JA 

die neue Kirchenzeitung

26. Juni 2022 

Schönborns doppelter Irrtum

Kardinal Schönborn befürchtet bei den Reformvorschlägen des deutschen Synodalen Weges eine Instrumentalisierung des Missbrauchs. Er liegt leider doppelt falsch.
Die zentralen Reformforderungen – von Frauenweihe bis Mitbestimmung bei Bischofsbestellungen – sind uralt und müssten völlig ohne Bezug auf andere Missstände angegangen werden. 
Es kann nicht sein, dass Frauen in der Gemeinschaft Jesu ewig Menschen zweiter Klasse bleiben und dass sich die Machtelite in an Inzest gemahnender Weise ständig fortpflanzt.

Schönborns  Lob für Österreichs Reaktionen auf die „causa Groer“ muss relativiert werden. Der kirchliche „Super-Gau“ wurde nie aufgearbeitet, obwohl es nach Auffassung aller Experten ohne Aufarbeitung keine Heilung gibt.

Der Heilige JP II, Schutzpatron aller Vertuscher, erfüllte die in ihn gesetzten Erwartungen  grandios.
Der Vatikan ließ seinen Kardinal völlig ungeschoren, die Erzdiözese Wien ihren Bischof, die Legio Mariae ihren Geistlichen Leiter und das Stift Göttweig seinen Ordensbruder. Es gab keine Untersuchung, keine Aufarbeitung! 
Dass Rom das Stift Göttweig wegen Groer einer „Apostolischen Visitation“ unterzogen hat, gehört in das Reich der am meisten verbreiteten Märchen. Heute fake news genannt.
1998 hat Abt Lashofer eine ordensinterne Visitation eingefordert, um sich selbst reinzuwaschen. Über Groer wurde dabei natürlich auch gesprochen, die „causa“ war jedoch nicht Gegenstand der Untersuchung. Übrigens: Die in dieser Visitation Befragten bekamen den Abschlussbericht nie zu Gesicht. So funktioniert die Kirche, die angeblich keiner großen Reform bedarf.!     P. Udo 

Duterte lässt Ordens-Website sperren: „Kommunistischer Terror"

Die Regierung der Philippinen sperrt kurz vor Ende ihrer Amtszeit die Webseiten mehrerer Nichtregierungsorganisationen und Nachrichtenportale wegen Unterstützung „kommunistischer Terroristen". Betroffen von der Blockade ist laut philippinischen Medien unter anderem die Website der „Rural Missionaries of the Philippines", ein Zusammenschluss katholischer Orden und Laien zur Förderung der Rechte von Bauern und Fischern.
Foto:  Rural Missionaries of the Philippines 

Kirche auf den Philippinen gründet Aufsichtsorgan für Regierung

Die katholische Bischofskonferenz der Philippinen hat die Einrichtung einer Organisation zur Sicherstellung der politischen Rechenschaftspflicht der öffentlichen Hand angekündigt. Die Caritas als sozialer Arm der Kirche werde die Initiative namens Simbayanihan leiten, berichtete der asiatische Pressedienst „Ucanews" laut Katholischer Nachrichten-Agentur (KNA). Der nationale Caritas-Leiter, Bischof Colin Bagaforo, sagte, Simbayanihan werde sich auf die Bereiche Regierungsführung und Transparenz bei Regierungstransaktionen konzentrieren.
Nach der Wahl gelte es nun sicherzustellen, „dass die gewählten Politiker das erfüllen, was sie dem Volk als Kandidaten versprochen haben", so Bagaforo. - Die Philippinen gelten als eines der korruptesten Länder Asiens. Im Korruptionsindex 2021 von Transparency International rutschte das Land um zwei Plätze auf Rang 117 der 180 bewerteten Länder ab.
Die Familie des designierten Präsidenten Ferdinand Marcos Jr. steht im Verdacht, die Staatskasse während der Diktatur von Ferdinand Marcos Sr. (1972-1986) um bis zu zehn Milliarden US-Dollar geplündert und das Geld ins Ausland geschafft zu haben. Im Guinnessbuch der Rekorde wurde dies bis vor kurzem als weltweit größte Ausplünderung eines Staates bezeichnet. 

Manila: Marcos will als Präsident „eng" mit Kirche zusammenarbeiten

Katholische Kirchenvertreter auf den Philippinen begrüßen die Zusicherung des designierten Präsidenten Ferdinand „Bongbong" Marcos Jr., „zum Wohl der Allgemeinheit eng mit der Kirche zusammenzuarbeiten". Marcos' Treffen mit dem Diplomatischen Corps sei „sehr produktiv und ermutigend" gewesen, zitierte der asiatische Pressedienst „Ucanews" den Papstbotschafter im Land, Erzbischof Charles Brown.
Auch Marcos twitterte am Dienstag, er habe ein „ermutigendes Gespräch mit dem Botschafter des Heiligen Stuhls, Charles Brown, gehabt".
Im Wahlkampf hatten sich katholische Bischöfe, Priester und Ordensleute in beispiellosem Ausmaß gegen die Wahl von Marcos und für dessen Gegenkandidatin Leni Robredo ausgesprochen. Wie viele andere warnten die Kirchenvertreter vor einer Neuauflage der Diktatur des gleichnamigen Vaters von Marcos Jr., Ferdinand Marcos (1972-1985).
Der Diktatorensohn hatte im Wahlkampf das Regime seines Vaters als „goldene Ära der Philippinen" gepriesen und sich geweigert, - wie auch seine noch lebende Mutter Imelda und seine Geschwister - sich von den massiven Menschenrechtsverletzungen und der Korruption seines Vaters zu distanzieren. Ferdinand Marcos war 1986 durch einen Volksaufstand unter Führung des damaligen Erzbischofs von Manila, Kardinal Jaime Sin, gestürzt worden.

