JA 

die neue Kirchenzeitung

 26 . Mai 2024 

Lesungen:  Dtn 4,32-34.39-40; Röm 8,14-17;  Evangelium: Mt 28,16-20.

Katholische Spontaneität

Bereits im März hatte der Papst die „Frauenfrage" aus dem seit 2021 laufenden Prozess seiner Weltsynode herausgelöst. Eine Expertengruppe soll sich bis Juni 2025 mit dem Thema befassen.
Jetzt aber hat Franziskus in einem TV-Interview der Weihe von Frauen ganz spontan ein klares Nein erteilt. 
Frauen könnten nie Teil des Klerus werden.
Ist Franziskus, der pausenlos gegen den Klerikalismus wettert, vielleicht doch selbst Teil desselben? 

 

Derweil erklärte des Papstes Chefideologe Kardinal Fernandez dem Koptenpapst Tawadros, der wegen dessen jüngster Publikation die Beziehungen zur katholischen Kirche aufs Eis gelegt hatte, in „Fiducia supplicans" sei keine Rede davon, dass gleichgeschlechtliche Paare als solche gesegnet werden könnten. Es gehe vielmehr um eine informelle, eher spontane Segnung von Menschen. Steckt hinter dieser Argumentation nicht Kabarettismus?
Egal ob Klerikalismus oder Kabarettismus – Hauptsache, alles ist spontan und natürlich katholisch...          P. Udo 

„Nein" des Papstes zu Frauendiakonat schlägt Wellen

Die strikte Ablehnung einer Weihe für Frauen in der katholischen Kirche durch Papst Franziskus schlägt Wellen. Am Dienstagabend äußerte sich die Schweizer Delegierte der vom Papst einberufenen Weltsynode zu den neuerlichen Interview-Aussagen des Kirchenoberhaupts über das Frauendiakonat. Auf der Online-Plattform X erinnerte Helena Jeppesen-Spuler an die Amazonien- und die aktuelle Weltsynode, bei denen die Frage nach einer Diakoninnenweihe bereits Gegenstand war. Es brauche in der Schweiz und vielerorts auf der Welt dringend weitere Schritte, so ihre Forderung.
In einem am Sonntagabend (Ortszeit) ausgestrahlten Interview des US-TV-Senders CBS hatte die Moderatorin den Papst gefragt, ob ein Mädchen, das heute katholisch aufwachse, jemals die Möglichkeit haben werde, Diakonin und damit Mitglied des kirchlichen Klerus zu werden. Franziskus' Antwort darauf war ein schlichtes „Nein". Auf Nachfrage erklärte er: „Handelt es sich um geweihte Diakone, dann nein. Aber Frauen haben immer, würde ich sagen, Aufgaben einer Diakonin übernommen, ohne Diakon zu sein. Frauen sind großartig im Dienst als Frauen, aber nicht im Dienst mit Weihe."
Die US-Theologin Phyllis Zagano, die 2016 selbst Mitglied einer päpstlichen Kommission zur Frauendiakonats-Frage war, sagte dem Online-Portal „National Catholic Reporter":  "Es ist bedauerlich, dass Papst Franziskus sich so darstellen lässt, als würde er die Tradition der geweihten Diakoninnen im Christentum leugnen."
Bereits im März hatte der Papst die „Frauenfrage" aus dem seit 2021 laufenden Prozess seiner Weltsynode herausgelöst; dort war die Diakoninnenweihe Gegenstand der Debatten gewesen. Nun soll sich eine Expertengruppe bis Juni 2025 mit dem Thema befassen.
Schon dieser Beschluss sorgte für Kritik. Weltsynodenmitglied Jeppesen-Spuler hatte sich irritiert gezeigt. Die frühere Vorsitzende der Deutschen Ordensobernkonferenz, Schwester Katharina Kluitmann, nannte es „enttäuschend", dass gerade dieses Thema einmal mehr auf die lange Bank geschoben werde.

„Fiducia supplicans": Koptenpapst setzt Dialog mit Katholiken aus

Das Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche, Papst Tawadros II., hat am Mittwoch in Kairo den vatikanischen Glaubenshüter, Kardinal Victor Manuel Fernandez, empfangen. Wie das Portal Vatican News am Donnerstag berichtete, ging es in dem Gespräch vor allem um die Erklärung „Fiducia supplicans" vom Dezember 2023. 

