JA 

die neue Kirchenzeitung

28. November 2021 

„Bereits auf den Malediven“

Seit 22. November gelten neue Corona-Regeln: Die „Ausgangssperre“ gilt den ganzen Tag (0-24 Uhr). Das Verlassen des eigenen privaten Wohnbereichs und der Aufenthalt außerhalb des eigenen privaten Wohnbereichs ist für alle nur zu bestimmten Zwecken zulässig.
Betriebsstätten der Gastronomie, Beherbergungsbetriebe, Freizeit- und Kultureinrichtungen sowie Sportstätten dürfen grundsätzlich nicht mehr betreten werden.
Die Gastwirte um die Ecke sind tabu, nicht aber jene irgendwo auf den Malediven oder in der Karibik.

Man bestelle ganz einfach ein Taxi, fahre zum Flughafen und fliege Richtung Süden. Wie erkläre ich das den vielen, die der Regierung ohnehin skeptisch gegenüberstehen und obendrein nie Geld für Luxusreisen hätten?
Urlaubsreisen fallen unter die Ausnahmebestimmungen. Hier gilt keine ganztägige Ausgangssperre.
Irgendwie grotesk.
Vor Jahren erzählt mir eine sprachlich nicht so versierte Person, ihr Nachbar sei „bereits auf den Malediven“. Darüber war sie nicht erfreut, sondern entsetzt. Sie meinte nämlich „Palliativ“.
Auf den Intensivstationen unseres Landes werden die Betten dramatisch knapp. Soll, wer kann, auf die Malediven reisen?   P. Udo

 

Papst dankt Jugend für Engagement: „Macht weiter Radau!"
Angelus-Gebet: 2 Jugendliche mit Franziskus am Fenster 

Papst Franziskus hat den Einsatz junger Menschen für eine bessere Welt gewürdigt. Gleichzeitig forderte er sie auf, auch „Radau zu machen"; "das hilft uns Erwachsenen und der Kirche", so der Papst am Sonntag im Petersdom. Die verwundete Welt brauche keine doppeldeutigen Kompromisse mehr, keine Menschen, „die ein wenig rechts und ein wenig links stehen, nachdem sie herausgefunden haben, was gerade günstig ist". Mit dem Gottesdienst zum Fest Christuskönig wurde die Vorbereitung zum Weltjugendtag 2023 in Lissabon eröffnet.
Wiederholt forderte der Papst die Jugend auf, weiter zu träumen, zumal in einer Welt, die über kurzfristigen Nutzen nicht hinaussehe und große Ideale zu ersticken drohe. „Danke, dass ihr den Traum von Geschwisterlichkeit pflegt, euch um die Wunden der Schöpfung kümmert, für die Würde der Schwächsten kämpft und den Geist der Solidarität und des Teilens verbreitet."
Mit Bezug auf die Lesungen des Sonntags…
… ermutigte Franziskus junge Christen, Propheten zu sein. Ihnen komme „die mühsamste und faszinierendste Aufgabe" zu: „festzustehen, wenn alles zusammenzubrechen scheint", Wächter, „die in nächtlichen Visionen das Licht sehen, Baumeister inmitten von Trümmern zu sein, fähig sein, zu träumen".
Viele Träume junger Menschen entsprächen denen des Evangeliums, so der Papst weiter. „Geschwisterlichkeit, Solidarität, Gerechtigkeit, Frieden: das sind auch die Träume Jesu für die Menschheit."
Mut, gegen den Strom zu schwimmen
Dazu braucht es seiner Aussage nach Mut, gegen den Strom zu schwimmen. Dies allerdings „nicht gegen andere Menschen, wie es diejenigen tun, die sich immer in der Opferrolle sehen, die Verschwörungstheoretiker, die die Schuld immer anderen zuschieben".
So wie bei Jesus im Prozess vor Pilatus, den das Evangelium schildert, kommt es laut Franziskus darauf an, „allein mit der sanften und demütigen Kraft des Guten gegen das Böse anzugehen. Ohne Schleichwege, ohne Unwahrheiten." Dies seien Wahrheit und Freiheit wie eines echten Königs würdig.
„Seid frei, seid authentisch, seid das kritische Gewissen der Gesellschaft", so Franziskus abschließend. Leidenschaftliche Christen könnten bekennen: „Mein Leben ist nicht ein Sklave der Logik dieser Welt, denn ich regiere mit Jesus für Gerechtigkeit, Liebe und Frieden!" Und dies gelte „in jedem Lebensalter".
Angelus mal anders: Papst Franziskus stand nach seinem Mittagsgebet an diesem Sonntag plötzlich nicht mehr allein am Fenster zum Petersplatz: Zwei Jugendliche aus dem Bistum Rom, Lucrezia und Stefano, waren bei ihm. Der Christkönigssonntag ist auf Wunsch des Papstes diesen Sonntag nämlich erstmals auch der Tag, an dem die katholische Kirche in den Ortskirchen den Weltjugendtag begeht. Franziskus sagte, junge Leute müssten Protagonisten in der Kirche sein - und machte sie kurz selbst dazu, berichtet „Vatican News“.
„Von Herzen grüße ich die Mädchen und Jungen unseres Bistums. Ich wünsche mir, dass die jungen Leute auf der ganzen Welt sich als lebendiger Teil der Kirche fühlen, als Protagonisten ihrer Sendung. Danke, dass ihr hier seid, und vergesst nicht: Regieren bedeutet dienen. Wie war das? Regieren heißt dienen. Alle zusammen nochmal: Regieren heißt dienen, so lehrt es uns unser König. Und jetzt sollen euch die jungen Leute hier mal selbst grüßen: Komm, sprich...“
Lucrezia: „Guten Weltjugendtag allen!“
Papst: „Sagt etwas Kreatives.“
Stefano: „Wir bezeugen, dass es wunderschön ist, an Jesus zu glauben!“
Papst: „Da schau her, das ist schön. Danke! Bleibt noch etwas hier bei mir..."
„Ich wünsche mir, dass die jungen Leute auf der ganzen Welt sich als lebendiger Teil der Kirche fühlen, als Protagonisten ihrer Sendung“.
 

