JA 

die neue Kirchenzeitung

25. September 2022 

Berufliche Schicksalsgenossen

Österreichs Kirche möchte „zukunftsfit“ werden. Zuletzt hat die Diözese St. Pölten eine Neustrukturierung bekannt gemacht und die Erzdiözese Salzburg einen ähnlichen Prozess gestartet.
Dabei ist die Bewältigung der Gegenwart schon schwer genug. Die Pandemie hat Gotteshäuser geleert, die durch den Ukraine-Krieg hervorgerufene Teuerungswelle – binnen 6 Monaten stieg allein der Brotpreis um 20 Prozent – verursacht eine neue Austrittswelle.
Wie kann es mit der Kirche weitergehen? In St. Pölten hat die ÖVP-nahe Kirchenführung den Bauernbund-Direktor um seine Meinung gebeten.  Die Kirchenzeitung "Kirche bunt" titelte: „Gesellschaftsfragen: Priester holten sich Tipps von Bauern".



Na ja, nicht ganz freiwillig, denn für die zuhörenden Priester war es eine Pflichtveranstaltung. Und so mancher hätte wohl gern auch den Vertreter anderer Parteien vernommen.
Andrerseits aber auch nicht ganz unlogisch: Bauern und Priester sind Schicksalsgenossen. Beide Berufsgruppen schmelzen dahin. Hier wie dort: Mangel an einer Zukunftsvision. 
Immer mehr Bauern verlassen ihre Höfe. Immer weniger wollen  Priester werden und in Pfarrhöfe einziehen.
Folgerichtig könnte auch ein Bischof bei einem ÖVP-Parteitag auftreten und dann die Kirchenzeitung berichten lassen: „Gesellschaftsfragen: Bauern holten sich Tipps von Priestern“.   P. Udo

Bischof von Odessa: Teilmobilisierung enttarnt Putins „Lüge"

Mit der Teilmobilisierung Russlands durch Präsident Wladimir Putin stürzt nach Aussage des Bischofs von Odessa, Stanislaw Szyrokoradiuk, ein „Lügengebäude" zusammen: „Nicht nur die ganze Welt versteht nun klar, was Putins Absicht ist, sondern auch sein eigenes Land. Sprach man dort früher nur von einer Spezialoperation, der man in Russland zustimmen konnte, so begreifen die Jugendlichen nun, dass sie in einen Krieg ziehen müssen, und dass dieser Krieg ein Verbrechen ist. Die Proteste in vielen russischen Städten zeigen, dass etwas in Bewegung kommt", so der katholische Oberhirte der Schwarzmeer-Stadt am Donnerstag im Interview mit Kathpress.
Szyrkoradiuk hatte erst am Dienstag wegen seiner Teilnahme am Medjugorje-Friedensgebet Wien besucht und sich zuvor auch gegenüber Journalisten zur Lage in der Ukraine geäußert.
„Keine Befreiung, sondern Völkermord“
Auch bei diesem Anlass bezichtigte der Bischof den russischen Präsidenten der Lüge, etwa wenn dieser eine „Befreiung der in der Ukraine lebenden Russen" als Begründung für die „Spezialoperation" nenne. Was in der Ukraine geschehe, sei „keine Befreiung, sondern Völkermord" und Putin ein „Kriegsverbrecher", dessen Treiben vom restlichen Europa durch den Kauf von Öl und Gas gesponsert werde. Sanktionen seien deshalb berechtigt und notwendig, da sie der Kriegsfinanzierung Russlands ein Ende setzten.
Zwar sei in vielen Regionen der Ukraine früher eine „Russifizierung" forciert worden, weshalb viele Russen im Land lebten - in seiner Bischofsstadt Odessa beispielsweise rund ein Drittel der Bevölkerung, räumte der Bischof ein. Praktisch alle aus dieser Gruppe hätten sich jedoch infolge der russischen Invasion aufseiten der Ukraine positioniert, sähen sich nun als Ukrainer und würden nun auch für die Ukraine - und somit gegen Russland - kämpfen. „Putin hat, ohne dies gewollt zu haben, aus unserem Land jene Einheit gemacht, die vorher nie erreichbar schien", betonte Szyrokoradiuk. Die Ukraine verteidige ihre Heimat, während Russland nicht wisse, wofür es kämpfe.
Foto: Stanislaw Szyrokoradiuk: kathpress/Pernsteiner.
Ukrainische Behörden: 270 Sakralbauten durch Krieg beschädigt
Die russische Armee hat laut ukrainischen Angaben seit dem Überfall vor fast sieben Monaten mindestens 270 Kirchen und andere Religionsstätten im Land zerstört oder beschädigt. Nach Angaben des staatlichen Dienstes für ethnische Angelegenheiten und Gewissensfreiheit wurden 194 christliche sowie je fünf islamische und jüdische Bauwerke attackiert. Am häufigsten trafen die Angreifer demnach Gotteshäuser der ukrainisch-orthodoxen Kirche, die sich Ende Mai vom Moskauer Patriarchat losgesagt hatte: 136 Religionsstätten von ihr seien ganz oder teilweise zerstört worden.
Die meisten der 270 Sakralbauten befinden sich demnach in den Regionen Donezk (67) und Luhansk (58), gefolgt von den Regionen Kiew (43) und Charkiw (35). Nur in 10 der insgesamt 24 ukrainischen Verwaltungsbezirke seien bislang alle Religionsstätten vom Krieg verschont geblieben. Laut der Behörde sind 30 protestantische Gotteshäuser und 21 der eigenständigen (autokephalen) orthodoxen Kirche vollständig oder teilweise ruiniert. Auch vier römisch-katholische und drei griechisch-katholische Gebäude stehen auf ihrer Liste.
Weihbischof für Gebiet Donezk
Der Papst hat für das Gebiet Donezk im Osten der Ukraine einen neuen Weihbischof bestätigt. Wie das vatikanische Presseamt am Montag mitteilte, bestätigte Franziskus die Wahl des Salesianers Maksim Ryabukha (42) zum Weihbischof der ukrainisch-katholischen Kirche im Erzbischöflichen Exarchat Donezk. Wie alle katholischen Ostkirchen wählen auch die Ukrainer ihre Bischöfe selbstständig; der Papst muss die Wahl lediglich bestätigen.
Das Gebiet Donezk wird seit 2014 zu großen Teilen von prorussischen Milizen beherrscht. Unter den Christen sind im Gebiet Donezk die Russisch-Orthodoxen in der Mehrheit; rund 15.000 Menschen dort sind Katholiken des byzantinischen Ritus.
Kiewer Kathedrale wird wegen drohender Zerstörung digitalisiert
Der Krieg in der Ukraine beschäftigt auch Europas Dombaumeister. Die aus dem 11. Jahrhundert stammende Kiewer Sophienkathedrale soll im 3D-Format digitalisiert werden, kündigte der Vorsitzende der Europäischen Dombaumeister, Wiens Dombaumeister Wolfgang Zehetner, bei einer Tagung der Vereinigung im deutschen Greifswald an. Die Kiewer Dombaumeisterin habe dies auch mit Blick auf eine mögliche Zerstörung des Gotteshauses durch Kriegsbeschuss entschieden. Eine Digitalvorlage würde im Zweifelsfall eine Rekonstruktion „sehr erleichtern".
Kardinal Krajewski berichtet Papst über Gräuel in Ukraine
Der vom Papst in die Ukraine gesandte Kardinal Konrad Krajewski hat Franziskus von seiner Reise berichtet. „Er erzählte mir vom Leid dieses Volkes, von den grausamen Taten, den Ungeheuerlichkeiten, den gequälten Leichen, die sie finden", sagte der Papst am Mittwoch bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz. Weiter appellierte er an die Gläubigen: „Vereinen wir uns mit diesem edlen und gepeinigten Volk."
Krajewski, Leiter der Vatikanbehörde für Nothilfe, besucht die Ukraine zum vierten Mal seit Kriegsbeginn. Diesmal reiste er unter anderem auch nach Kiew, Odessa und Saporischschja. Am Samstag waren der Kardinal sowie ein katholischer und ein evangelischer Bischof beim Ausladen von Hilfsgütern bei Saporischschja unter leichten Beschuss geraten.
Sie hätten sich umgehend in Sicherheit gebracht und seien unverletzt geblieben, so Krajewski: „Zum ersten Mal in meinem Leben wusste ich nicht, wohin ich rennen sollte. Denn es reicht nicht, zu rennen. Man muss auch wissen, wohin man gehen soll."
 

