JA 

die neue Kirchenzeitung

25. Dezember 2022 

Lesungen: Jes 52,7-10; Hebr 1,1-6. Evangelium: Joh1,1-18.

Frohe Weihnachten!

Rund 2,4 Milliarden Christen weltweit feiern am 24./25. Dezember und am 6./7. Jänner (Ostkirchen) das Fest der Geburt Christi und damit nach ihrem Verständnis die Menschwerdung Gottes. 
Rund 1,3 Milliarden Katholiken sowie Anglikaner, Protestanten und einige Orthodoxe sind am 24. Dezember in dieser Feier vereint. 

 

Russen, Serben, Kopten, Äthiopier und Armenier feiern hingegen nach dem Julianischen Kalender erst am 6. Jänner.
Bislang kaum bekannt ist, dass im kommunistischen China zu Weihnachten auch Glocken aus Österreich läuten…
Allen Leserinnen und Lesern der Website JA wünsche ich ein frohes Weihnachtsfest!  P. Udo 

Glocken aus Innsbruck erklingen in der Volksrepublik China

Wenn von der Volksrepublik China die Rede ist, dann oft von Religionsunterdrückung, vom Herunterreißen von Kirchturmkreuzen oder vom kirchlich umstrittenen Vatikan-Peking-Vertrag.
Kaum jemand weiß, dass im kommunistischen Reich Kirchenglocken zu Gebet und Gottesdiensten einladen dürfen. So manche von ihnen kommen aus Österreich.
Die Innnsbrucker Glockengießerei  Grassmayr hat am 16. Dezember neben der neuen Friedensglocke für den evangelischen Dom in Bremen auch vier Glocken für China gegossen.
Laufend werden in Innsbruck Glocken für China gegossen.
Johannes Grassmayr: „Diesen Dezember haben wir 18 Glocken gegossen und planen den Versand Anfang Februar.“
Johannes Grassmayr: „Anfang dieses Jahres haben wir ein Glockenspiel mit 37 Glocken geliefert, dass derzeit von unserem chinesischen Partner Yao Wu montiert wird.“  Dieses Glockenspiel ist bestimmt für eine moderne katholische Kirche in Yulong, die gerade in Fertigstellung ist.
Yulong liegt in der südwestliche Provinz Yunnan, die als zweitärmste Provinz Chinas gilt.           
Zwei Kirchen in Shanghai erhielten Glocken: Jangwan Christian Church und Hongde Christian Church.
Shanghai ist mit 15 Millionen Einwohnern die bedeutendes Industriestadt Chinas und besitzt den größten Containerhafen der Welt.
Weitere Glocken erhielten Xiamen (Bell Maria) und Guangzhou (Zion Christian Church).
Xiamen ist eine Küstenstadt im Südosten Chinas.
Guangzhou (deutsche Fremdbezeichnung Kanton) ist ein bedeutender Industrie- und Handelsstandort mit 11 Millionen Einwohnern.
Die Firma Grassmayr…
… wurde 1599 gegründet und  wird in 16. Generation von Nachkommen des Gründers geleitet. 
2016 hat sie für die rumänisch-orthodoxe Kathedrale in Bukarest die größte am Joch schwingende Glocke der Welt gegossen.
JA dankt für Infos und Fotos Johannes und Margit Grassmayr!

Papst macht zwei weitere Latinos zu Weihbischöfen in Washington

Die US-amerikanische Hauptstadt Washington hat künftig drei Weihbischöfe, die aus Lateinamerika stammen. Papst Franziskus ernannte den in El Salvador aufgewachsenen Priester Evelio Menjivar Ayala und den aus Argentinien stammenden Kirchenrechtler Juan Esposito Garcia zu Weihbischöfen in Washington, D.C.
Bislang hatte die rund 670.000 Katholiken zählende Erzdiözese mit dem gebürtigen Kolumbianer Mario Dorsonville Rodriguez bereits einen Lateinamerikaner als Weihbischof. Der neu ernannte Weihbischof Esposito arbeitete bis zu seiner jüngsten Ernennung vier Jahre lang in der Bischofsbehörde im Vatikan, von 2012 bis 2018 war er Kirchenrichter in der Hauptstadt-Diözese.
Der künftige Weihbischof Menjivar floh laut Mitteilung der US-amerikanischen Bischofskonferenz als Teenager aus dem damals vom Bürgerkrieg heimgesuchten El Salvador und erwarb später die US-Staatsbürgerschaft.
 