Neues Buch mit Missbrauchszeugnissen von Ordensfrauen erschienen 

Über Missbrauch, Mobbing, Erpressung, Manipulation und Diskriminierung von Ordensfrauen in der Kirche berichtet ein neu erschienenes Buch in Italien. Unter dem Titel „Il velo del silenzio" (Schleier des Schweigens) hat Salvatore Cernuzio, Redakteur beim vatikanischen Onlineportal „Vatican News", die Zeugnisse von Ordensfrauen aus mehreren Ländern gesammelt.
Missbrauch von Macht, Gewissen oder Sexualität in Orden, Klöstern und Instituten sei ein „schwerwiegendes Problem weiblichen Ordenslebens", schreibt die französische Ordensfrau Nathalie Becquart in einem Vorwort. Jene, die jahrelang geschwiegen hätten, „aus Angst oder weil sie unter großem psychischen Druck standen", hätten nun „ihre Stimme erhoben", auch „um denjenigen zu helfen, die noch nicht den Mut haben zu reagieren", so Becquart, die in leitender Position im vatikanischen Synodensekretariat tätig ist.
Alle müssten sich der „falschen Praktiken von Gehorsam und Autoritätsausübung in der Kirche bewusst werden", so Becquart weiter. Diese Art von Missbrauch gebe es in Pfarrgemeinden, in alten und neuen Ordensgemeinschaften wie auch in Laienvereinigungen.
 „Es wird keinen eigenen Missbrauchs-Bericht über Afrika geben.“ Das sagte der Comboni-Missionar Stéphane Joulain, ein Psychotherapeut, der katholischen Tageszeitung „La Croix“, berichtet „Vatican News“.
Was eine unabhängige Kommission zur Aufarbeitung von Missbrauchsfällen im kirchlichen Bereich für Frankreich geleistet habe (der sogenannte Sauvé-Bericht), lasse sich nicht auf Afrika übertragen. Zum einen sei die Lage in den 54 Staaten Afrikas zu unterschiedlich; zum anderen fehlten schlicht die Mittel zu einer derart breiten Erhebung.
Joulain äußerte sich am Rand einer Tagung französischer Ordensleute in Lourdes.
„Wir haben zulange geschwiegen… 
… und gewartet, dass der Sturm vorüberzieht“, sagte die Superiorin Veronica Openibo, eine Nigerianerin, gegenüber „La Croix“. „Heute schämen wir uns für unsere Kirche und unsere scheinheiligen Gemeinschaften.“ 
Anders als in Frankreich, wo vor allem Jungen und männliche Jugendliche sexuell missbraucht wurden, trifft sexueller Missbrauch in Afrika in der Regel Mädchen und junge Frauen. Das ergaben die Beiträge eines Runden Tischs in Lourdes. Immer wieder würden auch Ordensfrauen von Priestern missbraucht. „Wir haben dazu geschwiegen und die Kriminellen gedeckt“, so Schwester Openibo. 
Auch Joulain, der häufig Ordensgemeinschaften in ganz Afrika besucht, spricht davon, dass es „sexuelle Aggressionen von Priestern und Bischöfen gegen junge Frauen oder Ordensfrauen“ gebe. „Es gibt in diesem Bereich eine institutionelle Lüge.“ Junge Frauen oder Novizinnen würden manchmal dazu aufgefordert, sich „einen priesterlichen Protektor“ zu suchen, um ihre Studien zu finanzieren. Das sei nichts anderes als „eine geheiligte Prostitution“, so der Missionar. Umso wichtiger sei eine gute Ausbildung für Ordensfrauen, damit sie Klerikern selbstbewusst gegenübertreten könnten. 
 

Kirche: Regierung von Madagaskar versagt in Hungerkrise 

Die Regierung von Madagaskar sieht sich angesichts einer dramatischen Hungerkrise schweren Vorwürfen seitens der Katholischen Kirche ausgesetzt. Bischof Marie Fabien Raharilamboniaina warnte am Mittwoch in einer Mitteilung des katholischen Hilfswerks missio München vor einer weiteren Zuspitzung der katastrophalen Lage aufgrund der Untätigkeit des Staates. Im Süden des Landes herrsche nach fünf Jahren fast ohne Regen die schwerste Dürre seit 40 Jahren, hieß es.
Rund 30.000 Menschen seien deshalb in die Region Morondava, wo der Bischof seinen Sitz hat, im Südwesten geflohen und hätten sich in den Wäldern angesiedelt. Um Mais und Erdnüsse anzupflanzen, würden sie mehr und mehr Wald abbrennen. „Das hat zu großen Konflikten mit der einheimischen Bevölkerung geführt, die sie als Diebe und Zerstörer des Waldes ansieht", so der Bischof. Die Flüchtlinge lebten unter widrigsten Umständen. Die Kirche habe die Regierung bisher vergeblich gebeten, den Einwanderern Land  zu geben. Ohne staatliche Unterstützung sei aber nicht nur deren Leben in Gefahr.
Raharilamboniaina verwies auf verheerende Auswirkungen für die Umwelt. Das bodennahe Grundwasser sei in zwei Jahren um zwei Meter gesunken. "In manchen Dörfern müssen die Menschen schon zwei bis drei Kilometer laufen, um Wasser zum Trinken zu finden. Sie haben dann keine Möglichkeit, Vieh zu züchten oder Gemüse anzubauen." 
Nach dem Ausbleiben staatlicher Hilfen habe die Diözese Morondava im vergangenen Jahr einen Kanal von mehr als 40 Kilometern Länge gebaut. Dadurch könnten 9.000 Hektar Ackerfläche bewässert werden. Für Reisfelder seien zwei 160 Meter tiefe Brunnen gebohrt worden. Außerdem baue die Diözese neue Schulen, Kindergärten und Krankenstationen. Auch Aufforstungsmaßnahmen würden geplant. 

