JA 

die neue Kirchenzeitung

21. März 2021

Der Bund Gleichgeschlechtlicher

Die von nur Gleichgeschlechtlichen dominierte Mutter Kirche hat verlautbart, dass sie keine Vollmacht habe, gleichgeschlechtliche Paare zu segnen - wie sie ja auch keine Vollmacht habe, Frauen zu Priestern zu weihen.
Ansonsten hat der  - gesegnete? - Bund gleichgeschlechtlicher Führer selbstverständliche volle Macht in Händen.
Priester- und Geldmangel haben dazu geführt, dass in vielen Diözesen Strukturänderungen (emphatisch „Reformen“ genannt) angesagt sind – Pfarrzusammenlegungen und Einsparungen. 
So nun auch in St. Pölten, wo jedoch eigenartige Bräuche herrschen.
Bischof Krenn hat seinerzeit wichtige Entscheidungen via „Kronenzeitung“ und „News“ dem Diözesanvolk mitgeteilt. Bischof Schwarz tut es jetzt via „Kurier“. 
Sauer stößt es vielen westniederösterreichischen Geistlichen und Laien auf, dass sie – im Gegensatz zu anderen Diözesen – nicht in den entscheidenden „Zukunftsprozess“ eingebunden werden.
„Alles für das Volk, nichts mit dem Volk“ war einst die Devise absoluter Monarchen.

  


In der Kirche kam bzw. kommt noch dazu, dass die Hierarchie genau weiß, was Gott will (keine Frauen am Altar, keine Homosexualität) und was nicht (Kontrolle der Machthaber, Mitbestimmung der Betroffenen). 
Mit sonderbarer Berufung auf Tradition und Bibel.
Dem Volk werden heute von Rom ohne Befragung Statthalter als „Oberhirten“ vorgesetzt, in den ersten Jahrhunderten wurden Bischöfe hingegen nur von den eigenen Gemeinden gewählt. 
Und soviel ich auch im Evangelium blättere, ich kann die Stelle nicht finden, wo Jesus gesagt haben soll: „Bei euch soll es nicht so sein wie bei den Machthabern dieser Welt. Ihr müsst viel schneller und härter sein!“  
Ein gewisser Hippolyt (†235), dessen Namen St. Pölten trägt, hat einmal festgeschrieben, dass „als Bischof nur ein Mann geweiht wird, der in allen Stücken tadellos und vom ganzen Volk gewählt ist.“ 
Das Konzil von Nizäa (325), dessen Jubiläum bald groß gefeiert werden soll, hat die Translation eines Bischofs von einer Diözese auf eine andere verboten. 
Gott will, dass die Oberen immer mächtiger und die  Niedrigen immer vergesslicher werden. Ob ich das Bibelzitat dazu wohl finde?       P. Udo 

Missbrauchsgutachten: Viele Pflichtverletzungen in Erzdiözese Köln
Zwei Bischöfe bieten dem Papst ihren Amtsverzicht an
Kardinal Woelki entlastet, Vorgänger schwer belastet 

Nach monatelanger Debatte ist am 18. März ein 800 Seiten starkes Gutachten über den Umgang mit Missbrauchsfällen in der deutschen Erzdiözese Köln vorgestellt worden.
Es handle sich um das erste Gutachten einer deutschen Diözese dieser Art, in dem ungeschwärzt auch die Namen von Verantwortlichen genannt würden, sagte der Strafrechtler Björn Gercke bei einer Pressekonferenz. Es ist ungekürzt auf der Homepage der Erzdiözese einsehbar.
Unmittelbar nach der Vorstellung des Missbrauchsgutachtens entband Erzbischof Kardinal Rainer Maria Woelki  den Kölner Weihbischof und früheren Generalvikar Dominikus Schwaderlapp (53) und den Leiter des Kölner Kirchengerichts, Günter Assenmacher (69), von ihren Aufgaben.
Kardinal Woelki (64) selbst treffen laut der juristischen Untersuchung keine Vorwürfe. In keinem einzigen Fall attestieren die Gutachter den Verantwortlichen zudem Strafvereitelung im strafrechtlichen Sinn.
3 Bischöfe lassen ihr Amt ruhen
Der Hamburger Erzbischof Stefan Heße und der Kölner Weihbischof Dominikus  Schwaderlapp (früher Generalvikar) bieten dem Papst ihren Amtsverzicht an. Weihbischof Ansgar Puff lässt sein Amt ruhen.
Laut den vorgestellten Ergebnissen belastet die Untersuchung neben Schwaderlapp und Assenmacher aber insbesondere auch den heutigen Hamburger Erzbischof Stefan Heße (54) sowie den früheren Kölner Generalvikar Norbert Feldhoff (81). Ihnen sowie den bereits verstorbenen Erzbischöfen Joseph Höffner (1906-1987) und Joachim Meisner (1933-2017) attestiert die Anwaltskanzlei Gercke & Wollschläger in ihrem Gutachten jeweils zahlreiche Pflichtverletzungen im Umgang mit Missbrauchsfällen - gemessen am staatlichen und kirchlichen Recht sowie am kirchlichen Selbstverständnis.
„Brüder im Nebel“
Kardinal Meisner, soll in mehr als 20 Fällen gegen die Meldepflicht an die vatikanische Glaubenskongregation verstoßen, notwendige Sanktionierungen unterlassen oder die Opferfürsorge fahrlässig vernachlässigt haben. Obwohl Meisner zu Lebzeiten immer wieder beteuerte, erst im Jahr 2010 von Missbrauchstaten katholischer Priester erfahren zu haben, führte er abseits der sonst üblichen Personalakten ein eigenes Missbrauchstäter-Archiv, das den Titel „Brüder im Nebel" trug.
Mindestens zweimal habe es Aktenvernichtungen gegeben, wie sie das kirchliche Recht jedoch vorschreibe. Die Gutachter hätten in diesen Fällen weitere Nachfragen bei verschiedenen Stellen der Erzdiözese unternommen.
Meisner war zeitlebens ein Verteidiger des Wiener Kardinals Hans Hermann Groer. Einen Brief des damals anklagenden Göttweiger Priors hat er 1997 nicht angenommen, vermerkt ein Verteidiger triumphierend in einem Schreiben an den St. Pöltner Bischof Kurt Krenn.
Zahlreiche Pflichtverletzungen
Insgesamt hat Gercke - laut Aktenlage - 75 Pflichtverletzungen von acht lebenden und verstorbenen Verantwortlichen von 1975 bis 2018 ausgemacht. Acht Pflichtverletzungen von Erzbischof Höffner habe es gegeben, 24 von Erzbischof Meisner - ein Drittel aller Pflichtverletzungen. 13 Pflichtverletzungen seien bei dem ehemaligen Generalvikar Feldhoff festgestellt worden und acht bei Weihbischof Schwaderlapp. Schwer beschuldigt wurde auch der heutige Hamburger Erzbischof Heße, der ab 2006 Personalchef und später bis 2015 auch Generalvikar in Köln war: Er habe elf Pflichtverletzungen begangen.
Schutz der Institution Kirche im Vordergrund
Strafrechtler Gercke und die Co-Autorin der Studie, die Rechtsanwältin Kerstin Stirner, bescheinigten den Verantwortlichen eine große Rechtsunkenntnis und eine desaströse Aktenlage. Wenn Vorschriften geheim seien, sei Rechtsunkenntnis die logische Folge. Der Schutz der Institution Kirche habe im Vordergrund gestanden. Bei Verfehlungen von Laien habe es dagegen kein Fehlverhalten gegeben; es habe rasche Kündigungen gegeben.
Das Handeln der Verantwortlichen in der Erzdiözese sei über viele Jahre „von Chaos, subjektiv empfundener Unzuständigkeit und Missverständnissen" geprägt gewesen, sagte Stirner. Geändert habe sich dies erst mit Einrichtung einer Interventionsstelle im Jahr 2015.
Keine lückenlose Rekonstruktion möglich
Sein Team habe die Geschehnisse der Vergangenheit nicht lückenlos rekonstruieren können, sagte Gercke. „Wir haben erhebliche Mängel im Hinblick auf die Organisation des Aktenbestands sowie der Aktenführung im Erzbistum festgestellt." Zudem habe sein Team den Eindruck gewonnen, dass einige Aktenbestandteile fehlten. Vor allem einige ältere Akten seien handschriftlich geführt und zum Teil unleserlich. Im Laufe der Begutachtung seien auch mehrfach Unterlagen nachgereicht worden.
314 Betroffene
Das Team der Kanzlei Gercke & Wollschläger wertete 254 Verdachtsfälle zwischen 1975 und 2018 aus. Sie zählten 314 Betroffene von sexuellen Übergriffen durch 202 beschuldigte Kleriker und andere Kirchenvertreter, wobei die Geistlichen mit 127 die größte Gruppe bildeten. Die Zahl der Opfer beläuft sich auf 314, darunter 178 männliche und 119 weibliche. Das Geschlecht der restlichen Opfer habe nicht zugeordnet werden können. Bis auf einen Betroffenen waren alle unter 18 Jahre alt.
In den meisten der 254 Fälle, nämlich in 117, wurde der Verdacht laut Aktenlage nicht aufgeklärt, wie es hieß. In 45 habe sich der Verdacht bestätigt, in 15 ließ er sich entkräften, hieß es. In 68 Fällen war der Beschuldigte bereits verstorben. Gercke betonte bei der Präsentation, dass der Auftrag des Gutachtens die Untersuchung des Umgangs mit Verdachtsfällen sexualisierter Gewalt in der Erzdiözese gewesen sei, nicht aber eine Aufklärung von Missbrauchsvorwürfen an sich.
Staatsanwaltschaft übergeben
Schon vor der Präsentation berichtete der Strafrechtler Gercke am Montagabend im WDR, dass er das Rechtsgutachten der Kölner Staatsanwaltschaft bereits habe. Außerdem habe es schon während der Untersuchungsphase in den vergangenen Monaten einen stetigen Austausch mit der Strafverfolgungsbehörde gegeben. Die Staatsanwaltschaft habe schon vor einiger Zeit einen Zwischenbericht bekommen. Auch das bisher unveröffentlichte Gutachten der Münchener Strafrechtskanzlei, der das Erzbistum wegen angeblich methodischer Fehler das Mandat entzogen hatte, liege der Kölner Staatsanwaltschaft vor.
Die deutsche Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) sagte nach Veröffentlichung des Gercke-Guachtens:„Diese Schritte können nicht darüber hinwegtäuschen, dass die so lange überfällige unabhängige Aufarbeitung in Köln und andernorts immer noch am Anfang steht.“
Maßnahmen in der Erzdiözese Köln seien ein „viel zu kleiner Schritt" 
Nach Ansicht des Vatikan-Kinderschutzexperten Hans Zollner hätte die Kirche alle Arten von Missbrauch schon immer klar und entschieden ahnden müssen - unabhängig von der jeweiligen rechtlichen oder gesellschaftlichen Situation. Schon aufgrund der klassischen Moraltheologie hätten Missbrauchstäter immer hart bestraft werden müssen, sagte der Jesuitenpater der katholischen Wochenzeitung „Die Tagespost“. 
Im Gespräch mit Kathpress sagte Hans Zollner, die bisherigen Maßnahmen in der Erzdiözese Köln seien ein „viel zu kleiner Schritt". Aus Sicht der Opfer genüge die von vornherein „klar gewählte rein juristische Sichtweise" nicht. „Die Betroffenen brauchen mehr". 

