JA 

die neue Kirchenzeitung

 21. Jänner 2024 

Lesungen:  Lesungen:  Jona 3,1-5.10; 1 Kor 7,29-31. Evangelium: Mk 1,14-20.

Ministranten a.D.

In einer Zeit, in der in Österreich die Austritte aus der katholischen Kirche sprunghaft zunehmen, ist es Balsam für meine Seele, was ich jüngst vom Wiener Bürgermeister Michael Ludwig lesen durfte:
„Ich bin der katholischen Kirche immer treu geblieben, habe als Kind ministriert und war auch als Sternsinger unterwegs."


Auch sein Vorgänger, Michael Häupl, war einst Ministrant.
Und dessen Freund über alle Parteigrenzen hinaus: Erwin Pröll.
Ost-Österreich – Land und Kirche – kann den Ministranten a.D. dankbar sein.
Und stolz auf sie, meine ich, der ich auch einst Gott, Pfarrer und Volk dienen durfte.    P. Udo

Bürgermeister Michael Ludwig: Bin der katholischen Kirche immer treu geblieben 

Christliche Werte sind wichtig für die Gesellschaft und haben auch in der Sozialdemokratie einen hohen Stellenwert. Das hat der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) bei einem Podiumsgespräch mit dem Moraltheologen Prof. Matthias Beck zum Thema „Christentum und Politik" am Montagabend in Wien unterstrichen. Die Liebe zu Gott, zum Nächsten und zu sich selbst stehe im Zentrum der christlichen Botschaft und beschreibe damit die drei Dimensionen des Menschseins. Diese „3D-Liebe" sei nicht nur die Hauptbotschaft des Christentums, „sie ist auch für die Sozialdemokratie zentral", so der Wiener Landeshauptmann. Zu seinem persönlichen Glauben sagte er u.a.: Ich bin der katholischen Kirche immer treu geblieben, habe als Kind ministriert und war auch als Sternsinger unterwegs."

„Für die Menschen da sein." - Dieser Anspruch gelte für sozialdemokratische Politik genauso wie für die Kirche, führte Ludwig weiter aus. Zur Erfolgsgeschichte der Zweiten Republik gehöre auch, dass zwischen Kirche und Sozialdemokratie „Missverständnisse mit realem Hintergrund" aufgelöst und durch Brückenbauer wie Kardinal Franz König und Bundeskanzler Bruno Kreisky  - „auch gegen Widerstände aus den eigenen Reihen" - überwunden werden konnten. 

„Sehr gutes Miteinander unter den Kirchen und Religionen“

Nicht zuletzt durch das Wirken der Wiener Erzbischöfe - ausdrücklich nannte der Bürgermeister Kardinal Christoph Schönborn - gebe es in Wien ein sehr gutes Miteinander unter den Kirchen und Religionen. Es sei ihm, Ludwig, immer wichtig gewesen, „unter den Religionen das Verbindende zu fördern und Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten", sei es noch als Wohnbaustadtrat beim Projekt „Campus der Religionen" in der Seestadt Aspern oder jetzt als Bürgermeister mit dem kürzlich ins Leben gerufenen Religionsrat. 

Das gute Verhältnis von Stadt und Kirche…

… zeige sich auch in konkreten Projekten. So würden jährlich rund 1 Million Euro aus dem Stadtbudget in kirchliche Bauprojekte gehen. Auch das halte das Christliche in der Öffentlichkeit präsent, so Ludwig. Selbst wenn der Anteil von Christen in Wien geringer werde, so würde das Christentum im "Werte-Wettbewerb" nach wie vor eine große Rolle spielen. „Auch für Zuwanderer kann es interessant sein, sich am Christentum zu orientieren." Christen sollten daher nicht aus Bequemlichkeit schweigen, sondern für ihren Glauben mit Argumenten werben, so Ludwig. Abzulehnen sei jedoch dabei jede Art von Zwang. 