Theologe Halik: Lage der Katholischen Kirche wie vor Reformation 

Die derzeitige Situation der Katholischen Kirche ähnelt nach Ansicht des tschechischen Religionsphilosophen und Theologen Tomas Halik stark der Situation kurz vor der Reformation. „Die jüngst aufgedeckten Skandale des sexuellen, psychologischen und geistlichen Missbrauchs spielen heute eine ähnliche Rolle wie die Ablasshandelsskandale, die im Hochmittelalter die Reformation auslösten", sagte Halik am 22. November in Berlin laut Redemanuskript.
Der katholische Priester und Theologe äußerte sich in einem Festvortrag bei der Jubiläumsveranstaltung zum 75-jährigen Bestehen der in Freiburg erscheinenden "Herder Korrespondenz", einer Monatszeitschrift für Gesellschaft, Politik, Religion und Theologie. Daran nahmen der katholische Berliner Erzbischof Heiner Koch, sein evangelischer Amtsbruder Bischof Christian Stäblein sowie die frühere Bildungsministerin und ehemalige Botschafterin Deutschlands beim Heiligen Stuhl, Annette Schavan, teil.
„Was zunächst als Randerscheinung erschien,…
… zeigt heute - wie damals - deutlich tieferliegende Probleme, die Missstände des Systems: die Beziehungen zwischen Kirche und Macht, Klerus und Laien und viele andere", sagte Halik.
Die Kirche stehe heute vor der großen Aufgabe des Auszugs „aus der heutigen in die zukünftige Form der Kirche, dem synodalen Weg". Dieser synodale Weg sei aber „nicht nur ein Weg zur Reform, sondern ein Weg der Reform".
Vier Säulen der Kirche
Halik mahnte dabei allerdings „die Kunst der geistigen Unterscheidung" an. Denn es gelte an der Einheit, Heiligkeit, Apostolizität und Katholizität der Kirche festzuhalten. Die Schwächung einer dieser vier Säulen schwäche die Identität der Kirche. Eine Gemeinschaft von Gläubigen, „die aufhört, nach Katholizität, nach universaler Offenheit zu streben", verliere ihre „christliche Identität und Authentizität", warnte er.
Zu den Hauptmerkmalen der Kirche gehörten nach den Worten des Theologen die Einheit, verstanden als organische Einheit in der Vielfalt; die Heiligkeit, im Sinne einer Weihe an Gott und Absonderung für Gott; die Apostolizität, als Treue zur apostolischen Sendung und Tradition sowie die Katholizität als Universalität, Allgemeingültigkeit, Offenheit.
„Der synodale Weg muss ein Weg der heilenden Demut sein" 
Die Kirche müsse zugleich vor der Versuchung bewahren, „das Christentum zu ideologisieren und dadurch das Leben der Kirche zu entstellen". Zu den Entstellungen zählte er einen „Triumphalismus" und einen daraus erwachsenden „Klerikalismus". Dabei würden diejenigen, die zum demütigen Dienst an der Allgemeinheit bestimmt waren", zu einer „herrschenden Klasse", einer "heiligen Regierung", die das Monopol auf die Wahrheit beanspruche. Dem sei ein Selbstverständnis der Kirche entgegenzusetzen, das sich an der Selbsthingabe orientiere. „Der synodale Weg muss ein Weg der heilenden Demut sein", so Halik. 
FOTO: Wikipedia/Petr Novak

 

Brasilien-Missionare aus Geras mit Romeropreis 2021 ausgezeichnet

In St. Pölten ist am Freitag der Romeropreis für herausragende Leistungen im Bereich Gerechtigkeit und Entwicklung verliehen worden. Der renommierte Preis der Aktion „Sei so frei" der Katholischen Männerbewegung ging (KMB) heuer an die beiden Prämonstratenser-Chorherren P. Bernhard-Michel Schelpe und P. Milo Ambros aus dem Stift Geras. Beide haben gemeinsam in ihrem jahrzehntelangen Wirken in Brasilien mit diözesaner Unterstützung eine Reihe von pastoralen, sozialen und schulischen Projekten ins Leben gerufen. Überreicht wurde der mit 10.000 Euro dotierte Menschenrechtspreis von Diözesanbischof Alois Schwarz und KMB-Österreich-Obmann Ernest Theussl, Corona-bedingt in kleinem Rahmen.

