JA 

die neue Kirchenzeitung

 25. Februar 2024 

Lesungen:  Gen 22,1-2.9a.10-13.15-19; Röm 8,31b-34; Evangelium: Mk 9,2-10

Wegen eines technischen Defekts muss die Ausgabe zum 3. März entfallen. 

Wir bitten um Entschuldigung!

Synodaler Ausschuss

1995 erschütterte die „causa Groer“ Österreichs katholische Kirche, ein „Kirchenvolksbegehren“ wurde von 500.000 Menschen unterzeichnet. Hans-Hermann Groers Nachfolger als Chef der Bischofskonferenz, der Grazer Bischof Johann Weber, versuchte einen Befreiungsschlag und initiierte den „Dialog für Österreich“.
Im Oktober 1998 kamen in Salzburg  beinahe 300 von den Bischöfen nominierte Delegierte zusammen.
In zwölf Gruppen befassten sie sich mit Themen wie „Gott suchen - Gott erfahren" bis hin zu „Berufung und Leben der Priester" und „Frauen in der Kirche".

In Voten plädierten Mehrheiten für das Frauendiakonat und die Priesterweihe von bewährten Männern.
Die Versammlung ging auseinander, ohne dass ein „Kontrollgremium“ installiert wurde. Die (Nicht-) Folgen sind bekannt.
Diesen Fehler wollten die deutschen Katholiken nach ihrem „Synodalen Weg“ vermeiden und einen dauerhaften „Synodalen Ausschuss“ installieren.
Klar, dass Rom dagegen ist. Reformvorschläge können vorgetragen werden – Reden verändert ja noch nichts. Aber dauerhaftes Drängen auf Erneuerung will am Tiber niemand. Sonst könnte tatsächlich vielleicht einmal etwas in Bewegung kommen.        P. Udo

Christliche Studentin in Ägypten zur Zwangsislamisierung entführt

Arene Ibraheam Sheata ist 20 Jahre alt und studiert im zweiten Jahr an der Universität für Medizin. Sie stammt aus Assiut und wurde nach ihrem Examen am 22. Januar entführt. Ihre Eltern fordern, dass die Regierung sie zurückbringt, da sie entführt wurde und zum Übertritt zum Islam gezwungen werden soll. Die Polizei des 2. Assiut Departments nahm die „administrative absence record” (die Vermisstenanzeige) mit der Registriernummer 707 am 23. Januar 2024 auf. Seitdem ist nichts passiert. Arene bleibt verschollen.
Die Eltern bangen um ihre Tochter. Das hübsche Mädchen hat mit Freude Medizin studiert und wurde einfach aus dem Leben herausgerissen. Eine Zwangsverheiratung mit islamischen Sklavenhaltern ist wahrscheinlich. Versuche, die Studentin mit Gewalt zum Islam zu bekehren, können mit Sicherheit angenommen werden.
Neue Hetzjagd auf christliche Mädchen befürchtet
Generalsekretär Prof. Dr. Kuhn von Christen in Not: „Wenn selbst in einer Stadt mit sehr großer christlicher Bevölkerung solch eine Entführung zur Zwangskonversion geschieht, dann sind christliche Mädchen nirgendwo in Ägypten mehr sicher.“ Ein neues Aufflammen der Hetzjagd auf Christen ist zu befürchten, wenn jetzt nicht entschlossen den Entführern das Handwerk gelegt wird.
Christen in Not fordert Medien, Politik und die Zivilgesellschaft auf, bei der ägyptischen Botschaft zu protestieren und intensive Rettungsversuche für das entführte Mädchen zu beginnen. Wenn Arene erst einmal aus Ägypten herausgeschmuggelt wurde, gibt es keine Chance auf Rückkehr in ihr eigenes Leben mehr.
Kuhn weiter: „Jetzt handeln kann das Leben der Studentin retten und verhindern, dass weitere Entführungen geplant werden. Hier ist auch Präsident Asis Abd al-Fattah as-Sisi gefordert, den Sicherheitsapparat seiner Regierung zum Schutz seiner Bevölkerung einzuschalten. Das Bekenntnis zu einem Ägypten für Christen wie Muslime mit gleichen Rechten muss sich hier in einem Lackmus-Test beweisen.“
Die Adresse der Botschaft lautet: Botschaft der Arabischen Republik Ägypten, Hohe Warte 50-54, 1190 Wien, Telefon +43 1 370 81 04, E-Mail: [email protected].
Assiut ist eine Stadt in Mittelägypten…
… mit rund einer halben Million Einwohnern und Hauptstadt des gleichnamigen Gouvernements. Assiut liegt 375 km südlich von Kairo auf dem westlichen Nilufer. Die Stadt ist wichtiger Verkehrsknotenpunkt für Fahrten in das Neue Tal in der Libyschen Wüste. Dort gibt es florierende Schmuggelrouten. Kaum eine andere Stadt in Ägypten hat so einen hohen Bevölkerungsanteil an Christen wie in Assiut (ca. 40%). In einem Tal am Rande der grünen Felder im Übergang zur Wüste ist ca 15km südlich der Großstadt Assiut ein Tal der Christen. Nahezu alle Konfessionen sind dort vertreten und das Tal zeigt stolz seine Kirchtürme. Hier betreibt CiN eine Schule für gehörlose Kinder, die zugleich ein Ökumene-Projekt ist. Christen aller Konfessionen sind in der Schule vertreten und die Pfarren beginnen über ihre Grenzen hinaus zusammenzuarbeiten.
Bild: Arene Ibraheam Sheata am Unicampus in Assiut_©CiN
 

