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die neue Kirchenzeitung

2. Mai 2021

Wie findet man einen guten Bischof?

Wie findet man einen guten Bischof? Diese Frage stellte jüngst „Vatican News“ dem Chef der Bischofskongregation, die für die Verleihung der hohen Würde zuständig ist.
Der kanadische Kardinal Marc Quellet betonte, reife Persönlichkeiten würden gesucht, die ein „Gleichgewicht zwischen Handeln und Nachdenken“ zu halten wissen und über die Gabe der „Vorsicht“ verfügen.
„Die Kandidaten müssen einen festen Glauben haben, einen Geist der Offenheit hin zur universellen Kirche, Fähigkeit zur Seelsorge und zur respektvollen Menschenführung. Männer, die die Kirche – das Volk Gottes – mit einem großen Geist der Liebe und des Dienens zu leiten wissen.“
Die Verantwortlichen in der Bischofskongregation könnten sich bei der Suche auf ein „Netzwerk in den Ortskirchen“ stützen.

 Kardinal Ouellet spricht- entgegen den Tatsachen - von einer „synodalen Methode“: Das Volk Gottes werde konsultiert (!), dann die Nuntien, schließlich die Vollversammlung der Kongregation. Und das „Destillat aus all dem“ lande dann auf dem Schreibtisch des Papstes.
Tatsache ist freilich, wenn jemand einmal auserwählt wurde, muss er auf besagtes „Volk Gottes“ keinerlei Rücksicht  nehmen. Er kann schalten und walten, wie immer er will – siehe jetzt St. Pölten.
Autoritärer Machtmissbrauch? Absolutismus? Kontrollen gibt es keine.
Angst vor Entlassung und Absetzung ist rundum berechtigterweise groß.
Roms Kirche glaubt, damit den Willen des Jesus von Nazareth zu erfüllen. Dieser hätte angeblich dafür plädiert, sich niemanden zum Vorbild zu nehmen, der anderen populistisch  die Füße wäscht, sondern den Gott-ähnlichen Kaiser von Rom. Dann und nur dann würde man von Rom aus die Welt beherrschen können...                                  P. Udo 

Diözese Innsbruck ehrt Initiator des „Kirchenvolks-Begehrens" 

Die Diözese Innsbruck hat zwei Tiroler Persönlichkeiten am 25. April mit dem Petrus-Canisius-Orden,  der höchsten diözesanen Auszeichnung geehrt: Thomas Plankensteiner, den Religionspädagogen und Mitinitiator des „Kirchenvolks-Begehrens" 1995, sowie den früheren Innsbrucker Bürgermeister und Tiroler Landeshauptmann Herwig van Staa.
„Erneuerung der Kirche gibt es nur in Verbindung mit Christus", betonte Glettler in seiner Predigt bezugnehmend auf die 1995 in Österreich, Deutschland und Südtirol durchgeführte Unterschriftenaktion für eine Erneuerung der katholischen Kirche. Als Vorbild in diesem Sinne stellte der Innsbrucker Bischof einmal mehr den vor 500 Jahren geborenen Diözesanpatron dar, den heiligen Petrus Canisius (1521-1597). So wie der Vorkämpfer der Gegenreformation hätten auch die Geehrten ihre Talente großherzig in den Dienst des Bemühens um eine evangeliumsgemäße Reform der Kirche gestellt.
„Kirchenvolks-Begehren" nach den Missbrauchsvorwürfen  gegen Kardinal Hans Hermann Groer
Thomas Plankensteiner, geboren 1955, studierte Theologie, Germanistik und Geschichte und war Religionslehrer am Akademischen Gymnasium Innsbruck und später in vielen verschiedenen bildungspolitischen Funktionen tätig - u.a. als Landesschulinspektor. „Er war ein wichtiger Partner der Diözese im schulischen Bereich". 
Österreichweit bekannt wurde Plankensteiner durch das „Kirchenvolks-Begehren", das er gemeinsam mit der Religionspädagogin Martha Heizer nach den Missbrauchsvorwürfen  gegen den damaligen Wiener Erzbischof Hans Hermann Groer anstieß. Mehr als eine halbe Million Katholikinnen und Katholiken unterstützten 1995 die Forderungen „Aufbau einer geschwisterlichen Kirche", volle Gleichberechtigung der Frauen, Aufgabe der Zölibatsverpflichtung für Priester, die positive Bewertung der Sexualität und „Frohbotschaft statt Drohbotschaft". 
Bischof Glettler sagte in seiner Laudatio an Plankensteiner gewandt: „Ihre Stimme für die religiöse Dimension von Bildung, für die Bedeutung der katholischen Privatschulen, für die Wichtigkeit, Bildung auf dem Hintergrund eines christlichen Menschenbildes zu gestalten, war durch Ihr Engagement immer von Bedeutung und wurde ernstgenommen."-B

Kardinal Schönborn soll in St. Pölten vermitteln
Das Diözesanvolk bleibt uninformiert