Linke Gewerkschafter feierten den Papst 

Papst Franziskus wurde am 19. Dezember  von rund 5.000 Mitgliedern des linken Gewerkschaftsbunds CGIL gefeiert. Bei der Begegnung in der vatikanischen Audienzhalle jubelten die Arbeitervertreter, von denen viele aus dem kommunistischen Spektrum der italienischen Politik stammen, dem Papst bei einer Rede zu, die er mit dem Satz begann: „Es gibt keine Gewerkschaft ohne Arbeiter, und es gibt keine freien Arbeiter ohne Gewerkschaften!"
In seiner immer wieder von Beifall unterbrochenen Ansprache sagte der Papst, die Erwartung, dass der technologische Fortschritt zu mehr Gerechtigkeit führen würde, sei enttäuscht worden. Man müsse wieder den Wert der Arbeit zum Ausgangspunkt nehmen, wie er dies in seinen Enzykliken „Laudato si" und „Fratelli tutti" getan habe.
Der „Stoff der Demokratie"…
… werde nicht am grünen Tisch in irgendwelchen Amtsgebäuden gewoben, sondern in den Fabriken, Büros, Geschäften und auf den Baustellen, so der Papst. Mit scharfen Worten kritisierte er die Benachteiligung von Frauen bei der Entlohnung und das Prekariat vieler Jugendlicher auf dem Arbeitsmarkt.
Besonders ausführlich ging der Papst auf die vielen Arbeitsunfälle in Italien ein, die täglich Menschenleben kosten oder schwere Behinderungen verursachen. „Jedes Todesopfer bei einem Arbeitsunfall ist eine Niederlage für die gesamte Gesellschaft", betonte der Papst.
„Erlauben wir nicht, dass der Profit und die Person als gleichwertig angesehen werden!", fuhr der Papst fort und warnte vor Formen der Ausbeutung, in denen Menschen behandelt würden, "als seien sie Maschinen, die eine Leistung erbringen müssen". Vor allem in der Landwirtschaft und auf dem Bau gebe es extreme Formen der Ausbeutung. Ausdrücklich forderte der Papst die Gewerkschafter auf, sich auch für die Interessen jener Benachteiligten einzusetzen, die „nicht Mitglieder sind, weil sie das Vertrauen verloren haben".
Am Ende seiner Rede…
… bat der Papst die Versammelten, von denen viele keine praktizierenden Katholiken waren: „Falls ihr könnt, betet für mich!" Zu Beginn seiner Ansprache hatte Franziskus den Gewerkschaftsvorsitzenden Maurizio Landini (61) nach einer kämpferischen Begrüßungsrede gelobt und ihm unter großem Gelächter bescheinigt: „Er ist ein guter Junge."
Mit rund 5 Millionen Mitgliedern ist die CGIL der größte Gewerkschaftsdachverband in Italien.
 

Jerusalem: Orthodoxer Patriarch beklagt Christenvertreibung

Der griechisch-orthodoxe Patriarch von Jerusalem, Theophilos III., hat zum Schutz des multireligiösen Charakters von Jerusalem aufgerufen. „Christen sind zum Ziel wiederholter und kontinuierlicher Angriffe radikaler israelischer Gruppen geworden", beklagte er am Freitagabend bei der traditionellen Feier zum Entzünden der Lichter des Weihnachtsbaums am Jaffator der Jerusalemer Altstadt. Seit 2012 hätten sich die Straftaten gegen Christen, einschließlich physischer und verbaler Übergriffe, ins Unzählbare gesteigert. Ihr Ziel, so Theophilos III., sei die Vertreibung der Christen aus Jerusalem und anderen Teilen des Heiligen Landes.
2022 sei für Jerusalems Christen „das schlimmste Jahr seit Menschengedenken", hieß es auch in einer Mitteilung der vom griechisch-orthodoxen Patriarchat initiierten Gruppe „Protecting Holy Land Christians". Es seien rund 50 Hassverbrechen gegen Christen registriert worden, darunter Brandstiftung und tätliche Angriffe auf Geistliche.
 

