JA 

die neue Kirchenzeitung

29. August 2021 

Osten und Westen

„Papst Franziskus hat der Wahl des neuen Erzbischofs von Latakia in Syrien zugestimmt. Wie der Vatikan mitteilte, bestätigte er die Wahl von Georges Khawam (62) durch die Bischofssynode der Melkitischen Griechisch-katholischen Kirche von Antiochien.“

Diese Kathpress-Meldung vom 24. August wird kaum wen interessieren. Und sollte doch. Nicht weil diese Ostkirche die drittgrößte Kirche des Libanon ist und weltweit rund 1,5 Millionen Mitglieder zählt. Sondern weil dieses Verfahren bei allen Ostkirchen gilt, die in Einheit mit dem Papst stehen.
Warum können nicht auch in der Westkirche Bischöfe gewählt und dann von Rom bestätigt werden?                                                             P. Udo 

Papst dankt Paralympics-Athleten für „Zeugnis der Hoffnung"
Bereits vor 120 Jahren fanden im Vatikan „Paralympics" statt

Papst Franziskus hat den Teilnehmern der Paralympischen Sommerspiele in Tokio für ihr „Zeugnis der Hoffnung und des Mutes" gedankt: „Sie zeigen, wie sportliches Engagement hilft, scheinbar unüberwindbare Schwierigkeiten zu überwinden."
Die hinter den gerade in Tokio anlaufenden Paralympics stehende Idee sportlicher Wettkämpfe von körperlich behinderten Menschen ist offiziell gut 70 Jahre alt. Auf Initiative des deutschstämmigen Neurologen Sir Ludwig Guttmann fanden im englischen Aylesbury 1948 die ersten Sportspiele für Rollstuhlfahrer statt, die sogenannten Stoke Mandeville Games - am selben Tag wie die Olympischen Spiele von London.
Konservativer Papst lud Sportler in den Vatikan ein
Ebenfalls in Rom, allerdings mehr als 40 Jahre vor den Stoke Mandeville Games von 1948, gab es Wettkämpfe, an denen ebenfalls körperlich behinderte Sportler teilnahmen. Ort: der Vatikan, Stadion: der Apostolische Palast, Gastgeber: Papst Pius X. (1903-1914). Ungewohnt war nach den Jahrzehnten der konservativen und hierarchischen Pontifikate von Pius IX. (1846-1878) und Leo XIII. (1878-1903) nicht nur, dass ein Papst Sportler in den Vatikan lud.
Für Aufsehen sorgte auch die Tatsache, dass dort Beinamputierte mit Prothesen sich bei Läufen maßen und taube Sportler ebenso wie blinde und sehbehinderte Athleten gegeneinander antraten. Die Vatikanzeitung „Osservatore Romano" berichtete von neun Jugendlichen einer kirchlichen Blindenschule, von denen ein gewisser Cittadini den Hochsprungwettkampf mit 1,10 Meter für sich entschied.
Überhaupt sei das Papst-Blatt damals fast zu einer Sport-Zeitung mutiert, schrieb Giampaolo Mattei im „Osservatore" am Samstag. Seitenweise habe man Ergebnistabellen mit Zeiten, Weiten und Höhen veröffentlicht, Kommentare, Interviews und Informationen über das medizinische Betreuungsteam des Krankenpfleger-Ordens der Fattebenefratelli.
Erste Wettkämpfe 1904 im Vatikan
Fanden die ersten Wettkämpfe 1904 im Damasushof statt, wo heute noch Staatsgäste zur Päpstlichen Privataudienz vorfahren, so wurde das päpstliche Stadion alsbald in den größeren Cortile del Belvedere verlegt. Fotoaufnahmen von damals zeigen Tribünen, eine Läuferbahn, Fahnen und Sportler in Mannschaftsaufstellungen.
Schon damals, so Mattei, habe sich mancher gefragt: Wenn diese Sportler mit ihren Prothesen so viel zu leisten im Stande sind, was wäre dann in einer Schulklasse, in einem Büro ...? Der Autor berichtet von einem - historisch nicht ganz gesicherten - Wortwechsel zwischen Pius X. und seinem empörten Staatssekretär.
Angesichts von Läufergruppen in den Vatikanischen Gärten sowie knappen Trikots von Turnern, die schamlos nackte Waden und muskulöse Arme zur Schau stellten, wollte Kardinal Rafael Merry del Val wissen: „Heiligkeit, wohin soll uns das alles führen?" Darauf der Papst: „Mein Lieber, ins Paradies ..."
Der „österreichische Papst“ Pius X.
Geboren wurde Pius X.  als Giuseppe Melchiorre Sarto 1835 in Riese, Lombardo-Venetien, das damals zu Österreich gehörte. Er war von 1903 bis 1914 Papst und wurde 1954 heiliggesprochen. Er gilt als „konservativer Reformpapst“, weil er sich um innerkirchliche Reform und Erneuerung bemühte, um die katholische Kirche im Kampf gegen Einflüsse der Moderne zu stärken. 
Kardinal Sarto wurde am 4. August 1903 im siebten Wahlgang mit 50 Stimmen zum Nachfolger Leos XIII. gewählt. Noch zu Beginn des Konklaves hatte der Kardinalstaatssekretär Mariano Rampolla del Tindaro als aussichtsreichster Kandidat gegolten. Tatsächlich erhielt Kardinal Rampolla in den ersten drei Wahlgängen auch jeweils die meisten Stimmen, aber keine ausreichende Mehrheit. Nach dem zweiten Wahlgang machte Kaiser Franz Joseph I. von seinem Recht der Exklusive Gebrauch und ließ durch den Bischof von Krakau, Kardinal Jan Puzyna de Kosielsko, ein Veto Österreichs gegen eine etwaige Wahl Rampollas erklären
Sarto gehörte zu den wenigen Päpsten, die ihre Laufbahn als Landpfarrer begannen. 
Zusammen mit Pius IX. und Franziskus ist Pius X. einer von drei Päpsten seit 1769, die in ihrer Ausbildung keinen Doktorgrad erwarben. 
 

