JA 

die neue Kirchenzeitung

25. April 2021

Ein Kontinent geht Rom verloren

Ein Kontinent geht verloren – nicht dem Christentum, aber der katholischen Kirche.
Jener Kontinent, auf dem Papst Franziskus geboren wurde.
In Brasilien, dem  größten katholischen Land der Erde, gehörten vor 40 Jahren 90 Prozent der Bevölkerung der Kirche Roms an, heute nur noch 64 Prozent.
Auch in Mexiko, dem zweitgrößten katholischen Land ist der Schwund enorm.
Letzteres hat jüngst der Apostolische Nuntius, ein Italiener, vor den Bischöfen des Landes beklagt.

Er vergaß dabei zu erwähnen, wohin die lateinamerikanischen Katholiken abwandern – zu den Freikirchen. Und erwähnte auch nicht den erdrückenden Priestermangel.
„Reformstau in der Kirche“, wie der Theologe Hans Küng ihn nannte, sieht er keinen.
Zur Stabilisierung empfiehlt der Nuntius drei Wunder-Waffen: Die Papstenzyklika „Fratelli Tutti“ und das ausgerufene „Jahr der Familie“ sowie das angesagte „Jahr des Hl. Josef“. 
Zur Perfektionierung fehlt dann eigentlich nur noch, dass der Papst ein Schreiben „Sorelle Tutte“ veröffentlicht und weitere Jahre proklamiert: ein „Jahr der Großeltern“ und ein „Jahr des Hl. Antonius“. Letzterer ist bekanntlich der Helfer beim Suchen von Verlorenem.
Dann ist auch in Lateinamerika wieder alles paletti! Oder?     P. Udo 

Mexikos Kirche hat „ein Viertel ihrer Herde verloren“

Höchst besorgt über den Rückgang des Katholikenanteils in Mexiko hat sich der päpstliche Nuntius in dem zentralamerikanischen Land, Franco Coppola, geäußert. Laut den Ergebnissen der jüngsten Volkszählung 2020 sind 77,7 Prozent der 126 Millionen Mexikaner Katholiken. Das sind fünf Prozentpunkte weniger als noch 2010 (82,7 Prozent).
„Wir stellen jetzt mit größerer Klarheit fest, in welchem Ausmaß bei der Glaubenserziehung im vergangenen Jahrzehnt verabsäumt wurde, die Getauften nachhaltig zu erreichen", sagte der Erzbischof bei der Eröffnung der Vollversammlung der mexikanischen Bischofskonferenz laut dem Portal vidanuevadigital.com.
Versagen altbekannter Methoden der Glaubensunterweisung
Gott habe der Kirche Mexiko als „katholisches Volk, das glaubensstark sei und die Jungfrau Maria von Guadalupe verehrt" anvertraut - und werde auch zu Rechenschaft ziehen, sagte Coppola, denn: „Wir haben nicht eines von hundert Schafen verloren, sondern ein Viertel der Herde."
Die versammelten Bischöfe rief er auf, ein Versagen altbekannter Methoden der Glaubensunterweisung anzuerkennen. Die Katechese, die Familien-, Erziehungs- und Jugendseelsorge seien den Herausforderungen der modernen Gesellschaft offenbar nicht gewachsen, befand Coppola. Sowohl die pastorale als auch die liturgische Praxis sei allgemein rückläufig.
Hälfte aller Mexikaner ist heute unter 30 Jahre alt
Neben den Veränderungen bei der Religiosität stellte das mit der Volkszählung beauftragte Nationale Institut für Statistik, Geographie und Informatik (INEGI) auch einen Anstieg des Altersdurchschnitts fest: Die Hälfte aller Mexikaner ist demnach heute unter 30 Jahre alt, während vor zehn Jahren die Hälfte noch unter 25 war. Mexiko sei zwar weiterhin ein junges Land, doch sei es nicht so, dass an liturgischen Feiern die Hälfte der Teilnehmer junge Menschen unter 30 Jahren seien, sagte Nuntius Coppola. Der Rückgang der Katholiken unter 30 Jahren sei somit „ganz zu Gunsten der Atheisten ausgefallen", bedauerte der Vatikandiplomat.
Drei Werkzeuge: Enzyklika, Josephs- und Familienjahr 
Zwar würden besonders die neuen geistlichen Bewegungen mit ihrem großen Anteil an jungen Menschen in ihren Reihen enormen Einsatz zeigen, um den katholischen Glauben weiterzutragen und ihn neu zu vermitteln. Es sei jedoch von offizieller Kirchenseite „viel, viel mehr nötig", unterstrich der Nuntius, der dazu aufrief, auf die Volkszählung nicht mit Mutlosigkeit zu reagieren. Der Papst habe mit der Enzyklika „Fratelli tutti", dem Jahr des heiligen Josef und dem Jahr der Familie der Weltkirche drei Werkzeuge in die Hand gelegt, die Mexikos Ortskirche „wirksam nutzen" solle.
Freikirchen um ein Drittel stärker als vor 10 Jahren
Insgesamt bezeichneten sich bei der jüngsten Volkszählung 97,9 Millionen Mexikanerinnen und Mexikaner als katholisch. Während ihr Anteil an der Bevölkerung damit sank, nahm seit 2010 die Gruppe der Protestanten und Evangelikalen um 3,7 Prozent auf nunmehr 11,2 Prozent der Gesamtbevölkerung oder insgesamt 15 Millionen Personen zu. 10,2 Millionen Mexikaner deklarierten sich als religionslos, darunter 3,1 Millionen Agnostiker, während insgesamt 250.000 dem jüdischen und muslimischen Glauben oder der spiritistischen Weltanschauung angehören. 
Foto: Mexikanische Bischofskonferenz CEM.

