JA 

die neue Kirchenzeitung

 28. April 2024 

Lesungen:  Apg 9,26-31; 1 Joh 3,18-24.;  Evangelium: Joh 15,1-8.

Von Bremsern nicht stoppen lassen

Innerhalb des Reformdialogs der katholischen Kirche in Deutschland wollen die Bischöfe von Eichstätt, Köln, Passau und Regensburg auch weiterhin nicht am Synodalen Ausschuss teilnehmen. Dieses Gremium soll unter anderem bis 2026 die Einrichtung eines Synodalen Rates vorbereiten, in dem Bischöfe und Laien gemeinsam über wichtige innerkirchliche Fragen in Deutschland beraten und beschließen wollen. Dies hatte der Vatikan mehrfach abgelehnt. 

Dagegen hatte der Ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz, dem die Ortsbischöfe aller 27 Diözesen angehören, die Satzung auf seiner Sitzung am Montag in Würzburg angenommen. Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hatte als Co-Träger die Satzung bereits im November angenommen.
Nicht nur beim Thema „Synodaler Ausschuss“ sollte die Mehrheit der Bischöfe Wege gehen, die einer Minderheit nicht gefällt.
Auch in Österreich sollten sich reformfreudige Bischöfe nicht von Bremsern stoppen lassen. Stichwort „Zölibat“ oder „Frauenweihe“. Warum tun sie das dennoch?   P. Udo 

Wiener Theologien: Patriarch Kyrill verbreitet Häresie

„Dreieiniges Volk" statt „dreieiniger Gott"

Die in Wien lebende US-amerikanische Influencerin und Theologin Sr. Vassa Larin hat den Moskauer Patriarchen Kyrill der Häresie bezichtigt. Die orthodoxe Ordensfrau betreibt den Medienkanal „Coffee with Sr. Vassa" mit Videos, Blogs und Podcasts. Zwei Beiträge zu Patriarch Kyrill wurden zudem auf dem orthodoxen Internetportal „Public Orthodoxie" veröffentlicht. 

Larin ruft darin die Gläubigen auf, sich vom Patriarchen und seinen Lehren fernzuhalten bzw. sich davor zu schützen. Die Theologin gehört der Russisch-orthodoxen Auslandskirche (ROCOR) an. Die vor rund 100 Jahren gegründete einstige Exilkirche ist seit 2007 wieder mit dem Moskauer Patriarchat vereint, besteht aber mit einer weitreichenden Autonomie fort.

Patriarch Kyrill habe die Überzeugungen der kirchlichen und orthodoxen christlichen Lehren durch antikirchliche und antichristliche Lehren ersetzt, die er als „heilig" und "“raditionell" verkaufe, kritisiert Sr. Vassa. Diese seine Lehre versuche der Patriarch allen aufzuzwingen, denen er „kanonisch" habhaft werden könne.

Larin geht in ihrer Begründung des Häresie-Vorwurfs vor allem auf die Erklärung „Gegenwart und Zukunft der Russischen Welt" ein, die vom Weltkonzil des Russischen Volks unter dem Vorsitz von Patriarch Kyrill am 27. März in Moskau verabschiedet wurde. Darin wurde der russische Angriffskrieg zum "Heiligen Krieg" erklärt und das Ziel des Aufbaus der "tausendjährigen russischen Staatlichkeit" ausgerufen.

Kyrill erwähnt Christus nicht, Russland ist für ihn alles

Anstelle des dreieinigen Gottes, der kein einziges Mal im Dokument erwähnt wird, werde dazu aufgerufen, an ein „dreieiniges Volk" zu glauben, so Sr. Vassa. Auch Christus werde nicht erwähnt. Die Menschen würden stattdessen dazu aufgerufen, die „russische Tradition, die Heiligtümer der russischen Zivilisation und die große russische Kultur" als „höchsten Wert und Sinn des Lebens" anzuerkennen.

Es gehe nicht um den christlichen Weg des Kreuzes, sondern um den Weg der Aggression und des Heiligen Krieges. - Ein Begriff, der das Töten im Namen des  "dreieinigen Volkes" rechtfertige, so die Theologin. Anstelle des christlichen Zeugnisses oder des christlichen Martyriums verkünde der Patriarch das „Pflichtgefühl" und die „Erfüllung des Eides" gegenüber einem verbrecherischen Regime als etwas Heilsames und Opferndes. Statt einen Weg der Reue aufzuzeigen, beschreite der Patriarch den Weg der Schuldzuweisung an alle und alles, etwa gegen die Ukraine oder den Westen.

Kyrill regiert ohne Kirchenrat

Kyrill propagiere auch nicht mehr das kirchliche Verständnis der Sakramente, die untrennbar mit Reue und Besserung verbunden seien. Stattdessen rufe der Patriarch zum Okkultismus auf. Schließlich habe der Patriarch seit Jahren keinen Kirchenrat mehr einberufen, stattdessen setze er auf das Weltkonzil des Russischen Volks, eine Versammlung, der etwa der russische Verteidigungsminister Sergei Schoigu oder der Philosoph Alexander Dugin angehören. 

Sr. Vassa zitierte in ihren Ausführungen auch aus Dugins Denken: "Wir haben Meere von Blut vergossen, unser eigenes und das anderer Menschen, um Russland groß zu machen. Und Russland wird groß sein! Andernfalls wird es überhaupt nicht existieren. Russland ist alles! Alles andere ist nichts."