 

Religionsunterricht in der Steiermark: Deutliches Stadt-Land-Gefälle

In der Steiermark besucht ein hoher Anteil der Volks- und Mittelschülerinnen und -schüler den katholischen Religionsunterricht, in der Landeshauptstadt Graz ist der Prozentsatz vor allem wegen der starken Präsenz muslimischer Schüler deutlich geringer. Das geht aus einer Anfragebeantwortung des steirischen Bildungslandesrates Werner Amon an die FPÖ im Landtag hervor, über die die „Kleine Zeitung" und die „Kronen Zeitung" am Dienstag berichteten.

Die Zahlen im Detail: An steirischen Volksschulen nehmen knapp 83 Prozent der Schüler am katholischen Religionsunterricht teil, rund zehn Prozent am islamischen und etwa 3,5 Prozent am evangelischen. Sogar knapp 86 Prozent der Schüler besuchen an den steirischen Mittelschulen den katholischen Religionsunterricht, rund neun Prozent den islamischen und etwa 2,5 Prozent den evangelischen.

Von einem deutlichen Stadt-Land-Gefälle berichtet die „Kleine Zeitung" vor dem Hintergrund der Zahlen aus Graz: Dort nehmen rund 55 Prozent der Grazer Volksschüler am katholischen Religionsunterricht teil, 32 Prozent am islamischen und sechs Prozent am orthodoxen bzw. evangelischen. 

An den Grazer Mittelschulen sind rund 34 Prozent im katholischen Religionsunterricht, mehr als die Hälfte - 53 Prozent - im islamischen und zehn Prozent im orthodoxen. In der „Krone" wird dazu unter dem Titel „Islam weiter am Vormarsch" die Mittelschule Graz-Algersdorf herausgehoben, wo von 144 Schülern sogar 113 islamischen Religionsunterricht bekommen.

 

Innsbruck: Theologie-Studentin gewinnt internationalen Essaywettbewerb

Die Innsbrucker Theologie-Studierende Christina Mair hat den internationalen Essaywettbewerb „Challenges of Human Fraternity" (Herausforderungen menschlicher Geschwisterlichkeit) des Forschungsnetzwerks PLURIEL gewonnen. Mair, die an der Universität Innsbruck Katholische Theologie, Englisch und Ethik auf Lehramt studiert, gewann den Wettbewerb mit ihrem Aufsatz „Human Fraternity - more than words", in dem sie dafür plädierte, Geschwisterlichkeit als gelebte Praxis zu begreifen und in die Tat umzusetzen. Das teilte die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Innsbruck am Dienstag mit.

Anstelle eines Preisgeldes erhält Mair ein Stipendium zur Teilnahme am 4. Internationalen Kongress des Forschungsnetzwerks PLURIEL (Plateforme universitaire de recherche sur l'islam / Universitätsplattforum zur Erforschung des Islam). Anlässlich des fünften Jahrestages des „Dokuments über die Geschwisterlichkeit aller Menschen" wird dieser vom 4. bis 7. Februar unter dem Titel „Islam and Fraternity" in Abu Dhabi, dem Ort der Unterzeichnung, stattfinden. 