Nach heftiger Kritik in der Diözese St. Pölten:
Kardinal Schönborn will sich „ein Bild machen“

Nach Kritik an der von Bischof Alois Schwarz geplanten Umstrukturierung in den Zentralstellen der Diözese St. Pölten soll nun Kardinal Christoph Schönborn – er hat Schwarz 1997 zum Weihbischof von Wien geweiht - vermitteln. Das gab Michael Prüller, der Sprecher des Wiener Erzbischofs auf Nachfrage der Salzburger Nachrichten (SN) bekannt. Für die SN (20.4.2021) ist das ein „innerhalb der traditionellen Kirchenstrukturen äußerst ungewöhnlicher Schritt"
Prüller zu den SN: „Die Bitten um Vermittlung haben Kardinal Schönborn erreicht und er wird demnächst dazu Gespräche führen.“ Mit wem und in welcher Weise, das wurde zuerst nicht näher erläutert. Für die SN scheint die Zielrichtung klar: Es soll sich in Niederösterreich nicht wiederholen, was nach 17 Jahren in Kärnten zur Versetzung von Bischof Schwarz nach St. Pölten geführt hat.
Noch am selben Tag bestätigte Kathpress die SN-Meldung mit einem großen Artikel, der Stunden später von „Vatican News“ aufgegriffen wurde.
Tags darauf berichteten die SN, der Kardinal wolle sich zunächst ein Bild machen und „Gespräche mit allen Seiten führen, natürlich auch mit dem St. Pöltner Bischof Alois Schwarz.“ Dies habe Prüller gegenüber noe.ORF.at erklärt, der hinzufügte: „Dann wird er entscheiden, ob eine Vermittlung überhaupt notwendig oder sinnvoll ist.“

Forderung nach Entzug der Leitung des Referats „Seelsorge“

Am 24. April berichteten die SN, dass Leiter der Pastoralämter mehrerer Diözesen  sich gemeinsam an die Bischofskonferenz gewandt und die Absetzung von Schwarz als zuständigem Referatsbischof gefordert haben.
Sie weisen darauf hin, dass es vor dem Hintergrund der Pfarrgemeinderatswahlen im März 2022 ihre Arbeit erschwere, wenn der für die Seelsorge zuständige Bischof selbst im Mittelpunkt massiver Kritik wegen des Umgangs mit seinen Mitarbeitern stehe.
Bischof Schwarz leitet in der Bischofskonferenz das Referat „Pastoral, Katechese und Evangelisierung“ (Österreichisches Pastoralinstitut /ÖPI; Pastoralkommission Österreichs/PKÖ; ARGE der österreichischen Pastoral- und Seelsorgeämter; Kirche und Sport) sowie das Referat „Wirtschaft, Landwirtschaft“.

„Viel Luft nach oben in der Diözese eines Problem-Bischofs"

Unter dem Titel „Immer Ärger mit Alois Schwarz“ informierte die „Presse“ am 23. April ausführlich über die Situation in der Diözese St. Pölten. Kritiker werden zitiert, die dem Bischof Machtmissbrauch vorwerfen. Auf diese passe das Etikett Kirchenrebellen eher nicht, so Autor Dietmar Neuwirth: „Die meisten sind seit ihrer Jugend in ihrer Kirche engagiert. Und haben großteils den allseits streitbaren Kurt Krenn und danach Opus-Dei-Mann Klaus Küng als Bischöfe an der Spitze der Diözese erlebt (und manchmal erduldet).“
Als „Widerstandsnest“ gegen den jeweiligen Bischof habe sich das Pastoralamt verstanden, dessen Direktion Bischof Schwarz jetzt zu zerschlagen plane. Andere würden darauf verweisen, dass das Pastoralamt  ein Eigenleben führe – quasi eine Diözese in der Diözese. Die externe Beraterfirma  habe in ihrem - vom Bischof unter Verschluss gehaltenen - Bericht dieses Nebeneinander als größten Schwachpunkt definiert.
Die Umgebung des Bischofs beschreibe diesen so: „kreativ, wendig, rasch, fordere viel, überfordere vielleicht manche kirchlichen Strukturen und lege ein Tempo an den Tag, das innerkirchlich ungewohnt sei.“

„Alois Schwarz – zu groß für Österreich?“

Die „Presse“ verweist darauf, dass auch andere Bischöfe reformieren – ohne ähnlich massive Kritik. Dietmar Neuwirth, Verfasser des umfangreichen Artikels, fragt: „Alois Schwarz also zu groß für die kleine Diözese St. Pölten, zu groß für Österreich?“
Irmgard Bayrhofer, Vorsitzende des Betriebsrates der diözesanen Zentralstellen, und Anna Rosenberger, Vorsitzende der Frauenbewegung, sehen derzeit Anzeichen, die Hoffnung geben.
Der derzeitigen Informations-und Kommunikationsstrategie der Diözese wird kein gutes Zeugnis ausgestellt. Schlusssatz des Beitrags in der „Presse“: „Insgesamt also viel Luft nach oben in der Diözese eines Problem-Bischofs.“
Im Artikel nicht erwähnt wird das wichtigste von Bischof Schwarz übergangene Gremium: das Domkapitel. Dieses ist kirchenrechtlich das höchste Beratungs- und Entscheidungsgremium der Diözese.
In Kärnten war das Domkapitel zuletzt der größte Widersacher von Bischof Schwarz.


