JA 

die neue Kirchenzeitung

 24. März 2024 

Lesungen:  Jes 50,4-7; Phil 2,6-11;  Evangelium: Mk 14,1-15,47.

Dank den Kindern

Die „Heiligen Drei Könige" haben bei der 70. Sternsingeraktion rund um den vergangenen Jahreswechsel erneut ein Rekordergebnis erzielt. Dem „großartigen Einsatz" der österreichweit 85.000 Sternsingerinnen und Sternsinger sei es zu verdanken, dass das Spendenergebnis des Vorjahres um mehr als 310.000 Euro übertroffen wurde, freute sich die Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar in einer Bilanz  über das Spendenergebnis von 19,534 Millionen Euro (2023: 19,223 Mio. Euro). Das Hilfswerk der 

Jungschar im Bereich Entwicklungszusammenarbeit (EZA) wird die Gelder wirksam für rund 500 Hilfsprojekte in Armutsregionen der Welt einsetzen. 
Das Ergebnis ist toll. Und überaus bemerkenswert, denn in vielen Pfarren gibt es heute keine funktionierenden Jungschar-Gruppen mehr. Es sind bisweilen Eltern, die Kinder begeistern und organisieren. 
Die Zahl der katholischen Kinder nimmt dramatisch ab: Kirchenaustritte und Demographie zeitigen ihre Folgen. 
Daher finden sich nicht mehr in jeder Pfarre genügend Kinder, die von Haus zu Haus gehen. Mancherorts wird nur noch an bestimmten Plätzen gesungen.  P. Udo

Stift Admont feiert 950-jähriges Bestehen 

Mit einem Festgottesdienst und einem Festakt hat das steirische Benediktinerstift Admont am Dienstag sein 950-jähriges Bestehen gefeiert. Dem Festgottesdienst in der Stiftskirche stand Abt Gerhard Hafner vor. In seiner Predigt sprach er im Blick auf das Jubiläum von „Demut und Dankbarkeit". Das Benediktinerstift wurde 1074 gegründet, die Stifterin des Klosters ist die Gräfin von Friesach-Zeltschach, bekannt als die Heilige Hemma von Gurk. Die traditionsreiche Benediktinerabtei an der steirischen Enns kann auf ein 950-jähriges ununterbrochenes Bestehen zurückblicken. Hafner wies darauf hin, dass von 1120 bis 1560 zudem ein Frauenkloster bestand.
Admont hat Europa mitgeprägt
Der 68. Abt von Admont betonte in seiner Predigt, dass Europa ohne das Christentum, ohne christliche Kultur und christliches Menschenbild letztlich nicht denkbar sei. Zu dieser Prägung habe auch das Stift Admont beigetragen - nicht zuletzt auch durch die Akzente, die es im Bereich der Kultur gesetzt habe und nach wie vor setze. In den vergangenen Jahrzehnten habe das Stift dabei immer auch einen Schwerpunkt auf die Gegenwartskunst gelegt. Die Förderung von Kunst und Kultur sei gerade in einer von Materialismus und Profitdenken geprägten Zeit umso wichtiger, zeigte sich Hafner überzeugt: „Der Geist Gottes weht auch in Kunst und Kultur."
Famose Jubiläumsausstellung
Im Rahmen des Festakts wurde auch die Jubiläumsausstellung „950 Jahre lebendiges Kloster" eröffnet. Das Admonter Stiftsmuseum führt ab Mittwoch durch eine Reise durch die Zeit: Sie beginnt mit der Gründung des Stiftes und den Legenden darüber und endet mit Musikstücken und Texten, die mit Bezug auf das Stift Admont entstanden sind. Somit könnten die Besucherinnen und Besucher in die fast eintausendjährige Geschichte des Benediktinerstiftes und in das Leben und Wirken der Mönche eintauchen, auch anhand bisher kaum bekannter Objekte, wie Prior P. Maximilian Schiefermüller betonte. Die Ausstellung zeigt neben der Geschichte des Stiftes auch dessen wissenschaftliche Forschung und pastorale Tätigkeiten; ferner wird Einblick in die historischen und gegenwärtigen Wirtschaftsbetriebe gegeben.
Jubiläumsjahr 2024
Mit dem Fest am Dienstag und der Sonderausstellung ist es freilich nicht getan: Das Stift feiert das ganze Jahr 2024 über sein Jubiläum. Am Programm stehen Konzerte mit internationalen Musikgrößen und ein wissenschaftliches Symposium über Erzbischof Gebhard von Salzburg. Einen Schwerpunkt werden auch zahlreiche Kirchenfeste bilden, die Admonts Mönche gemeinsam mit hochrangigen Kirchenvertretern feiern wollen.
„Gott hat für unser Stift Admont eine Stifterin ausgewählt"
In einer von Männern dominierten Weltgeschichte habe "Gott für unser Stift Admont eine Stifterin ausgewählt", wies Abt Hafner hin. Die Heilige Hemma von Gurk gilt als eine der wohlhabendsten Frauen ihrer Zeit, die ihr Vermögen für soziale Zwecke verwendet hat. Ihrem Willen, ein Kloster zu stiften, ist Erzbischof Gebhard von Salzburg 1074 mit der Gründung des Benediktinerstiftes Admont nachgekommen.
Die ersten Mönche kamen aus der Benediktinerabtei St. Peter in Salzburg. Nach seiner Gründung wurde Admont rasch ein klösterliches Zentrum für den gesamten süddeutsch-österreichischen Raum. Heute ist das Stift das älteste bestehende Kloster der Steiermark.
Zum Stift gehören aktuell 26 Pfarren, die von den Mönchen des Benediktinerstiftes betreut werden, sowie das Stiftsgymnasium Admont, das heuer sein 380-Jahr-Jubiläum begeht. Nach dem Vorbild der Heiligen Hemma unterstützt das Benediktinerstift zahlreiche Sozialprojekte, darunter Missio Österreich, und ist ein bedeutender Arbeitgeber in der Region. Die prunkvolle Admonter Klosterbibliothek mit 200.000 Bänden gilt als die größte der Welt. Wegen der meisterhaften Skulpturen, Reliefs und Fresken wurde sie lange Zeit sogar als "achtes Weltwunder" bezeichnet. (https://stiftadmont.at)
Foto: Erzbischof Gebhard – Nachbildung von Kopf und Gesicht nach der Vermessung der im Hochaltar bestatteten Knochen und des Schädels.

