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die neue Kirchenzeitung

 28. Jänner 2024 

Lesungen:  Lesungen:  Dt 18,15-20; 1 Kor 7,32-35. Evangelium: Mk 1,21-28.

Ein Kind ist niemals ein „Schaden"

Geburt und Existenz eines Kindes sind kein „Schaden". 
Das hat der Präsident des Katholischen Laienrats Österreichs, Univ.-Prof. Wolfgang Mazal, am Montag in einer Stellungnahme gegenüber Kathpress betont. Anlass dafür ist eine aktuelle Entscheidung des Obersten Gerichtshofs (OGH) zur sogenannten „Kind als Schaden"-Problematik. 
Es komme in der öffentlichen Debatte zu kurz, dass der OGH ausdrücklich betont, dass „Leben und Persönlichkeit eines Kindes zweifellos unantastbare Rechtsgüter sind, und dass Geburt und Existenz eines Kindes selbstverständlich auch nicht als Schaden betrachtet werden können", monierte Mazal und sagte: „Es ist daher unverständlich, dass weiterhin die menschenverachtende Diktion verwendet wird, nach der ein Kind einen Schadensfall darstellen könne."

Neu in der am letzten Donnerstag (18. Jänner) veröffentlichten Entscheidung der Höchstrichter ist, dass künftig Schadenersatz auch für ein Kind ohne Behinderung möglich ist, weil der OGH Ärztefehler in Form missglückter Verhütung mit jenen gleichgestellt hat, bei denen eine Abtreibung wegen fehlerhafter Pränataldiagnostik unterblieb. Somit könnten künftig Eltern, die beispielsweise infolge einer misslungenen Sterilisation ein Kind bekommen haben, den Aufwand für den Unterhalt vom Arzt verlangen - auch dann, wenn das Kind ohne jede Beeinträchtigung zur Welt kommt. 
Der OGH hat im jetzt entschiedenen Fall eine von einem Gynäkologen nicht entdeckte Fehlbildung an einem Fötus („wrongful birth") somit erstmals mit einer ungewollten Schwangerschaft nach einem rechtswidrigen Verhalten eines Arztes („wrongful conception") gleichgesetzt. In beiden Fallgruppen wäre bei fehlerfreiem Verhalten des Arztes die Geburt des Kindes unterblieben, daher ist in beiden Fallgruppen ein Schadenersatz zulässig, so die Sicht des OGH.
Doch: Kinder sind nie ein Schadensfall! Dem ist nichts hinzuzufügen.  P. Udo 

Papst: Spontaner Segen erfordert keine moralische Vollkommenheit des Gesegneten

Papst Franziskus hat erneut Segnungen für unverheiratete, wiederverheiratete und homosexuelle Paare in der katholischen Kirche verteidigt. Er äußerte sich dazu am Freitag vor den Mitgliedern der Vollversammlung der vatikanischen Glaubensbehörde, die er in Audienz empfing. Die spontanen Segnungen sollten den Menschen die Nähe Gottes zeigen, sagte Franziskus. Zudem solle Gott um Hilfe gebeten werden, damit die Gesegneten ihren Glaubensweg fortsetzten - oder diesen manchmal auch beginnen, wie der Papst hinzufügte.
Darüber hinaus betonte Franziskus, dass die Segnungen außerhalb des Gottesdienstes erfolgen müssten und deshalb keine "moralische Vollkommenheit" vorausgesetzt werde. Wenn ein Paar spontan um einen Segen bitte, werde nicht die Beziehung gesegnet, so der Papst. Es gehe vielmehr um die einzelnen Personen. Dabei seien Kontext und Empfindlichkeiten der jeweiligen Gesellschaft zu berücksichtigen.
Foto: Papst Franziskus und die Mitglieder des Dikasteriums für die Glaubenslehre  (Vatican Media)
Debatte um Segnung homosexueller Paare hält an
Eine Woche vor Weihnachten entfachte der Chefdogmatiker des Papstes, Kardinal Victor Fernandez, eine Debatte, die seither die katholische Weltkirche beschäftigt. Mit dem vom Papst genehmigten Text „Fiducia supplicans" eröffnete er erstmals in der Kirchengeschichte die Möglichkeit einer Segnung für gleichgeschlechtliche Paare durch katholische Geistliche.
Während im deutschsprachigen Raum Bischöfe und Theologen von einer ersten Öffnung sprachen, regte sich anderswo Widerstand. Vom Kongo bis nach Kasachstan veröffentlichten Bischöfe Erklärungen, in denen sie die Segnungen ablehnten.
Nirgends ist die Opposition so stark wie in Afrika. Der Vorsitzende des gesamtafrikanischen Bischofsrats SECAM, Kardinal Fridolin Ambongo, Erzbischof von Kinshasa, organisierte den Widerstand. Und er setzte den Vatikan unter Druck.
Ambongo flog nach Rom
In einer offenbar heimlich aufgezeichneten Rede, über die französische und US-amerikanische Portale berichten, informierte er am 16. Jänner unter dem Jubel der Zuhörer von seiner Intervention in Rom. Aufgeschreckt von der heftigen Reaktion vieler Gläubiger, die auch aus anderen christlichen Kirchen gekommen sei, habe er einen langen Brief an Papst Franziskus geschrieben. Zudem habe er eine Synthese der Reaktionen aller afrikanischen Bischofskonferenzen verfasst. Dann sei er montags - offenbar am 8. Jänner - nach Rom geflogen und habe sich im Gästehaus Santa Marta einquartiert.
Ambongo fuhr fort, er habe am Dienstagmorgen einem Privatsekretär die Texte an den Papst übergeben und dringend um eine Audienz gebeten. Die sei ihm am selben Tag gewährt worden. Der Papst sei bestürzt und traurig gewesen über die Reaktionen aus Afrika. Daraufhin habe er dem Papst erklärt, dass das Volk Gottes nicht Erklärungen mit theologischen und philosophischen Definitionen von Segnungen brauche, sondern eine Mitteilung, um die Gemüter der Gläubigen zu beruhigen.
Wenig später habe Kardinal Fernandez ihn empfangen, und am Mittwoch hätten sie in der Glaubensbehörde einen gemeinsamen Text verfasst. Mehrfach hätten sie den Papst angerufen und sich seiner Zustimmung zu den Inhalten vergewissert. Dieses Dokument habe er, Ambongo, gemeinsam mit dem Präfekten des Glaubensdikasteriums, Victor Fernandez, unterzeichnet.
Veröffentlicht habe man das Dokument „Nein zur Segnung homosexueller Paare in Afrika" am 11. Jänner. An diesem Tag hatte Ambongo auch „Vatican News" ein Interview auf Französisch gegeben, in dem er seine Intervention in Rom rechtfertigte.
Wichtige Erzbischöfe aufseiten des Papstes
Unterdessen haben sich weitere Schwergewichte unter den 114 katholischen Bischofskonferenzen der Welt zu Wort gemeldet. Am Montag positionierte sich der Vorsitzende der Italienischen Bischofskonferenz, Kardinal Matteo Zuppi, klar auf der Seite von Papst Franziskus und unterstützte das Papier „Fiducia suppplicans". Er unterstrich, dass auch homosexuelle Getaufte mit allen Rechten zur Kirche gehörten.
Ähnlich wie Zuppi äußerte sich am Sonntag auch der Vorsitzende der zweitgrößten Bischofskonferenz Lateinamerikas, Rogelio Cabrera Lopez, Erzbischof von Monterrey (Mexiko).
Kardinal Zen fordert den Rücktritt des Glaubenspräfekten
Nachdem er Segnungen für homosexuelle Paare genehmigt hat, sieht sich der Chefdogmatiker des Papstes mit einer Rücktrittsforderung konfrontiert. Kardinal Victor Fernandez nenne eine schwere Sünde gut und begehe damit Häresie, schreibt der frühere Bischof von Hongkong, Kardinal Joseph Zen, in einer Stellungnahme. „Sollte er dann nicht zurücktreten oder entlassen werden?", fragt der 92-Jährige.