In dem Text hatte das vatikanische Glaubensdikasterium unter bestimmten Vorgaben die Segnung von wiederverheirateten Menschen oder von Menschen in gleichgeschlechtlichen Paarbeziehungen erlaubt. Die Synode der koptisch-orthodoxen Kirche hatte daraufhin im März ihre Ablehnung „aller Formen von homosexuellen Beziehungen" bekräftigt. Der theologische Dialog zwischen der koptisch-orthodoxen und der katholischen Kirche wurde in der Folge ausgesetzt.

Mit Blick auf „Fiducia supplicans" erläuterte Fernandez nun laut dem Vatikan-Portal, dass nach katholischer Lehre eine Ehe nur von einem Mann und einer Frau geschlossen werden könne und dass sie offen für die Weitergabe des Lebens sein müsse. Er fügte hinzu, dass auch die katholische Kirche gleichgeschlechtliche Partnerschaften keineswegs gutheiße.

Fernandez versicherte, dass der Vatikan der Erklärung der koptisch-orthodoxen Synode vom März inhaltlich beipflichte. In „Fiducia supplicans" sei keine Rede davon, dass gleichgeschlechtliche Paare als solche gesegnet werden könnten.

Es gehe vielmehr um eine informelle, eher spontane Segnung von Menschen, ohne festgelegtes Ritual und ohne liturgisches Gewand. Dadurch solle vermieden werden, dass der Segen mit der liturgischen Segnung einer Ehe verwechselt werden könnte.
Foto: Vatican Media.

Tiroler Märtyrer und Ordensmann Kolland wird heiliggesprochen

Der Vatikan hat am Donnerstag die baldige Heiligsprechung des Tiroler Ordensmanns Engelbert Kolland (1827-1860) sowie weiterer Opfer eines am 10. Juli 1860 in Damaskus verübten antichristlichen Massakers verkündet.
Der Franziskaner war mit sieben Gefährten aus Spanien unter der Leitung von Pater Emanuel Ruiz sowie mit drei maronitischen Laien-Christen Francis , Abdel Moati und Raphael Massabki in der syrischen Stadt von muslimischen Drusen getötet worden. Ihre Seligsprechung fand bereits am 10. Oktober 1926 in Rom durch Papst Pius XI. statt. Ein Termin für die Heiligsprechung wurde noch nicht bekanntgegeben.
Michael Kolland, so sein Geburtsname, wurde am 21. September 1827 in der Gemeinde Ramsau im Zillertal geboren. Seine Familie verließ aus Glaubensgründen die Heimat und kam nach Salzburg, wo er das Gymnasium besuchte und ins Knabenseminar kam. Nach der Matura trat er bei den Franziskanern ein, wo er den Ordensnamen Engelbert bekam. Zum Priester geweiht am 13. Juli 1851 in Trient, wollte er aufgrund seiner Sprachbegabung in die Mission gehen, woraufhin er 1855 ins Heilige Land gesandt wurde und ab dem 8. September dieses Jahres in Damaskus wirkte.
20.000 Christen teils bestialisch getötet
Zwischen Mai und Oktober 1860 kam es im Libanon und Syrien zu einer massiven Verfolgung der maronitisch-christlichen Minderheit durch die arabischsprachigen Drusen aus dem Libanon. Dabei wurden in beiden Ländern rund 20.000 Christen teils bestialisch getötet.
Als Höhepunkt gilt das Massaker vom 9. bis 16. Juli in Damaskus, bei dem rund 5.000 Christen - unter ihnen 30 Priester und drei Bischöfe - ermordet wurden, nachdem sie sich weigerten, den muslimischen Glauben anzunehmen. Auch elf Kirchen und drei Klöster wurden dabei zerstört.
Laut seiner Lebensbiografie…
… hieben Kollands Peiniger ihm zunächst einen Arm ab, als er sich weigerte, seinen Glauben zu leugnen, bei wiederholter Frage und gleicher Antwort dann auch den zweiten. Infolge des weiteren Bekenntnisses zum Christentum wurde Kolland geköpft und seine Leiche über Tage hinweg liegen gelassen und schließlich in eine Zisterne geworfen, zumal man eine christliche Bestattung nicht gestatten wollte.
Laut der Engelbert-Kolland-Gemeinschaft, die zum 150. Todestag im Jahr 2010 in Kollands Taufpfarre Zell am Ziller zur Förderung der Verehrung des damals seligen Franziskaner-Märtyrers gegründet wurde, handelt es sich bei Kolland um den einzigen in der Erzdiözese Salzburg geborenen Märtyrer. Bereits 1986 war er auch zum zweiten Pfarrpatron der Pfarre Zell am Ziller ernannt worden, die zum Tiroler Teil der Erzdiözese Salzburg gehört.
Infos: www.engelbert-kolland.at)
 