In St. Pölten geht Angst vor einem „zweiten Kärnten“ um 

Bischof Schwarz legt im „Kurier“ seine Strukturreform dar 

Unter dem Titel „Die neue Handschrift des Bischofs“ berichtete der „Kurier“ am 13. März über die geplante Strukturreform in der Diözese St. Pölten. 

Bereits am 5. März ist der 2017 von Bischof Küng eingesetzte Direktor der Pastoralen Dienste, Mag. Johann Wimmer, in diesem Zusammenhang für einen Monat dienstfreigestellt worden. 

Die St. Pöltner Kirchenzeitung „Kirche bunt“ berichtete in ihrer Ausgabe vom 21. März in einer 28-Zeilen-Meldung darüber, dass die zentrale Verwaltungsstruktur der Diözese „fit für die Zukunft gemacht“ wird und versprach, dass Bischof Schwarz „in einem Interview in einer der nächsten Ausgaben“ auf die „Ergebnisse des Zukunftsprozesses eingehen“ werde. 

Im Kurier heißt es: „Die Doppelgleisigkeiten zwischen den Einrichtungen der Klostergasse und jener am Domplatz werden abgeschafft.“ Das Pastoralamt brauche keine eigene Führung mehr. Es werde in Zukunft „eine klare Führungsstruktur geben, an deren Spitze der Bischof und sein neuer Generalvikar Christoph Weiss stehen.“ 

Mit der Neugliederung der zentralen Stellen sei es noch nicht abgetan. Es gehe darum, sich die Situation der Pfarren genau anzuschauen. 

Die geschlossene Philosophisch-Theologische Hochschule könnte als Institut für Fort- und Weiterbildung neu auferstehen. 

Welche Doppelgleisigkeiten gemeint sind, bleibt Insidern fraglich. 

Geistliche JA-Leser wähnen u.a. einen autokratischen Führungsstil. Sie fühlen sich bei wichtigen Entscheidungen nicht eingebunden, uninformiert und verärgert. Manche fürchten ein „zweites Kärnten“. und erwarten nach Ostern einen "Hammer".

„Konflikthafte Situation“ führte zur Dienstfreistellung von Mag. Wimmer 

JA ersuchte daher den Bischof um eine zur Aufklärung beitragende Stellungnahme bis 19. März, dem Fest des Hl. Josef und Beginn des Jahres der Familie. Diese erfolgte tatsächlich am 19. März in Form eines Rundschreibens, das JA am Ende der Website in vollem Umfang wiedergibt. 

Darin heißt es: „Mein Wunsch ist es zudem, in der Diözese zu einer gemeinsamen Organisationsstruktur und zu flacheren Hierarchien zu kommen, um im Sinne einer Kirche unter Papst Franziskus zu wirken.“ 

Zur Abberufung von Mag. Wimmer: „Trotz mehrerer Gespräche wurde hier keine Einigung gefunden, und die durchaus konflikthafte Situation hat zuletzt zu seiner Dienstfreistellung geführt.“ 

Bischof Schwarz spricht davon, dass Veränderungsprozesse kein Dauerzustand werden dürfen. Die letzte Reform des Pastoralamtes fand 2008 unter Bischof Küng statt. 

