Führungsgremium ernannt und einen Termin für ein Generalkapitel zum Zweck der Neuwahl festgelegt. Gleichzeitig hat er die von 1961 stammende Verfassung durch eine neue ersetzt, und mit demselben Federstrich auch den sogenannten Codex des Ordens, eine Art interne Grundordnung, neu gefasst.

Während der „Statthalter" des Großmeisters, der Kanadier Fra'John Dunlap, die Dankbarkeit des Ordens für die päpstlichen Reformschritte betonte, sind aus den mittleren Rängen, insbesondere in Deutschland, weniger freudige Töne zu vernehmen. Hinter vorgehaltener Hand wird nicht nur die als kompromisslos beschriebene Art und Weise kritisiert, mit der Franziskus vorgegangen sei. In der Sache gebe es manche handwerkliche Fehler und Annahmen, die unrealistisch seien.

Hauptkritikpunkt ist die vom Papst angeordnete Sonderstellung für die sogenannten Professritter, also jene Mitglieder des Ordens, die ähnlich wie Mönche feierlich Keuschheit, Armut und Gehorsam gelobt haben. Die Leitungsämter sollen sich künftig überwiegend aus diesem Kreis rekrutieren - und das, obwohl die Gruppe schon jetzt sehr überschaubar ist und zumeist aus Hochbetagten besteht. Ganze 17 Professritter weltweit sollen unter 70 Jahre sein - was den Kader für mögliche Führungskräfte drastisch einschränkt.

Ein anderer Schritt der vom Papst angeordneten „Normalisierung" der Malteser ist die ersatzlose Streichung der Sonderrechte von Adligen im Orden. Mussten nach der alten Verfassung der Großmeister bzw. sein Stellvertreter zwingend Adlige mit entsprechendem Stammbaumnachweis sein, findet sich eine vergleichbare Anforderung weder in der neuen Verfassung noch im neuen Codex. Für keinen der drei „Stände" des Ordens ist nun die adlige Abstammung noch eine Voraussetzung für die Mitgliedschaft. Mit dieser Reform will der Papst offenbar eine Schieflage beseitigen. Die herrschte insbesondere zwischen den europäischen Gliederungen - wo Adlige oft den Ton angeben - und denen in der Neuen Welt, wo es schlicht keine Adelsfamilien gibt.

Wien und NÖ: Pfarren sammeln Lebensmittel für Caritas-Ausgabestellen

Vier Wochen lang bitten alle Pfarren der Erzdiözese Wien um Spenden haltbarer Lebensmittel: Bei der traditionellen Erntedanksammlung werden vom 18. September bis zum 16. Oktober Zucker, Reis, Öl, Kaffee, Salz und alle Arten von Konserven gesammelt, die dann im Caritas-Projekt „Le+O" - es steht für „Lebensmittel und Orientierung" - an Armutsbetroffene weitergegeben werden. Der Bedarf dafür ist zuletzt infolge von Inflation, Teuerung und der Coronakrise sprunghaft gestiegen.
Kardinal Christoph Schönborn rief bei einem Pressetermin am Dienstag zur Beteiligung und Spenden auf. „Erntedank bedeutet gerade heuer, aufmerksam hinzuschauen und hinzuhören auf die Menschen, die es jetzt deutlich schwerer haben als noch im vorigen Jahr", so der Wiener Erzbischof.
Caritas-Präsident Michael Landau wies darauf hin, dass „die Not in den alltäglichen Dingen ein ganzes Stück weiter in die Mitte der Gesellschaft gekommen" sei und zeigte sich in Hinblick auf den Winter besorgt: „Die Teuerungen spüren wir alle. Doch Armutsbetroffene treffen diese steigenden Preise dreifach hart. Der Druck in der Bevölkerung steigt." Umso wichtiger sei daher die traditionelle Erntedanksammlung, bei der sich in diesem Jahr über 120 Pfarren beteiligen und Lebensmittel und Hygieneprodukte für armutsbetroffene Haushalte sammeln.
15 Ausgabestellen für „Le+O"
Die gesammelten Lebensmittel werden in 15 Ausgabestellen in Wien und Niederösterreich an Menschen, die sich einen Einkauf im normalen Supermarkt nicht mehr leisten können, verteilt. Dort werden schon jetzt die Warteschlangen immer länger: Während 2021 noch durchschnittlich 17 Tonnen Lebensmittel pro Woche ausgegeben wurden, sind es heuer bis zu 26 Tonnen, die Woche für Woche verteilt werden.
Erstmals in der Geschichte der „Le+O"-Aktion gibt es seit Kurzem einen vorläufigen Aufnahmestopp, da die Caritas nicht mehr allen Hilfsanfragen in der Sozialberatung nachkommen kann. Auch der Caritas-Präsident musste zugeben: „Wir stoßen an unsere Grenzen."
Während der Bedarf an Lebensmitteln aufgrund der Preissteigerungen gestiegen sei, würden die geretteten Lebensmittel immer weniger. Es sei zunehmend schwieriger, an Spenden zu gelangen, da Unternehmen umsichtiger mit ihren Lebensmitteln umgehen würden, was natürlich gutzuheißen sei, aber dennoch die Suche nach Großspendern erschwere.
Landau: "Durch den kommenden Winter kommen wir nur gemeinsam"
Für Zusammenhalt und Zuversicht hat Caritas-Präsident Michael Landau geworben. Nur so könne man die anstehenden Herausforderungen, die auf Österreich zukommen, bewältigen, sagte er am Mittwochabend bei einem Gottesdienst für Caritas-Mitarbeitende und Pfarrgemeinderätinnen und -räte in der Wiener Jesuitenkirche. "Wir werden den Weg bewältigen, auch wenn er steiler wird. Aber dazu ist es wichtig, dass wir zusammenstehen, anpacken und auf die Schwächsten, auf die Armen nicht vergessen", so Landau in seiner Predigt: „Durch den nahenden Winter, die kommende Zeit, kommen wir nur gemeinsam!" Gemeinsam müsse man das Netz der Nächstenliebe noch dichter knüpfen. 
Foto: kathpress/Iris Ehgartner

