JA 

die neue Kirchenzeitung

19. Dezember 2021 

Die nächste Aktualisierung erfolgt am 2. Jänner 2022.

Eine gescheiterte Rückholaktion 

Am 21. Oktober 2019 entwendeten der damals 26-jährige österreichische konservative Aktivist Alexander Tschugguel und ein Komplize fünf Statuen, welche nach ihrer Ansicht die Inka-Fruchtbarkeitsgöttin Pachamama verkörperten und im Rahmen der im Vatikan stattfindenden Amazonas-Synode ausgestellt wurden, aus einer römischen Kirche und warfen sie von der Engelsbrücke in den Tiber. Dieser Vorfall erregte internationales Aufsehen. Der Papst äußerte sein persönliches Bedauern über die Angelegenheit und bat öffentlich alle, die durch diese Tat beleidigt wurden, um Verzeihung. 

Was wird der Papst jetzt tun? Er und die Bischöfe Europas rufen unentwegt 


zum Impfen gegen Corona auf. Der von ihm zum Kardinal ernannte Gerhard Ludwig Müller ist anderer Meinung und mutmaßt groteske Verschwörungsmythen – im Interview mit einer von eben diesem Tschugguel gegründeten Organisation. 
Weil der Papst ihn nach Ablauf seiner fünfjährigen Amtszeit als Präfekt der Glaubenskongregation (2017) nicht im Amt bestätigt hat, war Müller höchst verärgert: „Diesen Stil kann ich nicht akzeptieren!“ 
Im Juni dieses Jahres wollte Franziskus ein Versöhnungszeichen setzen. 
Er ernannte seinen Kritiker zum Richter am Höchsten Kirchengericht. 
Doch das besänftigte Müller wenig. Im Gegenteil, wie das jüngst veröffentlichte Interview zeigt. Eine deutsche Zeitung kommentierte jetzt trocken: Die päpstliche „Rückholaktion“ ist gescheitert.                           P. Udo 

 

Weihnachtsmarke 2021 mit Motiv von Bischof Stecher 

Die Österreichische Post widmet Bischof Reinhold Stecher (1921-2013) zu dessen 100. Geburtstag eine neue 100-Cent-Marke. Das Postwertzeichen ist in einer Auflage von einer Million Stück erschienen. 
Das von dem kunstschaffenden Bischof erstellte Bild zeigt die kleine Kirche St. Margarethen von Pfons im Wipptal und ist ab sofort in allen Postämtern erhältlich. 
Die Post sei erfreut, noch einmal eine Marke mit einem Motiv von Bischof Stecher anbieten zu können, wird Martina Prinz, Philatelie-Verkaufsleiterin von der Post AG, zitiert. Zuvor seien bereits sieben Weihnachtsmarken mit Motiven von Bischof Stecher herausgegeben worden, die längst begehrte Sammelobjekte geworden und daher vergriffen seien. 
Das Original der aktuellen Marke hängt in der Stube von Antonia Gamper, Mesnerin der Kirche St. Margarethen. „Bischof Stecher hat es ihr geschenkt, um sich bei ihr für ihre ehrenamtliche Mitarbeit in der Pfarrgemeinde zu bedanken", erklärte Nachlassverwalter Paul Ladurner. Stecher hat selbst Marken gesammelt und ist der einzige katholische Bischof Österreichs, der Briefmarken mitgestaltet hat. 

Ein gesegnetes Weihnachtsfest wünscht allen Leserinnen und Lesern
Ihr P. Udo Fischer

Kardinal Müller verbreitet Verschwörungsmythen

Der deutsche Kardinal Gerhard Ludwig Müller (73) hat Verschwörungsmythen über eine angeblich geplante Gleichschaltung der Menschen nach der Coronavirus-Pandemie und einen Überwachungsstaat verbreitet, berichtete religion.orf.at am 13. Dezember.
Das von Alexander Tschugguel gegründete katholisch-konservative „St. Boniface Institute“ aus Österreich hatte vorige Woche von dem Gespräch mit dem früheren Chef der Glaubenskongregation ein 2:19 Minuten langes Video getwittert. Das gesamte Interview ist auf youtube zu finden. Gesamtlänge: 26:39 Minuten.
Der frühere Regensburger Bischof Müller sprach in einem Interview davon, dass hinter Maßnahmen gegen die Pandemie eine finanzkräftige Elite stecken würde. „Leute, die auf dem Thron ihres Reichtums sitzen“, sehen laut Müller „eine Chance jetzt, um ihre Agenda durchzusetzen“.
Solche Formulierungen kommen schon lange in Verschwörungsideologien vor und wurden zuletzt auf die Coronavirus-Pandemie übertragen.
„Antisemitische Chiffre“
Der Politikwissenschaftler und Experte für Verschwörungstheorien Rathje sagte der dpa zu Müllers Behauptungen: „Die Aussagen lassen sich größtenteils verschwörungsideologisch werten.“ Der Kardinal und Richter am höchsten Gericht des Vatikans erwähnte auch explizit den amerikanisch-jüdischen Investor George Soros. Dies könne „als antisemitische Chiffre gewertet werden“, sagte Rathje.
Müller sagte, er wolle „eigentlich nicht geschaffen und erlöst werden“ von Leuten wie dem früheren Microsoft-Chef Bill Gates oder Klaus Schwab, dem Chef des Weltwirtschaftsforums in Davos oder von George Soros. Diese Drei tauchen häufig in Verschwörungsideologien auf.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder reagierte postwendend mit Unverständnis auf die Aussagen des früheren Regensburger Bischofs.
Die deutsche Bischofskonferenz ist auf Distanz gegangen: „Man wundert sich sehr über diese Theorien".
Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, sagte, Müller habe „klar antisemitische Chiffren bedient". „Das war vor allem angesichts der derzeit aufgeheizten Stimmung verantwortungslos und nicht akzeptabel", sagte Schuster dem Portal katholisch.de. Die Kirche solle in dieser Lage befriedend wirken.
Foto: Kardinal Müllers Interview mit „St. Boniface Institute“ auf youtube.
 