 

Studie: Verfahren zur kirchlichen Lehrerlaubnis sehr belastend 

Wer eine Professur in katholischer Theologie anstrebt, braucht dafür eine vatikanische Lehrerlaubnis. Das entsprechende Verfahren wird laut einer neuen Studie von vielen Bewerbern als undurchsichtig und belastend erfahren. Intransparente Entscheidungen, die meist lange Dauer sowie der ungewisse Ausgang erzeugten Angst und Druck, so das Ergebnis einer Erhebung durch das Zentrum für angewandte Pastoralforschung der Ruhr-Universität im deutschen Bochum, die am Freitag vorgestellt wurde.
Zwar wird laut der Studie die Lehrerlaubnis, das sogenannte "Nihil obstat" (dt.: Nichts steht entgegen), in zwei Drittel aller Verfahren ohne Rückfragen oder Beanstandungen gewährt. Auch gebe es seit den 1990er-Jahren weniger Einwände aus Rom. Gleichwohl empfänden viele das gesamte Verfahren als „Black Box" ohne standardisierte Verfahren und Kommunikation. Zudem erhielten mehr Frauen als Männer Rückfragen aus dem Vatikan. Auch werde aus Angst vor Ablehnung kaum zu kirchlich kontroversen Themen geforscht.
Die Befragung unter deutschsprachigen Theologen wurde vom Verein "Agenda - Forum katholischer Theologinnen" in Auftrag gegeben. Damit sollten bislang nur individuell geäußerte Erlebnisse angehender Professoren und Professorinnen mit Zahlen unterfüttert werden, heißt es in einer Mitteilung des Vereins.
„Kirchlicher Machtmissbrauch" 
Am Mittwoch hatte die Münsteraner Theologin Regina Elsner den Prozess der Erteilung des Nihil obstat als "kirchlichen Machtmissbrauch" kritisiert. In einem Beitrag für das Portal "feinschwarz.net" hatte sie von ihrem eigenen 13 Monate langen Verfahren berichtet. 
Unter anderem schrieb sie dort, das Verfahren sei "der Ort, an dem missliebige Theologien aussortiert werden, hochqualifizierte Theolog*innen erpresst werden, Bischöfe ganze Fakultäten an staatlichen Universitäten lahmlegen können, Denunziation und Willkür blühen und ein enges Netz an aufrichtiger Dankbarkeit, erzwungenen Schuldigkeiten und Abhängigkeiten dafür sorgen, dass niemand darüber spricht." 