Ethikerin: Darstellung der ersten assistierten Suizide „irritierend"

Kritik an der medialen Darstellung der ersten assistierten Suizide in Österreich hat die Wiener Ethikerin Susanne Kummer geäußert. Es sie „irritierend", wenn es nach einem Bericht von Gesundheitsminister Johannes Rauch von bisher bundesweit zwei Fällen von in Anspruch genommener Suizidbeihilfe geheißen habe, „verdächtig wenige Menschen" hätten bislang die Beihilfe zum Suizid in Anspruch genommen - verbunden mit der Forderung, der Staat müsse daher eingreifen und „ein eigenes Angebot" zur Verwirklichung von Selbsttötungen schaffen, zitiert die Geschäftsführerin des Bioethikinstituts IMABE aus der Tageszeitung „Der Standard". „Was heißt wenig? Ab wann wären es genügend?", so die Expertin im Editorial der soeben erschienenen medizinethischen Fachzeitschrift „Imago Hominis". 
Die Debatte, ab wann es „genug assistierte Suizide" seien, mute „eigenartig" an, unterstreicht Kummer. Dies zeige der Blick in die Niederlande, wo 2018 „nur" 17 Menschen täglich durch Euthanasie gestorben seien, worauf sich das dortige Parlament besorgt über den „Rückgang" gegenüber den Jahren zuvor geäußert habe. Inzwischen seien es wieder 19 pro Tag. „Ist das die Zukunft: Dass ein Gesundheitsminister sich dafür rechtfertigen muss, warum es in Österreich 'nicht genug assistierte Suizide' gibt?", fragt Kummer kritisch nach. In den vergangenen 20 Jahren seien im Schnitt 3,7 Österreicher jährlich in die Schweiz gefahren, um sich dort mit Unterstützung des Vereins Dignitas das Leben zu nehmen.
 

Vatikan sichert sich weitere Befugnisse bei Ordensneugründung

Der Vatikan greift weiter in die Gründung neuer Glaubensvereinigungen auf Diözesanebene ein. Gemäß einem nun veröffentlichten päpstlichen Reskript muss der Diözesanbischof künftig bereits vor Gründung einer „öffentlichen Vereinigung von Gläubigen", die perspektivisch eine Ordensgemeinschaft mit diözesanem Recht werden soll, eine schriftliche Genehmigung bei der Vatikanbehörde für geistliche Orden einholen. Von dieser Neuregelung, die mit der Veröffentlichung im „Osservatore Romano" (15. Juni) in Kraft trat, sind sowohl Institute des geweihten Lebens als auch Gesellschaften des apostolischen Lebens betroffen.
 

Münsteraner Bischof nimmt Stellung zu Missbrauchsstudie

Der Bischof der deutschen Diözese Münster, Felix Genn, hat persönliche Fehler im Umgang mit Fällen sexualisierter Gewalt eingeräumt. Vier Tage nach Vorstellung einer unabhängigen Missbrauchsstudie für seine Diözese sagte er vor Journalisten: „Ich selbst hätte in einigen Situationen anders handeln müssen." Zugleich wies der 72-Jährige darauf hin, dass er sexuellen Missbrauch weder vertuscht noch die Interessen der Institution über die Sorge um die Betroffenen gestellt habe. Daher wolle er nicht zurücktreten und seine verbleibende Amtszeit dazu nutzen, Maßnahmen gegen sexuellen Missbrauch zu ergreifen.
Nach den Worten von Genn haben aber seine verstorbenen Amtsvorgänger Reinhard Lettmann, Heinrich Tenhumberg und Michael Keller im Umgang mit sexuellem Missbrauch „schwere Fehler" gemacht. „Sie ließen sich von einer Haltung leiten, die den Schutz der Institution im Blick hatte, nicht aber die Betroffenen." 

Bischöfe: Synodalität auf allen Ebenen der Kirche realisieren

„Synodalität ist ein Lebensprinzip von Kirche und muss zur selbstverständlichen Realität auf allen Ebenen des kirchlichen Lebens in Österreich werden." Das betonen die österreichischen Bischöfe in einer Erklärung zum Abschluss der Sommervollversammlung der Bischofskonferenz in Mariazell. Gemeinsam mit den Bischöfen haben am Montag und Dienstag insgesamt 60 Personen aus den Diözesen und bedeutenden kirchlichen Einrichtungen an der vorsynodalen Beratung der Bischofskonferenz teilgenommen. Die Themen der Weltsynode - Gemeinschaft, Partizipation, Mission - waren dabei die inhaltliche Vorgabe für den Austausch. Er war geprägt von freimütiger Rede, aufmerksamem Hören, gemeinsamem Gebet und Gottesdienst sowie Momenten der Stille. 
Synodalität sei aber nicht nur ein rein innerkirchlicher Vorgang: „Die zunehmende Polarisierung, Fragmentierung und Gereiztheit in der Gesellschaft kann letztlich nur durch respektvolle Begegnung und wertschätzendes Gespräch entschärft und verwandelt werden", so die Bischöfe. Eine wie in diesen Tagen in Mariazell erfahrene „Kultur der Weggemeinschaft" - auch so könne Synodalität verstanden werden - sei keine Selbstverständlichkeit, sondern „ein Geschenk und Auftrag" zugleich. Gerade die Methode der „Spirituellen Konversation" in Form von „Anhörkreisen", die in den letzten Monaten bei vielen Gelegenheiten bewusst angewendet wurde, habe sich dabei sehr bewährt und sollte daher zu einer gängigen Praxis werden.
Ziel der Beratung in Mariazell war es, die Ergebnisse der synodalen Prozesse auf Ebene der Diözesen zu bündeln, zu reflektieren und zu gewichten.
Foto: Kathpress/Josef Kuss.
 