Infos: www.coffeewithsistervassa.com

Moskauer Patriarch suspendiert Priester nach Nawalny-Gedenkfeier

Der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill I. hat einen Priester bestraft, der einen Gedenkgottesdienst für den im Februar gestorbenen Kremlkritiker Alexej Nawalny gefeiert hat. Der Geistliche Dmitri Safronow (40) wurde als Vorsteher einer Moskauer Pfarre abgesetzt und für drei Jahre vom priesterlichen Dienst ausgeschlossen, wie Russlands Hauptstadt-Diözese am Dienstag mitteilte. 

Der Geistliche hatte am 26. März, 40 Tage nach dem Tod Nawalnys, an dessen Grab eine Gedenkfeier abgehalten, die die orthodoxe Kirche an diesem Tag vorsieht. Ein Video davon fand im Internet große Beachtung. Die Initiative „Christen gegen Krieg" erklärte, Safronow sei vom Moskauer Patriarchen suspendiert worden, weil er ein Trauergebet am Grab "des zu Tode gefolterten russischen Oppositionsführers Alexej Nawalny" gesprochen habe.

 

Erneut Bischof in Nicaragua im Visier der Sicherheitskräfte

In Nicaragua haben Sicherheitskräfte offenbar den Platz gegenüber der Kathedrale von Leon umstellt. Die Polizei könne damit 24 Stunden lang verfolgen, mit wem sich Bischof Rene Sandigo (59) trifft und welche Schritte er unternimmt, berichtet die Menschenrechtsaktivistin Martha Patricia Molina auf der Plattform X. Es handle sich um eine Belagerung des Bischofs, nicht etwa um eine Bewachung zu dessen Sicherheit, „da die Sandinisten die einzigen sind, die in Nicaragua unterdrücken und morden", so die Juristin.

Die Maßnahme komme überraschend, da Sandigo als der Bischof in der Nicaraguanischen Bischofskonferenz mit dem besten Draht zur Regierung gelte, hieß es. Sie erfolge offenbar als Reaktion auf die vorangegangene Flucht des Dompfarrers Aurelio Lopez, der das Land ins Exil verließ. In den vergangenen Tagen hatten in Nicaraguas Medien Spekulationen die Runde gemacht, wonach Sandigos Ernennung durch Papst Franziskus zum Erzbischof der Hauptstadt Managua unmittelbar bevorstehe.

Papst: Verhandlungsfriede ist besser als endloser Krieg

Papst Franziskus hat erneut einen Friedensappell an alle Länder gerichtet, die sich im Krieg befinden. Ein ausgehandelter Frieden sei besser als ein endloser Krieg, sagte das Kirchenoberhaupt im Interview mit der Moderatorin Norah O'Donnell des US-amerikanischen Sender CBS News. „Bitte, Länder, die sich im Krieg befinden, alle ... Stoppt den Krieg. Versucht zu verhandeln. Sucht den Frieden", antwortete er auf O'Donnells Frage, ob er eine Botschaft an Russlands Präsidenten Wladimir Putin bezüglich der Ukraine habe.
Aus Gaza kämen nun Bilder verhungernder Kinder, so O'Donnell. Auf ihre Frage, was "mit denen" sei, die Israels Vorgehen in Gaza einen Genozid nannten, wich der Papst aus. Er erzählte, jeden Abend um 19 Uhr rufe er in der einzigen katholischen Pfarre in Gaza an, in der jetzt etwa 600 Menschen lebten. Es sei schwer für sie. „Sie bekommen Essen, aber sie müssen darum kämpfen."
Doch nicht nur die Menschen und Kinder in Gaza seien vom Verhungern bedroht, so der Papst, und erinnerte an die Ukraine. „Diese Kinder wissen nicht, wie man lächelt." Das sei sehr ernst. 
Foto: Vatican Media.

Höchststand bei registrierten Landkonflikten in Brasilien

Am Montag begann in Brasiliens Hauptstadt die 20. Ausgabe des Acampamento Terra Livre (ATL), des alljährlichen Protest-Camps „Freies Land". Dazu trafen sich tausende Indigene aus ganz Brasilien, um vor dem Kongress für die Anerkennung ihrer Rechte und ihrer angestammten Gebiete zu protestieren. Doch diesmal fehlte ein prominenter Gast: der linke Präsident Luiz Inacio Lula da Silva. Anders als in den vergangenen Jahren ist er nicht eingeladen. Die Indigenen sind von ihm enttäuscht.
In Brasilien sind laut einer aktuellen Studie gewaltsame Konflikte um Land, Wassernutzung und Sklaven- und Zwangsarbeit so häufig wie nie zuvor. Für 2023, das erste Jahr der neuen Regierung von Präsident Luiz Inacio Lula da Silva, zählt der am Montag veröffentlichte Jahresbericht der Landpastoralkommission (CPT) der katholischen Kirche 2.203 Konflikte. Das ist ein Höchstwert seit Beginn der CPT-Erhebungen 1985. Im Jahr davor (2022) lag die Zahl bei 2.050, der bisherige Höchststand war 2020 mit 2.130 Fällen von Gewalt in Zusammenhang mit Agrarproblemen im Land verzeichnet worden.
In die Konflikte waren 2023 insgesamt rund 950.000 Personen involviert. Die Gesamtgröße der umstrittenen Gebiete belief sich auf mehr als 59 Millionen Hektar. Die CPT registrierte dabei 31 Morde infolge von Konflikten um die Landnutzung; darunter waren 14 Morde an Indigenen und 9 Landlose. Insgesamt wurden laut Landpastoralkommission in den vergangenen zehn Jahren 420 Menschen, zum überwiegenden Teil Kleinbauern und Angehörige indigener Völker, im Kampf um Land getötet.
Anstiege verzeichnete die Statistik von 2022 auf 2023 auch bei Morddrohungen, Versuchen der Einschüchterung und Kriminalisierung und sogenannten privaten Inhaftierungen. Als Hauptverantwortliche für die Gewalt nennt der CPT-Report Großgrundbesitzer, Geschäftsleute, Landräuber, aber auch Regierungsstellen auf Ebene von Bund und Ländern.
Regierungen mehrerer Bundesstaaten, darunter Goias, Bahia und Mato Grosso do Sul, seien mit brutaler Polizeirepression gegen Landbesetzungen und Agrarreformansiedlungen und indigene Gebiete vorgegangen, heißt es in dem Bericht der Landpastoralkommission. 