Van der Bellen und Religionsvertreter setzen Zeichen für Frieden

Zu einer „Stunde für den Frieden" lud Bundespräsident Alexander Van der Bellen am Donnerstag Vertreterinnen und Vertreter aller in Österreich anerkannten 16 Kirchen und Religionsgesellschaften in die Hofburg ein. Dabei betonten sowohl das Staatsoberhaupt wie auch die Kirchen- und Religionsvertreter die gemeinsame Verantwortung für Frieden, Gerechtigkeit und das gesellschaftliche Miteinander. Es sei bemerkenswert, so Van der Bellen in seinem Grußwort, dass die Kirchen und Religionen ein so besonders gutes Miteinander in Österreich pflegen würden. Das heutige Treffen sei ein Zeichen dafür. 
Bundespräsident Van der Bellen und seine Gattin Doris Schmidauer begrüßten in der Hofburg u.a. Militärbischof Werner Freistetter, den lutherischen Bischof Michael Chalupka, die evangelische Synodenpräsidentin Ingrid Monjencs, den armenisch-apostolischen Bischof und Vorsitzenden des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich, Tiran Petrosyan, den koptischen Bischof Anba Gabriel, den methodistischen Superintendenten Stefan Schröckenfuchs, die altkatholische Bischöfin Maria Kubin, die Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung, Angelika Ritter-Grepl, den orthodoxen Erzpriester Nikolaus Rappert, den syrisch-orthodoxen Chorepiskopos Emanuel Aydin, den Hirten Walter Hessler von der Neuapostolischen Kirche und Bischofskonferenz-Generalsekretär Peter Schipka. Weiters waren der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft, Ümit Vural, IKG-Präsident Oskar Deutsch und der Präsident der Buddhistischen Religionsgesellschaft, Gerhard Weißgrab, der Einladung gefolgt.
„Frieden ist in Österreich eine Selbstverständlichkeit und die Kirchen und Religionen tragen viel dazu bei. Leider ist der Frieden weltweit keine Selbstverständlichkeit", so Bundespräsident Van der Bellen wörtlich. 
Am Rande der Veranstaltung hob Van der Bellen im Gespräch mit Medien hervor, dass die Initiative zu dieser Begegnung von den Kirchen und Religionen ausgegangen sei. Dass alle anerkannten Kirchen und Religionsgesellschaften sofort der Einladung in die Hofburg gefolgt seien, sei ein sehr erfreuliches Zeichen. Ebenso freue er sich besonders darüber, „dass die Kirchen und Religionen heute durch Männer und Frauen vertreten waren".
Foto: Kathpress/Paul Wuthe

Missbrauchsstudie erschüttert evangelische Kirche in Deutschland

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat mit großer Betroffenheit die Ergebnisse einer umfangreichen Missbrauchsstudie aufgenommen. Sie habe von der Untersuchung „vieles erwartet, aber das Gesamtbild hat mich doch erschüttert", sagte die kommissarische EKD-Ratsvorsitzende Kirsten Fehrs bei der Vorstellung am Donnerstag in Hannover. Die Kirche und ihr Wohlfahrtsverband Diakonie hätten eklatant versagt und seien Betroffenen nicht gerecht geworden.
Die Studie belegt, dass es sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche auch in der evangelischen Kirche in Deutschland in größerem Ausmaß gegeben habe als bislang angenommen: Danach wurden seit 1946 nach „spekulativen" Hochrechnungen mindestens 9.355 Kinder und Jugendliche in der evangelischen Kirche und Diakonie sexuell missbraucht. Zudem gibt es 3.497 Beschuldigte, davon gut ein Drittel Pfarrer oder Vikare.
In ihrer offiziellen Pressemitteilung spricht die EKD indes nur von 1.259 Beschuldigten und 2.174 Betroffenen. Mitautor Harald Dreßing, der auch maßgeblich an der von der katholischen Kirche in Deutschland beauftragten MHG-Missbrauchsstudie 2018 beteiligt war, erläuterte die Differenz: Trotz vertraglicher Verpflichtung habe von den 20 evangelischen Landeskirchen nur eine einzige neben den Disziplinarakten auch die Personalakten geliefert.
Große Spannweite bei Schwere der Taten
Laut Studie waren rund 64,7 Prozent der Opfer männlich und rund 35,3 weiblich. Bei den Beschuldigten handele es sich fast nur um Männer (99,6 Prozent). Rund drei Viertel von ihnen seien bei der ersten Tat verheiratet gewesen. Bei der Schwere der Tat gibt es nach der Untersuchung eine große Spannweite: Bei den meisten Taten handelt es sich aber um sogenannte Hands-on-Handlungen, das heißt, es gab einen Körperkontakt mit den Opfern - von nicht notwendigen körperlichen Hilfestellungen im Sportunterricht bis hin zur Penetration.
Die EKD hatte die Studie vor gut drei Jahren für rund 3,6 Millionen Euro in Auftrag gegeben. Auch Betroffene waren beteiligt. Die Autoren werteten rund 4.300 Disziplinarakten, 780 Personalakten und rund 1.320 weitere Unterlagen aus. Zum Vergleich: Bei der MHG-Studie der katholischen Deutschen Bischofskonferenz 2018 wurden rund 38.000 Personalakten durchgesehen.


