JA 

die neue Kirchenzeitung

27. November 2022 

 

Ein zweiter Stalin 

Durch gezielte Angriffe auf die Infrastruktur der Ukraine versucht Putin derzeit, möglichst viele Menschen dort im Winter verhungern und erfrieren zu lassen. Das weckt schlimme Erinnerungen an den  „Holodomor" („Hungermord"), dem  vor 90 Jahren bis zu acht Millionen Menschen zum Opfer gefallen sind. 
Der „Holodomor" 1932/33 wurde von Stalin absichtlich herbeigeführt, um die wohlhabenden ukrainischen Großbauern („Kulaken") zu schwächen und zum Eintritt in die Kolchosen und Sowchosen zu zwingen. 

 




Der Wiener Erzbischof Kardinal Theodor Innitzer (1875-1955) war 1933 einer der ganz wenigen Vertreter des Westens, der sich damals  für die Hungeropfer einsetzte. 
Wladimir Putin – ein zweiter Stalin? Der Vergleich mit seinem Vorgänger schmerzt den derzeitigen Herrn im Kreml nicht. Im Gegenteil, er fühlt sich geschmeichelt. 
Der Sowjetdiktator darf in Russland ja weiterhin hoch verehrt werden – anders als Hitler in Deutschland.   P. Udo 

Emotionaler Papstbrief an ukrainische Bevölkerung

Franziskus beklagt „absurden Wahnsinn des Krieges"

In einem emotionalen Brief hat sich Papst Franziskus an die Bevölkerung in der Ukraine gewandt. Neun Monate nach Beginn der russischen Invasion versicherte das Kirchenoberhaupt den Ukrainern darin seine Nähe. "Euer Schmerz ist mein Schmerz", betonte der Papst in dem auf Donnerstag datierten und am Freitag vom Vatikan veröffentlichten Brief. Er wolle seine Tränen mit ihren verbinden, ihnen sagen, „dass es keinen Tag gibt, an dem ich euch nicht nahe bin und euch nicht in meinem Herzen und in meinem Gebet trage".

Terror und Aggression

In dem auch auf Ukrainisch verfassten Brief beschreibt Franziskus die Situation in der Ukraine in klaren, bildhaften Worten. Er spricht von dem „absurden Wahnsinn des Krieges", von „Terror" und „Aggression". "In eurem Himmel hallen das unheimliche Dröhnen von Explosionen und der bedrohliche Klang von Sirenen unaufhörlich wider. Eure Städte werden von Bomben getroffen, Raketenschauer verursachen Tod, Zerstörung und Schmerz, Hunger, Durst und Kälte."

Spuren von Folter an Leichen und den „Massengräbern, die in verschiedenen Städten entdeckt wurden" ließen nach dem „Warum" schreien. Franziskus erinnerte an die vielen verschiedenen Menschen, die vom Krieg betroffen sind. Etwa die Kinder, „die getötet, verletzt oder zu Waisen gemacht" wurden und den damit verbundenen „unermesslichen Schmerz" der Mütter.

Mutige junge Verteidiger

Weiter sprach Franziskus seine „Zuneigung und Bewunderung" etwa den jungen Menschen aus, die ihr Vaterland mutig verteidigten, ebenso Frauen, die ihre Männer verloren oder jenen, die Gewalt erlitten haben. Er denke an die älteren Menschen, genauso wie an die Freiwilligen und Seelsorger, die sich "jeden Tag für die Menschen einsetzen" sowie an die vielen Geflüchteten.

Vor 90 Jahren „Holodomor“

Wie bereits in der Generalaudienz am vergangenen Mittwoch erinnert der Papst in dem Brief an die Hungerkatastrophe „Holodomor" („Hungermord") vor 90 Jahren. Damals fielen in der Ukraine bis zu acht Millionen Menschen einer von den Sowjets absichtlich herbeigeführten Hungerkatastrophe zum Opfer. Franziskus bezeichnete dies in dem Brief erneut als „schrecklichen Völkermord".

Der Wiener Erzbischof Kardinal Theodor Innitzer (1875-1955)…

… war 1933 einer der ganz wenigen Vertreter des Westens, der sich für die Hungeropfer einsetzte. 

Patriarch Kyrill I. ruft  zu Gebeten für „Sieg über alle Gegner" auf

Der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill I. hat sich erneut hinter Kreml-Chef Wladimir Putin gestellt. Bei einem Gottesdienst an seinem 76. Geburtstag am Sonntag in Moskau sagte er laut Kirchenangaben, er stimme mit Putin bei „sehr wichtigen Fragen der Gegenwart" überein. 

Ohne den Krieg in der Ukraine beim Namen zu nennen, rief Kyrill I. zu Gebeten für die Einheit des Riesenreiches, die Einheit der Kirche sowie den „Sieg über alle Gegner" auf, die versuchten, die heilige Rus „zu schwächen und vielleicht zu zerstören". Das mittelalterliche Großreich Rus betrachten sowohl Russland als auch die Ukraine als ihren Vorläuferstaat.