Papst warnt führende Mitarbeiter vor Versuchungen des Bösen

Papst Franziskus hat die führenden Mitarbeiter im Vatikan eindringlich davor gewarnt, sich in Sicherheit vor dem Bösen zu wähnen. Gerade weil sie „innerhalb der Mauern der Institution, im Dienst des Heiligen Stuhls, im Herzen der Kirche" arbeiteten, müssten sie wachsam sein. Der Papst äußerte sich in der traditionellen Weihnachtsansprache an die Römische Kurie, an der Kardinäle, Bischöfe und andere leitende Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Leitungsebene des Heiligen Stuhls teilnehmen.
„Wir sind in größerer Gefahr als alle anderen", sagte der Papst und erklärte, dass er gerade deshalb „manchmal Dinge sage, die hart und streng klingen". "Das Schlimmste, was uns passieren kann, ist der Gedanke, dass wir keine Bekehrung mehr brauchen, sowohl auf persönlicher als auch auf gemeinschaftlicher Ebene", so der Papst. Und weiter: „Wenn wir glauben, alles gelernt zu haben, verfallen wir in geistlichen Hochmut." Es sei „zu wenig, das Böse anzuprangern, auch das welches sich unter uns breitmacht. Es ist an uns, uns angesichts des Bösen für die Umkehr zu entscheiden." Eine der nützlichsten Tugenden sei daher die der Wachsamkeit. 
Veränderung ohne Substanzverlust
Angesichts von Richtungskämpfen zwischen Bewahrern und Erneuerern in der katholischen Kirche warb der Papst für Veränderungen, die jedoch nicht die Substanz des christlichen Glaubens betreffen sollten. 
In diesem Zusammenhang warnte der Papst vor zwei Arten der Häresie (Irrlehre). Die eine bestehe darin, „ein anderes Evangelium zu predigen"; die andere darin, „es nicht mehr in die jeweils aktuelle Sprache und Kultur zu übersetzen". Bewahren bedeute, "die Botschaft Christi lebendig zu halten und nicht, sie einzusperren." 
 

Papst dankt Kardinal Pell für Säuberung der Vatikanfinanzen

Papst Franziskus sieht die Aufräumarbeiten bei den Vatikanfinanzen als einen Erfolg seines Pontifikats. In einem Interview mit dem italienischen Fernsehsender Tele5 sagte der Papst: „Eine Sache, die sehr sichtbar ist, auch wenn sie nicht die wichtigste sein mag, sind saubere Finanzen. Man muss vermeiden, dass es da schlimme Dinge gibt." Das Interview wurde am Sonntagabend (18.12.) ausgestrahlt.
Der Papst dankte den Kardinälen, die ihm in den vergangenen Jahren bei diesen Arbeiten halfen. Namentlich erwähnte er den australischen Kardinal George Pell; er habe die Notwendigkeit zum Handeln auf diesem Gebiet klar gesehen und damit angefangen. Pell habe den Plan entwickelt, um auf diesem Feld voranzukommen. „Er ist ein Großer und wir verdanken ihm viel", sagte Franziskus.
Heute seien die Institutionen, die Finanzen und Wirtschaft des Heiligen Stuhls überwachen, stark, sagte Papst Franziskus in dem Interview. Damit habe er eine Aufgabe erfüllt, die 2013 von den Kardinälen vor seiner Wahl zum Papst gefordert worden sei.

Bischof Elbs dankbar für Kulturwandel im Vatikan
Bischöfe brachten auch das Thema „Frauenweihe“ vor 