Papst Franziskus: „Gott segnet alle, alle, alle“

Auch Paare, die nicht dem Ideal der katholischen Kirche entsprechen, können einen Segen empfangen, weil Gott „alle, alle, alle“ segnet. Das hat Papst Franziskus in einem am Sonntag ausgestrahlten TV-Interview erklärt. Er bestätigte darin auch zwei Reisen in diesem Jahr, eine nach Polynesien, die andere in sein Heimatland Argentinien. Berichtet Vatican News.
Zum Unbehagen gegen die Erklärung „Fiducia supplicans“ in Teilen der Weltkirche, vor allem Afrika, sagte Franziskus, wer eine Entscheidung treffe, müsse „den Preis der Einsamkeit zahlen“. Oft liege der Grund für das Nichtakzeptieren einer Entscheidung aber einfach darin, „dass man sie nicht kennt“. Der Papst riet, Zweifel über den nun erlaubten Segen für alle offen zu formulieren und in „eine brüderliche Diskussion“ einzutreten. „Die Gefahr besteht darin, dass es mir nicht gefällt und ich es in mein Herz einschließe, so dass ich in einen inneren Widerstand gerate und böse Schlüsse ziehe. Das ist bei den jüngsten Entscheidungen über den Segen für alle passiert."
Im Interview mit Fabio Fazio, dem Moderator des Talk-Formats „Che tempo che fa” im italienischen öffentlich-rechtlichen Sender RAI, nahm Franziskus zum ersten Mal ausführlich Stellung zu „Fiducia supplicans“, das als Erklärung des Dikasteriums für die Glaubenslehre am 18. Dezember erschienen und seither kontrovers diskutiert worden war. Vor allem Glaubenspräfekt Kardinal Víctor Fernández war regelrechten Anfeindungen ausgesetzt. Von Bischöfen in Ortskirchen des Westens erhielt die Segenserlaubnis für sogenannte „irreguläre“ Paare indes überwiegend Zustimmung.
„Der Herr segnet alle, alle, alle, die kommen“, erläuterte der Papst in dem Interview das Anliegen. Danach müssten die betreffenden Menschen freilich „mit dem Segen des Herrn ins Gespräch kommen und sehen, was der Weg ist, den der Herr ihnen vorschlägt“. Dabei bräuchten sie von Menschen der Kirche mitfühlende Hilfe und keine Verurteilungen. „Ich sage den Beichtvätern immer: Vergib alles und behandle die Menschen sehr freundlich, so wie der Herr uns behandelt, und wenn du dann den Menschen helfen willst, dann kannst du immer mit ihnen reden und ihnen helfen, vorwärts zu kommen, aber vergib ihnen allen.“
Faber: Werde bei Segen Homosexueller „nicht auf die Uhr schauen"
Weiterhin für Debatten in Österreich sorgt das Vatikan-Schreiben „Fiducia supplicans", wonach katholische Geistliche unverheiratete und homosexuelle Paare segnen dürfen. In der Weltkirche sorgte die Erklärung vom Dezember für derartige Kontroversen, dass sich der Präfekt der Glaubensbehörde, Kardinal Victor Fernandez, veranlasst sah, Anfang Jänner eine „Erklärung zur Erklärung" nachzuliefern. Diese beinhaltet etwa die Einschränkung, dass die Segnung von „irregulären Paaren", wie es in dem Dokument heißt, nicht länger als 15 Sekunden dauern soll. Das habe etwa Dompfarrer Toni Faber „zum Schmunzeln" gebracht, wie er in der ORF-Religionssendung „Orientierung" am Sonntag bekannte: „Da werde ich sicherlich nicht auf die Uhr schauen und niemand anderer wird dabei stoppen", stellte er klar.
Bischöfe Nordafrikas gesprächsbereit zu Homosexuellen-Segnungen
Die vom Vatikan vorgeschlagene Segnung homosexueller Paare beschäftigt Afrikas Kirche weiter. Nachdem der gesamt-afrikanische Bischofsrat in der Vorwoche seine mehrheitliche Ablehnung solcher Segnungen bekanntgab, haben sich nun auch die Bischofskonferenzen der nordafrikanischen Region (CERNA) geäußert. In einer Erklärung nach ihrer Versammlung im marokkanischen Rabat zeigten sie sich gesprächsbereit und hoben „positive Aspekte" des Vatikan-Schreibens „Fiducia supplicans" hervor, berichtete Vatican News am Dienstag. Dieses sei eine „Einladung, tiefer in die konkreten Wege einer Seelsorge für Versöhnung und Gemeinschaft einzutauchen".
 