Nigeria: Zahlreiche Übergriffe auf Christen in der Osterzeit

In den vergangenen Wochen sind in Nigeria zahlreiche Christen Mordanschlägen zum Opfer gefallen. Das berichten lokale Kirchenvertreter dem weltweiten katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“ (ACN). Schwerpunkt war der sogenannte „Middle Belt“, die Zentralregion Nigerias.
Mindestens 39 getötete Christen waren demnach bei einer Reihe von Angriffen auf Dörfer in der Nähe der Stadt Bokkos im Bundesstaat Plateau zu beklagen. Sie setzen am Ostermontag ein und dauerten fast zwei Wochen an. Wie der Kommunikationsdirektor der Diözese Pankshin, Andrew Dewan, mitteilte, seien allein am zweiten Ostertag zehn Menschen ermordet worden, darunter auch eine schwangere Frau.
Fulani-Nomaden als Täter identifiziert
Die Angreifer wurden lokalen Angaben zufolge als Angehörige der Ethnie der Fulani identifiziert. „Insgesamt wurden am 14. April fünf Dörfer angegriffen und 29 weitere Menschen getötet, darunter ein evangelischer Pastor“, sagte Dewan. Im Dorf Kompnanle hätten die Angreifer die Kirche in Brand gesteckt.
In der Region waren bereits an Weihnachten 2023 über 300 Christen getötet. „Diese Angriffe folgen einem Muster und sind mittlerweile Bestandteil des täglichen Lebens in der Region“, erklärte der Kommunikationsdirektor. Ein Motiv für die jüngsten Taten könnte auch Rache sein, da vor wenigen Wochen Kriminelle zwei Jugendliche aus der Volksgruppe der Fulani ermordet hatten. „Es ist ein Kreislauf der Gewalt“, bilanzierte Dewan.
Wie schon bei vorherigen Angriffen richtet sich die Kritik der Kirchenvertreter gegen die Regierungsvertreter. Diese hatten nach dem Massaker an Weihnachten versprochen, die Sicherheitsvorkehrungen zu verstärken, um die ansässigen Bauern im Middle Belt besser zu schützen. Die meisten dieser Bewohner sind Christen. „Die Gemeinden haben kein Vertrauen in die Regierung. Sie suchen Zuflucht in den Kirchen, aber es ist eine solche Flut von Binnenflüchtlingen“, erklärte Dewan. In den vergangenen Monaten habe die lokale Kirche 16 Camps für Binnenvertriebene eingerichtet und Vorkehrungen für weitere Flüchtlingsströme getroffen.
Besonders Frauen und Mädchen leiden
Ein weiterer Brennpunkt ist der etwas südlicher gelegene Bundesstaat Benue. Auch dort seien zwischen dem 28. März und dem 2. April mindestens 38 Menschen bei Angriffen ums Leben gekommen. Das teilte Remigius Ihyula, ein lokaler Projektpartner von „Kirche in Not“, mit. Seinen Recherchen zufolge seien seit Anfang 2024 im Bundesstaat Benue über 230 Personen getötet, 60 verletzt und 65 entführt worden. Besonders weist der Priester auf das Leid der Frauen und Mädchen: „Wir hören zahlreiche Berichte von Vergewaltigungen. Wir haben die betroffenen Frauen mit Traumahelfern in Verbindung gebracht. Wir überlegen jetzt, wie wir diese Vorfälle melden können, ohne weiteren Schwierigkeiten ausgesetzt zu sein.“
Landkonflikt mit religiöser Komponente
Auseinandersetzungen zwischen Bauern und Nomaden sind im fruchtbaren Middle Belt Nigerias ein anhaltendes Problem, der sich durch die klimatischen Veränderungen noch verschärft hat. Neben den wirtschaftlichen und ethnischen Aspekten melden lokale Vertreter, dass diese Konflikte zunehmend auch einen religiösen Aspekt bekommen. Es gibt Anzeichen dafür, dass die mehrheitlich muslimischen Fulani von islamistischen Gruppierungen radikalisiert, mit Waffen ausgestattet und dazu benutzt werden, Christen aus dem Gebiet zu vertreiben.
Bitte unterstützen Sie den Einsatz von KIRCHE IN NOT in Nigeria für die Betroffenen von Gewalt und Terror mit Ihrer Spende – online unter: www.kircheinnot.at
Foto: Ein Flüchtlingscamp im Bundesstaat Benue/Nigeria. © Kirche in Not