„Gerührt und geehrt" äußerten sich die beiden Preisträger im Rahmen der Preisübergabe. Sie seien „nur kleine Männer", die vom Stift Geras mit Unterstützung der Diözese St. Pölten „an die Front geschickt" worden seien, sagten P. Schelpe und P. Ambros. Dankbar zeigten sich die beiden Ordensleute besonders für ihre von der Diözese zugestandenen Pfarrergehälter, mit denen sie in Brasilien eine Pfarre mit 30 Gemeinden, Kapellen und Pfarrheimen errichten konnten. Ihr Einsatzort seien Favela-Armenviertel gewesen, in denen die Kriminalität so hoch gewesen sei, dass sich nicht einmal die Polizei hintraute. „Unbewaffnete Priester könnten jedoch gut arbeiten", erklärte P. Ambros. 

Die beiden Ordensmänner waren im Jahr 1992 bzw. 1994 vom damaligen Geraser Abt Joachim Angerer ins nordostbrasilianische Sao Salvador de Bahia entsendet worden, um in der priesterarmen Erzdiözese als Seelsorger auszuhelfen. Da es an kirchlicher und sonstiger Infrastruktur fehlte, bauten die beiden Jahr für Jahr Infrastruktur von in Summe 30 „Comundidades" - entsprechend österreichischen Pfarren - mit eigenen Kapellen und Pfarrheimen auf, unterstützt aus der Heimat.  1998 wurde ein vom Stift Geras abhängiges Priorat des Prämonstratenserordens in Itinga errichtet, das 2009 als selbstständiges Kloster des Ordens anerkannt wurde, mit P. Ambros als erstem Prior. Die ersten drei Priester wurden 2006 geweiht.

Seit seinem Amtsende als Prior von Itinga und Rückkehr nach Österreich ist P. Milo Ambros Pfarrmoderator in den Waldviertler Pfarren Sigmundsherberg-Maigen und Rodingersdorf, wo auch P. Schelpe lebt und als Seelsorger im Waldviertel tätig ist. Die einst begonnen Projekte würden bis heute allesamt trotz Corona weiterlaufen, berichtete P. Ambros von seinem Brasilien-Besuch heuer im Sommer. 

FOTO. Diözese St. Pölten.

 

Umfrage: Pfarrgemeinderäte sehen Ehrenamt weiter im Aufwind

Die Frauen und Männer in Österreichs Pfarrgemeinderäten sind mit ihren jeweiligen Pfarren stark verbunden, zeigen hohes Engagement bei der Gestaltung des Pfarrlebens und glauben, dass das Ehrenamt künftig noch zusätzlich an Bedeutung gewinnt: Das zeigt eine Online-Befragung, die im September mit Blick auf die für 20. März 2022 österreichweit anstehenden Wahlen zum Pfarrgemeinderat (PGR) durchgeführt worden ist. 3.000 Pfarrgemeinderäte und -rätinnen beteiligten sich, womit nun die aktuell „umfassendste Befragung zum Status Quo und zu den Perspektiven in den rund 3.000 Pfarren vorliegt", wie Klaudia Achleitner, die Geschäftsführerin der Konferenz der Österreichischen PGR-ReferentInnen,  gegenüber Kathpress berichtete.

Wie also sehen die in Pfarrgemeinderäten engagierten Katholikinnen und Katholiken sich und ihre jeweilige Pfarrgemeinde? „Pfarren sind für sie Orte, an denen Gemeinschaft erfahrbar ist und wo Sinnstiftendes für die Gesellschaft, aber auch für sich selbst geleistet wird", so Achleitner. „Pfarrgemeinderäte und -innen engagieren sich, um Kirche vor Ort zu gestalten und etwas bewegen zu können." 

Für das Engagement im Pfarrgemeinderat…

… ist vor allem die Suche nach gemeinsamen Wegen sowie „Gemeinschaft, Teilhabe und Sendung" das ausschlaggebende Motiv. Der PGR ist für das kirchliche Leben der Pfarrgemeinden „sehr wichtig", so der Eindruck fast aller Befragten (90 Prozent). Fast genauso viele schätzten, dass hier "für die Kirche am Ort etwas bewegt" wird; 82 Prozent lobten das Mitreden im Sinne von Richtungsentscheidungen. Als wichtigste Aufgaben des PGR wurde nach der Gestaltung und Umsetzung gemeinsamer Projekte die Sorge dafür genannt, „dass die Menschen, die hier leben, die christliche Botschaft spüren" (42 Prozent). 44 Prozent sind im PGR aktiv, „damit der Glaube lebt". 

90 Prozent gaben an, die Tätigkeit im PGR als sinnvoll und Freude schenkend zu erfahren; 40 Prozent stimmten der Aussage zu, sie könnten im Pfarrgemeinderat „Ideen einbringen und umsetzen". 

 

4.500 Ordensleute wirken in Österreich

In Österreich gibt es derzeit rund 4.500 Ordensleute. Jedes Jahr erhebt die Österreichische Ordenskonferenz die aktuellen Zahlen. Die aktuell vorläufigen beziehen sich auf den Stichtag 1. Jänner 2021. In Österreich gibt es demnach 106 Frauenorden mit insgesamt 2.944 Schwestern sowie 86 Männerorden mit 1.563 Patres und Brüdern. Die Zahl der Ordensangehörigen in Österreich ist dabei seit vielen Jahren leicht rückläufig. Ein Jahr zuvor, am 1. Jänner 2020, verzeichnete die offizielle Statistik noch 4.691 Ordensleute.

Die Hauptursache für den Rückgang liegt in der Altersstruktur der Ordensangehörigen, vor allem bei den Frauenorden: 61 Prozent der Ordensschwestern sind mindestens 75 Jahre alt. Bei den Männerorden liegt der Anteil in dieser Altersgruppe bei 30 Prozent.