Papst-Kommission zu Diakoninnen nimmt endlich ihre Arbeit auf

Die von Papst Franziskus im April 2020 eingesetzte zweite Kommission zum Thema Diakoninnen trifft sich erstmals Mitte September in Rom. Wie die Nachrichtenagentur Kathpress aus Teilnehmerkreisen erfuhr, ist für die erste Arbeitsrunde eine volle Woche angesetzt. Am Montagabend hatte auch das britische Magazin "The Tablet" berichtet, die internationale Expertenrunde unter Leitung des italienischen Kardinals Giuseppe Petrocchi könne nun endlich ihre Arbeit aufnehmen.
Im Frühsommer 2019 hatte der Papst erklärt, eine erste Arbeitsgruppe über frühchristliche Diakoninnen sei zu keinem eindeutigen Ergebnis gekommen. Etwa die Hälfte der Theologen und Historiker war der Meinung, sogenannte Diakoninnen hätten allenfalls aus Gründen der Schicklichkeit bei der Taufe von Frauen - diese geschah damals durch Untertauchen - oder Krankensalbungen geholfen. Damit sei aber keine Weihe oder eigene Beauftragung verbunden gewesen.
Andere Experten sind überzeugt, es habe durchaus so etwas wie ein weibliches Diakonat gegeben, zu dem Frauen eigens beauftragt, eventuell sogar geweiht worden seien. Die Frage, wie die frühe Kirche zumindest in einigen Regionen dies regelte, ist für heutige Überlegungen wichtig, wie Frauen mit einer Beauftragung in Seelsorge, Diakonie und Gemeindearbeit oder -leitung stärker beteiligt werden können.
Der neuen, vom Papst beauftragten Arbeitsgruppe gehören neben Kardinal Petrocchi fünf Theologinnen und sechs Theologen an. Unter ihnen sind die Deutschen Barbara Hallensleben und Manfred Hauke, die in Fribourg und Lugano in der Schweiz lehren. Sekretär der Kommission ist der Franzose Denis Dupont-Fauville, Mitarbeiter der Glaubenskongregation.

 

Blasphemievorwürfe in Pakistan nehmen aktuell zu

Nach Informationen des katholischen Hilfswerks „Kirche in Not" hat die Corona-Krise in Pakistan zu einer Zunahme von Blasphemievorwürfen gegen religiöse Minderheiten geführt. Zu beobachten sei ein alarmierender Anstieg, insbesondere aufgrund der Nutzung Sozialer Medien, erklärte Emmanuel Yousaf in einer Mitteilung des Hilfswerks. Der Leiter der Katholischen Kommission für Gerechtigkeit und Frieden sagte, die religiöse Radikalisierung in dem Land schreite weiter voran. 
Die Kommission verteidigt Christen und andere religiöse Minderheiten, denen Gotteslästerung oder Beleidigung des Islam vorgeworfen wird, und dokumentiert die Fälle, wie es heißt. Grundlage für solche Anschuldigungen sind das international umstrittene Blasphemiegesetz der Islamischen Republik Pakistan. Es sieht seit 1986 für „gotteslästerliche Handlungen" drastische Strafen vor. Die Schändung des Korans kann etwa mit lebenslanger Haft, abschätzige Bemerkungen über den Propheten Mohammed können mit dem Tod bestraft werden.
Radikale Muslime machten sich aktuell zunutze, dass aufgrund der Pandemie Ermittlungen länger dauerten oder Gerichtsverhandlungen verschoben würden, berichtete Yousaf. Sorge bereitet dem Priester auch, dass vor allem in Städten vermehrt Beschuldigungen erhoben würden. Sie richteten sich gegen Studierende, Krankenschwestern, Ärzte und andere gebildete Berufsgruppen.
Nach Angaben des Kommissionsleiters deutet dies darauf hin, dass die Mehrheit ihre Mitmenschen noch entschlossener zwingen wolle, zu konvertieren oder sich ihrer Ideologie anzuschließen. Auch ein Freispruch vor Gericht schütze die Betroffenen nicht. In vielen Fällen sei zu beobachten, dass eine fälschlich beschuldigte Person nicht in ihre Wohngegend, noch nicht einmal in ihre Heimat zurückkehren könne.
Beobachter kritisieren der Mitteilung nach, dass Anklagen, Prozessführung und Haftbedingungen rechtsstaatlichen Standards widersprechen. Das EU-Parlament rief Pakistan mehrfach zu einer Rechtsänderung auf, weil das Gesetz zur Unterdrückung religiöser Minderheiten missbraucht werde.
Laut Yousaf sind fast ein Sechstel der wegen Blasphemie angeklagten Personen Christen. Dabei machten sie weniger als zwei Prozent der Gesamtbevölkerung aus.
Foto: Christin in Pakistan. © Magdalena Wolnik/Kirche in Not
 

