JA 

die neue Kirchenzeitung

 21. April 2024 

Lesungen:  Apg 4,8-12, 1 Joh 3,1-2;  Evangelium: Joh 10,11-18.

Sich wundern

In diesen Tagen kommt man aus dem SICH WUNDERN nicht heraus.
Mit einer neuen „Willkommenskultur" will die Erzdiözese Wien mehr Menschen dazu animieren, eine Kirche zu besuchen: Am 21. April stehen alle 800 Kirchen in der Erzdiözese den ganzen Tag für Interessierte offen. Nebenbei erfährt man, dass sonst rund die Hälfte von ihnen nur im Rahmen liturgischer Feiern offen ist…


US-Präsident Biden hat seine Entlohnung offengelegt. Der bestbezahlte ORF-Moderator verdient monatlich um 10 Prozent mehr als er…
Nach der russenfreundlichen Regierung steht jetzt auch ein Präsident gleicher Gesinnung an der Spitze der Slowakei. In diesem Land hat man Verständnis dafür, dass Moskau  die Ukraine zurückhaben möchte. Was, wenn Orban ähnlich dächte wie Putin? Die Slowakei war 1.000 Jahre lang Teil Ungarns…    P. Udo

Sporschill: „10 Geheimnisse der Sozialarbeit" bei Roma bewährt

Ein Zusammengehen von Sozialarbeit und „indirekter Evangelisierung" beobachtet der in Rumänien tätige österreichische Jesuit P. Georg Sporschill in seiner Arbeit mit den Roma. Bei der Heiligenkreuzer Tagung zu „Schönheit, Anspruch und Krise des Priestertums" blickte der Ordensmann auf 40 Jahre Arbeit mit marginalisierten Jugendlichen in Österreich und seit 1991 in Rumänien zurück. Dabei berichtete er von „10 Geheimnissen der Sozialarbeit", die er und sein Team formuliert hätten, basierend auf Schriftstellen zum Propheten Elijah. Diese Bibelstellen seien auch Stützen für die Arbeit mit den Roma, sagte er.
Diese Prinzipien lauten laut der Aufzählung Sporschills: Sozialarbeit braucht inneres Feuer (1); Hilfe kommt von dort, woher wir es am wenigsten erwarten (2); von den Armen auch einen Beitrag fordern, damit nicht Abhängigkeit und Unselbstständigkeit entsteht (3); auf „Engel" am Weg vertrauen, wenn dieser weit wird (4); auch die leisen Stimmen hören (5); darauf achten, dass „geistige Erben" nachkommen (6); die Eltern ehren, auch in ihren Schwächen (7); die „Wegbereiter der Berufung" im Bewusstsein behalten (8); den unerwarteten Gast in die Gemeinschaft aufnehmen (9); den Heimatlosen und Verwahrlosten Geborgenheit geben (10).
Nach Elijah bzw. Elias, dem Propheten…
… im Königreich Israel des 9. Jahrhunderts vor Christus, ist auch das 2012 in Nou bei Sibiu von Ruth Zenkert und Georg Sporschill gemeinsam gegründete Roma-Hilfswerk benannt. Viele rumänische Roma-Jugendliche sind dem Ordensmann zufolge Analphabeten und ungetauft. Dennoch fänden viele im Laufe der Monate in den Gemeinschaftshäusern zum begeisterten gemeinsamen Bibelstudium, zum Gebet und zum Gottesdienstbesuch. Und sie führten vielfach auch bis dahin glaubensferne Volontäre aus Österreich und Deutschland zu den Gebetszeiten.
Unweigerliche Glaubenserfahrung
Wenn Caritas und Priestertum zusammenkommen, ergebe dies eine „explosive Mischung", befand der „Elijah"-Mitinitiator. Denn was man Jugendlichen weitergebe, sei letztlich die Antwort Gottes auf die Sehnsucht von ihnen, die im Leben vielfach mit Ablehnung konfrontiert sind. Diese Antwort laute: „Du bist geliebt, du bist getauft - im tiefsten Sinne -, weil Jesus dich als Mitarbeiter braucht."
Wer bei „Elijah" als Volontär mithelfe, werde unweigerlich von Roma-Kindern und Roma-Jugendlichen mit Fragen zum Glauben konfrontiert, sagte Sporschill - etwa, indem er oder sie gebeten werde, eine Fürbitte zu sprechen. Diese Erfahrung stehe für das Faktum, dass es die Armen seien, die den Weg zum Kern des Evangeliums zeigten. Dies gelte insgesamt, auch für junge Priester: „Wer Jesus lieben will, landet unweigerlich bei den Armen", so der Vorarlberger Jesuit bei der Tagung.
Vielseitiges Hilfsprojekt
Sein „Elijah"-Hilfswerk betreibt in den Roma-Dörfern des zentralrumänischen Harbachtals Ausbildungsprojekte und hat gemeinsam mit den Familien winterfeste Häuser errichtet. Vier Sozialzentren öffnen ihre Türen für arme Kinder und ihre Mütter, die oft Teenager sind. Viele Jugendliche haben mithilfe von Nachmittagsbetreuung die Schule abgeschlossen, einige haben es bis zum Studium in die Hauptstadt der Region, Sibiu, geschafft. Startwohnungen helfen bei den ersten Schritten in ein eigenständiges Leben. Studentinnen, die in diese Wohnungen eingezogen sind, sammeln bereits erste Berufserfahrungen und übernehmen Dienste in der „Casa Francisc", dem Schülerwohnheim von „Elijah" in Sibiu. 
Unter den realisierten Bauvorhaben kann das „Cartier Caroline" in Nou als Modellprojekt gelten. In Bukarest wurde von „Elijah" im Vorjahr die „Casa Luisa", eine Basis für Streetwork, eröffnet. In dem Haus gibt es Tee und Brote für die Problemschützlinge, sie können duschen und sich in den kalten Wintertagen aufwärmen. In der Kapelle versammeln sie sich zum Gebet – „viele Bitten und Sorgen werden zum Himmel geschickt", heißt es im „Elijah"-Osterbrief.
Im Entstehen ist aktuell die „Casa Nora" in Sibiu, ein Zufluchtsort für Frauen mit ihren Kindern, wo es aber auch Rechtsberatung, medizinische Betreuung sowie Hilfe bei Arbeitssuche und Behörden geben wird. Ein weiteres Projekt ist das „Cartier Lucia" in Sibiu. Es soll aus zehn Wohneinheiten für Roma-Familie bestehen. 