Diözesaner Führungskreis 

Bischof Schwarz: „Als Nachfolgegremium der Ordinariatskonferenz wurde ein Diözesaner Führungskreis etabliert, der mir, gemeinsam mit dem Generalvikar, für operative Überlegungen zur Seite steht. Auf dieser Ebene wurde seit Wochen an den Eckpunkten eines zukünftigen Leitbildes gearbeitet, das nach Ostern mit den besetzten Ressortleitungen in einer Klausur ausgearbeitet wird, als Richtschnur seelsorglicher Überlegungen gelten wird und der entsprechenden Verwaltungsstruktur ein gemeinsames Profil gibt. In bewährter Weise und wie es das Kirchenrecht vorsieht, stehen mir das Domkapitel und das Konsistorium für jene Entscheidungen zur Seite, die deren Zustimmung bedürfen.“ 

Domkapitel ist kirchenrechtlich höchstes Entscheidungsgremium 

Gemäß Statuten werden die Mitglieder des Domkapitels vom Bischof ernannt. Österreichische Besonderheit ist es, dass das Domkapitel gleichzeitig das Konsultorenkollegium  und damit das höchste Beratungs- und Entscheidungsgremium der Diözese darstellt. 

Dem Domkapitel der Diözese St. Pölten gehören derzeit an: 

Weihbischof Dr. Anton Leichtfried (Dompropst), Generalvikar Dr. Christoph Weiss, Dr. Eduard Gruber, Kanzler Dr. Gottfried Auer, Dr. Gerhard Reitzinger, Mag. Norbert Burmettler, Dompfarrer Mag. Josef Kowar, Mag. Herbert Döller und Mag. Grzegorz Slonka. 

In Kärnten war das Domkapitel zuletzt der geschlossene Gegner von Bischof Schwarz. 

Zulehner empfiehlt „synodale" statt „klerikale" Leitung 

Für Beobachter ist es „wahrscheinlich nicht zufällig“, dass Prof. Paul Zulehner am 16. März seine Zwischenbilanz über eine von ihm initiierte Online-Umfrage mit Blick auf die Weltbischofssynode 2022 über Synodalität dargelegt hat, an der 18.000 Befragte teilgenommen haben. Darin heißt es, die Kirche muss sich entscheiden, „klerikal oder synodal" zu sein. 

Er selbst lässt in seinem Blog keinen Zweifel daran, dass er autoritäres „Vorgeben" für die schlechtere Leitungsvariante hält als beteiligendes "Vereinbaren". 

Der frühere langjährige theologische Berater des jeweiligen Vorsitzenden des Rates der Konferenz der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) erinnerte an große europäische Bischofspersönlichkeiten wie die Kardinäle Carlo Maria Martini (Mailand), Miloslav Vlk (Prag), Basil Hume (London) und auch an Franz König (Wien), die „durch ihre Amtsführung die Kirche weitergebracht" hätten, gerade weil sie "Meister im synodalen Hinhorchen auf das Volk" gewesen seien, so Zulehner: „Sie besaßen Autorität, gerade weil sie nicht autoritär waren" und erkannt hätten: „Eine Diözese ist eben kein Betrieb, der irgendwelche Produkte für den Markt herstellt." Die genannten Kardinäle könnten laut dem Wiener Theologen ein attraktives Vorbild für amtierende Bischöfe sein. 

Zulehner berief sich auch auf das Amtsverständnis eines Bischofs aus der Frühzeit der Kirche: Cyprian von Karthago (200-258) habe gleich zu Beginn seines bischöflichen Dienstes beschlossen, „nichts ohne euren Rat und ohne die Zustimmung des Volkes zu tun".  Die gegenseitige Ehrerbietung erfordere stets, „gemeinsam eine Lösung zu suchen", so der bedeutende Kirchenschriftsteller der Alten Kirche. 

Info: www.zulehner.org; Blog: https://zulehner.wordpress.com


Das Konkordat schützte den Bischof vor einer Anklage 

Am 20. März berichteten die Salzburger Nachrichten (SN), dass der Staatsanwalt die Untreuevorwürfe gegen Bischof Alois Schwarz wegen des 1855 geschlossenen und 1933 erneuerten Konkordats nicht weiter verfolgen durfte: „Über das Finanzstrafverfahren wird erst entschieden.“ 

Die Oberstaatsanwaltschaft hat eine 15-seitige Begründung veröffentlicht: „Es steht dem Staat nicht zu, vom Diözesanbischof vereinbarte Arbeitsentgelte auf ihre Angemessenheit im Sinne einer allfälligen Überbezahlung zum Nachteil der Kirche zu prüfen.“ 
Der Sprecher der Oberstaatsanwaltschaft sagte, eine derartige Veröffentlichung komme bei großem öffentlichen Interesse bzw. bedeutsamen Rechtsfragen in Betracht. Bischof Schwarz hatte über die Diözese zur Verfahrenseinstellung erklärt, dies zeige "endlich die Haltlosigkeit der gegen ihn erhobenen Vorwürfe."

Auch das Finanzstrafverfahren könnte eingestellt werden. Eine wesentliche Frage, so die SN, werde sein: „Greift das Konkordat auch hier oder ist, wie erfahrene Finanzbeamte sagen, das Steuerrecht da strikter?“ 

Das kirchliche Verfahren in Rom ist immer noch nicht abgeschlossen. 
Die Bischofskonferenz hat bei ihrer jüngsten Tagung Bischof Schwarz das Finanzressort entzogen.

Rom: Keine Segnung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften 

Die Pfarrer-Initiative kündigt Ungehorsam an

Die katholische Kirche hat keine Vollmacht, Verbindungen von Menschen gleichen Geschlechts zu segnen. Das hat die vatikanische Glaubenskongregation in einer am 8. März auch in deutscher Sprache veröffentlichten Antwort auf eine der Behörde in Form eines „Dubium" vorgelegte Anfrage festgehalten. 
Die 400 Mitglieder zählende „Pfarrer-Initiative" hat Ungehorsam angekündigt: „Wir werden auch in Zukunft kein liebendes Paar zurückweisen, das darum bittet, den Segen Gottes, den sie alltäglich erleben, auch gottesdienstlich zu feiern." Das vatikanische Dekret stelle einen Rückfall in Zeiten dar, „die wir mit Papst Franziskus als überwunden gehofft hatten", erklärte die Initiative in einer Aussendung. Ihr „Aufruf zum Ungehorsam 2.0“ knüpft an den ersten von 2011 an, in dem sich die Pfarrer-Initiative für Kirchenreformen stark machte. 
Die Kleriker „protestieren vehement dagegen", dass gleichgeschlechtlich liebenden Paaren unterstellt werde, „nicht Teil des göttlichen Plans zu sein“. Das Vatikan-Dekret vergrößere den „Spalt zwischen römischer Bürokratie und gelebter Kirche vor Ort" noch weiter und „diskreditiert" die befreiende Botschaft Jesu, so die scharfe Kritik an der obersten Glaubensbehörde der katholischen Kirche. 