Ukrainische Kirche setzt pro-russische Bischöfe ab

Die Ukrainisch-orthodoxe Kirche (UOK) hat drei der pro-russischen Propaganda beschuldigte Metropoliten ihres Amtes entbunden. Das Leitungsgremium der Kirche, der Heilige Synod, begründete die Entscheidungen am Mittwoch allerdings nicht mit den Vorwürfen gegen sie, sondern etwa mit einer schlechten Gesundheit eines der Bischöfe. Die bisherigen Metropoliten Elischa (49) von Isjum und Kupjansk sowie Joseph (44) von Romny und Buryn im Nordosten der Ukraine setzten sich laut Medienberichten in den vergangenen Monaten nach Russland ab und wurden nun in den Ruhestand versetzt. 

Beim dritten des Amtes enthobenen Metropoliten, Ioasaf (61) von Kropywnyzkyj und Nowomyrhorod im Zentrum der Ukraine, soll der Inlandsgeheimdienst Beweise für pro-russische Aktivitäten gefunden haben. Ioasaf wird jedoch weiter in der Metropolie Kiew tätig sein. Der in die Kritik geratene Leiter des Kiewer Höhlenklosters, Metropolit Pawlo, behält indes sein Amt. Über seine Absetzung war zuvor spekuliert worden.
Foto: Vatican news.
 

Papst setzt Leitung des Caritas-Weltverbandes ab 

Papst Franziskus hat überraschend die gesamte Leitung des Welt-Caritas-Dachverbands "Caritas internationalis" mit sofortiger Wirkung abberufen. Gleichzeitig ernannte er am Dienstag per Dekret den Organisationsberater Pier Francesco Pinelli zum außerordentlichen Kommissar der Organisation. Das teilte das vatikanische Presseamt mit. Hintergründe sind offenbar Spannungen im römischen Zentralbüro von  „Caritas internationalis" (CI). 

„Mit dem Inkrafttreten dieser Maßnahme scheiden die Mitglieder des Vertretungsrates und des Exekutivrates, der Präsident und die Vizepräsidenten, der Generalsekretär, der Schatzmeister und der kirchliche Assistent aus ihren jeweiligen Ämtern aus", heißt es in dem Dekret weiter. Seit 2015 stand der philippinische Kurienkardinal Luis Antonio Tagle (65) als Präsident an der Spitze der Organisation. Das Amt des Generalsekretärs übte seit 2019 der aus Indien stammende Franzose Aloysius John aus. 

Der international tätige Berater und Manager Pinelli wird in seiner Aufgabe unterstützt von Maria Amparo Alonso Escobar, einer langjährigen Caritas-Mitarbeiterin und Kampagnen-Managerin, und dem portugiesischen Jesuiten Manuel Morujao. Die drei sollen für eine Aktualisierung der Statuten und Regeln von „Caritas Internationalis" sorgen, „um deren Funktionalität und Effektivität zu verbessern und die Organisation bei der Vorbereitung der nächsten Generalversammlung zu unterstützen". Diese solle samt Wahl einer neuen Leitung turnusgemäß im Mai 2023 stattfinden. 

Bei der Erstellung aktualisierter Statuten und Regeln werde Pinelli darüber hinaus vom bisherigen Präsidenten Kardinal Tagle unterstützt, so das Dekret weiter. Die kommissarische Führung werde in Abstimmung mit dem von Kardinal Michael Czerny geleiteten vatikanischen Dikasterium für die ganzheitliche Entwicklung handeln. 

Das Entwicklungs-Dikasterium gab in einer zusätzlichen, erklärenden Mitteilung bekannt, dass der päpstlichen Entscheidung eine „Überprüfung der Tätigkeit durch ein unabhängiges Gremium" vorausgegangen sei. Pinelli sei an dieser Überprüfung bereits beteiligt gewesen. Es seien vor allem das Arbeitsumfeld bei „Caritas Internationalis" im Generalsekretariat und dessen "Übereinstimmung mit den katholischen Werten der Menschenwürde und der Achtung vor jedem Menschen" untersucht worden. 