Kilber Passionsspiele

Alle fünf Jahre kommen in Kilb (Niederösterreich) Passionsspiele zur Aufführung. Heuer spielten rund 80 Pfarrmitglieder als Laiendarsteller bereits zum neunten Mal seit 1986 „das Leiden, Sterben und Auferstehen unseres Herrn". Schauplatz ist mit der Pfarrkirche von Kilb die größte Landkirche in der Diözese St. Pölten, die als „Königin der Landkirchen" gilt.
Die Aufführungen finden nur in der Fastenzeit statt. Der Reinerlös wird u.a. für soziale Zwecke in der Gemeinde verwendet.
 

Berg-Karabach: „Die Kirchenglocken sind verstummt"

Solange es für Aserbaidschan keine Konsequenzen für sein aggressives Handeln gibt, wird im Südkaukasus kein Frieden einkehren. Zudem ist das christlich-kulturelle Erbe in Berg-Karabach (Artsach) ernsthaft gefährdet, von Aserbaidschan ausgelöscht zu werden. Das war der Tenor einer Podiumsdiskussion, zu der das Institut für Historische Theologie der Wiener Katholisch-Theologischen Fakultät vor Kurzem in die Universität Wien geladen hatte. Die Salzburger Armenologin Jasmin Dum-Tragut berichtete über das Schicksal der rund 100.000 im Herbst 2023 aus Berg-Karabach geflüchteten Armenier, der armenisch-apostolische Bischof Tiran Petrosyan und der armenische Botschafter in Österreich, Arem Papikyan, stellten ihre Sicht der aktuellen Lage dar.
Petrosyan zeigte sich einmal mehr tief enttäuscht über den Westen. Während die Solidarität mit der Ukraine groß sei, vermisse er das gleiche Engagement für Berg-Karabach bzw. Armenien, so der Bischof. Menschenrechte müssen für alle gelten, betonte der Bischof. Zugleich nahm er freilich auch Russland ins Gericht. Russland - eigentlich die „Schutzmacht" Armeniens und auch mit „Friedenstruppen" in Berg-Karabach präsent - habe die Armenier verraten.
Für eine Zukunft in Frieden und Wohlstand in der Region brauche es einen politischen Wechsel in Aserbaidschan, zeigte sich Botschafter Papikyan überzeugt. Die einfachen Menschen in Aserbaidschan wollten sicher keinen Krieg, seien seit Jahrzehnten aber indoktriniert. Die Lehre, die das vom Familienclan der Aliyevs diktatorisch regierte Aserbaidschan bisher aus seinen Aktionen gezogen habe, sei eindeutig: „Es gibt keine Konsequenzen." Positiv bewertete der Botschafter die seit 2023 bestehende EU-Beobachtermission an der armenisch-aserbaidschanischen Grenze, das sei aber nicht genug.
Kein religiöser Konflikt
Prof. Dum-Tragut warnte davor, dass Aserbaidschan versuchen werde, durch Südarmenien militärisch vorzustoßen und so einen Korridor zur Enklave Nachitschewan zu schaffen. Der Bischof und der Botschafter konnten die Sorgen der Wissenschaftlerin nicht zerstreuen. Zumal - wie Dum-Tragut berichtete und Botschafter Papikyan bestätigte - Aserbaidschan in den vergangenen Jahren bereits mehrfach Angriffe auf armenisches Staatsgebiet unternommen hat.
Einig waren sich alle Diskutanten, dass es sich bei dem Konflikt um keine religiöse Auseinandersetzung zwischen Christen und Muslimen handelt, auch wenn Aserbaidschan mitunter versuche, dies so darzustellen, wie Bischof Petrosyan hinzufügte.
Integration der Geflüchteten herausfordernd
Dum Tragut wies auf die enormen Anstrengungen Armeniens hin, die 100.000 Karabach-Armenier aufzunehmen und zu integrieren. 21.000 Kinder aus Berg-Karabach seien bereits eingeschult, berichtete sie. Für das arme Armenien sei die Integration der Geflüchteten eine große Herausforderung. Einige tausend Geflohene hätten bereits in Armenien Arbeit gefunden, andere seien in den Westen weiter gezogen. Bei den Karabach-Flüchtlingen handle es sich vor allem um Menschen aus dem ländlichen Bereich. Die beste Lösung wäre, ihnen in Armenien ein Stück Land zur Bewirtschaftung zu überlassen, betonte Dum-Tragut.
