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die neue Kirchenzeitung

21. November 2021 

Vorreiter beim Impfen

Noch nie wurde so heftig über das Impfen diskutiert wie jetzt in der Ära von Covid 19. Doch das Impfen hat bei uns eine lange Tradition, Niederösterreich war einmal sogar Vorreiter.
„Am Beginn der Blattern(Pocken)-Bekämpfung in Österreich stand die Inokulation von Kinderpocken (Variolation) auf die zu Schützenden, die mit dem Risiko der Erkrankung verbunden war. Die gegen 1798 von Edward Jenner propagierte Übertragung von Kuhpocken (Vakzination) zur Vermeidung dieser Komplikation wurde in Niederösterreich als dem ersten Land Kontinentaleuropas bereits 1799 erprobt und 1800 in der ersten Massenimpfung angewandt.“  

 


So informierten Heinz Flamm und Christian Vutuc bereits 2010 in ihrem Buch „Geschichte der Pocken-Bekämpfung in Österreich“.
Die Pfarrer damals hatten nicht nur von der Kanzel aus für das Impfen zu werben. Sie mussten auch mitwirken und penibel Buch führen.
Beleg dafür: In meiner Heimatpfarre Wienerherberg hatte Pfarrer Martin Hirt 1818 ein „Impfungsprotokoll!“ anzulegen, das von seinen Nachfolgern 35 Jahre lang weitergeführt wurde.
Gewiss gab es damals auch Skeptiker und Gegner. Pfarrer und Wundarzt haben sich bestimmt auch Feinde geschaffen. 
Entscheidend: Die Pocken wurden besiegt.                                                 P. Udo 

Klosterneuburg: Mikl-Leitner und Fürnsinn würdigen Ehrenamtliche

Das Fest des niederösterreichischen Landespatrons Leopold wurde in Klosterneuburg auch 2021 würdig begangen. Am 15. November nahm die Landesspitze am Festgottesdienst teil. Der große Leopoldi-Markt fiel den Corona-Maßnahmen zum Opfer, das traditionelle Fasslrutschen und ein Freizeitpark erfreute jedoch viele Kinderherzen.
Bei der traditionellen Pressekonferenz zum Auftakt der Leopoldi-Feierlichkeiten hoben Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und der Klosterneuburger Administrator Maximilian Fürnsinn die Bedeutung der Ehrenamtlichen und Freiwilligen für das Funktionieren der Gesellschaft hervor.
Die Ehrenamtlichen seien ein „unglaublicher Schatz", sie verdienten Wertschätzung und Respekt, so Mikl-Leitner. Sie verwies u.a. auf das Engagement bei der Bekämpfung der Pandemie, aber auch beim jüngsten dramatischen Waldbrand im südlichen Niederösterreich. Schließlich hob sie auch die vielen Ehrenamtlichen in den Pfarren hervor.
Prälat Fürnsinn sprach neben den Ehrenamtlichen im kirchlichen Bereich auch den vielen Menschen im Gesundheits- und Pflegebereich seinen Dank aus. Er hob die Bedeutung der sozialen Verantwortung hervor, „ohne die eine Gesellschaft nicht menschlich existieren kann". Fürnsinn warnte vor einem Riss in der Gesellschaft und einer zunehmenden Entsolidarisierung. Ein weiteres großes Problem sei - vor allem wegen der Pandemie - die Einsamkeit.
Der Administrator von Stift Klosterneuburg wies zudem darauf hin, dass das Stift seit rund 20 Jahren ein Sozialstatut habe, wonach jedes Jahr mindestens zehn Prozent des wirtschaftlichen Ertrages für soziale Zwecke aufgewendet werden müssen. So unterstützt das Stift beispielsweise Concordia-Sozialprojekte in Rumänien, Moldawien, Bulgarien und im Kosovo, die Kindernothilfe Österreich oder Wiens mobiles Kinderhospiz und Kinderpalliativteam MOMO. Insgesamt werde jedes Jahr gut eine Million Euro für Hilfsprojekte aufgewendet, sagte Fürnsinn.
Festgottesdienst mit Bischof Clemens und Landesspitze
Im Anschluss an die Pressekonferenz fand in der Klosterneuburger Stiftskirche der traditionelle Festgottesdienst zum Leopolditag, dem Todestag von Markgraf Leopold III., statt. Dem Gottesdienst stand Generalabt Frank Bayard vom Deutschen Orden vor. An dem Gottesdienst nahm auch Kurienbischof Josef Clemens teil, der Päpstliche Delegat für das Stift Klosterneuburg. 
Der Gottesdienst am Sonntag endete mit dem traditionellen Leopoldisegen auf dem Stiftsplatz. Vonseiten der Politik nahm neben zahlreichen Vertretern der niederösterreichischen Landesregierung auch Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka am Gottesdienst teil. 
 