Franziskus spricht mit Kindern über das Gebet in schweren Zeiten

Eine Stunde Katechismus mit dem Papst: Diese seltene Gelegenheit hatten am Donnerstagnachmittag 200 Kinder, die sich in einem römischen Vorortviertel im Osten der Hauptstadt auf die Erstkommunion vorbereiten. In einem offenen Gespräch beantwortete der Papst ihnen auch Fragen zu Krieg, Glauben und Krankheit. Es handelte sich um den Auftakt zur Initiative „Schule des Gebets“, in deren Rahmen der Papst im aktuellen Jahr des Gebets verschiedene Gläubige in der Diözese Rom treffen wird.

Es war ein gut gehütetes Geheimnis, nur wenige wussten, dass Papst Franziskus höchstpersönlich diese ganz besondere Katechismus-Stunde leiten würde, berichtete Vatican News. Entsprechend groß war das Staunen, als vor dem Eingang zum Pfarrsaal der weiße Fiat 500 L mit dem Kennzeichen SCV vorfuhr, in dem Papst Franziskus sich normalerweise außerhalb des Vatikans bewegt. Schauplatz: Die Pfarrei San Giovanni Maria Vianney in Borghesiana, einem Vorort an der äußersten östlichen Peripherie Roms, wo rund 200 Kinder sich mit einem zweijährigen Katechismus auf das Sakrament der Erstkommunion vorbereiten.

Bewegende Fragen der Jugendlichen

Für den aktuellen Zyklus an Begegnungen fiel die Wahl darauf, mit Kindern zu starten. Ohne sich durch die Anwesenheit des Kirchenoberhauptes einschüchtern zu lassen, sprachen die Kinder frei von der Leber weg und stellten dem Papst bewegende Fragen zum Tod, zu der Zuneigung zu Familie und Freunden, den Sorgen und Freuden des Lebens und der Bedeutung des Gebets. 