Putin schickt Franziskus zum Geburtstag Dostojewski-Skulptur

Papst Franziskus feierte am 17. Dezember seinen 85. Geburtstag in aller Bescheidenheit. Glückwünsche aus aller Welt trafen ein. Ein besonderes Geschenk kam aus Moskau.
Russlands Präsident Wladimir Putin hat Papst Franziskus zu dessen 85. Geburtstag eine Skulptur des Schriftstellers Fjodor Dostojewski (1821-1881) geschenkt. In seinem am Freitag vom Kreml veröffentlichten Glückwunsch schrieb Putin zur Begründung, dass das katholische Kirchenoberhaupt Dostojewskis Werke gut kenne; es handele sich um einen großen russischen Literaten und Denker. „Ihr persönlicher Beitrag zum Ausbau der Beziehungen zwischen der russisch-orthodoxen und der römisch-katholischen Kirche und zur Stärkung des russisch-vatikanischen Verhältnisses ist kaum zu überschätzen", so der Kreml-Chef an Franziskus.
Er erinnere sich gern an konstruktive und aufschlussreiche Gespräche mit ihm, bei denen sich eine „Nähe der Herangehensweisen Russlands und des Heiligen Stuhls an die wichtigsten internationalen Probleme" gezeigt habe. Putin unterstrich, durch gemeinsame Anstrengungen könne man viel für den Schutz der Rechte und Interessen der Christen sowie für den interreligiösen Dialog erreichen. Er wünschte dem Papst Gesundheit, Wohlergehen und Erfolg.
Auch der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill I. gratulierte Franziskus zum Geburtstag. Er bete für die Stärkung der seelischen und körperlichen Kräfte des Papstes, damit dieser als Oberhaupt seiner Kirche erfolgreich sei, schrieb Kyrill I. Er freue sich, dass beide Kirchen ihre Zusammenarbeit vertieft hätten und sich so gemeinsam für moralische Leitbilder in der Gesellschaft stark machen sowie Antworten auf die Herausforderungen der modernen Zeit erarbeiten könnten.
 

Experte Zollner hält französische Missbrauchsstudie für solide

Die jüngst veröffentlichte Studie zu Missbrauch in der Kirche in Frankreich ist nach Ansicht des Kinderschutz-Experten Hans Zollner methodisch solide. Zwar seien viele schockiert gewesen angesichts der genannten hohen Betroffenen-Zahlen, sagte der Psychologe der Nachrichtenagentur Kathpress in Rom. „Aber wenn man ehrlich ist, ist diese Schätzung nicht so weit weg von dem, was man erwarten kann, wenn man sich die Zahlen von Jugendlichen in der Kirche in Frankreich anschaut - über 70 Jahre", so der Jesuit, der an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom das führende Forschungsinstitut der Katholischen Kirche zu sexuellem Missbrauch an Minderjährigen leitet.
Der Abschlussbericht der unabhängigen Untersuchungskommission zu Missbrauch in der Kirche (Ciase) schätzt die Zahl minderjähriger Opfer sexueller Übergriffe durch Priester, Ordensleute und Laienmitarbeiter der Kirche in Frankreich seit 1950 auf bis zu 330.000. Bei den Zahlen handelt es sich nicht um aktenkundige Verdachtsfälle, sondern um "Hochrechnungen auf sexualwissenschaftlicher Basis" im Sinne einer sogenannten Dunkelfeldstudie.
Er teile Bedenken zur Methode der Untersuchung „absolut nicht", so Zollner. Umso weniger, nachdem er kürzlich ausführlich mit der Verantwortlichen für den statistischen Teil des Berichts habe sprechen können. Diese sei „eine hoch qualifizierte Wissenschaftlerin", so der Leiter des Institut für Anthropologie - Interdisziplinäre Studien zu Menschenwürde und Sorge für schutzbedürftige Personen (IADC). Es sei „unbegründet, ihr vorzuwerfen, sie wolle der Kirche schaden".
Um den Abschlussbericht der Kommission…
… gibt es derzeit Streit. Acht Mitglieder der Katholischen Akademie Frankreichs, darunter ihr Präsident Hugues Portelli, hatten vor allem die Methodik des Berichts scharf kritisiert. Ihr Urteil schickten sie nicht nur an den Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Erzbischof Eric de Moulins-Beaufort. Sie informierten über den Nuntius in Frankreich auch direkt Papst Franziskus. Zahlreiche Akademiemitglieder, unter ihnen auch Erzbischof Moulins-Beaufort selbst, traten aus Protest gegen das Vorgehen ihrer Kollegen aus.
 