„Schwarzes“ Niederösterreich benachteiligt Pfarrkindergärten,                    „rotes“ Wien nicht

In Niederösterreich haben die von Land und Gemeinden finanzierten öffentlichen Kindergärten eine wesentlich bessere finanzielle Ausgangsbasis als private Kindergärten. Nach dem Entfall von bisher jährlich 390.000 Euro Subvention durch die Erzdiözese Wien (zu der auch die in NÖ liegenden Vikariate unter dem Wienerwald und unter dem Manhartsberg gehören) ab Herbst 2022 hat Michael Prüller, der Sprecher von Kardinal Christoph Schönborn, am Freitag zwei verschiedene Szenarien dargelegt: Mehrere Pfarren hätten sich für die Überführung ihres Kindergartens in öffentliche Trägerschaft entschieden - etwa der Domkindergarten in Wiener Neustadt; vier Pfarren arbeiten an einem Konzept, das das Weiterbestehen ihrer Kindergärten über das "Schicksalsjahr" 2022 hinaus sichern soll. 
In der Stadt Wien sieht die Sache anders aus, so der Diözesansprecher: Die in der St. Nikolausstiftung der Erzdiözese zusammengefassten Kindergärten kämen ohne Subvention seitens der Erzdiözese aus und könnten daher sogar expandieren. Derzeit gehören rund 90 Kindergärten und Horte zur Stiftung, in denen rund 6.350 Kinder im Alter von 1 bis 10 Jahren von ca. 1.150 MitarbeiterInnen betreut und begleitet werden. In den nur mehr neun verbliebenen kirchlich getragenen niederösterreichischen Pfarrkindergärten stehen derzeit 420 Plätze zur Verfügung.

Proteste katholischer Krippen und Kindergärten in Italien

Katholische Kindergärten in Italien haben am 19. April eine landesweite Protest- und Unterschriftenaktion für mehr öffentliche Unterstützung begonnen. Die jahrzehntelange finanzielle Ungleichbehandlung von Vorschulen in freier Trägerschaft gegenüber öffentlichen habe in der Pandemie fatale Folgen. Viele Einrichtungen stünden kurz vor dem Aus, heißt es in einer Erklärung des Verbandes katholischer Kindergärten FISM.
Dem Verband gehören landesweit rund 9.000 Einrichtungen an. In ihnen betreuen rund 40.000 Mitarbeiterinnen insgesamt 450.000 Kinder. Auch Einrichtungen anderer freier Träger haben sich der Aktion angeschlossen.
 

Glettler kritisiert "Manipulation" in Sterbehilfe-Umfrage 

Mit scharfer Kritik an einer Umfrage zum Thema Sterbehilfe hat sich Bischof Hermann Glettler zu Wort gemeldet. Die in der Vorwoche von Medien verbreiteten Ergebnisse einer Befragung, der zufolge sich 80 Prozent der Österreicher für Sterbehilfe ausgesprochen hätten und Liberalisierungsschritte eindeutig befürworteten, seien „Propaganda" und „Manipulation", warnte der Referatsbischof für Lebensschutz in der Österreichischen Bischofskonferenz in der "Tiroler Tageszeitung". "Mehr Nachdenklichkeit und weniger Ideologie" seien in der laufenden Debatte vonnöten. Glettler spricht von „suggestiven Fragen“.
Auch Ärztekammer kritisch
Kritik an der ÖGHL-Umfrage hatte zuvor auch der ehemalige Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖAK), Otto Pjeta, geäußert. Die als „Studie" bezeichneten Umfrageergebnisse seien in der Berichterstattung viel zu wenig kritisch überprüft worden - in Blick auf den Auftraggeber und auch auf die schwerwiegenden Folgen, schrieb der nunmehrige ÖAK-Seniorenreferent vergangene Woche in einem Leserbrief an die „Presse". Ob tatsächlich 80 Prozent der Österreicher assistierten Suizid und 57 Prozent dessen Durchführung durch Vereine befürworteten, sei fraglich.
 

Statistik 2020: Gut 4.500 Ordensleute wirken in Österreich

Die Zahl der Ordensangehörigen in Österreich ist weiter leicht rückläufig. Das geht aus einer aktuellen Statistik für das Jahr 2020 hervor, die die Österreichische Ordenskonferenz am 23. April veröffentlichte. Mit Stichtag 1. Jänner 2021 gab es demnach in Österreich exakt 4.507 Ordensleute. (2019 waren es 4.691.) In Österreich gibt es 106 Frauenorden mit insgesamt 2.944 Schwestern sowie 86 Männerorden mit 1.563 Patres und Brüdern.
Die Hauptursache für den Rückgang liegt in der Altersstruktur der Ordensangehörigen, vor allem bei den Frauenorden: 61 Prozent der Ordensschwestern sind mindestens 75 Jahre alt. Bei den Männerorden liegt der Anteil in dieser Altersgruppe bei 30 Prozent.
27 Ordensleute an Corona verstorben
Präsentiert wurden die Zahlen im Rahmen einer Online-Pressekonferenz von Sr. Christine Rod, Generalsekretärin der Österreichischen Ordenskonferenz. Sie berichtete u.a. auch, dass 2020 528 Ordensleute an Corona erkrankten, 27 davon starben. Rod: „Elf Prozent aller Ordensleute hatten demnach Corona, das ist mehr als in der Gesamtbevölkerung mit sieben Prozent." Zu erklären sei dies damit, dass die Ordensleute in ihren Klöstern und sonstigen Niederlassungen in Gemeinschaft zusammenleben. Österreichweit gibt es 454 Niederlassungen. 

Bischof kämpft gegen Umweltkatastrophe im Niger-Delta 

Hyacinth Egbebo (65), seit vier Jahren der erste Bischof der Diözese Bomadi, hat die nigerianische Regierung aufgefordert, dem Raubbau und der Umweltverschmutzung in der Niger-Delta-Region ein Ende zu setzen, wie das Portal „VaticanNews"  berichtete. Die dort operierenden Ölfirmen zerstörten die Lebensgrundlage vieler Menschen. 
Das Ausmaß der Ölverschmutzungen sei so groß, dass viele Einwohner an Krebs erkrankt und gestorben seien, klagte Bischof Egbebo. Auch Tiere und die Umwelt seien durch giftige Rohölabfälle und andere Chemikalien, die bei Ölbohrungen verwendet würden, in große Mitleidenschaft gezogen. Das Wasser sei verschmutzt, Fische und andere Wasserorganismen stürben, was die Lebensgrundlage der lokalen Fischer zerstöre. 
Die Ölfirmen zeigten sich bei all dem unempfindlich gegenüber der Situation der Lokalbevölkerung, berichtete der Bischof weiter. Neben der Umweltverschmutzung durch leckende Lastkähne zerstörten sie durch ihre Aktivitäten die Fischernetze und Kanus. Um Anwohner einzuschüchtern, werde sogar Militärpersonal eingesetzt. 
Dass die Ölwirtschaft den Menschen vor Ort nicht zugutekommt, sondern ihnen sogar schadet, sieht der Bischof als Skandal: „Von Ojobo bis Ayakoromo gibt es über 100 Gemeinden, und sie haben kein Trinkwasser, keinen Strom und keine Straßen. Aber das ist der Ort, wo der Reichtum der Nation herkommt", brachte es Bischof Egbebo auf den Punkt. Das Gebiet als Route für den Export von Rohöl zu nutzen, ohne dort echte Entwicklung voranzutreiben, sei ethisch falsch. 
Foto: Video der Diözese Bomadi. 