Nach scharfer Kritik an den eigenmächtigen Umstrukturierungsplänen des St. Pöltner Bischofs Alois Schwarz hat Kardinal Christoph Schönborn zugesagt, sich „ein Bild zu machen“. Diese Vermittlerrolle wurde von Medien als sensationell bezeichnet.
Das diözesane Volk soll davon jedoch nichts erfahren.
Die aktuelle Ausgabe der St. Pöltner Kirchenzeitung „Kirche bunt“ informiert ihre Leser zwar über ein „virtuelles Tratschbankerl“ der Caritas und über Turbulenzen im Stift Klosterneuburg, jedoch nicht über die geplante Vermittlerolle des Wiener Erzbischofs.
Im Gegensatz dazu informierten andere Kirchenzeitungen aktuell: etwa jene der Diözesen Vorarlberg und Burgenland.
Auch auf der der offiziellen Website der Diözese St. Pölten fehlt der Bericht.

„Die Organisationsstruktur wird, sobald finalisiert, kommuniziert.“

Das Magazin „News“ informiert in der aktuellen Ausgabe (30.4.2021) unter dem Titel „Der Wiederholungstäter“ ausführlich: „Wo immer auch Alois Schwarz seiner klerikalen Tätigkeit nachgeht, fühlen sich Gläubige, Laien und kirchliche Mitarbeiter vor den Kopf gestoßen, übergangen, missachtet oder verletzt. Das war in den 17 Jahren als Kärntner Bischof so und ist es offenbar jetzt auch in der Diözese St. Pölten.“
Gegenüber „News“ hat Schwarz die Kritik an der Strukturreform und der Beauftragung des Kärntner Managementunternehmens zurückgewiesen. Sein Büro „bittet um Verständnis, dass zu laufenden Struktur- und Organisationsüberlegungen derzeit noch keine Auskunft gegeben werden könne: „Die Organisationsstruktur wird, sobald finalisiert, kommuniziert.“
Der Wiener Nuntius würde zu den Vorgängen beharrlich schweigen – „so wie er es schon bezüglich der Vorwürfe in Kärnten getan hat“. Auf Anfrage von „News“ hieß es aus dem Sekretariat von Pedro Lopez Quintana: „Der Apostolische Nuntius kann ihre Fragen nicht beantworten.“ Die Frage nach dem Warum blieb unbeantwortet.
 

Katholische Frauenbewegung zu Weiheämtern: „Wir können das!"

Den Zugang von Frauen zu allen Diensten und Ämtern in der katholischen Kirche hat die Katholische Frauenbewegung Österreichs (kfbö) gefordert. In einer Aussendung anlässlich des Festtags der Heiligen Katharina von Siena (29. April), den sich die kfbö 2014 zu ihrer Patronin erkoren hat, erklärte Vorsitzende Angelika Ritter-Grepl: „Mit dem Selbstbewusstsein, mit dem die Heilige Katharina in ihren kirchenpolitischen Briefen aufgetreten ist, treten wir, Frauen in der katholischen Kirche im Jahr 2021, auf und sagen: Wir können das! Wir haben das Charisma und die Ausbildung! Wir sind bereit, Verantwortung zu übernehmen!"
 

Graz ist Vorreiterin in Sachen Gleichstellung von Frauen

„Agenda", eine Vereinigung von rund 340 wissenschaftlich arbeitenden katholischen Theologinnen aus zehn Ländern, hat die Grazer Dogmatikprofessorin Gunda Werner (50) als Vorsitzende bestätigt. In der vergangenen zweijährigen Amtsperiode schlossen sich knapp 80 Frauen neu dem Netzwerk an.
Der Vorstand bekräftigte sein Ziel, dass Frauen mittelfristig in allen kirchlich-theologischen Veranstaltungen und Veröffentlichungen einen Anteil von 50 Prozent haben sollten. Zugleich müsse öffentlich „Lobbyarbeit und Solidarität für katholische Theologinnen" geleistet werden.
Die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Graz, wo Gunda Werner seit drei Jahren als erste Frau Dogmatik lehrt, ist Vorreiterin in Sachen Gleichstellung: Seit dem Start ins Wintersemester 2020/21 wird die Hälfte aller Institute von Frauen geleitet. Bereits seit 1994 hat die Fakultät den Schwerpunkt Frauen- und Geschlechterforschung eingerichtet.
Dem nachsynodalen Schreiben „Querida Amazonia" attestierte Werner in einem Gastkommentar im „Standard" im Vorjahr ein „fatales Frauenbild".

Schüsse auf designierten Bischof im Südsudan
Innerkirchliche Rivalitäten?