Diözese St. Pölten: 40 neue Religionslehrende
Umfrage: „Wir brauchen möglichst bald ehrenamtliche Priester“

Bei der Sendungsfeier am 18. Oktober erteilte Bischof Alois Schwarz 40 neuen Religionslehrerinnen und Religionslehrern die „missio canonica“, berichtete „Kirche bunt“ am 21. November.
Einer der neuen Religionslehrer ist Dr. Benedikt J. Michael, der neue Schulamtsleiter der Diözese. Er unterrichtet am St. Pöltner Kolleg für Möbel-Design.
Mehr Wertschätzung ehrenamtlich in der Kirche Engagierter in Form von Mitentscheidung, Qualifikation oder auch Entgegenkommen beim Kirchenbeitrag - das waren zentrale Ergebnisse einer Umfrage zum Ehrenamt in der Diözese St. Pölten. Die dortige Katholische Aktion (KA) unter Präsident Armin Haiderer verbreitete einen umfangreichen Fragebogen unter 401 Teilnehmern, der Wiener Pastoraltheologe und Religionssoziologe Paul Zulehner wertete die Ergebnisse aus. Die St. Pöltner Kirchenzeitung „Kirche bunt" berichtete in ihrer aktuellen Ausgabe über die Studie und die sich daraus ergebenden Folgerungen. „Ein ganz wichtiges Thema ist die Wertschätzung", resümierte Haiderer. „Das sollte der gesamten Diözese zu denken geben."
Die KA war durch die Aussage von Bischof Alois Schwarz, sie sei „Hüterin des Ehrenamts", zur Umfrage motiviert worden.
„Die Ehrenamtlichen haben bei Entscheidungen wenig zu sagen"
Zulehner nannte Ehrenamtliche „großteils doppelt motiviert": durch ihren Glauben und die Möglichkeit zur Selbstentfaltung, die miteinander „koalieren" würden. Die  ehrenamtliche Arbeit gewann nach Einschätzung der überwiegenden Mehrheit in den letzten Jahren an Bedeutung und werde dies weiterhin. Generell fühlten sich die Befragten, die sich u. a. in der Pfarre, bei der KA, aber auch außerkirchlich engagieren, für ihre Bemühungen wertgeschätzt. Freilich zeige sich Wertschätzung darin, auch nachhaltig mitentscheiden zu können, erklärten zwei Drittel der Befragten.  Demgegenüber stellten rund 50 Prozent fest: "Die Ehrenamtlichen haben bei Entscheidungen wenig zu sagen", dies treffe auch auf Diözesanebene zu. Die Befragten identifizieren sich laut „Kirche bunt" in folgender Reihenfolge mit kirchlich-institutionellen Ebenen: Pfarre, Katholische Aktion, Weltkirche und Diözese.
Besonders deutlich werde das Manko beim Mitentscheiden beim Frauenthema: „Die Kirche sollte die Frauen in allen Bereichen kirchlichen Lebens ernster nehmen", wünschten sich 80 Prozent der befragten Frauen. 27 Prozent gaben weiters an: „Als Frau bekomme ich sehr zu spüren, nicht gleichgestellt wahrgenommen zu werden."
Priestermangel zeigt sich am Ehrenamt
Prof. Zulehner gab zu bedenken, dass zwei Drittel der Befragten das Gefühl haben, keinen Nachfolger für die Tätigkeit finden zu können. Auch hätten 64 Prozent schon überlegt, ihr Ehrenamt niederzulegen. 62 Prozent teilten mit: "Man kann nicht immer mehr Aufgaben an Ehrenamtliche abschieben." Hier kommt das Thema Priestermangel ins Spiel: Die Kirche sollte nach Ansicht vieler die Chance nützen, unter den gemeindeerfahrenen Ehrenamtlichen nach geeigneten Personen zu suchen, diese auszubilden und zu einem „presbyteralen Team" zu ordinieren. 
60 Prozent gaben an: „Wir brauchen möglichst bald ehrenamtliche Priester, die aus den Gemeinden kommen." Laut Zulehner signalisiert die Entwicklung des Ehrenamts den „Übergang von der Priesterkirche zu einer Kirche des Volkes". Das ändere die Rolle des Ehrenamts tiefgreifend. 
„In anderen Vereinen und Institutionen ist es nicht unüblich, aktiven Ehrenamtlichen beim Mitgliedsbeitrag entgegenzukommen oder diesen ruhend zu stellen", wies Zulehner hin. Eventuell würde eine Berücksichtigung der ehrenamtlichen Tätigkeiten für die Kirche beim Kirchenbeitrag einen zusätzlichen Anreiz für ehrenamtliches Engagement schaffen. 
 

Fast 25 Prozent besuchen den Ethikunterricht

Laut am Mittwoch veröffentlichten Zahlen besuchen fast 25 Prozent der mehr als 70.000 Jugendlichen des betreffenden Jahrgangs im ersten Jahr das Fach Ethik. Die mit Abstand meisten Ethik-Schüler gab es in Wien (45 Prozent) und Vorarlberg (44), nach Schulformen waren es die meisten an den AHS (32 Prozent), berichtete die Austria Presse Agentur (APA). Am geringsten war das Interesse demnach im Burgenland (17) und der Steiermark (16). Nach Schultypen war die Nachfrage auch an den Handelsschulen und Handelsakademien überdurchschnittlich hoch (30 Prozent). 
Bildungsminister Heinz Faßmann bewertete diese Zahlen als Beleg für eine erfolgreiche Einführung des neuen Fachs. 

 

FFP2-Masken und Zwei-Meter-Mindestabstand verpflichtend bei Gottesdiensten in Kirchen und auch im Freien 

Aufgrund der stark gestiegenen Infektionszahlen verschärft die katholische Kirche österreichweit ihre Corona-Regelungen: Bei allen öffentlichen Gottesdiensten sowohl in der Kirche als auch im Freien ist eine FFP2-Maske zu tragen. Zusätzlich muss ein Zwei-Meter-Mindestabstand eingehalten werden.