Deutsche Bischöfe lehnen in Rom Stopp der Reformdebatte ab

Zwischen deutschen Bischöfen und führenden Vatikanvertretern hat es am Freitag, 18. November,  deutliche Meinungsverschiedenheiten über Bewertung und Fortgang des deutschen Synodalen Wegs gegeben. Sieben Stunden nach einer mehrstündigen Begegnung zwischen den deutschen Bischöfen und einer Handvoll Kurienkardinälen unter Führung von Kardinalstaatssekretär Piero Parolin wurde am Abend ein gemeinsames Kommunique des Heiligen Stuhls und der Deutschen Bischofskonferenz veröffentlicht. Das Treffen fand bereits am Vormittag in Vatikannähe statt.
In dem auf Italienisch und Deutsch veröffentlichten Kommunique heißt es, in einer „Perspektive des offenen und brüderlichen Austauschs wurden einige Vorschläge gemacht, darunter auch die Möglichkeit eines Moratoriums für den deutschen Synodalen Weg, was jedoch verworfen wurde". Dem Vernehmen nach hatte der Chef des Dikasteriums für die Bischöfe, Kardinal Marc Ouellet, einen solchen vorübergehenden Stopp des deutschen Synodalen Wegs vorgeschlagen. Er habe damit verhindern wollen, dass dort Veränderungen beschlossen werden, die auf nationaler kirchlicher Ebene nicht entschieden werden dürfen.
Bätzing zieht nach Kontroversen in Rom gemischte Bilanz
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Bischof Georg Bätzing (Limburg), hat nach kontroversen Debatten über Kirchenreformen in Rom eine gemischte Bilanz gezogen. In einer Pressekonferenz sagte er am Samstagmorgen, er fahre nach dem Ad-limina-Besuch des deutschen Episkopats „mit Erleichterung und mit Sorge nach Hause". Sorge deswegen, weil die Laien, die den größten Teil des Gottesvolkes ausmachten, immer noch keine Gelegenheit hatten, ihre Standpunkte in Rom vorzutragen. An der katholischen Basis in Deutschland sei der Druck groß. „Das Volk Gottes in Deutschland ist ungeduldig und drängt auf Veränderungen", erläuterte Bätzing. 
Als Erfolg verbuchte er die Tatsache, dass über alle strittigen Themen offen gesprochen worden sei und dies in einem gemeinsamen Protokoll festgehalten werde. „Keiner kann mehr sagen: Ich habe das nicht gehört", so der Vorsitzende zum Abschluss der knapp einwöchigen Visite der deutschen Bischöfe in Rom.
Frauenweihe für Rom „rote Linie"
Seitens der Kurie habe es „klare Ansagen" gegeben, die man ernst nehme. Es seien „rote Linien" benannt worden, die aus Sicht der Kurienchefs nicht überschritten werden dürften, dazu zähle die Frage der Priesterweihe von Frauen.
Die Tatsache, dass Papst Franziskus in der Schlussdebatte zwischen den deutschen Bischöfen und der römischen Kurie wider Erwarten nicht dabei war, bezeichnete Bätzing rückblickend als einen Glücksfall. Zwar habe es zunächst Irritationen gegeben, doch dann habe sich gezeigt, dass die Debatte viel offener und kontroverser verlaufen konnte, weil der Papst nicht dabei war.
Vatikan veröffentlicht scharfe Kritik am Synodalen Weg
Der Vatikan hat wenige Tage später – am 24. November - die scharfe Kritik von zwei wichtigen Kurienkardinälen am deutschen Synodalen Weg in mehreren Sprachen (!) im Wortlaut veröffentlicht. Die Reden hatten der Präfekt des Glaubens-Dikasteriums, Luis Ladaria, und der Präfekt des Dikasteriums für die Bischöfe, Marc Ouellet, am vergangenen Freitag  in Rom den deutschen Bischöfen in Abwesenheit des Papstes in einer internen Debatte vorgetragen.
Ladaria, der im Auftrag des Papstes über die Bewahrung der kirchlichen Glaubenslehre wacht, ging in seinem Beitrag auf die Kirchenkrise infolge des Missbrauchsskandals ein und sagte: „Es gibt sehr viele, die sich von den Männern und Frauen der katholischen Kirche zutiefst verraten fühlen (...) und kein Vertrauen mehr in uns Bischöfe haben. Und das geschieht nicht ohne Grund."
Ladaria lobte die Bemühungen der deutschen Bischöfe, dem Missbrauch mit Aufklärung, Strafen und Vorbeugung entgegenzutreten. Zugleich machte er kritische Anmerkungen zum Synodalen Weg, mit dem die Kirche in Deutschland weitergehende Konsequenzen aus dem Skandal zu ziehen versucht. 
Mit scharfer Kritik wandte sich Ladaria gegen die Sexuallehre in den Synodal-Texten und am Kirchenbild derselben.
Drohendes „Schisma"
Ähnlich kritisch äußerte sich Ouellet. Er sagte, die deutschen Vorschläge enthielten zwar viele „vertretbare" Elemente, die aber hinsichtlich des Menschenbilds und der Kirchenlehre "ernsthafte Schwierigkeiten aufwerfen." Kritiker sprächen deshalb von einem "latenten Schisma", das die Synodaltexte festzuschreiben drohten.
Foto:  Bischof Georg Bätzing (Diözese Limburg), 

 