Im Südsudan ist der designierte Bischof von Rumbek, Christian Carlassare, bei einem Schuss-Attentat verletzt worden. Zwei Angreifer hatten in der Nacht auf den 26. April mehrere Schüsse auf den 43-jährigen Comboni-Missionar abgefeuert. Die Schüsse fielen offenbar in dem Haus, in dem Carlassare übernachtete. Carlassare wurde zunächst in einem Spital in Rumbek behandelt und dann nach Juba ausgeflogen. Dem Generalrat der Comboni-Missionare zufolge geht es ihm „den Umständen entsprechend gut".
Er habe versucht, mit den Angreifern zu sprechen, diese aber hätten die Waffe gezogen, ihm ins Bein geschossen und seien geflohen, schilderte der seit 16 Jahren im Südsudan tätige Bischof Christian Carlassare (43) in einem ersten Interview dem lokalen Radiosender „Eye Radio". "Sie waren nicht hier, um mich zu berauben oder zu töten, denn sie hätten mich leicht töten können", zeigte sich der aus Italien stammende Comboni-Missionar überzeugt.
Bisher verhaftete die Polizei mindestens zwei Dutzend Tatverdächtige. Bei 13 von ihnen soll es sich um Mitarbeiter von Carlassares Diözese handeln, wie „Eye Radio" berichtet. Laut dem Portal „ACI Africa", das sich auf anonyme Quellen aus der Diözese beruft, seien auch „drei Geistliche" unter den Festgenommenen. Ein leitender Polizeibeamter bestätigte dem Sender „Voice of America" zudem, dass auch örtliche Sicherheitskräfte zur Befragung in Gewahrsam genommen wurden. Etliche Politiker, darunter Südsudans Präsident Salva Kiir Mayardit, forderten zuletzt eine schnelle Aufklärung der „heimtückischen Tat".
Die Diözese Rumbek musste nach dem Tod des damaligen Bischofs Caesar Mazzolari im Juli 2011 zehn Jahre ohne Bischof auskommen. Beobachter vermuten dahinter innerkirchliche Rivalitäten. „Die Diözese ist bekannt für eine erbitterte interne Kirchenpolitik und etliche Geistliche aus dem Ausland wurden in der Vergangenheit angegriffen", berichtet der lokale Radiosender „Tamazuj". 

Vorwurf der Pflichtverletzung gegen drei deutsche Bischöfe

In Deutschland haben die katholischen Diözesen Trier, Limburg und München-Freising mit einer gemeinsamen Stellungnahme auf die Vorwürfe von Versäumnissen ihrer jeweiligen Bischöfe im Umgang mit einem Missbrauchsfall reagiert. Die „Zeit"-Beilage „Christ & Welt"  veröffentlichte zuvor Recherchen zu einem Fall in der Diözese Trier. Beim Umgang mit ihm hätten der heutige Münchner Erzbischof Reinhard Marx als Bischof von Trier (2002-2008) sowie sein Nachfolger in Trier, Stephan Ackermann, und dessen früherer Generalvikar Georg Bätzing, heute Bischof von Limburg und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, verschiedene Fehler begangen.
Bei Marx handle es sich um „mehrere eindeutige Pflichtverletzungen", schreibt die Zeitung und beruft sich auf die Einschätzung zweier Kirchenrechtsprofessoren. Dabei sei auch gegen Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz verstoßen worden.
Fehler eingeräumt
„Die Bischöfe und die anderen an diesem Fall maßgeblich Beteiligten wollen sich ihrer Verantwortung stellen", heißt es in der gemeinsamen Stellungnahme der Diözesansprecher. "In der Tat sind im Verlauf der Bearbeitung dieses Falles Fehler passiert, sowohl im Umgang mit Betroffenen als auch in der Handhabung der Bearbeitung." Die damals und heute in der Diözese Trier Verantwortlichen hätten dies „mehrfach öffentlich eingeräumt und ausdrücklich bedauert".
Nach Darstellung von „Christ & Welt" bekam Marx als Bischof von Trier 2006 „starke Hinweise", dass der betreffende Geistliche, ein in seiner saarländischen Gemeinde angesehener Pfarrer, ein Missbrauchstäter sein könnte. Marx sei aber untätig geblieben.
Der Pfarrer habe jahrelang weiter unbehelligt Kontakt zu Minderjährigen pflegen und mit ihnen Urlaub machen können. Achtmal sei der Priester in 15 Jahren wegen Missbrauchs angezeigt worden, ohne dass er aus dem Verkehr gezogen worden wäre.
Akten aus staatsanwaltlichen Ermittlungen, die nur wegen knapp eingetretener Verjährung eingestellt wurden, seien von der Diözese nicht angefordert worden. Der Vatikan sei nicht rechtzeitig informiert, anfangs sei nur mit dem Beschuldigten, nicht aber mit den Betroffenen gesprochen worden.
Kardinal Marx verzichtet auf deutschen Verdienstorden
Kardinal Reinhard Marx (67) hat bekannt gegeben, das deutsche Bundesverdienstkreuz nicht in Empfang nehmen zu wollen. In einem Brief an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bat Marx, auf die geplante Auszeichnung zu verzichten. Dies sei mit Rücksicht auf diejenigen, die daran Anstoß nähmen, der richtige Schritt. Missbrauchsbetroffene aus Köln und aus Trier hatten die Ehrung mit Blick auf die nicht aufgearbeitete Rolle von Marx in mehreren Missbrauchsfällen kritisiert.
Mehrere Missbrauchsbetroffene begrüßten in ersten Reaktionen den Verzicht von Marx. Der Verein Missbit aus der Diözese Trier nannte den Entschluss die „einzig richtige Möglichkeit". Die Ankündigung, auf die Ehrung zu verzichten, zeige, dass Marx die Kritik sehr ernst nehme, sagte Missbit-Sprecher Hermann Schell. Zugleich störe ihn aber, dass der Münchner Erzbischof und frühere Bischof von Trier inhaltlich bisher nicht weiter Position zu den von Betroffenen geäußerten Kritikpunkten beziehe.
Auch der Sprecher der Betroffeneninitiative "Eckiger Tisch", Matthias Katsch, begrüßte die Entscheidung des früheren Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz. "Respekt!", kommentierte Katsch auf Twitter. Er selbst war im April gemeinsam mit dem Jesuitenpater Klaus Mertes mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt worden.
 