Regime in Nicaragua verbietet Kreuzwege und Pfadfinder

Im Zuge seines Feldzugs gegen die Zivilgesellschaft hat das Regime in Nicaragua nun die Pfadfinder verboten: Laut Medienberichten entzog die Regierung dem nationalen Pfadfinderverband gemeinsam mit weiteren Nichtregierungsorganisationen seinen Rechtsstatus. Laut der Regierungszeitung „La Gaceta"  habe der Verein einen Finanzbericht nicht rechtzeitig übermittelt. Auf ähnliche Weise wurden mit der „Fraternidad Misioneras del Fiat de Maria" eine weitere weibliche Ordensgemeinschaft, und auch drei christliche Kirchen sowie der Rotary-Club verboten und eine Universität gesperrt. Die Vermögenswerte der Organisationen wurden von der Regierung beschlagnahmt.
Ähnlich wie die Pfadfinder, deren Geschichte in Nicaragua vor 107 Jahren begann, wurden seit Ende 2018 bereits insgesamt 3.230 gemeinnützige Organisationen von der Regierung von Machthaber Daniel Ortega und Vizepräsidentin Rosario Murillo aufgelöst, oft unter Anschuldigungen wie etwa „Geldwäsche".
Drastisch eingeschränkt und von Spitzeln beobachtet sind weiters auch die kirchlichen Aktivitäten in Nicaragua. Wie die im Exil lebende Menschenrechtlerin Martha Patricia Molina auf der Plattform X berichtet, seien vergangenen Freitag mehr als 400 Kreuzwegprozessionen im ganzen Land abgesagt worden; nur in einigen Diözesen habe es von den Behörden eine Genehmigung zu einer Durchführung in eingeschränkter Form gegeben. Die Anwältin sprach von einer „kriminellen Diktatur", die „nicht einmal in der Fastenzeit von ihrem Hass gegen die katholische Kirche ablässt".
Dutzende Geistliche, darunter die Bischöfe Rolando Alvarez und Isidro Mora, wurden in den vergangenen Monaten des Landes verwiesen. 

Deutschland: Synodaler Ausschuss – verschoben oder abgesagt?