Franziskus nahm sich die Zeit, jedes der aufgeregten Kinder zumindest mit einem Handschlag zu begrüßen, doch am Ende hielt er dann auch noch für ein paar Sekunden bei der kleinen Alice inne, die mit ihren 10 Jahren im Rollstuhl sitzt, um ihren in ein Tuch gewickelten Kopf zu streicheln.

„Danke, Verzeihung, Entschuldigung“

„Ich werde keine Rede halten, weil das langweilig ist, aber ich werde eure Fragen beantworten", eröffnete Franziskus die Begegnung. Und er hielt Wort: Etwa 50 Minuten lang widmete er sich den Kindern, indem er im Chor die Worte wiederholen ließ, die man sich gut einprägen sollte („Danke, Verzeihung, Entschuldigung“, absolut die wichtigsten), indem er darauf achtete, alle zu Wort kommen zu lassen („Du hast ja schon gesprochen, noch einer!“), indem er diejenigen einlud, die zu schüchtern waren, um mutig zu sein („Kommt her, sagt es ins Mikrofon“) oder indem er den Kindern dankte, die durchdachte Fragen gestellt hatten („Du bist gut, du bist ein Philosoph“).

„Es ist wichtig, für alles Danke zu sagen“

Papst Franziskus wollte den Kindern vor allem vermitteln, wie wichtig es sei, „für alles Danke zu sagen“: den Eltern, den Freunden, den Lehrern und Katecheten, aber vor allem Gott. „Es ist wichtig, für alles Danke zu sagen. Wenn du zum Beispiel in das Haus einer Person gehst und dich nicht bedankst oder nicht grüßt, ist das gut?“ Besonders im Sinn hatte Franziskus dabei die Worte „Danke“, „Verzeihung“ und „Entschuldigung“: „Ist eine Person, die sich nie entschuldigt, gut? Es ist schwierig, sich zu entschuldigen, manchmal kommen Scham und Stolz ins Spiel. Aber es ist wichtig, sich zu entschuldigen, wenn man ausrutscht.

Beten auch in den dunklen Momenten des Lebens

Im Mittelpunkt des Dialogs stand das Thema des Gebets, das, so der Papst, auch in den „dunklen Momenten” des Lebens nicht fehlen darf. „Welche sind das?“, fragte der Papst seine jungen Gesprächspartner: „Wenn jemand stirbt, wenn jemand in Ohnmacht fällt, wenn man sich mit einem Freund streitet“, riefen die Kinder durcheinander. Eine der bewegendsten Fragen kam von Alice: „Wie kann ich dem Herrn in der Krankheit danken?“. „Auch in dunklen Momenten müssen wir dem Herrn danken, denn er gibt uns die Geduld, Schwierigkeiten zu ertragen. Lasst uns gemeinsam sagen: Danke, Herr, dass du uns die Kraft gibst, den Schmerz zu ertragen“, antwortete der Papst.
Foto: Vatican Media.

 

Globalisierungskritiker Jean Ziegler ist ein Fan des Papstes

Jean Ziegler (89), Buchautor und Globalisierungskritiker, ist ein Fan von Papst Franziskus (87). "Das ist ein ganz außerordentlicher Mann", sagte Ziegler in einem Interview der deutschen Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). „Bei seiner Wahl muss tatsächlich der Heilige Geist mitgewirkt haben." Ziegler wird am Freitag (19. April) 90 Jahre alt. Der Kampf gegen Hunger und einen entfesselten Kapitalismus machten den 1934 in Thun geborenen Schweizer international bekannt. In diesen Tagen ist eine Neuauflage seines Buches „Wie kommt der Hunger in die Welt? Antworten auf die Fragen meines Sohnes" erschienen.

„Alle fünf Sekunden geht ein Kind unter zehn Jahren am Hunger oder seinen unmittelbaren Folgen zugrunde. Und das auf einem Planeten, der vor Reichtum überquillt", sagte der langjährige UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung im KNA-Gespräch. Dazu verwies er auf Angaben der Welternährungs-organisation FAO wonach die Weltlandwirtschaft fast das Doppelte der gegenwärtigen Weltbevölkerung ernähren könnte, wenn das universelle Menschenrecht auf Nahrung völkerrechtlich begründet wäre und nicht von der Kaufkraft des Konsumenten abhängig wäre. Ziegler: „Es gibt keine Fatalität: Ein Kind, das am Hunger stirbt, wird ermordet."