US-Präsident Biden folgt Papst Franziskus:
Armenier-Massaker war ein „Völkermord“

Zwischen 1915 und 1918 sind im damaligen Osmanischen Reich bis zu 1,5 Millionen christliche Armenier ermordet worden. Während Historiker vom „ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts" sprechen, räumt die Türkei als Rechtsnachfolgerin des Osmanischen Reichs lediglich Massenvertreibungen und gewalttätige Auseinandersetzungen mit mehreren Hunderttausend Toten ein.
Bereits 2015 hat Papst Franziskus eine klare Position bezogen. In einem Gottesdienst zum 100. Jahrestag des Beginns der Armenier-Verfolgung bezeichnete er die Ereignisse als „ersten Genozid des 20. Jahrhunderts". Er mahnte die Türkei, die Erinnerung an den Völkermord zu pflegen: „Wo es keine Erinnerung gibt, hält das Böse die Wunde weiter offen", so Franziskus.
Jetzt hat auch US-Präsident Joe Biden das Massaker ausdrücklich als „Völkermord" bezeichnet. Es handle sich um die Bestätigung einer historischen Tatsache und gehe nicht darum, der Türkei „Vorwürfe zu machen", betonte Biden am 106. Jahrestag des Massakers. Nach US-Medienberichten hatte zuvor bereits Präsident Ronald Reagan 1981 das Wort „Völkermord" verwendet, seine Nachfolger allerdings nicht mehr.
Der armenische Katholikos Karekin II. in Jerewan dankte dem US-Präsidenten postwendend.
Die Türkei wies Bidens Erklärung empört zurück.
Vatikan gedachte, Papst spendete
Kurienkardinal Leonardo Sandri sprach anlässlich des Gedenktags im Päpstlichen Armenischen Kolleg in Rom von einem „Schandfleck in der Geschichte der Menschheit" und „systematisch geplantem Leid". Dennoch hätten die Armenier den „Schatz des Glaubens" nicht verloren, so der Präfekt der Ostkirchen-Kongregation. Der Völkermord von damals „zwingt uns jeden Tag, uns mit der Frage des Bösen in der Menschheitsgeschichte" auseinanderzusetzen, sagte Sandri.
Papst Franziskus hat ein Zeichen gesetzt und medizinisches Gerät für die Behandlung von Covid-19-Patienten in Armenien gespendet.

Haiti: Alle entführten Kirchenleute sind wieder frei 

Alle katholischen Ordensleute, die am 11. April in Haiti entführt wurden, sind freigelassen worden. Das teilte die Gesellschaft des Heiligen Jakob mit, der ein Teil der Entführten angehört. 

Man habe die Mitbrüder, die Schwestern und übrigen Entführten bei guter Gesundheit vorgefunden, so die Missionsgesellschaft in einer Erklärung. Die örtliche Bischofskonferenz bestätigte diese Information gegenüber Vatican News. 

Die Gemeinschaft zeigte sich gegenüber den Botschaftern Frankreichs und der USA „für ihren diskreten und wirksamen diplomatischen Beitrag“ zur Freilassung der Geiseln erkenntlich und dankte darüber hinaus „allen politischen und moralischen Autoritäten des Landes und den Regierungen für ihre unermüdliche Unterstützung". Drei der sieben entführten Ordensleute waren bereits vor einer Woche freigelassen worden. 

Hilfswerk: In Lateinamerika sind auch viele Priester unter den Covid-Toten

Auf die große Zahl der an einer Covid-19-Erkrankung verstorbenen Priester und Ordensleute in Lateinamerika macht das internationale katholische Hilfswerk „Kirche in Not" aufmerksam. Allein in Venezuela seien seit Ausbruch der Pandemie 24 Priester und damit rund 1,2 Prozent aller Priester des Landes an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben. 
Wer für die Kirche arbeite, könne es wegen der Berufung zum Dienst am Nächsten und trotz Vorsichtsmaßnahmen nicht vermeiden, sich dem Virus auszusetzen, zitierte das Hilfswerk in einer Aussendung aus einer Erklärung der Venezolanischen Bischofskonferenz.
Noch dramatischer ist laut „Kirche in Not" die Lage in Mexiko. Dort seien in den vergangenen Monaten seit Ausbruch der Viruskrise 245 Priester und Ordensleute infolge einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Unter den Toten sind fünf Bischöfe, 221 Priester und Ordensleute, 11 Diakone und acht Ordensschwestern, so das Hilfswerk unter Berufung auf Daten des mexikanischen Katholischen Multimedialen Zentrums (CCM).
Auch in anderen Ländern wie Peru, Kolumbien oder Bolivien sei die Situation ernst. Oft liegen aber keine aktuellen Daten zu Corona-Infektionen und Todesfällen im Klerus vor. 
Etliche Priester und Ordensschwestern hätten sich bei ihrer "heroischen Arbeit der Hingabe und des Dienstes für die Bedürftigsten oder bei der Sorge um die Gesundheit der Seele" angesteckt, so "Kirche in Not"-Projektleiterin Regina Lynch. Trotz vieler Todesfälle würden Priester und Ordensleute auch weiterhin Erkrankte und Gläubige seelsorglich begleiten und versuchen, den Menschen Trost zu spenden.
Foto: Kapuziner bringen Nahrungsmittel zu armen Gemeinden © Kirche in Not