Afghanistan: 10.000 Christen in Gefahr 

Ein Christenführer in Afghanistan hat die wenigen Angehörigen der Gemeinde aufgefordert, vorsichtig zu sein und zu Hause zu bleiben, um nicht ins Visier von Taliban-Kämpfern zu geraten. Das berichtet die auf Asien spezialisierte Agentur ucanews unter Berufung auf eine in den USA ansässige Gruppe, die die Verfolgung von Christen weltweit beobachtet, schreibt „Vatican News“.
Die Mitglieder der Untergrundkirche in Afghanistan leben in Ungewissheit, seit Taliban-Kämpfer die Hauptstadt Kabul erobert und am 15. August die Kontrolle über das Land übernommen haben, berichtet International Christian Concern (ICC). „Wir raten den Menschen, in ihren Häusern zu bleiben, weil es jetzt zu gefährlich ist, hinauszugehen", zitiert ICC den Christenführer, der aus Sicherheitsgründen anonym bleibt. Die Taliban hätten zwar eine Generalamnestie angekündigt, dennoch bestehe die Sorge, dass die neuen Machthaber die Angehörigen der verschwindend kleinen christlichen Minderheit im Land verfolgen.
ICC zufolge handelt es sich bei den Christen in Afghanistan fast ausschließlich um Konvertiten vom Islam. Die Organisation schätzt ihre Zahl auf 10.000 bis 12.000, Schätzungen für die Zahl der katholischen Gläubigen belaufen sich auf wenige Hundert. Die muslimische Mehrheitsbevölkerung in Afghanistan liegt bei rund 33 Millionen. Aufgrund der Verfolgung durch extremistische Kräfte leben die Christen meist zurückgezogen und versteckt vor der Öffentlichkeit, so ICC. Unter der Taliban-Herrschaft müssen Nicht-Muslime eine Staatsbürgerschaft zweiter Klasse hinnehmen. Christen, die vom Islam konvertiert sind, müssen mit schweren Strafen rechnen.
Kirchen-Appell an Regierung: Besonders gefährdete Afghanen aufnehmen
Der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) appelliert an die Bundesregierung, zumindest einigen besonders gefährdeten Menschen aus Afghanistan in Österreich Schutz und Zuflucht zu gewähren. Hilfe vor Ort in der Region und die legale sowie über das UN-Flüchtlingshochkommissariat UNHCR geregelte Aufnahme von Menschen in Österreich dürften nicht gegeneinander ausgespielt werden. Es brauche beides.
Gerade die geregelte Aufnahme über den UNHCR mache auch das Argument obsolet, dass mit der Aufnahme von Flüchtlingen nur dem kriminellen Schlepperwesen Vorschub geleistet würde, so der ÖRKÖ.
Mit einem dringlichen Appell an die österreichische Bundesregierung, auch im Fall von Afghanistan die Menschenrechte zu beachten, hat sich auch ein breites Bündnis von NGOs, darunter Caritas und Diakonie, an die Öffentlichkeit gewandt. Die Hilfsorganisationen forderten ein humanitäres Aufnahmeprogramm in Österreich sowie die heimische Beteiligung an der Evakuierung besonders gefährdeter Menschen aus Afghanistan.

Helena Stockinger

Helena Stockinger (36) übernimmt mit 1. September den Lehrstuhl für Katechetik und Religionspädagogik an der Fakultät für Theologie der Katholischen Privat-Universität Linz (KU Linz). 
Stockinger war von 2014 bis 2018 bereits Universitätsassistentin an der KU Linz und später Lehrbeauftragte bzw. Assistenz-Professorin am Institut für Katechetik, Pädagogik und Religionspädagogik, dessen Leitung sie nun übernimmt. Mehrfach hatte sie in den vergangenen Jahren auch die Lehrstuhlvertretung für Religionspädagogik und Didaktik des Religionsunterrichts an der Ludwig-Maximilians-Universität München inne. Außerdem war sie Lehrbeauftragte an Universitäten in Wien, München und Linz und absolvierte Forschungs- und Lehraufenthalte in Belfast, Warwick, Leuven, Münster und Tübingen. 