Requiem für
Sir David Amess 

Für den im Oktober erstochenen britischen Abgeordnete Sir David Amess ist am Dienstag das Requiem in der Londoner Westminster-Kathedrale gefeiert worden. Mehrere Redner ehrten den ermordeten katholischen Tory-Politiker dabei für seinen jahrzehntelangen Dienst im Parlament. Amess sei ein „wahrer Brückenbauer" zwischen Regierung und Opposition gewesen.
Auch Papst Franziskus drückte sein „tiefes Mitgefühl" für die Familie des Getöteten aus. Er danke Amess für "viele Jahre frommen Dienstes an der Gesellschaft, geführt durch seinen katholischen Glauben und ausgedrückt durch seine große Sorge um die Armen und Benachteiligten".
Zelebriert wurde das Requiem von Kardinal Vincent Nichols. Unter den Trauergästen waren der aktuelle Premierminister Boris Johnson sowie seine Amtsvorgänger John Major, David Cameron und Theresa May, alle Mitglieder der konservativen Partei, und auch der aktuelle Vorsitzende der Labour-Partei, Keir Starmer.
Amess war infolge einer Messerattacke am 15. Oktober verstorben. Ein Mann hatte ihn während einer Bürgersprechstunde in einer Kirche in seiner Heimatgemeinde Leigh-on-Sea angegriffen und mehrmals auf das Mitglied der konservativen Torys eingestochen. Amess erlag kurz darauf seinen Verletzungen. Der 69-Jährige gehörte dem Parlament seit 1983 an. 

EKD-Chefin:
Kein Gott*

Die neue Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Annette Kurschus, sieht für sich keinen persönlichen Grund, das Wort „Gott" zu gendern.
„Gott kann nicht auf ein Geschlecht festgelegt werden. Diese Offenheit wird schon in der Bibel deutlich", sagte sie im Interview der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Die Anrede „Gott" sei aus ihrer Sicht offen genug. Katholische Jugendverbände hatten Überlegungen veröffentlicht, das Wort „Gott" mit Gendersternchen oder Genderkreuzchen zu verwenden.
Auf die Frage, ob sie in ihren Texten gendern werde, sagte die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen: „Ich variiere und experimentiere. In der Regel kombiniere ich weiterhin die weibliche und die männliche Ansprache. Inzwischen benutze ich auch manchmal das Sternchen, mache also eine kurze Pause beim Sprechen." Wichtig sei ihr, dass sie durch ihre Anrede niemanden ausschließe.


Höchster Orden für
Patriarch Kyrill I.

Das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Kyrill I., hat zu seinem 75. Geburtstag die höchste staatliche Auszeichnung Russlands erhalten. Präsident Wladimir Putin überreichte Kyrill I. am Samstag im Katharinensaal des Kremls den Orden des heiligen Apostels Andreas. 
In kurzen Ansprachen würdigten sie sich bei der Zeremonie gegenseitig überschwänglich.
Der Patriarch kümmere sich mit ganzem Herzen um „das Wichtigste: unseren Glauben, unsere spirituellen Grundlagen, unsere Grundwerte", sagte Putin nach Angaben des Kreml. "Sie haben für sich den Weg des spirituellen und moralischen Dienstes gewählt, und Sie gehen ihn mit Würde, Weisheit und einem tiefen Verständnis der Verantwortung für das Schicksal unseres Volkes, für das Schicksal Russlands." 
Das Kirchenoberhaupt dankte Putin für dessen „Aufmerksamkeit für das spirituelle Leben der Menschen, für Ihr Verhältnis zwischen Politik und Moral" sowie dafür, dass er Russland nicht nur auf dem Gesetz, sondern auch auf Wahrheit aufbaue. Am Ende des 20. Jahrhunderts und zu Beginn des 21. Jahrhunderts habe sich das staatliche und persönliche Leben einer Vielzahl von Menschen so wunderbar entwickelt, „dass wir erkennen, dass wir in einem glücklichen Land leben". 
Er fügte hinzu: „Wir sind frei, wir sind unabhängig, wir haben unsere Kultur bewahrt, wir haben unseren Glauben bewahrt." 

New Yorker Ausstellung über Andy Warhols katholische Prägung

Das New Yorker Brooklyn Museum beleuchtet die katholische Prägung des Pop-Art-Künstlers Andy Warhol (1928-1987). Die Schau „Andy Warhol: Revelation" („Offenbarung") zeigt  bis 19. Juni 2022 rund 100 teils neu entdeckte Fotografien, Gemälde, Grafiken und Videos des Ausnahmekünstlers, so New Yorks zweitgrößtes Museum.
Trotz seiner Berühmtheit sei die griechisch-katholische Erziehung des Einwanderersohns und ihr tiefgreifender Einfluss auf sein Leben und Schaffen eine kaum bekannte Facette, hieß es. Die Schau untersuche die lebenslange Beziehung des Künstlers zu seinem Glauben, der häufig in seinen Kunstwerken auftaucht. Bei seinen Porträts berühmter Persönlichkeiten oder Bearbeitungen von Meisterwerken der Renaissance spielte er mit Stilen und Symbolen der katholischen Kunstgeschichte und ordnete sie in den Kontext von Pop-Art ein. Sein Leben lang behielt Warhol bestimmte katholische Rituale bei, während er zugleich offen als schwuler Mann lebte.
Gezeigt werden unter anderem Gemälde aus seiner Serie „Das Letzte Abendmahl" (1986) nach Leonardo da Vinci, der Kurzfilm „The Chelsea Girls" (1966), ein unvollendeter Film über die untergehende Sonne, der von der katholischen Kirche finanziert wurde, und Zeichnungen von Warhols Mutter Julia Warhola. Die Ausstellung untersucht Themen wie Leben und Tod, Macht und Sehnsucht, Christusbilder, Familien- und Einwanderertraditionen, die Rolle der Frau sowie „queere Sehnsüchte".
Geboren am 6. August 1928 in Pittsburgh (Pennsylvania) als Sohn von Immigranten aus dem Karpaten-Dorf Mikova (heute Slowakei, damals Ungarn), wurde er griechisch-katholisch auf den Namen Andrew Warhola getauft. Der studierte Werbegrafiker prägte unter anderem mit Porträts von Hollywoodstars oder Politikern sowie den konsumkritischen Campbell-Dosensuppen über vier Jahrzehnte die zeitgenössische Kunst. 
Legendär ist sein Ausspruch, jeder habe ein Anrecht auf eine Viertelstunde Berühmtheit. In den 80ern am Gipfel seines Ruhms wurde Warhol selbst zur Ikone und zum Werbeobjekt mit eigener TV-Sendung. Er starb am 22. Februar 1987 mit 58 Jahren in New York an den Folgen einer Routineoperation.
FOTO:  New Yorker Brooklyn Museum 