Historiker Wolf: Tausende Juden baten Papst Pius XII. um Hilfe

Der deutsche Historiker Hubert Wolf hat in den Vatikanarchiven rund 15.000 Bittschriften von Juden aus ganz Europa entdeckt, die sich wegen ihrer Verfolgung durch die Nationalsozialisten hilfesuchend an Papst Pius XII. wandten. „Diese Briefe sind eindrucksvolle Egodokumente, erschütternde Zeugnisse der Verfolgung, der Not und des Schreckens während der nationalsozialistischen Herrschaft", sagte Wolf der Zeitschrift „Herder Korrespondenz“.
Der Heilige Stuhl habe wann immer möglich, auf die Hilferufe reagiert, sagte Wolf - etwa mit „Geld, Essen oder einem Unterschlupf". Auch bei Anfragen nach einem Visum oder Geld für eine Schiffspassage, um der Deportation in die Vernichtungslager zu entkommen, habe der Papst manchmal helfen können. Die Quellen zeigten, dass Pius XII. „nicht wenige" Bittschreiben selbst gelesen und dann eine Entscheidung zur Hilfe getroffen habe.
Ausführlich geht Wolf auf die Bitten einer Gruppe Juden ein, die aus Portugal nach Brasilien fliehen konnte. Hier habe sich der Papst selbst für Visa eingesetzt. Der vatikanische Botschafter in Portugal habe die Gruppe, darunter Kinder, zum Hafen in Lissabon begleitet, von wo aus sie nach Rio de Janeiro fliehen konnten.
Wer waren die Briefschreiber?
Zugleich betont Wolf, es sei derzeit noch zu früh für eine Einschätzung, ob das Handeln von Pius XII. in der Zeit des Nationalsozialismus grundsätzlich neu bewertet werden müsse. Er sei aber davon überzeugt, dass das Bild von Papst Pius XII. sicher vielschichtiger gezeichnet werden müsse, „als es derzeit oft geschieht".
Die von einem Historiker-Team unter Leitung von Wolf entdeckten Dokumente liegen in den Archivbereichen zum Pontifikat von Pius XII. (1939-1958), die der Vatikan vor einem Jahr für die Forschung öffnete. Die Auswertung und Bewertung der Briefe wie des gesamten, neu zugänglichen Archivmaterials stünden noch am Anfang, sagte Wolf.
Der Historiker kündigte an, die Bittbriefe online zusammenzustellen und zu veröffentlichen. Wünschenswert sei, möglichst viele Biografien der Briefeschreiber zu erforschen. 
 

Moskauer Patriarchat verurteilt Exorzismen durch Laien

Nach Kontroversen um von Gläubigen auf eigene Faust durchgeführten Exorzismen will die Russische Orthodoxe Kirche eine bessere Regulierung dieser Praxis erarbeiten. Metropolit Hilarion (Alfejew), Leiter der Abteilung für kirchliche Außenbeziehungen des Moskauer Patriarchats, hatte bereits im vergangenen Dezember deutlich darauf hingewiesen, dass Exorzismen nicht zu den Aufgaben von Laien gehörten. Jeder Verdacht einer dämonischen Besessenheit müsse mit einem Priester erörtert werden. Exorzismen durch Laien seien „inakzeptabel und extrem gefährlich". Sie dürften nie an Kindern ausgeführt werden. Außerdem dürfe man psychische Krankheiten nicht mit dämonischer Besessenheit verwechseln.  
Anlass war laut dem Ökumene-Fachdienst der deutschen Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) der Fall eines zehnjährigen Buben, dessen Eltern aufgrund „äußerst seltsamen Verhaltens in der Kirche" eine Besessenheit vermuteten und einen eigenmächtigen Exorzismus-Ritus durchführten. Ein Video des Rituals wurde von vielen Medien aufgegriffen und führte zu einer heftigen Debatte. Seit 2011 sind angeblich in Russland mindestens drei Menschen, darunter ein neunjähriger Junge, an den Folgen eines exorzistischen Rituals gestorben.
Der Metropolit erklärte, eine kirchenamtliche Stellungnahme zum Exorzismus sei dringend notwendig geworden, da in Russland nicht selten solche Exorzismen - volkssprachlich oft als „Reinigung (ocistka)" bezeichnet - vielfach von selbsternannten „Starzen" ohne jegliche kirchliche Bevollmächtigung und Ausbildung und nicht gemäß der vorgesehenen liturgischen Ordnung praktiziert würden, sich aber bei etlichen Gläubigen einer fast abergläubischen Beliebtheit erfreuten.