Lackner bei Maria-Namen-Feier: Gebet um Frieden nötiger denn je

Das Gebet um den Frieden in der Welt ist angesichts eines Kriegs in Europa dringend nötig: Das hat der Salzburger Erzbischof Franz Lackner bei der Maria-Namen-Feier am Sonntagnachmittag im Wiener Stephansdom betont. Seit 75 Jahren bete die Rosenkranz-Sühnekreuzzug-Gebetsgemeinschaft bereits um „Frieden unter den Völkern und in den Herzen der Menschen", nun sei man „einem Weltkrieg näher als wir wahrhaben wollen". Die Rosenkranz-Sühnekreuzzug-Gebetsgemeinschaft (RSK), die die große Glaubensfeier jedes Jahr organisiert, feiert in diesem Jahr ihr 75-Jahr-Jubiläum. Die traditionsreiche Maria-Namen-Feier stand heuer unter dem Motto „Dank - Gebet - Aufbruch". Am Samstag feierte Kardinal Christoph Schönborn den Gottesdienst mit der RSK-Gemeinschaft, er ist wie Lackner Schirmherr des RSK.
Figl: Religiosität statt Krisenstimmung
An beiden Tagen hatte der Bezirksvorsteher Wien-Innere Stadt, Markus Figl (ÖVP), zu Beginn der Feier religiöse Gemeinschaften ermutigt, den Menschen „das Mehr im Leben" zu zeigen. In Zeiten der Gesundheits-, Natur- und Politikkrisen seien es Gemeinschaften, wie die RSK, die Anreize geben könnten, Religion statt Krise und Religiosität statt Krisenstimmung zu fördern. Die RSK sei damit eine Plattform des gemeinsamen Aufbruchs sowie für Frieden und Gemeinschaft.
Markus Figl ist Großneffe des berühmten Nachkriegskanzlers Leopold Figl, der bereits 1948 Mitbeter der von P. Petrus Pavlicek im Jahr zuvor gegründeten RSK war.
Die RSK umfasst heute rund 700.000 Mitglieder in mehr als 130 Ländern und gibt die Zeitschrift „Betendes Gottesvolk" heraus.

Armenische Kirche fordert Schutz vor Aserbaidschans Angriffen

Die Armenisch-apostolische Kirche hat die internationale Gemeinschaft aufgerufen, das Kaukasusland vor aserbaidschanischen Angriffen zu schützen. Ihr Oberhaupt, Katholikos Karekin II., appellierte am Dienstag angesichts von Gefechten mit Dutzenden Toten vor allem an befreundete Staaten, „wirksame Schritte zu unternehmen, um Aserbaidschans erneute Aggression zu stoppen". Er bat alle Schwesterkirchen, „für die Sicherheit des ersten christlichen Staates, seiner gläubigen Menschen zu beten" und zur Herstellung eines wirklichen Friedens in der Region beizutragen.