Auch Kritik von „Wir sind Kirche"
Heftige Kritik an Rom übte die Initiative „Wir sind Kirche". In einer in Wien und München veröffentlichten Stellungnahme bezeichnete sie das Nein des Vatikan zu Segnungen gleichgeschlechtlicher Verbindungen als „unsäglich".
Mit dieser Haltung trage der Vatikan dazu bei, dass die in vielen Ländern nach wie vor bestehende Diskriminierung homosexueller Menschen bis hin zur Gefängnis- und Todesstrafe als gottgegeben angesehen werden könne.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, ist nach eigenen Worten „nicht glücklich darüber", dass der Vatikan sich zum jetzigen Zeitpunkt so massiv in die Debatte über einen Segen für gleichgeschlechtliche Paare einbringt.
„Das erweckt den Eindruck, man wolle die in verschiedenen Teilen der Weltkirche, auch bei uns in Deutschland derzeit streitig geführte theologische Auseinandersetzung möglichst schnell beenden", sagte der Limburger Bischof am Montag der deutschen Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Bonn.
„Das ist aber gar nicht möglich. Denn die Diskussion wird an vielen Orten intensiv und mit guten Argumenten geführt, und die theologischen Anfragen an die heutige pastorale Praxis können nicht einfach mit einem Machtwort aus der Welt geschafft werden."
Die bayerischen Bischöfe Rudolf Voderholzer (Regensburg) und Stefan Oster (Passau) hingegen dankten Rom.
In Deutschland kritisierten Theologen, dass die Entscheidung rückwärtsgewandt sei und Entwicklungen in Humanwissenschaft und Gesellschaft ignoriere.
Der Bischof von Basel, Felix Gmür, bekräftigt seine Kritik am vatikanischen Verbot, schwule und lesbische Paare zu segnen. Vom Segen Gottes sei niemand ausgeschlossen, betont er in einer Botschaft an die Seelsorgenden. An der bisherigen Praxis im Bistum ändere sich nichts.
Kurienkardinal Marcello Semeraro verteidigt das Dekret. Er verglich das Thema homosexueller Verbindungen mit der Debatte um die Zulassung von Frauen zum Priesteramt. Es sei „keine Frage des Willens". Die katholische Kirche sei „an die Heilige Schrift gebunden, an das Wort Gottes".

Der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler sagte, Homosexuelle haben Heimatrecht in der Kirche. Die Entscheidung Roms sei „eine Enttäuschung für alle, die sich ein deutlicheres Zeichen der Akzeptanz von homosexuellen Paaren erhofft haben", räumte der für Ehe und Familie zuständige Bischof in der Bischofskonferenz ein.
Der Feldkircher Bischof Benno Elbs hat laut ORF-Vorarlberg eine „Neupositionierung der Kirche in dieser gesamten Frage" gefordert. Die vom Papst geforderte Wertschätzung homosexueller Menschen „darf nicht nur auf Worte beschränkt bleiben".
Der Linzer Diözesanbischof Manfred Scheuer fordert nach dem vatikanischen Nein zur Segnung homosexueller Paare „eine intensive Auseinandersetzung und theologische Reflexion" der kirchlichen Beurteilung von Homosexualität und von gleichgeschlechtlich orientierten Menschen.
Die Linzer diözesane Fachstelle für Beziehung, Ehe und Familie (Beziehungleben.at) kündigte an, weiterhin Menschen zu unterstützen, „die ihre Beziehung unter Gottes Segen stellen wollen"
Die Katholische Jugend Österreich (KJÖ) hat sich mit scharfer Kritik zu Wort gemeldet: "Wir sind fassungslos und lehnen diese von der Glaubenskongregation getroffene Entscheidung klar ab".
Auch die Katholische Frauenbewegung Österreichs (kfbö) übt Kritik am Vatikanschreiben. Deren Vorsitzende Angelika Ritter-Grepl: „Was wir brauchen, ist eine neue Sexualethik".
Das „Forum Beziehung, Ehe und Familie" der Katholischen Aktion Österreich (KAÖ) schloss sich den kritischen Stimmen an: Die Glaubenskongregation verfestige eine Theologie, „die an der Lebenswirklichkeit so vieler Menschen und Paare in Österreich vorbeigeht".
Forums-Sprecherin Luitgard Derschmidt verwies demgegenüber auf anderslautende theologische Erkenntnisse der vergangenen Jahrzehnte und humanwissenschaftliche Forschungen, aber auch auf „die bereits gelebte pastorale Praxis".
 
Ja zur Vielfalt!
Die Wiener katholische Pfarre Breitenfeld deklariert sich als„LGBTIQ*-respektierende“ Kirchengemeinde und hat eine Fahne in Regenbogenfarben an ihrem Kirchturm gehisst. 

Pfarrmoderator Gregor Jansen und das Pfarrleitungsteam: „Die Vielfalt der Menschen, die bei uns leben und sich in der Pfarre engagieren, schließt auch die Vielfalt der Geschlechtsidentitäten ein.  Als Pfarre heißen wir daher LGBTIQ*-Personen ausdrücklich willkommen. Jede und jeder soll sich in unserer Pfarre heimisch fühlen dürfen. Wenn jemand um pastorale Begleitung, Unterstützung im Gebet oder um den Segen Gottes bittet, werden wir niemanden davon ausschließen.
Als Zeichen dieser Haltung der Offenheit und des Willkommenseins haben wir am 17. März 2021 die Regenbogenfahne über dem Südeingang der Kirche angebracht. Sie spiegelt die Vielfalt der LGBTIQ*-Community und aller Menschen wider.“
 
Vatikanschreiben sorgt auch in den USA für Debatten
Der US-Jesuit und Bestsellerautor James Martin hat einen Verdacht, warum der Vatikan gerade jetzt seine Absage der Segnung gleichgeschlechtlicher Paare bekräftigt hat: Es könnte an dem Druck von Traditionalisten liegen, die mit dem Reformprozess in Deutschland, dem Synodalen Weg, nicht einverstanden sind.
„Es tut einfach nur weh", sagt Julia Erdlen, die Systematische Theologie am jesuitischen Boston College studiert und eine Gruppe für LGBT-Theologie-Studierende leitet. "Mir fällt es schwer zu verstehen, wie eine solche Erklärung von Franziskus kommen kann", schreibt sie im Magazin „America". Derselbe Papst, der sich im Herbst offen gezeigt habe für eingetragene zivile Partnerschaften Gleichgeschlechtlicher, habe nun dieses Dokument unterzeichnet. Erdlen verwies auch auf den vielzitierten Franziskus-Satz über seine Haltung gegenüber Homosexuellen: „Wer bin ich, zu urteilen?"
61 Prozent der US-Katholiken für Segnungen 
Während die US-Bischofskonferenz schweigt, applaudieren konservative Laienvereinigungen wie die „Catholic League" der Anordnung aus Rom. 
Angesichts dessen, dass laut Umfragen 61 Prozent der Kirchenmitglieder in den USA gleichgeschlechtliche Ehen gutheißen, könnte der Druck aber weiter wachsen. Die vielen kritischen Reaktionen aus dem Kirchenvolk deuten darauf hin, dass das Thema noch nicht abgeschlossen ist. Die Chefredakteurin des „National Catholic Reporters", Heidi Schlumpf, fasste den Konflikt bei CNN mit diesen Worten zusammen: "Katholische Priester segnen die Kranken, Studenten und Lehrer, Gefangene, neue Gebäude, Autos und selbst Gewehre und Kriegsschiffe", sagte sie. Da sei es "verwunderlich", dass sie "gleichgeschlechtliche Paare, die geheiratet haben, nicht segnen dürfen". 