Favoritner Pfarrer: Kirchen-Beschmierung „ärgerlich und respektlos"

Für den Dechant von Wien-Favoriten, P. Matthias Felber, sind die regelmäßigen Schmierereien an Kirchenfassaden im Bezirk „ärgerlich und respektlos". Sätze wie „Der Islam wird siegen", „Fürchtet Allah", oder „Betet, bevor es zu spät ist" auf den Ziegelsteinen der katholischen Antonskirche unweit des Reumannplatzes hatten zuletzt medial für Aufregung gesorgt. Auch Graffitis und andere Sprüche ohne religiösen Bezug finden sich auf den Kirchenmauern.
Interreligiöser Dialog bleibt gut
Das religiöse Miteinander in Favoriten sei gut, versicherte Felber. Es gebe verschiedene Initiativen zu Dialog und Begegnung, darunter seit 2010 eine von christlichen und muslimischen Einrichtungen begründete Plattform. „Wir diskutieren im interreligiösen Dialog Themen, leben Begegnungen und tragen das Verständnis des respektvollen und gelebten Miteinanders in Favoriten in unsere religiösen Gemeinden weiter", erklärte der Priester. Gemeinsame Veranstaltungen wie Pogromgedenken, interreligiöse Veranstaltungen oder Friedensgebete prägten das Miteinander, so Felber.

Jerusalemer Patriarch beklagt Ausmaß der Zerstörung in Gaza

Die Stadt Gaza ist nach den Worten des Lateinischen Patriarchen, Kardinal Pierbattista Pizzaballa, teils bis zur Unkenntlichkeit zerstört. Größte Probleme für die Zivilbevölkerung seien neben den anhaltenden Kriegshandlungen die medizinische Versorgung, die hygienische Lage sowie die Verteilung humanitärer Hilfe, sagte der Kardinal in Jerusalem (Montag). Zuvor hatte er von Donnerstag bis Pfingstsonntag vier Tage lang die katholische Gemeinde in Gaza besucht. Was er in Gaza-Stadt gesehen habe, habe ihn an einen Besuch im syrischen Aleppo 2015 erinnert.
Ziel seines Besuchs sei eine Geste des Beistands gewesen. „Auch wenn wir keine unmittelbaren Lösungen haben, ist es wichtig, da zu sein", so Pizzaballa. Dabei sprach sich der Kardinal erneut für ein Ende des Krieges und der Blockade des Gazastreifens aus.
Der Besuch war Auftakt eines gemeinsamen Hilfsprojekts mit dem Malteserorden und dessen Hilfswerk Malteser International. Obwohl sich die humanitäre Versorgung im Vergleich zu den ersten Kriegsmonaten verbessert habe, fehle es immer noch an allem, sagte Pizzaballa. Das Lateinische Patriarchat prüfe derzeit Möglichkeiten, dringend benötigte psychologische Hilfe für die traumatisierte Bevölkerung anzubieten.
Gegenwärtig haben laut Kardinal Pizzaballa knapp 500 Menschen auf dem Gelände der katholischen Pfarre in Gaza Zuflucht gefunden. In den ersten Monaten des Krieges nach dem Angriff der Hamas auf Israel vom 7. Oktober waren es rund 700. Die Zahl der Christen in dem Gebiet, vor Kriegsbeginn nach Kirchenangaben 1.017, sei auf rund 650 zurückgegangen.

Kurznachrichten 

Papst Franziskus hat zu Friedensgebeten „in diesen Zeiten des Weltkrieges" aufgerufen. „Beten wir für Frieden, wir brauchen Frieden", so der Appell des katholischen Kirchenoberhaupts während der Generalaudienz am Mittwoch auf dem Petersplatz. Besonders erinnerte der Papst an die Menschen in der Ukraine, im Nahen Osten und in Myanmar.

 

Vatikan. Die aktuell in den Vatikanischen Museen ausgestellten Gewänder von Petrus und Johannes haben die beiden Jesus-Jünger wohl nie selbst getragen. Neuen Forschungsergebnissen zufolge sind die Textilien wesentlich jünger als die Apostel. Sie stammen aus dem 3. beziehungsweise 6. bis 7. Jahrhundert.