König von Bahrain empfängt Vatikan-Delegation - Dank vom Papst

Nach der Weihe einer neuen katholischen Kathedrale hat König Hamad bin Isa Al Khalifa eine vatikanische Delegation empfangen. Wie das italienische Portal „Il Sismografo"  berichtet, überreichte Kurienkardinal Antonio Tagle dem Staatsoberhaupt einen Brief des Papstes. Darin bedankt Franziskus sich für die Möglichkeit eines Kirchbaus in dem islamischen Königreich. Zudem würdigt er das Interesse Al Khalifas, die Beziehungen zwischen Religionen und Kulturen zu stärken.
Der König seinerseits lobte die Rolle des Papstes im Dialog zwischen den Religionen und Zivilisationen. Damit trage das katholische Kirchenoberhaupt wesentlich zur Verbreitung der Werte der Geschwisterlichkeit aller Menschen, der Toleranz und des Zusammenlebens bei. Sein Land wolle die Beziehungen zum Heiligen Stuhl und zur katholischen Kirche weiter fördern.

Van der Bellen und Schönborn besuchen Impfstraße im Stephansdom
Bereits 26.000 Personen ließen sich hier impfen

Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Kardinal Christoph Schönborn haben am 16. Dezember die Impfstraße im Stephansdom besucht. Der Bundespräsident verband den Besuch mit einem neuerlichen Aufruf an die Bevölkerung, sich gegen Covid impfen zu lassen. Ausdrücklich dankte er dem Malteser Hospitaldienst und den Johannitern, die die Impfstraße in Zusammenarbeit mit der Stadt Wien und der Dompfarre betreiben. 
„Ich bin schon drei Mal geimpft, aber wenn ich es nicht wäre, dann würde ich hierherkommen, in dieses Haus. Es hat eine so würdevolle Atmosphäre, da wartet man auch gerne ein wenig", so Van der Bellen gegenüber Kathpress. Er hoffe sehr, dass weiterhin viele Menschen das Angebot einer Impfung im Dom wahrnehmen. 
Dompfarrer Toni Faber bezeichnete den Besuch Van der Bellens und Schönborns in der Impfstraße in der Barbarakapelle als Zeichen „ganz großer Wertschätzung" für die Arbeit, die dort  geleistet wird. Schon mehr als 26.000 Impfwillige hätten dort die erste, zweite oder dritte Impfung erhalten.
Foto: Kathpress.
 

Caritas lobt die Kinderkostenstudie

Als entscheidenden Schritt im Kampf gegen die Kinderarmut in Österreich hat die Caritas die neue Kinderkostenstudie der Statistik Austria bezeichnet. Die letzte Kinderkostenstudie stammte aus dem Jahr 1964.
Seither wurden die Kosten nur jährlich valorisiert, was die tatsächlichen Mehrkosten für Kinder allerdings nicht abdeckt. Die Neuberechnung von Kinderkosten zeige, wie dramatisch die „klaffende Lücke zwischen Kinderkosten und Familienleistungen" ist und sei ein „dringender Handlungsauftrag", so die Caritas-Generalsekretärin Anna Parr.
Bis zu 1.000 Euro Lücke
Das Ausmaß der klaffenden Lücke zwischen Kinderkosten und Familienleistungen, die diese Kosten eigentlich abdecken sollten, sei "dramatisch hoch" und erreiche je nach Alter des Kindes bis zu 1.000 Euro monatlich. „Insbesondere Alleinerziehende und Familien mit niedrigen Einkommen schaffen es nicht, diese Lücke jeden Monat aus eigener Kraft zu schließen. Leidtragende sind die Kinder", so Parr.
Die neuen Zahlen seien ein bedeutender Grundstein im Kampf gegen Kinderarmut, betonte Parr. Nicht zuletzt aufgrund der hohen Armutsgefährdung von Kindern und Jugendlichen in Österreich habe die Caritas in der Vergangenheit wiederholt eine Überprüfung der Familien- und Sozialleistungen auf ihre Armutsfestigkeit und ihre verteilende Wirkung hin gefordert. Jetzt müsse man, „basierend auf der neuen Kinderkostenstudie, rasch nachjustieren".
 