Nicht nur im Blick auf die Audienz bei Papst Franziskus, sondern ganz allgemein habe er beim jüngsten Ad-limina-Besuch der österreichischen Bischöfe einen Kulturwandel im Vatikan in der Art und Weise des Dialogs empfunden. 
Das betonte der Feldkircher Bischof Benno Elbs am Wochenende im Interview mit dem Schweizer Kirchenportal „kath.ch". Elbs: "In den Dikasterien sind wir mit Wertschätzung und Respekt empfangen worden. Es gibt eine Haltung des offenen Wortes. Wir sollen die Dinge sagen, die uns auf dem Herzen liegen. Der Umgang miteinander, der Dialog, das Gespräch finde ich sehr positiv." Es habe eine Entwicklung stattgefunden: „Die Dikasterien empfinden sich als Dienststellen für uns Bischöfe. Das finde ich sehr positiv und dafür bin ich auch dankbar."
Meinungsunterschiede zu verschiedenen Themen gebe es zwischen Bischöfen und Dikasterien sehr wohl, aber man sei über solche Fragen im Austausch. „Und das gehört zur Synodalität der Kirche. Man darf nicht nur davon reden, dass man aufeinander hört, auf den Geist Gottes hört und sich gegenseitig wertschätzt. Sondern das muss dann auch bei konkreten Themen praktiziert werden." Und jeder wisse, "dass ein Dialog und eine theologische Auseinandersetzung viel Zeit brauchen, viel Zuwendung und auch Geduld". 
Alle Fragen, die in Österreich im nationalen synodalen Papier enthalten sind, seien in Rom Thema gewesen, natürlich auch das Frauenthema, so Elbs: "Wir haben in der Glaubenskongregation über die Frauenfrage gesprochen. Wir haben die Argumente ausgetauscht, die dafür und die dagegen sprechen." Man habe auch über die Würde der Frau gesprochen. „In Europa geht's hier vor allem um die Frauen- und Ämterfrage. In Afrika geht's mehr um die Würde der Frau in der Gesellschaft", erläuterte der Bischof.
Ein Anliegen, das ihm besonders wichtig ist, sei der Umgang mit den Armen. „Wir haben in einigen Dikasterien über das Thema Asyl und den Umgang mit Flüchtenden geredet", so Elbs: "Eine Erneuerung der Kirche geschieht dort, wo wir uns ganz entschieden wieder der Not der Menschen zuwenden. Das ist ja das, was Jesus getan hat: Menschen aufgerichtet, ihnen neue Perspektive, neue Hoffnung gegeben. Und mit diesem Anliegen rennen wir bei Papst Franziskus offene Türen ein. Das ist ja auch sein großes Anliegen."
 

Diözese St. Pölten: Personaländerung in Wirtschaft und Kommunikation

In der Diözese St. Pölten kommt es mit Jahreswechsel 2022/23 zu personellen Änderungen. So übernimmt Christian Mayr die Aufgabe als Diözesanökonom von Johann Hörndl, der mit Jänner 2023 in die Ruhephase der Altersteilzeit eintritt. Die Leiterin des Ressorts Kommunikation und Pressesprecherin des Bischofs, Katharina Brandner, verlässt mit Ende 2022 die Diözese St. Pölten. Ihre bisherigen Aufgaben übernimmt Thomas Fischbacher, wie die Diözese am Freitag in einer Aussendung mitteilte.
Christian Mayr ist seit Oktober 2022 Leiter des Ressorts Personal in der Diözese St. Pölten. Zuvor war er bei der Doka GmbH in Amstetten als Prokurist in der Geschäftsleitung für die Leitung der gesamten Produktion verantwortlich. Er übernimmt nun neben seinen Agenden im Personalbereich auch das Amt des Ökonomen in der Diözese.
Thomas Fischbacher ist seit Juli 2022 für den Bereich Marketing in der Diözese St. Pölten verantwortlich.
 

Franziskaner-Generalminister sieht Orden vor großen Umbrüchen

Im Hinblick auf die Zahlen bei Ordensberufungen und die veränderte Altersstruktur der Mitglieder steht der Franziskanerorden weltweit „vor großen Umbrüchen". Das hat der Generalminister der Franziskaner, Massimo Fusarelli, im Gespräch mit dem franziskanischen Magazin „Antonius" betont. Einige Ordensprovinzen - vornehmlich in Europa und Nordamerika - erlebten derzeit einen starken Rückgang der Eintritte, andere einen schnellen und fordernden Zuwachs. „Wir sollten das als Chance begreifen, um unsere Gewohnheiten zu überdenken", zeigte sich Fusarelli überzeugt. 
Massimo Fusarelli ist laut jüngsten durch den Orden veröffentlichen Zahlen, Oberer von über 12.000 Franziskanern in 119 Ländern weltweit, über 5.000 davon leben in Europa. 107 Franziskaner wirken in der Ordensprovinz Österreich und Südtirol. "Wir müssen die Zukunft gestalten und sie nicht einfach nur über uns hereinkommen lassen", zeigt sich Fusarelli im Blick auf künftige Herausforderungen überzeugt. 