 

EU. Mit der Umwidmung der historischen Chora-Kirche in Istanbul in eine Moschee hat die Regierung unter Präsident Recep Tayyip Erdogan das Vertrauen der katholischen EU-Bischöfe verspielt. Jede von den türkischen Behörden betriebene Initiative zum interreligiösen Dialog verliere so an Glaubwürdigkeit, heißt es in einer aktuellen Erklärung der EU-Bischofskommission COMECE in Brüssel. 

 

Schweiz. Die katholische Kirche  hat im Rahmen des weltweiten synodalen Prozesses eine Reihe von Vorschlägen formuliert. So begrüßt sie unter anderem Forderungen nach einer Öffnung des Diakonats für Frauen und regional unterschiedlichen Zulassungskriterien zum geweihten Amt.

 

In Nigeria wurden  binnen weniger Tage zwei Priester entführt. Entführungen mit Lösegeldforderungen sind in ganz Nigeria ein weit verbreitetes Verbrechen.

 

Polen. Der neue Vorsitzende der katholischen Polnischen Bischofskonferenz, Danzigs Erzbischof Tadeusz Wojda, gerät wegen mutmaßlicher Versäumnisse im Umgang mit Missbrauchsfällen unter Druck. 46 Personen, die nach eigenen Angaben in der katholischen Kirche sexualisierte Gewalt erlitten haben, verlangten in einem am Montag veröffentlichten Brief bis zur Aufklärung der gegen ihn erhobenen Vorwürfe eine Suspendierung Wojdas vom Vorsitz.

 

Indien. Erstmals haben sich christliche und hinduistische Führer zu Friedensgesprächen für Indiens nordöstlichen Bundesstaat Manipur getroffen. Ziel ist die Beilegung des Konflikts, der in einem Jahr über 220 Menschenleben gefordert hat. Eine kirchliche Gruppe hatte das Treffen organisiert, berichtet Ucanews.

 

Deutschland. Laut einer Umfrage finden es 45 Prozent der Deutschen richtig, dass das Grundgesetz mit einem Bezug auf Gott eingeleitet wird. 34 Prozent halten es dagegen für falsch, wie aus einer Umfrage des Kölner Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) hervorgeht. 

 Italien. Eine Kultur des Wegschauens und der weitgehenden Straflosigkeit für katholische Geistliche in Italien haben Sprecher von Missbrauchsopfern aus mehreren Ländern beklagt. Bei einer Pressekonferenz in Rom warfen Mitglieder des internationalen Netzwerks „Ending Clergy Abuse" mehreren Kardinälen vor, Missbrauchstäter weiterhin nicht konsequent genug zu verfolgen. 

 

Frankreich. 400 österreichische Soldatinnen und Soldaten und Bedienstete des Bundesheers nehmen an der am 23. Mai gestarteten 64. Internationalen Soldatenwallfahrt in Lourdes in Südfrankreich teil.

 

Slowakei. Im Mauerwerk der Nikolausbasilika in Trnava ist bei Renovierungsarbeiten an der Fassade ein spätgotischer Messkelch aus dem 16. Jahrhundert wiederentdeckt worden. 


Österreich

Österreich. Die Serbisch-orthodoxe Kirche in Österreich bildet künftig eine eigenständige Diözese. Das hat der Heilige Synod der Serbischen Kirche bei seiner jüngsten Vollversammlung in Belgrad beschlossen. Die Serbisch-orthodoxe Kirche ist die zahlenmäßig größte orthodoxe Kirche in Österreich. Ihr gehören rund 350.000 Gläubige an. 

 

Wien.  Nachholbedarf in Sachen Kinderfreundlichkeit in Österreich hat das Forum Beziehung, Ehe und Familie (FBEF) der Katholischen Aktion Österreich geortet. Vor allem die Armutsquote unter Kindern und Jugendlichen sei erschreckend: So sind in Österreich aktuell 376.000 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren armuts- und ausgrenzungsgefährdet; das sind 23 Prozent bzw. mehr als jedes fünfte Kind. 

 

Niederösterreich. Bischof Alois Schwarz und Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner haben am Mittwoch den Start der Generalrestaurierung des St. Pöltner Doms bekannt gegeben. Das Projekt ist auf acht Jahre ausgelegt und soll 2031 abgeschlossen sein. Die Gesamtkosten belaufen sich auf acht Millionen Euro. 