Papst-Kritiker Vigano wechselt ins Williamson-Lager

Erzbischof Carlo Maria Vigano (82), früherer Nuntius in den USA und seit Jahren radikal konservativer Kritiker von Papst Franziskus, hat sich offenbar den „Sedevakantisten" angeschlossen. Mehrere traditionalistische Blogs berichten, er habe sich bereits im Jahr 2023 von dem aus der Piusbruderschaft ausgeschlossenen englischen Bischof Richard Williamson (83) „sub condicione" erneut zum Bischof weihen lassen. Die Bischofsweihe „sub condicione" geht davon aus, dass die bisherige Bischofsweihe (Vigano wurde 1992 zum Bischof geweiht) möglicherweise ungültig war.
Williamson gehört dem radikalen Flügel der Traditionalisten an, die Papst Franziskus für einen häretischen und nicht rechtmäßigen Papst halten. Manche von ihnen glauben, dass der Stuhl Petri bereits seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) vakant sei. Sie werden deshalb als Sedevakantisten bezeichnet. Williamson wurde 1988 von Erzbischof Marcel Lefebvre, Gründer der Piusbruderschaft, geweiht und im Jahr 2012 aus dieser nicht kirchenrechtlich anerkannten Gemeinschaft ausgeschlossen. Diese lehnt zwar zentrale Beschlüsse des Konzils ab, hält aber alle Päpste nach Pius XII. dennoch für rechtmäßig.
Unklar ist, welche Rolle Vigano innerhalb des traditionalistischen Spektrums anstrebt. Das von ihm in Viterbo bei Rom gegründete und noch im Aufbau befindliche „Collegium traditionis" könne demnächst eine ähnliche Rolle spielen wie Lefebvres Priesterseminar im schweizerischen Econe in den 1970er-Jahren, so Mutmaßungen von italienischen Beobachtern.

5.000 Christinnen und Christen binnen eines Jahres wegen ihres Glaubens getötet 

Weltweit sind mehr als 365 Millionen Christinnen und Christen wegen ihres Glaubens einem hohen Maß an Verfolgung und Diskriminierung ausgesetzt, das ist jede siebte Christin oder jeder siebte Christ. Laut dem Hilfswerk Open Doors sollen allein im Zeitraum von 1. Oktober 2022 bis 30. September 2023 14.766 christliche Gebäude zerstört oder geschlossen sowie 4.998 Christinnen und Christen getötet worden sein. Die Dunkelziffer solle deutlich höher liegen, geht aus dem am Mittwoch veröffentlichen Weltverfolgungsindex (WVI) 2024 hervor. Das Hilfswerk Open Doors erstellt seit 30 Jahren eine Rangliste von 50 Ländern mit der stärksten Christenverfolgung.
Laut dem Bericht führt Nordkorea die Negativ-Rangliste der stärksten Unterdrückung erneut an, gefolgt von Somalia, Libyen, Eritrea, Jemen, Nigeria, Pakistan, Sudan, Iran und Afghanistan. Die bevölkerungsreichsten Länder der Welt, Indien und China, belegen die Ränge 11 und 19.
Foto: Die gefährlichsten Länder für Christen aus Sicht von Open Doors .
 

Regimekritischer Bischof Alvarez aus Nicaragua verbannt

Nicaragua hat am Sonntag mehrere inhaftierte katholische Geistliche in den Vatikan ausgewiesen, unter ihnen auch den vor eineinhalb Jahren festgenommenen regimekritischen Bischof Rolando Alvarez (57). Das berichteten unter anderem das Portal „La Prensa" und die Nachrichtenagentur Reuters am Sonntagabend unter Berufung auf Familienangehörige aus dem Kreis der Exilierten. Unter den Ausgewiesenen befinden sich demnach auch Bischof Isidoro Mora (53) und mehr als ein Dutzend weitere Priester und Seminaristen, die rund um die Weihnachtsfeiertage in Nicaragua in Haft genommen worden waren.
Alvarez, Bischof der Diözese Matagalpa und prominenter Kritiker von Präsident Ortega, war im Februar 2023 in einem weltweit kritisierten Urteil wegen Landesverrats und Rebellion zu 26 Jahren Haft verurteilt worden. Schon seit August 2022 hatte er nach wiederholter Kritik an Menschenrechtsverletzungen der sandinistischen Regierung unter Hausarrest gestanden. Bischof Mora aus der Diözese Siuna wiederum war im Dezember verhaftet worden. Er soll in einer Predigt zum Gebet für den inhaftierten Bischof Alvarez aufgerufen haben.
Das Ortega-Regime geht seit Jahren gezielt gegen die Kirche, aber auch gegen missliebige Nichtregierungsorganisationen und unabhängige Medien vor, die Menschenrechtsverletzungen in Nicaragua kritisieren. 