Salzburger Armenologin Dum-Tragut: Dramatische Situation in Armenien

Bei den jüngsten Kämpfen zwischen Aserbaidschan und Armenien sind nicht nur zahlreiche Soldaten ums Leben gekommen, sondern in Armenien wurden auch Zivilisten Opfer der „aserbaidschanischen Aggression". Das hat die Salzburger Armenien-Expertin Jasmin Dum-Tragut im Kathpress-Interview am Mittwoch berichtet. Dum-Tragut hält sich derzeit in Armenien auf und hätte am kommenden Wochenende ein Forschungsprojekt im Süden des Landes in Angriff nehmen wollen. Das sei aber genau jene Region, die nun von Aserbaidschan unter Beschuss genommen wurde, so Dum-Tragut, die den Angriff Aserbaidschans scharf verurteilte.

Dieser Angriff gelte nicht der umstrittenen Region Berg-Karabach (Artsach), sondern ziele direkt auf Armenien. Aserbaidschan wolle wohl eine direkte Verbindung zur Enklave Nachitschewan herstellen, direkt durch Armenien. Es sei in den vergangenen Tagen äußerst unsicher gewesen, auf der einzigen wirklich befahrbaren Nord-Südverbindung in den Süden zu fahren. Aserbaidschan würde immer wieder auch die Straße beschießen, so Dum-Tragut. Nun wurde die Straße gesperrt und von sämtlichen Reisen in den Süden abgeraten. 

Die armenische Bevölkerung sei zutiefst verunsichert und fürchte sich vor einem neuen Krieg. 

Armenien hat durch den türkischen Völkermord im Ersten Weltkrieg, dann durch die Sowjetdiktatur (1921-1991) große Rückschläge erlitten - durch Hunderttausende Tote wie auch territorial. Das heutige Staatsgebiet macht nur noch einen Bruchteil jenes historischen Kulturraums aus, den die Armenier geprägt haben. Ihr Kernland im Westen mit dem Vansee und dem „heiligen Berg" Ararat heißt heute „Ostanatolien" und gehört dem einstigen Peiniger Türkei, in Sichtweite der armenischen Hauptstadt Jerewan. 

Kurznachrichten

 
Papst Franziskus  hat das Kinderkriegen als eine patriotische Pflicht bezeichnet. Italien und andere Länder erlebten derzeit einen „demografischen Winter", sagte er am 12. September im Vatikan vor Mitgliedern der Confindustria, Italiens größtem Arbeitgeberverband. 

 

USA. Christen bleiben auch in Zukunft die größte Religionsgruppe in den USA, ihr Anteil wird in den nächsten Jahrzehnten aber deutlich schrumpfen – bis zum Jahr 2070 auf unter die Hälfte.  Das geht aus einer neuen Studie hervor, die das Washingtoner „Pew Research Center" jetzt veröffentlicht hat. 

 

Syrien. In der von überwiegend islamistischen Rebellen (mit Unterstützung der Türkei) kontrollierten Provinz Idlib  hat dieser Tage in einer Kirche, die seit zehn Jahren geschlossen war, wieder ein Gottesdienst stattgefunden. Das berichtete der Pro-Oriente-Informationsdienst. Der Gottesdienst fand  Ende August in der armenisch-apostolischen Kirche St. Anna in der Nähe des Dorfes Yacoubia statt. 

 

In Ungarn setzt sich das Wachstum des katholischen Schul- und Bildungswesens fort. Derzeit gibt es mehr als 750 Grundschulen und Gymnasien in kirchlicher Trägerschaft. 140.000 Schülerinnen und Schüler werden von 14.000 Lehrkräften unterrichtet. 

 

Frankreichs Nationale Ethikkommission (CCNE) hat am Dienstag eine mögliche rechtliche Freigabe von assistiertem Suizid gebilligt. 

 

Myanmar. Nach heftigen Kämpfen hat eine Einheit der Widerstandsmiliz der Karenni eine katholische Kirche von der Besetzung durch die Armee von Myanmar befreit. 

 

In Jordanien hat der Tourismus in Jordanien nach dem Einbruch durch die Coronapandemie fast wieder das Niveau von 2019 erreicht. Von Jänner bis August seien 3,2 Millionen Touristen ins Land gekommen. 