Kardinal Schönborn hat ernsthafte Bedenken gegenüber dem deutschem Synodalen Weg

Mit ernsthaften Bedenken am deutschen kirchlichen Reformprozess Synodaler Weg hat Kardinal Christoph Schönborn aufhorchen lassen. So wichtig es sei, dem Skandal des Missbrauchs nachzugehen, ihn aufzuklären und die Opfer zu hören, so sehr finde er die weitreichenden kirchenreformerischen Forderungen des deutschen Synodalen Weges problematisch. „Ich empfinde das, vielleicht ist der Ausdruck zu stark, als eine Instrumentalisierung des Missbrauchs. Zumindest besteht die Gefahr", so Schönborn in einem Interview in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Communio". Dabei sei es "sehr fraglich, ob damit dem Missbrauchsthema und den Betroffenen wirklich Gerechtigkeit widerfährt". 
Ihn befremde, „dass man so schnell vom Missbrauchsthema zu Kirchenverfassungsfragen übergeht". Dabei sei „die Evidenz dieses Konnex" bei Weitem nicht reflektiert und erwiesen. "Ist das wirklich ein direkter Konnex, dass Missbrauch in der Kirche geschehen ist, weil es keine Gewaltenteilung im Sinne demokratischer Rechtsstaaten gibt? Ich bezweifle das", so Schönborn im Gespräch mit dem Schriftleiter der „Communio", dem Wiener Dogmatik-Professor Jan-Heiner Tück. Die Tatsache des Missbrauchs sei „kein Argument gegen Leitung", die Tatsache der Vertuschung durch Bischöfe und Priester an sich „kein Argument gegen die bischöfliche Verfasstheit der Kirche". Gewiss, der Missbrauch durch Priester sei „sicher die schlimmste Form von Missbrauch" - aber dies als Argument dafür zu nehmen, "dass die Stiftung Jesu geändert oder korrigiert werden muss, scheint mir verfehlt". 
Schönborn kontrastierte dies mit dem Hinweis auf den österreichischen Weg des Umgangs mit Missbrauch. Die Causa Groer habe schließlich nicht nur 1995 zum Rücktritt von Kardinal Hans Hermann Groer geführt, sondern auch zur Gründung der ersten Ombudsstelle im gesamten deutschen Sprachraum - eine Einrichtung, die inzwischen selbstverständlich und bewährt sei. Zudem habe man 2010 mit der Einrichtung der Unabhängigen Opferschutzanwaltschaft unter Waltraud Klasnic und der Einrichtung einer eigenen Stiftung Opferschutz rasch reagiert: "Dieser Weg war eindeutig opferorientiert. Natürlich steht nach wie vor die Frage im Raum, ob dieser oder jener Bischof, diese oder jene kirchliche Institution, Orden etc. vertuscht haben oder nicht. Aber eines war für uns klar: An erster Stelle muss es um die Betroffenen gehen." 

Salzburger Theologe Hoff weist Schönborn-Kritik zurück

Der Salzburger Theologe Gregor Maria Hoff hat den deutschen kirchlichen Reformprozess "Synodaler Weg" gegen die Kritik von Kardinal Christoph Schönborn verteidigt. Wenn im Rahmen der Beratungen des Synodalen Weges über das priesterliche oder bischöfliche Amt diskutiert werde, so geschehe dies seitens der Synodalen im Wissen darum, selbst keine dogmatischen Entscheidungen treffen zu können und daher auch keinen „Abschied vom Amt" einzuläuten. Vielmehr gehe es darum, den „Sinn priesterlichen Dienstes im Moment seiner schärfsten Existenzkrise" - indiziert nicht zuletzt durch den Missbrauchsskandal – „neu zu bestimmen", schrieb Hoff in einem Gastbeitrag auf „katholisch.de". 
Hoff: „Über welche apostolische Nachfolgegarantie verfügt ein Amt, das in nicht unerheblichem Maße an sexuellem und geistlichem Missbrauch beteiligt war?" Schließlich war es die Erfahrung des Missbrauchs bzw. dessen „systemische Dimension", die deutlich werden ließ, dass man Missbrauch "nicht auf priesterliche Einzeltäter reduzieren" könne und die Kirche daher auch „nicht einfach weitermachen" könne wie zuvor. Brauche es nicht auch im Blick auf das Amt und seine Kriterien eine „Umkehr", um dessen "Überhöhung" zu überwinden? Hoff weiter: „Was ist mit der Kriminalgeschichte der kirchlichen Hierarchie? Wie unfassbar ist die Tatsache, dass die Amtsgnade nicht gereicht hat, zu verhindern, was unbedingt hätte verhindert werden müssen?"
Ein bloßer Rückgriff auf Schrift und Tradition würden somit nicht genügen, um der Tiefe der Krise gerecht zu werden, betonte Hoff. Es gehe darum, die "systemischen Ursachen zu durchbrechen", die zum Skandal des Missbrauchs geführt hätten.
 