"Kirche in Not“ finanziert seit 75 Jahren Fahrzeuge für die Seelsorge

„Fahrzeuge für Gott“: Unter diesem Motto begann vor einem Dreivierteljahrhundert eine Spendenaktion des weltweiten katholischen Hilfswerks „Kirche in Not“ (ACN), um Motorräder und Autos für die Seelsorge in abgelegenen oder weit entfernten Gebieten zu finanzieren.
Für 2023 liegen noch nicht alle Zahlen vor, aber es wird sich auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr bewegen. Damals haben wir 1250 Fahrzeuge für die Seelsorge finanziert, darunter über 560 Autos und 250 Motorräder, 16 Boote und auch viele Fahrräder. Zum Beispiel haben wir in Indien Katecheten, die sehr weite Strecken zurücklegen müssen, über 400 Fahrräder zur Verfügung gestellt. Rund 12 Millionen Euro gingen in Transportprojekte.
Im Interview spricht die Geschäftsführende Präsidentin des Hilfswerks, Regina Lynch, über die Ursprünge und die Entwicklung dieser besonderen Art der Hilfe, die bis heute andauert:
Der Ursprung der Aktion liegt in Deutschland. Das Land lag nach dem Zweiten Weltkrieg in Schutt und Asche. Das betraf die gesamte Infrastruktur, auch die kirchliche. Viele katholische Heimatvertriebene lebten jetzt in Diaspora-Gebieten. Die Priester hatten versucht, Kontakt mit ihren Gläubigen zu halten. Das waren die sogenannten „Rucksackpriester“. Es waren unglaublich weite Strecken. Wir wissen von Seelsorgern, die tagelang zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs waren. Sie waren am Ende ihrer Kräfte. Auf diese Not hat dann „Kirche in Not“, damals noch unter dem Namen „Ostpriesterhilfe“, reagiert.
Zunächst wurde gesammelt, um diesen Priestern Motorräder zu kaufen, später dann VW Käfer. Es wurden auch zahlreiche gebrauchte Autos gesammelt.
Wie sieht das heute konkret aus?
Es gibt zum Beispiel in Afrika oder Lateinamerika Seelsorger, die 50 oder sogar 100 Dörfer betreuen. Natürlich kann er da nicht täglich hin, aber mit einem Auto, einem Transporter oder mit dem Motorrad kann er mehrmals im Jahr die Gemeinde besuchen, die heiligen Messen feiern, taufen oder Beichte hören. In der Zwischenzeit bereiten Katecheten die Menschen auf die Sakramente vor und organisieren das Gemeindeleben.
Oft sind die Straßen so schlecht, dass kein Auto durchkommt. Da sind dann Motorräder wichtig. Oder es gibt Gemeinden, die an Flüssen liegen, zum Beispiel am Amazonas. Dort erreicht der Priester seine Gemeinde per Boot. Und in den Anden, wo die Wege sehr steil sind, haben wir schon Mulis oder Esel für Ordensfrauen finanziert. Die lokale Kirche passt sich den Gegebenheiten an, und „Kirche in Not“ passt sich den lokalen Bedürfnissen an.
Besonders wichtig ist die Seelsorge in Kriegs- und Katastrophengebieten
Ein aktuelles Beispiel ist der Krieg in der Ukraine. Ziemlich schnell haben uns von dort Anfragen nach Fahrzeugen erreicht, damit die kirchlichen Mitarbeiter Hilfsgüter transportieren, Menschen in Sicherheit bringen oder ihre verstreut lebenden Gemeindemitglieder aufsuchen können. Dafür sind dann Kleinbusse hilfreicher als Autos. Ein anderes Beispiel ist Nordnigeria, die Heimat der Terrormiliz Boko Haram. Dort werden viele Priester entführt, aber sie wollen trotzdem zu den Gläubigen fahren. Früher waren sie mit einem Motorrad unterwegs, aber jetzt ist das zu unsicher. Und der Bischof fragt dann an, ob wir ein Auto finanzieren können.
Foto: Ordensfrauen in Myanmar auf einem Motorrad © Kirche in Not


Menschenrechtlerin: Nicaraguas Diktatur will Kirche vernichten

Der sandinistischen Diktatur in Nicaragua ist es bislang nicht gelungen, die Priester ihres Landes auf ihre Linie zu bekommen - womit sie nun dazu übergegangen sei, die Kirche „vernichten" zu wollen: Das hat die Juristin und Menschenrechtsaktivistin Martha Patricia Molina im Interview mit dem Portal „confidencial" dargelegt. Mit Hassreden machten Präsident Daniel Ortega und Vizepräsidentin Rosario Murillo Stimmung gegen religiöse Führer und einfache Gläubige und wollten damit auch die systematische Gewalt gegen sie wie etwa Verfolgung, Inhaftierung und Exil rechtfertigen, sagte Molina, die in der Vorwoche vom US-Außenministerium den Preis für Religionsfreiheit erhalten hatte.

Das Ansinnen von Ortega und Murillo sei es, sich selbst als „Götter" zu erheben und eine eigene Religion zu gründen, befand Molina. Der Klerus spiele allerdings nicht mit, sei es doch bislang misslungen, die Bischöfe und Priester der katholischen Diözesen Nicaraguas zu „unterwerfen". 

Die Kirche, die als wichtigste gesellschaftliche Opposition der Hauptfeind des Regimes sei, könne in Nicaragua ihre Pastoral nicht in gewohnter Form fortsetzen. Molina: „Jede Woche werden mehr Priester und Ordensleute festgenommen, des Landes verbannt oder gehen aus Angst ins Exil." Viele Pfarren hätten somit ihre Priester verloren - besonders in der Diözese Matagalpa, wo bereits 40 Prozent des Klerus fehlen. Die Priesterseminare seien zwar derzeit weiterhin noch in Betrieb und bildeten Priesteramtskandidaten aus. Dennoch müsse die Kirche in Nicaragua „ihr gesamtes Evangelisierungsprojekt für die Zukunft überdenken, weil die sandinistische Diktatur die Verfolgung nicht stoppen wird", so die Juristin.

Auch einfache Gläubige im Visier

Am Montag machte erneut die Nachricht von drei aus Nicaragua ausgewiesenen Priestern - zwei davon waren Mexikaner - die Runde. Doch auch einfache Gläubige sind Opfer der Diktatur: Molina dokumentierte auf X (vormals Twitter) am Montag den Fall von Marivi Elieth Andino Ramirez, die bereits am 21. Mai des Vorjahres von Polizisten und Paramilitärs entführt und in das Foltergefängnis von Managua gebracht worden sei. „Dass sie ihre drei minderjährigen Kinder alleine hinterließ, war dem Regime egal. Marivi wurde ohne Möglichkeit der Verteidigung zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt - nur deshalb, weil sie Katholikin ist und bei der Caritas arbeitete", beklagte Molina. Sie richtete einen Appell an die Interamerikanische Kommission für Menschenrechte, diese möge einschreiten.