Kurznachrichten

Papst Franziskus hat das Gebet als wichtigstes Kommunikationsmittel in der modernen Welt herausgestellt. „Wenn ich mit der ganzen Welt kommuniziere und nicht mit dem Herrn, dann fehlt etwas.“

 

Papst Franziskus besucht von 2. bis 6. Dezember zunächst Zypern und dann Griechenland. 

 

Papst Franziskus hat das Beichtgeheimnis der katholischen Kirche als unverletzlich verteidigt. 

 

Papst Franziskus ist mit den katholischen Bischöfen Italiens zusammengetroffen. Die „strikt private" Begegnung im Ergife Palace Hotel in Rom dauerte nach Angaben des Vatikan rund zwei Stunden. 

 

Der Vatikan hat zum diesjährigen Weltfischereitag (21. November) auf Missstände in der Branche aufmerksam gemacht. Das industrielle Fischereigewerbe habe sich "in einem Netz aus Problemen und Herausforderungen" verfangen.

 

Die Slowakei hat im jüngsten – vorerst für zwei Wochen geltenden – Lockdown neuerlich ein Gottesdienstverbot verhängt. Die Bischöfe sind „enttäuscht“ und „verbittert“. Schon zu Jahresbeginn durften viereinhalb Monate lang keine öffentlichen Gottesdienste gefeiert werden.

 

Die Slowakei hat das Gesetz zur Finanzierung von Privatschulen geändert. Privatschulen, darunter auch jene in kirchlicher Trägerschaft, sind künftig mit staatlichen Schulen gleichgestellt.

 

Spaniens Bischöfe haben sich gegen eine unabhängige Studie zur Aufarbeitung von Fällen sexuellen Missbrauchs ausgesprochen. Anders als in anderen Ländern wie Deutschland oder Frankreich sollen dort „keine soziologischen oder statistischen Untersuchungen vorgenommen" werden.

 

Serbien. Der vatikanische Außenminister, Erzbischof Paul Gallagher, hält sich  zu einem Besuch in Serbien auf. Er traf u.a. mit dem serbisch-orthodoxen Patriarchen Porfirije zusammen und wurde von Staatspräsident Aleksandar Vucic und Premierministerin Ana Brnabic empfangen.

 

Syrien. In Damaskus hat die erste Fakultät für katholische Theologie des Landes ihren Betrieb aufgenommen. 

 

Bolivien. Das Gebäude der Bischofskonferenz in La Paz ist Ziel eines Brandanschlags geworden. Leichter Sachschaden.

 

In Griechenland ist der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I.  zu einem mehrtägigen Besuch eingetroffen. Bei einem Festgottesdienst am Sonntag in Athen stellte sich der Athener Erzbischof demonstrativ hinter Bartholomaios, der vom Moskauer Patriarchat heftig kritisiert wird.

 

Kenia. Präsident Uhuru Kenyatta hat die Kirchenführer des ostafrikanischen Landes zum gemeinsamen Kampf gegen Vetternwirtschaft aufgefordert: „Ich rufe die Kirche auf, weiter gegen Korruption, Straflosigkeit und andere Laster zu predigen"

 

Irak. An einer Zusammenkunft in Bagdad nahmen  450 chaldäische Jugendliche teil. Der chaldäische Patriarch Kardinal Louis Raphael I. Sako rief sie auf, an ihren Wurzeln und der Gemeinschaft festzuhalten: „Angesichts unserer schrumpfenden Zahl müssen wir uns zusammenschließen und zusammenhalten".

 

Deutschland. Kurz vor der am Freitag vollzogenen Übergabe seines Amtes an Irme Stetter-Karp hat der scheidende Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Thomas Sternberg, einen „weitgehenden öffentlichen Ausfall der Frage nach dem Trost des Glaubens" in der Pandemie beklagt. 

  



Italien. Mit einer außerordentlichen Vollversammlung haben 228 Bischöfe in dieser Woche ihren eigenen synodalen Prozess begonnen. Thematisch stand „die soziale und ökologische Lage" im Mittelpunkt.

 

Deutschland. Das internationale katholische Hilfswerk „Kirche in Not" hat eine Kinderbibel-App für Smartphones herausgebracht. Die App ist sowohl für Android- als auch für Apple-Systeme kostenlos erhältlich. 