 

Deutschland. Revolution nach mehr als 1.000 Jahren: Es gibt seit 12. September  nun auch Regensburger Domspätzinnen. Zum Schuljahresbeginn nahm der weltberühmte deutsche Knabenchor in seinem Gymnasium auch 33 Mädchen auf. Die Regensburger Domspatzen wurden im Jahr 975 vom damaligen Regensburger Bischof Wolfgang als eigene Domschule gegründet. 

 

Österreich

Wien.  Der Katholische Familienverband Österreichs (KFÖ) begrüßt die automatische Valorisierung der Familienleistungen mit 1. Jänner 2023. Der am Mittwoch im Ministerrat gefällte Beschluss sei ein Meilenstein". 

 

Steiermark. Der ehemalige niederösterreichische Landeshauptmann (1992 bis 2017) Erwin Pröll wurde am 10. September  zum Ehrenbürger der Stadtgemeinde Mariazell ernannt. Er wurde im feierlichen Rahmen für seine besonderen Verdienste um die Renovierung der Basilika Mariazell und die Stärkung des ländlichen Raumes durch den Ausbau der Mariazellerbahn geehrt. 

 

Wien. Am 7. Oktober, 17 Uhr, wird im ÖJAB-Haus (Johannesgasse 8) die von Laieninitiative, Pfarrerinitiative, Priester ohne Amt und Plattform „Wir sind Kirche“ ins Leben gerufene  „Trompete von Jericho“ an Theo Van Asten (+2019) und seinen Mitstreiter Josef Pampalk verliehen. Theo van Asten, Generaloberer der „Afrikamissionare Weiße Väter“ war Delegierter bei den Bischofssynoden 1971 und 74. Schon sehr bald wurde er als Rebell bezeichnet, weil er Beiträge zur Weihe von viri probati oder die Frage des Pflichtzölibats einbrachte. 

 

Oberösterreich. Erzbischof Georg Gänswein, langjähriger Privatsekretär von Papst Benedikt XVI., hat in St. Florian sechs Ordensmänner zu Priestern bzw. Diakonen geweiht. Alle Weihekandidaten gehören der Gemeinschaft „Servi Jesu et Mariae" (SJM) an, deren Hauptsitz in Blindenmarkt in Niederösterreich liegt. 

 

Oberösterreich. Das Ordensklinikum Linz wurde vom Dachverband Selbsthilfe OÖ erneut mit dem Gütesiegel „Selbsthilfefreundliches Krankenhaus" ausgezeichnet. 

 

Niederösterreich. Nach mehr als zweijähriger Bauzeit wurde in Heiligenkreuz das neue „Pater-Anastasius-Janos-Brenner-Haus" eröffnet. In dem Haus mit rund 30 Wohneinheiten, Gemeinschaftsräumen und einer Kapelle sind künftig Studierende der Philosophisch-Theologischen Hochschule Benedikt XVI. Heiligenkreuz untergebracht. 

 

Vorarlberg. Für eine umfassende Generalsanierung wird das kirchliche Bildungs- und Jugendhaus St. Arbogast in Götzis ab nächster Woche und bis zum kommenden Frühjahr vorübergehend geschlossen. 

Evangelikaler Christ als Präsident Kenias vereidigt

Kenia hat einen neuen Präsidenten: Vor den Augen zehntausender Unterstützer legte der bisherige Vizepräsident William Ruto am Dienstag den Amtseid ab. Neben einer jubelnden Menge waren rund 20 afrikanische Staats- und Regierungschefs für die Zeremonie in einem Fußballstadion der Hauptstadt Nairobi angereist.
Mit Ruto bekommt Kenia seinen ersten evangelikalen Staatschef, wie der britische Sender BBC berichte. Es werde erwartet, dass er Religion „in den Mittelpunkt" seiner Amtszeit rücken wird, hieß es. So habe Ruto in der Vergangenheit seinen Glauben offen bekundet und Themen wie Homosexualität oder Abtreibung aus evangelikaler Perspektive in den Fokus gerückt. Auch bei seinem Wahlkampf habe der 55-Jährige auf moralische und religiöse Themen gesetzt, so dass seine Gegner ihn als „Stellvertreter-Jesus" bezeichneten. Seinen Amtseid beendete Ruto mit den Worten „So wahr mir Gott helfe".
William Ruto war als Kandidat der mittellosen Massen in den Wahlkampf gezogen. Berichten zufolge soll er sein erstes Paar Schuhe im Alter von 15 Jahren getragen und früher als Straßenhändler Hühner verkauft haben. 1997 trat Ruto als Parlamentsabgeordneter in die nationale Politik ein. Die katholischen Bischöfe des Landes appellierten an ihn, „ein Symbol für Volkseinheit" zu werden und den Kenianern „Zuversicht" zu geben.
Foto: Twitter Williams Ruto.