Deutschland: Viel Zustimmung zum neuen katholischen Arbeitsrecht

Vertreter aus Kirche und Politik haben vielerorts mit Zustimmung und Erleichterung auf den Entwurf für das neue Arbeitsrecht der Katholischen Kirche in Deutschland reagiert. Die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp, bezeichnete die Reform als „überfälligen Schritt": Sie sei froh, "dass wir jetzt auf einem konkreten, praktischen Feld, beim kirchlichen Arbeitsrecht, eine wirkliche Veränderung erzielt haben. Ich sehe vor allem, dass es pragmatisch möglich ist, Menschen das Leben zu erleichtern. Das ist gut so. Was daraus in der Lehre folgt, steht auf einem anderen Blatt."
Die Vollversammlung des Verbandes der Diözesen Deutschlands (VDD) hatte die Novellierung des Arbeitsrechts für die rund 800.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der katholischen Kirche und bei der Caritas am Dienstag beschlossen. Wer bei der katholischen Kirche in Deutschland arbeitet und in zweiter Ehe oder in einer homosexuellen Partnerschaft lebt, muss demnach künftig nicht mehr mit einer Kündigung rechnen. Anders als etwa in Österreich, wo die Kirchen und Religionsgemeinschaften grundsätzlich dem staatlichen Arbeitsrecht unterliegen, haben die Kirchen in Deutschland ein eigenes Arbeitsrecht. Dieses Selbstbestimmungsrecht ist im deutschen Grundgesetz verankert.
Die jetzt beschlossene Neufassung, der mindestens zwei Drittel der Bischöfe zustimmen mussten, ist zunächst nur eine Empfehlung an die 27 Diözesen. Die konkrete Umsetzung obliegt den Ortsbischöfen. 

Hilfswerk: 20 Tote bei Terror-Angriff auf Dorf in Nigeria

In Zentralnigeria sind nach Angaben örtlicher Kirchenvertreter bei einem Angriff dschihadistischer Fulani-Milizen auf ein christliches Dorf im Bundesstaat Plateau 20 Menschen getötet worden. Bewaffnete hätten bei dem Angriff auf das Dorf Maikatago nahe der Bezirkshauptstadt Bokkos Dienstagnacht die Hütten der schlafenden Bewohner angezündet und auf Menschen geschossen, die sich vor den Flammen in Sicherheit bringen wollten, teilte die Menschenrechtsorganisation „Christen in Not" (CiN) unter Berufung auf den Menschenrechtler und ehemaligen Generalvikar der Diözese Enugu, Obiora Ike, am Donnerstag in Wien mit. Ike hielt sich demnach während des Angriffs selbst zu einem Besuch in dem Dorf auf, wo Bewaffnete schon bei einer Attacke eine Woche zuvor ein Dutzend Bewohner getötet hatten.
„Dienstagnacht sind Fulani-Dschihadisten in das Dorf eingedrungen, in dem ich wohnte, und haben christliche Familien im Schlaf kaltblütig massakriert", schilderte der geschockte, selbst unverletzt gebliebene Ike den erneuten Angriff. Er versuche nun, den Überlebenden zu helfen, mit Nahrung, Trost, Gebet, Beerdigungen, Not-Unterkunftsmöglichkeiten.
„Sollte das Abschlachten der Christen - manche nennen es bereits Genozid - kein Ende haben und sollte die Regierung weiterhin auf dem Auge des Islamischen Terrors blind bleiben, dann droht in dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas ein Bürgerkrieg", warnte CiN-Generalsekretär Elmar Kuhn. Obiora Ike habe trotz seiner Traumatisierung nach dem nächtlichen Überfall noch am Mittwoch den örtlichen Provinzgouverneur Simon Bako Lalong aufgesucht und eine Beschwerde eingereicht. Es sei furchtbar, was religiöser Fanatismus aus Hass und Unwissenheit anrichte, gab die Hilfsorganisation den Menschenrechtler wieder: „Die Stimmen des Friedens müssen die Stimmen des Fanatismus übertönen. Religionen müssen dem Frieden und dem Fortschritt dienen."
Foto (Copyright ChristeninNot): Vater vor dem Haus, wo er mitansehen musste, wie seine Kinder verbrannten.