Ordensfrau Becquart unter einflussreichsten Frauen der Welt

Das Wirtschaftsmagazin Forbes zählt die französische Theologin und Ordensfrau Nathalie Becquart zu den bedeutendsten Frauen der Welt. Die 54-jährige Untersekretärin der Bischofssynode im Vatikan wird auf der für 2024 veröffentlichten Liste einflussreicher Frauen über 50 Jahren in Europa, Nahost und Afrika geführt. Bereits im vergangenen Jahr hatte sie es in diese Kategorie geschafft.
Becquart arbeitet in leitender Position im Synodensekretariat im Vatikan. Sie war die erste stimmberechtigte Frau in der Bischofssynode, einem wichtigen Gremium der katholischen Kirche.
Nathalie Becquart gehört der 1963 gegründeten Ordensgemeinschaft „Institut La Xaviere" an. Nach dem Besuch der höheren Handelsschule in Paris studierte sie Theologie, Philosophie und Soziologie. 
Foto: Vatican Media.
 

Umfrage: Hohes Vertrauen in Kardinal Schönborn

Kardinal Christoph Schönborn zählt laut einer aktuellen Umfrage zu den vertrauenswürdigsten Instanzen Österreichs - neben Rechnungshofpräsidentin Margit Kraker, den Landeshauptleuten, Bundespräsident Alexander Van der Bellen sowie AK-Präsidentin Renate Anderl. 15 Prozent haben ein „hohes Vertrauen", 34 Prozent „etwas Vertrauen" und 31 Prozent haben „kein Vertrauen" in den Wiener Erzbischof, heißt es in den Ergebnissen des Linzer Marktforschungsinstituts „market" im Auftrag des Wirtschaftsmagazins „Trend". „Daraus ergibt sich ein positiver Vertrauensindex von 18 Prozent", erläuterte „market"-Institutsvorständin Birgit Starmayr am Freitag im Interview mit Kathpress.
Leicht höher als Kardinal Schönborn liegen Rechnungshofpräsidentin Kraker und Landeshauptleute mit je 20 Prozent und Bundespräsident Van der Bellen mit 19 Prozent, AK-Präsidentin Anderl kommt auf 9 Prozent. 

Kurznachrichten 

   

Papst Franziskus hat zu einer Wirtschaftspolitik zum Wohle aller Menschen aufgerufen. Die Welt sei zunehmend von Gewalt und Zersplitterung bedroht, schrieb er in einer am Mittwoch veröffentlichten Grußbotschaft an das derzeit laufende Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos. 

 

Papst Franziskus hat am Freitag zwei Staatspräsidenten im Vatikan empfangen: den Präsidenten von Kasachstan, Kassym-Schomart Tokajew, und anschließend das kolumbianische Staatsoberhaupt Gustavo Petro.

 

Papst Franziskus hat den iranischen Raketenangriff auf den Norden Iraks verurteilt und Mitgefühl und Solidarität mit den Opfern bekundet. Die Getöteten seien „allesamt Zivilisten" gewesen, unterstrich Franziskus im Rahmen der Generalaudienz am Mittwoch. 

 

Libanon. Der maronitische Patriarch Kardinal Bechara Boutros Rai hat einmal mehr die politisch Verantwortlichen im Libanon aufgefordert, endlich einen Staatspräsidenten zu wählen.

 

Frankreich. Die Staatsanwaltschaft Straßburg hat ihre strafrechtlichen Ermittlungen gegen den früheren Straßburger Erzbischof Jean-Pierre Grallet (82) eingestellt. Der Sachverhalt sei geklärt und die in den 1980er-Jahren begangenen Taten verjährt.

 

In Deutschland hat die unabhängige Aufarbeitungskommission an die Politik appelliert, bei der Aufarbeitung von Missbrauch mehr Verantwortung zu übernehmen. 

 

Sri Lanka. Schwere Vorwürfe gegen die Behörden seines Heimatlandes Sri Lanka hat Kardinal Malcolm Ranjith erhoben. Dass vor zwei Jahren eine Handgranate in einer katholischen Kirche versteckt wurde, sei von einflussreichen Regierungsvertretern veranlasst worden, sagte der Erzbischof der Hauptstadt Colombo laut der Nachrichtenagentur Ucanews.