Filmdoku über „Selbstzensur" unter christlichen Studierenden 

Christliche Studierende an europäischen Universitäten sind oft mit Vorurteilen konfrontiert, wenn sie ihren Glauben und ihre Überzeugungen teilen wollen: Das legt der Dokumentarfilm „self-censorship" (Selbstzensur) nahe, der am Mittwoch die Online-Premiere hatte. „Christen nehmen an den Hochschulen oft ein ihre Haltungen ablehnendes Klima wahr, das zu einer Vereinzelung und zu einer 'Schere im Kopf' führen kann", sagte Anja Hoffmann, die Geschäftsführerin des für die Produktion zuständigen "Observatory on Intolerance and Discrimination against Christians in Europe" (OIDAC), im Interview mit der Nachrichtenagentur Kathpress.
In 40 Minuten gibt der Film die Lebenserfahrungen von neun Studierenden aus sieben europäischen Ländern und unterschiedlichen christlichen Konfessionen wieder. In der gemeinsamen Reflexion wird die Zerrissenheit der Protagonisten sichtbar, wenn es um das Vertreten eigener Gedanken und Meinungen geht. Teils unbewusst halten sie sich damit zurück und verbergen ihren Glauben aus Angst vor Konflikten, Spott, Ablehnung oder anderen Konsequenzen. Zwei Studentinnen haben bereits nicht nur Zurückweisung, sondern sogar Drohungen erlebt, als sie in Diskussionen für den Lebensschutz Ungeborener eintraten.
Nicht nur gläubige Christen sind laut Hoffmann von eingeschränkter Freiheit an Unis betroffen, sondern auch Angehörige anderer Minderheiten, wobei es in Europa regionale Unterschiede gibt. Umfragen zufolge siedelten Betroffene ihre Situation oft auf emotionaler Ebene an und dächten, sie hätten ein Persönlichkeitsproblem, besonders wenn die Möglichkeit zu freiem Austausch mit anderen in ähnlicher Situation fehle. "Die heutige junge Generation hat eine besondere Empfindlichkeit dafür, wie man von anderen gesehen wird. Viele halten sich dann schnell selbst für schüchtern", so die OIDAC-Geschäftsführerin. Das Ergebnis: Man sagt nicht mehr, was man denkt.
Nach der am Mittwoch stattgefundenen Online-Premiere von "Selbstzensur" findet am 14. März eine Live-Premiere in der Wiener Eventlocation Novum 1050 (5. Bezirk, Wiedner Hauptstraße 146-148) statt, zu der auch Protagonisten des Films geladen sind. Tickets können kostenfrei unter www.bit.ly/self-censored bestellt werden. Weiterhin ist der Film auch online auf YouTube unter www.youtube.com/watch?v=CD3EJnDlbRk&t=3s abrufbar. 

Ratzinger-Schüler: Mit Frauenpriestern völlig neue Hierarchie

Der Regensburger Theologe und frühere Ratzinger-Schüler Wolfgang Beinert sieht keinen hinreichenden theologischen Grund gegen eine Priesterweihe für Frauen in der katholischen Kirche. Auch das oft zitierte Papstschreiben „Sacerdotalis ordinatio" Johannes Pauls II. von 1994 habe nur die Geltungskraft einer Mitteilung, sagte Beinert der „Rheinischen Post". Alle Argumente darin seien, „um es vorsichtig zu sagen, schwach und stehen auf sehr tönernen Füßen".
Von der großen Mehrzahl ernstzunehmender Theologen würden sie darum auch nicht akzeptiert, sagte Beinert. Der einzige Grund für die Verweigerung einer Priesterinnenweihe sei die Tradition. Diese sei aber nicht gottgegeben, sondern von Menschen in etlichen Jahrhunderten so geschaffen worden, argumentiert der 90-Jährige. Johannes Paul II., dem Papst aus Polen, wirft Beinert einen versuchten Rollback der Vorhaben des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) vor; unter anderem im Sinne einer überholten Sexualmoral.
Beinert fordert darüber hinaus eine dringende Reform des Priesteramtes: „Es wäre doch überhaupt nichts gewonnen, wenn heute auch Frauen einfach nur geweiht werden dürfen, und alles andere bliebe beim Alten." Mit Frauen im Priesteramt müsse die Hierarchie in der Kirche vollkommen neu bedacht werden.
Zu einem historischen Vorbild des Frauenpriestertums, Maria Magdalena, sagte der Marienforscher: „Man könnte ein wenig zugespitzt formulieren: Wenn Maria von Magdala nicht vom auferstandenen Jesus beauftragt worden wäre, die Osterbotschaft zu verkünden, dann wüssten wir sie heute noch nicht."
Kirche an einem Scheideweg
Der einstige Ratzinger-Schüler sieht die katholische Kirche an einem Scheideweg: „Entweder sie bleibt dort, wo sie jetzt ist - dann wird sie zumindest auf der nördlichen Halbkugel zu einer großen Sekte verkümmern. Oder sie geht den Weg der Reformen; dann kann ihre wunderbare Botschaft wieder aufblühen."
Foto: You Tube.

Moskauer Patriarch Kyrill

bezeichnet westliche Eliten als Antichristen

Moskauer Patriarch bezeichnet westliche Eliten als Antichristen

Der orthodoxe Moskauer Patriarch Kyrill I. hat Russland zum Kampf gegen das „Böse" aus dem Westen aufgerufen. „Es ist sehr wichtig, dass unser Land fähig ist, den Widerstand gegen - ich sage jetzt ein unglaubliches Wort - den Antichristen anzuführen", erklärte das russisch-orthodoxe Kirchenoberhaupt im Oberhaus des Parlaments, dem Föderationsrat. Die Ankunft des „Bösen" müsse abgewehrt werden. Wie die Nachrichtenagentur KNA berichtet, veröffentlichte das Moskauer Patriarchat am Dienstagabend ein Video von Kyrills Ansprache.
Die Eliten der westlichen Länder setzen nach den Worten des Patriarchen auf christenfeindliche Werte. Sie seien dabei, das christliche Erbe aufzulösen. "Die westlichen Eliten führen heute einen Krieg gegen die Institution der traditionellen Familie - natürlich unter dem Vorwand der Achtung der Menschenrechte, der freien Wahl", so der Geistliche. Er kritisierte unter anderem eine Gender-Ideologie, die Legalisierung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften und „Propaganda für Geschlechtsumwandlungen".
Kyrill I. sagte: „Das europäische Haus gleicht, um es mit den Worten des Evangeliums auszudrücken, immer mehr einem angestrichenen Sarg, der von außen schön aussieht, innen aber voller Knochen eines Toten und allerlei Schmutz ist." Das Gebäude beeindrucke zwar durch Luxus, „aber das Fundament ist hoffnungslos schlaff, die tragenden Wände stehen kurz vor dem Einsturz".