Papst kritisiert US-Traditionalisten und lobt Europas Kirche

Papst Franziskus hat traditionalistische Kreise in der katholischen Kirche als Hindernis für Erneuerung kritisiert. „Wir müssen unsere Art, die Realität zu sehen und zu bewerten, erneuern", erklärte der 85-Jährige in einem am Dienstag veröffentlichten Gespräch mit Redakteuren von europäischen Jesuitenzeitschriften. Allerdings gebe es eine „überwältigende Zahl" an Gruppen - besonders in den USA - die die Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-65) noch nie akzeptiert hätten und es sei sehr schwierig, „geistige Erneuerung in stark veralteten Mustern zu sehen".
Mit dem Zweiten Vaticanum begann eine Erneuerung in Struktur und Liturgie der katholischen Kirche, sowie ihre Öffnung zum Dialog mit anderen Konfessionen und Religionen. Bestimmte Anhänger der katholischen Kirche lehnen diese Reformen ab.
Die Restauration sei gekommen, um das Zweite Vatikanische Konzil „zu knebeln", führte der Papst weiter aus. Das Konzil, an das sich „manche Hirten am besten erinnern", sei jenes von Trient (1545-1563).
Die europäische Kirche lobte Franziskus hingegen. In ihr sehe er „mehr Erneuerung in den spontan entstehenden Dingen: Bewegungen, Gruppen, neue Bischöfe, die sich daran erinnern, dass ein Konzil hinter ihnen steht", so der Papst mit Blick auf das Zweite Vaticanum. Zugleich zeigte er sich optimistisch, dass das Zweite Vatikanische Konzil doch noch akzeptiert werde: „Es ist auch wahr, dass es ein Jahrhundert dauert, bis ein Konzil Wurzeln schlägt. Wir haben also noch vierzig Jahre Zeit, um es zu etablieren!"
 

Papst: Brauchen nicht zwei evangelische Kirchen in Deutschland

Papst Franziskus hat sich kritisch und ironisch über einige Ideen des Reformprojekts „Synodaler Weg" der katholischen Kirche in Deutschland geäußert. In einem am Dienstag veröffentlichten Interview wiederholte er lachend einen Satz, den er dem deutschen Bischofskonferenz-Vorsitzenden Georg Bätzing gesagt hatte: „Es gibt eine sehr gute evangelische Kirche in Deutschland. Wir brauchen nicht zwei von ihnen."
Der Papst nannte es „problematisch, wenn der Synodale Weg von den intellektuellen, theologischen Eliten ausgeht und sehr stark von äußeren Zwängen beeinflusst wird". Ohne konkrete Beispiele zu nennen, verwies er zum Kontrast auf „einige Diözesen, in denen der Synodale Weg mit den Gläubigen, mit dem Volk, langsam beschritten wird".
In dem Gespräch mit den Chefredakteuren kirchennaher Zeitschriften aus zehn Ländern unterstrich Franziskus erneut, dass der Papstbrief „An das pilgernde Volk Gottes in Deutschland" von Juni 2019 seine eigenen Gedanken zum "Synodalen Weg" enthalte. "Ich habe ihn selbst geschrieben, und ich habe einen Monat gebraucht, um ihn zu schreiben. Ich wollte die Kurie nicht einbeziehen. Ich habe es selbst gemacht. Das Original ist spanisch, die deutsche Version ist eine Übersetzung. Dort habe ich geschrieben, was ich denke."
In dem Interview bezeichnete der Papst in anderem Zusammenhang den schwedischen Kardinal Anders Arborelius als „Vorbild an Orientierung". Der Bischof von Stockholm habe „keine Angst vor irgendetwas. Er redet mit allen und stellt sich nicht gegen jemanden. Er strebt immer nach dem Positiven. Ich glaube, dass eine Person wie er den richtigen Weg aufzeigen kann." 
Arborelius gehört zu den Mitunterzeichnern eines kritischen Offenen Briefs an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz zum Synodalen Weg vom 10. März dieses Jahres.
 

Deutsche Franziskaner für gleichberechtigten Zugang zu Weiheämtern

Die Deutschen Franziskaner plädieren für einen gleichberechtigten Zugang von Männern und Frauen zu den kirchlichen Weiheämtern. Auch wenn es unterschiedliche Positionen innerhalb der Provinz gebe, hätten sich die 60 Delegierten „mit großer Mehrheit" bei ihrem jüngsten Provinzkapitel dafür ausgesprochen, teilte das Provinzialat in München mit. Zugleich wünschten sie sich in Anlehnung an die eigene Praxis in der Ordensgemeinschaft eine zeitliche Begrenzung der Leitungsdienste in der Kirche und dass diese nicht notwendigerweise an die sakramentale Weihe gekoppelt sein müssten.
Weiter machten sich die Franziskaner in ihrem neuen Positionspapier für den Dialog mit anderen Religionen stark. Auch müsse die Schöpfungsverantwortung stärker wahrgenommen werden, genauso wie es wichtig sei, ein „prophetisches Engagement" für Gerechtigkeit und Frieden zu zeigen. Zur eigenen Glaubwürdigkeit beitragen solle die „unabhängige Aufarbeitung der Missbrauchsfälle" in der Ordensgemeinschaft, heißt es. In den vergangenen drei Jahren sei ein umfassendes Präventionskonzept ausgearbeitet und umgesetzt worden, um sexualisierte Gewalt zu verhindern.
 

Irlands Katholiken wollen Frauenpriestertum und Priesterehe

Deutliche Positionierung im „katholischen Irland": 96 Prozent der befragten Katholiken im Land sprechen sich für Weiheämter von Frauen aus. Das ergab die Erhebung im Rahmen des von Papst Franziskus angestoßenen weltweiten Synodalen Prozesses in den 26 irischen Diözesen, wie die Zeitung „Irish Times"  recherchiert hat. Demnach wünschen sich die meisten Gläubigen katholische Priesterinnen oder Diakoninnen.
85 Prozent äußerten sich demnach besorgt über eine Ausgrenzung von LGBTIQ-Personen in der Kirche. Mehr als zwei Drittel wünschten mehr Beteiligung von Laien an kirchlichen Entscheidungen. Eine Mehrheit votierte auch für eine Abschaffung des verpflichtenden Priesterzölibats, also für eine mögliche Heirat von Priestern. Weitere Wünsche auf dem Zettel von Irlands Katholiken: mehr Teilhabe für Geschiedene und Wiederverheiratete sowie bessere und kürzere Predigten.
Laut Zeitungsangaben haben sich in Irland Zehntausende Katholiken an der nationalen Phase des weltweiten Synodalen Prozesses beteiligt.

