JA 

die neue Kirchenzeitung

24. Juli 2022 

 Umbau? Reform? Revolution? 

Bischof Schwarz arbeitet kontinuierlich und zügig am „Umbau“ jener Diözese, in die er von Rom verschickt worden ist: Nach 19 Monaten erhält St. Pölten schon wieder einen neuen Personalchef. 
Wenige Tage zuvor hatte das Bauamt  die Gebietsaufteilung für die technische Betreuung der Pfarren „neu zu strukturieren“. 
Woran erinnert das? 
An die alte Formel „ecclesia semper reformanda est“? 
An die marxistische Forderung nach permanenter Revolution, die in der maoistischen Kulturrevolution ihre radikalste Ausprägung fand? 


An die vor Jahrzehnten von den Grünen gehegte, jedoch aus praktischen Erwägungen bald wieder verworfene Vision der „Ämter-Rotation“? 
Langsamer als der St. Pöltner Bischof arbeiten jene, die ihn in Klagenfurt abberufen haben. Die Päpstliche Visitation im Frühjahr 2019 hat immer noch kein Ergebnis gebracht. Die Akten liegen seit dreieinhalb Jahren in einer vatikanischen Schublade. 
Vermutlich, weil der visitierende Erzbischof Franz Lackner seinen 50-seitigen Bericht handschriftlich und daher schwer lesbar abgegeben hat. Oder?  P. Udo 

Umbau in Diözese St. Pölten:  Neuer Ressortleiter für Personal

Wenige Tage, nachdem die Diözese St. Pölten die Gebietsaufteilung für die technische Betreuung der Pfarren „neu strukturiert“ hat, bekommt sie einen neuen Personalchef. 

Diakon Christian Mayr, zuletzt Prokurist in der Geschäftsleitung der Division-Doka Gmbh (Umdasch Gruppe), wird mit 1. Oktober die Personalagenden übernehmen. Mit der Übernahme des Ressorts Personal steht der 52-Jährige künftig zusammen mit neun weiteren Ressortleiterinnen und Ressortleitern der Diözesanleitung der Führung der Diözese zur Seite.

Mayr - er ist ehrenamtlicher Ständiger Diakon in der Pfarre Neumarkt an der Ybbs und auch Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Diakone Österreichs - folgt an der Spitze des diözesanen Personalressorts Markus Schmidinger nach, der erst seit März 2021 im Amt ist und in Zukunft die Abteilung Personalentwicklung aufbauen und verantworten wird. „Ich freue mich, mit Diakon Christian Mayr einen Experten mit jahrzehntelanger Erfahrung sowie großherzigem Engagement für die Diözese St. Pölten gewinnen zu können", so Bischof Alois Schwarz.

Das Ressort Personal werde in Zukunft die Personalverwaltung, die Personalverrechnung und die Personalentwicklung umfassen, teilte die Diözese mit. Zudem ist es Kontaktstelle für die Berufsgemeinschaften pfarrlicher Angestellter und den Betriebsrat. Wesentliche zukünftige Schwerpunkte seien das Recruiting, die interne Fort- und Weiterbildung sowie Digitalisierung und Organisationsentwicklung.

 Foto:  Diakon Christian Mayr, Diözese St. Pölten.

Neuer Lehrgang ermöglicht Religionslehrkräften Quereinstieg

Die Kirchliche Pädagogische Hochschule (KPH) Wien/Krems bietet ab dem kommenden Wintersemester 2022/23 den neuen Hochschullehrgang „Religion unterrichten in der Primarstufe" an. Mit diesem soll der Quereinstieg in den Beruf des Religionslehrers bzw. der Religionslehrerin in der Volksschule ermöglicht werden, teilte die KPH  in einer Aussendung mit.

Die zukünftigen Religionslehrkräfte unterschiedlicher Konfessionen und Religionen werden Teile des Lehrganges miteinander belegen, heißt es vonseiten der KPH. So könnten sie bereits in der Ausbildung das Miteinander von Menschen verschiedener Religionszugehörigkeit „erfahren, praktizieren und reflektieren". Die Teilnahme an dem viersemestrigen Lehrgang sei an keine facheinschlägige Vorausbildung gebunden und frei von Studiengebühren. Absolventinnen und Absolventen könnten sofort in der Praxis eingesetzt werden.

Entstanden ist der Lehrgang in Zusammenarbeit der Religionsinstitute der KPH Wien/Krems, der Schulämter der Diözesen Wien und St. Pölten, der evangelischen Kirche, der orthodoxen Kirche und der Freikirchen sowie der alevitischen, buddhistischen und islamischen Religionsgesellschaften. 

Für Andrea Pinz, Hochschulratsvorsitzende der KPH Wien/Krems und Leiterin des Erzbischöflichen Amts für Schule und Bildung, ist das neue Angebot für Quereinsteiger eine „wichtige Initiative, einen zeitgemäßen und qualitätsvollen Religionsunterricht auch für die Zukunft zu sichern".

Erhöhter Bedarf an Religionslehrern

In den kommenden Jahren sei mit Blick auf Pensionierungen mit einem erhöhten Bedarf an Religionslehrerinnen und -lehrern zu rechnen. Das gelte besonders für die katholische und die evangelische Kirche, wies Pinz hin. „Der neue Lehrgang ist ein zusätzliches Ausbildungsangebot, um dieser steigenden Nachfrage gerecht zu werden."