Sinai: IS-Terroristen ermorden einen koptischen Christen

Die koptisch-orthodoxe Kirche in Ägypten hat die Ermordung eines ihrer Gläubigen durch die Terrorgruppe „Islamischer Staat" (IS) betrauert. Akte wie jene des IS erhöhten „nur unsere Entschlossenheit und unser Insistieren, unsere kostbare nationale Einheit zu bewahren", heißt es in einer Stellungnahme der Kirche.
Die Kirche würdigte den Getöteten laut Berichten als Märtyrer, der seinem Glauben bis in den Tod treu geblieben sei.
Bei dem Opfer handelt es sich demnach um den 62-jährigen koptisch-orthodoxen Christen Nabil El-Habaschi, der laut Kirchenangaben fünf Monate vom IS gefangen gehalten wurde. Ein vom IS veröffentlichtes Video zeigt die Hinrichtung des Mannes in der Stadt Bir El-Abd im nördlichen Sinai, wo in der Vergangenheit mehrfach tödliche Terroranschläge verübt wurden.
Ein IS-Mitglied begründete die Ermordung laut Bericht in dem Video mit der Kooperation El-Habaschis mit der ägyptischen Armee. El-Habaschi habe an der Errichtung einer Kirche in Bir El-Abd mitgewirkt, die im Kampf gegen den IS mit der Armee und dem ägyptischen Geheimdienst kooperiere. Ferner riefen die Terroristen in dem Video zu einem Kreuzzug gegen Christen auf.
Kairoer Al-Azhar-Moschee kondoliert der Trauerfamilie
Die Kairoer Al-Azhar-Moschee hat die Hinrichtung des Christen verurteilt. Die Tat bestätige, dass „diesen terroristischen Gruppen das niedrigste Maß an Menschlichkeit fehlt".
Al-Azhar-Untersekretär Mohammed al-Dhawani sprach der Familie des 62-jährigen Opfers sein Beileid aus und bezeichnete die Ermordung als Schande für die Menschheit.
Ein Sohn des Ermordeten forderte laut Bericht des koptischen Portals „Watani" von den ägyptischen Behörden die Auffindung und Überführung der Leiche.
Am Montag hatte das ägyptische Innenministerium mitgeteilt, dass drei mutmaßlich an der Tat beteiligte Terroristen bei einem Schusswechsel mit ägyptischen Sicherheitskräften getötet wurden. Sie hatten demnach weitere Anschläge auf koptische Einrichtungen und Gotteshäuser geplant.

Pilger-Hospiz in Jerusalem korrigiert Falschmeldungen

Das Österreichische Pilger-Hospiz in Jerusalem kann vermutlich erst Mitte Juli wieder aufsperren. Das berichtet dessen Rektor Markus St. Bugnyár in einem Rundschreiben. Gleichzeitig nahm er zu Falschmeldungen und Gerüchten Stellung, die aktuell die Runde machen:
„Israel erlaubt ab dem 23. Mai wieder Gruppenreisen in das Heilige Land.
Das bedeutet NICHT, dass Sie ab diesem Zeitpunkt einreisen können.
Der 23. Mai bezieht sich ausschließlich auf
a) Gruppenreisen aus ausgewählten Ländern, die mit einer israelischen Agentur hier unterwegs sein werden.
b) Teilnehmen dürfen voll-umfänglich Geimpfte bzw. Genesene, die das nachweisen können, durch einen Impfpass / einen Grünen Pass / ein äquivalentes Zertifikat.
c) Sie müssen sich DENNOCH und zusätzlich vor Ihrem Abflug PCR-testen lassen; ebenso bei Ihrer Ankunft hier.
d) Alle im Ausland Geimpften sind bei Ankunft am Flughafen Tel Aviv zu einem serologischen Bluttest zum Nachweis von Antikörpern verpflichtet.
e) Dazu wird es Schnelltests geben und nur einzelne Länder sind hier ausgenommen: aktuell Griechenland und Zypern.
f) Ihre Agentur muss Ihre Reiseroute vorab genehmigen lassen.
g)  Mittels einer Handy-App wird die Einhaltung der Reiseroute begleitet.
Sie sehen also: Es ist verfrüht, eine Individualreise aus Österreich für quasi jetzt zu planen / zu buchen.
 