Im Bistum Essen leitet erstmals eine Frau eine Pfarre  

Am 2. März 2021 wurde die Pfarre St. Matthäus Altena – Nachrodt-Wiblingwerde  von Vertretern des Bistums  Essen darüber informiert, dass sie ab Ostern von der Gemeindereferentin Frau Sandra Schnell als Pfarrbeauftragte geführt wird.  Sie ist verantwortlich für die Pastoral und die Verwaltung.
Unterstützung erhält Sie dabei von Pastor Johannes Broxtermann aus Lüdenscheid, der ihr als „moderierender“ Priester zur Seite stehen und Gottesdienste feiern wird. 
Gegenüber DOMRADIO.DE sagte Sandra Schnell: „Ja, ich freue mich nicht nur, es ist tatsächlich eine große Ehre für mich, weil ich auch sehe, dass das jetzt schon auch so ein bisschen kirchenpolitisch von Bedeutung ist und über die Grenzen vom kleinen Sauerland hier hinaus interessant ist. Und ich freue mich sehr, dass das Bistum Essen mich ausgewählt hat, dass ich diese große Aufgabe übernehmen darf. Damit leiste ich auch ein bisschen Pionierarbeit und bin die Erste, die so ein Pilotprojekt jetzt begleitet.“

Papst stellt sich hinter Protestbewegung in Myanmar

Ordensfrau spricht über Einsatz für Demonstranten

Papst Franziskus hat die Militärjunta in Myanmar in einem eindringlichen Appell zum Einlenken aufgerufen: „Auch ich knie auf den Straßen von Myanmar nieder und sage: Die Gewalt soll aufhören. Auch ich breite meine Arme aus und sage: Der Dialog soll herrschen".

Als „Ikone des Friedens" ist die katholische Ordensfrau Ann Rose Nu Twang aus Myanmar zuletzt durch Pressefotos, auf denen sie vor anrückenden Polizisten niederkniet, weltweit bekannt geworden. Nun hat sie sich zu ihrem persönlichen Einsatz gegen die Gewalt der Sicherheitskräfte in Myitkyina im Norden des Landes geäußert. Den Polizisten habe sie gesagt: „Wenn ihr die Menge erschießen wollt, dann erschießt mich zuerst", sagte Schwester Ann Rose Nu Twang laut der Zeitung „Il Messaggero" bei einer Online-Schaltung. Demnach sei es vor allem ihr Gerechtigkeitsgefühl gewesen, das sie zu der Aktion veranlasste.

„Seit mehr als einem Monat leidet unser Volk", so die Ordensfrau. Zu den Problemen durch Corona wie etwa Arbeitslosigkeit komme die Machtübernahme der Militärs hinzu, weshalb Menschen in dem südostasiatischen Land seit Wochen demonstrieren. Vor der Gesundheitsstation, in der Schwester Ann Rose arbeitet, seien Demonstranten vorbeigezogen, „um ihre Wünsche auf friedliche Weise kundzutun". Dann habe sie Parolen gehört und Lastwagen des Militärs. Die Soldaten hätten begonnen, mit Stöcken und Steinschleudern auf die Demonstranten loszugehen.

Daraufhin, so die Ordensfrau weiter, sei sie auf die Straße vor der Klinik gegangen. „Ich beschloss, die Demonstranten zu beschützen, selbst unter Einsatz meines Lebens, und aus diesem Grund ging ich zu den Polizisten und flehte sie an: 'Hört auf, sie mit Knüppeln zu verletzen. Wenn ihr schießen wollt, erschießt mich, ich kann solche Gewalt nicht ertragen'."

Als die Polizisten nach kurzem Rückzug erneut auf die Demonstranten losgingen, habe ihr ein Polizist gesagt, sie solle fortgehen, weil es gefährlich sei. „Ich habe immer wieder gesagt, dass ich mich nicht bewegen würde, wenn sie auf die Leute losgehen", so die Schwester.

 

Papst: Pfarrer brauchen einen „prophetischen Blick“ 

Vor dem Hintergrund einer schwierigeren Lage an der Kirchenbasis mahnt Papst Franziskus die katholischen Priester zu Sensibilität und neuen Wegen. 
Von einem Hirten werde Bereitschaft erwartet, sich nach den jeweiligen Erfordernissen zu ändern, sagte er am 18. März  bei einem Treffen mit dem belgischen Priesterkolleg in Rom. 
Geschichte und Profil jeder Pfarre dürften nicht im Namen eigener Ideen und Pastoralpläne ignoriert werden. Pfarrer müssten mit „prophetischem Blick" Gottes Plan erkennen und Träume für ihre Gemeinde haben, um nicht nur das Bestehende zu bewahren, sagte er. 
Franziskus stellte den Geistlichen die biblische Figur von Josef, dem Nährvater Jesu, als Vorbild vor Augen. Josef lebte mit seiner Unterscheidungsgabe, Veränderungsbereitschaft und Fähigkeit zu träumen beispielhaft die „Kunst der Vaterschaft". 

Josefstag seit 400 Jahren kirchliches Hochfest - wegen Habsburg 

Der 19. März ist seit genau 400 Jahren kirchliches Hochfest, und zwar auf Betreiben eines Habsburgers: Kaiser Ferdinand II. (1578-1637) war derjenige, der bei Papst Gregor XV. erreichte, dass der Gedenktag des heiligen Josef 1621 zum verbindlichen Feiertag wurde. Ein Sieg im Dreißigjährigen Krieg der kaiserlichen und bayerischen Truppen über die protestantischen Soldaten der böhmischen Stände bei die Schlacht am Weißen Berg bei Prag im Jahr davor sei hier das Schlüsselereignis gewesen, hat die Grazer Kirchenhistorikerin Michaela Sohn-Kronthaler im Interview mit der Nachrichtenagentur Kathpress dargelegt. 

„Ausschlaggebend war ein Bildnis der heiligen Familie, das der Karmelit Dominicus a Jesu Maria im katholischen Heerlager zeigte. Es soll so imponiert haben, dass die Soldaten dadurch den entscheidenden Motivationsschub erhielten", berichtete die Leiterin des Instituts für Kirchengeschichte und Kirchliche Zeitgeschichte an der Theologischen Fakultät der Universität Graz. Der in Graz von Jesuiten erzogene Kaiser Ferdinand II. habe sich durch den darauffolgenden Sieg in seiner schon zuvor bestehenden persönlichen Bindung an den heiligen Josef gestärkt gefühlt. Das von ihm initiierte weltkirchliche Josefsfest war in Österreich bis zum Konkordat 1933 auch ein staatlicher Feiertag. 

Dabei spielte der hl. Josef lange Zeit eine Nebenrolle in der Heiligenverehrung des Westens, wo sich - im Unterschied zum christlichen Osten - erst ab dem 9. Jahrhundert ein entsprechender Kult entwickelte. „Erst im Spätmittelalter ab 1400 ist Josef allmählich aus dem Schatten Mariens hervorgetreten", erklärte Sohn-Kronthaler. Französische Theologen wie Kardinal Petrus d'Ailly (1350-1420) und sein Schüler Johannes Gerson (1363-1429) trugen dazu bei, indem sie Josefs Rolle als „Nährvater und Diener Christi" und seine Bedeutung als Mitglied der Heiligen Familie hervorhoben. 

Schutzpatron Böhmens und Österreichs 

Ferdinand III. vertraute das Königreich Böhmen und die österreichischen Länder dem Patrozinium des hl. Josefs an, unter dem Titel "Bewahrer des Friedens" (Conservator pacis). Sein Nachfolger Leopold I. (1640-1705) sollte jedoch zum zweiten großen Josefsverehrer der Habsburger werden: In der Sorge um männlichen Nachwuchs gelobte er, seinem Sohn, der ihm auf dem Kaiserthron von 1705 bis 1711 nachfolgte, den Namen Josef zu geben, sowie später auch die Errichtung des Josefsbrunnens am Hohen Markt in Wien im Falle von dessen siegreicher Heimkehr aus dem Spanischen Erbfolgekrieg. Leopold I. machte den hl. Josef dann auch zum Schutzpatron aller österreichischen Erbländer (1675), des Heiligen Römischen Reichs (1676) und zum Hausheiligen der Habsburger (1677). 