Suizidbeihilfe: Experten befürchten enorme Schäden für Gesellschaft

Das dem Parlament vorliegende Suizidbeihilfe-Gesetz wird in Österreichs Geschichte und Gesellschaft tiefe Spuren hinterlassen: Darüber waren sich Kritiker wie Befürworter der umstrittenen, ab 2022 aber wohl juristisch neu möglichen Form des Sterbens bei einer Podiumsdiskussion in Wien einig.
Bei der von Cartellverband (ÖCV), „Kurier" und „schauTV" organisierten Veranstaltung diskutierten am 14. Dezember Peter Schipka und Stephanie Merckens als Kirchenvertreter, Elisabeth Pittermann und Andrea Kdolsky aus Medizin und Politik, die Studentin Martina Tiwald, sowie Eytan Reif und Wolfram Proksch als Sterbehilfe-Befürworter. Während letztere das Gesetz als „ersten Schritt in die richtige Richtung" sahen, dominierte bei den anderen die Sorge über negative Folgen bis hin zu einem „Dammbruch".
Ein düsteres Zukunftsbild…
… zeichnete Stephanie Merckens vom kirchlichen Institut für Ehe und Familie (IEF). „Mich erschreckt, dass wir in eine Gesellschaft hineinwachsen, wo einem Menschen immer mehr Verständnis entgegengebracht wird für die Umstände, um  sich das Leben zu nehmen", so die Juristin. Mit der Suizidbeihilfe gehe eine Umdeutung von Wörtern und der Verlust eines bisherigen Grundkonsenses einher. „'Haben Sie Suizidgedanken? Holen Sie sich Hilfe!' heißt ab 1. Jänner 2022 etwas völlig Anderes", betonte Merckens. Außer „Hilfe" würden auch weitere Begriffe wie „Menschenwürde", „Menschenrechte", „Barmherzigkeit" oder „Schutz des Lebens" ins komplette Gegenteil verkehrt und die Haltung, „dass Suizid etwas Vorzubeugendes, zu Verhinderndes ist", drohe verloren zu gehen.
„Enttabuisierung des Todes"
Rechtsanwalt Wolfram Proksch, der die Lockerung des bisherigen Suizidbeihilfe-Verbots beim Verfassungsgerichtshof (VfGH) erwirkt hatte, sah durch die Neuregelung eine „Enttabuisierung des Todes" erreicht. Diese will er jedoch schon bald anfechten, aus mehreren Gründen: So sei es weiterhin ein „paternalistischer Zugang", vor dem assistierten Suizid eine doppelte ärztliche Begutachtung zu verlangen, und Wartefristen seien eine übergroße Hürde.
„Grenze überschritten"
Dem entgegen bekräftigte Elisabeth Pittermann, die ehemalige Präsidentin des Arbeiter-Samariterbunds und des Hospiz- und Palliativforums, ihre weiterhin strikte Ablehnung jeglicher Öffnung der Sterbehilfe. Sie habe „Angst davor, dass das Töten leichter von der Hand geht", so die Ärztin und langjährige SPÖ-Politikerin. Aufgrund der Ermordung vieler Mitglieder ihrer jüdischen Familie mütterlicherseits im Nationalsozialismus sei es immer ihr Wunsch gewesen, „in einer Gesellschaft zu leben, für die das Töten anderer unmöglich ist". Diese Grenze werde nun jedoch überschritten mit dem Assistierten Suizid, der „die Schleusen öffnet". Ein „Dammbruch" sei bereits absehbar.  

Blick aus der auf dem Ölberg gelegenen Kirche Dominus flevit („Jesus weint“) auf Jerusalem. Diese wurde 1955 auf den Fundamenten einer byzantinischen  Kirche aus dem 6. Jahrhundert erbaut und erinnert an die Trauer Jesu im Wissen um die kommende Zerstörung Jerusalems. 


 

Kirchenführer sehen christliche Präsenz im Heiligen Land bedroht 

Die Jerusalemer Kirchenführer haben vor einer Bedrohung für die christliche Präsenz im Heiligen Land gewarnt. In einer aktuellen gemeinsamen Erklärung beklagen sie systematische Versuche, „die christliche Gemeinschaft aus Jerusalem und anderen Teilen des Heiligen Landes zu vertreiben". Ausdrücklich fordern sie die Schaffung einer christlichen Schutzzone in der Jerusalemer Altstadt.
Zwar verpflichte sich die israelische Regierung, den Christen im Heiligen Land ein sicheres Zuhause zu bieten und die christliche Gemeinschaft als integralen Bestandteil der lokalen Gemeinschaft zu erhalten, was sich etwa in Besuchserleichterungen für Millionen christlicher Pilger zu den heiligen Stätten zeige. Gleichzeitig sei es jedoch "äußerst besorgniserregend, wenn diese nationale Verpflichtung durch das Versagen lokaler Politiker, Beamter und Strafverfolgungsbehörden verraten wird", heißt in der Erklärung vom 13. Dezember.
Heiliges Land: Aus für Hoffnungen auf Weihnachten mit Touristen
Die Lichter an den Christbäumen auf dem Krippenplatz in Bethlehem, im christlichen Viertel Jerusalems und vor der orthodoxen Verkündigungskirche in Nazareth sind feierlich entzündet worden. Wer sich in diesen Tagen im Heiligen Land nach Vorweihnachtsstimmung sehnte, konnte zwischen mehreren Adventbasaren wählen. Die Hoffnung aber, dass sich im zweiten Advent unter Corona endlich auch wieder ausländische Gäste unter die Feiernden mischen, hat sich nicht erfüllt. Am 15. Dezember gab die israelische Regierung bekannt, dass das Einreiseverbot für Ausländer wegen der Pandemie-Entwicklung bis zum 29. Dezember verlängert wird.
Mehr als 4,5 Millionen Touristen, davon 358.000 allein im Dezember, sah Israel im Rekordjahr 2019. Dann kam die Pandemie - und mit ihr niemand mehr ins Land.
Hilfswerk: Menschen in Bethlehem brauchen dringend Hilfe
Israel hat zum Schutz vor der Omikron-Variante des Coronavirus seine Grenzen für Ausländer nach einer zaghaften Öffnung wieder geschlossen. Und das bedeutet für das Heilige Land erneut ein Weihnachtsfest ohne Pilger und Gäste aus dem Ausland.
Für zahlreiche kleine Handwerksbetriebe in Bethlehem gibt es damit einmal mehr keine Einnahmen, wie das in Linz ansässige Hilfswerk "Handwerk Christlicher Orient" (HCO) mitteilte. „Corona hat viele der kleinen Familienbetriebe im Geburtsort Jesu in bittere Armut gestoßen. Die Menschen in Bethlehem brauchen dringend Hilfe", so HCO-Obmann Thiemo Pree.  Das Hilfswerk hat vor Ort Olivenholz-Arbeiten von den Handwerkern gekauft und verkauft diese in Österreich weiter. Da dies Corona-bedingt auf Weihnachtsmärkten und in Pfarren kaum bis gar nicht möglich ist, setzt man vor allem auf den neuen Web-Shop (hco.einfach-bestellen.at).
 (HCO-Web-Shop: hco.einfach-bestellen.at bzw. bestellung@christlicher-orient.at oder telefonisch +43732773148) 