Glaube an die Wiederauferstehung 

Auf die Frage, ob er Angst vor dem Tod habe, antwortete Ziegler, er glaube an die Wiederauferstehung. Er berief sich dabei auf den von den Nazis hingerichteten evangelischen Theologen Dietrich Bonhoeffer. Dieser habe gewusst: „Ich werde erwartet." Darauf baue auch er, so Ziegler: „dass wir erwartet werden".

Die Gewissheit dafür entnehme er den Erfahrungen, die er im Laufe seines Lebens gemacht habe, fügte Ziegler hinzu. „Irgendwoher muss doch all die Liebe kommen, die auf dieser Welt ist. Der Guerillero, der sein Leben einsetzt für Gerechtigkeit. Der politische Gefangene, der unter Folter schweigt, um seine Gefährten zu schützen. Aber auch Mütter oder Väter, die alles für ihre Kinder tun."

 

Frauenbewegung: Kritik an Papst-Video auch aus Oberösterreich

„Wenn der Papst auf die Situation der Frauen weltweit hinschaut, geht es nicht, die innerkirchliche Ungerechtigkeit nicht zu benennen." Das hat die Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Oberösterreich (kfb), Paula Wintereder, im Interview mit der Linzer „KirchenZeitung" betont. Wintereder bekräftigte die bereits zuvor von der kbf-Österreich geübte Kritik an der Videobotschaft von Papst Franziskus, mit der er sein Gebetsanliegen für den April bekannt gab und in dem er die Würde und den Wert der Frauen in allen Kulturen thematisierte. 

„Missio"-Chefredakeur: Kindersklaverei immer noch weit verbreitet

Um Kindersklaverei zu beenden, muss man den betroffenen Familien alternative Verdienstmöglichkeiten erschließen. Das hat der Chefredakteur des „Missio"-Magazins „allewelt", Christoph Lehermayr, im Interview mit „Radio Vatikan" betont. Er äußerte sich anlässlich des Internationalen Tages gegen Kindersklaverei (16. April).

Generell sei die Zahl der Kinder, die in sklavenähnlichen Zuständen leben und ausgebeutet werden, weltweit zurückgegangen. Doch noch immer seien - so die letzten Schätzungen der Kinderhilfsorganisation UNICEF - rund 160 Millionen Kinder weltweit betroffen. Darunter vor allem in Ländern mit stark wachsenden Bevölkerungszahlen, „in Ländern, in denen Armut immer noch weitverbreitet ist und in denen solche Phänomene bis heute ebenso weitverbreitet sind".

In Ländern wie Pakistan sei besonders die christliche Minderheit betroffen, gehöre diese doch der untersten Schicht der Gesellschaft an, wo Ausbeutung und Kinderarbeit naturgemäß weitverbreitet seien, gab Lehermayr zu bedenken: „Ich war für Recherchen für unser Missio-Magazin in Pakistan und habe mich mit diesem Problem der Schuldknechtschaft und der Ausbeutung beschäftigt. Besonders in den Ziegelfabriken ist es gang und gäbe, dass Kinder beim Klopfen und beim Machen dieser Ziegel eingesetzt werden." Der Caritas sei es zu verdanken, dass Kinder aus den Ziegeleien geholt werden und eine Schule besuchen können.
Foto: Kinderarbeit in einer Ziegelfabrik in Pakistan -Missio Österreich.