 

Indien. Die katholische Diözese Mysore bekommt eine neue Leitung. Papst Franziskus hat den Rücktritt von Bischof Kannikadass William Antony angenommen. Dem 58-Jährigen wurde in den vergangenen Monaten vorgeworfen, in mehrere schwere Straftaten verwickelt zu sein - darunter sogar Mord. Zudem hieß es in Medienberichten, er habe Kirchengelder für Luxusgüter und illegale Aktivitäten ausgegeben.

  


Deutschland. Der Verein „Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche" (HuK) hatte Verflechtungen zu Menschen und Organisationen, die sich für eine Legalisierung von Pädosexualität einsetzten. Das teilte der Verein am Dienstag bei der Vorstellung einer entsprechenden Studie mit.
 
Deutschland. Neue Impulse in Sachen Ökumene hat der Kölner Weihbischof Rolf Steinhäuser von Katholiken und Protestanten gefordert. In seinem Grußwort vor der in Düsseldorf tagenden Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland erklärte er am 14. Jänner, dass Ökumene auf Arbeitsebene zwar funktioniere. "Die Häuptlinge halten aber demonstrativ Distanz", sagte Steinhäuser.

Dschibuti. Papst Franziskus hat den palästinensischen Weihbischof Jamal Daibes (59) von Jerusalem zum Bischof der Diözese Dschibuti ernannt.
 

Österreich

  

Wien. Kardinal Christoph Schönborn hat Ordensleute als „wichtige Partner" für die Erzdiözese Wien gewürdigt: 45 Prozent der Pfarren der Erzdiözese werden von Ordenspriestern geleitet. 

 

Burgenland. Der Eisenstädter Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics und der burgenländische Landeshauptmann Hans Peter Doskozil sind seit Mittwoch auf Kirchenbesuch in der indischen Partnerdiözese Kanjirapally in Kerala. 

 

Wien. Der Verein „Aktion Leben" fordert neuerlich eine sorgfältige und seriöse Evaluierung zum Thema Schwangerschaftsabbruch in Österreich ein. Hintergrund ist die jüngst erhobene Forderung nach Herausnahme der Regelungen zum Schwangerschaftsabbruch aus dem Strafrecht.

 

Niederösterreich. Das Christentum sei nicht wahrer, aber klarer als andere Religionen. Das hat der Wiener Weihbischof Stephan Turnovszky in seiner aktuellen Kolumne in den „Niederösterreichischen Nachrichten" betont. 

 

Steiermark. Die Caritas in der Diözese Graz-Seckau feiert dieses Jahr ihr 100-Jahr-Jubiläum. Als „Leuchtturmprojekt" eröffnete die Hilfsorganisation eine „PopUp-Bahnhofsmission" in Graz, die 100 Tage lang tätig sein wird. 

Eucharistie-Ausstellung des Seligen Carlo Acutis 

Jene internationale Ausstellung über eucharistische Wunder, die der 2020 seliggesprochene Italiener Carlo Acutis (1991-2006) selbst zu Lebzeiten recherchiert und aufbereitet hat, kommt ab Donnerstag erstmals nach Oberösterreich. Ein Veranstaltungsreigen begleitet die Schau in der Klosterkirche der Barmherzigen Schwestern in Linz (Herrenstraße 37), die bis 16. Februar täglich von 9 bis 17 Uhr bei freiem Eintritt zu sehen ist und sich an Interessierte aller Altersstufen, darunter auch an Schulklassen, Jugend- und Firmgruppen oder Ministranten richtet.
Der 15-jährig an Leukämie verstorbene Carlo Acutis wird oft als „Influencer Gottes" und als „Cyber-Apostel" tituliert.
Er erstellte zwischen seinem 11. und 14. Lebensjahr eine Website über die 136 wichtigsten eucharistischen Wunder (sogenannte „Hostienwunder") weltweit, zu dessen Recherche er mit seinen Eltern deren Schauplätze besuchte. 

Auch das noch...