Genozid von 1915 im Osmanischen Reich
Die Armenologin erläuterte auf Anfrage auch das tiefe gesamtgesellschaftliche Trauma der Armenier, die unter dem Genozid von 1915 im Osmanischen Reich so unfassbar gelitten hätten. In diesem Zusammenhang berichtete Bischof Petrosyan, dass Aserbaidschan in Stepanakert, der bisherigen Hauptstadt Berg-Karabachs, die Hauptstraße in Enver-Pascha-Straße umbenannt habe. Dieser war einer der Hauptverantwortlichen für den Genozid an den Armeniern. Diese Handlung zeige wohl nur allzu deutlich die Absicht bzw. Einstellung Aserbaidschans. Nicht ein einziger Karabach-Armenier werde bis auf Weiteres in die alte Heimat zurückkehren, so der Bischof. Trotzdem wolle er die Hoffnung nicht aufgeben, dass eine Rückkehr in der Zukunft – „wenn es internationale Sicherheitsgarantien gibt" - möglich sein werde.
Prof. Dum-Tragut beklagte die weitgehende Untätigkeit der Westens, darunter auch die der UNESCO, im Blick auf die schon lange andauernde Gefährdung des armenischen Kulturguts auf von Aserbaidschan kontrolliertem Gebiet. Aktuell sei das Schicksal von mehr als 4.000 nun ungeschützten Kulturdenkmälern ungewiss, darunter etwa 300 Kirchen und Klöster, aber etwa auch viele Friedhöfe.
Lange christliche Geschichte
Die Veranstaltung am 14. März an der Universität Wien stand unter dem Generalthema „Armenisches Christentum in Bergkarabach - Geschichte und aktuelle Situation". Umrahmt wurde sie mit Darbietungen des Musikers Aram Ipekdjian.
Die Armenien-Expertin Prof. Benedetta Contin von der Akademie der Wissenschaften zeichnete in ihrem Eingangsvortrag die Geschichte der Region Berg-Karabach von der Antike bis zum Ende des 19. Jahrhunderts nach. Diese war in der Antike oft Teil Armeniens, mehrfach aber auch des benachbarten Albania im heutigen Aserbaidschan oder bildete das Grenzland beider Staaten. Im 4. Jahrhundert wurde das Christentum in beiden Ländern Staatsreligion. Die Region Berg-Karabach erlebte über die Jahrhunderte eine wechselvolle Geschichte, armenische christliche Fürstentümer, die Perser, Seldschuken und teils Osmanen wechselten einander in der Herrschaft ab, bevor Anfang des 19. Jahrhunderts Russland die Macht übernahm. Deutlich wurde in Contins Vortrag die tiefe Verwurzelung des Christentums in Berg-Karabach, die auf das 4. Jahrhundert zurückgeht.
Menschenrechtspreis für Salzburger Armenologin Dum-Tragut
Die Salzburger Armenologin Jasmine Dum-Tragut wird mit dem diesjährigen Stephanus-Sonderpreis ausgezeichnet, der von der Frankfurter Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen verliehen wird. Die Stiftung würdigt damit Personen, die sich in einer besonderen Weise für Menschenrechte, Religionsfreiheit und den christlichen Glauben einsetzen. Die Verleihung des Preises an Dum-Tragut erfolgt am 20. April in Bonn.
Bisherige Preisträger waren u.a. der libanesische Jesuit Prof. Samir Khalil Samir, der Hongkonger Kardinal Joseph Zen Ze-kiun, die iranische Bürgerrechtlerin Fatemeh Mary Mohammadi oder der eriträische Patriarch Abuna Antonius.
Jasmin Dum-Tragut (58), geboren in Voitsberg (Stmk.), arbeitet seit gut 35 Jahren in Armenien und hat in den vergangenen 20 Jahren an der Salzburger Paris Lodron Universität die Armenischen Studien aufgebaut. Sie leitet u.a. das Salzburger „Zentrum zur Erforschung des Christlichen Ostens" (ZECO) und setzt sich intensiv für die Bewahrung des christlichen Erbes in Berg-Karabach ein.