„Open Doors": Vertreibung von Christen oft „gezielte Strategie"

Die Vertreibung von Christen aus ihren Häusern und Dorfgemeinschaften ist in vielen Ländern „eine bewusst eingesetzte Strategie der religiösen Verfolgung". Das geht aus einem aktuellen Bericht des internationalen Hilfswerks „Open Doors" hervor, das sich gegen Christenverfolgung einsetzt. Es gehe gezielt darum, die Präsenz des Christentums in Regionen, in denen die Verfolgung am stärksten ist, auszulöschen, betonte das überkonfessionelle Hilfswerk in einer Aussendung.
Der Bericht „The Church on the Run: IDP & Refugee Report 2022" befasst sich demnach mit dem Ausmaß und der Art der religiösen Verfolgung von Binnenvertriebenen und Menschen, die ins Ausland flüchten. Die „Open Doors"-Spezialistin für geschlechtsspezifische Verfolgung, Helene Fisher, betonte: „Um ein vollständiges Bild der religiösen Verfolgung zu erhalten, müssen wir sowohl die Kirche im Land selbst als auch die Kirche der Vertriebenen betrachten."
Teil der Strategie sei es, die Religionsgemeinschaften zu spalten. „Die Vertreibung ist nicht nur ein Nebenprodukt der Verfolgung, sondern in vielen Fällen ein bewusst eingesetztes Element einer umfassenderen Strategie, um das Christentum aus der Gemeinschaft oder dem Land zu vertreiben", präzisierte Fisher. Die häufigste Ursache für die Vertreibung von Christen seien Familienangehörige, die Konvertiten als „Abtrünnige und Verräter" betrachteten. Diese würden dann etwa überlebenswichtige Dinge, wie Nahrung oder Unterkunft vorenthalten, oder die körperliche Unversehrtheit bedrohen oder verletzen. „In einigen Fällen macht die Todesdrohung eine rasche Flucht erforderlich", so Fisher. Oft seien es kirchliche Identifikationsfiguren, die im Besonderen von Repressionen betroffen sind, denn, ihr Weggang sei oft der Auslöser dafür, dass auch andere christliche Familien aus der Gemeinde wegziehen, so das Kalkül der Verfolger.
Schwere Verfolgung höre nicht immer auf, wenn der Einzelne fliehe. „Christen, die zur Flucht gezwungen sind, können jederzeit verfolgt werden, auch wenn sie sich in einem Land niederlassen, in dem sie sich sicher fühlen", betonte Eva Brown, leitende Analystin für religiöse Verfolgung „bei Open Doors". Diese Herausforderungen könnten durch mangelndes Verständnis und mangelnde Reaktion der humanitären Akteure noch verschärft werden. „Das Bewusstsein für diese vielschichtige Gefährdung ist von entscheidender Bedeutung, damit auf die Bedürfnisse von marginalisierten Binnenvertriebenen und Flüchtlingen bestmöglich eingegangen werden kann", so Brown.
Verfolgung verändert Gesicht von Ländern
Die langfristigen Auswirkungen von Vertreibung können das Gesicht eines Landes über Generationen hinweg verändern, betonte „Open Doors". So hätten etwa im Irak vor der Machtergreifung Saddam Husseins über eine Million Christen gelebt, jetzt seien es nur noch etwas mehr 160.000 Menschen, die sich zum Christentum bekennen. So habe sich bereits während Husseins Herrschaft die Lage für Christen zugespitzt, aber erst nach dem Jahr 2003 sei die Verfolgung in der Region sprunghaft angestiegen. Mit dem Aufstieg des Islamischen Staats habe sich die Abwanderung von Christen aus der Region nochmals deutlich verstärkt.
Afghanistan gefährlicher als Nordkorea
Derzeit verzeichne man eine starke Zunahme der Verfolgung von Christen weltweit, so "Open Doors". 360 Millionen Christen seien im vergangenen Jahr aufgrund ihres Glaubens in hohem Maße von Unterdrückung, Kontrolle und Gewalt betroffen gewesen; das sind um 20 Millionen mehr als im Jahr davor, listete das Hilfswerk in seinem „Weltverfolgungsindex 2022" auf. Darin wurde erstmals das nunmehr von den Taliban regierte Afghanistan als gefährlichstes Land für Christen genannt. Es rangiert in der Negativ-Wertung nun vor Nordkorea, das 20 Jahre lang an der Spitze stand und nun auf Platz zwei verdrängt wurde, obwohl sich auch dort die extreme Verfolgungssituation der Christen noch weiter verschlechtert hat.
Foto: opendoors.at
 

Nach Priestermorden massive Kritik der Kirche an Mexikos Präsident

Massiver Kritik aus der Kirche ist der mexikanische Präsident nach den jüngsten Morden an zwei Ordenspriestern ausgesetzt. Andres Manuel Lopez Obrador vertrete gegenüber den Mitgliedern der Drogenkartelle eine Politik der „Umarmungen statt Kugeln" (Spanisch: „abrazos, no balazos"), „doch kennen diese Leute keine Umarmungen, egal wie viel die Regierung ihnen anbietet und verspricht. Sie kennen nur Kugeln", betonte Kardinal Jose Francisco Robles Ortega laut Portal „ACI Prensa" bei einem Seelsorgertreffen seiner Erzdiözese Guadalajara.
Anlass für die Kritik ist die Ermordung der Jesuitenpatres Javier Campos Morales und Joaquin Cesar Mora Salazar im Bundesstaat Chihuahua am Montag. Die 79 und 81 Jahre alten Ordensleute waren von Unbekannten erschossen worden, nachdem sie einem Mann, der vor Bewaffneten in die Pfarrkirche geflohen waren, dort Zuflucht gewährt hatten. Auch der Mann wurde erschossen. Die beiden Priester hätten „nur ihren Dienst erledigt und dabei nichts Subversives getan, nicht zu Gewalt gegen die Regierung aufgerufen", unterstrich der Kardinal. Sie seien „nur deshalb hingerichtet worden, da sie einer Person Gutes taten, die sie um Hilfe bat". 
Die Bluttat reihe sich ein in eine bereits lange Liste von 50 Priestermorden in den vergangenen drei Präsidentschaften, machte Robles die Tragik des Geschehens bewusst. 
 