Angriff auf Universität in Nigeria: „Genozid an Christen“

Im von religiösen und ethnischen Spannungen betroffenen nigerianischen Bundesstaat Plateau ist es nach Angaben der österreichischen NGO „Christen in Not" (CiN) zu einem Überfall dschihadistischer Fulani-Milizen auf die staatliche Universität von Bokkos gekommen. Bewaffnete hätten bei dem Angriff am Donnerstag Jagd auf Studenten gemacht; es gebe eine unbekannte Zahl an Toten, teilte die Organisation am Samstag unter Berufung auf örtliche Quellen, darunter den Menschenrechtler Obiora Ike der auch Pro-Kanzler der Plateau State University ist, mit.
CiN-Generalsekretär Elmar Kuhn sprach von einem „Genozid an Christen". "Die Zukunft der christlichen Bevölkerung, die Studenten und künftigen Führungskräfte, soll gezielt ermordet werden", erklärte er. Es sei das erste Mal, dass so nahe der 13.000-Einwohner-Stadt Bokkos eine Universität angegriffen worden sei. Staat schütze die Region nur sehr nachlässig, kritisierte Kuhn.
Foto: Studenten rennen vor dem Maschinengewehr-Feuer davon_©CiN

Hilfswerk „Christen in Not": Pogrom gegen Christen in Ägypten

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch ist es im Zentrum der ägyptischen Stadt Minya zu einem Pogrom gegen Christen gekommen. Das berichtet das Hilfswerk „Christen in Not" (CiN) am Mittwoch in einer Aussendung. Nachdem „Christen in Not" bereits seit Wochen auf die verstärkten Übergriffe und Entführungen christlicher Mädchen aufmerksam gemacht hatte, sei es nun „zum offenen Ausbruch von Gewalt gegen Christen durch fanatisierte Muslime gekommen", hieß es in der Aussendung. Laut Generalsekretär Elmar Kuhn hat es auch Tote gegeben, konkrete Zahlen würden aber bisher nicht vorliegen. 
Häuser von Kopten wurden demnach in einer konzertierten Aktion von muslimischen Fanatikern angezündet und die Christen wurden daran gehindert, die Häuser zu verlassen. Kuhn: „So etwas haben wir in der heutigen Welt nicht mehr für möglich gehalten. Wie so oft hat die Polizei erst nach langem Zögern reagiert. Die Feuerwehr kam ebenfalls erst, als das koptische Viertel schon lichterloh brannte und die Schreie der eingeschlossenen Menschen durch die zusammenbrechenden Mauern drangen."
Minya ist die Hauptstadt des Gouvernements Minya in Oberägypten, etwa 250 Kilometer südlich von Kairo. Der Großraum Minya reicht mit seinen mehr als 700.000 Einwohnern bis in die Wüste hinein. Minya hat mit mehr als 40 Prozent der Einwohner einen der größten Anteile an Christen in Ägypten, neben Kopten auch Katholiken, Protestanten und Anhängern von Freikirchen.
Foto:brennende Häuser der Kopten in Al-Minya heuet Nacht_©CiN

Ägypten: Erneute Entführung eines christlichen Mädchens zur Zwangsislamisierung
Der Staat schaut weg, der offizielle Islam ebenso

Ezbet El Nakhl – Ezbet ist großteils ein Slum im Norden von Kairo. Es ist die zweitgrößte Müllstadt Kairos. Sind deshalb christliche Mädchen dort weniger wert?
Mehrael Asaad Romani ist 19 Jahre jung. Sie verschwand vor zwei Tagen nach dem Ende ihrer Prüfung am Girls' College, Ahmed Tayseer Street, Heliopolis. Ihre Eltern sind sich sicher, dass sie entführt und zum Islam gezwungen wurde. Aber sie werden von der Polizei ignoriert und die Imame reagieren gar nicht. CiN-Generalsekretär Kuhn: „Was würde passieren, wenn bei uns ein muslimisches Mädchen entführt und zum christlichen Glauben gezwungen würde? Nicht nur die muslimische Gemeinschaft würde Alarm schlagen, die Kirchen würden ebenso protestieren, die Polizei würde sofort eingreifen. Und in Ägypten? Sind nach der Entführung von Arene in Assiut jetzt auch in Kairo christliche Mädchen Freiwild geworden?“
Österreich hat traditionell einen guten Kontakt nach Ägypten. Das wäre jetzt die Nagelprobe, endlich auch offiziell Kontakte zu nutzen, um Arene aus Assiut und Mehrael mit höchster Dringlichkeit zu suchen. Kuhn weiter: „Entführung von jungen Frauen hat in unserer Welt von heute nichts mehr zu suchen! Menschenrechte gelten auch und gerade für religiöse Minderheiten. Wir dürfen nicht zuschauen, wie die Welt weiter verroht.“
Den Islam in die Pflicht nehmen
Wie befürchtet könnte nach der Entführung der Studentin Arene nun ein neues Aufflammen der Hetzjagd auf Christen bevorstehen, wenn jetzt nicht entschlossen von politischen und religiösen Führern gehandelt wird. „Christen in Not“ fordert Medien, Politik und die Zivilgesellschaft auf, bei der ägyptischen Botschaft zu protestieren und intensive Rettungsversuche für die entführten Mädchen einzufordern. Kuhn: „Präsident Asis Abd al-Fattah as-Sisi muss endlich den Sicherheitsapparat seiner Regierung zum Schutz seiner Bevölkerung einzuschalten. Auch sind religiöse Führer in die Pflicht zu nehmen, um solche Entführungen zur Zwangsislamisierung und Verschleppung ins Ausland auch aus muslimischer Sicht klar zu verbieten. Der Islam darf nicht zum impliziten Verbündeten dieser Entführer herabgewürdigt werden!“
Die Adresse der Botschaft lautet: Botschaft der Arabischen Republik Ägypten, Hohe Warte 50-54, 1190 Wien, Telefon +43 1 370 81 04, E-Mail: [email protected].
Foto: Mehrael Asaad Romani_©CiN