Immer mehr Prominente unterstützen Theologen-Friedensaufruf

Immer mehr prominente Unterstützung für den vom Wiener Pastoraltheologen Paul Zulehner gemeinsam mit dem Prager Theologen Tomas Halik und der deutschen Bundesministerin a.D. Annette Schavan formulierten Friedensaufruf „Religionen - Hoffnung für eine taumelnde Welt": Der darin am 14. September festgehaltenen Überzeugung, angesichts der aktuellen Krisen brauche es mehr denn je den Schulterschluss der Religionsgemeinschaften und deren gemeinsamen Einsatz für Frieden, Versöhnung und Gerechtigkeit, schlossen sich mittlerweile Österreichs Altbundeskanzler Wolfgang Schüssel, der bayerische evangelische Landesbischof Heinrich-Bedford-Strohm, der US-Religionssoziologe Jose Casanova und der Vizepräsident des World Jewish Congress, Maram Stern, an.
Weitere Persönlichkeiten auf der im Internet einsehbaren Unterstützendenliste: Azza Karam, Generalsekretärin von Religions for Peace in New York, Alberto Melloni, Historiker in Bologna und Gründer der European Academy of Religion, Zbigniew Nosowski, Publizist und Co-Vorsitzender des Polnischen Rates der Christen und Juden, Hana Suchocka, ehemalige polnische Premierministerin, sowie der kanadische Religionsphilosoph Charles Taylor.
Aus Österreich scheinen u.a. der ehemalige Nationalratspräsident Andreas Khol, der Chefdirigent des Brucknerorchesters in Linz, Markus Poschner, der Sozialethiker Alexander Filipovic, der Präsident des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit, Martin Jäggle, die Pastoraltheologin Regina Polak, der sozial engagierte Jesuit P. Georg Sporschill und der Publizist Heinz Nussbaumer als Unterstützende auf.
 

Erstmals mehr Katholiken als Protestanten in Nordirland

In Nordirland leben erstmals seit 100 Jahren mehr Katholiken als Protestanten. Laut dem aktuellen Zensus sind 45,7 Prozent der Nordiren katholisch und 43,5 Prozent protestantisch, wie die Zeitung „The Independent" auf Basis der am Donnerstag veröffentlichten Volkszählungsdaten vom März 2021 berichtet. Damit bestätigt sich eine seit Jahren andauernde Entwicklung. Irland wurde 1921 nach dem irischen Unabhängigkeitskrieg in die Republik Irland und das von Großbritannien regierte Nordirland geteilt.
Die Volkszählung von 2011 verzeichnete noch 48 Prozent der Nordiren als protestantisch, was bereits fünf Prozentpunkte weniger als 2001 waren. Aktuell gehören 1,5 Prozent der Bevölkerung demnach anderen nichtchristlichen Religionen an. Als keiner Religion zugehörig bezeichneten sich 9,3 Prozent der Bürger, 5,6 Prozent mehr als 2011.
Die Zahlen zu Religion und nationaler Identität sind Teil der zweiten Datenrunde, die aus der Volkszählung 2021 veröffentlicht wird. Laut den im Mai herausgegebenen Daten hat Nordirland eine Rekordbevölkerung von mehr als 1,9 Millionen Bürgern. 
Als Reaktion auf die Ergebnisse forderte der Sinn-Fein-Abgeordnete John Finucane die irische Regierung auf, sich auf die "Möglichkeit eines Einheitsreferendums" vorzubereiten.