Kurznachrichten

Papst Franziskus will den römischen Lateran-Palast als Museum öffnen. Dieser war vor dem Vatikan 1.000 Jahre lang offizieller Sitz des Papstes. 

 

Der Vatikan hat sich nach einer Impfkampagne für Covid-frei erklärt. 

 

Hl. Land. Im russisch-orthodoxen Himmelfahrtskloster (Hl. Eleon) auf dem Jerusalemer Ölberg sind mehrere Ordensfrauen, unter ihnen auch Priorin Rafaila (Lel), nach Corona-Infektionen gestorben. 

 

Spanien. Mit großer Mehrheit von 202 zu 142 Stimmen hat das Parlament am 18. März aktive Sterbehilfe legalisiert. Damit wird Spanien das weltweit fünfte Land, in dem Tötung auf Verlangen künftig straffrei ist. 

 

Portugal. Das Verfassungsgericht hat die Legalisierung von aktiver Sterbehilfe und medizinisch assistiertem Suizid gestoppt. Die Höchstrichter lehnten mit 7:5-Mehrheit ein Ende Jänner von der linken Mehrheit im Parlament beschlossenes Gesetz ab und verwiesen es zurück an die Abgeordneten. 

 

Libanon. Der maronitische Patriarch Kardinal Bechara Rai hat indirekt heftige Kritik an der schiitischen Hisbollah bzw. der von ihr geführten Miliz geübt. Allein die libanesische Armee verfüge über das entsprechende staatliche Waffenmonopol. 

 

Pakistan. Ein Berufungsgericht in Lahore hat die lebenslange Haft eines 2013 wegen Blasphemie verurteilten Christen in die Todesstrafe umgewandelt. Der 28-jährige Sajjad Masih Gill ist ein Mitglied der protestantischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. 

 

Malaysia. Nach einem mehr als ein Jahrzehnt dauernden Rechtsstreit dürfen Christen in der Landessprache wieder das Wort „Allah" für Gott benutzen. Das oberste Gericht hob ein entsprechendes Verbot der malaysischen Regierung auf, "Allah" in christlichen Texten zu gebrauchen. 



 

Montenegro. In der Hafenstadt Budva soll die größte Kirche des Landes  gebaut werden, wie der Pro Oriente-Informationsdienst berichtete. Sie soll dem Apostel Markus geweiht sein. Die Fläche des Kirchenkomplexes umfasst fünf Hektar. 

 

In Kolumbien haben sich die beiden ehemaligen Kriegsgegner Salvador Mancuso als Chef der rechtsgerichteten Paramilitärs und Rodrigo „Timochenko" Londono als Anführer der ehemaligen FARC-Guerilla per Videoschaltung vor der kolumbianischen Wahrheitskommission getroffen. Das Treffen wurde vom katholischen Geistlichen und Vorsitzenden der Kommission, Francisco de Roux, geleitet. 

 

Dänemark. Die katholische Nordische Bischofskonferenz hat gegen das von der dänischen Regierung geplante Verbot anderssprachiger Predigten protestiert. Es sei eine „Zumutung" besonders für Minoritätskirchen in dem Land und „widerspreche der Tradition von Toleranz und Freiheit, auf die Dänemark sehr stolz ist". 

 

 

 

Österreich


Wien. Die Caritas der Erzdiözese Wien hat die humanitäre Hilfsaktion der Wiener Stadtregierung für Bosnien begrüßt. Wiens Bürgermeister Michael Ludwig hatte zuvor angekündigt, eine drei Tonnen schwere Hilfslieferung nach Bosnien zu schicken. 

 

Wien. Auf die massive Verschlechterung der psychischen Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen in der Pandemie haben die Salesianer Don Boscos mit einem neuen Hilfsangebot reagiert: Über ihren Verein „Don Bosco hilft" übernimmt die katholische Ordensgemeinschaft Therapiekosten für Kinder und Jugendliche, die sonst kaum oder keine Unterstützung erhalten. 

Teile von 2.000 Jahre alter Schriftrolle am Toten Meer gefunden 

Israelische Archäologen haben Dutzende Fragmente einer 2.000 Jahre alten Schriftrolle in der judäischen Wüste gefunden. Die überwiegend auf Griechisch verfasste Rolle enthält biblische Texte aus den zwölf sogenannten kleinen Propheten, darunter Sacharja und Nahum, wie die Israelische Antikenbehörde (IAA) laut Katholischer Nachrichten-Agentur (KNA) am Dienstag mitteilte. 
Es handelt sich demnach um den ersten derartigen Fund seit 60 Jahren. 
Der Fund stammt aus einer Höhle im Nachal Chever südwestlich von Ein Gedi am Toten Meer. Sie liegt rund 80 Meter unter dem Kliff und ist nur mit Seilen erreichbar. Bekannt wurde sie als „Höhle des Horrors", weil in ihr 40 Skelette von Schutzsuchenden aus der Zeit des Bar-Kochba-Aufstands (132-135 nach Christus) gefunden wurden. 

Auch das noch...

Vatikan unterbindet Privatmessen im Petersdom

Der Vatikan will Medienberichten zufolge im Petersdom die Feier sogenannter Privatmessen unterbinden und die Feier des außerordentlichen Ritus reduzieren. Demnach soll ab dem 22. März die Messe im außerordentlichen Ritus nur noch zu bestimmten Zeiten in der Clemenskapelle in den Grotten des Petersdoms gefeiert werden. 
Als Beleg veröffentlichten einzelne Vatikanjournalisten die Kopie eines Schreibens aus dem Staatssekretariat. 
Im Petersdom feiern jeden Morgen Dutzende Priester, viele arbeiten in der Kurie, an den Seitenaltären der Basilika Messe: einige mit Gläubigen, die so früh in der Basilika sind, andere zu zweit oder dritt in Konzelebration, viele aber auch allein. Diese Art von Privatmessen soll mit der Anweisung unterbunden werden.
Für Pilgergruppen, die mit einem Bischof oder Priester anreisen, soll laut Anweisung sichergestellt werden, dass sie in den Grotten von Sankt Peter, also unterhalb des Petersdoms, Eucharistie feiern können. 

USA: Jesuiten-Universität unterstützt Nachfahren von Sklaven

Die von den katholischen Jesuiten getragene Georgetown-Universität in Washington hat Nachkommen von Sklaven 100 Millionen US-Dollar als Wiedergutmachung zugesagt. Das Geld soll in die „Descendants Truth & Reconcilation Foundation" fließen und die Ausbildung der Nachfahren sowie Projekte zur Versöhnung finanzieren, wie US-Medien jetzt berichteten.
Die Geschichte der Sklaverei an der Georgetown University in Washington ist gut dokumentiert. Demnach verkaufte die Hochschule 272 Schwarze, die damals auf den Plantagen der Jesuiten in Maryland arbeiteten, 1838 als Sklaven nach Louisiana. 3,3 Millionen Dollar flossen in die Ordenskasse und sanierten die noch junge Universität wirtschaftlich. 
Das gemeinnützige „Georgetown Memory Project" hat rund 10.000 Nachkommen von Sklaven identifiziert, von denen noch etwa 5.000 leben. 