Theologe: Syrisches Christentum kämpft um sein Überleben

„Wenn das syrische Christentum nicht in der Diaspora überlebt, wird es gar nicht überleben": Diese Einschätzung hat der Salzburger syrisch-orthodoxe Theologe Prof. Aho Shemunkasho im Interview mit der Wochenzeitung „Die Tagespost" vertreten.  Die Mehrheit der syrischen Christen lebe längst in der Diaspora. Der Orient - ihre ursprüngliche Heimat - habe nur noch eine symbolische Rolle. Die wenigen Christen im Turabdin in der Südosttürkei oder in der Ninive-Ebene im Nordirak „werden unsere Tradition und Liturgie alleine nicht retten".
Zugleich müsse er betonen, dass sich die syrischen Christen in Deutschland und Österreich gut integriert hätten, „aber das geht auf Kosten der eigenen Sprache und Tradition. (...) Nirgendwo in Europa haben wir die Möglichkeit, unsere Lehrer und Priester wissenschaftlich auszubilden. Wir leben von Ehrenamtlichen." Ohne professionelle Ausbildung aber „haben wir keine Chance". Shemunkashos Wunsch wäre es, „den traditionellen Bildungsweg des syrischen Christentums hier auf internationalem Niveau zu etablieren". Wenn das nicht gelinge, "wird die Qualität sinken und die Vitalität abnehmen".
Prof. Shemunkasho lehrt an der Universität Salzburg, stammt ursprünglich aber aus dem Turabdin. Der Name „Turabdin" ist aramäisch und bedeutet "Berg der Knechte Gottes". Das nimmt Bezug auf das syrische Mönchtum, das im 4. Jahrhundert in dieser Region entstand. Von der einst glanzvollen christlichen Vergangenheit ist heute nicht mehr viel übrig. Rund 80 Klöster gab es einst, heute sind nur mehr sechs ständig bewohnt.
Shemunkashos Familie emigrierte, als er noch ein Kind war, nach Deutschland. "In der Türkei haben wir öffentlich nicht existiert. Wir hatten Angst, unser Christsein zu zeigen. Im Militärdienst wurden Christen bedrängt, zu konvertieren." Aus dem Turabdin seien Zehntausende in den Westen ausgewandert, „eine Familie nach der anderen". Heute seien nur 2.500 syrische Christen im Turabdin verblieben.
Zugleich kritisierte Shemunkasho die Ignoranz westlicher Politik gegenüber den Christen im Orient: „Wir werden oft als Störfaktor für den Westen betrachtet. Numerisch haben wir keine Relevanz. Ob es in Aleppo oder Basra noch Christen gibt, bewegt den Westen nicht. Der Westen hat die Stimme der Christen Syriens nie gehört." Es gebe zwar karitative Unterstützung, „doch Beachtung finden die Christen Syriens und des Irak auch heute nicht. Wir syrischen Christen haben keine angestammte Region mehr, wo unsere Tradition an die nächste Generation weitergegeben werden kann", so Shemunkasho.
 