St. Pölten: Bischof ordnet die Zentralverwaltung neu
ÖVP-Bauernbund-Direktor referiert bei Priestertagung

Der Umbau der Diözese St. Pölten schreitet hurtig voran. Das am 31. August – nur noch digital – publizierte Diözesanblatt der Diözese St. Pölten veröffentlichte ein ab 1. September geltendes neues Statut der Diözesankurie. Es umfasst Neustrukturierungen und umfassende Namensänderungen. Das „Diözesanschulamt“ heißt etwa „Ressort Schulamt“.
Kritik daran wird nur unter der Hand geäußert.
In den „Allgemeinen Bestimmungen“ heißt es:
§ 1. Die hier vorgelegte Neuordnung erlässt der Diözesanbischof von St. Pölten kraft seiner bischöflichen Leitungsvollmacht als Statut der Diözesankurie im Sinne von can. 94 CIC. Eine Abänderung der darin enthaltenen Normen ist nur mit ausdrücklicher Zustimmung des Diözesanbischofs möglich und im Diözesanblatt zu veröffentlichen.
§ 2. Mit Inkrafttreten dieses Statuts der Diözesankurie werden all jene diözesanen Bestimmungen oder Gewohnheiten aufgehoben, die dieser Neuordnung widersprechen.
§ 3. Dieses Statut gibt einen verbindlichen Rahmen zur Struktur der Zentralstellen der Diözese St. Pölten vor.
Die Ausgestaltung der inneren Arbeitsweise der einzelnen Einrichtungen kann durch Statuten, Vereinbarungen etc. näher geregelt werden. Die bisher verwendeten Statuten sind bis 31. August 2023 an diese Neuordnung anzupassen, ansonsten sind diese aufgehoben.
ÖVP-Bauernbund-Direktor referiert bei Priestertagung
Die diesjährige Priesterfortbildungswoche der Diözese St. Pölten fand vom 19. bis zum 23. September im Bildungshaus St. Hippolyt statt. Das Thema lautet „Heute Pfarrer sein – der priesterliche  Dienst in der pastoralen Situation unserer Diözese“.
Verpflichtet zur Teilnahme waren die Priester, deren Familiennamen mit den Buchstaben A bis G beginnen, vom vollendeten 5. Priesterjahr bis zum vollendeten 70. Lebensjahr und die hauptamtlich tätigen Diakone, deren Familiennamen mit den Buchstaben A bis G beginnen.
Neben Theologen kamen auch Vertreter des ÖVP-Bauernbundes und der mit ihm kooperierenden Landjugend zu Wort – „um den Außenblick wahrzunehmen, wie es mit Kirche und Gesellschaft weitergeht“, wie „Kirche bunt“ schrieb. Über die Referate von NÖ Bauernbund-Direktor Paul Nemecek und NÖ Landjugend-Geschäftsführer Reinhard Polsterer wurde in der Kirchenzeitung berichtet.
Bischof Schwarz intensiviert Digitalisierung der Diözese
Bischof Alois Schwarz will die Digitalisierung in der Diözese St. Pölten vorantreiben. „Ich möchte als Bischof mit meiner Diözese, den Priestern in den Pfarren und den vielen katholischen Einrichtungen für die Menschen und ihre seelsorglichen Anliegen da sein! Das werden wir künftig mit modernen Kommunikationswegen und Technologien machen", kündigte Bischof Schwarz in einer Aussendung am 26. August an. Die Diözese St. Pölten werde im Rahmen einiger Sonderprojekte auf den digitalen Zug aufspringen. „Ich habe den Verantwortlichen in meiner Diözese den Auftrag gegeben, noch innovativer und kreativer in gewissen Bereichen zu denken bzw. zu arbeiten. Vor allem das Digitalisierungs- und Kommunikationsthema liegt mir sehr am Herzen, weil ich enormes Potenzial darin sehe", so Schwarz.
Die ersten Projekte hat der Bischof bereits in Auftrag gegeben. Es soll eine neue und verbesserte Webseite entstehen, der Social-Media-Auftritt optimiert werden und eine App auf neuestem Stand der Technik für das Diözesanmuseum entstehen.
Die Facebook-Seite von Bischof Schwarz informiert nun fast täglich über seine Aktivitäten:  www.facebook.com/BischofAloisSchwarz/
St. Pölten: Neuer Vorsitzender des Katholischen Familienverbandes
Der langjährige Familienreferent des Landes Niederösterreich, Peter Pitzinger, wurde am vergangenen Wochenende bei der Jahreshauptversammlung des Katholischen Familienverbandes der Diözese St. Pölten zum neuen Vorsitzenden gewählt. Er löst damit Interims-Vorsitzenden Markus Mucha ab, der dem neuen Präsidium als Finanzreferent erhalten bleibt.
 