Erzdiözese Wien feiert Bischofsjubilar Helmut Krätzl

„Dankt dem Vater mit Freude!" - dieses biblische Wort aus der Liturgie des Christkönigssonntags hat Kardinal Christoph Schönborn beim Festgottesdienst im Stephansdom auf den Wiener Weihbischof und Konzilszeugen Helmut Krätzl bezogen und für dessen langjähriges Wirken gedankt. Der nunmehr 91-jährige Krätzl wurde vor exakt 45 Jahren, am 20. November 1977 von Kardinal Franz König zum Bischof geweiht - gemeinsam mit dem bereits 1994 verstorbenen Florian Kuntner. Schönborn attestierte dem Jubilar, als guter Hirte im Sinne von Papst Franziskus „den Geruch der Schafe" angenommen zu haben - also den Gläubigen stets nahe gewesen zu sein.
26.000 Jugendliche gefirmt
Dechant Josef Grünwidl, ein Mitglied von Krätzls „Priesterkreis", stieß in seiner Festpredigt ins selbe Horn: Helmut Krätzl stehe für einen Seelsorger, der den Menschen nachgeht, „nicht mit erhobenem Finger, sondern mit geöffneten Armen" wie Christus. Die 26.000 Jugendlichen, denen der Weihbischof im Lauf seiner Bischofszeit die Firmung spendete, hätten in Krätzl immer einen glaubwürdigen Vertreter der Kirche erlebt.
Für Kommunionempfang wiederverheirateter Geschiedener
Grünwidl hob neben der Kirchenloyalität Krätzls auch dessen Reformfreudigkeit hervor: So habe dieser bereits „in einer Zeit, als noch viele vor diesem heißen Eisen zurückschreckten", mutig hinterfragt, dass wiederverheiratete Geschiedene vom Kommunionempfang bei Eucharistiefeiern ausgeschlossen sind. Und Krätzl habe nie „von der guten alten Kirchenzeit geschwärmt", sondern sich für ein „Aggiornamento" im Sinn des Zweiten Vatikanums eingesetzt - nicht als Anbiederung an den Zeitgeist, sondern als „Ankommen in der Zeit, in die uns Gott gestellt hat". Statt sich kirchlichen Reformen zu verweigern, gelte es „das Feuer des Evangeliums mutig ins Heute zu tragen", betonte der Dechant. Gemäß dem Wahlspruch von Weihbischof Krätzl rief Grünwidl dazu auf, sich „in der Kraft Gottes" den gegenwärtigen Krisen und Umbrüchen zu stellen.
An der Seite Kardinal Königs
Helmut Krätzl wurde am 23. Oktober 1931 in Wien als Jüngster von vier Geschwistern geboren. Die Matura legte er 1949 am Wasa-Gymnasium ab und studierte an der Universität Wien Theologie. 1954 wurde er zum Priester geweiht. Nach zwei Jahren als Kaplan in Baden wurde Krätzl 1956 dem neuen Wiener Erzbischof Franz König als Zeremoniär zugeteilt. Danach war er mit Unterbrechungen in verschiedenen Funktionen immer an der Seite Königs. 1959 erwarb Krätzl in Wien sein erstes Doktorat in Theologie -1964 erfolgte das Zweite im Fach Kirchenrecht.
1960 war Krätzl gemeinsam mit Kardinal König in Kroatien auf der Fahrt zum Begräbnis von Kardinal Stepinac in einen schweren Autounfall verwickelt. Die Genesung dauerte rund ein Jahr. Danach wurde er von König zum Spezialstudium für Kirchenrecht nach Rom geschickt. In diese Zeit fiel der Beginn des Zweiten Vatikanischen Konzils. Krätzl war bei der ersten Session 1962 als Stenograf mit dabei.
Es folgten von 1964 bis 1969 Jahre als Pfarrer in Laa an der Thaya. An der Wiener Diözesansynode von 1969 bis 1971 war Krätzl zuerst als Pfarrer, später als Kanzleidirektor maßgeblich beteiligt. Unter anderem wurden auch dort die Grundsätze des Konzils über das Verhältnis zum Judentum in sehr deutlicher Weise für die Erzdiözese Wien angewandt.
Bischofsweihe 1977
1977 wurde Krätzl gemeinsam mit Florian Kuntner über Vorschlag von Kardinal König von Papst Paul VI. zum Weihbischof für Wien ernannt. Von 1981 bis 1985 war er zudem Generalvikar. Nach dem Rücktritt von Kardinal König aus Altersgründen im Jahr 1985 wurde er vom Wiener Domkapitel zum Diözesanadministrator gewählt. Diese Funktion erlosch 1986 mit der Weihe von Hans Hermann Groer zum neuen Wiener Erzbischof.
Krätzl blieb daraufhin weiter Weihbischof - zuerst unter Kardinal Groer, dann unter seinem Nachfolger Kardinal Christoph Schönborn. Zu seinem 75. Geburtstag reichte Krätzl 2006 dem Kirchenrecht entsprechend seinen Rücktritt ein. Erst zwei Jahre später, am 6. März 2008, nahm Papst Benedikt XVI. diesen an.
Bildung, Bibel, Ökumene, Weltreligionen
In der Österreichischen Bischofskonferenz war Krätzl 20 Jahre für Schulfragen, zudem auch für das Referat für das Gespräch mit den Weltreligionen zuständig. Er war Leiter der Kontaktstelle für Weltreligionen und Mitarbeiter im Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit, die ihm u.a. ein besonderes Anliegen war.
Weiters war er in der Bischofskonferenz zuständig für das Österreichische Katholische Bibelwerk, für die Ökumene (gemeinsam mit Kardinal Schönborn), das Seminar für kirchliche Berufe, den Theologischen Fernkurs und das Institut Janineum.
In der Erzdiözese Wien wurde Krätzl 1986 zum Domkapitular von St. Stephan ernannt, er war zudem von 1987 bis 2004 Bischofsvikar für Katholische Erwachsenenbildung und von 2004 bis zu seiner Emeritierung 2008 Bischofsvikar für die ökumenischen Belange in der Erzdiözese Wien.
Autor von 25 Büchern
Krätzl veröffentlichte insgesamt rund 15 Bücher, von denen etwa der 1998 erschienene Band „Im Sprung gehemmt. Was mir nach dem Konzil noch alles fehlt" besondere öffentliche Beachtung fand. Sein letztes Buch „Meine Kirche im Licht der Päpste" veröffentlichte er 2016.
Foto: Erzdiözese Wien/Kathpress.