Da der deutsche Synodale Weg als zeitraubender und kostspieliger Dauer-Debattenmarathon nicht unbegrenzt fortgesetzt werden konnte, hatte die fünfte Synodalversammlung vor knapp einem Jahr beschlossen, ein Organ zu gründen, das den Reformdialog „verstetigen" soll. In diesem „Synodalen Rat" sollen künftig Laien und Theologen neben den Bischöfen volles Mitsprache- und Entscheidungsrecht haben.
Ein „Synodaler Ausschuss" sollte sich konstituieren, um die Gründung des Rates vorzubereiten. Dieser würde dann - strukturell ähnlich wie der protestantische „Rat der EKD" - künftig über die Geschicke der katholischen Kirche in Deutschland entscheiden.
Drohende Worte aus Rom
In ihrem am vergangenen Wochenende bekannt gewordenen Brief an den Bischofskonferenzvorsitzenden Georg Bätzing hat das vatikanische „Triumvirat"  - diesmal neben Kardinalstaatssekretär Parolin mit den Kardinälen Manuel Fernandez und Robert Prevost als neue Spitze der Glaubens- und der Bischofsbehörde - die Konsequenzen einer solchen Verfassungsänderung deutlich gemacht. Wörtlich heißt es da: „Ein solches Organ ist vom geltenden Kirchenrecht nicht vorgesehen und daher wäre ein diesbezüglicher Beschluss der DBK ungültig - mit den entsprechenden rechtlichen Folgen."
In dem Brief aus Rom wurde die Bischofskonferenz (DBK) gebeten, eine Abstimmung über die Satzung des Synodalen Ausschusses von der Tagesordnung ihrer Vollversammlung  in Augsburg zu nehmen.
Der DBK-Vorsitzende Bischof Georg Bätzing teilte daraufhin seinen Mitbrüdern mit, dass der Punkt  von der Tagesordnung genommen wird.
Bätzing: Bei Reformen gehen wir mit Rom in dieselbe Richtung
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz sieht die Kirche in Deutschland und die katholische Weltkirche in ihren Reformbemühungen auf demselben Weg. „Die römische Weltsynode und der Synodale Weg in Deutschland gehen in dieselbe Richtung - die Entwicklung von Kirche. Wir lassen uns nicht auseinander dividieren", sagte Bischof Georg Bätzing am Donnerstag in Augsburg zum Abschluss der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz.
Bätzing erläuterte, dass die Bischöfe sich ausführlich mit dem jüngsten mahnenden Brief aus Rom zum Synodalen Ausschuss in Deutschland befasst hätten. Nun gehe es darum, "alle Stränge des Handelns und Ringens um und für eine synodale Kirche in guter Weise miteinander zu verbinden". Bevor weitere Inhalte diskutiert werden, solle nun "ein gemeinsamer gangbarer Weg" gefunden werden. Bätzing kündigte Gespräche sowohl mit den zuständigen Stellen in Rom als auch mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken an. Das nächste Treffen in Rom sei bereits bestätigt. Einen Termin nannte er nicht. 
Bätzing betonte, er wolle „alles dafür tun, um den Sorgen Roms zu begegnen". Der künftige Synodale Rat in Deutschland werde dem Kirchenrecht entsprechen. Es werde kein solches Gremium geben ohne römische Bewilligung. Er kündigte an, dass die künftigen Gespräche in Rom „diskret" geführt werden sollen.
Ein zentrales Thema werde die Position des Bischofsamtes sein. Synodalität wolle nicht das Bischofsamt schwächen, sondern stärken, betonte Bätzing. Das gelte auch für den Synodalen Weg in Deutschland.
Vier deutsche Ortsbischöfe…
… hatten sich gegen eine Mitarbeit im Ausschuss und gegen eine Finanzierung des Projekts über den Verband der Diözesen Deutschlands ausgesprochen. Die Bischöfe Gregor Maria Hanke (Eichstätt), Stefan Oster (Passau), Rudolf Voderholzer (Regensburg) und Kardinal Rainer Maria Woelki (Köln) verwiesen auf Vorbehalte aus dem Vatikan. Nach Ansicht der vier Bischöfe läuft bereits die Einrichtung eines vorbereitenden Synodalen Ausschusses den Weisungen von Papst Franziskus zuwider.
Schönborn hinter Rom, gegen Deutsche
Ungewöhnlich klar hat sich Kardinal Christoph Schönborn in der Debatte um die mögliche Etablierung eines „Synodalen Ausschusses" in der katholischen Kirche in Deutschland zu Wort gemeldet. Wie der Vatikan sieht auch der Wiener Erzbischof eine solche Einrichtung im Widerspruch zur Verfassung der Kirche und Theologie des Konzils. Angesichts der ernsten Lage warnt er vor Beschlüssen, die in ein Schisma führen könnten, und wirbt stattdessen dafür, dass die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) im bereits laufenden Dialog mit dem Vatikan über diese Themen bleibt. „Die deutschen Bischöfe müssen sich ernsthaft fragen, ob sie wirklich aus der Communio mit und unter dem Papst ausscheren oder sie nicht vielmehr loyal annehmen wollen", so der Kardinal im Interview für das Portal „communio.de".
Kaineder verteidigt deutschen Synodalen Weg gegen Schönborn-Kritik
Unverständnis und Enttäuschung angesichts der Kritik aus dem Vatikan und zuletzt auch von Kardinal Christoph Schönborn am „Synodalen Weg der katholischen Kirche in Deutschland" äußert der Präsident der Katholischen Aktion Österreich, Ferdinand Kaineder. „Lasst doch dem synodalen Weg in Deutschland seine Zukunftserfahrung machen", schrieb Kaineder in einem Beitrag auf seiner persönlichen Website (Mittwoch). Der deutsche Reformdialog versuche prophetisch „den gemeinsamen Weg von Bischöfen und Laienchristinnen und -christen in die Zukunft", so Kaineder. Nun aber werde der mit breiter Mehrheit von Bischöfen und Laienvertretungen als Ausdruck gemeinsamer Leitungsverantwortung kreierte Synodale Ausschuss „von außen als Spaltungswerkzeug interpretiert und desavouiert, auch von Österreich her".
Kaineder kritisierte auch, dass Kardinal Schönborn den diözesanen Pastoralrat in der Erzdiözese Wien „vor Jahren habe einschlafen lassen" und dieser auch im Zuge der aktuellen Weltsynode nicht wieder in Kraft gesetzt worden sei.
Kirchenreformgruppen: „Schlag in die Magengrube"
Kritik an der Stellungnahme von Kardinal Schönborn äußerte auch der Zusammenschluss österreichischer Kirchenreformgruppen „kirchenreform.at". In einer Pressemitteilung bezeichneten die Vertreterinnen und Vertreter von „Pfarrer-Initiative", „Laieninitiative", „Priester ohne Amt" und „Wir sind Kirche" die Abwehrhaltung Laien gegenüber als „Schlag in die Magengrube für Menschen, die sich mit theologischer Kompetenz und spiritueller Tiefe, aber ohne Priesterweihe für und in dieser Kirche engagieren".
Kardinal Schönborn habe Angst und fürchte eine Spaltung in der katholischen Kirche, wenn Menschen ohne Priesterweihe in der Leitung etwas zu sagen hätten, so die Reformgruppierungen: „Diese Verweigerung von Mitentscheidung zementiert die Macht der geweihten Männer über die nicht geweihten Kirchenbürgerinnen und -bürger." Menschen, die ihre Taufe als Berufung zum „Kirche-Sein" und deshalb auch zum Mitentscheiden und Mittragen als Auftrag sähen, würden „kalt abgelehnt".
Foto: Die Pressekonferenz der DBK in Augsburg 