Messi: „Ich wusste, dass Gott mir den Pokal schenken würde"

Lionel Messi, Superstar des frischgebackenen Fußball-Weltmeisters Argentinien, hat unmittelbar nach dem Sieg mit seiner Mannschaft seinen Glauben an Gott bekannt. „Es ist einfach unglaublich. Ich wusste, dass Gott mir den Pokal schenken würde, ich war mir sicher - es war eine große Freude für uns", sagte der 35-jährige argentinische Kapitän, der im wichtigsten Spiel seiner Karriere neben dem ersehnten WM-Pokal auch jenen des besten Spielers des Turniers entgegennahm, im ersten Interview am Sonntagabend direkt nach dem bis zum Elferschießen spannenden Endspiel gegen Frankreich im Lusail-Stadion von Katar.
Argentinischer Kardinal: Papst glücklich über Fußball-WM-Sieg
Papst Franziskus freut sich über den Sieg seines Heimatlandes Argentinien bei der Fußball-Weltmeisterschaft. „Natürlich haben wir mit dem Papst darüber gesprochen, wir sind alle sehr glücklich über den Sieg Argentiniens im WM-Finale. Der Papst war heute Morgen der erste der Glücklichen", sagte der argentinische Kurienkardinal Leonardo Sandri laut Nachrichtenagentur Ansa am Montagabend vor Medienvertretern in Rom.
„Es war ein großartiges Ergebnis für eine Mannschaft, die sich lange vorbereitet hat'", betonte Sandri. „Der Papst erinnerte daran, die Tugenden des Sports hochzuhalten. Er sagte, solche Großevents könnten Gutes zutage bringen - wie etwa Geschwisterlichkeit oder auch den Wert des Opfers, das man beim Sport erbringt", fügte der Kardinal hinzu.
Papst Franziskus soll „wie alle anderen gelitten" haben, weil man ihm sagte, wie das erst im Elfmeterschießen entschiedene Finalspiel gegen Frankreich lief, hieß es in der argentinischen Zeitung „La Nacion". Live gesehen hat der Papst das Spiel aber nicht. Seinem 1990 der Jungfrau Maria gegebenen Versprechen, nicht mehr fernzusehen, sei er auch diesmal treu geblieben, berichtete „La Nacion".
Hilfswerk prangert verstärkte Christenverfolgung in Afrika an
Das internationale katholische Hilfswerk „Kirche in Not" hat angesichts der Diskussion um Menschenrechte rund um die Fußballweltmeisterschaft die Frage der Religionsfreiheit vermisst. „Kaum ein Wort fiel darüber, dass religiöse Minderheiten wie Christen auf der arabischen Halbinsel ihren Glauben nur sehr eingeschränkt oder gar nicht leben dürfen", erklärte Florian Ripka, Geschäftsführer des deutschen „Kirche in Not"-Zweigs, in München. 
Muslimischen Einwohnern sei es nicht erlaubt, zum Christentum oder einer anderen Religion zu wechseln. „Auch das wäre eine Armbinde wert gewesen", so Ripka. - Am 26. Dezember findet der Gebetstag für verfolgte und bedrängte Christen statt.
Foto: Twitter Lionel Messi.

Kurznachrichten

 

Papst Franziskus hat in einem Interview mit der spanischen Zeitung ABC enthüllt, dass er schon 2013 eine bedingte Rücktrittserklärung für den Fall seiner Amtsunfähigkeit unterschrieben hat. 

 

Papst Franziskus hat einen obdachlosen Mann, der einen Teil der Almosen, die er jeden Tag erhält, an Menschen weitergibt, denen es schlechter geht als ihm, mit dem Mutter-Teresa-Preis ausgezeichnet. Die Ehrung von Gian Piero, genannt Wue, erfolgte am 86. Geburtstag des Papstes im Vatikan.

 

Papst Franziskus hat das Mittagsgebet am vierten Adventssonntag

mit Friedensappellen für den südlichen Kaukasus und für die Ukraine beendet. Vor rund 20.000 Pilgern sagte er mit Blick auf die Blockade des Latschin-Korridors zwischen Armenien und Bergkarabach, er sei sehr besorgt wegen der humanitären Notlage, die dadurch für viele Menschen entstehe. 