Wien: Neues Studium der Orthodoxen Religionspädagogik ab Oktober

Mit dem neuen Studienjahr, das am 1. Oktober beginnt, bietet die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Wien einen neuen Studiengang an: Orthodoxe Religionspädagogik. In  Österreich gibt es immer mehr Schülerinnen und Schüler, die den orthodoxen Religionsunterricht besuchen. Inzwischen sind es bereits weit mehr als 16.000, Tendenz steigend. 
Dass die Universität Wien als erste Hochschule im deutschsprachigen Raum ein solches Studium anbietet, ist kein Zufall: Im Vergleich zu Deutschland gebe es laut Ion Moga in Österreich einen landesweit gut organisierten orthodoxen Religionsunterricht sowie einen größeren Bedarf an neuen orthodoxen Religionslehrkräften. Das neue Studium sei aber vor allem dem Engagement der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien zu verdanken. 

Weiter Wirbel um Kölner Theologie-Hochschule

In Deutschland hat die nordrhein-westfälische Landesregierung der von Kardinal Rainer Maria Woelki geförderten Kölner Hochschule für Katholische Theologie (KHKT) untersagt, Priester der Erzdiözese Köln auszubilden. Die Hochschule sei aufgefordert worden, allen nach dem Wintersemester 2019/2020 eingeschriebenen angehenden Priestern einen Wechsel an die Universität Bonn nahezulegen, heißt es in einem Bericht von Wissenschaftsministerin Ina Brandes an den Landtag.
Bei einer weiteren und fortgesetzten Einschreibung von Priesteramtskandidaten werde „die Einleitung eines Vertragsverletzungsverfahrens beim Heiligen Stuhl in Aussicht gestellt". Dabei geht es um den bindenden Vertrag zwischen dem Land Nordrhein-Westfalen und dem Vatikan, das sogenannte Preußenkonkordat.
Anfang 2020 hatte die Erzdiözese die frühere Ordenshochschule der Steyler Missionare in Sankt Augustin übernommen und baut diese nun als KHKT in Köln neu auf. Kritiker werfen Woelki vor, mit der Einrichtung ein konservatives Gegengewicht zur Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Bonn aufbauen zu wollen. Die Uni selbst wendet sich dagegen, dass an der KHKT angehende Geistliche der Erzdiözese studieren und verweist dabei ebenfalls auf das Konkordat. Danach ist die Bonner Katholisch-Theologische Fakultät alleiniger Standort für die Kölner Priesterausbildung.
 

Missbrauchstudie in Diözese Osnabrück: Zwischenbericht vorgestellt

Auch in der deutschen Diözese Osnabrück haben Verantwortliche jahrzehntelang nicht pflichtgemäß auf Hinweise zu sexuellem Missbrauch reagiert. Bis in jüngste Zeit sei zum Teil nachlässig kontrolliert worden, was mit Beschuldigten geschehe, die von ihrer Stelle entfernt wurden, heißt es laut Katholischer Nachrichten-Agentur (KNA) in einem am Dienstag vorgestellten Zwischenbericht einer Studie der Universität Osnabrück.
Dem seit 1995 amtierenden Bischof Franz-Josef Bode bescheinigt die Studie Pflichtverletzungen "im niedrigen einstelligen Bereich", so Schulte-Nölke. Diese seien „fahrlässig, aber nicht vorsätzlich" gewesen. Zudem habe Bode 2010 zwar eine deutschlandweit aufsehenerregende Bitte um Vergebung ausgesprochen. Sein dabei gegebenes Versprechen, alle Möglichkeiten der Hilfen für Betroffene auszuschöpfen, sei in der Praxis der folgenden Jahre aber nicht umgesetzt worden, kritisierte der Jurist.
Die Diözese Osnabrück hat laut dem vorgelegten 600 Seiten starken ersten Zwischenbericht des Forschungsprojekts zu sexualisierter Gewalt noch über das Jahr 2000 hinaus „teils schwerwiegend gegen die Pflichten" zur Verhinderung weiterer Straftaten verstoßen. 
Lange Zeit seien „Geheimhaltung" und „die Verhinderung von Bekanntwerden" erkennbar „handlungsleitende Motive" der Verantwortlichen gewesen, so die zweite Projektleiterin der Studie, die Historikerin Siegrid Westphal. Dies gelte vor allem für die Zeit unter den Bischöfen Helmut Hermann Wittler (1957-1987) und Ludwig Averkamp (1987-1994). In den vergangenen Jahren habe es nur noch wenige Verstöße gegen Aufsichts- und Interventionspflichten der Diözese gegeben.
Trotz persönlicher Fehler im Umgang mit Missbrauch will Bischof Franz-Josef Bode im Amt bleiben.
 

Flämische Bischöfe wagen Vorstoß für Homosexuellen-Segnung

Gegen die Vorgaben aus dem Vatikan wollen die katholischen Bischöfe der belgischen Region Flandern den Weg für die Segnung homosexueller Paare freimachen. Die verantwortlichen Geistlichen, unter ihnen Brüssels Kardinal Jozef De Kesel, nehmen mit diesem Vorstoß in der Weltkirche eine Vorreiterrolle ein.
Am Dienstag veröffentlichten sie ein entsprechendes Schreiben unter dem Titel „Für eine einladende Kirche, die niemanden ausschließt". Darin enthalten ist auch ein Vorschlag für entsprechende Gebete und eine kirchliche Segnungsfeier unter dem Titel „Gebet für Liebe und Treue". Dabei müsse aber „der Unterschied zu dem, was die Kirche unter einem Sakrament versteht, deutlich bleiben", heißt es mit Blick auf das Sakrament der Eheschließung.
Die römische Glaubenskongregation hatte in einem im März 2021 veröffentlichten Schreiben erklärt, die Kirche habe keine Vollmacht, gleichgeschlechtliche Beziehungen zu segnen. 
Das Nein des Vatikans war in Belgien, Deutschland, Österreich und anderen Ländern auf Kritik gestoßen. 
Inzwischen haben die Bischöfe der belgischen Region Flandern eine Anlaufstelle „Homosexualität und Glaube" ins Leben gerufen. Damit solle die Begleitung Homosexueller in den Diözesen strukturell verankert werden.