Osteuropa-Historiker: Russlands Irrweg noch lange nicht zu Ende

Der Münchner Osteuropa-Historiker Martin Schulze Wessel sieht Russland seit Zar Peter dem Großen (1672-1725) auf einem "expansiven Irrweg, der wahrscheinlich noch lange nicht zu Ende ist". Imperialismus sei die durchgängige Linie bis zur Gegenwart, sagte der Wissenschaftler laut Katholischer Nachrichten-Agentur KNA (Montag) am Wochenende beim 61. Europatag der Paneuropa-Union in Kloster Andechs bei München.
Russland habe die ukrainische Identitätsbildung im 19. Jahrhundert wie schon zuvor die polnische Eigenständigkeit als tödlichen Angriff auf die Einheit der Slawen empfunden, so der Historiker. Entsprechend seien die Ukrainer schon damals nicht als Nation mit eigenem Recht, sondern als ein Werkzeug von „Polen und Jesuiten" gegen Russland gesehen worden. Heute habe Putin dieses Narrativ auf den Westen und die Nato übertragen.
 

Verschärfte Christenverfolgung im indischen Manipur befürchtet

Im ostindischen Bundesstaat Manipur werden Christen seit vergangenem Frühjahr von hinduistischen Nationalisten drangsaliert. Vor den indischen Parlamentswahlen im kommenden April und Mai fürchten sie nun eine Eskalation. 
„Es soll zu einer ethnischen Säuberung kommen", zitierte das internationale katholische Hilfswerk „Kirche in Not" einen Missionar aus der Region.
Bei den christenfeindlichen Krawallen im Mai 2023 wurden nach Angaben der Erzdiözese Imphal mehr als 300 Kirchen und kirchliche Einrichtungen niedergebrannt. Mindestens 100 Menschen seien getötet worden, mehr als eine halbe Million Menschen seien geflüchtet. "Mehr als 30 verschiedene Rebellengruppen treiben dort ihr Unwesen", sagte der Vinzentinerpater Thomas Bobby Emprayil.
Der Mitteilung zufolge machen Christen in dem Bundesstaat rund 40 Prozent der Bevölkerung aus. Bei den in den Bergregionen beheimateten Stämmen der Kuki und Naga stellten sie die Mehrheit.

Gottfried Helnwein erläutert „Ostertuch" mit gekreuzigtem Kind 

Das potenziell verstörende, ja „polarisierende" Gemälde eines Kindes mit den Wundmalen Christi ziert das Pfarrblatt der Dompfarre St. Stephan, wo es im Altarraum als „Ostertuch" hätte verwendet werden sollen. Aufgrund von am Donnerstag formulierten Bedenken des Wiener Domkapitels, die großformatige fotorealistische Darstellung eines blutenden Kindes könnte Menschen „in ihren Gefühlen verletzen", kommt es in der Osternacht nun nicht zur Enthüllung des zweiten von drei von Gottfried Helnwein für den Stephansdom gefertigten Kunstwerken - es bleibt beim zu Beginn der Fastenzeit präsentierten ersten Bild mit dem Christus des Turiner Grabtuchs als Veranschaulichung des „Hinabgestiegen in das Reich des Todes" aus dem Apostolischen Glaubensbekenntnis. 

In der soeben erschienenen Osterausgabe des Pfarrblattes erläutert der international bekannte Künstler das ursprünglich für Ostern geplante Sujet und auch, warum es für ihn eine „aufregende Herausforderung" gewesen sei, für den Stephansdom ein Werk zum Osterfest zu schaffen. Das Titelbild des Pfarrblattes nimmt die Enthüllung vorweg: Zu sehen ist ein Kind im Volksschulalter mit den Merkmalen des auferstandenen Christus: nackt bis auf einen weißen Lendenschurz, Wundmale an Brust und Handflächen, in einer wie von Licht erhellten Szenerie den Blick nach oben gerichtet. 