Jetzt im Moment haben wir nur unser Café Triest geöffnet, das von einheimischen Gästen besucht wird. Jetzt im Ramadan natürlich nochmals weniger.
 Sie sehen also: Eine Reise hierher ist alles andere als unkompliziert. So verstehen Sie auch besser, weshalb wir nach wie vor auf Ihre Spende angewiesen sind.
 Ich muss es leider so deutlich sagen: Alle anderen Informationen zu diesem Thema sind unvollständig, um nicht zu sagen: schlicht falsch.“
 

US-Bischöfe tadeln und loben Präsident Biden

Die katholische Kirche in den USA hat sich über die Ankündigung von Präsident Joe Biden enttäuscht gezeigt, die Obergrenze für die Aufnahme von Flüchtlingen vorerst nicht zu erhöhen. Die geltende Anzahl der Flüchtlinge sei „keine angemessene Antwort auf den immensen Bedarf", sagte der Vorsitzende des Ausschusses für Migration der US-Bischofskonferenz (USCCB), Mario Dorsonville. Die Bischöfe erwarteten, dass die US-Regierung wieder ein "gerechtes Niveau" von 125.000 Flüchtlingen pro Jahr festlege, betonte der Washingtoner Weihbischof.
Im Zeitraum von 1. Oktober 2020 bis 30. September 2021 gilt eine Obergrenze von 15.000 Flüchtlingen. Diese hatte Ex-Präsident Donald Trump festgelegt. Biden hatte bei seinem Amtsantritt versprochen, bis zu 62.500 Flüchtlinge pro Jahr aufzunehmen.
Vergangene Woche hatten rund 300 US-Sheriffs aus 39 US-Bundesstaaten Biden in einem Brief aufgefordert, den Flüchtlingsstrom einzudämmen. Nach Angaben der Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, will der Präsident „bis zum 15. Mai eine endgültige, erhöhte Flüchtlingsobergrenze für den Rest dieses Steuerjahres festlegen".
Kritik an Forschung mit fötalem Gewebe
Die katholische US-Bischofskonferenz kritisiert das Aus für die Einschränkungen bei staatlich finanzierter Forschung mit Gewebe abgetriebener Föten. Die Körper von Kindern, die durch Abtreibung getötet werden, „verdienen den gleichen Respekt wie der jedes anderen Menschen", erklärte der Vorsitzende der Lebensschutz-Kommission der Bischöfe, Erzbischof Joseph Naumann von Kansas City (Dienstag Ortszeit). Die US-Regierung dürfe solche Forschung nicht finanzieren; es gebe andere effektive Forschungsmethoden und klinische Behandlungen.
Mit der Aufhebung der von seinem Amtsvorgänger verhängten Beschränkungen setzt Biden ein Versprechen aus dem jüngsten Präsidentschafts-Wahlkampf um. Die neuen Regeln des National Institutes of Health erlauben Forschern, für die Entwicklung von Medikamenten gegen Diabetes, Krebs, Aids oder Corona auf Gewebe von freiwillig abgetriebenen Föten zurückzugreifen.
Bidens Öko-Kurs wird begrüßt
US-Bischöfe unterstützen Bidens zweitägigen virtuellen Klimagipfel und begrüßen den neuen Öko-Kurs. Unter Barack Obama hatten sich die USA zum Ziel gesetzt, die Emissionen bis 2025 um bis zu 28 Prozent unter das Niveau von 2005 zu senken. Trump vollzog eine radikale Wende und protegierte die fossile Brennstoff-Industrie.
So mahnte der Bischof von San Diego, Robert McElroy, dass Umweltbewusstsein von der Einstellung abhänge: „Eine Lebensweise, die Opfer erfordert." Besonders für mächtige Nationen wie die USA sei es erforderlich, etwas am Lebensstil zu verändern, sagte McElroy, der als einer von zwei US-Bischöfen an der Amazonas-Synode 2019 teilnahm.
Der Bischof von Lexington in Kentucky, John Stove, erinnerte an die Warnung von Papst Franziskus, sich „auf rein technische Lösungen für ökologische Herausforderungen zu verlassen". Damit prangerte er eine gesellschaftliche Tendenz an, weiter alles wie gewohnt zu konsumieren und gleichzeitig die Umwelt retten zu wollen.
 

Philippinische Kirche protestiert gegen neue Lizenzen im Bergbau

Die katholische Kirche auf den Philippinen verurteilt die erneute Lizenzvergabe für Bergbau-Unternehmen durch Präsident Rodrigo Duterte. „Diese Entscheidung nutzt nur den Interessen der Unternehmen, nicht aber denen der Menschen und besonders nicht denen der armen und marginalisierten Gruppen", zitierte der asiatische Pressedienst „Ucanews" Bischof Jose Collin Bagaforo. Dem Chef des katholischen Hilfswerks Caritas Philippinen zufolge „stellt die Regierung Partikularinteressen und Profit über das Leid der Menschen und die Ökologie". Neun Jahre lang hatte die Regierung neue Lizenzen für Minen mit einem Moratorium ausgesetzt.
Der emeritierte Bischof Arturo Bastes warf der Regierung „Unterwürfigkeit" gegenüber ausländischen Unternehmen, besonders solchen aus China, vor. „Die Philippiner kriegen nur einen mickrigen Geldbetrag, von dem sich das meiste korrupte Beamte in die Taschen stecken", so Bastes gegenüber „Ucanews".
Durch die Aufkündigung des noch von Dutertes Vorgänger Benigno Aquino erlassenen Moratoriums erwarten die Philippinen Investitionen in Höhe von vier Milliarden US-Dollar durch drei Bergbauunternehmen. Das bringe dem Land Steuereinnahmen von 800 Millionen US-Dollar und 400 Millionen US-Dollar für Entwicklungshilfeprojekte, sagte der Präsidentensprecher Harry Roque in philippinischen Medien.