Frere Daniel 100

Frere Daniel de Montmollin, letztes Gründungsmitglied der ökumenischen Gemeinschaft von Taize, wurde am 27. August 100 Jahre alt.
1942 hat sich der Schweizer Calvinist der im Entstehen begriffenen Gemeinschaft von Taize angeschlossen. Der Theologe und Dichter ist vor allem für seine Keramik bekannt.  insbesondere seine Pionierarbeit im Bereich des Steinzeugs und der Glasuren aus Pflanzenasche.... Seine literarische und philosophische Arbeit beschäftigt sich mit dem Grenzbereich zwischen Natur, Kunst und Wissenschaft. Seine Arbeit hat die Keramik des 20. Jahrhunderts im französischsprachigen Raum wesentlich geprägt.
Seine beiden Töpferwerkstätten in Taize sichern zu großen Teilen den wirtschaftlichen Unterhalt der Gemeinschaft. 

Erste Gouverneurin

Nach dem Rücktritt von Andrew Cuomo wegen sexueller Belästigungen wurde die 62-jährige Kathy Hochul die erste Gouverneurin von New York. Die erste Frau in diesem Amt steht einer Region von 20 Millionen Einwohnern vor.
Die Katholikin mit irischen Wurzeln wuchs in einer bitterarmen Stahlarbeiterfamilie in der Kleinstadt Hamburg bei Buffalo auf. Zeitweilig musste sie in einem Wohnwagen leben.
Hochul vertritt den eher konservativen Flügel der Demokraten und war seit 2015 Stellvertreterin von Cuomo, der zehn Jahre im Amt war. 
Nach einem Jurastudium an der Catholic University of America in Washington, D.C. und ihrer 1983 erfolgten Zulassung als Rechtsanwältin begann sie in diesem Beruf zu arbeiten. 
Mit Cuomo hat sie einen Mindestlohn von 15 Dollar und bezahlten Familienurlaub im Staat New York durchgesetzt. 

Christa Kummer: Verantwortung nicht auf den lieben Gott abschieben

In Krisen wie der derzeit so bedrohlichen Klimaveränderung wäre es verfehlt, die Verantwortung auf den lieben Gott abzuschieben. Das hat Christa Kummer, Wetterexpertin im ORF-Fernsehen, Hydrogeologin, Klimatologin und studierte Theologin, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Kathpress (Sonntag) betont. Der Mensch als vernunftbegabtes Wesen habe eine Eigenverantwortung für die Bewahrung der Schöpfung, aus der eine Veränderung der Lebensgewohnheiten in Richtung Nachhaltigkeit folgen müsse. Dabei spricht die Wienerin, die sich sowohl der Religion als auch der Naturwissenschaft verbunden fühlt, ungern von „Verzicht"; in der Bereitschaft zur Veränderung lägen auch viele Chancen, die zu ergreifen Kummer u.a. auf Social Media bewirbt.
Flutwellen, Waldbrände, Hitzerekorde, das düstere Zukunftsszenario im jüngsten Report des Weltklimarats: Die Katastrophenmeldungen in Bezug auf das Klima nahmen in diesem Sommer kein Ende - und waren für Kummer nicht überraschend, wie sie sagte. Als Klimatologin und Hydrogeologin kenne sie die Warnungen der Wissenschaft seit Jahrzehnten. Klimakonferenzen hätten sich jedoch stets auf Absichtserklärungen und Lippenbekenntnisse beschränkt: "Schade ums Papier", so Kummer lapidar.
Anders als manche aus ihrer Kollegenschaft…
… sehe sie sich aber nicht als Aktivistin oder Missionarin, die mit erhobenem Zeigefinger zu Buße und Umkehr mahnt. Mit ihrer Reihe „Fit for Future mit Christa Kummer" ist sie in den sozialen Medien präsent, um "unaufgeregt zu informieren" und positive Anreize zu Lebensstiländerungen zu geben. Wenn jemand z.B. kleinere Distanzen zu Fuß statt wie bisher mit dem Auto zurücklegt, fördere neben Umweltschutz zugleich auch seine Fitness. In neuen Technologien steckt nach Überzeugung Kummers enormes Potenzial für einen Wandel zum Positiven, aber auch altes Wissen könne z.B. beim Putzen mit chemisch Unbedenklichem wie Essig oder Backpulver genützt werden.
„Nichts hemmt uns mehr, als die Angst vor Veränderung"
Die seit 1995 das ORF-Wetter präsentierende Expertin kann auch der Corona-Krise Begrüßenswertes abgewinnen, wie sie sagte: So hätten plötzlich viele die Vorteile des Selber-Kochens entdeckt, statt auf vakuumverpackte Fertigkost zurückzugreifen; auch die klimaschädigende Anreise zu Tagungen sei durch Videokonferenzen und Homeoffice verzichtbar geworden. „Nichts hemmt uns mehr, als die Angst vor Veränderung" steht als Leitsatz auf Kummers Website, und das sei in Bezug auf die Klimakrise keineswegs ein pessimistischer Satz: Sie verstehe ihn als Motivation, sich nicht am Althergebrachten „festzukrallen", sondern Chancen in Richtung neue Lebensqualität zu ergreifen.
Religion als „Dienst an der Schöpfung"
Religion und Glaube sieht die gebürtige Wienerin dabei als potenziell stärkende Ressource. Religion sei letztlich „Dienst an der Schöpfung", und schon ganz am Beginn der Bibel erteile Gott den Schöpfungsauftrag, Verantwortung für die Erde zu übernehmen - verkürzend übersetzt mit „Macht euch die Erde untertan". Auch Nichtgläubige könnten die Symbolgeschichten der Bibel mit Gewinn lesen: „Sintflut, Dürren, Heuschrecken und andere Katastrophen - hat es alles schon gegeben", und auch deren Überwindung, wie die ehemalige Religionsprofessorin anmerkte.
Freilich sollten Religionsvertreter nicht moralisierend und gleichsam als Unheilspropheten daherkommen, wenn es um Klimaschutz geht, sondern durch Vorbildwirkung überzeugen. Als vorbildlich nannte Kummer hier das ihr gut bekannte Stift Altenburg mit seiner nachhaltigen Waldwirtschaft. Auch andere kirchliche Grundbesitzer sollten diesem Beispiel folgen, Nachhaltigkeit überzeugend vorleben und so zu „Wegweisern" werden.
Unter dem Motto „Fit for Future"…
… habe sie als Geowissenschafterin und Theologin beschlossen, „zukunftsrelevante Entwicklungen in Gesellschaft, Natur, Energie, Mobilität & Wohnen aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu beleuchten", schreibt Christa Kummer auf ihrer Website. Ihre Impulse verbreitet sie auf YouTube, Facebook und Instagram und nützt diese Schienen auch zum Erfahrungsaustausch: „Konstruktive Interaktion kann uns weiterbringen, eure Erfahrungen, Ideen und Projekte finden bei mir ein Zuhause."
Info und Foto: www.christakummer.at
 