Er habe sich bei dieser Arbeit „ganz bewusst so genau wie möglich an der christlich ikonographischen Symbolik orientiert, natürlich - wie alle meine künstlerischen Vorgänger - in meiner eigenen zeitgenössischen Bildsprache". Jesus sei üblicherweise nur in zwei archetypischen Darstellungsformen zu sehen, erläuterte Helnwein: als erwachsener bärtiger Mann, oft im Zusammenhang mit Leidensgeschichte und Kreuzestod, und als Kind im Zusammenhang mit Inkarnation und Geburt Gottes inmitten der Menschheit. Er habe „für die Auferstehung, den Sieg des Lebens über den Tod und als Symbol für den Beginn des neuen, ewigen Lebens" eine Jesusdarstellung als Kind gewählt - ein für Helnwein typisches Motiv unschuldig leidenden Lebens. 

Kurznachrichten 

  

Papst Franziskus hat sich erneut dafür ausgesprochen, Migranten mit mehr Aufnahme- und Hilfsbereitschaft zu begegnen.

 

Vatikan. Mit einer Personalentscheidung und geänderten Statuten hat Papst Franziskus die Verhältnisse in der Papstbasilika Santa Maria Maggiore neu geordnet. Die größte Marienkirche Roms ist die vom Papst am häufigsten aufgesuchte Kirche außerhalb des Vatikans und auch der Ort, an dem er begraben werden will. Der Papst bestätigte die historische Kuriosität, wonach der spanische König zugleich ranghöchster Ehrenkanoniker der Basilika ist. Die Zahl der Kapitelmitglieder (Kanoniker) halbierte er auf zwölf. 

 

In Burkina Faso verzichten christliche Gläubige aus Angst vor weiteren islamistisch motivierten Terroranschlägen auf den Besuch von Gottesdiensten. Ende Februar waren bei einem Angriff auf ein katholisches Gotteshaus in Essakane im Nordosten des westafrikanischen Landes 15 Menschen getötet worden. 

 

Russland. Der Moskauer Patriarch Kyrill hat Wladimir Putin in einem Telefonat zum Sieg bei den weltweit kritisierten Präsidentschaftswahlen gratuliert. Das Wahlergebnis sei „einzigartig". 

 

Belgien. Roger Vangheluwe, bis 2010 katholischer Bischof von Brügge, ist kein Priester mehr. Papst Franziskus hat ihn aus dem Klerikerstand ausgeschlossen. Der heute 87-Jährige war im April 2010 als Diözesanbischof zurückgetreten, nachdem bekannt wurde, dass er über Jahre einen Neffen sexuell missbraucht hatte. 

 

Libanon. Der Gaza-Krieg hat auch verheerende Auswirkungen auf den Südlibanon. Die Landwirtschaft in der Region ist praktisch zum Stillstand gekommen, viele Familien - darunter viele christliche – ziehen weg, da es immer wieder auch zu Kampfhandlungen zwischen dem israelischen Militär und der proiranischen Schiiten-Miliz Hisbollah kommt. 

Italien.  Die Päpstliche Universität Gregoriana erweitert ihr wissenschaftliches Angebot in Forschung und Lehre dauerhaft um zwei Institute: das Päpstliche Bibelinstitut (gegründet 1909) und das Päpstliche Ostkirchen-Institut (gegründet 1917). An der 1551 gegründeten Universität im Zentrum Roms studieren derzeit rund 3.000 Männer und Frauen aus allen Erdteilen. 

 

Deutschland. Die ehemalige Vorsitzende der Deutschen Ordensoberenkonferenz, Schwester Katharina Kluitmann, kritisiert den Umgang des Vatikans mit dem Thema Frauenweihe. Es sei „enttäuschend", dass gerade dieses Thema einmal mehr auf die lange Bank geschoben werde. 

 

Deutschland. Kardinal Gerhard Ludwig Müller kritisiert die katholischen deutschen Bischöfe für ihren Umgang mit der AfD und dem Protest gegen Extremismus. Hinsichtlich der kürzlich vielerorts organisierten Demonstrationen gegen rechts sagte Müller der katholischen Wochenzeitung „Die Tagespost": „Ja, der Opportunismus ist nicht zu übersehen." 