Synodaler Prozess: Was Österreichs Katholikinnen und Katholiken bewegt

In der „Nationalen Synthese zum synodalen Prozess", die von der Österreichischen Bischofskonferenz Mitte August nach Rom weitergeleitet wurde, sind die Ergebnisse der synodalen Beratungen in den österreichischen Diözesen und der Vorsynodalen Beratung der Bischofskonferenz in Mariazell gebündelt und thematisch geordnet. Am 21. September wurde die Synthese vom Vorsitzenden der Österreichischen Bischofskonferenz, Erzbischof Franz Lackner, von der Wiener Pastoraltheologin Prof. Regina Polak, die dem nationalen Synodenteam angehört, und der Rektorin der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule (KPH) in Innsbruck, Petra Steinmair-Pösel, die maßgeblich für die Endredaktion des Textes verantwortlich war, vorgestellt.

Wie es in dem Österreich-Bericht heißt, gibt es einige Anliegen, die man vor Ort aufgreifen und umsetzen kann. Dies betrifft etwa die Themen Geschlechtergerechtigkeit, Förderung von Frauen in kirchlichen Leitungspositionen oder den Ausbau von Partizipationsmöglichkeiten in Richtung Mitbestimmung auf allen Ebenen. Ebenso gilt dies für die vermehrte Mitwirkung von Laien und Laiinnen in der Liturgie, das Bemühen um eine verständlichere Sprache in Liturgie und Verkündigung, den pastoralen Umgang mit Menschen, die in verschiedener Weise vom kirchlichen Leben ausgeschlossen sind, die Aufarbeitung von Missbrauch oder die Förderung von Glaubensbildung.

Andere Anliegen seien auf entsprechenden kirchlichen Ebenen zu thematisieren, wie es heißt: Dies betrifft etwa den Zugang von Frauen zur Weihe und den damit verbundenen Ämtern, den Zölibat als Zulassungsbedingung zum Weiheamt oder die Adaptierung von Lehrmeinungen unter Berücksichtigung der fortschreitenden Offenbarung des Heiligen Geistes, etwa hinsichtlich der Sexualmoral.

Bischöfliches Begleitwort

Die Synthese wurde von einem Autorenteam redaktionell erarbeitet, dem kein Bischof angehörte. Die Bischöfe haben das Dokument, das die authentische Stimme der Katholikinnen und Katholiken in Österreich wiedergeben will, lediglich mit einem Begleitwort ergänzt, das vom Bischofskonferenz-Vorsitzenden Erzbischof Franz Lackner und Bischof Josef Marketz gezeichnet ist.

KAÖ vermisst klare kirchenpolitische Forderungen

In der „nationalen Synthese zum synodalen Prozess", die Erzbischof Franz Lackner und die Theologinnen Regina Polak und Petra Steinmair-Pösel in Wien vorstellten, werden zwar Wünsche und Hoffnungen formuliert, aber: „Es fehlen in der Tonalität der Synthese die klaren kirchenpolitischen Forderungen; sie bleibt so - immerhin, aber auch nur - eine fein polierte Ansage." Mit dieser Einschätzung hat sich am Mittwoch das „PräsidentInnen-Team" der Katholischen Aktion Österreich (KAÖ) zu Wort gemeldet. Zugleich dankte die KAÖ ausdrücklich dem Redaktionsteam, das die Eingaben der Diözesen in dem zehnseitigen „differenzierten" Text bündelte, der zur weiteren Bearbeitung nach Rom gesandt wurde.

 

Theologen zum Synodalen Prozess: „Weiter-So" funktioniert nicht

Die Aufbruchsstimmung des zu Beginn als „Reformer" begrüßten Papstes Franziskus hat „im Laufe seines Pontifikats deutlich an Elan verloren". Wie die Theologen Paul Zulehner, Peter Neuner und Anna Hennersperger als Herausgeber des jüngst erschienenen Sammelbands „Synodalisierung" in ihrem gemeinsamen Vorwort feststellen, habe sich Enttäuschung breit gemacht, „dass den Zeichen und eindringlichen Worten keine Taten zu folgen schienen". Dennoch seien die Worte und Zeichen des Papstes „von einem Plan getragen, der sich am Begriff der Synodalität festmachen lässt", bezogen sich die Theologen auf den von Franziskus der Weltkirche verordneten Synodalen Prozess. Dieser im Oktober in einer Bischofssynode gipfelnde Prozess dürfe keinesfalls „in einer Enttäuschung enden".

Zulehner, Neuner und Hennersperger sprachen sich dezidiert gegen ein einfaches "Weiter-So" oder die Vertröstung aus, dass die Kirche "derzeit eine schwierige Wegstrecke zu durchlaufen" habe, dass aber angeblich "am Ende des Tunnels bereits wieder Licht sichtbar" werde. Die Erhebungen unter Gläubigen in aller Welt zur Vorbereitung auf die Synode bieten laut den Fachleuten die Grundlage für Entscheidungen, die die Versammlung in Rom und der Papst dann für die Neugestaltung der Kirche treffen werden. „Dabei können auch weitreichende und derzeit noch nicht absehbare Weichenstellungen möglich werden", prognostizieren die drei Herausgeber.