Deutsche Bischöfe: AfD für Christen nicht wählbar

Rechtsextreme Parteien sind nach Auffassung der katholischen Bischöfe Deutschlands für Christen nicht wählbar. Zum Abschluss ihres Frühjahrstreffens in Augsburg veröffentlichte die Deutsche Bischofskonferenz am Donnerstag eine scharfe Absage an jede Form von völkischem Nationalismus. Dieser sei unvereinbar mit dem christlichen Gottes- und Menschenbild. Insbesondere in der AfD dominiere „nach mehreren Radikalisierungsschüben" inzwischen eine „völkisch-nationalistische Gesinnung". Den Angaben zufolge wurde die Erklärung einstimmig verabschiedet.
„Rechtsextreme Parteien und solche, die am Rande dieser Ideologie wuchern, können für Christinnen und Christen daher kein Ort ihrer politischen Betätigung sein und sind auch nicht wählbar", heißt es
Bloße Mitgliedschaft kein Ausschlussgrund
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, sagte, die Bischöfe hätten „nach langer, eingehender Diskussion beschlossen, die AfD auch zu benennen". In den Wahlhirtenbriefen der jüngeren Vergangenheit sei es unüblich gewesen, über einzelne Parteien zu sprechen. „Aber die Situation ist jetzt eine andere." Gleichwohl bleibe die Wahl eine Gewissensentscheidung jedes Einzelnen.
Eine bloße Mitgliedschaft in der AfD genügt laut Bätzing indes noch nicht für einen Ausschluss aus kirchlichen Ämtern oder Räten. 

Zwei Jahre Krieg: Salesianer helfen in der Ukraine

Am 24. Februar jährt sich der Krieg in der Ukraine zum zweiten Mal. Die Salesianer Don Boscos in der Ukraine lassen die Menschen nicht im Stich.
„Wir Salesianer werden den Menschen, die unter diesem Krieg leiden, niemals den Rücken kehren“, verspricht Pater Mykhaylo Chaban SDB, Provinzial der Salesianer Don Boscos in der Ukraine. Nach zwei Jahren Krieg benötigen 17,6 Millionen Menschen in der Ukraine dringende Hilfe, um zu überleben. Der Krieg hat bereits über 5,1 Millionen Binnenvertriebene und mehr als sechs Millionen Flüchtlinge weltweit hinterlassen.
Don Bosco Mission Austria engagiert sich weiterhin für die Ausbildung von Kindern, die in den Don Bosco Einrichtungen in Lviv und Zhytomir betreut werden. 300 Kinder haben die Möglichkeit, weiter zur Schule zu gehen, aber vor allem einen sicheren Raum, in dem sie lernen, spielen und sich geschützt fühlen. Bruder Günter Mayer SDB, Geschäftsführer von Don Bosco Mission Austria, unterstreicht die Bedeutung von Bildung in Krisenzeiten: „Bildung ist nicht nur in normalen Zeiten wichtig, sondern in Notfällen ein lebensrettendes Werkzeug für Kinder.“
Neben der Bildung leisten die Salesianer weiterhin humanitäre Hilfe, darunter die Versorgung von mehr als 1.000 Flüchtlingen in Lviv mit Nahrung, warmer Kleidung und Medikamenten. Sie sind auch in anderen Teilen des Landes präsent, wie in Novohyhorivka, wo sie der Zivilbevölkerung Hilfe leisten. Pater Jozef Nuckowski erklärt: „Unser Ziel ist, die Hilfe so nah wie möglich an die russische Grenze zu bringen, wo die Not am Größten ist. Dank der Solidarität aus aller Welt können wir auch in diesen stark betroffenen Gebieten helfen.“
Die Don Bosco Mission Austria bittet um Spenden, damit die Salesianer den Menschen in der Ukraine direkt helfen können.
Foto 3: Die Salesianer helfen mit der Verteilung von Lebensmitteln. (©Don Bosco Mission Austria)
Ukrainische Kinder 5.000 Stunden in Schutzkellern
Seit Beginn des russischen Angriffskriegs haben laut der Hilfsorganisation Unicef Kinder in den ukrainischen Frontgebieten bis zu 5.000 Stunden - umgerechnet etwa 7 Monate - in Schutzkellern verbracht.
Seit dem 24. Februar 2022 wurden den Angaben zufolge mindestens knapp 580 Mädchen und Jungen getötet sowie knapp 1.300 verletzt. Mehr als 3,3 Millionen Kinder aus der Ukraine seien auf humanitäre Hilfe angewiesen. Nach Unicef-Berechnungen kann zudem die Hälfte aller Kinder in der Ukraine nicht kontinuierlich am Präsenzunterricht teilnehmen.
Russen beschlagnahmen kirchliches Eigentum
In den von Russen besetzten Gebieten um Saporischschja ist nach Informationen von "Kirche in Not" das Eigentum der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche beschlagnahmt worden. Das internationale katholische Hilfswerk beruft sich dabei in seiner am Dienstag in München veröffentlichten Mitteilung auf Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk. Demnach sei mittels Sonderdekret die Existenz seiner Kirche verboten worden. Auch in Donezk seien die Gotteshäuser beschlagnahmt und ihre Türen geschlossen worden. In diesen Teilen der Ukraine gebe es keine katholischen Priester mehr.
Caritas-Lichtermeer für ukrainische Kinder: „Zeichen der Hoffnung"
Als „Zeichen der Hoffnung" für die Millionen von Kindern, die vom Krieg in der Ukraine betroffen sind, hat die Caritas am Donnerstagnachmittag ein Lichtermeer am Wiener Stephansplatz organisiert. Mehr als 5.000 Kerzen wurden dazu angezündet, verbunden mit dem Appell, die Unterstützung für die Menschen in der Ukraine aufrechtzuerhalten. 
Seit Beginn des Kriegs im Februar vor zwei Jahren habe das Caritas-Netzwerk mehr als vier Millionen Menschen in der Ukraine erreicht. 500 Tonnen Hilfsgüter der Caritas Österreich wurden in die Ukraine geliefert-240.000 Menschen konnten dadurch konkret unterstützt werden, so die Bilanz der Hilfsorganisation.