Österreich

 Niederösterreich. Michael Simmer (41) wird neuer Superintendent der evangelischen Kirche A.B. in Niederösterreich. Der bisherige Fachinspektor für den evangelischen Religionsunterricht an höheren Schulen in Niederösterreich erhielt am 16. März im 8. Wahlgang die nötige Zweidrittelmehrheit.

 

Tirol. Innsbruck bekommt einen „Dr.-Carl-Lampert-Platz". Der Vorplatz vor der Landschaftlichen Pfarrkirche Mariahilf wird anlässlich des 80. Jahrestages der Hinrichtung des Märtyrers der NS-Zeit nach dem aus Vorarlberg stammenden Lampert benannt.

 

Wien. Der sehr lebendige Glaube der katholischen Thomas-Christen in Österreich führt dazu, dass neue Gemeinden errichtet werden: Die jüngste davon befindet sich in der Pfarre Essling in Wien-Donaustadt, in der über 400 österreichische und indische Katholiken erstmals gemeinsam das Patroziniumsfest zum Hl. Josef (19. März) gefeiert haben.

Autobiografie von Papst Franzikus

Die autobiografischen Ausführungen von Papst Franziskus in Buchform sind nun offiziell im Handel. Das Buch mit dem Titel "Leben - Meine Geschichte in der Geschichte" erschien am Dienstag in zunächst sieben Sprachen weltweit im Verlag HarperCollins.
Das rund 270 Seiten umfassende Buch besteht im Kern aus der Aufzeichnung mehrerer Gespräche, die der italienische Fernsehjournalist Fabio Marchese Ronga in den vergangenen Monaten mit dem Papst führte. Zur Einführung der jeweiligen Antworten beschreibt der Autor historische und private Begebenheiten aus dem Leben und rings um das Leben des Papstes.  
Aus dem Buch waren in der vergangenen Woche bereits mehrere Passagen bekannt geworden, darunter Ausführungen des Papstes zum Thema Krieg und Frieden, zum Antisemitismus sowie Präzisierungen zu seinem Verhältnis zum zurückgetretenen Vorgänger Benedikt XVI.
Daneben enthält es viel bereits Bekanntes, aber auch neue Details; etwa zu seiner Unterstützung für Menschen im Widerstand gegen die argentinische Militärdiktatur (1976 - 1983) oder zu seiner „internen Verbannung" durch die Jesuiten nach Cordoba (1990 - 1992), deren Gründe allerdings im Dunkeln bleiben. 

Auch das noch...

15 Deutsche Diözesen ersetzen Kirchenzeitungen durch neues Magazin

In der Karwoche startet das größte Kooperationsprojekt kirchlicher Medien in der jüngeren Geschichte Deutschlands: 15 katholische Kirchenzeitungen aus ebenso vielen Diözesen mit einer Druckauflage von insgesamt 100.000 Exemplaren haben sich dafür zusammengeschlossen. Vor Ostern erscheint die erste Ausgabe eines gemeinsam produzierten Magazins. Das gibt es dann nur noch 14-tägig anstelle der bisher wöchentlich erscheinenden Kirchenzeitungen. Die meisten Namen der Publikationen bleiben bestehen; Format, Umfang und Inhalt ändern sich. Die Abopreise sollen nach Aussage der beteiligten Verlage vorerst nicht steigen.
Die Kooperation reagiert vor allem auf wirtschaftlichen Druck. Zuletzt verloren die beteiligten Blätter acht bis zehn Prozent ihrer zahlenden Kunden pro Jahr, während Druck- und Versandkosten in die Höhe schossen. 
 