Der Lehrgang richtet sich an Berufseinsteiger, die bereits ein Bachelorstudium absolviert haben und ist berufsbegleitend ausgerichtet. 

Infos: www.kphvie.ac.at

Anonyme Erklärung aus dem Vatikan rügt den „Synodalen Weg", deutsche Bischöfe rügen daraufhin den römischen Stil

Mit einer ungewöhnlichen Erklärung hat sich der Vatikan in die zuweilen aufgeheizte Debatte um den „Synodalen Weg" der katholischen Kirche in Deutschland eingemischt. In einer kurzen „Erklärung des Heiligen Stuhls" ermahnt dieser das kirchliche Reformprojekt, es könne die Gläubigen weder zu neuen kirchlichen Leitungsstrukturen noch zu neuen Ausrichtungen von Lehre und Moral verpflichten.
Als Grund nennt der Vatikan eine mögliche „Verletzung der kirchlichen Gemeinschaft und Bedrohung der Einheit der Kirche". In der Tat eine sehr deutliche Ermahnung. Gemeint sein könnte der neue „Synodalrat", der eine Art gemeinsamer Regierung von Zentralkomitee der Katholiken und Bischofskonferenz über die Kirche in Deutschland etablieren würde. Aber auch neue Lehren, etwa zur Sexualität, Ehe, kirchlichem Amt etc. dürften im Blick sein.
Wer ist der Absender?
Die 15-zeilige Erklärung erschien am Donnerstag, zwei Stunden nach dem mittäglichen Presse-Bulletin, wie aus heiterem Himmel. Versendet über den Verteiler des vatikanischen Presseamts, aber ohne Absender. Kein Name, keine Behörde, kein Datum. Geschweige denn eine Unterschrift. Ebenso wenig wird ein Anlass genannt.
Zu vermuten ist die Herkunft des Textes vom Staatssekretariat. Aber von wem sie veranlasst sein könnte - darüber lässt sich spekulieren. Kritiker des Synodalen Wegs der Deutschen gibt es weltweit viele. Etliche, auch Bischöfe, meldeten sich in Petitionen und offenen Briefen.
Wer den ganzen Text liest, erkennt das bekannte katholische „et ... et" („sowohl ... als auch ...."): Sowohl eine Mahnung vor Fehlentwicklungen und -interpretationen als auch die Hoffnung, die Kirche in Deutschland möge sich in den weltweiten synodalen Prozess einbringen und ihn bereichern. Dazwischen der Verweis auf den Brief des Papstes "an das pilgernde Volk Gottes in Deutschland" vom Juni 2019.
Das römische Synodensekretariat…
… unter Kardinal Mario Grech jedenfalls war dem Vernehmen nach nicht damit befasst. Auch wenn man die internationale Debatte um den Weg der Deutschen mitverfolgt, war man dort über die „Erklärung des Heiligen Stuhls" ebenfalls überrascht. Es wäre im Übrigen auch gar nicht die Art der neuen Riege dort, laufende synodale Prozesse weltweit so zu kommentieren.
Zu denken gibt im Übrigen, dass der Vatikan vor Fehlentwicklungen warnt, die laut Satzung des „Synodalen Weges" ausgeschlossen sind. Demnach sollen die Rechte von Bischöfen wie auch der weltkirchlichen Leitung unter und mit dem Papst nicht angetastet werden. 
Dass der vatikanische Rüffel über Deutschland hinaus zielt, vermutet der italienische Kirchenhistoriker Massimo Faggioli. Auch synodale Prozesse andernorts sollten gewarnt werden. Das mag mitschwingen. Andererseits waren selbst bei Australiens Plenarkonzil nicht ansatzweise solch weitreichende Reformanregungen wie aus Deutschland zu hören.

Bischöfe und Laien: „Kein guter Stil der Kommunikation“

Das Präsidium des „Synodalen Wegs" hat die Kritik aus dem Vatikan an dem Reformprojekt der katholischen Kirche in Deutschland zurückgewiesen. „Wir werden nicht müde zu betonen, dass die Kirche in Deutschland keinen 'deutschen Sonderweg' gehen wird", heißt es in einem gemeinsamen Statement des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, und von Irme Stetter-Karp, der Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK).
Das bringe auch die Satzung des „Synodalen Weges" zum Ausdruck. „Dennoch sehen wir es als unsere Pflicht an, klar zu benennen, wo aus unserer Sicht Änderungen notwendig sind. Dabei spüren wir bereits jetzt, dass die von uns benannten Probleme und Fragen weltweit ähnlich sind", so Bätzing und Stetter-Karp.
Vatikan verweigerte bisher eine Kommunikation
Bätzing und Stetter-Karp hoben hervor, man werde sich selbstverständlich „mit Erfahrungen und Ergebnissen des Synodalen Weges in den synodalen Prozess der Weltkirche einbringen". Zugleich beklagten sie einen mangelnden Austausch mit den Verantwortlichen im Vatikan. „Wir bemühen uns seit Beginn des Synodalen Weges von Seiten des Präsidiums um direkte Wege der Kommunikation mit den römischen Stellen." Dadurch ließen sich offene Fragen klären. „Leider ist das Synodalpräsidium bis heute nicht zu einem Gespräch eingeladen worden."
Diesen Umstand bezeichneten der Bischofskonferenz-Vorsitzende und die ZdK-Präsidentin als bedauerlich. „Synodale Kirche geht nach unserem Verständnis anders!" Das gelte auch für die Publikation der jüngsten Erklärung, „die bei uns Verwunderung auslöst". Es zeuge von keinem guten Stil der Kommunikation innerhalb der Kirche, wenn nicht namentlich gezeichnete Erklärungen veröffentlicht würden.
 