Kardinal Zen und andere Menschenrechtler in Hongkong verurteilt 

Kardinal Joseph Zen (90) und fünf weitere Menschenrechtler sind am Freitag in Hongkong wegen Nichtregistrierung eines Hilfsfonds für Demokratie-Aktivisten verurteilt worden. Das Gericht in West-Kowloon verhängte gegen den früheren katholischen Bischof von Hongkong und die fünf weiteren Angeklagten aus Wissenschaft, Gesellschaft und Kunst Geldstrafen zwischen 2.500 und 4.000 Hongkong-Dollar, wie das Portal „Hong Kong Free Press" berichtet. 
Die vorübergehende Verhaftung der sechs Angeklagten im Mai sowie der Prozess hatten weltweit Empörung ausgelöst. Der inzwischen aufgelöste „Fonds 612" bot Menschen, die bei den Demokratieprotesten 2019 festgenommen wurden, finanzielle, juristische und psychologische Hilfe. 
Kardinal Zen, von 2002 bis 2009 Bischof von Hongkong, zählt zu den prägenden katholischen Kirchenvertretern Asiens. Über seine Amtszeit hinaus gehört der Ordensmann der Salesianer Don Boscos zu den prominenten Kritikern der chinesischen Regierung und ihrer Religionspolitik.
Auch im schwierigen Dialog zwischen dem Vatikan und der chinesischen Führung in Peking ist Zen der schärfste Kritiker. Immer wieder warnte er vor zu großen Zugeständnissen Roms an das kommunistische Regime, das nicht vertrauenswürdig sei.

Kurznachrichten

  

Papst Franziskus ist am Christkönigssonntag ins norditalienische Piemont geflogen, um in der Kleinstadt Portacomaro bei Asti eine Cousine zweiten Grades zu besuchen, die ihren 90. Geburtstag feierte. Zu dem privaten Familienfest im Haus von Carla Rabezzana kamen auch weitere fünf Vettern und ihre Familien. 

 

Vatikan/Deutschland. Die im März veröffentlichte Instruktion „Die Identität der Katholischen Schule – Für eine Kultur des Dialogs“ des vatikanischen Bildungsdikasteriums ist ab sofort in einer deutschen Übersetzung verfügbar. 

 

Myanmar. Streitkräfte der Militärjunta haben Hunderte Häuser im Heimatdorf des katholischen Erzbischofs von Yangon, Kardinal Charles Bo, niedergebrannt.  Am Tag vor dem Angriff waren Kämpfe zwischen Militärs und der „Volksverteidigungsarmee" in der Nähe von Mon Hla ausgebrochen. Dabei seien zahlreiche Junta-Soldaten getötet worden. 

 

Vereinigte Arabische Emirate. Matthias Renggli, katholischer Priester in Abu Dhabi, sieht für die Kirchen großes Potenzial in den Vereinigten Arabischen Emiraten.: „Ich würde sogar sagen, dass auf diesem muslimischen Boden das Christentum blüht", sagte der aus der Schweiz stammende Geistliche im Interview des Kölner Portals domradio.de. Etwa zehn Prozent der Bevölkerung in den Vereinigten Arabischen Emiraten seien katholisch. 

 

Deutschland. Ein Priester  hat in seiner Wohnung Jugendliche missbraucht und sie in seinem Schlafzimmer zu Sex mit Freiern animiert. Wie jetzt bekannt wurde, verurteilte das Landgericht Nürnberg-Fürth den Mann wegen schwerer Zwangsprostitution, sexuellen Missbrauchs und weiterer Taten zu einer Gesamtstrafe von zwei Jahren und acht Monaten Gefängnis. Außerdem ordnete es die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an. Der Täter war nicht vorbestraft. 

 

Italien. Der langjährige Kurienkardinal Angelo Becciu ist am Zivilgericht von Sassari (Sardinien) mit einer Verleumdungsklage gegen drei Journalisten gescheitert. 



Kolumbien. Die katholische Kirche in Kolumbien wird keine aktive Rolle bei den Friedensgesprächen zwischen der Regierung und der linksgerichteten Guerilla-Organisation ELN übernehmen. Damit widersprach die Kolumbianische Bischofskonferenz laut der Zeitung „El Universal" am Wochenende Medienberichten, Erzbischof Dario de Jesus Monsalve (74) aus Cali werde an Verhandlungen teilnehmen.

Österreich


Österreich. Vier Kirchenzeitungen erscheinen ab dieser Woche in einem neuen Layout: „Evolution, nicht Revolution" lautete dabei das Motto bei den Erneuerungen in Layout und Blattstruktur der vier kooperierenden Kirchenzeitungen der Diözesen Feldkirch, Innsbruck, Linz und Eisenstadt. 