Kurznachrichten

Papst Franziskus hat eine erste Gruppe Geflüchteter, denen er während seines Zypernbesuchs die Umsiedlung versprochen hatte, am 17. September persönlich begrüßt. Die zwölf Personen waren am Vorabend in Rom von der katholischen Gemeinschaft Sant'Egidio in Empfang genommen worden.

 

Papst Franziskus hat seinen Wunsch nach einem weiteren Besuch in Ungarn bekräftigt. Das berichtete der Erzabt der Benediktinerabtei Pannonhalma, Cirill Hortobagyi, nach einer kurzen Begegnung mit dem Papst im Vatikan. 

 

Der Vatikan hat neue Leitlinien für die Beauftragung von Katecheten erlassen. Damit stärkt er die Rolle von Laien - Frauen und Männern - in Verkündigung und Seelsorge der Kirche. 

 

Der Vatikan hat eine neue öffentliche Stiftung in Anlehnung an die päpstliche Sozialenzyklika „Fratelli tutti" gegründet. Sie will ab 2022 in den Bereichen Umwelt, Politik, Wirtschaft und Bildung tätig werden. 

 

Vatikan. Der aus Nigeria stammende Erzbischof Fortunatus Nwachukwu (61) wird neuer Ständiger Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen in Genf. Er übernimmt auch die Zuständigkeit für die dort ansässigen UN-Sonderorganisationen sowie die Welthandelsorganisation WTO. 

 

Europa. Die katholische EU-Bischofskommission COMECE und die ökumenische Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) haben eindringlich aufgerufen, sich gegen Corona impfen zu lassen. 

 

Frankreich. Der zurückgetretene Pariser Erzbischof Michel Aupetit hat eine Verleumdungsklage gegen das französische Boulevardmagazin „Paris Match" angekündigt. Er bezeichnete sich als „Opfer einer Intrige" bestimmter „Netzwerke", die es auf ihn abgesehen und entsprechend gehandelt hätten. Er wolle nicht hinnehmen, dass sein „Schweigen als Schuldeingeständnis interpretiert wird".

 

USA. Der Oberste Gerichtshof hat Dringlichkeitsanträge abgelehnt, in denen Pflegepersonal, Ärzte und andere Angestellte im Bundesstaat New York religiöse Ausnahmen für das geltende Impfmandat beantragt hatten. 

 

Mexiko. In Mexico City und in vielen Städten weltweit haben Katholiken am Sonntag den 490. Jahrestag der Marienerscheinungen von Guadalupe gefeiert. Nachdem das größte katholische Pilgerfest der Welt im Vorjahr aufgrund der Covid19-Pandemie ausgefallen war und nur dezentral in den Pfarren stattfand, kamen diesmal rund zwei Millionen Pilger in den ersten beiden Dezemberwochen in das Marienheiligtum.

 

Südafrikas katholische Bischöfe sind „tief besorgt" über die geplante Exploration von Öl- und Gasvorkommen vor der Küste des Landes. Die Regierung habe beschlossen, ihre Augen vor den negativen Auswirkungen auf die Umwelt zu verschließen, so der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Bischof Sithembele Sipuka. 

 

Philippinen. Zwei Bischöfe haben die Priester im Land im Vorfeld der Wahlen im kommenden Mai zum Verzicht auf politische Neutralität aufgefordert. Angesicht der herrschenden Unterdrückung könnten die Menschen im Kampf zwischen Gut und Böse nicht neutral bleiben. 