Für Opus Dei künftig Klerus- statt Bischofsdikasterium zuständig 

Die Personalprälatur des Opus Dei wird im Vatikan künftig nicht mehr der Bischofs-, sondern der Klerusbehörde unterstellt. In einem am Freitag veröffentlichten Erlass legte Papst Franziskus gleichzeitig fest, dass der leitende Prälat des Opus Dei künftig nicht mehr die Bischofswürde erhalten soll. Anlass für die Änderung, so der Papst, sei die Anfang Juni in Kraft getretene Kurienreform „Praedicate evangelium".
Das neue, zwei Seiten umfassende Motu proprio „Ad charisma tuendum" (Zum Schutz des Charismas) ändert entsprechende Ausführungen jener Konstitution „Ut sit" von 1982, mit der Papst Johannes Paul II. (1978-2005) das Opus Dei (Werk Gottes) zur bisher einzigen Personalprälatur in der katholischen Kirche erhob.
Gegründet worden war das Opus Dei 1928 vom spanischen Priester Jose Maria Escriva de Balaguer y Albas (1902-1975). Der Organisation gehören heute nach eigenen Angaben weltweit mehr als 90.000 Mitglieder an, unter ihnen Priester, ledige Männer und Frauen wie auch verheiratete Laien.  Dabei ist mit knapp 70 Prozent der Großteil der Mitglieder verheiratet, 30 Prozent leben als zölibatäre Laien, zwei Prozent sind Priester.

 

Katholische Frauen für Geschlechtergerechtigkeit auf allen Ebenen

Die Katholische Frauenbewegung Österreich (kfbö) hat sich deutlich für "Geschlechtergerechtigkeit auf allen Ebenen der Kirche" ausgesprochen. 
Die gleiche Würde von Frauen und Männern, gegründet in der Gottebenbildlichkeit, müsse im Kirchenrecht sowie in der Öffnung der Weiheämter ihren Niederschlag finden, so die kirchliche Frauenorganisation in einer Aussendung am Freitag. Anlass dafür sind Beiträge, die von der kfbö im Zuge des von Papst Franziskus ausgerufenen Synodalen Prozess erarbeitet wurden.
Entsprechende Unterlagen habe man bereits dem in der Bischofskonferenz zuständigen Referatsbischof Wilhelm Krautwaschl sowie der Weltunion der katholischen Frauenverbände, WUCWO (world union of catholic women´s organisations) übergeben, teilte die kfbö mit. 
Sie folge damit dem Aufruf, sich sowohl über die Ortskirche, als auch direkt in Rom in den Synodalen Prozess einzubringen. Basis ihrer Forderung sei das „Ideal des Reiches Gottes" (Galaterbrief 3,28), demgemäß vor Gott alle Menschen, unabhängig vom Geschlecht, gleich seien. 

Das Verhältnis von Klerikern und Laien müsse kirchenrechtlich neu geordnet werden, so die kfbö, um sicherzustellen, dass Laien - Männer wie Frauen - auf allen Ebenen Leitung mit Stimmrecht ausüben dürften. Die kirchenrechtlich verankerte, hierarchische Struktur der Kirche berücksichtige keine synodal getroffenen Entscheidungen. „Die Weihe von Frauen, im Zuge der synodalen Beratungen häufig von Frauen vorgebracht, werde als Zeichen der Gleichwertigkeit und Gleichberechtigung aus der Taufe heraus gesehen", hält die Frauenbewegung fest.
Frauen seien in ihrer Vielfalt wahrzunehmen, losgelöst von vorherrschenden Geschlechterstereotypen. Die katholische Kirche sei weltweit dazu aufgerufen, gegen Frauendiskriminierung vorzugehen. Weiters gelte es, Geschlechtervielfalt generell in den Blick zu nehmen, vorhandene Analyse- und Bearbeitungsmethoden zu nutzen, um Geschlechtergerechtigkeit umzusetzen und zu gewährleisten, so die kfbö weiter.
Ebenso wird darauf hingewiesen, dass vor allem Frauen Sorgearbeit übernähmen, so die kfbö mit Verweis auf die Coronapandemie. Das Ehrenamt müsse deswegen neu geordnet werden. Die Doppelbelastung von Frauen habe sich auch im synodalen Konsultationsprozess niedergeschlagen. Die Zeitressourcen von Frauen seien knapp. Synodales Arbeiten erfordere jedoch besonders viel Zeit und Ressourcen, sodass es notwendig sei, Unterstützung bereitzustellen. Diese brauche es zudem, um ein synodales Laienapostolat zu ermöglichen, in dem aktive Frauen nicht dem „doppelten Druck von Patriarchat und Klerikalismus" ausgesetzt seien.
200 Frauen der kfbö haben dieser Tage an einer Wallfahrt nach Assisi teilgenommen.
Foto: kfbö. 
 