Auch das noch...

Patriarchen entscheiden über Restaurierung der Grabeskirche

Die für die Jerusalemer Grabeskirche zuständigen Patriarchen und Kirchenoberen haben eine wesentliche Entscheidung für das künftige Aussehen der wichtigsten Stätte der Christenheit getroffen. Bei einem Ortstermin entschieden sie nun über Beschaffenheit und Farbe der Bodenplatten in der Rotunde rund um die eigentliche Grabkapelle. Bei der jüngsten Renovierung dieser „Ädikula" hatte sich herausgestellt, dass der Boden in dem umgebenden Bereich instabil und infolge von Hohlräumen gefährlich für die Tausenden täglichen Pilger ist, weshalb er dringend erneuert und gesichert werden muss.
Die Restaurierungsarbeiten an der Kirche über der traditionellen Kreuzigungs- und Grablegestätte Christi hatten 2016 begonnen - nicht ohne äußeren Druck. Im Februar 2015 war die israelische Polizei unangemeldet in der Grabeskirche erschienen und hatte die Grabkapelle für Kleriker und Gläubige gesperrt: wegen Baufälligkeit und instabiler Strukturen.
 

Wiener Orthodoxer Bischof: Kirchentrennung endlich überwinden

Der Wiener serbisch-orthodoxe Bischof Andrej (Cilerdzic) sieht kaum Unterschiede zwischen der Orthodoxen und Katholischen Kirche, die wirklich kirchentrennend sein müssen. Das betont er in der neuen Folge des Religionspodcasts „Wer glaubt, wird selig". Das einzige wirklich trennende Merkmal sei der „päpstliche Dienst", wie ihn die Katholische Kirche derzeit verstehe und ausübe. Das sei für die Orthodoxie nicht nachvollziehbar. Doch auch hier sei er optimistisch, so der Bischof, denn alle Päpste seit Papst Paul VI. hätten vorgeschlagen, gemeinsam mit den Ostkirchen den päpstlichen Primat zu reflektieren und gemeinsame Lösungen zu finden. 
Die Serbisch-orthodoxe Kirche in Österreich zählt bis zu 350.000 Gläubige. Die 25 Pfarrgemeinden verteilen sich über das ganze Land. Dem Bischof - er ist seit 2014 im Amt - stehen rund 30 Priester für die Seelsorge zur Verfügung. 

Theaterstück über Märtyrerpriester „Papa Gruber" erstmals in Wien

Erstmals ist das Theaterstück „Der Fall Gruber" über den zur NS-Zeit ermordeten oberösterreichischen Märtyrerpriester Johann Gruber (1889-1944) in Wien zu sehen. Nach der erfolgreichen Uraufführung 2017 im Linzer Mariendom wird das Stück des Autors Thomas Baum unter der Regie von Franz Froschauer am 22. September (19.30 Uhr) in der Michaelerkirche in der Wiener Innenstadt gezeigt.
Das Drama behandelt das Leben des als „Papa Gruber" bekannten Geistlichen, der im KZ Gusen ein geheimes Hilfswerk für seine Mithäftlinge aufbaute und nach dessen Auffliegen ermordet wurde. Für die Aufführung in der Michaelerkirche hatte sich der Historiker Wolfgang Bandion vom Mauthausen-Komitee eingesetzt. 
Im Konzentrationslager baute der Priester ein Hilfswerk sowie eine gut getarnte Schule auf. Überlebenden zufolge rettete er vielen Menschen in Gusen das Leben und galt als „Engel in der Hölle". Sein Netzwerk flog jedoch auf und nach tagelanger Folter starb er schließlich am Karfreitag 1944.
 

Jesuiten-Provinzial muss offenbar Kuba verlassen

Der Provinzial der Jesuiten auf Kuba muss offenbar die Karibikinsel verlassen. Wie lokale Medien berichten, wurde das Visum für Pater David Pantaleon nicht verlängert. Der aus der Dominikanischen Republik stammende Ordensmann hatte sich zuletzt kritisch zur politischen Lage auf Kuba geäußert. Zudem ist er auch Vorsitzender der Konferenz der Religionsgemeinschaften (CONCUR), die zuletzt ebenfalls kritische Stellungnahmen veröffentlichte. Weder die kubanischen Bischöfe noch die Jesuiten haben sich bislang zu den Meldungen geäußert.
Die Nichtregierungsorganisation Prisoners Defenders berichtete zuletzt von mehr als 1.000 politischen Gefangenen auf der Karibikinsel, darunter auch Dutzende Jugendliche. Die sozialistische Regierung macht das Handelsembargo der USA für die Versorgungskrise verantwortlich. 