Äthiopien. Religionsvertreter aus der nordäthiopischen Tigray-Region hoffen im Konflikt mit Äthiopien auf die Intervention des Papstes. Franziskus werde als „Gewissen der Menschheit" betrachtet und habe somit die Chance, an einem Ende des Bürgerkriegs mitzuwirken.

 

Haiti. Auch die verbliebenen zwölf entführten Missionare sind nun freigelassen worden. 

 

Deutschland. Die Fraktionen der Ampel-Koalition in Deutschland haben bekräftigt, das Amt des Religionsbeauftragten fortzuführen. 

 

Italien. In Neapel hat sich wieder das Blutwunder des Stadtheiligen Januarius ereignet. Während einer feierlichen Zeremonie am 16. Dezember in der Kathedrale verflüssigte sich das in einer Glasampulle aufbewahrte eingetrocknete Blut des 305 enthaupteten Bischofs. 


Österreich

 

Österreich bekommt mit Marcus Bergmann einen neuen Botschafter beim Heiligen Stuhl. Der Diplomat folgt auch Franziska Honsowitz-Friessnigg, die seit 2018 dieses Amt ausübte. Zuvor war der 57-jährige Jurist in der Sektion EU Koordination und wirtschaftspolitische Angelegenheiten sowie im Völkerrechtsbüro tätig.  

 

Salzburg. Die sechs an der Spendenaktion „ArMut teilen“ beteiligten  Salzburger Stadtpfarren konnten bei ihrem bereits traditionellen „Umverteilungstag" Ende November diesmal ein Rekordergebnis von 48.200 Euro erzielen sowie etliche Sachspenden zugunsten von Menschen in Not sammeln.

 

Wien. In einem offenen Brief an den Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) hat die Katholische Aktion (KA) der Erzdiözese Wien das Vorgehen der Wiener Stadtregierung gegen Klimaaktivisten kritisiert. 

 

Oberösterreich. Die Diözese Linz begrüßt die Einführung des Klimatickets und unterstützt dieses zukunftsweisende Projekt mit einem „Klimaticket-Bonus" in der Höhe von bis zu 330 Euro für das Klimaticket OÖ oder Österreich. Alle Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer können den Bonus in Anspruch nehmen. 

 

Niederösterreich. Der Gründer und langjährige Geschäftsführer der Emmausgemeinschaft, Karl Rottenschlager (75), ist von der Stadt St. Pölten mit der Ehrennadel ausgezeichnet worden. 

 

Steiermark. In der Kinderporno-Affäre rund um einen in der Weststeiermark tätigen Geistlichen wurde Anklage erhoben. 

Englischer Kardinal teilt Impfaufruf von Fußballtrainer Klopp

Mit einem Zitat seines „Lieblingsfußballtrainers" Jürgen Klopp hat der britische Kardinal Vincent Nichols nachdrücklich zur Corona-Impfung aufgerufen. Der deutsche Trainer des Championsligisten FC Liverpool habe die Impfung bei einer Pressekonferenz am 15. Dezember als „Frage von Solidarität, Loyalität und Zusammengehörigkeit" bezeichnet, so der katholische Erzbischof von Westminster via Twitter.

Nichols schließe sich der Stimme des Trainers sowie von Papst Franziskus an, der die Impfung als einen „Akt der Liebe" bezeichnet hatte. Der Aufruf werde gerade in der Hauptstadt London „immer dringender", betonte der Bischofskonferenz-Vorsitzende von England und Wales. „Es ist echter Schutz - für euch selbst und für andere." 
Hinter seinen Beitrag setzte der geistliche Fußballfan den Hashtag #YNWA, der für das Clubmotto Liverpools steht: „You'll never walk alone" (Du wirst nie allein gehen).

FOTO: Erzdiözese Westminster.


Ehrung für Ordensfrau aus Österreich

Die Tiroler Ordensfrau Marianne Stöger (87) ist vom Internationalen Roten Kreuz mit der „Florence Nightingale Medal" ausgezeichnet worden. Die Ehrung wird jährlich an Krankenschwestern mit herausragenden Leistungen vergeben. 

Die Christkönigs-Schwester erhielt die Auszeichnung bereits als Ehren-Staatsbürgerin von Südkorea und Ehrenmitglied der Organisation südkoreanischer Krankenschwestern. Über sie und ihre Kollegin wurde bereits ein Film gedreht und Südkorea schlug beide 2018 für den Friedensnobelpreis vor. 

Stöger baute gemeinsam mit ihrer Kollegin Margit Pissarek auf der Insel Sorok, auf die Südkorea seit 1916 an Morbus Hansen bzw. „Lepra" Erkrankte verbannt hatte, über 43 Jahre hinweg die medizinische und soziale Versorgung der Kranken auf. Zudem trieben sie die Hilfe mit der Gründung zahlreicher Einrichtungen soweit voran, dass die Verbreitung von Morbus Hansen in Südkorea nahezu zum Stillstand gebracht werden konnte. 2005 kehrten Marianne Stöger und Margit Pissarek nach Österreich zurück.