Concordia-Hilfswerk nun auch im Kosovo aktiv

Das Hilfswerk Concordia hat seine Aktivitäten geografisch ausgeweitet und ist seit Kurzem neben Rumänien, Moldawien und Bulgarien auch im Kosovo tätig. In der Kleinstadt Prizren hat Concordia vor kurzem die Trägerschaft über ein Bildungszentrum für armutsgefährdete Kinder und Jugendliche übernommen. „Es erfüllt mich mit innerer Freude, dass wir unserer ursprünglichen Vision treu bleiben und nun auch im Kosovo vor allem jene unterstützen, die am meisten gefährdet sind", so P. Markus Inama, Vorstandsmitglied von Concordia, in einer Aussendung am Mittwoch.
Sozial- und Bildungszentrum
Das Sozial- und Bildungszentrum befindet sich im Stadtteil Tranzit, in dem vorwiegend Roma-Familien der Bevölkerungsgruppe der Ashkali leben. Ihnen mangele es oft an den einfachsten Dingen, so Concordia.
Die Anfänge des Zentrums liegen schon einige Jahre zurück: 2016 begannen unter der Leitung zweier Jesuiten Schülerinnen und Schüler des an Tranzit angrenzenden Loyola-Gymnasiums mit den Familien im Viertel Kontakte zu knüpfen und ein Freizeit-Programm für die Kinder anzubieten. Aus den Freizeitaktivitäten, die anfangs ausschließlich im Freien stattfinden konnten, wurde ein Bildungszentrum mit geregelten Öffnungszeiten, Lernbetreuung und einer Musikschule mit eigenem Kinderorchester.
Das Zentrum sei für viele Kinder der einzige soziale Anknüpfungspunkt außerhalb der Familie, erklärte P. Inama, „ein Ort der Begegnung und des interkulturellen Austauschs. Morgens finden interreligiöse Zusammenkünfte statt, Toleranz und Offenheit wird hier gelebt."
Extrem arme Kinder
Die Kinder, die im „Concordia Tranzit Centre" betreut werden, kommen aus extrem armen Verhältnissen. Nach Angaben des UNICEF-Büros in der kosovarischen Hauptstadt Pristina lebt jedes fünfte Kind im Kosovo in Armut. Mehr als 60 Prozent der Kinder der Roma und Ashkali leben in absoluter Armut, über 30 Prozent in extremer Armut. 
Der 1991 vom österreichischen Jesuiten Georg Sporschill gegründete Verein Concordia betreibt zahlreiche Hilfsprojekte in Rumänien, Bulgarien und der Republik Moldau. Und nun auch im Kosovo. Mit P. Inama ist nach wie vor ein Jesuit Teil des Leitungsteams. Jedes Jahr kann Concordia rund 8.000 Menschen erreichen. Finanziert wird Concordia zum überwiegenden Teil aus Spenden..

Sternsinger „ersangen" 2021 trotz Corona 13,4 Millionen Euro

Die Dreikönigsaktion (DKA) der Katholischen Jungschar hat das Ergebnis ihrer diesjährigen Sternsingeraktion bekanntgegeben: Genau 13.371.855,90 Euro nahmen die 85.000 als Könige Kaspar, Melchior und Balthasar verkleideten Kinder bei der österreichweiten Spendenaktion rund um Jahresbeginn 2021 ein. 
Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Spendenrückgang von 5 Millionen Euro, teilte die Dreikönigsaktion (DKA) der Katholischen Jungschar am Dienstag mit. Die Vorzeichen mit Pandemie und Weihnachtslockdown hätten nicht schlechter sein können, es sei daher „ein - unter diesen Umständen - fantastisches Ergebnis", meinte Teresa Millesi, die Vorsitzende der Katholischen Jungschar zum Spendenminus. Nachsatz: Man habe „mit Schlimmerem gerechnet".
Die Spendengelder kommen in jährlich rund 500 Hilfsprojekten in 20 Ländern in Afrika, Asien und Lateinamerika zum Einsatz. Wie Österreich habe die Pandemie auch die Partnerländer der Dreikönigsaktion hart getroffen, so die DKA. 
Anders als in Österreich gibt es in Ländern des Globalen Südens kaum Unterstützungsprogramme vonseiten der Regierungen: Eine „Kurzarbeitsregelung" oder "Umsatzentschädigung" können sich die Staatshaushalte schlicht nicht leisten. „Menschen sind auf ihre eigenständige Arbeit angewiesen und brauchen daher mehr denn je finanzielle Hilfe von außen", mahnte Millesi.
Österreichweites Minus
Ein Blick in die Detailauflistung nach Diözesen zeigt, dass es die meisten Spenden in Oberösterreich mit 3 Millionen gab (2020: 3,68 Mio. Euro, -18 Prozent), gefolgt von der Erzdiözese Wien mit 2,3 Millionen Euro (2020: 2,75 Mio. Euro, -15 Prozent) und der Diözese Graz-Seckau mit 2 Millionen (2020: 3,26 Mio. Euro, -38 Prozent). In der Diözese Innsbruck wurden 1,16 Mio. Euro (-36 Prozent) eingenommen, während die Erzdiözese Salzburg mit rund 1 Mio. Euro (-46 Prozent) das größte Minus bilanzierte. Die Diözese Eisenstadt sammelte 707.817 Euro und verzeichnete mit 7 Prozent den geringsten Rückgang. In der Diözese Feldkirch nahmen die Sternsinger Spenden in der Höhe von 745.998 Euro (-23 Prozent) ein, in der Diözese Gurk-Klagenfurt 1,1 Mio. Euro (-27 Prozent) und in der Diözese St.Pölten 1,2 Mio. Euro (-24 Prozent). Ein Minus von über 27 Prozent gab es auch bei den Online-Spenden, wo die Sternsingeraktion 2021 53.487 Euro einnahm (2020: 73.549).

Kurznachrichten

Vatikan. Zum ersten Mal gibt es an einer Päpstlichen Universität in Rom das vom Heiligen Stuhl anerkannte Lizentiat für „Jüdische Studien und jüdisch-christliche Beziehungen“. Der kirchlich anerkannte akademische Grad ist ein interdisziplinärer Abschluss der Universität Gregoriana und auf zwei Jahre angelegt. 

 

Lateinamerika. Die Bischofskonferenzen von Brasilien, Peru und Venezuela haben ihre Landsleute aufgerufen, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen. Politiker wie Brasiliens Präsident Bolsonaro äußern sich impfkritisch.

 

Jordanien. Die Regierung hat ihren Beschluss bekräftigt, Gebete in Moscheen und Kirchen des Landes unter Einhaltung der Coronavirus-Schutzmaßnahmen auch während des teilweisen oder vollständigen Lockdowns zu gestatten. 