Wieder Kirchen in Nigeria angegriffen: Drei Menschen tot

Bewaffnete Männer haben in Nigeria erneut zu Gottesdiensten versammelte Gläubige in zwei christlichen Kirchen angegriffen. In der Gemeinde Rubu im Nordwesten des Landes wurden laut Zeugen und Behördenvertretern dabei am Sonntag drei Menschen getötet und Dutzende weitere entführt. Die Attacke in der Region Kajuru im Bundesstaat Kaduna habe sich gegen insgesamt vier Dörfer gerichtet. Zahlreiche Häuser seien zerstört und Geschäfte geplündert worden, berichteten Anwohner der Nachrichtenagentur Associated Press (AP). Die Angreifer entkamen auf Motorrädern.
Die Gläubigen hatten Sonntagfrüh in Rubu an Gottesdiensten in der Maranatha-Baptistenkirche und in der katholischen Kirche St. Moses teilgenommen, als die Bewaffneten die Kirchen umzingelten und angriffen, zitierte AP aus Augenzeugenberichten. Die drei Getöteten sollen demnach Katholiken sein, während die meisten der entführten Opfer der Baptistenkirche angehören.

Voraussichtlich 22 katholische Neupriester im Jahr 2022

In Österreichs katholischer Kirche dürfte es im Jahr 2022 mindestens 22 Neupriester geben. Das ergab eine Kathpress-Umfrage in den Diözesen und Ordensgemeinschaften im Vorfeld des Apostelfestes Peter und Paul (29. Juni), rund um welches traditionell die Weihegottesdienste stattfinden. 
Die Neupriester des Jahrgangs 2022 sind zum Zeitpunkt der Weihe zwischen 27 und 56 Jahre alt, ihr Durchschnittsalter beträgt 35 Jahre. Die meisten bringen bereits Berufserfahrungen aus der Zeit vor dem Theologiestudium bzw. dem Eintritt ins Priesterseminar mit. So finden sich unter den diesjährigen Priesteramtskandidaten ein Bauingenieur und ein früherer Gastro-Unternehmer ebenso wie ein gelernter Krankenpfleger, ein Möbeltischler, Elektroniker, Heilmasseur, Bankangestellter, ein Experte für Landwirtschaft und einer für Holzverarbeitung, jedoch auch ein Historiker und ein Amerikanist. 

Nur sieben angehende Priester in Österreich geboren 

Insgesamt wurden sieben angehende Priester in Österreich geboren, davon vier in Niederösterreich, zwei in Salzburg und einer in Tirol. Ebenfalls sieben Priesteramtskandidaten sind gebürtige Deutsche, vier stammen aus asiatischen Ländern, zwei aus Lateinamerika und je einer aus Polen und Nigeria.
Weihen in Wien, Salzburg und St. Pölten
Bei der Weihe im Wiener Stephansdom wurden am 18. Juni drei Priester des diözesanen Priesterseminars und drei des Missionskollegs „Redemptoris Mater" geweiht.
Im Salzburger Dom wird Erzbischof Franz Lackner am 29. Juni zwei Diözesanpriester und einen Benediktiner des Stiftes St. Peter weihen.
In St. Pölten nimmt Bischof Alois Schwarz ebenfalls am Apostelfest Peter und Paul fünf Weihen vor.
Neun der angehenden Neupriester stammen aus Ordensgemeinschaften und werden auch zumeist in Stifts- oder Klosterkirchen geweiht. 

Kurznachrichten

 

Papst Franziskus hat Medienspekulationen über einen möglicherweise bevorstehenden Rücktritt zurückgewiesen. 

 

Vatikan. Die Botschafterin Österreichs beim Heiligen Stuhl, Franziska Honsowitz-Friessnigg (60), beendet ihren Dienst in Rom. Als erste Frau auf diesem Posten war sie vier Jahre lang Österreichs Vatikan-Botschafterin. 

 

Der Vatikan geht einen weiteren Schritt in der historischen Aufarbeitung der NS-Zeit. Ab Ende Juni wird eine Reihe mit 170 Bänden zum Pontifikat von Pius XII. (1939-1958) online frei verfügbar sein. 

 

Vatikan. P. Bernhard Eckerstorfer, aus dem Stift Kremsmünster stammender Rektor der Päpstlichen Hochschule Sant'Anselmo der Benediktiner in Rom, ist von Papst Franziskus zum Berater der Behörde für die Gottesdienst- und die Sakramentenordnung berufen worden. 

 

Vatikan. Mark Andrew Lewis (62), Jesuit und Kirchenhistoriker, wird ab September neuer Rektor der Päpstlichen Universität Gregoriana. Die Ernennung durch Papst Franziskus gab die Hochschule in Rom bekannt. Der gebürtige US-Amerikaner löst damit den Portugiesen Nuno da Silva Goncalves (63) ab, der seit September 2016 die Universität leitete. 