Chaldäischer Patriarch feiert nach Exil Dankmesse in Bagdad

Nach einer fast neunmonatigen Abwesenheit von seinem Amtssitz hat der Chaldäische Patriarch Louis Raphael Sako am Samstag in der Kathedrale von Bagdad einen Dankgottesdienst gefeiert. „Nach neun Monaten des Leidens, der Geduld, der Standhaftigkeit und der Tatsache, dass ich mich der Ungerechtigkeit nicht ergeben habe, kehre ich hier zum historischen Hauptquartier des Patriarchats in Bagdad zurück", sagte er unter Applaus von Bischöfen, Priestern, Ordensleuten und vielen Laien. „Ich kehre in Frieden, Erleichterung und Vitalität zurück".
Sako hatte Bagdad im vergangenen August verlassen, nachdem der muslimisch-sunnitische Präsident Abdul Latif Raschid ihm die staatliche Anerkennung als Kirchenoberhaupt entzogen hatte, und war ins Exil ins kurdische Erbil gegangen.
Er hege niemandem Groll gegenüber, sagte der Patriarch laut der arabischen Nachrichten-Agentur Abouna. Ausdrücklich dankte er dem irakischen Premierminister Mohammed Schia Al-Sudani, der ihn zur Rückkehr nach Bagdad eingeladen habe, „für den Empfang und für seine Entschlossenheit, das Problem auf angemessene Weise zu lösen, um der chaldäischen Kirche ihre Würde wiederherzustellen". Der Kardinal, Oberhaupt der mit rund 500.000 Gläubigen größten christlichen Gemeinschaft im Irak, war am Mittwochabend von Erbil kommend auf dem Flughafen von Bagdad eingetroffen und am Tag darauf offiziell von Al-Sudani begrüßt worden.
Auch wenn die Christen, die vor dem Krieg noch 1,5 Millionen Mitglieder zählten, „zahlenmäßig eine Minderheit geworden sind, müssen sie eine Quelle des Lichts, der Liebe und der umfassenden Brüderlichkeit sein", so der Kardinal. Nur so könnten sie in diesem Land eine gute Stellung einnehmen und "Salz der Erde" sein. Ausdrücklich rief er die Iraker zur Geschlossenheit auf. 
 

Studie zu Katholiken in den USA zeigt differenziertes Bild 

Die katholische Kirche in den USA verändert sich. Zwar ist sie mit rund 52 Millionen erwachsenen Mitgliedern die größte Glaubensgemeinschaft geblieben; doch ihr Anteil nimmt ab. Während 2007 noch fast jeder vierte US-Amerikaner angab, katholisch zu sein, ist es in der neuen Erhebung des renommierten Pew Research Center nur noch jeder fünfte. Damit stellen sie weiter ein wichtiges Segment in der US-Gesamtbevölkerung, das bei den Präsidenten- und Kongresswahlen im November einmal mehr heiß umworben wird.
Während die katholischen Stimmen bei den Wahlen vor vier Jahren ziemlich genau zwischen Donald Trump (49 Prozent) und Joe Biden (50 Prozent) gespalten waren, haben sich die Gewichte zugunsten der Republikaner verschoben. 52 Prozent der als Wähler registrierten Katholiken identifizieren sich derzeit mit der Trump-Partei; 44 Prozent haben mehr Sympathien für die Demokraten.
Katholiken dabei als Block zu betrachten, würde bedeuten, gravierende Unterschiede innerhalb der Glaubensgemeinschaft zu übersehen. Demnach sehen weiße und hispanische, also ursprünglich in Lateinamerika wurzelnde Katholiken die Welt deutlich anders. Während sich sechs von zehn Weißen als Republikaner identifizieren, sympathisiert derselbe Anteil bei den Latinos umgekehrt mit den Demokraten.
Diese Kluft hatte sich schon 2020 gezeigt, als weiße Katholiken Trump mit 15 Prozent Differenz den Vorzug vor ihrem Glaubensbruder Biden gaben. Hispanische Katholiken zogen damals den Demokraten mit einer Differenz von 35 Prozent vor.
Ein genauerer Blick auf die Veränderungen der Demografie innerhalb der Glaubensgemeinschaft erklärt die Dynamik. Wie in der Gesamtbevölkerung der USA nimmt der Anteil der Weißen kontinuierlich ab. Dagegen stieg die Zahl der hispanischen und asiatischen Katholiken kontinuierlich.
Bezogen auf das Jahr 2007 fiel der Anteil der Weißen unter den Katholiken um 8 Prozentpunkte auf heute nur noch 57 Prozent. Im Vergleich dazu legten die Latinos um 4 Prozentpunkte auf 33 Prozent zu. Der Anteil der Asiaten an den US-Katholiken verdoppelte sich im selben Zeitraum von zwei auf vier Prozent.