 

Oberösterreich. Die 25. Ökumenische Sommerakademie im Stift Kremsmünster steht heuer unter dem Thema „Frieden stiften". Die traditionsreiche Veranstaltung findet vom 10. bis 12. Juli statt und widmet sich der Frage, ob und wie in den aktuellen kriegerischen Konflikten Frieden gestiftet werden kann. ORF-Journalist Christian Wehrschütz gibt laut Programm am Beginn der Ökumenische Sommerakademie 2024 einen Überblick über Krieg und Frieden in Geschichte und Gegenwart. 

 

Niederösterreich. Das Benediktinerstift Göttweig braut künftig sein eigenes Bier. Nach einer von den Göttweiger Mönchen erstellten Rezeptur soll es nach klösterlicher Tradition obergärig von Pater Pirmin Mayer ab Herbst dieses Jahres hergestellt werden.

Im Zeichen der Humanität

Gemeinsam mit dem Stift Altenburg präsentiert der Club Niederösterreich die Ausstellung „Metamorphose einer bekannten Welt“ des Künstlerpaares Birgit und Peter Kainz im traditionsreichen Benediktinerkloster nahe Horn.
Die Ausstellung mit Bildern und Skulpturen der niederösterreichischen Künstler:innen ist vom 1. Mai bis zum 27. Oktober 2024 zu sehen und befasst sich intensiv mit dem Thema „HUMAN“ und damit dem Mensch- und Menschlichsein in all seinen Facetten, Bedürfnissen und Ansprüchen. Im künstlerischen Werk werden menschliche Erfahrungen, Emotionen und Ideale dargestellt und erforscht. Birgit und Peter Kainz nutzen ihre künstlerische Praxis, um ein Bewusstsein für die Vielfalt des menschlichen Ausdrucks zu schaffen und um zur Förderung von Toleranz, Empathie und Verständnis beizutragen. In ihren Werken verschmelzen Ästhetik und Humanismus zu einer kraftvollen Botschaft, die die Betrachter dazu inspiriert, über ihre eigene Menschlichkeit nachzudenken und eine Verbindung zu anderen zu suchen. Für die Künstler:innen steht in ihrer Arbeit stets der Mensch im Mittelpunkt – zwischen Menschenrecht und Menschenpflicht.

Auch das noch...

Kirchenkommission beklagt Armut im "Sudetenland"

Der Prager Weihbischof Vaclav Maly hat als Vorsitzender der bischöflichen Kommission für Gerechtigkeit und Frieden („Iustitia et Pax") ein Dokument herausgegeben, das auf die oft übersehenen Probleme in den Grenzregionen des Landes hinweist. 
Viele Grenzregionen, die vormals von Deutschen besiedelt waren, litten weiterhin unter Armut und entfernten sich vom aufstrebenden Rest der Tschechischen Republik, aber auch von den ärmeren Regionen Europas, heißt es darin. Trotz Förderungsmittel gebe es nach jüngsten Eurostat-Erhebungen in der Europäischen Union nur drei Regionen, deren Wirtschaft sich langsamer entwickelt als jene im Norden Tschechiens. 
Die schlechteren Lebensbedingungen zeigen sich konkret in einem hohen Ausmaß an Exekutionen, Arbeitslosigkeit, Armut, schlechtem Zugang zur Gesundheitsfürsorge, in Defiziten im Schulwesen, im öffentlichen Verkehr und überhaupt in den staatlichen Einrichtungen, so Maly. Die „Schuld an der unerfreulichen Lage in den ehemaligen Sudeten" könne aber nicht einfach der „komplizierten Geschichte im vergangenen Jahrhundert" angelastet werden, sondern liege nach soziologischen Befunden auch an der „generellen Ausrichtung des tschechischen Bildungs- und Sozialsystems, das die Unterschiede zwischen Menschen und Regionen verstärkt". 
 

Ordensvereinigung schließt rebellische Schwestern in Spanien aus

Im Streit mit einer Gruppe von abtrünnigen Klarissen-Schwestern im spanischen Belorado (Provinz Burgos) hat der zuständige Ordensverband Konsequenzen gezogen. Am Mittwoch gab die Vereinigung der Klarissen von Spanien und Portugal die Trennung bekannt. „Wir distanzieren uns in aller Form von der Entscheidung dieser Schwestern und haben damit nichts zu tun", heißt es in einer Mitteilung. Ohne den nötigen Gehorsam sei es unmöglich, der Ordensgemeinschaft anzugehören. Sollten die Betroffenen ihren Fehler einsehen, sei man jedoch zur Wiederaufnahme bereit.
Vergangene Woche hatten die Klosterschwestern von Belorado, die eine weitere Niederlassung im baskischen Orduna betreiben, mit einer öffentlichen Erklärung für Schlagzeilen gesorgt. Darin sagte sich die Äbtissin im Namen aller 16 Frauen von der Kirche los. 