Die ermordete Missionarin Nadia

50 Jahre alt ist sie geworden: die Norditalienerin Nadia De Munari, die vergangene Woche in Peru ermordet wurde. Sie gab ihr Leben im Dienst an armen Kindern, berichtet „Vatican News“.
Sie war in Nuevo Chimbote rund 400 Kilometer nördlich der Hauptstadt Lima tätig, wo sie eine Volksschule und einen Kindergarten für 500 Kinder aus armen Verhältnissen führte.
Nadia De Munari wirkte in Nuevo Chimbote in Betreuungseinrichtungen der Bewegung Mato Grosso, die der italienische Priester Ugo De Censi 1967 gegründet hatte. „Ich kannte sie, seit sie 17 Jahre alt war“, erzählt uns am Telefon Massimo Casa, der mit seiner Frau und vier Kindern eine Missionsbruderschaft in Schio gegründet hat; dort kam auch Nadia unter, wenn sie aus Peru kam und in der Heimat Station machte. In den 90er-Jahren wuchs in Nadia, einer gelernten Kindergärtnerin, der Wunsch, ihr Leben mit Armen zu teilen, sie sammelte erste Erfahrungen in Ecuador und landete schließlich als Laienmissionarin in Peru.
Nuevo Chimbote, so erzählt es Massimo Casa, ist eine Stadt in der Wüste, die von einer Kleinstadt in wenigen Jahren zu einer Metropole wurde. „Leider hat die Expansion zu Elendsvierteln, Ausdehnung auf die Wüste, sozialen Spannungen und vielen Situationen der Erniedrigung geführt. 

 In dieser Situation gründeten wir fünf bis sechs Kindergärten, die Nadia betreute. Sie verfolgte sowohl die Kinder als auch die Ausbildung der Lehrer und somit auch die Familiensituationen mit großer Aufmerksamkeit.. 

Denn in dem Moment, in dem man in das Leben eines Kindes eintritt, das man begleitet, wird man unweigerlich auf Familiendramen aufmerksam, darauf, wie Armut und Elend Grenzen überschreiten, die man sich nicht vorstellen kann.“ 
Nadia habe diese Aufgabe mit ganzer Seele wahrgenommen, erinnert sich Massimo Casa. „Sie liebte diese Vorstellung, Kindern eine Ausbildung zu bieten, ein Training, um schon in jungen Jahren damit zu beginnen, das soziale Gefüge zu verändern. Wenn man damit anfängt, Kindern ein wenig Zuneigung, Liebe, Bezugspunkte zu geben, dann kann man wahrscheinlich eine Gesellschaft heilen, die bis ins Mark krank ist.“
Die Bewegung Mato Grosso ist eine nicht-konfessionelle Bewegung, aber Don Ugo De Censi, Ihr Gründer, sagte gerne: Wenn ihr euch für andere einsetzt, werdet ihr sehen, dass ihr Gott braucht, ihr werdet euch wünschen, ihm zu begegnen. 
Ob Nadia Gott gefunden hatte, getraut sich ihr väterlicher Freund nicht zu sagen. Aber: „Ihre Sensibilität brachte sie dazu, Ihn jedes Mal zu suchen. Sie hörte nie auf, ihr Verlangen, ihr Herz, mit der Suche zu füllen. Gottesbeweise oder Wunder sah sie nie, aber die Hoffnung führte sie immer dazu, Tag für Tag ihre Aufgaben zu tun.“

Kurznachrichten

Papst Franziskus hat sich „sehr betrübt" über das jungste Bootsunglück mit Dutzenden ertrunkenen Migranten im Mittelmeer geäußert. „Es ist eine Schande", sagte das Kirchenoberhaupt am 25. April beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz. Die Betroffenen hätten tagelang vergebens um Hilfe gefleht.

 

Papst Franziskus verbietet in einem neuen Erlass den Kurien-Mitarbeitern, Geld in Steuerparadiesen anzulegen oder ethisch bedenkliche Investments einzugehen. Überdies untersagt er allen Mitarbeitern, Geschenke im Wert von mehr als 40 Euro anzunehmen.

 

Der Vatikan bietet in diesem Jahr wieder ein Sommercamp für Kinder seiner Angestellten im Alter zwischen 5 und 13 Jahren an. Sie können den Juli über in den Vatikanischen Gärten betreuten Aktivitäten und Sportarten nachgehen, schwimmen und auf Hüpfburgen toben.

 

China. Weil er einem Bischof seine Privatkapelle für eine Messe zur Verfügung stellte, ist ein 56-jähriger Katholik zu umgerechnet 25.500 Euro Geldstrafe verurteilt worden. 