 

Vatikan. Das Knieleiden von Papst Franziskus (86) ist nach Angaben eines argentinischen Mediziners auf dem Weg der Besserung. Der Arzt und Buchautor Nelson Castro sagte der italienischen Tageszeitung „La Repubblica", der Papst sei kein einfacher Patient, er sei ein Dickkopf. Es sei auch für einen Arzt sehr schwer, ihn von etwas zu überzeugen. 

 

Türkei. „Der Einsatz für den Frieden und die Versöhnung ist das vorrangige Kriterium für die Glaubwürdigkeit der Religionen." Das betont der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. in seiner diesjährigen Weihnachtsbotschaft. Er zeigt sich tief erschüttert über den Krieg in der Ukraine.

 

Ukraine. Der Päpstliche Sozialbeauftragte, Kardinal Konrad Krajewski, wird Weihnachten in der von Russland angegriffenen Ukraine feiern. Er wird bei seiner Reise persönlich Thermokleider, Stromgeneratoren und andere Hilfsgüter übergeben.

 

Irak. Der chaldäisch-katholische Patriarch Louis Raphael Sako hat am 18. Dezember drei Männer zu Priestern geweiht. Für die immer kleiner werdende christliche Gemeinschaft vor Ort war die Weiheliturgie ein Zeichen der Hoffnung. Genau Zahlen über die Christinnen und Christen im Irak gibt es nicht. Schätzungen reichen von nur mehr 125.000 bis maximal 300.000, wobei die Chaldäische Kirche die größte der im Irak beheimateten Kirchen ist.

 

Sri Lankas Bischöfe haben angesichts der anhaltenden Wirtschaftskrise im Land die Menschen aufgerufen, auf große Weihnachtsfeiern in diesem Jahr zu verzichten. 


  

Brasilien. Seit drei Jahren fährt das Krankenhausschiff „Papa Francisco" (Papst Franziskus) über den mächtigen Amazonasfluss, um die dortige Bevölkerung ärztlich zu versorgen. Mehr als 300.000 Behandlungen konnten seitdem durchgeführt werden. Derzeit läuft der Ausbau von zwei weiteren Krankenhausschiffen. 

 

Frankreich. Der frühere Bischof von Cayenne in Französisch-Guayana, Emmanuel Lafont (77), darf nach einer kirchenrechtlichen Untersuchung wegen mutmaßlich erpresstem Sex nicht mehr als Seelsorger arbeiten und keine Bischofszeichen wie Kreuz und Mitra mehr tragen. 


Österreich


Wien. Der Wiener Diözesansprecher Michael Prüller hat am Montag gegenüber Kathpress betont, dass es beim Kirchenbeitrag nur zu sehr moderaten Erhöhungen bzw. Anpassungen kommen wird. 

 

Wien. Der Gehaltsstreit bei den Ordensspitälern ist beigelegt. Die Belegschaft hat in einer Urabstimmung das Verhandlungsergebnis mit großer Mehrheit, konkret 80 Prozent, angenommen.

Die Schemagehälter und Zulagen im Kollektivvertrag der Ordensspitäler steigen somit zwischen 8,4 und 11,2 Prozent, mindestens aber um 205 Euro.

 

Oberösterreich. In Linz sollen vier Straßen mit historisch belasteten Namen geändert werden, darunter die Gföllnerstraße. Bischof Johannes Maria Gföllner (1867-1941) wird u.a. vorgeworfen, dass er „1933 in einem Hirtenbrief den Antisemitismus propagierte".

 

Burgenland. Zum Abschluss der Burgenland-Hilfe für Opfer des Erdbebens in der kroatischen Banovina vor zwei Jahren hat der Eisenstädter Bischof Ägidius Zsifkovics dieser Tage in der Diözese Sisak mehrere neu errichtete Häuser offiziell übergeben. 

 

Tirol. Der 95-jährige Bildhauer und Sakralkünstler Prof. Rudolf Millonig stellt einen Teil des Verkaufserlöses seiner Werke erneut der Hilfsorganisation „Jugend Eine Welt" zur Verfügung. 

 

Burgenland. In Eisenstadt können evangelische Christen Gottesdienste zu Weihnachten und Silvester auf einem Parkplatz mitfeiern. Möglich macht das die Evangelische Jugend, die auch in diesem Jahr zu Autogottesdiensten einlädt. 