Ermittlungen der WKStA gegen Bischof Schwarz eingestellt
Kirche als Korrektiv für Politik in Fragen demokratischer Basisvollzüge?

Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) hat die Ermittlungen in einem Finanzstrafverfahren gegen den St. Pöltner Bischof Alois Schwarz eingestellt. Der Schritt sei "mangels hinreichender Verdachtslage insbesondere in Ansehung der Erweislichkeit eines Vorsatzes" erfolgt, sagte Behördensprecherin Caroline Czedik-Eysenberg den Salzburger Nachrichten (Samstag-Ausgabe). Er habe die Ermittlungen „entspannt verfolgt", reagierte Bischof Schwarz. Es sei ihm von vornherein klar gewesen, „dass an den Vorwürfen nichts dran war. Ich freue mich, dass die Korruptionsstaatsanwaltschaft das jetzt bestätigt hat", sagte er der Austria Presse Agentur (APA). Da alle Ermittlungen final eingestellt seien, "wurde hier ein offizieller Schlussstrich gezogen und wir blicken motiviert nach vorne".
Die WKStA hatte in dem Fall gegen sieben natürliche Personen und zwei Verbände ermittelt. Konkret ging es um Geldflüsse rund um den Verkauf von Wohnungen während der Amtszeit von Alois Schwarz als Bischof der Diözese Gurk-Klagenfurt. Untersucht wurde, ob die Spende einer privaten Stiftung an das Bundesdenkmalamt etwas mit dem Verkauf dieser Wohnungen des Bistums Gurk an die Stiftung zu tun hatte und die Immobilienertragssteuer für das Bistum richtig ermittelt worden war. Die Diözese Gurk-Klagenfurt hatte 2019 Selbstanzeige bei der Finanz erstattet.
Bischof sieht „überall positive Aufbruchsstimmung“ in St. Pölten
Im APA-Gespräch äußerte sich Bischof Schwarz am Samstag auch zur Situation in der Diözese St. Pölten. Man sehe „überall positive Aufbruchsstimmung dank der Reformen und der Arbeit der vergangenen Monate", betonte der Bischof. „Wir haben mehrere Positionen mit engagierten Menschen sehr gut nachbesetzt, unser junger Generalvikar (Christoph Weiss, Anm.) entfacht mit seinem Team missionarische Kraft in den Pfarren." Außerdem, so der Bischof weiter, würden mehrere junge Priester aktiv nach St. Pölten wechseln – „und pünktlich zum Uni-Start werden wir ein modernes Team von Studentenseelsorgern an unseren Hochschulstandort Krems holen, damit wir als Kirche vermehrt auch wieder junge Menschen ansprechen".
Staatsanwaltschaft prüft nicht die moralische Verantwortung und Vorbildwirkung
Weiterhin gibt es Kritik aus Kärnten. Der frühere Kärntner Diözesanadministrator und nunmehrige Bischofsvikar Engelbert Guggenberger hatte in der „Kleinen Zeitung" gemeint, dass die Staatsanwaltschaft nicht die moralische Verantwortung und Vorbildwirkung eines Bischofs prüfe. In gleicher Weise äußerte sich auch Gabriel Stabentheiner vom „Forum mündige Christen". Nach Meinung der Schwarz-Kritiker sei der Bischof wohl rechtlich rehabilitiert, doch nicht im Moralischen. Auch der Pastoraltheologe Paul Zulehner sagte, dass die gerichtliche Seite nur „ein Baustein" sei. Im Umgang mit der Diözese und den Menschen in Kärnten bleibe eine Wunde, die noch nicht aufgearbeitet sei.
Bischof Schwarz: „Kirche ist wichtiges Korrektiv für Politik“
Die Kirche ist nicht nur in ethischen Fragen ein wichtiger Gesprächspartner und Mahner der Politik, sondern auch in Fragen der demokratischen Basisvollzüge, der Orientierung am Gemeinwohl sowie der politischen Sprachkultur: Das hat Bischof Alois Schwarz bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen der „Raimundspiele Gutenstein" betont. 
Die Diskussion, die bereits am 8. August stattfand, jedoch erst am Sonntagabend, 22. August, in einer Zusammenfassung in „Radio Niederösterreich" gesendet wurde, stellte ein neues Gesprächsformat der Raimundspiele dar. Schwarz diskutierte dabei mit den Altlandeshauptleuten Erwin Pröll und Michael Häupl, der Kurier-Journalistin Daniela Kittner und der Schauspielerin Erika Pluhar über die Frage „Wie gefährdet sind unsere Demokratien?"
 