Ökumenisches Patriarchat rehabilitiert russischen Kriegsgegner

Die Synode des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel hat den Moskauer Erzpriester Alexej Uminskij rehabilitiert. Diesem war von einem Moskauer Kirchengericht im Jänner die Priesterwürde aberkannt worden. Uminskij hatte dagegen beim Ökumenischen Patriarchat Protest eingelegt. Ein in der Orthodoxie unüblicher Vorgang, der aber laut dem Ökumenischen Patriarchat kirchenrechtlich gedeckt ist, wie es in einem aktuellen Kommuniqué heißt. Die Synode hat demnach auf ihrer jüngsten Sitzung am Dienstag den Fall geprüft und festgehalten, dass für das Moskauer Urteil keine kirchlichen Gründe bzw. Verfehlungen vorliegen würden, sondern das Urteil schlicht deshalb gefällt wurde, weil Uminskij ein entschiedener Gegner des russischen Angriffs auf die Ukraine ist.
Die Synode beschloss einstimmig die Wiedereinsetzung des Klerikers in seine früheren kirchlichen Ämter. Zudem wurde er in den Klerus des Patriarchats von Konstantinopel aufgenommen. Der Synode gehört derzeit auch der orthodoxe Metropolit von Austria, Arsenios (Kardamakis) an.
Erzpriester Uminskij ist einer der wenigen Gegner des Krieges, die dies auch öffentlich kundtun. Am 5. Jänner 2024 war Uminskij bereits vom Dienst suspendiert und von seinem Posten als Vorsteher der Dreifaltigkeitskirche im Zentrum Moskaus entfernt worden, wobei die Eparchie keine Gründe für die Suspendierung angab. Am 13. Jänner erkannte das Moskauer Kirchengericht Uminskij die Priesterwürde ab. Nun droht ihm vermutlich aber auch ein Verfahren vor den staatlichen Behörden.
Uminskij ist einer der wenigen russischen Geistlichen, die zudem offen mit der Opposition sympathisieren, wie der "Nachrichtendienst Östliche Kirchen" (NÖK) berichtete. 

Umfrage: Religiöse Menschen spendenbereiter und engagierter

Religiöse Menschen in Deutschland sind laut einer Umfrage spendenfreudiger als andere. So spendeten im Jahr 2022 rund 71 Prozent der Christen und 69 Prozent der Muslime für wohltätige Zwecke - im Vergleich zu 59 Prozent ohne Religionszugehörigkeit, wie aus dem aktuellen Religionsmonitor der Bertelsmann Stiftung hervorgeht, der der Wochenzeitung „Die Zeit" vorliegt.
Auch die Bereitschaft, Flüchtlingen zu helfen, ist demnach groß. Allerdings lasse sich hier eine Bevorzugung von Schutzsuchenden der eigenen Religion ablesen. So gaben 82 Prozent der Christen an, vor allem Ukrainern helfen zu wollen, 88 Prozent der Muslime würden vor allem Syrer unterstützen.
Ehrenamtlich engagieren sich unter religiös gebundenen Menschen demnach 31 Prozent, fast doppelt so viele wie unter den Nichtreligiösen (17 Prozent). Dabei sei für religiös orientierte Menschen die ehrenamtliche Arbeit von Natur aus näherliegend, schreibt Studienleiterin Yasemin El-Menouar in der „Zeit". „Religiöse Gemeinden bieten niedrigschwellig und ganz selbstverständlich die Möglichkeit, sich sozial zu engagieren."
 

Älteste griechische Diaspora-Nationalschule befindet sich in Wien

Die Griechische Nationalschule in Wien ist die älteste griechische Schule der Diaspora weltweit. Sie wurde vor 220 Jahren gegründet und besteht seither ohne Unterbrechung fort. Die griechisch-orthodoxe Metropolis von Austria lud  zu einer Feierstunde in die Dreifaltigkeitskathedrale in Wien, wo das Jubiläum begangen wurde. Metropolit Arsenios (Kardamakis) würdigte in seiner Festansprache die Bedeutung der Schule für die Bildung der griechisch-orthodoxen Kinder in Österreich und die Festigung der Identität der griechisch-orthodoxen Gemeinde im Land. 
Der Metropolit fungiert als Direktor der Schule, in der (im Nachmittagsunterricht) derzeit etwas mehr als 300 Schülerinnen und Schüler in griechischer Sprache, Kultur, Geschichte und Religion unterrichtet werden. Die Schule ist seit 220 Jahren in den Räumlichkeiten der Dreifaltigkeitskathedrale im ersten Bezirk untergebracht.
Wie Metropolit Kardamakis in seinem Vortrag ausführte, sei Wien ab der Mitte des 18. Jahrhunderts nicht nur ein wichtiges Wirtschafts- und Handelszentrum für die Griechen gewesen, sondern auch „eine wichtige Wiege der geistigen Blüte des Hellenismus in Zentraleuropa", der u.a. auch in Wien mit den Ideen der Aufklärung in Berührung kam: Dies sei die Geburtsstunde einer intellektuellen Bewegung gewesen, die als neogräzistische Aufklärung bezeichnet wird und bis zum ersten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts den Geist der europäischen Aufklärung auf den griechischen Geistesraum übertrug.