 

In Italien hat der Tod von mehr als 100 Bootsmigranten vor der libyschen Küste  Trauer und Entsetzen ausgelöst. Die katholische Gemeinschaft Sant'Egidio ppellierte an die zuständigen Behörden, alles zu tun, um in Seenot geratene Migranten zu retten. Zudem müssten mehr legale Einreisemöglichkeiten in die EU geschaffen werden.

Lesotho. Kardinal Sebastian Koto Khoarai, der erste und einzige Kardinal seines Landes, ist im Alter von 91 Jahren gestorben. Das Königreich Lesotho ist eine Enklave in der Republik Südafrika und zählt rund zwei Millionen Einwohner. Knapp 60 Prozent davon leben nach Weltbank-Angaben in Armut. 

 

Luxemburg. Bei der traditionellen Marien-Wallfahrt in der Erzdiözese Luxemburg wird in diesem Jahr erstmals eine Frau als Oktavpredigerin sprechen. Kardinal Jean-Claude Hollerich beauftragte die Pastoralreferentin Milly Hellers mit den Predigten.

 

 


Deutschland. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, wünscht sich in der katholischen Kirche eine intensive Auseinandersetzung über den Wunsch homosexueller Paare nach kirchlicher Segnung ihrer Partnerschaft. 


Österreich

Niederösterreich. Der nach einer päpstlichen Visitation des Stiftes Klosterneuburg von Rom als dessen Leiter verordnete Kurienbischof Josef Clemens hat Gregor Henckel-Donnersmarck (78), Altabt des Stiftes Heiligenkreuz, dort als Administrator eingesetzt.

 

Wien. Erstmals ist eine Delegation der Österreichischen Bischofskonferenz zu einem Spitzengespräch mit „NEOS - Das Neue Österreich und Liberales Forum" zusammengetroffen. 

 

Wien. Mit weniger Personal, aber ihrem Gründungsauftrag nach wie vor treu, soll die reformierte Katholische Sozialakademie (ksoe) künftig tätig sein. Das hat der derzeitige interimistische Direktor Markus Schlagnitweit im Rahmen eines „Online Jour fixes" des Verbandes Katholischer Publizisten betont. 

 

Steiermark. Die „Weizer Pfingstvision" will heuer Lebensmut einimpfen. Viele Menschen weltweit würden „erkennen, dass es nicht mehr möglich ist, in gewohnten Mustern und Routinen weiterzumachen". Dies führe zur Frage: „Wie gelingt es einzelnen und der Gesellschaft heute, trotz (oder sogar wegen) Corona zu Lebensmut und positiver Einstellung zu kommen?"

 

Tirol. Ein Schülerteam der Absamer Fachberufsschule für Holztechnik hat den neuen Volksaltar in der Innsbrucker Landhauskapelle gestaltet.

Prominente sprechen über ihre Beziehung zum Gebet

Der britische Musiker und Komponist Sting, katholisch erzogen, meditiert und betet oft - dabei braucht er nicht die Institution Kirche, um sich „mit dem Spirituellen zu verbinden". „Immer wenn ich Musik spiele, nähere ich mich einem Zustand der spirituellen Erfüllung an. Das ist meine Religion." Allerdings liebt es der Brite, in Kirchen aufzutreten. Gern würde er auch einmal im Kölner Dom oder in Notre Dame spielen, hat er der „Welt am Sonntag" verraten.

Eine für manche gewöhnungsbedürftige Art des Betens beschreibt der italienische „Neujahrskonzert-Dirigent" Riccardo Muti, für den Musizieren wie Beten ist. Die Italiener, so berichtet er, sprächen direkt zu Gott und den Heiligen - wie zu realen Personen und auf Augenhöhe. „Wir beleidigen sie auch."

Die Zeitung hat zum Osterfest zwölf prominente Männer und Frauen zu ihrem Verständnis vom Beten befragt. Und zeigt dabei, wie unterschiedlich die Herangehensweisen sind. Die beiden Kardinäle Reinhard Marx und Paul Josef Cordes sowie die Franziskanerin Katharina Ganz stützen sich vor allem auf die vorgeschriebenen täglichen Gebetspflichten wie das Stundengebet. 

Der emeritierte Kurienkardinal Cordes braucht feste Rituale: „Ich merke an mir, dass ich mich festlegen muss. Wenn ich mich auf meine Spontaneität verlasse, unterbleibt das Gebet." Franziskanerin Ganz betont zugleich das spontane Gebet im Alltag, zwischen Tür und Angel: „vor einer wichtigen Sitzung, vor einer schwierigen Besprechung, wenn ich eine Treppe steige, bevor ich eine Tür öffne...". Für den Münchner Kardinal Reinhard Marx gehört „Beten zu meinem Leben wie Essen und Trinken oder wie Atmen".

Für Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ist das Gebet - nach dem Tod seiner Mutter - wieder fester Bestandteil seines Lebens geworden. TV-Nachrichtensprecher Constantin Schreiber tut sich dagegen schwer mit der Vorstellung, über Gebete eine Verbindung zu Gott aufzubauen. „Für mich sind Momente der Spiritualität bisher vor allem bestimmte Naturerlebnisse, die ich fernab von der Zivilisation erlebe." 

Die Schriftstellerin Felicitas Hoppe, die in Wien im Rahmen der Poetikvorlesungen an der Katholisch-Theologischen Fakultät zu hören war, würde sich selbst nicht als stille Beterin bezeichnen. Sie bevorzugt eher das - aus voller Kehle mitgesprochene - gemeinschaftliche Gebet oder den Gesang. Vertraut ist der Büchnerpreisträgerin allerdings das Stoßgebet als Hilferuf oder Bannformel: „Ich bin klaustrophobisch, und wenn ich in einem Fahrstuhl steckenbleibe, hilft nur noch Beten", sagt sie. „Ein Arzt würde sagen: Einatmen, ausatmen, bis Hundert zählen." Ich dagegen bete das Vaterunser, bis der Techniker kommt."