Nuntius beklagt schwindende Glaubenspraxis und Politisierung der Kirche

Die von der Coronakrise forcierte schwindende Glaubenspraxis der heimischen Katholiken und Versuche einer Politisierung der Kirche betrachtet der Apostolische Nuntius in Österreich, Erzbischof Pedro Lopez Quintana, als besondere Herausforderungen für die katholische Kirche im Land. „Eine große Aufgabe der Kirche, nicht nur in Österreich, wird deshalb sein, diesen Glauben wieder zurückzugewinnen. Denn das ist ein gängiges Problem im Westen", betonte der Vatikandiplomat in einem Interview für die aktuelle Ausgabe des „Vorarlberger KirchenBlatts“.
„Das größte Problem für die Kirche in Österreich ist aktuell die Säkularisierung", sagte Lopez. Dabei meine er aber nicht jene Menschen, die der Kirche offiziell den Rücken zukehren. „Vielmehr sind es jene Menschen, die zwar offiziell Katholiken sind, ihren Glauben aber nicht mehr praktizieren", erklärte der Nuntius. „Die Menschen genießen ihr Leben nur und stellen sich nicht mehr die Frage nach dem Sinn desselben." Bereits vor der Coronakrise seien immer weniger Menschen in die Kirchen gegangen, das habe sich durch die Pandemie nun noch verstärkt, gab Lopez zu bedenken.
Als Problem bezeichnete der Nuntius auch die Politisierung der Kirche. „Wir haben viele verschiedene Gruppen im Land mit verschiedenen Meinungen. Das ist auch schön so, in der Kirche gibt es auch Meinungsfreiheit." Problematisch werde es aber, „wenn gewisse Gruppen polarisieren und somit spalten wollen", hielt Lopez fest: "Denn als Kirche wollen wir als Einheit arbeiten".

Haiti: 60 Prozent aller Kirchen einer Diözese vom Beben zerstört

Das internationale katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ hat nach dem verheerenden Erdbeben auf Haiti ein Nothilfepaket in Höhe von einer halben Million Euro auf den Weg gebracht. 
Zehn Tage nach dem verheerenden Erdbeben im Karibikstaat Haiti hat die katholische Kirche des Landes eine Bilanz über die Schäden durch die Katastrophe gezogen. Zusätzlich zu den mittlerweile gezählten 2.207 Toten, 344 Vermissten und 12.268 Verletzten habe das Beben der Stärke 7,2 enorme Zerstörungen an unzähligen Gebäuden hinterlassen, darunter auch an vielen Kirchen. In der am stärksten betroffenen katholischen Diözese Jeremie seien sogar 60 Prozent aller Kirchen zerstört worden, teilte Ortsbischof Joseph Gontrand Decoste dem Hilfswerk „Kirche in Not" am Dienstag mit. Zuvor hatte es aus der im Süden gelegenen Kirchenprovinz wegen unterbrochener Zugangswege kaum Informationen gegeben. 
Etliche der nun zerstörten Kirchen waren schon 2016 durch den Hurrikan Mathew stark in Mitleidenschaft gezogen worden, erklärte der Bischof. Bei der nunmehrigen Bebenkatastrophe am 14. August hätten 26 Kirchen seiner Diözese schwere Schäden erlitten. Elf der Gotteshäuser seien komplett eingestürzt. Auch Decostes Bischofskirche, die Kathedrale St. Louis, gehört zu den betroffenen Kirchen. 
Foto: Zerstörungen nach dem jüngsten Erdbeben auf Haiti. © P. Baudelaire Martial – CIFOR

Kurznachrichten

 

Der Vatikan bietet ab sofort eigene Fanartikel für fußballbegeisterte Katholiken an. Im Shop der Vatikanischen Museen können Interessierte das offizielle Trikot der vatikanischen Mannschaft erwerben. 