Angriff auf Universität in Nigeria: „Genozid an Christen“

Im von religiösen und ethnischen Spannungen betroffenen nigerianischen Bundesstaat Plateau ist es nach Angaben der österreichischen NGO „Christen in Not" (CiN) zu einem Überfall dschihadistischer Fulani-Milizen auf die staatliche Universität von Bokkos gekommen. Bewaffnete hätten bei dem Angriff am Donnerstag Jagd auf Studenten gemacht; es gebe eine unbekannte Zahl an Toten, teilte die Organisation am Samstag unter Berufung auf örtliche Quellen, darunter den Menschenrechtler Obiora Ike der auch Pro-Kanzler der Plateau State University ist, mit.
CiN-Generalsekretär Elmar Kuhn sprach von einem „Genozid an Christen". "Die Zukunft der christlichen Bevölkerung, die Studenten und künftigen Führungskräfte, soll gezielt ermordet werden", erklärte er. Es sei das erste Mal, dass so nahe der 13.000-Einwohner-Stadt Bokkos eine Universität angegriffen worden sei. Staat schütze die Region nur sehr nachlässig, kritisierte Kuhn.
Foto: Studenten rennen vor dem Maschinengewehr-Feuer davon_©CiN

Wien: Kuntner-Preise würdigen Einsatz für Frieden und Entwicklung

Die in Wien vergebenen Florian-Kuntner-Preise würdigen kirchliche Projekte für Frieden und Entwicklung; die alle zwei Jahre stattfindende Preisverleihung ist zugleich ein Ansporn zum Einsatz für eine gerechtere und nachhaltige Welt und ein „Zeichen der Hoffnung" inmitten globaler Krisen: Das geht aus einem Bericht der Wiener Diözesankommission für Weltkirche und Entwicklungszusammenarbeit am Montag über die sieben mit insgesamt 18.000 Euro dotierten Auszeichnungen hervor. Benannt sind die Preise nach dem vor 30 Jahren verstorbenen „Weltkirche- und Friedensbischof" Florian Kuntner.

Im Fokus der diesjährigen Preisverleihung stand laut dem Bericht die globale Verantwortung der Kirche für den Frieden. Festredner Klaus Heidegger - Theologe und Friedensaktivist, Mitarbeiter der katholischen Friedensbewegung Pax Christi und Vorsitzender der Katholischen Aktion Tirol - machte deutlich, wie sehr Kriege, Klimakatastrophen und mangelhafte Entwicklungschancen für die Länder des globalen Südens einander beeinflussen und verstärken. „In Österreich wird für 225 neue Pandur-Radpanzer im aktuellen Budget 2024 um 500 Millionen mehr ausgegeben als das staatliche Entwicklungsbudget beträgt, das nach wie vor weit vom 0,7-Prozent-Ziel entfernt ist", kritisierte Heidegger die marginale Bedeutung globaler Verantwortung in der österreichischen Politik. „Wir reagieren nicht genügend, während die Welt, die uns umgibt, zerbröckelt", zitierte er aus dem jüngst erschienenen Papst-Schreiben „Laudate Deum". 

Auszeichnungen in drei Kategorien

Der Florian-Kuntner-Preis wurde heuer in drei Kategorien vergeben: In der Kategorie „Weltkirchliche Partnerschaft" fiel die Wahl der Fachjury auf die Partnerschaft der Pfarre Kirchau (Gemeinde Warth, NÖ) mit Piura in Peru, wo sich die Jesuiten-Organisation „CANAT" für die Rechte und Bildungsmöglichkeiten von benachteiligten Kindern und Jugendlichen. Ebenfalls ausgezeichnet wurde die Gemeinschaft „SCHALOM" in Hinterbrühl (NÖ) für solidarische Brückenschläge zur Philippinen-Insel Mindanao. 

In der Kategorie „Bildungsarbeit für Eine Welt" würdigte die Jury das Projekt „Make:Peace! Friedenserziehung und Globales Lernen", getragen von der ganzen Schulgemeinschaft am Wiener Ordens-Bildungscampus Flora Fries. Schüler mit gutem wirtschaftlichem Background mit benachteiligten Kindern der südindischen Chirumalar School zusammenzubringen, war das Ziel eines ebenfalls gewürdigten Projekts am Kollegium Kalksburg.

Vor dem Hintergrund der an vielen Orten der Welt kriegerisch ausgetragenen Konflikte wurde diesmal als dritte Preiskategorie das Thema gewaltfreie Friedensarbeit gewählt, teilte Christian Zettl als Vorsitzender der Diözesankommission mit. Die Jury entschied sich für das austro-kolumbianische Projekt „Internationale Friedenspräsenz zum Schutz lokaler Land-, Umwelt- und Friedensinitiativen im Nordwesten von Antioquia" sowie für „Pieces for Peace", ein internationales Friedenskunstprojekt der Salesianischen Jugendbewegung. Mit einem Sonderpreis wurde das Lebenswerk von Hubert Haschka und dem Arbeitskreis Weltkirche im Vikariat Süd der Erzdiözese Wien bedacht.