 

Messner: „In den Bergen treffen sich Natur und religiöse Dimension" 

Bergsteiger-Legende Reinhold Messner ist kein Fan von Gipfelkreuzen. Im Interview mit der Wiener Kirchenzeitung „Der Sonntag" sagte Messner, dass er zwar die vorhandenen Kreuze nicht entfernt sehen wolle, zugleich spreche er sich aber gegen neue Kreuze aus. „Das Gipfelkreuz ist eine späte Erscheinung und nicht Teil unserer alpinen Kultur. Darauf will ich aufmerksam machen", so Messner, der im Interview auch über Religiöses sprach: „In den Bergen treffen Natur und die religiöse Dimension zusammen", so der Südtiroler Bergsteiger wörtlich. 

Auf Gipfeln sei anfänglich nur ein „Steinmann" platziert worden, so Messner: „Steine wurden übereinandergeschichtet, um zu sagen, 'Hier war jemand'." Kreuze seien seit- dem im 13. Jahrhundert als Grenzmarkierung aufgestellt worden – „und zwar dort, wo Menschen von einem Tal ins andere gewechselt sind". Sogenannte Wetterkreuze dienten zudem als Warnung vor Naturkatastrophen. Im 17. Jahrhundert hätten Religionen dann versucht, die Gipfel zu okkupieren, so Messner. 

Auch an Handymasten im Gebirge übte Messner Kritik: „Da ist ein kleines Gipfelkreuz weniger schlimm. Handymasten nehmen dem Berg seine Erhabenheit. Sie sind die größere Unkultur. Sie machen den Berg banal." 

Kurznachrichten 

 

Heiliges Land. Die Franziskaner-Kustodie hat beim Obersten Gericht Israels eine Petition gegen den Bau einer Seilbahn in Jerusalem eingereicht. 

 

Deutschland. Die vom Amtsgericht München verhängten Strafen gegen den deutschen Jesuiten Jörg Alt (62) und zwei weitere Klimaaktivisten wegen einer Straßenblockade in der Münchner Innenstadt bleiben bestehen. Sämtliche Berufungen wurden verworfen. 

 

Polen. Für den neuen Vorsitzenden der katholischen Polnischen Bischofskonferenz, Erzbischof Tadeusz Wojda, sind die Statistiken über den Rückgang der Religiosität besorgniserregend. 2021 bekannten sich bei der nationalen Volkszählung nur noch 27 Millionen Polen zur katholischen Kirche - über 6 Millionen weniger als zehn Jahre zuvor. Das waren knapp unter 70 Prozent der Bevölkerung. 

 

Polen. Zehntausende Menschen haben sich in Polen am diesjährigen nationalen „Marsch für das Leben" beteiligt. Allein in der Hauptstadt Warschau nahmen laut Angaben der Veranstalter am vergangenen Sonntag mehr als 50.000 Menschen an der Demonstration unter dem Motto „Niech Zyje Polska!" („Es lebe Polen!") teil. 

 

In Bolivien verschwinden  jedes Jahr nach Angaben der katholischen Kirche rund 800 bis 1.000 Kinder und Jugendliche. Hauptursache ist nach Einschätzung der Bolivianischen Bischofskonferenz die organisierte Kriminalität. 

 

Australiens Sicherheitsbehörden werten den Messerangriff auf einen assyrischen Bischof während eines Gottesdienstes in einem Vorort von Sydney als Terrorakt.Der festgenommene 16-jährige mutmaßliche Täter hat offensichtlich vorsätzlich gehandelt und während des Angriffs Aussagen getätigt, die auf religiös motivierten Extremismus hindeuten. 

 

Slowakei. Zum Zusammenhalt von Christen über alle Nationalitäten hinweg hat der Eisenstädter Bischof Ägidius Zsifkovics bei einem mehrsprachigen Gottesdienst in Bratislava aufgerufen, den er auf Kroatisch, Slowakisch, Deutsch und Ungarisch feierte. 





Deutschland. Der saarländische AfD-Landtagsabgeordnete Christoph Schaufert verliert seine ehrenamtlich ausgeübte Leitungsfunktion in einer katholischen Pfarrgemeinde. Er wird „mit sofortiger Wirkung" als Mitglied des Verwaltungsrates der katholischen Kirchengemeinde in Neunkirchen/Saar entlassen. 