Reinhold Stecher Bildkalender 2023

Für den beliebten Innsbrucker Bischof Reinhold Stecher (19211-2013), von 1981 bis 1997 Bischof seiner Heimatstadt,  war das Malen eine entspannende Freizeitbeschäftigung – und eine Möglichkeit zu helfen: Die Versteigerung seiner Aquarelle für ein Brunnenbauprojekt im westafrikanischen Mali wurde nach dem Tod Stechers fortgesetzt und hat über die Jahre mehr als 1,2 Millionen Euro an Spendengeldern eingespielt.
Bischof Stecher aquarellierte in leuchtenden Farben stimmungsvolle Landschaften; Berge, Sonne und Wasser sind dabei seine bevorzugten Motive.
Gedanken aus Literatur und Spiritualität ergänzen die Aquarelle und machen diesen Kalender zu einem besinnlichen Wegbegleiter durch das Jahr.
Wandkalender mit Spirale, 15 Blätter,  13 farb. Abb. (Aquarelle), 34 x 42 cm
Tyrolia-Verlag, Innsbruck-Wien 2022, € 24,95. 

Auch das noch...

Historisches Treffen der Kirchenoberhäupter syrischer Tradition

Zum ersten Mal haben sich am 16. Dezember am Sitz des syrisch-orthodoxen Patriarchats im libanesischen Atchaneh die Oberhäupter der Kirchen der syrischen Tradition getroffen, um, wie es hieß, „im Lichte des gemeinsamen geistlichen Erbes gemeinsam über die Notlagen und Probleme der christlichen Gemeinschaften im Nahen Osten zu beraten". 
An dem als historisch gewerteten Treffen auf Einladung des syrisch-orthodoxen Patriarchen Ignatius Aphrem II. nahmen u.a. der syrisch-katholische Patriarch Ignatius Joseph III. Younan, der maronitische Patriarch Bechara Boutros Raï, der assyrische Patriarch Mar Awa III. und der chaldäische Patriarch Luis Raphael Sako teil.
Vor dem Gipfel hatte Aphrem II. in einem Interview des Fernsehsenders „Tele Lumiere-Noursat" die Einzigartigkeit des Treffens hervorgehoben, das zum ersten Mal die Oberhäupter von Kirchen zusammenbringe, die dieselbe spirituelle und theologische Quelle hätten, aber in der Vergangenheit oft durch Kontroversen und Konflikte getrennt gewesen seien. Ziel des Treffens sei es auch, gemeinsam Wege zu finden, um die Bedeutung des gemeinsamen geistigen und theologischen Erbes syrischer Herkunft, das von großen Persönlichkeiten des frühen Christentums wie dem heiligen Ephrem von Syrien geprägt werde, zu bewahren und zu bekräftigen.
 

Umgang mit Missbrauch: Staat soll sich Beispiel an Kirche nehmen

„Warum hat man sich im staatlichen Bereich nicht längst ein Beispiel am Umgang mit der Missbrauchsproblematik in der katholischen Kirche Österreichs genommen?" Diese und andere empörte Fragen hat der Leiter des Instituts für Familienforschung und Präsident des Katholischen Laienrates, Wolfgang Mazal, in der Wochenzeitung „Die Furche" (22. Dezember) gestellt. Der Professor für Arbeits-und Sozialrecht an der Uni Wien bezog sich auf den jüngsten Bericht einer Untersuchungskommission in Wien, die zum Fall eines jahrelangen Missbrauchs durch einen Lehrer an einer Wiener Mittelschule gegründet wurde. Zuständige Politiker, die daraufhin zusicherten, "dass etwas geschehen werde", stünden im Vergleich mit kirchlichen Verantwortlichen schlecht da, befand Mazal.
Mazal erinnerte an die vor mehr als zehn Jahren kirchlicherseits erarbeitete Rahmenordnung "Die Wahrheit wird Euch frei machen". Mit diesem "vorbildlichen Regelwerk" seien Maßnahmen gegen Missbrauch und Gewalt in sämtlichen kirchlichen Einrichtungen festgelegt worden. 