Foto: Diözese Innsbruck/Magdalena Pittracher

„Pius-Parsch-Preis" für Lea Lerch

Die Liturgiewissenschaftlerin Lea Lerch ist mit dem „Pius-Parsch-Preis" ausgezeichnet worden. Die an das Wirken des Klosterneuburger Augustiner-Chorherrn und Liturgie-Pioniers erinnernde Auszeichnung wird vom Pius-Parsch-Institut für Liturgiewissenschaft und Sakramententheologie und der Liturgiewissenschaftlichen Gesellschaft Klosterneuburg ausgeschrieben, verliehen wurde er im Rahmen des Gedenkgottesdienstes anlässlich des Jahresgedenkens der Liturgiekonstitution des II. Vatikanischen Konzils durch Administrator Maximilian Fürnsinn. 

Lea Lerch ist seit Februar 2021 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Liturgiewissenschaft der Katholisch-Theologischen Fakultät in Tübingen. Davor war sie Mitarbeiterin am Pius-Parsch-Institut Klosterneuburg und Liturgiewissenschaftlerin in Würzburg. Ihr Theologie-Studium absolvierte Lerch in Freiburg im Breisgau.

Der mit 6.000 Euro dotierte und international renommierte Pius-Parsch-Preis ist die höchstdotierte liturgiewissenschaftliche Auszeichnung im deutschen Sprachraum. 
Foto: Pius Parsch Preis.

Familiengerechte Detektivgeschichte führt durch Stift Admont 

Ganz in der Tradition der benediktinischen Ordensregel „bete und arbeite und lies" hat das Benediktinerstift Admont nun erstmals ein Kinderbuch herausgebracht. In der Geschichte „Die Jagd nach dem gestohlenen Schatz" der Liezener Autorin Bettina Gruber wurde der wertvolle Abrogans, ein seltenes lateinisch-deutsches Wörterbuch, aus dem Stiftsmuseum gestohlen. Gott sei Dank sind dem Dieb jedoch die Hobbydetektive Benni und Ella auf der Spur. Dabei erkunden sie das Stift und erleben ein Abenteuer.
Bei ihrer Verfolgungsjagd betreten die Kinder nahezu jedes Gebäude auf dem Stiftsareal und lernen Bewohner kennen. Sie erfahren, wie sich das Leben der Admonter Mönchen gestaltet, welchen Aufgaben sie sich widmen und auf welchen Regeln ihr Alltag basiert. Dieses Kinderbuch gibt vielfältige Einblicke in den modernen Klosteralltag, heißt es auf der Klosterwebsite.
„Die Jagd nach dem gestohlenen Schatz" ist im Museumsshop des Stiftes Admont, in ausgewählten Buch- und Paierhandlungen in Liezen sowie auf Bestellung unter kinderbuch@stiftadmont.at erhältlich. (Infos: www.stiftadmont.at

Auch das noch...

Ethikunterricht: Minister Polaschek in der Spur Faßmanns

Der vor zehn Tagen angelobte neue Bildungsminister Martin Polaschek bleibt beim Ethikunterricht in der Spur seines Vorgängers Heinz Faßmann: Er verteidigte am Mittwoch im Rahmen der Nationalratsdebatte über die Umsetzung des Volksbegehrens „Ethik für alle" den von der Regierungskoalition gewählten Weg, den Unterricht im Regelunterricht für jene zu etablieren, die keinen Religionsunterricht besuchen. Er halte es für notwendig, dieses Modell auch auf die Primarstufe sowie die Sekundarstufe 1 auszuweiten, so der Minister.
Thema der kontrovers geführten Parlamentsdebatte  war das von knapp 160.000 Menschen unterzeichnete Volksbegehren, mit dem die Einführung eines vom Religionsunterricht entkoppelten Ethikunterrichts an allen Schulen mit Öffentlichkeitsrecht gefordert wurde. Dabei solle es sich um ein Pflichtfach für alle Schüler von der ersten Schulstufe an handeln. SPÖ- und NEOS-Abgeordnete bedauerten, dass diese zentrale Forderung nicht umgesetzt und der Ethikunterricht nur Wahlpflichtfach für nicht am Religionsunterricht teilnehmende Schüler wurde.
 

Christen und Juden in Ungarn: Ehe ist Verbindung von Mann und Frau

Die christlichen Kirchen und die jüdischen Gemeinden in Ungarn haben das Verständnis von Ehe als Verbindung zwischen Mann und Frau bekräftigt. In einer aktuellen gemeinsamen Erklärung betonen sie die Bedeutung jüdisch-christlicher Werte in Bezug auf Ehe, Familie und Menschenwürde. Ausdrücklich bezeichnen die Religionsvertreter ihr bereits am 9. Dezember veröffentlichtes Schreiben laut Portal „Magyar Kurir"  als eine "Reaktion auf die wachsende gesellschaftliche Debatte der letzten Zeit".
Die Erklärung beginnt mit einem Zitat aus dem biblischen Buch Genesis, in dem es heißt: "Gott erschuf den Menschen als sein Bild, als Bild Gottes erschuf er ihn. Männlich und weiblich erschuf er sie. Gott segnete sie und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt euch, füllt die Erde." 