Palästinas Christen durch Gaza-Krieg existenziell bedroht

Von einer verzweifelten Lage der Christen im Westjordanland und in Jerusalem infolge des Gaza-Krieges berichtet das Hilfswerk „Kirche in Not": Die kleine christliche Minderheit sei in besonderem Maß von Arbeitslosigkeit und Diskriminierung betroffen und befinde sich „in einer besonders verletzlichen Position" - und zwar genau zwischen den Fronten ultra-orthodoxer Juden und extremistischer Muslime, die sich beide zunehmend radikalisierten, verweist eine Aussendung vom Donnerstag auf Zitate von namentlich nicht genannten Betroffenen vor Ort.
Die Wirtschaftskrise und die damit verbundene Rekordarbeitslosigkeit der Bevölkerung Palästinas mache ihr derzeit am meisten zu schaffen, so das Hilfswerk. Viele Familien hätten aufgrund von Massenentlassungen, der totalen Lähmung des Tourismussektors sowie strengen Bewegungseinschränkungen ihre Einkommensquelle verloren und kämpften ums nackte Überleben.
Ganz Bethlehem ist arbeitslos
„Der Pilgertourismus liegt am Boden, und besonders die Menschen in Bethlehem sind stark betroffen. Etwas zugespitzt gesagt, ganz Bethlehem ist arbeitslos", bestätigte auch Israel-Pilgerexperte Andreas Kickinger in der Linzer Kirchenzeitung. Der Geschäftsführer von „Biblisch Reisen" war in der Vorwoche zu einem Solidaritätsbesuch vor Ort und bei seinen Unterkunftgebern „der erste Gast seit langem", wie er erklärte.
Für Palästinenser komme das langfristige Problem des Entzugs der Arbeitserlaubnis durch die israelischen Behörden hinzu, informiert die "Kirche in Not"-Aussendung. Medienberichten zufolge sollen mehr als 80.000 indische Arbeitskräfte nach Israel kommen, um zuvor von Palästinensern besetzte Arbeitsplätze zu übernehmen. Diese Maßnahme werde teilweise als Vergeltung für die Terrorangriffe der Hamas im vergangenen Oktober betrachtet, mit dem Ziel, Palästinenser - Christen wie Muslime - zu isolieren und an den Rand zu drängen.
Mehr noch sähen sich Palästinas Christen im eigenen Land zunehmend bedroht, wenn sie ihre christliche Identität öffentlich zeigten. "Ein Kreuz zu tragen kann Schwierigkeiten mit sich bringen", so die Quelle von „Kirche in Not". Wiederholt habe es zuletzt in Jerusalem Verbalangriffe auf Priester, Ordensleute oder christliche Pilger gegeben.
862 Familien haben Hilfe von „Kirche in Not" erhalten
„Kirche in Not“ leistet auch medizinische und humanitäre Soforthilfe für Familien, die direkt von der Wirtschaftskrise im Westjordanland und in Jerusalem betroffen sind. Bisher haben 862 Familien Unterstützung von „Kirche in Not“ erhalten, insgesamt 3448 Personen im Westjordanland und in Jerusalem. Davon haben 602 Familien Lebensmittelgutscheine erhalten, 122 Familien erhielten medizinische Hilfe, entweder für den Kauf von Medikamenten oder für medizinische Behandlungen. 
Foto: Ein Kunsthandwerker in Bethlehem fertigt Kreuze aus Olivenholz (Archivbild). © Ismael Martinez Sanchez/Kirche in Not
 

US-Bundesstaat: Eingefrorene Embryos rechtlich gleich mit Kindern

Auch eingefrorene menschliche Embryonen gelten im US-Bundesstaat Alabama künftig als Kinder mit vollen Schutz- und Persönlichkeitsrechten. Der dortige Oberste Gerichtshof entschied in einem Votum von 7:2 Stimmen, dass das in Alabama geltende Gesetz über den unrechtmäßigen Tod eines Kindes („Wrongful Death of a Child Act") weit gefasst sei und sich „auch auf alle ungeborenen Kinder, unabhängig von ihrem Aufenthaltsort" erstrecke. Damit hat erstmals in den USA ein Gericht erheblich die Bedingungen erschwert, unter denen Fertilisationskliniken Dienste künstlicher Befruchtung anbieten können.
Der Befassung des Höchstgerichts am Montag vorausgegangen war die Klage mehrerer Eltern, deren eingefrorene Embryonen in einer Fruchtbarkeitsklinik versehentlich zerstört worden waren. Die Kläger beriefen sich auf das Gesetz über die fahrlässige Tötung Minderjähriger und wurden in erster Instanz zurückgewiesen. Infolge der nunmehrigen Entscheidung im Fall „LePage v. Mobile Infirmary Clinic, Inc" kann nun die Klinik doch belangt werden.