Anschließend an die Preisverleihung fand in der Krypta des Stephansdoms eine Gedenkmesse für den „unvergessenen Anwalt für Frieden und weltweite Gerechtigkeit", Florian Kuntner, statt. 

Foto: Erzdiözese Wien

Kurznachrichten 


Deutschland. Die auch aus Österreich bekannte 72-Stunden-Aktion der Katholischen Jugend hat auch in Deutschland großen Zulauf. Rund 145.000 Menschen engagierten sich für drei Tage - eben 72 Stunden lang. Die große Sozialaktion stand unter dem Motto „Uns schickt der Himmel".

 

In Deutschland lehnt FDP-Chef und Bundesfinanzminister Christian Lindner lehnt eine mögliche Neuregelung für Schwangerschaftsabbrüche ab. 

 

USA. Das US-amerikanische Tech-Unternehmen Cisco hat ein Dokument zur Einhaltung ethischer Grundsätze bei der Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) im Vatikan unterzeichnet. Cisco spiele als Technologiepartner eine entscheidende Rolle für die Einführung und Umsetzung von KI, erklärte der Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben, Vincenzo Paglia, im Anschluss an die Unterzeichnungs-Zeremonie am Mittwoch. 

 

Italien. Das kommende Heilige Jahr hat Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt in Italiens Hauptstadt. Bei einer Pressekonferenz am Montag räumte Bürgermeister Roberto Gualtieri ein, dass bereits heute das Risiko bestehe, dass Vermieter vor allem im Zentrum ihre Wohnungen für Touristen frei halten statt sie an Einwohner zu vermieten. 

 

Bosnien-Herzegowina. Der Erzbischof von Vrhbosna, Tomo Vuksic, hat Abwanderung als „größte Herausforderung" für die katholische Kirche in Bosnien-Herzegowinas bezeichnet. In den vergangenen 30 Jahren sei Bosniens katholische Glaubensgemeinschaft rund um die Hälfte geschrumpft.

 

Syrien. Über ein Jahr nach dem verheerenden Erdbeben im syrisch-türkischen Grenzgebiet ist die restaurierte melkitische Kathedrale von Aleppo wieder ihrer Bestimmung übergeben worden. 

 

Neuseeland. Nach der Zerstörung durch ein Erdbeben im Februar 2011 baut die neuseeländische Diözese Christchurch seine neue Kathedrale an gleicher Stelle. Das hätten 85 Prozent der Gläubigen in einer Umfrage befürwortet, teilte Bischof Michael Gielen mit. 

 

Spaniens Regierung will Betroffene sexuellen Missbrauchs durch Geistliche oder im kirchlichen Umfeld entschädigen - mit oder ohne Unterstützung der katholischen Kirche. Das beschloss der Ministerrat am Dienstag. 

 

Spanien. Der Generalobere der Salesianer Don Boscos, Kardinal Angel Artime (63), hat am Sonntag in Rom die Bischofsweihe zum Erzbischof der südspanischen Titulardiözese Ursona erhalten und zugleich seinen Rücktritt an der Spitze seines Ordens mit 16. August bekanntgegeben.

 

Kuba. Die Kirche hat angesichts der anhaltenden Versorgungskrise und der immer wieder aufflammenden Proteste zum Dialog zwischen Regierung und Opposition aufgerufen. Zudem boten die Bischöfe sich als Vermittler im Konflikt an. 

 

Jordanien. Die Zahl der Besucher an der Taufstelle Jesu am östlichen Jordanufer ist im ersten Quartal 2024 um 65,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr gefallen, auf nun 20.000.



Österreich

Wien. Die sieben Wiener Ordensspitäler und die Stadt Wien haben eine Finanzierungsvereinbarung für das Jahr 2024 abgeschlossen. Die jährlich verhandelte Vereinbarung sieht 136 Millionen Euro vor.

 

Wien. Für das Hilfswerk „Jugend Eine Welt" ist das am Mittwoch beschlossene Lieferkettengesetz ein wichtiger Schritt im Kampf gegen Kinderarbeit. 

 

Kärnten. Ein Führungswechsel steht im Stift St. Paul im Lavanttal bevor: Der Administrator des Benesdiktinerklosters, P. Marian Kollmann (41), hat nach vierjähriger Tätigkeit aus persönlichen Gründen seinen Rücktritt bekanntgegeben.

 

Steiermark. Der Grazer Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl appelliert an die nationale und internationale Politik, im Blick auf das Leid der armenischen Bevölkerung nicht wegzuschauen und „Unrecht klar zu benennen". 

 

Kärnten. Die Caritas und die Supermarktkette Spar haben in Klagenfurt einen „Supermarkt mit Mehrwert" eröffnet. In der Filiale in der Feldkirchner Straße 120 erhalten ab sofort 15 Menschen mit Migrationshintergrund eine maßgeschneiderte Qualifizierung und eine Berufsperspektive im Lebensmittelhandel.

 

Wien. Der Berufspilot und Moderator der ORF-Sendung „Herrschaftszeiten", Johann-Philipp Spiegelfeld, ist neuer Kommandant des Malteser Hospitaldienstes Austria. Er wird als Einsatzleiter die internationale Malteser-Wallfahrt nach Lourdes ab 2. Mai leiten. Über 5.000 Pilgerinnen und Pilger aus aller Welt nehmen daran teil.