 

Israel. Im Benediktinerkloster Tabgha am See Genezareth ist es erneut zu Vandalismus gekommen. Das schmiedeeiserne Altarkreuz eines der Altäre am Seeufer wurde dabei zerstört. 2015 entstand durch Brandstiftung in dem Kloster ein Schaden in Millionenhöhe.

 

Polen. Der Vatikan hat den früheren Erzbischof von Wroclaw (Breslau), Marian Golebiewski (83), wegen Versäumnissen im Umgang mit Missbrauchsfällen verurteilt. Die Vorwürfe waren auch Gegenstand des Dokumentarfilms „Nur sag es niemandem" von 2019. Darin waren Fälle sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch Geistliche der katholischen Kirche in Polen dargestellt worden.

 

Frankreich. Erstmals seit ihrer Vertreibung durch die Französische Revolution leben wieder vier Benediktinermönche in der traditionsreichen französischen Abtei Solignac im Limousin. Das im 7. Jahrhundert gegründete Kloster gehörte im 10./11. Jahrhundert zu den reichsten und wichtigsten Klöstern Frankreichs. 

 



 Italien. Als erste katholische Diözese des Landes tritt die Diözese Bozen-Brixen dem Europäischen Klima-Bündnis bei. Sie verpflichtet sich unter anderem zur kontinuierlichen Senkung des Ausstoßes von Treibhausgasen in ihren Einrichtungen.

 

Ukraine. Präsident Wolodymyr Selenskyj will den Jahrestag der Christianisierung seines Landes zum arbeitsfreien Feiertag machen. Der 28. Juli solle künftig als „Tag der ukrainischen Staatlichkeit" begangen werden.

 

USA. Der an Covid-19 erkrankte US-Kardinal Raymond Burke (73) ist auf dem Weg der Besserung. Er wird nicht mehr künstlich beatmet und konnte von der Intensivstation auf ein normales Krankenzimmer verlegt werden. 

Österreich  

Wien. Veränderungen in der Sexuallehre der Katholischen Kirche fordern die Verantwortlichen der kirchlichen Kinder- und Jugendverbandsarbeit in Österreich, Deutschland, der Schweiz und Südtirol. Die aktuelle Sexuallehre stehe „gegen die Botschaft des Evangeliums", verursache viel Leid und sei ein Risikofaktor für sexualisierte Gewalt. 

Koptische Kathedrale im ägyptischen Wadi al-Natrun geweiht

Der koptische Papst Tawadros II. hat die neue Makarios-Kathedrale im gleichnamigen Kloster im ägyptischen Wadi al-Natrun geweiht. An der Feier am Donnerstag nahmen laut ägyptischen Medien auch 15 Bischöfe teil. Die Weihe fand zum Gedenken an den Tag der Überführung der Gebeine des heiligen Makarios statt, der nach dem koptischen Kalender am 19. Misra (25. August) begangen wird.
In seiner Ansprache verwies Tawadros II. auf den 2018 ermordeten Abt-Bischof des Klosters Bischof Anba Epiphanios, auf den die Planung des neuen Baus zurückgehe und der den Grundstein gelegt hatte. Die drei Altäre der Kirche seien dem heiligen Makarios, den 49 Märtyrern von Sketis sowie dem heiligen Johannes dem Zwerg (Johann Kolobos) geweiht worden, so der Sprecher der koptisch-orthodoxen Kirche, Erzbischof Moussa Ibrahim.
Ebenfalls am Donnerstag hat das ägyptische Kabinett die Legalisierung von weiteren 76 Kirchen und zugehörigen Gebäuden bekanntgegeben. Damit hat das Land seit Beginn der Legalisierungskampagne 2017 insgesamt knapp 2.000 ohne Erlaubnis operierende christliche Gotteshäuser nachträglich genehmigt.

Auch das noch...

Griechenland: „ungehorsame" orthodoxe Bischöfe

Die Ständige Heilige Synode der Orthodoxen Kirche Griechenlands hat gegen zwei Bischöfe Untersuchungen eingeleitet, weil diese massiv gegen Corona-Schutzvorschriften verstoßen haben sollen. 
Das berichtet das Infoportal "Orthodox Times". Bei den beiden Bischöfen handelt es sich demnach um Metropolit Kosmas von Ätolien und Metropolit Seraphim von Kythera. Die beiden sollen u.a. die von der Kirchenleitung beschlossenen Sicherheitsmaßnahmen für die Osterfeierlichkeiten nicht entsprechend umgesetzt haben. Laut "Orthodox Times" ist mit der Verhängung von kirchlichen Strafen zu rechnen. Um welche es sich dabei handeln könnte, wurde nicht erwähnt. Laut Beobachtern steht sogar eine Suspendierung im Raum.
Die beiden Bischöfe haben immer wieder öffentlich die kirchlichen und staatlichen Maßnahmen kritisiert. Metropolit Kosmas sprach sich etwa mehrmals gegen das Tragen von Masken in der Kirche aus; mit der Begründung, dass Gott es niemals zulassen würde, dass man sich in einem Gotteshaus ansteckt. 
Metropolit Seraphim rief die Bevölkerung dazu auf, sich nicht impfen zu lassen. 
 