Der von Paul Zulehner, Peter Neuner und Anna Hennersperger herausgegebene Band „Synodalisierung. Eine Zerreißprobe für die katholische Weltkirche? Expertinnen und Experten aus aller Welt beziehen Stellung" (Grünewald 2022) umfasst 461 Seiten und ist zum Preis von 49,40 Euro im Buchhandel erhältlich.

 

Auch US-Bischöfe veröffentlichen Beitrag zur Weltsynode

Die katholischen Bischöfe in den Vereinigten Staaten haben ihr Synthesepapier für den von Papst Franziskus ausgerufenen weltweiten Synodalen Prozess der katholischen Kirche veröffentlicht. 

Der Text beklagt eine „tiefe Spaltung" in der Kirche, die ein Gefühl von „Angst und Schmerz" bei den Teilnehmern des Synodenprozesses hinterlasse. Das betreffe vor allem einen anhaltenden Streit über die sogenannte „Alte Messe", die vorkonziliare Liturgie. Aber auch in vielen politischen Fragen herrsche Uneinigkeit, nicht zuletzt unter den Bischöfen. Statt um Gemeinsamkeiten gehe es oft nur darum, die jeweils bevorzugten Ideologien in den Mittelpunkt zu stellen.

Das Papier geht zudem auf die kirchliche Missbrauchskrise ein, die nach wie vor nicht überwunden sei. Die Kirchenhierarchie müsse mehr tun, um verlorenes Vertrauen neu zu gewinnen, heißt es. Auch wird dafür geworben, die Rolle der Frau zu stärken. Eine Übernahme von Weiheämtern wird explizit nicht ausgeschlossen. Generell müsse sich die Kirche stärker um die Belange „marginalisierter Gruppen" kümmern. Als Beispiele werden Homo-, Bi- und Transsexuelle sowie wiederverheiratete Geschiedene genannt.

Negativ auf das Leben in den Pfarrgemeinden hat sich laut den Ausführungen nicht zuletzt die Corona-Pandemie ausgewirkt. Viele Gläubige seien nicht in die Kirchen zurückgekehrt, so das Fazit.

Der in der nationalen Bischofskonferenz zuständige Bischof Daniel Flores aus Brownsville in Texas nennt die Zusammenschau, die auf Eingaben von 700.000 Katholiken beruht, einen „ersten Schritt zu einer weisen Wahrnehmung - lokal, regional und national - was zu diesem Zeitpunkt unsere tiefsten Sorgen und unsere tiefsten Hoffnungen sind".

Kurznachrichten

 
UNO-Generalsekretär António Guterres hat breiteste Versäumnisse bei der Achtung ethnischer, religiöser und sprachlicher Minderheiten beklagt. Es gehe nicht um einzelne Lücken, sondern um "völlige Untätigkeit" hinsichtlich ihres Schutzes.

 

Vatikan. Der Statthalter des Malteserordens, Leutnant John Dunlap, sieht durch die radikalen Reformen des Papstes keinen Verlust der Ordenssouveränität: „Der Papst hat immer Wert darauf gelegt, dass wir ein religiöser Orden sind, aber er hat nie unsere notwendige Souveränität für unsere diplomatischen Tätigkeiten infrage gestellt."

 

Vatikan. Familien- und Integrationsministerin Susanne Raab ist am Mittwoch im Vatikan mit Papst Franziskus zusammengetroffen. Am Ende der wöchentlichen Generalaudienz auf dem Petersplatz begrüßte der Papst die ÖVP-Politikerin und wechselte einige Worte mit ihr. 

 

Nicaragua. Die Regierung hat erneut eine katholische Ordensgemeinschaft aus dem Land gewiesen. Wie lokale Medien berichteten, handelt es sich dabei um die aus Mexiko stammende Gemeinschaft der Schwestern vom Kreuz des Heiligen Herzens Jesu. 

 

Syrien. Insgesamt leben wohl nur noch höchstens 20.000 Christen in der nordsyrischen Metropole Aleppo. Vor dem Syrien-Krieg sollen es 250.000 gewesen sein. Diese Zahlen nennt der syrische Ordensmann P. Dani Gaurie in der aktuellen Ausgabe der St. Pöltner Kirchenzeitung „Kirche bunt". 

 

Italiens katholische Bischöfe haben wenige Tage vor der mit Spannung erwarteten Parlamentswahl einen Wahlaufruf veröffentlicht. Wählen sei ein Recht und eine Pflicht. Dabei müsse das Ziel immer eine bessere, gerechtere Gesellschaft sein, die niemanden zurücklasse.

  

Polen. Mehrere Tausend Menschen haben am Sonntag in Warschau am diesjährigen „Marsch für Leben und Familie" teilgenommen. Auch an 150 weiteren Orten in Polen fanden Pro-Life-Märsche statt. 


Haiti. Im Karibikstaat ist eine kirchliche Unterkunft für Migranten ausgeplündert worden. In der nördlichen Kleinstadt Ounaminteh hat eine Gruppe Unbekannter das Haus der Jesuiten-Flüchtlingshilfe angegriffen und die Einrichtung zerstört.

Kasachstan. Katholische Seelsorger sollen künftig unkomplizierter nach Kasachstan einreisen und in den dortigen Kirchengemeinden arbeiten können. Eine entsprechende Vereinbarung unterzeichneten der vatikanische Außenbeauftragte, Erzbischof Paul Gallagher, und sein kasachischer Amtskollege Mukhtar Tileuberdi am Rande des Papstbesuches in dem zentralasiatischen Land.
 