Polen. In Kattowitz (Katowice) ist mit Jan Franciszek Macha erneut ein von den Nationalsozialisten hingerichteter katholischer Priester seliggesprochen worden. Kurienkardinal Marcello Semeraro: Das Schicksal des erst 28-jährig enthaupteten Geistlichen ist ein „Zeugnis des heroischen Glaubens und der Liebe".

 

Haiti. Zwei der 17 vor über einem Monat entführten nordamerikanischen Missionare sind nach Angaben der Hilfsorganisation „Christian Aid Ministries" freigelassen worden. 

 

USA. Der 2019 aus dem Priesteramt entlassene Ex-Kardinal Theodore McCarrick muss sich eines weiteren Vorwurfs wegen sexueller Übergriffe gerichtlich erwehren. In einer am 23. November eingereichten Klage wird der heute 91-Jährige beschuldigt, einen jungen US-Priester 1986 bei einem Ausflug an die Küste von New Jersey sexuell genötigt zu haben. 

 

Italien. Die Bischöfe haben ihren Impfappell erneuert. 




Österreich

 

 Wien. Die großen Hilfsorganisationen des Landes - Caritas, Diakonie, Hilfswerk, Rotes Kreuz und Volkshilfe - begrüßen die ab Februar 2022 geplante Einführung einer allgemeinen Impfpflicht gegen das Coronavirus. 

 

Wien. Die Corona-Pandemie trug im Jahr 2020 maßgeblich zur weiteren Verbreitung von Verschwörungstheorien bei. Das geht aus dem Tätigkeitsbericht der Bundesstelle für Sektenfragen hervor, wie der Pressedienst der Parlamentsdirektion in einer Aussendung betonte.  

 

Wien. Im Wiener Gemeinderat wurde ein Antrag aller im Gemeinderat vertretenen Parteien betreffend die „Verurteilung der weltweiten Verfolgung von Christen und Christinnen sowie anderen religiösen Minderheiten" am 25. November einstimmig angenommen. 

 

Tirol. Das Felsenkloster St. Georgenberg steht unter neuer Führung: P. Jeremias Schröder (56), Abtpräses der Benediktinerkongregation von St. Ottilien und früher auch Erzabt von St. Ottilien, ist von Papst Franziskus zum Administrator ernannt worden.

 

Tirol. Vor der Innsbrucker Dreiheiligenkirche ist am 20. November eine Bronzeskulptur gesegnet worden, die ihre Betrachter an die Kraft der Vergebung erinnern soll.
Im Gedenken an eine in unmittelbarer Nähe geschehene Bluttat von Ende November 2018 - ein schwer schizophrener Täter hatte dabei einen 21-Jährigen Vorarlberger erstochen, was mittlerweile strafrechtlich aufgearbeitet ist - haben die tief religiösen Eltern des Opfers das Mahnmal des Lustenauer Bildhauers Udo Rabensteiner in Auftrag gegeben. 

 

Wien. Mit einer „Lichterfeier" haben am 21. November  70 Vertreter verschiedener Religionen in Wien-Donaustadt gegen den dort begonnenen Straßenbau zum Naturschutzgebiet Lobau protestiert. 

Impfung für Kinder bis zu elf Jahren

Im Mai wurde der erste Corona-Impfstoff für 12- bis 17-Jährige in Europa zugelassen. Seit 25. November 2021 liegt nun auch eine offizielle Empfehlung für Kinder von fünf bis elf Jahren vor. 

Einer der ersten, der sich bereits am 26. November impfen ließ, war der elfjährige Ministrant Benedikt Noah B. 
Er hat bereits einmal einen Rekord aufgestellt: Mit 4 ½-Jahren war er der jüngste Ministrant seiner Pfarre.

Warum hat er sich so rasch impfen lassen?
Einerseits, weil sein 14-jähriger Bruder Sebastian Elias auch hierbei Vorbild war.
Andrerseits, weil er wegen eines Corona-Falls in seiner Gymnasium-Klasse bereits zweimal in Quarantäne musste, was den engagierten Jungfußballer tief ins Herz getroffen hat.

 

Friedenslicht aus Bethlehem 

Das Friedenslicht aus Bethlehem ist in Österreich eingetroffen, wie der ORF-Oberösterreich und die Pfadfinder mitteilten. Eine in Vor-Pandemiezeiten übliche Reise des Friedenslichtkindes nach Bethlehem musste wieder entfallen. Dafür hat die neunjährige Rianna Danhoin aus Bethlehem das Licht in der Geburtsgrotte entzündet. 
Nach dem Flug-Transport in einer Speziallampe hat das heurige Friedenslichtkind Tobias Nußbaumer aus Kirchham (Bezirk Gmunden) das Licht am vergangenen Samstag, 20. November, übernommen. 
Als Dank für den Einsatz nach den schweren Hagelunwettern hatte der ORF in diesem Jahr die Feuerwehren eingeladen, ein Friedenslichtkind zu nominieren. Die Wahl fiel auf den elfjährigen Tobias Nußbaumer, weil er ein „besonders engagierter Jungfeuerwehrmann ist und sich in der Schule und bei der Feuerwehr um ein gutes Miteinander bemüht", hieß es vom ORF. 
In Österreich wird das Friedenslicht, das am Heiligen Abend in vielen Haushalten, Einrichtungen und Kirchengemeinden auf Christbäumen, Kränzen, auf Kerzenständern, in Laternen sowie auf Weihnachtsdekorationen leuchtet, am 24. Dezember verteilt. 
FOTO: ORF Oberösterreich. 

Auch das noch...