Noch immer kein Leiter für die Diözese Mar de la Plata

Chaos in der argentinischen Diözese Mar del Plata: Der neu ernannte Bischof tritt noch vor seinem Amtsbeginn zurück - schon wieder. Am Mittwoch teilte das vatikanische Presseamt mit, dass Gustavo Larrazabal (62) doch nicht Bischof von Mar del Plata wird, sondern Weihbischof in der Erzdiözese San Juan de Cuyo bleibt. Franziskus habe das vorzeitige Rücktrittsgesuch seines Landsmannes angenommen. Ein Grund wurde zunächst nicht bekannt.
Der Papst hatte Larrazabal für das Amt in Mar del Plata vorgesehen, nachdem der ursprünglich ernannte Bischof Jose Maria Balina (65) den Posten ebenfalls gar nicht erst antrat. Franziskus nahm dessen Amtsverzicht am 13. Dezember an. Erst wenige Wochen zuvor hatte er ihn ernannt. Balina, vormals Weihbischof von Buenos Aires, nannte gesundheitliche Probleme als Grund für die Entscheidung. Er leide unter einer Netzhautablösung, hinzu kämen persönliche und familiäre Probleme.
Die Diözese Mar del Plata liegt im Osten Argentiniens. Etwa drei Viertel der rund eine Million Einwohner sind katholisch. Bis Juli 2023 leitete Gabriel Antonio Mestre (55) die Diözese, dann wurde er zum Erzbischof von La Plata ernannt. Damit ist er Nachfolger von Kardinal Victor Fernandez, der seit September 2023 der vatikanischen Glaubensbehörde vorsteht.
 

Kirche gratuliert Bundespräsident Van der Bellen zum 80er

Erzbischof Franz Lackner, der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz, und Kardinal Christoph Schönborn haben Bundespräsident Alexander Van der Bellen zum 80. Geburtstag im Namen der Katholischen Kirche in Österreich „herzliche Glück- und Segenswünsche" übermittelt. 
Kardinal Schönborn würdigte den Bundespräsidenten gegenüber Kathpress als „verlässlichen Anwalt des Gemeinwohls". In die Amtszeit Van der Bellens seien ungeahnte Herausforderungen gefallen: „Ob in der Pandemie, angesichts von Terror und Krieg oder bei innenpolitischen Krisen - immer wieder hat sich unser Bundespräsident als verlässlicher Anwalt des Gemeinwohls bewährt", so Schönborn wörtlich.
Alexander Van der Bellen wurde am 18. Jänner 1944 in Wien als Sohn einer estnischen Mutter und eines russischen Vaters geboren. Er wuchs im Tiroler Kaunertal auf, studierte Volkswirtschaft und unterrichtete als Uni-Professor in Innsbruck und Wien. Von 1997 bis 2008 war er Bundessprecher der Grünen, von 1999 bis 2008 auch deren Klubobmann im österreichischen Nationalrat, dem er seit 1994 angehörte. Seit dem 26. Jänner 2017 ist er Bundespräsident der Republik Österreich. Am 26. Jänner 2023 wurde Van der Bellen für eine zweite Amtszeit angelobt.

Prager Weihbischof Maly erhält slowakischen Staatsorden

Dem Prager Weihbischof Vaclav Maly (73) ist ein hoher Staatsorden der Slowakei verliehen worden. Aus der Hand von Staatspräsidentin Zuzana Caputova erhielt er am Sonntag in Bratislava den Orden des Weißen Doppelkreuzes zweiten Grades, wie Radio Prag am Montag meldete. Maly gehörte zum tschechoslowakischen Dissidententum und den Akteuren der Samtenen Revolution 1989. Er ist eine von 33 Persönlichkeiten aus verschiedenen Teilen des gesellschaftlichen Lebens, die anlässlich des Jubiläums zur slowakischen Staatsgründung ausgezeichnet wurden.
Als einer von wenigen Priestern unterschrieb der 1950 geborene und 1976 geweihte Maly 1977 die Charta 77, die Gerechtigkeit und Freiheit in der Tschechoslowakei einforderte. Zudem war er Mitunterzeichner des sogenannten Prager Appells von 1985, der die Teilung Deutschlands als Hindernis auf dem Weg zur europäischen Einheit, zu Abrüstung und zur Befriedung des Kontinents thematisierte. Er erhielt Berufsverbot als Priester, wurde durch die Geheimpolizei verfolgt und 1979 zu sieben Monaten Gefängnis wegen „Republik-Subversion" verurteilt.
1981/82 war Maly Sprecher der Oppositionsbewegung Charta 77. In der Samtenen Revolution im Herbst 1989 wurde er zu einer der Symbolfiguren. An der Seite des Schriftstellers und späteren Staatspräsidenten Vaclav Havel (1936-2011) moderierte er die entscheidenden Großdemonstrationen auf dem Wenzelsplatz. Trotz seiner großen Popularität ging Maly danach nicht in die Politik. Ende 1996 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Weihbischof in der Erzdiözese Prag.
 