 

Steiermark. Ein deutliches Plus bei Übernachtungen in ihren Grazer Notschlafstellen im zurückliegenden Winter vermeldete die Caritas der Diözese Graz-Seckau. Mit 4.358 Nächtigungen habe man rund 1.300 Nächtigungen mehr als noch in der Saison 2022/23 verzeichnet.

 

Niederösterreich. St. Pöltens ehemalige Synagoge wird ein  Kulturzentrum. In Niederösterreich soll es aktuell rund 300 jüdische Gemeindemitglieder geben. Oberrabiner Engelmayer nannte den Tag der Wiedereröffnung einen „bewegenden Tag". Die Synagoge bedeute einen „fixen Bezugspunkt, ein Zuhause und ein Stück Heiligkeit für jüdische Menschen." 

 

Wien. Kindergarten, Pflegewohnhaus und Gesundheitspark: Die Caritas Wien eröffnete am Donnerstag gemeinsam mit der Vinzenz Gruppe und „Casa Leben" drei neue Gesundheits- und Sozialeinrichtungen in der Wiener Alszeile. 

 

Tirol. Die Diözese Innsbruck schreibt einen neuen Umweltpreis aus. Der mit 5.000 Euro dotierte „Pfarrer Karlheinz Baumgartner-Preis" soll heuer zum ersten Mal vergeben werden. 

 

Steiermark. In Graz erinnert seit Montag die „Wolfgang-Pucher-Gasse" an den im vergangenen Jahr gestorbenen „Vinzi-Pfarrer" Wolfgang Pucher (1939-2023). 

Peter Paul Kaspar †

Der frühere Linzer Akademiker- und Künstlerseelsorger, Musiker und Buchautor Peter Paul Kaspar ist in der Nacht vom 21. auf 22. April in seiner Wohnung in Wien verstorben. Er war einer der bedeutendsten Priester, die sich in Österreich für Kirchenreformen eingesetzt hat.

Der 1942 in Wien geborene Kaspar studierte Theologie und Musik (Kirchenmusik und Orgel) in Wien und Innsbruck. Kardinal Franz König weihte ihn 1966 in seiner Heimatpfarre in Wien-Floridsdorf zum Priester geweiht. Nach Kaplansjahren wirkte er ab 1981 als Jugend- und Studentenseelsorger auf Bundesebene und ab 1983 30 Jahre lang in Linz als Akademiker- und Künstlerseelsorger. Daneben lehrte er Religion am Akademischen Gymnasium und Musiktheorie an der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz. Seit 1985 war er auch Rektor der für ihre Kunstinitiativen bekannten Ursulinenkirche im Linzer Stadtzentrum.

Kaspar verfasste rund 30 Bücher zu Themen rund um Musik und Religion und schrieb als Vorstandsmitglied der österreichischen Pfarrer-Initiative regelmäßig für Printmedien über Fragen der Kirchenreform.

Für sein Engagement wurde er mehrfach geehrt, u.a. mit dem goldenen Verdienstzeichen des Landes Oberösterreich, der Julius-Raab-Medaille des Wirtschaftsbundes und dem durch Bundespräsident Heinz Fischer verliehenen Professorentitel.

Foto: Peter Paul Kaspar bei einer Versammlung der Pfarrerinitiative.

Auch das noch...

Berg-Karabach: Aserbaidschan machte Kirche dem Erdboden gleich 

Aserbaidschan hat in Berg-Karabach (Artsach) eine Kirche dem Erdboden gleichgemacht. Das hat die Salzburger Armenologin Jasmin Dum-Tragut am Freitag gegenüber Kathpress berichtet. Sie berief sich auf Auswertungen des von der amerikanischen Cornell-Universität seit 2021 durchgeführten Satellitenüberwachungsprogramms „Caucasus heritage watch". 
Bei der zerstörten Kirche handelt es sich demnach um die Kirche des Hl. Johannes des Täufers in Schuschi, gemeinhin als "Grüne Kirche" bekannt. Die 1847 errichtete Kirche sei eine bedeutende Sehenswürdigkeit von Schuschi gewesen und wurde schon während des Karabach-Kriegs 2020 beschädigt. 
Nach der Unterzeichnung des Waffenstillstandes hatte die Diözese der Russisch-orthodoxen Kirche von Baku versucht, sich die armenische Kirche anzueignen und zu renovieren, was aber nicht gelang, so Dum-Tragut: „Nun ist die Kirche überhaupt nur mehr Staub und Schutt, und nur mehr Bilder erinnern an sie." 
Das deutsche katholische Osteuropa-Hilfswerk Renovabis ruft die EU zum Schutz Armeniens auf. „In der jetzigen Situation muss die Europäische Union dringend alle ihre Möglichkeiten nutzen, um endlich wirksamen und dauerhaften Schutz für die Armenier und ihr kulturelles Erbe zu schaffen und Aserbaidschan klare Grenzen aufzuzeigen", forderte Hauptgeschäftsführer Thomas Schwartz am Samstag in Freising. 
 