Kyrill verlangt mehr Gehalt für Militärpriester

Der russische Staat muss nach Ansicht des orthodoxen Moskauer Patriarchen Kyrill I. die Militärgeistlichen im Ukraine-Krieg besser bezahlen. Armeeseelsorger müssten im Kampfgebiet künftig dieselben Sozialleistungen erhalten wie Soldaten, sagte das Kirchenoberhaupt am Dienstag laut russischen Medienberichten bei einer Veranstaltung des Föderationsrates in Moskau, wie die Nachrichtenagentur KNA berichtet. Mehr als 100 orthodoxe Geistliche seien im Einsatz, bekämen aber weniger Gehalt als die übrigen Mitglieder der Streitkräfte.
Die russisch-orthodoxe Kirche unterstützte den Krieg gegen die Ukraine von Anfang an. Der Patriarch ist ein wichtiger Verbündeter von Präsident Wladimir Putin.

Russland: Ehemaliger Bischof von Afrika kommt vor Kirchengericht

Metropolit Leonid (Gorbatschov), der erste Leiter des Afrikanischen Exarchats der Russischen Orthodoxen Kirche (ROK), ist vor ein Kirchengericht gerufen worden. Das berichtet der "Nachrichtendienst Östliche Kirchen" NÖK in seiner aktuellen Ausgabe. Von seiner Aufgabe als Exarch hatte ihn der Synod der ROK bereits am 11. Oktober 2023 entbunden
Am 27. Dezember wurde er in den Ruhestand versetzt, wobei er erst 55 Jahre alt ist.
Begründet wird die jüngste Vorladung vor das Kirchengericht mit „kirchlichen Rechtsverstößen bei der Amtsübergabe" der Kirche, deren Vorsteher er gewesen war. Metropolit Leonid bezeichnete die Vorladung als „Schande". 
Grund für den Prozess sei ein mitgehörtes Telefonat, in dem Leonid schlecht über „seinen Chef" –Patriarch Kyrill - geredet habe. - Gemeint ist damit der Moskauer Patriarch Kyrill.

Moskauer Patriarchat zeigt Härte

Das Moskauer Patriarchat geht zunehmend härter mit Kritikern in den eigenen Reihen um. Das bekamen zuletzt auch der bekannte Moskauer Geistliche Alexej Uminskij und der Theologe Cyril Hovorun zu spüren. Hovorun hatte erst im vergangenen Oktober bei einem Vortrag in Wien heftige Kritik an Patriarch Kyrill und dem russischen Präsidenten Putin sowie an der Inszenierung der Einheit von Staatsführung und Religion geübt.
Schon vor seinem Wien-Besuch hatte Patriarch Kyrill Hovorun am 25. September die Ausübung des Priesteramtes verboten. 
Am 13. Jänner aberkannte das Moskauer Kirchengericht Erzpriester Alexej Uminskij die Priesterwürde. Auch der prominente Moskauer Geistliche hatte wiederholt Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine kritisiert, zuletzt im November 2023 in einem Interview mit dem ehemaligen Chefredakteur des aufgelösten Radiosenders Echo Moskvy. 
Am 5. Jänner war Uminskij bereits vom Dienst suspendiert und von seinem Posten als Vorsteher der Dreifaltigkeitskirche im Zentrum Moskaus entfernt worden, wobei die Eparchie keine Gründe für die Suspendierung angab.
Im Urteil vom 13. Jänner wurde schließlich die Verurteilung damit begründet, dass sich der Geistliche geweigert habe, in jedem Gottesdienst das Gebet über die Heilige Rus zu beten, wie von Patriarch Kyrill angeordnet. Das „Gebet über die Heilige Rus" wurde Ende Februar 2022, also kurz nach dem Beginn der russischen Großinvasion in die Ukraine, im Moskauer Patriarchat verfasst und von Patriarch Kirill abgesegnet. Im ursprünglichen Wortlaut war die Rede von irgendeinem Angriff auf die Heilige Rus durch andere Völker und die Rettung vor diesem Angriff. Nach der Verkündung der Teilmobilmachung in Russland im September 2022 änderte der Patriarch den Text, die zentrale Bitte betrifft nun den Sieg gegen die Angreifer. Dieses Gebet muss in jeder Liturgie in jeder Kirche der ROK auf dem Territorium Russlands und im Ausland vorgetragen werden.
Der Kommentator des orthodoxen Fernsehsenders „Tsargrad" sagte, dass die "“zuständigen weltlichen Organe" Alexej Uminskij nicht ins Ausland flüchten ließen, und dass sein "Fall nicht nur von einem Kirchengericht untersucht werden wird". 

Kurznachrichten 

   

Papst Franziskus hat zu einer täglichen Lektüre des Evangeliums augerufen. Jeder Katholik solle eine Ausgabe immer bei sich tragen - in der Hosentasche, in der Handtasche, auf dem Mobiltelefon. Das Evangelium sei das Buch des Lebens, einfach und kurz.

 

Papst Franziskus fordert eine Regulierung von Künstlicher Intelligenz (KI) nach hohen ethischen Maßstäben. 

 

Im Vatikanstaat ist erstmals ein Beschuldigter wegen sexueller Handlungen an einem Minderjährigen zu einer Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt worden. Der 31-jährige Priester soll als 16-Jähriger einen sieben Monate jüngeren Mitschüler durch sexuelle Handlungen „verdorben" haben.

 

Pakistan. Die Regierung im islamisch geprägten Land hat für nichtmuslimische Schüler das verpflichtende Islam-Studium aufgehoben. Die Pakistanische Bischofskonferenz begrüßt die Entwicklung und dankte der Regierung, dass sie katholische Bischöfe in die Entwicklung des Lehrplans einbeziehe.

 

In China wurde Taddeo Wang Yuesheng (57) zum Bischof von Zhengzhou im Osten der Volksrepublik geweiht - in Übereinstimmung mit einem Abkommen zwischen dem Heiligen Stuhl und China.