 

Tschechien. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Jan Graubner, schildert in einem neuen Buch seine Erfahrungen aus einer schweren Covid-19-Erkrankung Ende vergangenen Jahres. Unter dem Titel „Frömmigkeit ist nützlich für alles" legt der 72-jährige Olmützer Erzbischof Zeugnis darüber ab, was er „an Leib und Seele erlebt hat", welche Einschränkungen er verspürte und „wie ihn Gott in der tiefsten Krise berührt hat".

 

In der Schweiz wird demnächst über die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare abgestimmt. Ein überparteiliches Komitee hat unter dem Slogan „Ja zu Ehe und Familie, Nein zur Ehe für alle" mehr als 61.000 gültige Unterschriften für die Durchführung der Volksbefragung eingereicht. 

Im Vorjahr wurde die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare eingeführt Lesbische Ehepaare erhielten Zugang zur Samenspende. 

Deutschland. Die Deutsche Bischofskonferenz kritisiert die für den 10. Mai geplanten bundesweiten Segnungsgottesdienste für gleichgeschlechtliche Paare. Segnungsgottesdienste hätten ihre eigene  pastorale Bedeutung und wären nicht als Instrument für kirchenpolitische Manifestationen oder Protestaktionen geeignet.

 

Mexiko. Die katholische Kirche hat ein neues Netzwerk für den Umweltschutz ins Leben gerufen. In dem Bündnis „Ökologisches Mesoamerika" sind mehr als 40 kirchliche und zivilgesellschaftliche Organisationen zusammengeschlossen, wie lokale Medien berichten. Ziel der von Yucatans Erzbischof Gustavo Rodriguez Vega geleiteten Organisation ist die länderübergreifende Arbeit für einen nachhaltigen Umweltschutz in Mexiko und Mittelamerika. 


USA. Zahlreiche katholische Colleges und Universitäten wollen ab dem kommenden Wintersemester nur noch Schüler und Studenten zulassen, die einen Impfnachweis vorlegen können. Dies soll auch für das Lehr- und Verwaltungspersonal gelten. 

Österreich

Österreich. Ähnlich wie die katholische Kirche mit der Caritas und die evangelische Kirche mit der Diakonie, will jetzt auch die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) eine eigene Hilfsorganisation aufbauen. 

 

Wien. Mit Beratungen über den Ausbau der Palliativ- und Hospizversorgung ist am Montag das von der Regierung eingerichtete 26-köpfige „Dialogforum Sterbehilfe" gestartet, das in den nächsten Tagen Vorschläge für eine gesetzliche Neuregelung der Suizidbeihilfe liefern soll. 

 

Salzburg. Die Erzdiözese unterstützt gemeinsam mit der Caritas und dem Land  Flüchtlinge in Griechenland und Bosnien-Herzegowina  mit insgesamt 159.000 Euro.

 

Niederösterreich. Das Stift Herzogenburg startet am 5. Juni wieder seine traditionellen monatlichen Kindersamstage. 

Papst empfängt Nonnen aus italienischem Erdbebengebiet

Zwölf Klarissen aus den Abruzzen haben am Montagmorgen, 25. April,  Papst Franziskus im Vatikan besucht. Ihr Kloster bei L'Aquila war 2009 bei einem Erdbeben stark beschädigt worden – dennoch verzeichnet ihre Gemeinschaft viel Zuwachs.
Bei dem Unglück vor zwölf Jahren starb auch die damalige Äbtissin Gemma Antonucci, weitere Mitschwestern wurden verletzt. „Sie haben großen Schmerz erfahren, aber auch die liebevolle Fürsorge Ihres himmlischen Vaters und die Solidarität so vieler Menschen“, sagte Papst Franziskus den Nonnen laut Redemanuskript. Er erinnerte daran, wie die Gemeinschaft nach dem Erdbeben zehn Jahre lang in einem provisorischen Haus lebte, dann aber in ihr inzwischen wieder instandgesetztes Kloster in Paganica zurückkehren konnte. „Jetzt blüht Ihre Gemeinschaft auf, sie besteht aus zwölf Nonnen, alle jung“, so der Papst. „Das ist die Botschaft, die Sie den Menschen gegeben haben: Angesichts der Tragödie ist es notwendig, von Gott und von der geschwisterlichen Solidarität her neu zu beginnen. Vielen Dank dafür!“
Franziskus dankte den Klarissen auch für die Osterkerze, die sie ihm für die Kapelle seiner Residenz Santa Marta geschenkt hatten. Und er bat sie darum, weiterhin „betend und tröstend für die Bevölkerung da zu sein, die durch die schreckliche Erfahrung schwer geprüft ist und immer noch Trost und Ermutigung braucht.“
Mittelitalien wird immer wieder von Erdbeben heimgesucht, deren zerstörerische Folgen Menschen nicht selten über Jahrzehnte begleiten, weil der Wiederaufbau nur schleppend verläuft.

Auch das noch...