Populisten-Schmiede soll italienische Abtei doch räumen

Die Denkfabrik des US-amerikanischen Rechtspopulisten Steve Bannon soll nun doch die italienische Abtei Trisulti verlassen müssen. Das oberste Verwaltungsgericht in Rom gab am 8. März dem italienischen Kulturministerium recht, das eine Räumung verlangt, und kippte damit frühere gerichtliche Entscheidungen. 
Das von Bannon und konservativen katholischen Kreisen unterstützte Institut hatte im Februar 2018 die mittelalterliche Klosteranlage in Latium als Pächter vom italienischen Staat übernommen. Im Oktober 2019 beendete das Kulturministerium in Rom den Vertrag mit der Begründung, der Bewerbung hätten falsche Angaben zugrunde gelegen. 

"Brückenbauerin für den Frieden" †

Lonny Glaser, Gründerin des kirchlichen Instituts „Janineum", ist am 16. März im Alter von 96 Jahren in Wien verstorben. 
Die bis 2009 bestehende kirchliche Stiftung „Janineum" wurde von Glaser auf Initiative der Kardinäle Franz König und Stefan Wyszynski (Warschau) 1957 gegründet. 
Mit der Gründung verband Glaser das Ziel, lange vor dem Fall des "Eisernen Vorhangs" einen Beitrag zum geistigen Austausch und zur Völkerverständigung in Europa zu leisten. Der erste Stipendiat kam bereits im Gründungsjahr, weitere 6.000 Wissenschaftler, Künstler und Studierende aus Polen und anderen damals kommunistischen Staaten in Ost- und Mitteleuropa folgten und nutzten ihre Studienaufenthalte in Österreich zur Weiterbildung, Forschung und Anbahnung von wissenschaftlichen und künstlerischen Kontakten sowie zur Begegnung mit Kultur und Kirche. Einer der prominentesten „Janineum-Studenten" war „Solidarnosc"-Vordenker Prälat Jozef Tischner (1931-2000). 

Kirchenaustritte in der Erzdiözese Krakau

In der polnischen Erzdiözese Krakau sind 2020 mehr als dreimal so viele Menschen aus der katholischen Kirche ausgetreten wie im Jahr zuvor.
Die polnische Nachrichtenagentur PAP meldete  unter Berufung auf die Erzdiözese, die Zahl der Austritte sei von 123 im Jahr 2019 auf 445 im vergangenen Jahr angestiegen. In den Jahren zuvor hätten jeweils zwischen 50 und 60 Katholiken offiziell die Kirche verlassen.
Polens Bischofskonferenz macht seit rund zehn Jahren keine Angaben über die Zahl der Kirchenaustritte. Krakau ist die erste Diözese, die nun Auskunft erteilt.
 

Vatikanbudget 2021 weist großes Defizit aus  

Erstmals seit Jahren hat der Vatikan einen detaillierten Haushaltsplan vorgelegt, was als Zeichen einer Transparenzoffensive gedeutet wird. Demnach  stehen erwarteten Einnahmen von 238 Millionen Euro Ausgaben von 302 Millionen gegenüber. Das Minus von 64 Millionen wird mit Mitteln aus dem Peterspfennig und anderen Rücklagen teilweise ausgeglichen. Insgesamt verbleibt ein Defizit von knapp 50 Millionen Euro. 

Hollywood plant Thriller um Schweizergarde

Hollywood plant einem Medienbericht zufolge einen Thriller um die Päpstliche Schweizergarde und eine versuchte Papst-Entführung. Wie der US-Branchendienst Deadline.com meldet, soll der US-Regisseur und Drehbuchautor Randall Wallace Regie führen. Wallace schrieb unter anderem die Drehbücher zu den Filmen „Braveheart" mit Mel Gibson, „Der Mann mit der Eisernen Maske" und „Den Himmel gibt's echt". 

Rundschreiben des St. Pöltner Bischofs zur Strukturreform 

St. Pölten, 19. März 2021
Hochfest des hl. Josef, Patron der Kirche
 
Liebe Mitbrüder im priesterlichen und diakonalen Dienst!
Liebe Verantwortliche in der Seelsorge!
Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Zentralstellen und in den Pfarren!
 
Vergangene Woche wurde eine Medienanfrage bezüglich der Dienstfreistellung von Mag. Johann Wimmer an uns herangetragen. Aufgrund der Unklarheiten in der Öffentlichkeit war es notwendig, auf diese Anfrage im Detail und mit Kontext und umfangreichen Informationen zu reagieren.
Sämtliche Informationen, die gegenüber der breiten Öffentlichkeit im KURIER skizziert wurden, sind aus einzelnen persönlichen Gesprächen, sowie gemeinsamen Sitzungen mit den Verantwortlichen der Dienststellen in der Diözese St. Pölten umfangreich bekannt.
 
Ich möchte diesen Brief dazu nutzen, Ihnen allen weitere detaillierte Informationen näher zu bringen:
Vor einigen Wochen und ganz zu Beginn des Informationsstartes Richtung Dienststellenleiter wurde Mag. Johann Wimmer über bevorstehende Änderungen informiert und der Gestaltungsspielraum in Bezug auf seine Tätigkeit skizziert. Mein Wunsch ist es, in der Diözese zu einer gemeinsamen Organisation und flacheren Hierarchien zu kommen.
Dem Direktor der Pastoralen Dienste wurde das Vorhaben vorgestellt, in Zukunft, statt eines abgegrenzten Bereichs „Pastorale Dienste“ mit eigener Direktion, Seelsorge-Ressorts in enger Abstimmung mit der Diözesanleitung zu etablieren, die das Thema Seelsorge breiter und nachhaltiger in der Diözese verankern sollen als bisher.
Nach meinem Verständnis bedeutet dies eine zukunftsfähige Aufwertung und Erweiterung der bisherigen Seelsorgebereiche. Die Ausgestaltung der Seelsorgeressorts sollte in Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der bisherigen Bereiche gemeinsam erarbeitet werden.
Es wurde Johann Wimmer zudem angeboten, jenes zukünftige Ressort zu übernehmen, in dem sein Know-How und seine Fähigkeiten in vollem Umfang zum Tragen kommen würden.
Trotz mehrerer Gespräche wurde hier keine Einigung gefunden, und die durchaus konflikthafte Situation hat zuletzt zu seiner Dienstfreistellung geführt. Es tut mir persönlich leid, dass dies unumgänglich wurde.
 
Zur Zielsetzung des Zukunftsprozesses
Konkret sind die Überlegungen des Zukunftsprozesses:
- Verwaltungsstrukturen vor gesellschaftlichem Wandel betrachten;
- Verwaltungsstrukturen auf ihre Wirksamkeit hin gemeinsam anschauen;
- Verwaltungsstrukturen auf Schlüsselthemen der römisch-katholischen Kirche hin evaluieren;
- Zeitgemäße Organisation für relevante kirchliche Verwaltung erarbeiten;
- Verbesserte Kooperation und Kommunikation etablieren;
- Unverwechselbarkeit und klares Profil in alle Tätigkeiten und Bereiche zu bringen;
- Einheit im Wesentlichen und Vielfalt in den Zugängen zu sichern;
- Stärkung der Seelsorgearbeit durch Aufwertung der einzelnen Bereiche und Ressorts herbeiführen;
- stärkere und laufende Zusammenarbeit und Abstimmung aller Mitarbeitenden mit Leitungsverantwortung zu gewährleisten.