Zeitung erhebt Missbrauchsvorwürfe gegen Piusbruderschaft

Die Schweizer Tageszeitung „Le Temps" wirft der traditionalistischen Piusbruderschaft gravierende Defizite im Umgang mit Missbrauch vor. Bei monatelangen Recherchen in mehreren Ländern trug das Blatt nach eigenen Angaben etliche Fälle von körperlicher, sexueller und seelischer Gewalt in den Reihen der Bruderschaft zusammen. In einem am Wochenende veröffentlichten Artikel ist von rund 60 „problematischen Priestern" die Rede.
„Le Temps" beklagt, dass der Umgang der Oberen mit den Beschuldigten in der Regel nachlässig sei. Verhängte Sanktionen seien kaum umsetzbar. Anzeigen bei der Justiz kämen spät oder gar nicht vor. Als Grundlage der Auswertung dienten Unterlagen zu abgeschlossenen Gerichtsverfahren, interne Dokumente und mehrere Zeugenaussagen. Die Vorwürfe betreffen nahezu den gesamten Zeitraum seit Gründung der Bruderschaft 1970. 

In Italien schafft auch ein Pfarrer den Sprung zum Internet-Star 

Lässig in Lederjacke präsentiert sich Cosimo Schena am Strand. Seine grün-braunen Augen schauen in die Ferne, die Frisur mit Gel vor der adriatischen Meeresbrise geschützt, der modische Vollbart sorgsam gestutzt, die Hände lässig in den Taschen seiner schwarzen Jeans. Mit diesem Foto könnte der 44-Jährige durchaus auch als Model seine Brötchen verdienen. Doch vor rund 14 Jahren entschied er sich für eine in Italien weniger einträgliche Aufgabe und wurde Priester.
In seiner Heimatdiözese Brindisi am italienischen Stiefelabsatz leitet er eine Pfarre. Doch seine Zuhörer beschränken sich nicht auf die sonntäglichen Messbesucher. Mittlerweile hat der Süditaliener nationale Berühmtheit erlangt. Denn neben seinem Job als Pfarrer ist „Don Mino" seit einigen Jahren erfolgreicher Influencer in den sozialen Medien.
Für einen Provinzpriester sind 181.000 sogenannte Instagram-Follower alleine in diesem Netzwerk aber beachtlich. Daneben bespielt Schena als „Poet der Liebe Gottes" ebenso eigene Kanäle auf Facebook, X (vormals Twitter), lädt Videos auf die Plattformen TikTok und YouTube, betreibt einen Blog und schreibt auch noch Bücher. In italienischen Talkshows ist er ein gerngesehener Gast, ebenso als Protagonist in Zeitungsartikeln.
Seine Anhängerschar - hauptsächlich jung, aber auch mit Vertretern mittlerer und älterer Semester - unterhält er meist mit kurzen Videos. Aufgenommen mal im Auto, mal in der Kirche oder auf dem heimischen Sofa gibt er darin Denkanstöße für das alltägliche Leben und Miteinander. Tierschutz ist ein weiteres Anliegen des Priesters aus Brindisi. Das unterstreicht er publikumswirksam mit Fotos von ihm mit seinen zwei Hunden - der Beagle nennt gar ein eigenes Social-Media-Konto sein eigen.