Vatikan löst weitere geistliche Bewegung in Italien auf

 Zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate hat der Vatikan eine geistliche Bewegung in Italien aufgelöst. Wie die Lokalzeitung „L'Arena" berichtet, traf es diesmal die Gemeinschaft Regina Pacis mit Sitz in Verona. Der seit 1986 bestehenden Gruppe gehörten zuletzt einige Dutzend Gläubige an. Die vatikanische Ordenskongregation beschloss nun das Ende der Vereinigung. Das entsprechende Dekret ist den Angaben zufolge auf Ende Juli datiert.
Gründe sind demnach „fehlende Originalität" und ein unzuverlässiges Charisma. Zudem werden Unstimmigkeiten bei spirituellen Texten der Gemeinschaft sowie Führungsmängel und organisatorische Schwierigkeiten beklagt. Insgesamt fehle nach Ansicht des Vatikan schlicht die „charismatisch-institutionelle Reife".
Unklar ist, wie es mit dem Seligsprechungsverfahren für Regina-Pacis-Gründer Alessandro Nottegar (1943-1986) weitergeht. Papst Franziskus hatte dem Mediziner, der als Missionar in Brasilien tätig war, 2017 den heroischen Tugendgrad zuerkannt - eine Vorstufe zur Seligsprechung.

Irak: „Hoffnung und Trost" durch  Kreuzreliquie aus Jerusalem

Eine Kreuzreliquie aus Jerusalem, die derzeit auf Tour durch verschiedene Orte im Nahen Osten ist, hat vergangene Woche die einzige mehrheitlich christliche Stadt des Irak, das in der Ninive-Ebene gelegene Karakosch, erreicht. Die Leihgabe der Kustodie des Heiligen Landes soll den christlichen Gläubigen vor Ort „Hoffnung und Trost" sein, geht aus einem Bericht des Portals „Vatican News" hervor. 
Mit der wandernden Kreuzesreliquie reagiert die Franziskanerkustodie auf den Umstand, dass Iraks Christen sechs Jahre nach dem Einfall der Isis-Extremisten heute zwar ihren Glauben frei leben können, von Pilgerreisen ins Heilige Land aber „nicht einmal träumen können", wie der aus Karakosch stammende Ordensmann P. Noor Tamas von der Kustodie des Heiligen Landes, darlegte.
Die Ankunft der Reliquie, die derzeit in der Kirche zur Unbefleckten Empfängnis ausgestellt ist, sei eine große Überraschung für die Menschen gewesen, sagte Tamas. Auf die Idee sei er gekommen, da die Kreuzesreliquie für die Christen des Irak tatsächlich für das Heilige Land stehe. Deren Präsenz bei ihnen, noch dazu nach dem Papst-Besuch im März, verdeutliche, „dass Karakosch nicht länger eine kleine unbekannte Stadt ist, sondern ein wichtiger Punkt für alle Christen des Orients".
 

Bewaffneter Mann in französischer Kathedrale 

Zwischenfall in der Kathedrale von Bourges: In dem weltbekannten Bauwerk ist ein bewaffneter Mann von einem Wächter überwältigt worden. Französischen Medienberichten zufolge hatte am Donnerstagabend ein mit Kapuze bekleideter Mann die Kathedrale betreten. Von einem Wachmann angesprochen, griff der 39-Jährige laut Bericht hektisch in seine Tasche und wurde daraufhin von dem Wächter niedergestreckt. Dabei fielen auch zwei Stichwaffen zu Boden. 
In Frankreich hatte es in den vergangen Jahren wiederholt bewaffnete Überfälle, Brandstiftung und islamistische Anschläge auf Kirchen und Gottesdienstbesucher gegeben. Die Sicherheitsmaßnahmen sind daher hoch. Die gotische Kathedrale Saint-Etienne in Bourges südlich der Loire zählt zu den vollkommensten ihrer Bauart. Seit 1992 gehört sie zum Weltkulturerbe der Unesco. 

Erstes alkoholfreies Trappistenbier weltweit 

Die niederländische Abtei Koningshoeven hat das erste alkoholfreie Trappistenbier weltweit auf den Markt gebracht. „La Trappe Nillis (0,0 %)" ist seit dieser Woche im Kloster sowie online erhältlich. Das bernsteinfarbene Dunkelbier mit weißer Schaumkrone wird nach Angaben der Mönche nach traditioneller Rezeptur gebraut und mache „keine Zugeständnisse an die traditionelle Bierqualität des Klosters". Ein Teil der Erlöse solle an Projekte in Uganda gehen, wo der Nil entspringt und die Trappisten ein Tochterkloster unterhalten, Our Lady of Victoria.

Weltweit gibt es derzeit nur elf sogenannte authentische Trappistenbiere: fünf davon aus Belgien (Westvleteren, Westmalle, Chimay, Rochefort und Orval), zwei aus den Niederlanden (Koningshoeven, Zundert), eines aus Österreich (Engelszell), eines aus Italien (Tre Fontane), eines aus den USA (Spencer, Massachusetts) und seit 2018 eines aus England (St. Bernhard, Leicestershire).