Sonderausstellung erinnert an die Biafra-Luftbrücke
Ein Tiroler half, 1 Million Kinder zu retten

Am 11. September startete im Paudorfer Abt Johannes Dizent-Museum eine Ausstellung über die größte ökumenische Hilfsaktion aller Zeiten: die „Biafra-Luftbrücke“. Sie hätte von Mag. Jakob Ringler, dem Tiroler, der sie als junger Mann für die Caritas organisiert hat, eröffnet werden sollen; das verhinderte jedoch seine Corona-Erkrankung. Der irische P. Tony Byrne (91) Initiator der Luftbrücke, sandte eine Grußbotschaft.
Der Biafra-Krieg dauerte von Juli 1967 bis Jänner 1970.
Die Luftbrücke war völkerrechtlich, luftfahrtrechtlich und luftfahrttechnisch vollkommen illegal und durch Krieg, Bomben und Beschuss eine Meisterleistung.
Zwei Jahre lang wurden dadurch mindestens 1 Million Kinder gerettet.
Eine Reihe von „Biafra-Kindern“ ist heute als Priester in Österreich tätig.
In 5.314 Flügen der Kirchenhilfe mit großen viermotorigen Verkehrsflugzeugen von überwiegend europäischen Airlines, wurden in knapp 2 Jahren 59.000 Tonnen Hilfsgüter nach Biafra geflogen.
Zum Vergleich: Das Internationale Komitee des Roten Kreuzes konnte mit 2.028 Hilfsflügen 21.000 Tonnen transportieren.
Jakob Ringler (geb. 1947) gilt als erfolgreichster Fluggesellschaften-Gründer Österreichs.
Der in Innsbruck geborene Luftfahrtspezialist ist seit 1964 beruflich mit der Luftfahrt verbunden. Nach dem erfolgreichen Aufbau der Tyrolean Airways gründete Ringler eine Reihe weiterer Luftfahrtunternehmen, darunter die Tyrol Air Ambulance, sowie im Auftrag des ÖAMTC die Christophorus Flugrettung und 1999 gemeinsam mit seiner Frau Irene die Welcome Air als Tiroler Regionalfluglinie.
Die im Dezember 2019 in Innsbruck gezeigte Ausstellung ist bis Ende Oktober jeden Sonntag von 10 bis 12 Uhr sowie gegen Voranmeldung  unter 0664/93144501 geöffnet.
Die Ausstellung besteht aus zwei Teilen. Den Großteil bilden die Schautafeln von Mag. Ringler. Dazu kommen Exponate, die von Eduard Fischer (später P. Udo) mit seiner katholischen Jugend von Wienerherberg bei Schwechat, die sich damals „Junge Legion Christi“ (JLC) nannte, von 1967 bis 1970 gesammelt wurden. 
Die  JLC besaß ab Jänner 1969 ein monatliches Mitgliedsblatt:  „Der Ruf“ informierte regelmäßig über aktuelles Geschehen in Biafra und über  von der JLC veranstaltete Gebetsabende und Spendenaktionen, Vorträge und Ausstellungen…
Zwei kleine Beispiele:  Am 26.8. 1968 wurden 23 Plakate im 500 Seelen-Dorf aufgehängt.
Ende August 1968 wurde eine Unterschriftenaktion initiiert, die an die UNO und an das Außenministerium  erging. 135 Personen unterschrieben und spendeten dabei 650 Schilling.
Die JLC archivierte zahlreiche Berichte und konnte Buttons, eine Zeitung, Geldscheine und Marken aus Biafra erwerben - natürlich auf Umwegen: über Kenia, Portugal, Frankreich und England.
Von Genf erhielt die JLC regelmäßig die aktuellen Presseaussendungen.
Die JLC initiierte auch Vorträge und Aktionen im Knabenseminar und Gymnasium Hollabrunn.
Fotos: Jakob Ringler (links) und P. Tony Byrne, 2 Bilder von  der Ausstellung und ein Hilfsflugzeug.