Neue Don Bosco Bildungsanleihe für Salesianeruni in Ecuador aufgelegt

„Social Impact Investing" verspricht Anlegern - Privatpersonen oder Institutionen - finanzielle Rendite in Verbindung mit einem guten Zweck. Dass damit auch Entwicklungszusammenarbeit geschehen kann, zeigt das österreichische Hilfswerk „Jugend Eine Welt" vor: Dessen ethisch-nachhaltige „Don Bosco Bildungsanleihe" wird nach zwei erfolgreichen Ausgaben nun zum dritten Mal - für den Zeitraum 2021 bis 2027 - neu aufgelegt. Das von der Tochtergesellschaft „Don Bosco Finanzierungs GmbH" emittierte Finanzprodukt fördert mit Ausbau und Betrieb der Universidad Politecnica Salesiana (UPS) qualitativ hochwertige Bildung in Ecuador.
Die Universidad UPS wurde 1994 gegründet und bildet derzeit an ihren drei Standorten in Cuenca, Quito und Guayaquil über 24.000 junge Menschen in 27 Studienrichtungen aus. Seit Beginn verfügt die Privatuni über einzigartige Sozialprogramme, die es besonders Jugendlichen aus einkommensschwachen sowie indigenen Familien ermöglicht, eine qualitativ hochwertige Hochschulausbildung zu absolvieren. Studierende aus dem Volk der „Shuar", das im Amazonastiefland zu Hause ist, bekommen etwa einen völlig freien Studienzugang. 
 

Frankreich: Bischofshaus wird für Missbrauchsentschädigung verkauft

Die Diözese Creteil im Großraum Paris will das Bischofshaus verkaufen, um den Entschädigungsfonds für Opfer sexuellen Missbrauchs aufzustocken. 
Die Ankündigung von Bischof Dominique Blanchet wurde am Wochenende in allen Gottesdiensten der Diözese verlesen, wie die Zeitung „La Croix" berichtet.
„Wir hatten nicht viele Möglichkeiten, einen institutionellen Beitrag zu leisten, weil wir eine junge Diözese sind", erläutert Sprecherin Carine Cloix. Zudem habe man unbedingt vermeiden wollen, Gelder für Pfarren oder Seelsorge zu beschneiden. „So fiel die Wahl auf das Bischofshaus mit rund 250 Quadratmetern im Stadtzentrum."

Erneuter Fund im Geburtsort von Maria Magdalena
Israelische Forscher entdecken rund 2.000 Jahre alte Synagoge

In der israelischen Stadt Magdala (Migdal) am See Genezareth haben Archäologen erneut eine rund 2.000 Jahre alte Synagoge entdeckt. Es sei das erste Mal, dass zwei Synagogen aus der Zeit des Zweiten Tempels in einer Stadt gefunden wurden, zitierte die Zeitung „Haaretz" laut Katholischer Nachrichten-Agentur (KNA) die Ausgrabungsleiter. Bereits 2009 war in Magdala eine der ältesten Synagogen der Welt entdeckt worden, die in die Zeit zwischen 50 vor Christus und dem Jahr 100 unserer Zeitrechnung datiert wird.
Die Entdeckung einer zweiten Synagoge in dieser galiläischen Siedlung wirft ein Licht auf das soziale und religiöse Leben der Juden in dieser Zeit und spiegelt den Bedarf an einem speziellen Gebäude für das Lesen und Studieren der Thora und für gesellschaftliche Zusammenkünfte" wider, zitierte die Zeitung „Jerusalem Post" eine der Ausgrabungsleiterinnen, Dina Avshalom-Gorni.
Die Stadt Magdala…
… wird sowohl in den Schriften des jüdisch-hellenistischen Historikers Flavius Josephus als auch als Geburtsort von Maria Magdalena in den Evangelien erwähnt. Demnach war Maria Magdalena - auch bekannt als Maria aus Magdala - eine der Frauen, die mit Jesus reisten und seine Kreuzigung und Auferstehung miterlebten. "Wir können uns vorstellen, dass Maria Magdalena und ihre Familie hier zusammen mit anderen Bewohnern von Migdal (Magdala) in die Synagoge kamen, um an religiösen und gemeinschaftlichen Veranstaltungen teilzunehmen", so Avshalom-Gorni.
Den Fund der ersten Synagoge 2009 hatten Archäologen als Sensation bezeichnet. Grund dafür war ein in der Mitte der Haupthalle gefundener Steinquader mit der Abbildung des siebenarmigen Leuchters im Jerusalemer Tempel. Weltweit sind nach Angaben der Antikenbehörde nur sechs Synagogen aus der Zeit vor der Zerstörung des Jerusalemer Tempels im Jahr 70 bekannt.
Die neu entdeckte Synagoge sei nun kleiner und offenbar nicht so reich verziert wie die erste. Sie hat den Angaben zufolge die Form eines Quadrats, war aus Basalt und Kalkstein gebaut und verfügte über einen Hauptsaal und zwei weitere Räume. In einem der kleineren Räume befand sich ein Steinregal. Den Experten zufolge könnte es zur Aufbewahrung von Thora-Rollen gedient haben.
Foto: Israel Antiquities Authority.