Griss zu Abtreibungen: Frauen ermöglichen, Kinder zu kriegen

Für mehr Hilfen für werdende Mütter spricht sich die Vorsitzende der Kindeswohlkommission der österreichischen Bundesregierung, Irmgard Griss, aus. Die Gesellschaft müsse Verhältnisse schaffen, die es Frauen ermöglichen, Kinder auf die Welt zu bringen, sagte Griss im Interview der Salzburger Kirchenzeitung „Rupertusblatt". „Dazu müssen wir die Beratungsleistungen verbessern, finanzielle und psychologische Hilfen verstärken. Es gibt immer wieder Frauen, die sich völlig alleingelassen fühlen", so die ehemalige NEOS-Politikerin vor dem Hintergrund der Debatte um Schwangerschaftsabbrüche, die das jüngste Urteil des Obersten Gerichtshofs in den USA ausgelöst hat.
Gleichzeitig betonte Griss das Selbstbestimmungsrecht der Frauen und Eltern. Für die ehemalige Präsidentin des Obersten Gerichtshofs gilt es, Interessen gegeneinander abzuwiegen: „Ist die Mutter bereit und fähig, dem Ungeborenen ein Leben zu ermöglichen, in dem es sich entfalten kann?" Es gelte, auch im Interesse des Kindes auf die Situation der Eltern Rücksicht zu nehmen, deshalb dürfe man nicht „einseitig für den Lebensschutz des Ungeborenen" plädieren. „Abtreibung als Menschenrecht", wie vom EU-Parlament jüngst in einer Entschließung gefordert, sei für sie aber ein "schwieriger Slogan". "Ich würde es so nicht sagen", sagte Griss.

US-Bischöfe weisen Entwurf für Abtreibungsgesetz zurück

Die US-Bischofskonferenz hat einen vom Repräsentantenhaus mehrheitlich beschlossenen Gesetzesentwurf über einen bundesweiten Zugang zu Abtreibungen in den Vereinigten Staaten kritisiert. Die Abgeordneten hatten am Freitag mit einer knappen Mehrheit von  219 zu 210 Stimmen für die „House Bill" zum „Schutz der Gesundheit von Frauen" gestimmt. 
Erzbischof William Lori von Baltimore und Kardinal Timothy Dolan von New York bezeichneten das Vorhaben „das ungerechteste und extremste Gesetz zur Abtreibung auf Verlangen, das unsere Nation je gesehen hat".
Derzeit gibt es in den USA in Sachen Schwangerschaftsabbruch nur Regelungen der einzelnen Bundesstaaten, jedoch kein bundesweites Gesetz dazu, nachdem das Oberste Gericht des Landes am 24. Juni das verfassungsmäßige Recht auf Abtreibung gekippt hatte. Der nun vom Repräsentantenhaus verabschiedete Gesetzesentwurf fordert als Reaktion darauf ein solches bundesweites Gesetz, zudem wurde mit ähnlicher Mehrheit auch ein Gesetzesentwurf abgesegnet, der Strafen für Frauen verbietet, die in einen anderen Bundesstaat reisen, um dort eine Abtreibung vornehmen zu lassen. Beide von den Demokraten vorangetriebene Gesetze dürften im Senat scheitern.

Deutschland: Weiter Debatte um ZdK-Präsidentin und Abtreibung

Ein in der Vorwoche verfasster Artikel zum Thema Abtreibung der Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp, hat eine Debatte ausgelöst, die weiter anhält. Auf Anfrage des Portals „katholisch.de" sagte der Direktor der Katholischen Akademie der Diözese Dresden-Meißen und ZdK-Mitglied Thomas Arnold, er halte es zumindest für gewagt, angesichts großer Herausforderungen wie dem Krieg in der Ukraine nun eine solch existenzielle Debatte anzustoßen.
Er hätte es besser gefunden, „mit diesem Impuls die nächste Vollversammlung zu eröffnen, um sich als ganzes ZdK in einer veränderten Zeit der eigenen Position zu versichern", so Arnold. Eine neue Debatte laufe Gefahr, Polarisierungen innerhalb und außerhalb der Kirche zu verstärken.
Angesichts der neuen Diskussion mahnte er mit Blick auf die Diskussionen um Abtreibung und um Sterbehilfe: "Wer am Lebensanfang ein flächendeckendes Angebot fordert, läuft Gefahr, das Gewissen des Einzelnen und die Freiheit der freien Träger zu unterlaufen. Und wer ein flächendeckendes Angebot für den Lebensanfang fordert, läuft Gefahr, mit gleicher Begründung auch das flächendeckende Angebot am Lebensende umsetzen zu müssen."