 

USA. Das oberste Gericht der USA ermöglicht den Bundesstaaten ein Verbot von Abtreibungen. Am Freitag hoben die Richter in Washington das Grundsatzurteil „Roe vs. Wade" auf, das im Jahr 1973 Abtreibungen zur Privatsache erklärte. Bisher hatte das Gericht demnach Abbrüche bis zur 24. Schwangerschaftswoche für rechtmäßig erklärt. 

 

In der Ukraine sind seit Russlands Überfall nach UN-Angaben 152 Kulturstätten ganz oder teilweise zerstört worden. Wie die Unesco in Paris jetzt mitteilte, sind darunter 70 Kirchen und Kultgebäude, 30 historische Bauten, 18 Kulturzentren, 15 Denkmäler, zwölf Museen und sieben Bibliotheken. 

 

Maynmar. Im Bundesstaat Kayah im Osten des Landes ist eine weitere katholische Kirche von Truppen der Militärjunta zerstört worden. 

 

In Kolumbien hat sich der Erzbischof von Cali, Dario Monsalve (74), als Vermittler bei möglichen Friedensgesprächen zwischen der ELN-Guerilla und der künftigen Regierung des linksgerichteten Präsidenten Gustavo Petro angeboten. 

 

Spanien. Mit der Vorstellung ihres Positionspapiers hat die katholische Kirche ihre Synodalversammlung beendet. Rund 220.000 Gläubige in mehr als 14.000 Pfarrgemeinden, Klöstern, Laienverbänden und säkularen Instituten haben sich an der Zusammenstellung beteiligt. 

 


 

Frankreich. Papst Franziskus hat eine Überprüfung von Vorgängen in der Erzdiözese Straßburg angeordnet. Ab 27. Juni findet eine sogenannte Apostolische Visitation statt.
 

Großbritannien. Die britische Regierung verhängt Sanktionen gegen den russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill I. So werden Vermögenswerte in Großbritannien eingefroren und ein Einreiseverbot in britisches Territorium verhängt. Das 75-jährige Moskauer Kirchenoberhaupt habe seine Position wiederholt zur Rechtfertigung des russischen Angriffskriegs in der Ukraine missbraucht. 

 

Chile. Ein Gericht der chilenischen Hauptstadt hat den ehemaligen Kanzler der Erzdiözese Santiago am Wochenende zu 15 Jahren Haft verurteilt. Der 60-jährige Oscar Munoz soll demnach mehrere Minderjährige wiederholt vergewaltigt und missbraucht haben. 

 

Deutschland. Der frühere Geschäftsführer des deutschen Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat und Bischof Emil Stehle (1926-2017) soll Missbrauchstäter in seiner Diözese in Ecuador aufgenommen haben. Derzeit läuft eine unabhängige Untersuchung. 



Österreich


Österreich. Bis zu 250.000 Menschen haben am 11. Juni die vielfältigen Angebote der „Langen Nacht der Kirchen" genutzt. 

 

Niederösterreich. Der St. Pöltner Bischof Alois Schwarz feierte am 14. Juni seinen 70. Geburtstag. Geboren 1952 im niederösterreichischen Hollenthon wurde er 1976 zum Priester und 1997 zum Weihbischof der Erzdiözese Wien geweiht. 2001 wurde er Bischof der Diözese Gurk, 2018 erfolgte sein Wechsel an die Spitze der Diözese St. Pölten. 

 

Steiermark. Die Staatsanwaltschaft Graz ermittelt gegen einen Ordenspriester wegen des Verdachts der Verbreitung von pornografischen Darstellungen Minderjähriger. 

 

Salzburg. Einnahmen von rund 63 Millionen Euro und ein ausgeglichenes Ergebnis weist der Jahresabschluss der Erzdiözese Salzburg für das Jahr 2021 aus. 

 

Burgenland. Eine erfreuliche Halbzeit-Bilanz ziehen die Passionsspiele im Steinbruch St. Margarethen: Rund 13.000 Besucherinnen und Besucher sahen seit der Premiere am 26. Mai die neuinterpretierte Geschichte vom Leben, Lieben, Leiden und der Auferstehung Jesu Christi auf der Ruffinibühne. 

Gläubige sollen an Bischofswahl in deutscher Erzdiözese mitwirken

An der Wahl des nächsten Erzbischofs von Paderborn in Deutschland sollen auch katholische Laien mitwirken können. Eine noch zu gründende Gruppe aus 14 Gläubigen werde zusammen mit den 14 Domherren für den Vatikan eine Vorschlagsliste mit Kandidaten erarbeiten, teilte die Erzdiözese Paderborn mit. Der Papst schickt dann eine Liste mit drei Namen nach Paderborn zurück. Aus dieser Liste wählt im Fall der deutschen Erzdiözese gewöhnlich das Domkapitel den neuen Erzbischof. Sollten sich auch die Gläubigen an dieser Wahl beteiligen dürfen, bräuchte es eine spezielle Zustimmung des Vatikans.
Neun der Gläubigen werden laut Erzdiözese aus den Gemeinden kommen und per Los ernannt; drei Personen werden vom Diözesanpastoralrat und je eine Person von der Diözesankonferenz der Katholischen Schulen sowie vom Caritasverband ernannt. Bei einem ersten Treffen mit dem Kapitel soll unter anderem das weitere Vorgehen und das Profil des künftigen Erzbischofs besprochen werden.


Auch das noch...