Südkorea: 80 Katholiken im Parlament 

Bei den jüngsten Parlamentswahlen in Südkorea sind insgesamt 80 Katholiken zu Abgeordneten gewählt worden – die höchste Zahl in der Geschichte des ostasiatischen Landes. Darauf macht die katholische asiatische Nachrichtenagentur ucanews aufmerksam. 53 katholische Abgeordnete gehören zur oppositionellen „Demokratischen Partei“, 16 zur regierenden „People Power“ Partei. Die weiteren Katholiken, die beim Urnengang vom 10. April einen Sitz im Parlament erreichten, zählen zu anderen Parteien. 
Anteil steigt um zwei Prozent 
Insgesamt stellen die Katholiken nun 27 Prozent des 300 Sitze umfassenden Parlaments. Das bedeutet laut ucanews einen Anstieg um zwei Prozentpunkte gegenüber der Wahl vor vier Jahren. 
Christen machen etwa 28 Prozent der 31,74 Millionen Südkoreaner aus; die Buddhisten stellen etwa 26 Prozent, und der Rest folgt anderen Glaubensrichtungen wie dem Konfuzianismus. Die Katholiken kommen auf 11 Prozent der Bevölkerung. 

Liturgiestreit in indischer Erzdiözese hält an 

Der Konflikt um die Liturgiereform in der indischen Erzdiözese Ernakulam-Angamaly hält an. Priester der Diözese, die zur syro-malabarischen Kirche des östlichen Ritus gehört, wollen, dass der Vatikan ihre Erzdiözese als unabhängige Kirche anerkennt, nachdem die Synode ihrer Kirche einen fünf Jahrzehnte alten Liturgiestreit nicht lösen konnte. Während einer Dringlichkeitssitzung baten rund 300 Priester den apostolischen Administrator der Erzdiözese, Bischof Bosco Puthur, dem Vatikan mitzuteilen, dass sie sich von der syro-malabarischen Kirche trennen möchten, berichtete die asiatische Nachrichtenagentur UCA News am Montag. 
„Wenn die Synode nicht bereit ist, unserer Messe den Status einer Liturgievariante zu geben oder uns zu erlauben, sie weiterzuführen, scheint uns der bessere Weg zu sein, als eigenständige Kirche mit dem Vatikan verbunden zu sein", bestätigte ein Sprecher der Gegner. Damit wäre die Kirchentrennung nicht mit einem Schisma verbunden, stattdessen würde die Erzdiözese zu einer mit Rom verbundenen Kirche eigenen Rechts erhoben. 
 

Geburtsdatum korrigiert: Kardinal aus Kenia darf länger zur Papstwahl 

Im hohen Alter von etwa 80 Jahren ist der kenianische Kardinal John Njue plötzlich ein Jahr jünger geworden - jedenfalls auf dem Papier. Im offiziellen vatikanischen Personal- und Institutionenverzeichnis wird als Geburtsdatum des früheren Erzbischofs von Nairobi neuerdings der 1. Jänner 1946 aufgeführt. Die vorhergehenden Ausgaben des „annuario pontificio" (Päpstliches Jahrbuch) führten den Geistlichen noch mit dem vagen Geburtsdatum "1944". Die Korrektur des Geburtstags hat zur Folge, dass Njue nunmehr offiziell erst 78 statt bereits 79 Jahre alt ist. Ihm bleibt somit das mit dem 80. Geburtstag erlöschende Recht, als Kardinal bei einer Papstwahl mitzustimmen, bis Anfang 2026 und somit über ein Jahr länger erhalten. 
Njue, von 2007 bis 20221 Erzbischof von Nairobi und seit 2007 Mitglied des Kardinalskollegiums, war bislang im Vatikan als Geburtsjahrgang 1944 gemeldet gewesen. Da Tag und Monat seiner Geburt nicht bekannt waren, hatte man sein Alter im Päpstlichen Jahrbuch konventionell auf den 31. Dezember 1944 festgelegt. In der aktuellen Ausgabe wird nun allerdings der 1. Jänner 1946 angegeben - womit der afrikanische Kardinal sein Wahlrecht bei einem etwaigen Konklave nicht am Ende des Jahres, sondern am 1. Jänner 2026 verliert. 

Gesicht des Heiligen Adalbert aus dem 10. Jahrhundert rekonstruiert

Ein Team internationaler Experten hat das Gesicht des böhmischen Landespatrons Adalbert (Vojtech) aus dem 10. Jahrhundert rekonstruiert. Die Präsentation der Bilder mit dem wahrscheinlichen Antlitz des Heiligen erfolgte im Rahmen der Vorstellung eines Buchs zum 1.050-Jahr-Jubiläum der Errichtung der Diözese Prag, wie tschechische Medien und das Online-Portal der Hauptstadtdiözese berichten.

Wissenschaftliche Gesichts-Rekonstruktion 

Für die Gesichts-Rekonstruktion hat ein Team von Fachleuten aus Tschechien, Polen und Australien unter der Leitung des brasilianischen Experten Cicero Moraes zunächst eine digitale mehrdimensionale Kopie des im Prager Veitsdom aufbewahrten Schädels des Heiligen Adalbert (ca. 956 bis 997) erstellt, erklärte der Geoinformatiker Jiri Sindelar.

Der Vorgang war bei Adalbert dadurch erschwert, dass dem Cranium der Unterkiefer und ein Teil der linken Gesichtshälfte fehlt. Adalbert, einer der böhmischen Landespatrone und einer der drei Patrone der Domkirche auf dem Prager Hradschin (Veit, Wenzel und Adalbert) wurde am 23. April 997 auf einer Missionsreise an der Ostsee von Heiden erschlagen und schon zwei Jahre danach von Papst Silvester II. heiliggesprochen.

Foto: Erzdiözese Prag.