Nigeria: Mehr als 60 Christen in zwei Monaten im Bundesstaat Benue getötet

In den letzten zwei Monaten wurden allein in einem Bundesstaat in der Zentralregion Nigerias mindestens 68 Christen getötet und viele weitere entführt oder vertrieben.
In einem Bericht an das Hilfswerk „Kirche in Not“ (ACN) beklagt der Bischof von Makurdi, einer der Diözesen im Bundesstaat Benue, die Untätigkeit der nigerianischen Bundesregierung und zählt die dringenden Bedürfnisse von Tausenden der 1,5 Millionen Menschen auf, die aus ihren Häusern vertrieben worden sind. „Natürlich ist es für mich und mein Volk schrecklich, in einer solchen Situation leben zu müssen, um es vorsichtig auszudrücken“, sagt Bischof Wilfred Chikpa Anagbe.
Im Mittelpunkt des Problems stehen die anhaltenden Angriffe von Terroristen des mehrheitlich muslimischen Fulani-Stammes auf die mehrheitlich christlichen Bauerngemeinden in der Zentralregion Nigerias. Die Gründe für diese Angriffe sind komplex. Die Konflikte zwischen nomadischen Hirten und sesshaften Bauern reichen Jahrhunderte zurück, aber die Einfuhr hochwertiger Schusswaffen in den letzten Jahren hat die Angriffe noch tödlicher und zerstörerischer gemacht.
Der religiöse Aspekt verschlimmert die Situation in einem Land, das zwischen dem mehrheitlich christlichen Süden und dem mehrheitlich muslimischen Norden geteilt ist, wobei die meisten Zusammenstöße in der zentralen Region stattfinden, die auch das fruchtbarste Land besitzt. Dem Bischof zufolge tarnen sich die Terroristen als nomadische Hirten, um die wahre Absicht ihrer Angriffe zu verschleiern, nämlich die Christen von ihrem Land zu vertreiben.
Lebensmittelversorgung, Bildung und Seelsorge betroffen
Die Situation hat laut dem Bischof zu einer „unerträglichen Lebensmittelknappheit“ geführt. „Der Bundesstaat Benue ist bekanntlich der Nahrungsmittelkorb der Nation, aber der Terrorismus trifft die Lebensmittelversorgung.“ Infolgedessen müssen die Bauern, die sich und ihre Familien normalerweise selbst versorgen könnten, nun von Almosen leben.
Makurdi beherbergt derzeit 80 % der Vertriebenen im Bundesstaat Benue, und trotz finanzieller Schwierigkeiten tut die örtliche Kirche ihr Bestes, um das Leid und die Not zu lindern, indem sie Nahrungsmittel und lebensnotwendige Güter bereitstellt. Kürzlich verteilte die Kommission für Gerechtigkeit, Entwicklung und Frieden Lebensmittel und Kleidung an über 1800 Menschen allein in einem Lager. Die Diözese vergibt auch Stipendien an Dutzende von vertriebenen Kindern, damit sie die Chance auf eine Schulbildung haben.
Die Instabilität der Region macht dies jedoch manchmal schwierig.
Eine Quelle des Lichts in einem Tal der Finsternis
Die Probleme mit den Fulani-Hirten, bewaffneten Gruppen und islamischen Extremisten in Nigeria bestehen schon seit mehreren Jahren, aber die Kirche beklagt, dass die Untätigkeit der Regierung die Situation verschlimmert hat.
Nach Ansicht des Bischofs „unterstreicht das Ausmaß der Tötungen, der Vertreibung und der mutwilligen Zerstörung von Eigentum durch diese dschihadistischen Fulani-Milizen nur den nun offenbar gewordenen Plan, christliche Gemeinden in Nigeria zu entvölkern und ihr Land zu übernehmen. Es ist bezeichnend, dass die derzeitige nigerianische Regierung nichts gegen diese anhaltenden Angriffe unternimmt, und dafür Begründungen wie den ‚Klimawandel‘ oder dass auch einige Muslime manchmal bei Angriffen von so genannten Banditen getötet werden, vorbringt.“
Von den örtlichen Behörden im Stich gelassen, ist die Kirche dankbar für die Unterstützung, die sie von „Kirche in Not" erhalten hat, was Bischof Anagbe als „eine Lichtquelle in einem Tal der Finsternis“ bezeichnet.
„Kirche in Not" unterstützt weiterhin die lokale Kirche, die in vielen Teilen des Landes unter Armut und Verfolgung leidet. Im Jahr 2021 finanzierte das internationale Hilfswerk 105 Projekte in Nigeria in verschiedenen Bereichen. 
Foto: Ein inoffizielles Flüchtlingslager im Dorf Ichwa © Diözese Makurdi

Ukrainischer Bischof: Russische Soldaten foltern orthodoxe Priester

Schwere Vorwürfe gegen die russische Armee und den Moskauer Patriarchen Kyrill hat der Lemberger Metropolit der autokephalen „Orthodoxen Kirche der Ukraine" (OKU), Dymytrij (Rudjuk), erhoben. Die Mehrheit der Priester der OUK hätten aus den russisch okkupierten Gebieten der Ukraine fliehen müssen, so Rudjuk im Interview mit der Wochenzeitung „Die Tagespost" (online): „Jene, die geblieben sind, werden vielfach gefoltert." Fünf orthodoxe Priester seien erschossen, ein Priestermönch grausam zu Tode gefoltert worden.

In den unter russischer Kontrolle stehenden Gebieten sei es fast unmöglich, die pastorale Arbeit weiterzuführen. „Wenn die russische Armee in ein Gebiet eindringt, suchen die Soldaten die Priester und überprüfen, welcher Kirche diese angehören. Dazu haben sie eine vorgefertigte Liste mit Fragen. Eine solche Liste wurde in der Nähe von Kiew gefunden", berichtete der Metropolit.

Dennoch seien seit dem Beginn des Krieges am 24. Februar etwa 600 Pfarrgemeinden von der "Ukrainisch-Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats" (UOK-MP) zur OKU gewechselt, vor allem in der Zentralukraine. 