Kirchenhistoriker: Fast 10.000 jüdische Bittbriefe an den Vatikan

Die Erforschung der Bittschreiben von während der NS-Zeit verfolgten Juden an den Vatikan dauert nach Einschätzung des Kirchenhistorikers Hubert Wolf noch Jahrzehnte. Nach vier Jahren Arbeit gingen er und sein Team von fast 10.000 solcher Briefe aus, sagte Wolf im Interview der Zeitungen der deutschen Verlagsgruppe Bistumspresse (aktuelle Ausgaben) in Osnabrück. „Damit hätten wir nie gerechnet."
Die Forscher arbeiten derzeit in den Beständen des Vatikanischen Archivs zu Pius XII., der von 1939 bis 1958 Papst war. Die Bestände wurden erst 2020 der Forschung zugänglich gemacht.
„In den Tausenden Schachteln haben wir unzählige Briefe jüdischer Menschen aus der Zeit der Schoah gefunden, in denen sie den Papst und den Vatikan um Hilfe anflehen: 'Retten Sie uns, Heiliger Vater!'", so heißt es dort laut Wolf. Ganz oft seien es die letzten Texte, die sie vor ihrer Ermordung geschrieben hätten. „Wir sind jetzt die ersten, die diese oft emotionalen Schreiben nach über 70 Jahren in den Händen halten dürfen. Daraus ergibt sich für uns als Team die Verpflichtung, das Schicksal dieser Menschen durch alle Quellen hindurch zu rekonstruieren und ihnen, deren Andenken die Nationalsozialisten auslöschen wollten, wieder eine Stimme zu geben."
 

Ex-Richter entlastet Kardinal von Quebec nach Missbrauchsvorwurf

Ein pensionierter kanadischer Richter hat den Kardinal von Quebec, Gerald Cyprien Lacroix, von Missbrauchsvorwürfen entlastet. Papst Franziskus hatte Andre Denis, einen früheren Richter des Obersten Gerichtshofs von Quebec, im Februar mit der Prüfung beauftragt. Dessen Bericht habe keine entsprechenden Handlungen oder Fehlverhalten ergeben, teilte der Vatikan am Dienstag mit. Weitergehende kirchenrechtliche Untersuchungen seien daher nicht vorgesehen.
Mitte Jänner hatten kanadische Medien über Vorwürfe gegen Lacroix (66) berichtet. Der Ordensmann, Primas der Kirche in Kanada, soll demnach zwischen 1987 und 1988 während zweier Bibeltreffen eine 17-Jährige sexuell berührt haben. 

Heiligsprechung von „Cyber-Apostel" Acutis rückt näher

Die Heiligsprechung von Carlo Acutis (1991-2006), als „Cyber-Apostel" verehrter italienischer Jugendlicher, ist offenbar näher gerückt. Papst Franziskus hat ein weiteres auf seine Fürsprache erwirktes Wunder anerkannt, wie das vatikanische Presseamt (Donnerstag) mitteilte. Zuvor hatte der Papst den Leiter der Vatikanbehörde für die Selig- und Heiligsprechungen, Kardinal Marcello Semeraro, empfangen. 
Acutis starb mit 15 Jahren an Leukämie; 2020 wurde er in Assisi seliggesprochen, was weltweit für Aufsehen sorgte. Ein Konsistorium soll nun prüfen, ob der Jugendliche auch die höchste Stufe der Verehrung in der katholischen Kirche erhalten soll.
Der in London geborene und in Monza gestorbene Katholik wird von Anhängern in aller Welt als frommes Computergenie verehrt. Als Autodidakt erstellte er mehrere populäre Internetseiten zu religiösen Themen. Seine ausgeprägte Liebe zur Eucharistie, die er als „Autobahn in den Himmel" bezeichnete, machte ihn international bekannt.
Als Acutis erfuhr, dass er unheilbar an Leukämie erkrankt war, widmete er sich ganz dem Papst und der Kirche. Seinem Wunsch entsprechend wurde er in Assisi bestattet. 
Foto: Der Leichnam von Carlo Acutis ist in  einem Glassarg in Assisi bestattet. Vatican Media.