Erzbischof Kothgasser gestorben

Der emeritierte Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser ist tot. Er starb am Donnerstagabend im Alter von 86 Jahren in seiner Wohnung im Priesterseminar in Salzburg, wie die Erzdiözese Salzburg mitgeteilt hat. Kothgasser verschied demnach im Beisein seiner engsten Familienangehörigen, dem Regens des Priesterseminars Tobias Giglmayr, den Seminaristen und von Erzbischof Franz Lackner, die ihn im Gebet bei seinem Heimgang begleitet haben. Alois Kothgasser war zuletzt schwer krank, nachdem er im vergangenen November eine Gehirnblutung erlitten hatte. Noch am 9. Februar konnte der Erzbischof aber an einem Gottesdienst zur Feier des 60-Jahr-Jubiläums seiner Priesterweihe in der Kapelle des Salzburger Priesterseminars teilnehmen.
Alois Kothgasser gehörte dem Orden der Salesianer Don Boscos an. Er war zwischen 2003 und 2013 Erzbischof von Salzburg und zuvor von 1997 bis 2002 Bischof von Innsbruck. Nach seiner altersbedingten Emeritierung lebte er zunächst mehrere Jahre im Geistlichen Zentrum der Don-Bosco-Schwestern in Baumkirchen (Tirol). Seit seinem 85. Geburtstag 2022 wohnte Erzbischof Kothgasser im Priesterseminar der Erzdiözese Salzburg.
1937 in Lichtenegg in der Südoststeiermark als Sohn einer Bauernfamilie geboren, hatte Kothgasser nach dem Ordenseintritt bei den Salesianern in Turin und Rom studiert. 1964 wurde er zum Priester geweiht. Von 1982 bis 1997 war er Professor für Dogmatik und zweimal Rektor an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Benediktbeuern in Bayern. Papst Johannes Paul II. (1978-2005) ernannte ihn 1997 zum Innsbrucker Bischof. Knapp zehn Jahre später wechselte Kothgasser als Erzbischof nach Salzburg.

Kurznachrichten 

  

Vatikan. Die  zweite Sitzungsperiode der Weltsynode findet vom 2. bis 27. Oktober 2024 statt. 

 

Belgiens Bischöfe wollen sich bei der von Papst Franziskus einberufenen Weltsynode für das Frauendiakonat und ein Ende des Zölibats einsetzen. 

 

Saudi-Arabien. Patriarch Kardinal Louis Sako aus dem Irak hat diese Woche an einer interreligiösen Konferenz in der saudischen Hauptstadt Riad teilgenommen. Das berichtete der „Pro Oriente"-Informationsdienst. 

 

Palästina.  Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat den Schutz muslimischer und christlicher Heiligtümer in Ostjerusalem und in den besetzten palästinensischen Gebieten gefordert. 

 

Indien. Indigene Volksgruppen und Menschenrechtler im Norden Indiens verurteilen die Abriegelung der Grenze zu Myanmar und das Ende der Freizügigkeit ohne Visum und Pass in das Nachbarland. Die Abriegelung der Grenze mit einem Zaun betrifft nach Medienberichten vor allem die mehrheitlich christlichen Volksgruppen der Naga und Mizos, die enge ethnische, familiäre und kulturelle Bindungen nach Myanmar haben. 

 

Griechenland. Das Parlament hat nach wochenlanger gesellschaftlicher Debatte für eine Legalisierung der gleichgeschlechtlichen Ehe gestimmt. Damit ist Griechenland das erste christlich-orthodox geprägte Land, das eine entsprechende rechtliche Gleichstellung Homosexueller gestattet. 

 

Argentinien. Die Armut in der Heimat des Papstes ist laut der Zeitung „Clarin" im Jänner nochmals deutlich angestiegen. Die Zeitung beruft sich auf eine Erhebung der Katholischen Universität (UCA) in Buenos Aires, wonach im ersten Monat 2024 rund 57,4 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrenze lebten. 

 Deutschland. Die Bischofskonferenz will Menschen mit Behinderungen den Zugang zum Gottesdienst erleichtern. Dazu hat sie nun erstmals ein Hochgebet in Leichter Sprache zur Erprobung in der liturgischen Praxis gutgeheißen. 

 

Australien. Der emeritierte Bischof von Broome, Christopher Alan Saunders, ist wegen Vorwürfen von Vergewaltigung und sexueller Nötigung angeklagt worden. Dem 74-Jährigen wird in 14 Fällen sexuelle Nötigung und in zwei Fällen Vergewaltigung vorgeworfen. 

 

Ungarn. Zoltán Balog, Leitender Bischof der Reformierten Kirche in Ungarn, ist von seinem Amt als Präsident der Reformierten Synode zurückgetreten. Ihm wird vorgeworfen, er soll der bereits zurückgetretenen ungarischen Präsidentin Katalin Novak geraten haben, einen wegen Beihilfe zu sexuellem Missbrauch von Minderjährigen verurteilten Mann zu begnadigen. 