Der Metropolit sprach „angesichts der militaristischen Haltung von Patriarch Kyrill" in diesem Zusammenhang von einer "zweiten Front". Das Oberhaupt der russischen Orthodoxie unterstütze Putins Krieg, was unter den Gläubigen des Moskauer Patriarchats in der Ukraine für große Unruhe sorge. Dymytrij: „Die Ideologie der 'Russki mir' (russischen Welt) ist eine Häresie, denn sie widerspricht dem Evangelium. Diese Ideologie zerstört alles, was christlich ist." 

Seliger Volksmissionar Philipp Jeningen 

Papst Franziskus hat den deutschen Volksmissionar und Jesuiten Philipp Jeningen (1642-1704) seliggesprochen. In einem Schreiben würdigt der Papst Jeningen als „unermüdlichen Verkündiger des Evangeliums". Der Luxemburger Kardinal Jean-Claude Hollerich verlas die Urkunde zur Seligsprechung am 16. Juli im deutschen Ellwangen bei einem Gottesdienst unter freiem Himmel. Der Vorsitzende der EU-Bischofskommission COMECE vertrat bei der Feier den Papst. Hollerich gehört wie einst Jeningen dem Orden der Jesuiten an.
Mehrere tausend Menschen waren auf den Platz vor der Basilika Sankt Vitus gekommen, in der sich Jeningens Grab befindet. Die Verehrung für den „guten Pater Philipp" ist in der Region um Ellwangen bis heute stark in der Volksfrömmigkeit verankert. Am Freitagabend hatten knapp 2.000 Menschen an einer Lichterprozession zur Basilika teilgenommen.
Jeningen kümmerte sich in den Jahren nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) um Bauern, spendete Sakramente und pflegte einen asketischen Lebensstil. Auch heutzutage liegen an seinem Grab Blumen, und es werden Kerzen entzündet. Jeningen wirkte sein ganzes Leben in der Region um die heutige Landesgrenze zwischen Bayern und Baden-Württemberg.
Hollerich würdigte in seiner Ansprache Jeningen als Beispiel für die Verbindung zwischen Gottes- und Menschenliebe. Als Beispiele für das heutige Leben nannte der Kardinal das Engagement für die Schöpfung, die Aufnahme von Flüchtenden und den Einsatz für den Frieden. Jeningen schaffte es nach Einschätzung Hollerichs, „Gott in allen Dingen des Lebens zu finden".

Kurznachrichten

Für Papst Franziskus ist sein vom 24. bis 30. Juli geplanter Besuch in Kanada „eine Bußreise", um besonders die indigenen Völker zu umarmen, sagte Franziskus am 17. Juli beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz. Von ihnen hätten viele auch in katholischen Einrichtungen großen Schaden erlitten. 

 

Kanada. Kurz vor dem anstehenden Papstbesuch werden die zuvor frei ausgegebenen Zählkarten für eine Papstmesse in Edmonton auf dem Schwarzmarkt für bis zu 200 US-Dollar angeboten. 

 

Vatikan/China. Die Ergebnisse des umstrittenen Vatikan-Abkommens mit der Volksrepublik China sind laut Erzbischof Paul Gallagher „nicht besonders beeindruckend". 

 

USA. Der Kongress hat sich mit breiter Mehrheit für ein Gesetz zum Schutz gleichgeschlechtlicher Zivilehen ausgesprochen. Der von den Demokraten eingebrachte „Respect for Marriage Act" wurde mit 267 Ja-Stimmen bei 157 Gegenstimmen angenommen. Auch 47 Republikaner stimmten für die Vorlage. 

 

Afrika. Angesichts der katastrophalen Auswirkungen der Klimakrise in Afrika und weltweit haben sich die Bischöfe Ostafrikas zum verstärkten Einsatz für den Schutz der Schöpfung in ihrem Einflussbereich bekannt. Bei der am Montag beendeten Vollversammlung der Bischofskonferenzen der Region (AMECEA) in Tansania verpflichteten sich die Bischöfe zum Einsatz für eine integrale Ökologie im Sinne des Papst-Schreibens „Laudato si", berichtete Vatican News. 

 

In Argentinien erhält ein Priester, der die Auswirkungen der industriellen Landwirtschaft kritisiert, Morddrohungen.  Bei dem bedrohten Geistlichen handelt es sich um Ruben Lassaga, der sich in seiner Gemeinde Nueva Esperanza für den Landbesitz von Kleinbauern und gegen die Expansion des industriellen Sojaanbaus einsetzt.

 

Nigeria. Einer der beiden am 15. Juli entführten katholischen Priester ist tot. Der Leichnam von John Mark Cheitnum ist am 19. Juli aufgefunden worden. Der Priester wurde demnach noch am Tag seiner Entführung getötet. Dem ebenfalls verschleppten Mitbruder des Ermordeten, Donatus Cleophas, gelang den Angaben zufolge hingegen die Flucht. 

Italien.  Ivan Maffeis (59) ist neuer Erzbischof von Perugia. Der Pfarrer aus Südtirol übernimmt die Leitung der Erzdiözese Perugia-Citta della Pieve - nach einigen Monaten Vakanz - vom ehemaligen Vorsitzenden der Italienischen Bischofskonferenz, Kardinal Gualtiero Bassetti. 