 

Niederösterreich. Eine neue Ausstellung im St. Pöltner Museum am Dom beschäftigt sich ab 3. Dezember mit Daniel Gran (1694-1757) und Thomas Friedrich Gedon (1732-1771). Sie waren die bedeutendsten Barockmaler in St. Pölten. 

 

Salzburg. Führungswechsel beim ostkirchlichen „Andreas-Petrus-Werk": Neuer Nationalsekretär ist Archimandrit Michael Prohazka (66), der ehemalige Abt des Prämonstratenserstifts Geras. Er folgt auf  P. Gottfried Glaßner (72). Der Melker Stiftsbibliothekar und Hochschulprofessor für Hebräisch und Alters Testament hatte das Amt seit 2001 inne. 

 

Tirol. Die Stadt Innsbruck hat einen Platz im Gedenken an die feministische Theologin Herlinde Pissarek-Hudelist (1932-1994) benannt. Der neue „Univ.-Prof.in-Dr.in-Pissarek-Hudelist-Platz" erinnert an die weltweit erste Dekanin einer Katholisch-theologischen Fakultät. 

 

Tirol. Wegen schweren sexuellen Missbrauchs ist ein 66-jähriger Mann in Innsbruck verurteilt worden. Der Ordensbruder aus einem Kloster in Osttirol war wegen sexueller Übergriffe auf eine minderjährige Ministrantin angeklagt, berichtet der ORF Tirol. Das Urteil auf dreieinhalb Jahre Haft ist noch nicht rechtskräftig. 

Österreichische Ordenskon-ferenz

Der Salzburger Erzabt Korbinian Birnbacher bleibt Vorsitzender der Österreichischen Ordenskonferenz. Die Vertreterinnen und Vertreter der heimischen Orden wählten Birnbacher am 21. November  im Rahmen der Generalversammlung der Österreichischen Ordenskonferenz auch für die künftige dreijährige Periode an die Spitze der Ordenskonferenz, wie die heimischen Ordensgemeinschaften mitteilten. Neue stellvertretende Vorsitzende ist Sr. Franziska Madl von den Wiener Dominikanerinnen. 
Der aus Bayern stammende Korbinian Birnbacher (55) ist seit 2013 Erzabt von St. Peter in Salzburg, dem ältesten Kloster Österreichs. Zuvor war er Novizenmeister, Stiftsarchivar, und Hochschulpfarrer.
Die aus der Wachau stammende Theologin und Psychotherapeutin Sr. Franziska Madl (42)  ist seit 2018 Priorin der Dominikanerinnen in Wien-Hacking.
Die Österreichische Ordenskonferenz ist die gemeinsame Vertretung der katholischen Männer- und Frauenorden Österreichs. Insgesamt sind 193 Ordensgemeinschaften Mitglieder der Ordenskonferenz, davon 106 Frauenorden und 87 Männerorden. 

Auch das noch...

Evangelische sagen gemeinsame Adventvesper mit Woelki ab

Nach den Aussagen einer Zeugin vor Gericht hat die Staatsanwaltschaft Köln nun auch in einem zweiten Fall Ermittlungen gegen den Kölner Erzbischof Kardinal Rainer Maria Woelki aufgenommen. Das teilte Sprecher Ulf Willuhn am Mittwoch der deutschen Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) mit. Auch hier geht es - wie bereits im ersten Fall - um den Vorwurf, Woelki habe im Zuge eines presserechtlichen Verfahrens möglicherweise eine falsche eidesstattliche Versicherung abgegeben. Wegen der anhaltenden Auseinandersetzungen sagte unterdessen der evangelische rheinische Präses Thorsten Latzel die traditionelle ökumenische Adventvesper mit Woelki in einer Kölner Kirche kurzfristig ab.
Die Feier werde durch die Ereignisse in der Erzdiözese Köln so überlagert, dass Gebet oder Verkündigung nicht mehr wahrgenommen würden, sagte der Sprecher der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR), Jens Peter Iven, dem „Kölner Stadt-Anzeiger". Auf die Bitte der EKiR, dass anstelle von Woelki der für Ökumene zuständige Kölner katholische Weihbischof Rolf Steinhäuser dem Gottesdienst vorstehe, habe sich der Kardinal dem Vernehmen nach nicht eingelassen.
 

Neuer Bischof von Brünn will Synodalität in Diözese ausbauen

Die südmährische Diözese Brno nimmt auch unter ihrem neuen Diözesanbischof Pavel Konzbul (57) die Anregungen des von Papst Franziskus angestoßenen Synodalen Vorgangs für die Kirche auf und sieht zudem hinsichtlich der geistlichen Berufungen zuversichtlich in die Zukunft. Am vergangenen Wochenende kamen im Bischöflichen Gymnasium in Brünn mehr als 120 Moderatoren der Pfarrgruppen sowie weitere Personen zusammen, die in Brno in die diözesane Phase der Weltsynode eingebunden waren, berichtete das Onlineportal „Cirkev.cz" der Kirche in Tschechien. Konzbul entwarf dabei auch eine Vision für die Ausrichtung des kirchlichen Lebens in der ganzen Diözese.
Konkret nannte Konzbul, der seit Ende Juni als Bischof von Brünn amtiert, zuvor aber bereits seit 2016 Weihbischof und seit 2019 Generalvikar war, den Plan zur Errichtung eines diözesanen Pastoralrats sowie von Statuten für Pastoralräte in den Pfarren und von Supervision zur Unterstützung für die Pfarren. Bei der folgenden Diskussion im Plenum sei erkennbar gewesen, wie allen „das Leben und die Gestalt der Kirche am Herzen liegt und dass sie an der Auffindung des Wegs in die Zukunft beteiligt sein wollen", berichtete „Cirkev.cz".