 


Österreich

 

Wien. Der Katholische Familienverband Österreich (KFÖ) beurteilt die geplante Verkürzung der Ausbildung für Lehrerinnen und Lehrer positiv. „Wir begrüßen die Verkürzung des Bachelor- und Masterstudiums auf eine einheitliche Studiendauer. Damit dauern ein Bachelor oder Master im Lehramt nicht mehr länger als andere Studien." 

 

Steiermark. In Graz wird bald eine Straße den Namen des im vergangenen Jahr gestorbenen "Vinzi-Pfarrers" Wolfgang Pucher (1939-2023) tragen. Der Gemeinderat beschloss in seiner jüngsten Sitzung einstimmig die Neubenennung der einstigen Heßgasse im Stadtbezirk Lend als "Wolfgang-Pucher-Gasse". 

 

Tirol. Ein 22-Jähriger hat nach einem Vandalenakt in der Pfarrkirche von St. Johann in Tirol (Bezirk Kitzbühel) am Dienstag die gestohlenen Gegenstände bei der betroffenen Kirche einen Tag später zurückgebracht. 

Memento mori

In der Fastenzeit und weit darüber hinaus ist ein Kunstprojekt des international renommierten Künstlers Gottfried Helnwein im Wiener Stephansdom zu sehen. Der in Wien geborene und nach eigener Aussage stark katholisch geprägte Künstler hat gemeinsam mit Dompfarrer Toni Faber seine drei großformatigen Triptychon-Darstellungen im Altarraum des Doms vorgestellt, die die zentralen christlichen Glaubensaussagen vom Jesu Tod, seiner Auferstehung und der Geistaussendung zu Pfingsten zeigen. 
Sowohl Helnwein, der seine Arbeiten „um Gottes Lohn" zur Verfügung stellte, als auch Faber äußerten Freude über diesen lang vorbereiteten Brückenschlag zwischen moderner Kunst und christlichem Glauben. Sie sind zur Langen Nacht der Kirchen am 7. Juni zu sehen.
Der erste Teil des Triptychons - ein in liturgischem Violett gehaltenes, den Altar verhüllendes Bild - zeigt den Christus des Turiner Grabtuchs, aber mit dem Haupt nach unten, um das „Hinabgestiegen in das Reich des Todes" des Apostolischen Glaubensbekenntnisses zu veranschaulichen, wie Faber erklärte. Es sei ein Anstoß zum „Memento mori" - zum Wahrnehmen der eigenen Sterblichkeit. 

Auch das noch...

Indien: Synode mit Kastenlosen

Trotz offizieller Abschaffung des Kastenwesens in Indien sind die Dalit, die „Kastenlosen“ oder „Unberührbaren“ noch immer Repressionen ausgesetzt. Das Christentum verspricht die Gleichheit aller Menschen. In Bangalore fand nun die „Synode der Kastenlosen“ statt, koordiniert vom Offizium für die vernachlässigten Kasten und Klassen der Katholischen Bischofskonferenz von Indien. An der Konferenz, die vom „Indian Social Institut“ in Bangalore organisiert worden war, das zum Offizium gehört, nahmen Dalit-Vertreter aus den Staaten Andhra Pradesh, Delhi, Maharashta, Odisha, Kerala, Karnataka, Tamil Nadu und Telengana teil, wie der vatikanische Pressedienst „Fides" am Dienstag meldete. Die Konferenz widmete sich demnach besonders dem Phänomen der Marginalisierung und dem Ausschluss der christlichen Dalit, sowohl im zivilen als auch im kirchlichen Rahmen. Obwohl die indische Verfassung das Kastenwesen abgeschafft hat, verweigern immer noch große Teile der indischen Gesellschaft den Dalit Würde und Anerkennung. Selbst in der katholischen Kirche ist ihre Präsenz marginal. Nun versucht die Kirche, die Dalit auf den synodalen Weg mitzunehmen. „Eine synodale Kirche kann niemanden zurücklassen, insbesondere nicht die Randgruppen. Sie sollten gehört werden und am kirchlichen Leben teilhaben,“ so Kardinal Anthony Poola.
 

Martin Werlen: Kirche darf sich nicht länger selbst im Weg stehen

Die Kirche darf sich nicht länger selbst im Weg stehen. In seinem neuen Buch „Baustellen der Hoffnung" stellt Martin Werlen, aus der Schweiz stammender Propst von St. Gerold (Vorarlberg) und Erfolgsautor, sich und seinen Leserinnen und Lesern die Frage, „wie die Kirche sich und andere wieder auf den Weg bringt". 
Der Propst stellt darin eingangs „statt eines Vorwortes" die Frage, was die Kirche noch zu sagen hat - und kommt zu einer aufrüttelnden Diagnose: Sie habe sich - obwohl im Besitz einer „großartigen Botschaft" - immer mehr von den Menschen entfernt. Im 21. Jahrhundert nehme die Bewegung weg von der Kirche geradezu „katastrophale Ausmaße" an, so Werlen. Habe man sich früher noch dafür rechtfertigen müssen, warum man nicht mit der Kirche unterwegs sei, „so muss man sich heute rechtfertigen, warum man noch dabei ist". 
In seinem Buch spricht sich Werlen für „Priesterinnen und Priester" in einer Kirche aus, „die anders ist" - im Bewusstsein, dass dies "provoziert". Unabhängig vom Geschlecht gelte: „Alle Getauften haben Anteil am Priesteramt, Königsamt und Prophetenamt Christi." 
P. Martin Werlen, „Baustellen der Hoffnung. Eine Ermutigung, das Leben anzupacken", 208 Seiten, 22 Euro.