 

Belarus. Ein Gericht im autoritär regierten Land hat den Ordensmann Andrei Waschtschuk zu 15 Tagen Haft verurteilt. Er wurde wegen „Verstoßes gegen Vorschriften für die Organisation von Massenveranstaltungen“ belangt. Was ihm konkret vorgeworfen wird, ist unklar. Erst vor einer Woche war in Grodno ein katholischer Priester wegen „eines angeblich extremistischen Textes auf Facebook“ zu einer Geldstrafe von umgerechnet etwa 250 Euro verurteilt worden. 

 

Italien. In Südtirol ist der ehemalige Generalvikar und Diözesanadministrator Josef Matzneller im Alter von 77 Jahren an den Folgen von Covid-19 verstorben. 


Österreich


Wien. Das von Blitzeinschlag und permanentem Autoverkehr schwer beschädigte Favoritner Wahrzeichen „Spinnerin am Kreuz" wird restauriert. Errichtet wurde die 16 Meter hohe Bildsäule 1451/1452 im Auftrag der Stadt Wien von der Dombauhütte unter der Leitung von Hanns Puchsbaum. 

 

Tirol. Die Pfarrgemeinde St. Johann in Tirol sucht eine Nachfolge für ihre Einsiedlerin. Weil Sr. Wilbirg Wakolbinger nach 13 Jahren in das Mutterhaus der Linzer Kreuzschwestern zurückkehrt, ist die Einsiedelei Maria Blut oberhalb von St. Johann ab April 2023 neu zu besetzen. Seit mehr als 300 Jahren ist die kleine Eremitage bei der erstmals 1696 erwähnten Wallfahrtskapelle am Fuße des Niederkaisers durchgängig bewohnt.

 

Wien. „Key2Life goes Donauinsel": Wie die Veranstalter des christlichen Rockfestivals jetzt ankündigten, findet das 2004 erstmals durchgeführte Event von 13. bis 15. August in Wien statt. 

 

Wien hat ein neues Pflegeheim: Mit einem Festakt hat der Malteserorden das "MALTESER Ordenshaus" gesegnet und eröffnet. In Wien Landstraße wurden dazu im Konvent der Elisabethinen in neu renovierten barocken Räumen und durch einen modernen Zubau Wohn- und Pflegeräumlichkeiten für 70 Personen geschaffen. 

40 Meter hohe Lourdes-Statue in Brasilien eingeweiht

Voll auf den religiösen Tourismus setzt man in Brasilien im Bundesstaat Santa Catarina: Am Wochenende wurde dort auf einem Hügel der Kleinstadt Ituporanga ein Heiligtum mit einer 40-Meter-Statue der Gottesmutter von Lourdes feierlich eingeweiht. Das Bildnis, das die berühmte Christusstatue von Rio um zehn Meter überragt, wird begleitet von einem noch höheren Kreuz, das Besuchern zugleich als Panoramaturm dient, dem laut den Angaben "größten hängenden Rosenkranz der Welt", 
der ebenfalls 40 Meter hoch ist, sowie einer kleinen Kirche, berichtete das spanischsprachige Portal „ACI Prensa".
An dem Hügel, auf dem das neue Heiligtum auf Betreiben eines gläubigen Geschäftsmannes errichtet wird, befand sich schon zuvor eine Lourdesgrotte. Sie war seit 1949 Ziel von Pilgern. Auf dem Anstiegsweg zu dem Schrein begleiten kleinere Statuen der zwölf Apostel die Besucher bis zur 12-Meter-Figur der heiligen Bernadette Soubirous (1844-1879), der Seherin von Lourdes, die mit ausgestreckten Armen vor der imposanten, 300 Tonnen schweren Marienstatue kniet.

Auch das noch...

Jerusalem: Patriarch fordert von USA Schutz für christliche Präsenz

Der griechisch-orthodoxe Patriarch von Jerusalem, Theophilos III., hat Amerika zu aktiven Interventionen zum Schutz des christlichen Erbes und der christlichen Präsenz im Heiligen Land aufgerufen. Dies gelte besonders für die Stadt Jerusalem, „die Zeuge beispielloser Angriffe radikaler israelischer Gruppen ist", sagte er laut Mitteilung des Patriarchats von Freitagabend bei einem Besuch des US-Präsidenten Joe Biden in der Geburtskirche in Bethlehem.
Laut örtlichen christlichen Berichten übergab Theophilos III. dem Staatsoberhaupt im Namen der Kirchenführer des Heiligen Landes ein Schreiben zu den Herausforderungen für die einheimischen Christen. Darin wies Theophilos III. auf wiederholte Angriffe auf Kirchen und Gläubige sowie auf kirchliches Eigentum hin.
Der Katholik Biden hatte die Geburtskirche zum Abschluss seines Besuchs in den besetzten palästinensischen Gebieten besucht, bevor er nach Saudi-Arabien weiterreiste. Er traf dort Vertreter der drei Konfessionen, die sich die Geburtskirche teilen, darunter Franziskanerkustos Francesco Patton.
 