Belgischer Bischof Van Looy verzichtet auf Kardinalsamt

Der emeritierte Bischof von Gent, Luc Van Looy, verzichtet auf seine geplante Erhebung zum Kardinal. Papst Franziskus habe dem bereits zugestimmt, teilte die Belgische Bischofskonferenz mit. 
Als Begründung habe Van Looy angegeben, er wolle Opfer sexuellen Missbrauchs nicht „erneut verletzt" wissen. Die Nachricht seiner Ernennung habe viele positive Reaktionen, aber auch einige Kritik hervorgerufen, er sei Missbrauchsfälle in seiner Zeit als Bischof an der Spitze der Diözese Gent (2004-2020) nicht immer energisch genug angegangen.
 

Neuer Generalsekretär der Anglikaner ist Flüchtling aus dem Sudan

Bischof Anthony Poggo (58), einst Flüchtlingskind aus dem heutigen Südsudan, wird neuer Generalsekretär der Anglikanischen Weltgemeinschaft. Wie diese in London mitteilte, folgt Poggo im September auf den Nigerianer Josiah Idowu-Fearon (73), der nach der Lambeth-Konferenz im Juli/August sein Amt niederlegt.
Der Generalsekretär ist verantwortlich für die Verbindung der 42 verschiedenen Kirchen der anglikanischen Weltgemeinschaft. Ursprünglich aus dem Süden des Sudan, musste Poggo als einjähriges Kind vor dem Bürgerkrieg fliehen. 
Mit seinen Eltern lebte er bis 1973 in Uganda und konnte erst dann in den Sudan zurückkehren. 
Der Sohn eines Priesters wurde selbst 1996 zum Priester geweiht und wurde 2007 Bischof von Kajo Keji im Sudan. Seit 2016 ist Poggo Berater des Erzbischofs von Canterbury und anglikanischen Primas von England, Justin Welby, für Angelegenheiten der Weltgemeinschaft.
 

Aus geplantem Luxushotel im Vatikan soll „Sozialhotel" werden

Nach Rücksprache mit Papst Franziskus hat der Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem Pläne für ein Luxushotel in Vatikannähe überarbeitet. Wie die Zeitung „Il Messaggero"  berichtete, soll aus dem Gebäudekomplex des Palazzo Della Rovere an der Via della Conciliazone nun ein „Sozialhotel" werden.
Zuvor war den Angaben zufolge ein luxuriöses Etablissement unter Leitung der internationalen Kette „Four Seasons" vorgesehen. Der Ritterorden als Eigentümer des Anwesens habe aber letztlich "in Einvernehmen mit dem Papst" eine bescheidenere Projektvariante gewählt.
 

Wittenberger Schmähplastik muss nicht entfernt werden

Die antijüdische Skulptur an der Fassade der evangelischen Stadtkirche St. Marien in Wittenberg muss nach einem Urteil des deutschen Bundesgerichtshofs (BGH) nicht entfernt werden. Es fehle dem jüdischen Kläger an einer gegenwärtigen Rechtsverletzung, urteilte der mit dem Fall befasste Zivilsenat am Dienstag.
Durch eine Bodenplatte und einen Schrägaufsteller unterhalb des Reliefs wurde nach Überzeugung der Richter das Schandmal in ein Mahnmal umgewandelt. Dabei gehe es um die Erinnerung an die jahrhundertealte Diskriminierung und Verfolgung von Juden bis hin zum nationalsozialistischen Völkermord. Die deutsche Rechtsordnung gebiete keine Beseitigung des Reliefs.
Auf dem an der Predigtkirche Martin Luthers (1483-1546) in etwa vier Metern Höhe angebrachten sogenannten „Judensau"-Relief ist eine als Rabbiner karikierte Figur dargestellt, die den Schwanz eines Schweins anhebt und dem im Judentum als unrein geltenden Tier in den After schaut. 
Der Wittenberger evangelische Pfarrer Alexander Garth zeigte sich nach dem Urteil erleichtert. 

Dominic Heinzl: Für das tägliche Gebet nehme ich mir immer Zeit

Dominic Heinzl, ATV-Moderator und Romy-Preisträger, nimmt sich täglich Zeit für das Gebet. Das sagte der Kenner der heimischen Society im „alle welt"-Magazin der Päpstlichen Missionswerke in Österreich (Ausgabe Juli/August). „Wer nicht glaubt, kennt keinen Gott. Er ist der Grund unseres Daseins", zeigte sich der Fernsehmoderator überzeugt. Heinzl ist seit 2017 für den privaten Fernsehsender ATV tätig, wo er wochentags die Sendung „Heinzl und die VIPs" moderiert (20.10 Uhr).
Hinter der Oberflächlichkeit der Promiwelt, mit der der Moderator täglich konfrontiert ist, verbirgt sich eine tiefe Verbindung zum Glauben und zur Kirche. „In meiner Branche sind Oberflächlichkeiten und Eitelkeiten mein tägliches Brot", so der Moderator unumwunden. Aber, „auch wenn die Gespräche bei Events und bei der Sendung kurzweilig und heiter rüberkommen, abseits der Kamera führt man oftmals auch intensive Gespräche".
Heinzl führt das auch auf seine Schulzeit zurück. „Ich besuchte das Erzbischöfliche Knabenseminar in Hollabrunn. Während dieser Zeit habe ich sehr viele christliche Werte für mein späteres Leben mitbekommen". Aber auch in seiner Kindheit hat den Journalisten die Kirche fasziniert: „Als Kind habe ich den Pfarrer bewundert, weil er die ganze Aufmerksamkeit während der Predigt bekommen hat. Er sprach und alle hörten zu."
Heute danke er Gott täglich „für meine Talente und dafür, sie in meinem Lieblingsberuf ausleben zu dürfen". Vorwürfe mache er Gott nie, auch als seine Mutter früh verstarb, habe er sich damit getröstet, sie eines Tages wiederzusehen. „Vieles ist für uns nicht verständlich, nicht erklärbar: aber Gott ist allwissend, wir sind es nicht", so der Moderator.