 

Deutschland. Zum dritten Mal ist die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) in Bayern als „Beliebteste Universität in Deutschland" ausgezeichnet worden. Diesen Titel hat ihr das Portal Studycheck verliehen.

 

USA. In 16 Bundesstaaten haben am Wochenende regionale Lebensmärsche stattgefunden, mit denen Abtreibungsgegner für besseren Lebensschutz demonstrierten. Das zentrale Ereignis der „March for Life" fand in der Hauptstadt Washington D.C. statt, wo Zehntausende trotz Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt und bei teils heftigen Schneefällen von der National Mall bis zum Obersten Gerichtshof der USA zogen. 

 

Indien. Christen im zentralindischen Bundesstaat Madhya Pradesh fordern Maßnahmen gegen Hindu-Aktivisten, die auf den Kreuzen von vier protestantischen Kirchen ihre safrangelbe Flagge hissten. Christen, die dies an ihren Kirchen verhindern wollten, sind von den Hindus bedroht worden.

 

Haiti. Die vergangene Woche entführten sechs katholischen Ordensfrauen sind wieder frei. 

 

Frankreich. Die frühgotische Kathedrale von Senlis bei Paris bleibt nach einem Kabelbrand Mitte Dezember noch für viele Monate geschlossen. Die gesamte Elektrik muss erneuert werden.




Spanien. Die Besucherzahl in der weltbekannten Basilika Sagrada Familia in Barcelona hat 2023 wieder das Vor-Corona-Niveau erreicht. Mit rund 4,7 Millionen Menschen kamen im Vorjahr in etwa so viele Besucher wie 2019 in die spektakuläre, von Antoni Gaudi (1852-1926) entworfene Kirche.


Indonesien. Wegen des am 14. Februar  angesetzten Superwahltags lässt ein örtlicher katholischer Bischof heuer die Feiern zum Aschermittwoch um einen Tag verschieben. 

 

In Bosnien-Hercegovina hat ein Ehepaar  seine neugeborenen Vierlingskinder nach den vier Evangelisten der Bibel benannt. 

 


 

Österreich

   

Österreich. Änderungen beim ORF-Radio-Sender Ö1: Ab 5. Februar  wird ein neues Religions-Radio-Format unter dem Titel „Im Fokus - Religion und Ethik" jeden Mittwoch zwischen 16.05 und 17.00 Uhr aktuelle, „heiß diskutierte" Themenfelder aus dem Bereich Religion und Ethik beleuchten.

 

Wien. Erneut einen Patientenrekord verzeichnen die Wiener Ordensspitäler der „Vinzenz Gruppe": Die fünf Fachkliniken haben im Jahr 2023 mehr Patienten versorgt - 73.800 stationär, 180.000 ambulant - und mehr Eingriffe durchgeführt als je zuvor, wie aus einer aktuellen Aussendung hervorgeht. 

 

Wien. „Radio klassik Stephansdom" startet eine Kampagne, um seine finanzielle Zukunft abzusichern. Notwendig machte diesen Schritte der Sparkurs der Erzdiözese Wien. Sie wird in Hinkunft dem Sender und der Kirchenzeitung „Der Sonntag“ keinen Zuschuss mehr zahlen.

 

Steiermark. Als erste österreichische Gesundheitseinrichtung ist das Krankenhaus der Elisabethinen Graz  mit dem internationalen Preis für High Reliability Organizations (HRO) ausgezeichnet worden.

 

Kärnten. Im Schuljahr 2023/24 besuchen mehr als 95 Prozent der katholischen Schülerinnen und Schüler den katholischen Religionsunterricht. Auch 1.350 (Vorjahr: 1.130) konfessionslose Kinder und Jugendliche nehmen daran teil.

 

Wien. Die Caritas der Erzdiözese Wien begrüßt die Reform der Wohnbeihilfe, die die Wiener Stadtregierung am Donnerstag im Rahmen ihrer Klausur bekannt gegeben hat.

Ex-Priester ist der neue Menschenrechtskommissar des Europarates

Der Ire Michael O'Flaherty wird neuer Menschenrechts-kommissar des Europarates. Die Parlamentarische Versammlung des Europarates wählte den 64 Jahre alten Juristen, seit 2016 Leiter der EU-Grundrechte-Agentur, am Mittwoch in Straßburg als Nachfolger von Dunja Mijatovic (59), die das Amt seit 2018 innehatte. Die nicht verlängerbare Amtszeit beträgt sechs Jahre und beginnt am 1. April.
Der aus Galway stammende O'Flaherty lehrte nach einer Laufbahn bei verschiedenen Menschenrechtsprogrammen der Vereinten Nationen als Professor für Menschenrechte in Nottingham und Galway. 2004 wurde er Mitglied der UN-Menschenrechtskommission in Genf, später auch deren Vize-Vorsitzender; von 2011 bis 2013 leitete er die staatliche Nordirische Menschenrechtskommission. Zuvor hatte O'Flaherty nach seiner Jura-Ausbildung und ersten Berufsjahren katholische Theologie an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom studiert. 1987 wurde er zum Priester geweiht, ließ sich aber 1992 wieder laisieren.
Foto: European Union Agency for fundamental rights.


Auch das noch...