In Haiti ist ein vor knapp drei Wochen in der Hauptstadt Port-au-Prince verschleppter Ordenspriester wieder frei. Dem Salesianerpater Lex Florival gehe es nach 18 Tagen einer schweren Prüfung gut, teilte sein Orden mit.

Österreich

Wien. Mit dem neuen Studienjahr, das am 1. Oktober beginnt, bietet die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Wien einen neuen Studiengang an: Orthodoxe Religionspädagogik. In  Österreich gibt es immer mehr Schülerinnen und Schüler, die den orthodoxen Religionsunterricht besuchen. Inzwischen sind es bereits weit mehr als 16.000, Tendenz steigend. 

 

Wien. Mit einem Offenen Brief fordern die Armenisch-Apostolischen Kirchengemeinde und zahlreiche Vereine der armenischen Zivilgesellschaft in Österreich Repräsentanten der Republik Österreich dazu auf, die Aggression Aserbaidschans gegen Armenien zu verurteilen. 

Kamerun: Neun Christen entführt

Laut Bischof Aloysius Fondong Abangalo aus Mamfe im Westen Kameruns in der Nähe der Grenze zu Nigeria gibt es bislang keine Informationen über den Verbleib von neun Christen, die am 16. September in der Ortschaft Nchang verschleppt wurden. Bislang Unbekannte hatten dort am vergangenen Freitag die Kirche St. Maria niedergebrannt und fünf Priester, eine Ordensschwester und drei weitere Gläubige verschleppt.
Die Kirchenvertreter sehen als Motiv hinter der jüngsten Entführung einen seit Jahren schwelenden Konflikt zwischen der französischsprachigen Mehrheit und der englischsprachigen Minderheit in Kamerun. Die Bevölkerung in den englischsprachigen Regionen im Westen des Landes fühlt sich von der Regierung benachteiligt.
Der Konflikt verschlimmerte sich seit 2016, als die englischsprachigen Regionen eine Rückkehr Kameruns zum föderalen Regierungssystem forderten, um mehr Selbstständigkeit und politischen Einfluss zu erhalten. Separatisten riefen eine „Republik Ambazonien“ aus.
Die katholische Kirche, der etwa ein Viertel der rund 26 Millionen Einwohner Kameruns angehören, hat versucht, zwischen Regierung und Aufständischen zu vermitteln. Diese Versuche sind jedoch bislang gescheitert. Die Kirche wurde von den Konfliktparteien jeweils beschuldigt, auf der Seite des Gegners zu stehen.
Foto: Plakat mit den Personen, die am 16. September in Nchang entführt wurden. © Kirche in Not.

Auch das noch...

Neuapostolische Kirche führt Frauenordination ein

Die Neuapostolische Kirche (NAK) öffnet ihr geistliches Amt für Frauen. Ab Jahresbeginn 2023 können Frauen in alle Amtsstufen ordiniert und auch mit Führungsaufgaben auf allen Ebenen betraut werden. 
Bekanntgegeben wurde die Entscheidung durch den internationalen Kirchenleiter, Stammapostel Jean-Luc Schneider, am Dienstag, im Rahmen eines "virtuellen Gemeindeabends". 
Die Neuapostolische Kirche (NAK) ist eine weltweit tätige christliche Kirche mit Sitz in der Schweiz. Sie zählt laut Eigenangaben weltweit neun Millionen Gläubige und hat ihre Wurzeln in den christlichen Erweckungsbewegungen des 19. Jahrhunderts. In Österreich gehören der Kirche laut Eigenangaben rund 5.000 Gläubige an. Die Kirche ist zudem Mitglied im Ökumenischen Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ).
 

Kirche und Umweltschützer stoppen philippinisches Bergbauprojekt

Als einen „Sieg" begrüßen die katholische Kirche auf den Philippinen und Umweltgruppen die Verhinderung einer umstrittenen Gold- und Kupfermine. Bürgermeister Leonard Escobillo aus der Stadt Tampakan auf Mindanao habe die Genehmigung des 5,9 Milliarden US-Dollar schweren Projekts unter anderem wegen Betrugs und falscher Darstellung des Geschäftszwecks durch das Unternehmen widerrufen, berichtete der asiatische Pressedienst „Ucanews". 
Pater Jerome Millan, Leiter des „Social Action Center" der Diözese Marbel, nannte den Widerruf der Genehmigung einen „Sieg" der Kirche als Beschützerin der Umwelt. Bei Realisierung des Bergbauprojekts wären Hunderte Ureinwohner gezwungen gewesen, ihr angestammtes Land zu verlassen, sagte er "Ucanews". Unterstützer des Projekts warfen Bürgermeister Escobillo vor, er habe sich von der kirchlichen Kampagne gegen den Bergbau beeinflussen lassen.
Die Diözese Marbel protestierte seit vielen Jahren zusammen mit Umweltgruppen gegen das Tagebauprojekt, das auf 17 Jahre angelegt war und nach Angaben der Planer 15 Millionen Tonnen Kupfer und 17,5 Millionen Unzen Gold erbracht hätte. Den Protest hatte auch Jose Colin Bagaforo, Bischof von Marbels Nachbardiözese Kidapawan und Leiter der Caritas auf den Philippinen, unterstützt.