Erzdiözese Wien: Letzte Pfarrkindergärten werden übergeben

In den vier letzten Pfarrkindergärten der Erzdiözese Wien in Niederösterreich endet die Trägerschaft durch die Pfarren. Für die Standorte Neunkirchen, Pottschach, St.Valentin-Landschach und Wimpassing sei nun der endgültige Entschluss gefallen, die Trägerschaft der Pfarren zu beenden, heißt es dazu auf der Webseite der Erzdiözese Wien. Demnach gehe es in Verhandlungen mit dem Land Niederösterreich und den Bürgermeistern jetzt um den Übergang in die öffentliche Hand bis spätestens Ende August 2024. Der Betrieb werde aber jedenfalls bis Ende August 2023 an allen vier Standorten vollumfänglich fortgeführt.
 

Jahrhundertfund zu Hegel in Münchner Diözesanbibliothek

In der Diözesanbibliothek der Erzdiözese München und Freising ist ein Jahrhundertschatz ans Licht gekommen: So sind dort bisher nicht ausgewertete Mitschriften aus Vorlesungen des Philosophen Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770-1831) aufgetaucht, wie die Pressestelle der bayerischen Erzdiözese mitteilte. Die Unterlagen eröffneten neue Zugänge zum Denken jenes Mannes, der als wichtigster Vertreter des deutschen Idealismus gilt. 
Hegel-Biograf Klaus Vieweg von der Friedrich-Schiller-Universität Jena stieß laut Mitteilung in der Bibliothek auf fünf Archivkartons mit eng beschriebenen Kladden und Papieren. Diese waren seit fast 200 Jahren von der Forschung nicht näher betrachtet worden. Der Wissenschaftler zeigte sich begeistert: „Eine solche höchst überraschende und glückliche Entdeckung gelingt wohl nur einmal im Leben und ist vergleichbar mit dem Fund einer neuen Mozart-Partitur."
Verschiedene Teile von Hegels Philosophie sind zumeist nur durch Vorlesungsmitschriften dokumentiert, wie es heißt. Sie erlaubten Einblicke in sein Philosophieren als "work in progress". Die rund 4.000 Seiten umfassenden Mitschriften stammen aus der Feder von Friedrich Wilhelm Carove (1789-1852), einem der ersten Hegel-Schüler an der Universität Heidelberg. Der katholische Schriftsteller, Publizist und Politiker war einer der führenden Intellektuellen seiner Zeit. 
Die jetzt entdeckten Manuskripte sind den Angaben zufolge Teil des Nachlasses des Theologen Friedrich Windischmann (1811-1861), Professor für katholische Theologie in München, Domkapitular und von 1846 bis 1856 Generalvikar der Erzdiözese München und Freising. Er war Sohn des Bonner Philosophieprofessors und Mediziners Karl Joseph Hieronymus Windischmann (1775-1839), der in Kontakt mit Hegel stand und die Mitschriften als Geschenk von Carove erhielt.

Weihnachtsbriefmarken zeigen Heilige Familie und Buch aus Stift Melk

Unter den diesjährigen Weihnachtsbriefmarken der Post finden sich auch zwei Exemplare mit christlichen Motiven. So stellt eine Altar-Darstellung der Heiligen Familie des deutsch-österreichischen Malers Werner Berg (1904-1981) das Motiv für eine 1-Euro-Sondermarke dar, wie die Österreichische Post in einer Aussendung am Freitag bekanntgab. Eine weitere Marke mit dem Wert von 1 Euro 20 zeigt ein Psalterium, also ein liturgisches Buch, das die Psalmen enthält, aus dem Jahr 1260 aus der Bibliothek des niederösterreichischen Stifts Melk.
Berg schuf den Altar im Jahr 1933 für die Ausschreibung einer Ausstellung religiöser moderner Kunst. Auf dem auf der Marke abgebildeten Mittelteil des Altars sind Josef, Maria und Jesus als einfache Bauersleute vor einem roten Hintergrund abgebildet. Ausgestellt ist der Altar im Werner Berg Museum in Bleiburg in Kärnten. Das Psalterium aus der Melker Stiftsbibliothek zeigt ein Bild einer Handschrift. Darauf zu sehen sind die Heiligen Drei Könige, die dem Jesuskind huldigen.