„Es versteht sich von selbst, dass ich nicht mit Jeans und offenem Hemd vor Gott trete - weder in der Kirche, noch zu Hause." Wolfgang Grupp, Inhaber des Textilunternehmens Trigema, wahrt auch beim Beten die modische Etikette. Jeden Morgen zieht sich der frühere Schüler des Jesuitenkollegs Sankt Blasien im Schwarzwald in die hauseigene Kapelle unterm Reetdach zurück, um sich zu besinnen, Dank zu sagen und der Verstorbenen seiner Familie zu gedenken.

Der frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Wolfgang Huber, empfindet durchaus, dass er beim Beten eine Antwort von Gott bekommt. Durch Beten könnten sich ausweglos erscheinende Situationen öffnen. Die Gegenwart Gottes könne helfen, über Ratlosigkeit hinauszukommen. „Für andere zu beten hilft, sich in die Schuhe des anderen zu stellen", so der frühere Berliner Bischof. „Wenn ich für andere bete, prägt dies auch mein Verhältnis zu ihnen." Eine solche Verbundenheit sei gerade in Zeiten des Lockdowns wichtig.

Auch das noch...

In jedem dritten Land wird Religionsfreiheit verletzt

Das internationale päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not" hat  in Rom einen neuen Bericht zu „Religionsfreiheit weltweit" veröffentlicht. Demnach gibt es in 62 von 196 untersuchten Ländern schwerwiegende Verstöße gegen dieses Menschenrecht. In den meisten von ihnen habe sich die Lage im Beobachtungszeitraum von August 2018 bis November 2020 verschlechtert.
In 30 Ländern wurden demnach Menschen aus Glaubensgründen ermordet. In jedem fünften Land mussten Menschen, die ihre Religionsgemeinschaft verlassen, mit massiven rechtlichen oder sozialen Konsequenzen rechnen.
Zu den schwersten Rechtsverletzern zählten einige der bevölkerungsreichsten Staaten der Erde, darunter China, Indien, Pakistan, Bangladesch und Nigeria.
 

Verwundete armenische Soldaten werden nach Österreich geflogen

Der armenische Katholikos Karekin II. hat in seinem Amtssitz in Etschmiadzin bei Jerewan einige Soldaten empfangen, die im jüngsten Krieg gegen Aserbaidschan verwundet wurden. Die Soldaten werden in diesen Tagen für weitere medizinische Behandlungen nach Österreich reisen, wie die Armenische Kirche auf ihrer Website mitteilte. In Armenien seien alle Möglichkeiten bereits ausgeschöpft.
 

Seligsprechung von Kardinal Wyszynski 

Die wegen der Corona-Pandemie verschobene Seligsprechung des früheren polnischen Primas Kardinal Stefan Wyszynski (1901-1981) soll am 12. September stattfinden. 

Wyszynski leitete von 1948 bis 1981 die Polnische Bischofskonferenz und genoss auch als Gegenspieler des kommunistischen Regimes in Warschau hohes Ansehen. Zudem war er ein Förderer des jungen Krakauer Erzbischofs Kardinal Karol Wojtyla (1920-2005), der 1978 zum Papst gewählt wurde und als Johannes Paul II. entscheidend zum Sturz des Kommunismus beitrug. Auch Wyszynski wird von seinen Landsleuten hoch angerechnet, dass er die geistige Freiheit gegen die politischen Machthaber in Polen verteidigte. Die Kommunisten steckten ihn von 1953 bis 1956 ohne Prozess ins Gefängnis.

Bischof beklagt Vernachlässigung Mittelitaliens

Bessere Hilfen für das von langfristigen Erdbebenschäden geplagte Mittelitalien hat der Bischof von Rieti, Domenico Pompili, gefordert. Zusammen mit dem europäischen Recovery Fund als Pandemie-Hilfe sei für Zentralitalien eine Art „New Deal" nötig, so der Bischof in einem Interview der Zeitung "Il Messaggero".
Wie vielerorts hat die Pandemie nach Aussage von Pompili bestehende Probleme verschärft. Insgesamt herrsche eine Art Depression in den von mehreren Erdbeben getroffenen Regionen, weil der Wiederaufbau kaum vorankomme. Vor allem müsse der bürokratische Apparat dringend effizienter werden, forderte der Bischof. Bevölkerungsschwund und unzureichende Verkehrsinfrastruktur seien weitere Indizien der Krise im römischen Hinterland.
„Mittelitalien darf nicht zurückgelassen werden", sagte Pompili. "Hier sind die Wurzeln des Italienischen zu finden." Zwischen dem von Covid besonders stark getroffenen Norden und dem ärmeren Süden werde die Mitte des Landes oft vergessen.
 

Haiti: Dreitägiger Streik wegen Entführungen
Drei Geistliche wieder frei

Drei der sieben in Haiti entführten katholischen Geistlichen sind wieder frei. Das teilte der Sprecher der dortigen Bischofskonferenz, Loudger Mazile, laut Katholischer Nachrichten-Agentur KNA  mit. 
Insgesamt waren vor zehn Tagen zehn Personen, darunter auch Ordensmänner und -frauen, nahe der Hauptstadt Port-au-Prince entführt worden. Die drei Laien sowie die französischen Staatsbürger seien nicht unter den Freigelassenen. Die Entführer fordern eine Million Dollar Lösegeld. Die Polizei vermutet eine in der Region tätige bewaffnete Bande namens „400 Mawozo" hinter der Entführung.
Die katholische Kirche in Haiti hatte zuletzt zu einem dreitägigen  Streik aufgerufen, um Untätigkeit der Behörden und eine „Diktatur der Entführung" im Land anzuprangern. 
Aus Protest wurden in katholischen Kirchen mittags Gottesdienste gefeiert und Glocken geläutet. Bis Freitag blieben Schulen, Universitäten und andere kirchliche Einrichtungen geschlossen.