Graz: Barmherzige Brüder eröffneten chirurgisches Schwerpunktspital

Ein neues chirurgisches Schwerpunktspital ist am Mittwoch in Graz offiziell eröffnet worden. Die Barmherzigen Brüder erweiterten ihr innerstädtisches Ordensspital um rund 8.000 Quadratmeter. Man rechnet mit mehr als 9.000 Operationen und 25.000 stationären Aufnahmen jährlich. Von den insgesamt 362 Betten sind 208 der Inneren Medizin und Intensivmedizin gewidmet. Rund 75 Mio. Euro wurden investiert, zwei Drittel steuerte das Land Steiermark bei, wie die APA mitteilte.
Die Barmherzigen Brüder - die bisher mit zwei Standorten im westlichen Bezirk Eggenberg und in der zentrumsnahen Marschallgasse - im Grazer Spitalswesen aktiv waren, konzentrieren ihre Einrichtungen und Leistungen nun in der Marschallgasse. Zudem kommt im Großprojekt „Ordenskrankenhaus Graz-Mitte" das chirurgische Angebot, das bisher vom Krankenhaus der Elisabethinen angeboten wurde, hinzu.
 

Wien: Schönborn übergibt Kirche „Am Schöpfwerk" an serbische Kirche

Kardinal Christoph Schönborn übergibt am 27. September im Rahmen einer feierlichen Vesper die Kirche „Am Schöpfwerk" in Wien an die Serbisch-orthodoxe Kirche bzw. Bischof Andrej (Cilerdzic). Zu der Übergabe werden zahlreiche Bischöfe der orthodoxen Kirche, Vertreter der Erzdiözese Wien sowie der Ökumene erwartet. Bischof Andrej hatte zuletzt mehrfach seinen Dank für die Unterstützung der katholischen Kirche in Wien bekundet und seine ökumenische Offenheit bekräftigt. So stehe die Kirche auch weiterhin allen offen, er wolle in Zukunft auch mit den Katholiken in der Kirche gemeinsam beten, so der serbisch-orthodoxe Bischof.
Zur Zeit der Gründung der Pfarre Am Schöpfwerk im Jahr 1982 lebten dort rund 5.000 Katholikinnen und Katholiken. Die Pfarre war als integrativer Teil zahlreicher damals neu entstehender Wohnbauanlagen im 12. Wiener Gemeindebezirk konzipiert worden. Durch die demographische Entwicklung in den vergangenen Jahrzehnten sank jedoch die Zahl der Katholiken auf zuletzt knapp 1.000. Gleichzeitig stieg der Anteil der Bewohner mit orthodoxer Konfessionszugehörigkeit. 

Neuer Dokumentarfilm über Mutter Teresa 

Der für ihren Dienst an den Ärmsten bekannten Ordensfrau Mutter Teresa ist ein Film gewidmet, der Anfang Oktober in 900 US-amerikanischen und kanadischen Kinos startet: „Mother Teresa: No greater love". Mutter Teresas Orden „Missionarinnen der Nächstenliebe“ zählt derzeit 4.000 Schwestern.
Die Doku beleuchtet das Leben und Wirken der Friedensnobelpreisträgerin auf neue Weise. Die für die Produktion gemeinsam mit den von Mutter Teresa gegründeten "Missionarinnen der Nächstenliebe" verantwortlichen Kolumbusritter hatten den Film anlässlich des 25. Todestages der Heiligen aus Kalkutta am 5. September in Rom präsentiert, wie Vatican News berichtete.
Durch Dreharbeiten auf den fünf Kontinenten, neue Interviews und bislang unveröffentlichtes Filmmaterial gibt der Film laut der Ankündigung einen Einblick in das Leben der Heiligen und die wichtigsten Etappen ihrer karitativen Arbeit: von der Betreuung der Obdachlosen in der South Bronx bis zur Hilfe für venezolanische Flüchtlinge an der brasilianischen Grenze, von der Armenhilfe im Dschungel des Amazonas bis zur Betreuung behinderter Kinder in den Slums von Nairobi, von der Unterstützung Drogenabhängiger in den Außenbezirken von Rio de Janeiro bis zur andauernden Arbeit der Missionare der Nächstenliebe für die Kranken und Sterbenden in Kalkutta.
„Sie war eine große Geschäftsführerin! Denn das zu organisieren und am Laufen zu halten, das ist schon was!", wurde sie vom Postulator ihrer Heiligsprechung 2016, Pater Brian Kolodiejchuck vom männlichen Zweig der Missionare der Nächstenliebe, im Gespräch mit Radio Vatikan gewürdigt.
Zwar habe Mutter Teresa ihrer eigenen Aussage nach gar nicht im herkömmlichen Sinn „erfolgreich" sein wollen, sondern lieber „gläubig" - doch erfolgreich war sie dennoch, so Pater Kolodiejchuck, der selbst rund 20 Jahre lang an der Seite von Mutter Teresa gewirkt hat und mittlerweile das Mutter-Teresa-Zentrum leitet. Sie habe einen direkten Draht zu den Mächtigen der Erde gehabt und dank ihrer Kontakte vieles bewirken können. Ihr Wissen, selbst ein Beispiel für andere zu sein, sei ihr nicht zu Kopf gestiegen, da sie besonders auch über Demut verfügt habe. Ihre zahlreichen Preise und Auszeichnungen hätten für sie nichts bedeutet, „wenn sie dabei nicht die Anwesenheit Jesu spürte - das Einzige, was wirklich für sie zählte", erinnerte sich ihr langjähriger Weggefährte.
Besonders für die junge Generation – „diejenigen, die 1997, in Mutter Teresas Todesjahr, noch nicht geboren oder zu jung waren, um zu verstehen, wer sie war" - sei der Film erstellt worden, erklärte Kolodiejchuck. Auch allen anderen werde er helfen, „sich daran zu erinnern, was für eine große Persönlichkeit sie war".
Infos: www.motherteresamovie.com, Filmtrailer unter: www.youtube.com/watch?v=h9YbBzWaHvk&)