Die Zielsetzung des Zukunftsprozesses habe ich in allen Gesprächen, Terminen, Treffen, sowohl physisch als auch digital, immer wieder wiederholt. Das Wichtigste in unserer Diözese sind die Gläubigen und deren gelebter Glaube. Gebäude, Gemäuer, Ressourcen, Strukturen: alles, was wir täglich tun, kann wichtig und hilfreich sein, ist letztlich aber immer Mittel zum Zweck.
Im Mittelpunkt aller Überlegungen zur Zukunftsfähigkeit der Zentralverwaltung der Diözese St. Pölten stehen die Menschen der Diözese und deren gelebter Glaube. Mir ist es wichtig, hier in der Diözese kirchliche Strukturen zu ermöglichen, die aus der Beziehung der einzelnen Menschen zu Gott ihren Auftrag haben.
Mein Wunsch ist es zudem, in der Diözese zu einer gemeinsamen Organisationsstruktur und zu flacheren Hierarchien zu kommen, um im Sinne einer Kirche unter Papst Franziskus zu wirken. So wird es in Zukunft sechs Ressorts geben, die jene pastoralen Wirkungsfelder abdecken, von denen ich mir erhoffe, serviceorientiert und nah an den Menschen zu wirken.
Die Ressorts sind:
1. Pfarre und Regionen: dort zu sein, wo die Menschen sind und Glaube in Gemeinschaft leben
2. Seelsorge und Gesellschaft: gewohnte Handlungsfelder verlassen und an die Ränder, auch an jene des eigenen Denkens, zu gehen
3. Evangelisierung und Katechese: Ausrichtung nach dem Evangelium, Verkündigung der Frohbotschaft, Freude am Glauben
4. Erwachsenenbildung: Menschen zum selbstständigen Denken und Handeln befähigen
5. Bildung: Schule, Hochschule und Studierenden Seelsorge
6. Kunst und Kultur: Kirche in diesen Lebenswelten gestalten

Bezüglich der Besetzung der Ressortleitungen bin ich derzeit in vielfältigen Gesprächen, um hier Frauen und Männer entsprechend ihrer Talente und Charismen einzusetzen.

In Zukunft werden alle 14 Tage die Verantwortlichen der Ressorts in der Ressortleitungskonferenz zusammenkommen, um die laufende Arbeit und Herausforderungen zu besprechen und in tragfähiger Gemeinschaft über Ressortgrenzen hinweg Verwaltung und Services zu gestalten.

Zur Arbeit im laufenden Prozess
Zur besseren und effizienteren Verwaltung und damit zum sorgfältigen und sinnvollen Einsatz jener Gelder, die uns als Kirchenbeitrag von den Gläubigen zur Arbeit zur Verfügung gestellt werden, arbeiten derzeit mehr als 20 Personen, Laien und Priester, Frauen und Männer in folgenden Projektgruppen zu wesentlichen Themenbereichen zusammen:
1. Die Teilprojektgruppe Unternehmenskultur, Zusammenarbeit und Kommunikation zielt darauf ab, eine Unternehmenskultur mit christlichem Menschenbild zu entwickeln und somit eine gesunde Betriebskultur zu ermöglichen. Zudem müssen eine progressive Informations- und Kommunikationsstrategie zur Verstärkung des Miteinander nach innen und außen
etabliert und Spielregeln zur Zusammenarbeit erarbeitet werden. Die Projektgruppe leitet der frühere Vorsitzende des Betriebsrates sowie jetziger Personalreferent DI Markus Schmidinger.
2. Die Teilprojektgruppe Infrastruktur beschäftigt sich mit den Bereichen Lizenzen, Liegenschaften, Fuhrpark, IT und IT-Services und erarbeitet Lösungsmodelle zu effizienteren Infrastruktur. Die Projektgruppe leitet der Leiter des Rechtsreferates Mag. Stefan Stöger LL.M.
3. Die Teilprojektgruppe Erlebnis und Begegnungswelten erarbeitet einen Überblick über Kunst- und Kulturangebote sowie Konzepte zur Öffnung und Gestaltung des Dombezirkes, die den Blick auf Pfarren und pfarrliche Kunst- und Kulturangebote ebenfalls mitdenkt. Die Projektgruppe leitet die Direktorin des Museums am Dom, MMag. Barbara Taubinger.
4. Die Teilprojektgruppe Bildung erarbeitet Zukunftsstrategien zur Verbesserung aller relevanten Bildungsangebote in der Diözese. Verantwortlicher der Projektgruppe ist Dr. Friedrich Schipper.

Meine Vorgabe war es, besonders jene Nahtstellen zu erarbeiten, die von einem Nebeneinander zu einem starken Miteinander in der täglichen Arbeit führen. Es freut mich, dass in den Teilprojektgruppen seit Wochen in zeitintensiver und guter Arbeit ein zügiges Vorankommen zu sehen ist. Dafür gilt den Verantwortlichen und ihren Teams mein großer Dank. Da der Zeitplan, wie in allen Organisationsprozessen, nur als Richtwert gelten kann, war es wichtig, für dieses große Projekt zügiges Arbeiten und den Willen zur Erneuerung in den Vordergrund zu stellen.

Veränderungsprozesse dürfen kein Dauerzustand werden.
Als Nachfolgegremium der Ordinariatskonferenz wurde ein Diözesaner Führungskreis etabliert, der mir, gemeinsam mit dem Generalvikar, für operative Überlegungen zur Seite steht. Auf dieser Ebene wurde seit Wochen an den Eckpunkten eines zukünftigen Leitbildes gearbeitet, das nach Ostern mit den besetzten Ressortleitungen in einer Klausur ausgearbeitet wird, als Richtschnur seelsorglicher Überlegungen gelten wird und der entsprechenden Verwaltungsstruktur ein gemeinsames Profil gibt. In bewährter Weise und wie es das Kirchenrecht vorsieht, stehen mir das Domkapitel und das Konsistorium für jene Entscheidungen zur Seite, die deren Zustimmung bedürfen.
 
Zur vorgebrachten Kritik fehlender breiter Information betone ich an dieser Stelle, dass das „Mitgehen Können“ in Veränderungsprozessen oft herausfordernd sein kann. In vielen einzelnen Gesprächen, persönlichen Zusammenkünften und bereichsweisen Terminen wurden Zielsetzungen und Vorhaben genauestens dargestellt, auch wenn dies zum Teil vertraulich, zum Teil vorab geschehen ist. 
Jene Mitarbeitenden, die von Änderungen betroffen sind, wurden immer genau, immer persönlich und weit vorab sowie zeitgerecht informiert. Ich habe immer betont, dass es innerhalb struktureller Sinnhaftigkeit und Klarheit Gestaltungsspielraum, Gesprächs- und vor allem Lösungsbereitschaft seitens der Diözesanleitung gibt. Dass es in Bezug auf den Personalstand planmäßig zu keinen Kündigungen und keinem aktiven Mitarbeiterabbau kommt, jedoch zukünftige Nachbesetzungen im Rahmen klarer Personalplanung erfolgen werden, stand ebenfalls niemals in Frage. 
In der Mitte des Erneuerungsprozesses steht unverrückbar die Vision einer zukunftsfähigen Struktur, die ein gelingendes Miteinander ergibt und kein Nebeneinander festschreibt. Meine Einladung und meine Bitte ergeht an Sie alle, von Zeit zu Zeit die eigene Arbeit gewissenhaft und kritisch zu hinterfragen, Verbesserungen immer anzustreben, und über Strukturgrenzen in den Köpfen hinweg gemeinsam zu arbeiten. Ich lade erneut ein, mit mir im Gespräch zu bleiben und gemeinsam Wege der Erneuerung zu beschreiten. 
In Verbundenheit Euer 
Dr. Alois Schwarz 
Diözesanbischof