„ARGE Schöpfungsverantwortung" beendet im Februar ihre Tätigkeit

Die seit mehr als 30 Jahren in Kirche und Gesellschaft aktive „ARGE Schöpfungsverantwortung" stellt Ende Februar 2023 ihre Tätigkeit ein. Das kündigte der Verein in einem Newsletter an.
„Wir haben bis jetzt als Idealistinnen und Idealisten voll gearbeitet", aber ohne langfristige Finanzierung habe der Verein „keine Zukunft", erklärte ARGE-Gründerin Isolde Schönstein auf Anfrage der Nachrichtenagentur Kathpress . Gleichzeitig ermutigte die 81-Jährige zur Fortsetzung der Umweltarbeit auf christlicher Basis für die nächsten Generationen. Die „ARGE Schöpfungsverantwortung", deren Tätigkeit zuletzt vor allem ehrenamtlich erbracht wurde, gilt als Initiatorin der kirchlichen Umweltarbeit in Österreich (1992) und Mitbegründerin des „European Christian Environmental Network" (1998).
Schönstein zeigte sich zuversichtlich, „dass es weitergehen wird" und die Menschen auf die Inhalte zugreifen. Denn, "über die Umwelt finden alle Menschen zusammen". Ausdrücklich dankte Schönstein ihren Mitarbeitenden für deren Engagement und die "wirklich gute Zeit" mit der ARGE.
Im Newsletter verwies die ARGE auf den Zusammenschluss "Christians for Future" (www.christians4future.com) in Anlehnung an die "Fridays for Future".
 

US-Priester und "Pro-Life"-Aktivist Pavone laisiert

Der Vatikan hat laut US-amerikanischen Medienberichten den Abtreibungsgegner und Trump-Anhänger Frank Pavone aus dem Priesterstand entlassen. Die Strafe erfolge wegen „blasphemischer Kommunikation in den Sozialen Medien" sowie „fortgesetzten Ungehorsams gegen die gesetzlichen Anordnungen seines Diözesanbischofs", zitierte die "New York Times" aus einem ihr vorliegenden Schreiben des päpstlichen Botschafters in den USA, Erzbischofs Christophe Pierre, an US-Bischöfe vom 13. Dezember. „Es wurde festgestellt, dass Father Pavone keine vernünftige Rechtfertigung für sein Verhalten hatte." Die Entscheidung des zuständigen vatikanischen Dikasteriums datiere vom 9. November.
Pavone hat als Nationaldirektor der Anti-Abtreibungs-Organisation "Priests for Life" (Priester für das Leben), die von der Kirche nicht als katholische Organisation anerkannt wird, immer wieder Kritik auf sich gezogen, auch vonseiten mehrerer Bischöfe. 
Für Empörung sorgte etwa ein Video im November 2016, in dem Pavone vor einem altarähnlichen Tisch mit einem abgetriebenen Fötus darauf seine Unterstützung für den früheren Präsidenten Donald Trump (2016-2020) ausdrückte. 

Wilheringer Abt als Lebensretter bei versuchtem Mord

Zum Lebensretter ist der Abt von Stift Wilhering geworden: An einem helllichten Tag Ende Mai sei er in Linz auf der Oberen Donaulände mit dem Auto unterwegs gewesen, als er glaubte, Zeuge einer Rauferei zu werden - wie Abt Reinhold Dessl laut den „Oberösterreichischen Nachrichten" am 21. Dezember im Zeugenstand vor Gericht zu Protokoll gab. Tatsächlich handelte es sich jedoch um einen 52-jährigen syrischen Staatsbürger, der auf seiner Frau kniete und mit einem Stanley-Messer auf ihren Hals einstach.
Der Zisterziensermönch schritt ein und nahm erst beim zweiten Blick das Messer wahr. Er habe daraufhin den Angeklagten angeschrien, aber dieser habe gar nicht reagiert, sondern eine „Drohgebärde" mit dem Messer gemacht, so Abt Dessl weiter. Auch eine Krankenschwester kam laut dem Bericht vorbei und half der schwer verletzten Frau. „Die beherzte Hilfe der Passanten dürfte dem Opfer das Leben gerettet haben", heißt es in dem Zeitungsbericht. Die angegriffene Frau kam mit Schnitt- und Stichwunden im Gesicht, am Kopf und Hals davon.
Wie es hieß, dürfte das mutmaßliche Motiv der lebensbedrohlichen Szene Eifersucht gewesen sein. 
Dem Zisterzienserstift gehören derzeit 15 Mönche an.
Foto: Konventfoto des Stiftes Wilhering.