Italien: Bischof verbietet Laien mit Kirchenamt Wahl-Kandidatur

In Italien hat ein Bischof die strikte Trennung von kirchlichem Amt und politischem Engagement gefordert. Der Bischof von Reggio Emilia-Guastalla, Giacomo Morandi, schrieb in einem Brief an die Pfarrer seiner Diözese, dass „diejenigen, die beabsichtigen, bei den kommenden Wahlen auf irgendeiner Liste zu kandidieren, von verantwort-lichen Ämtern in der Diözese oder in den Pfarren zurücktreten müssen". 
Die Äußerung bezog sich auf die anstehenden Europa- und Kommunalwahlen im Juni, wie die italienische Tageszeitung „La Stampa" am Mittwoch berichtete. Betroffen sind in den Gemeinden engagierte Laiinnen und Laien, die für die Wahlen kandidieren wollen.
 

Mexiko-Stadt: Verwirrung um Glockengeläut während Demonstration

Zu Verwirrung und einer Klarstellung von Kirchenseite hat am Sonntag in Mexiko-Stadt das Glockengeläut der Hauptstadt-Kathedrale während einer Demonstration für faire Wahlen geführt. „Es ist nicht das erste Mal, dass das Läuten der Glocken als Versuch genannt wird, Stimmen zum Schweigen zu bringen", ist einer Pressemitteilung der Domkirche vom Sonntagabend zu entnehmen. Die Kirche hege jedoch keinerlei „böse Absichten", wie von manchen Medien unterstellt worden sei: Statt sich in die politische Debatte einzumischen, sei durch das Geläut nur zum Mittagsgebet aufgerufen worden - wie an jedem anderen Tag auch.
Schauplatz war eine Großkundgebung, zu der sich am Sonntagvormittag mehrere Hunderttausend Demonstranten am zentralen Platz von Mexiko-Stadt, dem Zocalo, eingefunden hatten, viele von ihnen in Rosa, der Farbe der Wahlbehörde INE, gekleidet. Auf dem riesigen Platz liegt sowohl der Präsidentenpalast als auch die Kathedrale.
Um 11.49 Uhr begannen laut Medienberichten die Glocken für zehn Minuten zu läuten, als auf dem Podium gerade der frühere INE-Leiter Lorenzo Cordova vor einer autoritären Machtkonzentration durch die von Staatspräsident Andres Manuel Lopez Obrador eingeleiteten Reformen warnte. Man habe seine Worte nicht mehr verstanden und einige Teilnehmer hätten die Kundgebung verlassen, hieß es auf dem Portal „LatinUS.us". 
Von kirchlicher Seite wurde in der Reaktion auf die Kritik auf die an Sonntagen übliche dreimalige Glocken-Ankündigung der Mittagsmesse sowie auf das tägliche Geläut zum Angelus-Gebet um 12 Uhr verwiesen. Dieser Brauch sei seit der Errichtung der Kathedrale im Jahr 1654 nur in politischen Ausnahmezeiten sowie während der Glockenturm-Renovierung unterbrochen worden. 

Missio Österreich bittet um Spenden für Babynahrung im Südsudan

Rund acht Millionen Menschen sind im Südsudan von einer Hungerkatastrophe betroffen: Besonders Babys und Kleinkinder leiden laut den Päpstlichen Missionswerken in Österreich (Missio) unter Mangelernährung, Ernteausfällen und anhaltenden politischen Unruhen. Missio ruft gemeinsam mit der Vinzenzgemeinschaft zu Spenden für Nahrungsmittel auf. Aktuell seien 300 Babys und Kleinkinder im Ernährungszentrum der Vinzenzgemeinschaft in der südsudanesischen Hauptstadt Juba auf dringende Nahrungsversorgung angewiesen, hieß es in einer Aussendung am Dienstag. "Helfen Sie bitte den hungernden Babys und Kleinkindern im Südsudan und retten wir sie so gemeinsam", so Missio-Nationaldirektor Pater Karl Wallner. Durch die Spenden sollen Vorräte wie Reis, Bohnen, Linsen und Milchpulver aufgefüllt werden.
Hintergrund der Hungerkatastrophe sind neben der politisch instabilen Situation und den Folgen des Bürgerkriegs Dürrekrisen und wiederkehrende Überschwemmungen, wodurch die Ernte immer häufiger ausfällt. Laut einem Missio-Projektpartner im Südsudan sind die Vorräte fast aufgebraucht: "Bis zur nächsten Ernte dauert es noch. Und wieder ist alles teurer geworden", berichtete Betram Kuol. Wegen der spärlichen, einseitigen und unregelmäßigen Ernährung sei die Gefahr groß, dass Kinder ernsthaft erkranken. Laut Unicef leiden aktuell knapp acht Millionen Menschen im Südsudan Hunger.