Kubas Opposition kritisiert Äußerungen des Papstes

In Kuba haben Mitglieder der sogenannten „Versammlung des Kubanischen Widerstands" (ARC), eines symbolischen oppositionellen Parlaments, in einem Brief an Papst Franziskus „Überraschung und Schmerz" über jüngste Äußerungen des Kirchenoberhauptes zur Lage in Kuba ausgedrückt. Zugleich fordern sie Franziskus auf, sich für das "Volk und nicht für das Regime" einzusetzen.
Die wichtigste Vermittlung, die der Papst und die Kirche leisten könnten, sei die für das kubanische Volk, das am 11. Juli 2021 auf die Straße gegangen sei, um friedlich für die Freiheit und einen Wandel zu demonstrieren und stattdessen Schläge, Unterdrückung und Inhaftierung als Antwort zu erhalten. Franziskus habe zu alldem geschwiegen, heißt es in dem am Dienstag (Ortszeit) veröffentlichen Schreiben, aus dem unter anderen die kubakritische Zeitung "El nuevo Herald" aus der Exilkubaner-Hochburg Miami zitiert.
In der vergangenen Woche hatte sich Papst Franziskus in einem Interview mit dem Sender TelevisaUnivision auch zu Kuba geäußert und erklärt, er liebe das kubanische Volk sehr. „Und ich gestehe auch, ich habe eine menschliche Beziehung zu Raul Castro." Kuba sei ein Symbol. „Kuba hat eine große Geschichte: Ich fühle mich sehr nahe, auch den kubanischen Bischöfen", erklärte Franziskus. 

Berufungsgericht: Urteil gegen Ex-Vatikanbank-Chef endgültig

Das Urteil gegen den ehemaligen Chef der Vatikanbank IOR, Angelo Caloia, und dessen Rechtsberater Gabriele Liuzzo ist vom vatikanischen Berufungsgericht weitgehend bestätigt worden. 
Caloia und Liuzzo waren Anfang 2021 wegen Geldwäsche und Unterschlagung verurteilt worden. In dem vorangegangenen fast dreijährigen Strafprozess ging es um Immobilienverkäufe zwischen 2002 und 2007, durch die der Vatikanbank IOR Schaden in zweistelliger Millionenhöhe entstanden war.
Das Gericht befand die Angeklagten für schuldig, Immobilien des IOR und einer von der Vatikanbank kontrollierten Gesellschaft unter dem Marktwert verkauft und sich dabei um rund 59 Millionen Euro bereichert zu haben. Liuzzos Sohn Lamberto half demnach, einen Teil der Gelder über Schweizer Konten zu waschen.
Das Urteil gegen Lamberto Liuzzo, fünf Jahre und zwei Monate Haft sowie 8.000 Euro Geldstrafe, bestätigte das Gericht. 
Die ursprünglichen Freiheitsstrafen von acht Jahren und elf Monaten für Caloia und seinen Berater setzten die Richter nun auf acht Jahre und sechs Monate herab. 
Mit der ursprünglichen Verurteilung Caloias wurde im Vatikanstaat erstmals überhaupt eine Spitzenfigur wegen Finanzdelikten schuldig gesprochen. Für Aufsehen sorgten die drastischen Strafen sowie die Tatsache, dass der Prozess durch interne Ermittlungen in Gang kam und nicht erst durch Druck von Medien.
 

Maronitischer Erzbischof im Libanon vorübergehend festgenommen

Der libanesische Geheimdienst „General Security" hat den maronitischen Erzbischof von Haifa und dem Heiligen Land, Moussa El-Hage, festgenommen und nach einem achtstündigen Verhör wieder freigelassen. 
Der Erzbischof der größten christlichen Konfession im Libanon soll ausführlich zu seinen Beziehungen mit jenem Teil seiner Gemeinde befragt worden sein, der im Mai 2000 mit dem Rückzug Israels aus dem von ihm kontrollierten Grenzstreifen nach Israel geflohen war. Nach Interventionen des maronitischen Patriarchen Kardinal Bechara Rai und des Vorsitzenden des Obersten Richterrats, Souheil Abboud, wurde El-Hage demnach freigelassen. Sein Pass, für libanesische Familien bestimmte Medikamente und Gelder seien jedoch beschlagnahmt worden.
Beobachter sehen in dem Zwischenfall eine Warnung der Hisbollah an den maronitischen Patriarchen Rai. 

100-Jahr-Jubiläum: Passionsspiele St. Georgen

Am Samstag (23. Juli) geht die Premiere der Passionsspiele von St. Georgen in der Steiermark über die Bühne. Die traditionsreichen Festspiele, die heuer ihr 100-jähriges Bestehen feiern, läuten anlässlich des Jubiläums einen Generationenwechsel ein und wollen erstmals unter der Leitung einer jungen Regisseurin für Begeisterung unter den Zuseherinnen und Zusehern sorgen. Nach der Premiere sind sieben weitere Aufführungen bis 15. August geplant, heißt es auf der Webseite www.passionsspiele-sankt-georgen-ob-murau.at.
Zoe Hauer, selbst seit ihrer Jugend an den Spielen beteiligt, wird das Stück inszenieren. Die Regisseurin hat den Traditionsstoff noch einmal bearbeitet und setzt u.a. die allegorischen Figuren der sieben Todsünden ein, eine Hommage an die Blütezeit des historischen Volksschauspiels. Nachdem die Passion 2017 noch in der Kreischberghalle zu sehen war, wandert sie zudem nun wieder an ihren angestammten Platz vor der Pfarrkirche St. Georgen. Damit wolle man eine Brücke zwischen Tradition und Innovation schlagen, betonten die Verantwortlichen.