 

Deutschland. Das „Blutwunder" von Ostro in der Oberlausitz hat eine natürliche Erklärung. Hinter dem Phänomen der rötlich gefärbten Madonna mit Jesuskind stünden Milben, teilte die deutsche Diözese Dresden-Meißen nach einer wissenschaftlichen Untersuchung des Phänomens am Dienstag mit. 


Österreich


 Steiermark. Seit 25 Jahren bietet die Marienambulanz der Caritas in Graz medizinische Versorgung für Menschen, die nicht versichert sind oder sich aus verschiedenen Gründen schwertun, in eine Ordination zu gehen. Im vergangenen Jahr hat das Team mit zwölf haupt- und 45 ehrenamtlichen Mitarbeitenden dort 2.380 Patientinnen und Patienten versorgt. 

 

Salzburg.  Die Erzdiözese Salzburg plant eine „zukunftsfitte Organisationsstruktur für eine Pastoral in der Region": Im Fokus des neuen Projekts "Kirche in der Region" stehe die Sicherung der kirchlichen Infrastruktur als Pfarre, Pfarrverband und Dekanat. 

 

Oberösterreich. Ein großes Sanierungsprojekt ist am Freitag in der Basilika Mondsee (Bezirk Vöcklabruck) gestartet worden. Das vor drei Jahren beschädigte, vor 65 Jahren errichtete Dach der ehemaligen Stiftskirche wird aufwendig erneuert, um insgesamt 4,3 Millionen Euro. 

 

Oberösterreich. Erstmals findet heuer das Jugend- und Jungfamilientreffen nicht in Pöllau in der Steiermark, sondern im Stift Kremsmünster statt:  Das Jungfamilientreffen  wird von 16. Juli bis 20. Juli veranstaltet, anschließend feiert die Jugend vom 20. bis 25. Juli. 

Golgota-Altar von Jerusalem wird restauriert

Der katholische Kreuzigungsaltar der Jerusalemer Grabeskirche ist zu Wochenbeginn abgebaut worden - für Restaurierungsarbeiten in Florenz. Wie die zuständigen Franziskaner mitteilten, soll er anschließend in mehreren Ausstellungen zu sehen sein, bevor er zum Karfreitag 2025 an seinen Bestimmungsort zurückkehrt.

Der Altar steht im rechten Teil der durch Säulen unterbrochenen Kreuzigungskapelle auf dem Golgota-Felsen, auf dem laut Überlieferung vor 2.000 Jahren das Kreuz Christi stand. Während der Restaurierung wird er durch einen tragbaren Holzaltar ersetzt. An dem Ort feiern jeden Morgen katholische Geistliche mit Gläubigen die Messe. Der linke Teil mit der eigentlichen Kreuzesstelle ist im Besitz der Griechisch-Orthodoxen, aber auch die anderen Kirchen nutzen ihn zu bestimmten Zeiten für ihre Zeremonien.

Der Altar war 1578 von Ferdinando de Medici, Großherzog der Toskana und Kardinal, den Franziskanern im Heiligen Land geschenkt worden. 

Auch das noch...

Patriarch im Libanon besorgt über Gewalt syrischer Flüchtlinge 

Patriarch Bechara Rai zeigt sich besorgt über die zunehmende Gewalt von Seiten syrischer Flüchtlinge im Libanon. Die vertriebenen Syrer seien zu einer Bedrohung für die Libanesen geworden, sagte Rai am Freitag bei der Beisetzung des ermordeten christlichen FL-Politikers Pascal Sleiman in seinem Wohnort Jbeil. Zugleich warnte das Oberhaupt der maronitischen Christen vor Übergriffen. Um Zusammenstöße und Angriffe mit verheerenden Folgen zu vermeiden, müssten vielmehr internationale und lokale Kräfte dringend gemeinsam eine "endgültige Lösung für die Kontrolle ihrer Präsenz finden", so Rai. 
Sleiman war am Montag vermutlich von syrischen Bandenmitgliedern ermordet worden, die sein Auto stehlen wollten. Seine Leiche wurde später im Grenzgebiet zu Syrien von der Polizei gefunden. Die Polizei hatte bald nach Sleimans Verschwinden mehrere Syrer festgenommen. Sie hätten laut Ermittlerkreisen zugegeben, das Auto gestohlen, den Politiker mit einem Pistolenknauf auf Kopf und Brust geschlagen und in den Kofferraum gepackt zu haben; dort sei er gestorben.  
Sleimans Partei, die Force Libanaise (FL), spricht unterdessen von einem politischen Attentat und weist auch der Hisbollah, gegen die sich Sleiman wiederholt energisch gewandt hatte, eine Mitverantwortung zu. 
 