Mehr US-Amerikaner glauben an Himmel als an Gott

Der Glaube an Himmel und Hölle ist laut einer aktuellen Studie unter US-Amerikanern stärker verbreitet als der an Gott. So glaubten zwar 73 Prozent generell an den Himmel und immerhin 62 Prozent auch an die Hölle, jedoch nur 58 Prozent an Gott, so der Befund einer neuen Umfrage des Washingtoner „Pew Research Center". Der Unterschied erkläre sich aber daraus, dass 32 Prozent der Befragten lediglich angeben, „an ein höheres Wesen" zu glauben, ohne darunter explizit den biblischen Gott zu verstehen.
Unter den amerikanischen Christen sind daneben demnach ungefähr doppelt so viele Katholiken wie Protestanten davon überzeugt, dass auch Ungläubige oder Angehörige einer anderen Religion „in den Himmel" kommen können. Dort gibt es nach Ansicht von 69 Prozent der Gläubigen kein Leid mehr; etwa genauso viele erwarten zudem, mit Verstorbenen wiedervereint zu sein und Gott zu begegnen.
Der Glaube an die Hölle ist im Unterschied zu dem an den Himmel deutlich stärker ausgeprägt bei religiös gebundenen Menschen. 84 Prozent aller Protestanten sind von der Existenz der Hölle überzeugt. Auch drei von vier Katholiken (74 Prozent) teilen diesen Glauben. 
 

71 Prozent der jungen Polen gläubig 

In Polen hat Religiosität unter jungen Erwachsenen laut einer Umfrage deutlich an Bedeutung verloren. Während 1992 noch 69 Prozent der 18- bis 24-Jährigen nach eigenen Aussagen ihren Glauben regelmäßig praktizierten, waren es in diesem Jahr nur noch 23 Prozent, wie das staatliche Meinungsforschungsinstitut CBOS (Mittwoch) mitteilte. Der Anteil der Bürger in diesem Alter, die sich als gläubig bezeichnen, sank demnach im selben Zeitraum von 93 auf 71 Prozent; der Anteil der Nichtgläubigen stieg von 7 auf 29 Prozent.

Erzbischof aus Brasilien: Bolsonaro hat in Glasgow gelogen

Der katholische Erzbischof der Amazonas-Metropole Manaus in Brasilien, Leonardo Ulrich Steiner (71), bezichtigt Staatspräsident Jair Bolsonaro der Lüge beim Klimagipfel in Glasgow. Bolsonaros Behauptungen, 94 Prozent des Regenwaldes seien noch vorhanden und die Rodung werde kontrolliert, stimmen nicht, sagte Steiner dem „Kölner Stadt-Anzeiger". Brasiliens Regierung sei schuld am Handel mit illegalem Tropenholz und damit an der „systematischen Zerstörung" des Lebensraums der indigenen Völker im Amazonasgebiet.
Die staatlichen und zivilgesellschaftlichen Institutionen, die illegaler Rodung entgegentreten könnten, würden von der Regierung „systematisch eingeschränkt, angegriffen oder gar zerstört", sagte der frühere Generalsekretär der Brasilianischen Bischofskonferenz. 
 

Telefonseelsorge hat in Pandemie Hochkonjunktur

Wenn die Infektionszahlen steigen, haben Telefonseelsorge-Einrichtungen Hochkonjunktur. Das zeigt eine Studie, für die über acht Millionen Anrufe rund um den Globus ausgewertet wurden und über die die ORF-Wissenschaftsredaktion berichtete (science.orf.at). 
Der Trend in den Daten zeigt klar, dass die Telefonseelsorge in Zeiten mit hohem Infektionsgeschehen öfter angerufen werde. In der ersten Pandemiewelle 2020 etwa gingen quer durch alle 19 untersuchten Länder um bis zu 35 Prozent mehr Anrufe ein als vor der Pandemie. In Österreich waren das 250 statt rund 200 Anrufe pro Tag. Für die zweite Welle stellten die Forscher ähnliche Werte fest. Nur in den Zeiten, in denen das Infektionsgeschehen niedrig war, sanken auch die Anrufe wieder fast auf das Niveau vor der Pandemie.

Uni-Gründer und NS-Gegner Brandsma bald „heilig“ 

Der Papst hat den Weg freigemacht für die Heiligsprechung des niederländischen Nazi-Gegners und Ordensmannes Titus Brandsma (1881-1942). Wie der Vatikan am Donnerstag mitteilte, hat Franziskus das für die Heiligsprechung notwendige Wunder des Seligen Brandsma, der im KZ Dachau ermordet wurde, offiziell anerkannt. 
Der in den Niederlanden als Anno Sjoerd Brandsma geborene Karmelit  gehörte zu den frühen und kompromisslosen Nazi-Gegnern. Weil ihn das Regime als „Feind der nationalsozialistischen Sache" betrachtete, landete er im Gefängnis und später im Konzentrationslager. Am 26. Juli 1942 wurde er dort auf Geheiß des Lagerarztes per Injektion ermordet, offiziell starb er an einem Darmkatarrh. 
Brandsma blieb nach seiner Priesterweihe der Wissenschaft treu und war unter anderem Gründungsrektor und Präsident der Katholischen Universität Nimwegen. Darüber hinaus war er als Journalist aktiv. 1935 wurde er geistlicher Beirat des Katholischen Journalistenverbandes. 
Schon früh warnte der Ordensbruder vor der Gefahr des Nationalsozialismus, nannte sie eine „schwarze Pest" und geißelte sie als „heidnisch". Die Judenverfolgung verurteilte er scharf. Von niederländischen Nazi-Sympathisanten wurde er dafür als „Kommunist" und „Judenfreund" beschimpft.