Vorsitzender der Bischofskonferenz rechnet mit Priestermangel in Polen

Der katholischen Kirche in Polen wird es nach den Worten des Posener Erzbischofs Stanislaw Gadecki in naher Zukunft an Priestern mangeln.
Mit Verweis auf die stark rückläufige Zahl an Priesteranwärtern in der westpolnischen Erzdiözese Posen (Poznan) erklärte Gadecki  in einem Hirtenbrief: „Wenn wir diese Zahlen miteinander vergleichen, sehen wir leider, dass wir in naher Zukunft mit einem erheblichen Verlust an Geistlichen rechnen müssen, den viele Pfarren spüren werden."
Vor allem in größer werdenden Vororten Posens müssten dringend neue Pfarren geschaffen werden, so Gadecki, der auch Vorsitzender der Polnischen Bischofskonferenz ist. Gleichzeitig sei es „aufgrund des Priestermangels" notwendig, kleinere Pfarren zusammenzulegen, sodass ein Geistlicher dann zwei oder mehr ehemalige kleine Pfarren betreue.
 

Ukrainischer Präsident bittet um Kirchenhilfe gegen Covid und für Frieden

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat am 28.April die Oberhäupter der beiden orthodoxen Kirchen seines Landes sowie der Ukrainischen Griechisch-katholischen Kirche zu einem Gespräch geladen. Das berichtete der Pro Oriente-Informationsdienst. Metropolit Onufrij (Berezowskij) von der Ukrainischen Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats, Metropolit Epifanij (Dumenko) von der Orthodoxen Kirche der Ukraine, und Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk von der Ukrainischen Griechisch-katholischen Kirche, folgten der Einladung des Präsidenten. Im Mittelpunkt der Begegnung in Kiew standen die Pandemie und der zuletzt wieder heftig ausgebrochene Konflikt in der Ostukraine.

Nigerianischer Bischof verteidigt Moscheebau 

Der katholische Bischof Stephen Dami Mamza sorgt im Nordosten Nigerias mit dem Bau eines Dorfes für christliche und muslimische Binnenflüchtlinge für Aufsehen. Die Diözese Yola finanzierte dabei unter anderem eine Moschee und löste in der Öffentlichkeit und den Sozialen Medien Debatten aus, wie das deutsche Hilfswerk missio Aachen jetzt mitteilte. 
Der Bischof gibt auf Kritik die Antwort: „Ich bin ein Christ, ein Bischof und ein Seelsorger, und deshalb darf ich niemandem das Recht verweigern, seinen Glauben auf seine Weise zu praktizieren." Die muslimischen Familien in der neuen Dorfgemeinschaft hätten das Recht, in einer Moschee ihren Glauben zu leben. Das sei "eine Frage der Religionsfreiheit, die im säkularen Staat Nigeria garantiert" sei, so Mamza. Das gelte für Muslime und Christen gleichermaßen. Es gebe viele Regionen in Nigeria, in denen Christen keine Kirchen bauen oder Land erwerben könnten; "das darf auch nicht sein - und deshalb will ich mit dem Moscheebau ein Zeichen setzen", betonte er.
 

70 Dollar für einen Gottesdienst?

Nachdem Papst Franziskus den Rücktritt des ecuadorianischen Bischofs Julio Parrilla Dias (75) von Riobamba angenommen hat, berichten örtliche Medien über Vorwürfe gegen die bisherige Diözesanleitung. Zugleich trat auch der im Oktober ernannte Koadjutorbischof Gerardo Miguel Nieves Loja (57) zurück. 
Eine spanische Missionarin, die seit 40 Jahren in Ecuador lebt, soll über schlechte Amtsführung berichtet haben, heißt es in „El Universo". So sollen seelsorgerische Dienste gegen Gebühr verkauft worden sein. Gottesdienste seien für 70 US-Dollar angeboten worden. Andere Medien berichten über fehlende Nachweise zu verkauftem Landbesitz der Kirche oder Bauvorhaben. Niemand wisse, wo das Geld geblieben sei. Außerdem gibt es Berichte über eine „Kultur der Homosexualität" unter Priestern. 

Schwerstbehinderte italienische Ordensfrau heiliggesprochen

Die bereits 1609 seliggesprochene italienische Ordensfrau Margareta von Citta di Castello (1287-1320) ist am 24. April von Papst Franziskus heiliggesprochen worden.

Die blinde und körperlich missgebildete Margareta wurde in jungen Jahren von ihren adeligen Eltern verstoßen. 
Dominikanerinnen nahmen sie auf und gewährten ihr eine religiöse Ausbildung. 

Bereits zu Lebzeiten hielten Mitmenschen die Heiligkeit der spirituell begabten Frau für offensichtlich. Sie drangen darauf, dass die mit etwa 33 Jahren Verstorbene in der Kirche beigesetzt wurde.

Am 9. Juni 1558 hat man ihre sterblichen Überreste neu gebettet, weil ihr Sarg verrottet war. Dabei wurden ihre Kleider verfault gefunden, aber ihr Körper war unversehrt. 

Margareta war nur etwa 1,2 Meter groß und ihr Kopf proportional größer als ihr üblicher Körper, sie hatte auch eine außergewöhnliche Nase. Ihre Zähne waren klein, flach und gezackt. Ihre Hände und Füße waren klein, der rechte Fuß etwa 4 cm kürzer als der linke – der Grund für ihr Hinken.

Die Italienerin gilt als Patronin der Blinden.