Lichtinseln: Stadt Wien und Religionsgemeinschaften übten Ernstfall 

Im Ernstfall, etwa bei einem Blackout oder sonstigen Krisen, die eine große Zahl der Bevölkerung in Wien betreffen, sollen Religionsgemeinschaften als Erstanlaufstellen  - sogenannte „Lichtinseln" - für Hilfesuchende fungieren. Sie sollen so Institutionen und Notfallstellen durch ihr Gesprächs- und Informationsangebot entlasten. Am Dienstag wurde dieses Konzept erstmals zwischen dem Krisenmanagement der Stadt Wien und den beteiligten Religionsgemeinschaften in Form einer Kommunikationsübung erprobt, teilte die Stadt Wien am Mittwoch mit. 
Teilnehmende Religionsgemeinschaften sind derzeit die katholische Kirche mit der ihr zugehörigen PfarrCaritas, die evangelische Kirche, die Neuapostolische Kirche, die Islamische Glaubensgemeinschaft Österreich, die Buddhistische Religionsgemeinschaft, die Sikh Glaubensgemeinschaft sowie die Israelitische Kultusgemeinde Wien. 

Abtreibung: Vatikan-Kritik am EU-Votum für das Recht des Stärkeren" 

Mit Bedauern über das jüngste Votum des EU-Parlaments für ein "Recht auf Abtreibung" hat sich der Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben, Erzbischof Vincenzo Paglia, geäußert. Es sei „sehr bedenklich", dass bei der Entscheidung das Lebensrecht des Kindes übersehen werde, sagte der Vatikan-Experte in einem Interview mit „Vatican News" (Freitag). Das ungeborene Kind sei stets schwächer, könne nicht für sich sprechen und nichts einfordern. Die Rechte des Stärkeren durchzusetzen sei „zu einfach" und es sei eine „falsche Entscheidung, ein Recht nur für eine Partei einzufordern, nicht für beide", befand Paglia.
Das EU-Parlament hatte am Mittwoch mit 336 Stimmen dafür und 163 dagegen - 39 Abgeordnete enthielten sich - die Aufnahme eines Rechts auf Abtreibung in die europäische Grundrechte-Charta gefordert.
Inmitten der deutschen Debatte um eine Neuregelung der Abtreibung hat am Samstag in München der bisher größte „Marsch fürs Leben" in der bayrischen Landeshauptstadt stattgefunden. 6.000 Teilnehmende hatte die Demonstration für Lebensschutz laut den Organisatoren, die Polizei sprach von 3.000. Begleitet wurde der Umzug von Blasmusik, einem starken Polizeiaufgebot und laut Polizei rund 1.000 Gegendemonstranten.  
 

Vatikan: Religionsfreiheit durch Urteil gegen Kardinal bedroht 

Das Urteil eines staatlichen Gerichts in Frankreich gegen Kurienkardinal Marc Ouellet (79) gefährdet aus Sicht des Heiligen Stuhls das Grundrecht der Religionsfreiheit. Das teilte der Direktor des vatikanischen Presseamtes, Matteo Bruni, am Samstag auf Journalistenfragen mit. Zudem sei die Vereinsfreiheit religiöser Organisationen betroffen, ihre inneren Angelegenheiten selbstständig zu regeln. 
Ein Zivilgericht von Lorient hatte laut Medienberichten unlängst in erster Instanz entschieden, der damalige Leiter der vatikanischen Bischofskongregation und weitere kirchliche Entscheider hätten im Oktober 2020 Sabine Baudin de la Valette (Ordensname Mutter Marie Ferreol, 57) ohne hinreichende rechtliche Grundlage aus einer Schwesterngemeinschaft entfernt. Dadurch sei ihr schwerer Schaden entstanden. 
Die kirchlichen Stellen hatten der Ordensfrau unter anderem geistlichen Missbrauch vorgeworfen und dies in mehreren Visitationen kirchenintern überprüft.