Wiener Ordensspital: Hilfe auch für Nicht-Krankenversicherte

Das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Wien hat im Jahr 2023 rund 14.500 Menschen ohne Krankenversicherung behandelt. Das teilte das Wiener Ordensspital in einer Presseaussendung am Montag mit. Im ältesten und größten Ordensspital in Wien würden Menschen „unabhängig von Einkommen, Alter, Weltanschauung oder Religion" unentgeltlich versorgt. Finanziert werden die Behandlungen durch regelmäßige Spendensammlungen, hieß es.
Das Behandlungsspektrum reiche dabei „von Notfall- und Akutbehandlungen über ambulante Routinebehandlungen, Operationen und Eingriffe sowie diagnostische Maßnahmen bis hin zur Behandlung von Krebspatientinnen und -patienten", so die Aussendung. Die Gründe für eine fehlende Krankenversicherung seien vielfältig und fast immer mit einem persönlichen Schicksalsschlag verbunden, erklärte Frater Thomas Pham, Prior des Ordensspitals in der Wiener Leopoldstadt. 
Wie das Krankenhaus mitteilte, gibt es in Österreich mehrere zehntausend Menschen, die über keinen Versicherungsschutz oder einen erschwerten Zugang zum Gesundheitssystem verfügen. Diesen Menschen wolle das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder „kostenlos und unbürokratisch" Hilfe anbieten. „Wir sind für unsere nichtversicherten, kranken Mitmenschen da", sagte Pham. "Krankheit fragt nicht nach dem Versicherungsschutz und wir auch nicht".
 

Vatikan erleichtert Whistle-blowing in Finanzsachen

Der Vatikan erleichtert Whistleblowing bei finanziellen Unregelmäßigkeiten. Am Mittwoch veröffentlichte das vatikanische Presseamt ein Dokument, das den Umgang mit Hinweisen an die internen Wirtschaftsprüfer regelt. Die Regelung gilt sowohl für den Vatikanstaat und seine Behörden als auch für die zentrale Leitung der katholischen Weltkirche - die Römische Kurie - die im Vatikanstaat ihren Sitz hat. 
Demnach können Whistleblower ihre Hinweise per E-Mail oder per Brief an das Büro des Generalrevisors richten. Auch ein persönliches Gespräch oder ein Video-Anruf sind möglich. Anonym abgegebene Hinweise werden jedoch nicht weiterverfolgt.

Gefälschtes Video wirbt mit Kardinal für Diabetes-Wundermittel

In Mexiko sorgt ein ungewöhnlicher Betrugsfall für Schlagzeilen. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz haben Kriminelle ein sogenanntes Deepfake-Video erstellt, in dem Kardinal Carlos Aguiar Retes für ein Diabetes-Wundermittel wirbt. Er habe die Krankheit dank des Präparats überwunden, behauptet die computergenerierte Stimme des katholischen Erzbischofs von Mexiko-Stadt. Der täuschend echt wirkende Spot verbreitete sich rasant im Netz.
Die Erzdiözese Mexiko sah sich schließlich gezwungen, den Schwindel aufzuklären. Auf der Online-Plattform X verlinkte sie den gefälschten Clip und schrieb dazu: „Warnung! Tappen Sie nicht in die Falle." Der Kardinal sei in Wahrheit niemals an Diabetes erkrankt. Es handele sich um eine Betrugsmasche. Keinesfalls sollten Gläubige das beworbene Medikament bestellen.
 

Ministrant in Tschechien schreibt sich in Buch der Rekorde ein

Bei Gottesdiensten in mittlerweile 125 verschiedenen Kirchen im In- und Ausland hat ein junger tschechischer Ministrant bereits seinen liturgischen Dienst geleistet. Damit sicherte sich der zehnjährige Patrik Müller aus Roudnice in der Region Hradec Kralove (Königgrätz) nun einen Eintrag ins tschechische Buch der Rekorde, wie das katholische Online-Portal "Cirkev.cz" (Donnerstag) berichtet.
Neben zahlreichen Kirchen und Wallfahrtsorten in Tschechien war der Bub demnach unter anderem bereits in allen römischen Papstbasiliken, in Bethlehem, Genf, Brüssel oder auch in der Kathedrale in Luxemburg als Ministrant aktiv. Am besten habe ihm der Ministrantendienst im Petersdom gefallen, sagte der Zehnjährige bei der Verleihung der Rekord-Urkunde nach einem Gottesdienst in der St.-Bartholomäus-Kirche in Pelhrimov. Motor des internationalen Engagements ist Patriks Vater Tomas Müller, der früher selbst Ministrant war und mit seinem Sohn gerne durch Europa reist.
Anpassungsprobleme hat der "Rekord-Ministrant" bei Gottesdiensten außerhalb seines Heimatortes nach eigenen Angaben nicht, auch sprachliche Barrieren spielten keine Rolle. 

Linz: Nahost-Hilfswerk ICO mit neuem Spendenrekord

Mit einem neuen Spendenrekord für das Jahr 2023 kann die „Initiative Christlicher Orient" (ICO) aufwarten. Etwas über 1,6 Millionen Euro haben die Spenderinnen und Spender der ICO anvertraut, wie Geschäftsführerin Michlin Alkhalil gegenüber Kathpress mitteilte. Die ICO habe damit im vergangenen Jahr exakt 89 Hilfsprojekte umsetzen können.
Die meisten Projekte wurden in Syrien, im Libanon und im Irak abgewickelt, einige auch in Palästina und in der Türkei. Die ICO betreibt derzeit etwa eine Suppenküche in der libanesischen Hauptstadt Beirut sowie eine in der nordsyrischen Metropole Aleppo und plant, in der syrischen Küstenstadt Latakia eine zweite Sozialküche einzurichten. Im Nordirak und in Syrien ist die ICO auch im Rahmen eines Winternothilfeprogramms aktiv. Kinder werden mit warmer Bekleidung ausgestattet, verarmte Familien werden mit Heizöl versorgt, damit sie durch den Winter kommen. Ein besonderer Fokus lag im vergangenen Jahr auch auf der Hilfe für die Opfer des verheerenden Erdbebens im Februar 2023 in Syrien und in der Türkei.
Im Libanon, wo es - wie auch in Syrien - so gut wie keinen öffentlichen Strom mehr gibt - finanziert die ICO derzeit viele Fotovoltaik-Projekte in kirchlichen Schulen und hilft bei der Anschaffung von Diesel für die Notstromaggregate. Zudem übernimmt die ICO für unzählige Kinder das Schulgeld.