JA 

die neue Kirchenzeitung

12. September 2021 

Die Eucharistie ist unsere Quelle 

Die Eucharistie ist die Quelle, aus der sich unser christliches Leben und unsere Sendung nährt. 
Die Eucharistischen Weltkongresse sollen das Verständnis und die Verehrung des Sakraments der Heiligen Eucharistie in der Orts- und Weltkirche fördern und vertiefen. 
Budapest ist zum zweiten Mal nach 1938 Gastgeber des alle vier bis fünf Jahre stattfindenden katholischen Großtreffens. 
Die Feier wurde am 6. September mit einem Erstkommunionsfest für 1.200 Kinder eröffnet. 

Für zahlreiche österreichische Kinder ist die Erstkommunion auch die Letztkommunion für viele Jahre. 
Lange, bevor sie erstmals das Heilige Brot empfangen können, werden sie - vor allem am Land - von zahlreichen Vereinen umworben, die ihre Veranstaltungen just zur Zeit der Sonntagsmesse ansetzen. 
Katholische Eltern erinnern sich dabei der bei den Taufen geschworenen Gelübde selten. 
Einzelne Pfarrer, die sich dagegen wehren, gleichen dem mythischen Sisyphus. Selbst konservative Sportbischöfe sind keine Hilfe. Oberhirten beklagen den Kindermangel in Messen, den Ursachen geht man kaum auf den Grund.                                                            P. Udo 

Ungarns Präsident legt ein beeindruckendes Glaubenszeugnis ab

Ungarns Staatspräsident Janos Ader hat beim Eucharistischen Weltkongress ein deutliches Bekenntnis zu seinem katholischen Glauben abgelegt. „Wenn Du nach Gottes Gesetzen lebst, wenn du mit deinen Talenten gut umgehst, wenn Du nicht in physischer Realität, aber in deinem Herzen, deiner Seele und deinen Taten Gott suchst, dann wirst Du auch Gott finden", sagte der 62-jährige Fidesz-Politiker am 3. September vor mehreren Tausend Kongress-Teilnehmern in Budapest. 
In einer mit zahlreichen Verweisen auf Kunst, Literatur und Anekdoten aus seinem Leben versehenen Rede, führte Ader auch aus, wie Christen aus ihrem Glauben heraus gesellschaftlich und sozial tätig sein können.
Auf der Suche nach Gott und seiner Hilfe dürfen Katholiken nicht passiv bleiben, mahnte Ader. „Zeichen von Gott bekommen wir alle. Es liegt nur an uns, ob wir das als Zufall betrachten oder die Lehre und Gottes Werk darin sehen." Der Politiker berichtete dazu beispielhaft von einem Hilfsprojekt für Kinder, die durch die Corona-Pandemie zu Waisen geworden sind. Zusammen mit seiner Frau sei angesichts der tragischen Schicksale dieser Kinder die Idee zu einer Stiftung geboren worden. Die verstorbenen Eltern ersetzen könne man nicht, hielt Ader fest. Benannt nach dem ungarischen Priester Istvan Regüczi (1915-2013), der selbst Waise war und später Kinderheime gegründet hat, versuche die Stiftung aber, den Kindern wenigstens materiell und psychologisch zu helfen.
Der Staatspräsident berichtete zudem von einer Audienz bei Papst Franziskus im September 2013, in der ihm dieser von der Arbeit an der späteren Sozial- und Umweltenzyklika „Laudato si" berichtet habe. Ader trug das gesamte, in dem 2015 erschienenen päpstlichen Lehrschreiben enthaltene „Gebt für unsere Erde", vor und hob einen Satz daraus besonders hervor, wonach die Menschen "zutiefst verbunden sind mit allen Geschöpfen auf unserem Weg zu deinem unendlichen Licht".
In seinem Glaubenszeugnis las Ader zudem ein Gedicht des Lyrikers Attila Jozsef mit dem Titel „Gott stand stets hinter meinem Rücken". Es ist in einem vom Staatspräsidenten mit herausgegebenen Band „Der Blick zum Himmel - Die Gegenwart Gottes in der ungarischen Poesie" enthalten. In einer weiteren Passage seiner Rede legte Ader seine Gedanken zum „Christus des heiligen Johannes vom Kreuz"  von Salvador Dali vor.
 

Eucharistischer Weltkongress wurde mit Massen-Erstkommunion eröffnet
Am Vorabend gab es eine Agape für 5.000 Bedürftige

Eines der Hauptereignisse der Katholischen Kirche dieses Jahres, der 52. Internationale Eucharistische Kongress, ist am 5. September in Ungarn offiziell gestartet. Knapp 20.000 Menschen aus 80 Ländern, darunter Spitzenvertreter aus Politik und Kirche, kamen bei schönem Wetter zur Eröffnungszeremonie des alle vier Jahre veranstalteten Welttreffens auf den Budapester Heldenplatz. Höhepunkt des Eröffnungstages war ein Freiluft-Gottesdienst, bei dem 1.200 Kinder die Erstkommunion empfingen.
Am Vorabend hat am Samstag in allen ungarischen Diözesen eine Agape für insgesamt 5.000 bedürftige Menschen stattgefunden. In Budapest speiste der ungarische Primas Kardinal Péter Erdö Seite an Seite mit den Obdachlosen der Stadt. 
Der Eucharistische Weltkongress dauert eine Woche. Am 12. September wird als Höhepunkt Papst Franziskus bei der Abschlussmesse erwartet, ehe er einen mehrtägigen Besuch in der Slowakei absolviert. 
Im Rahmen einer halbstündigen Eröffnungszeremonie wurde Ungarn als „Land Mariens" dargestellt. 300 Volkstänzer aus den verschiedenen Regionen des Landes präsentierten in einer Darbietung ihre Heimat, deren geschichtliche Bezüge zum Christentum und die verschiedenen religiösen Volkstraditionen im Karpatenbecken. Die anschließende Messe wurde von 100 Bischöfen aus dem In- und Ausland sowie über 300 Priestern zelebriert. Zu den ökumenischen Gästen zählte auch der Außenamtsleiter der russisch-orthodoxen Kirche, Metropolit Hilarion. 
Vonseiten der Politik nahmen Staatspräsident Janos Ader und sein Vorgänger Pal Schmitt, der Präsident des Obersten Gerichtshofes, Zsolt Andras Varga, und Generalstaatsanwalt Peter Polt sowie etliche Kabinettsmitglieder an der Kongresseröffnung teil. Regierungschef Viktor Orban ließ sich durch seine katholische Gattin vertreten, zudem waren auch etliche Vertreter der Opposition zugegen.
Der Eucharistische Weltkongress dauert eine Woche. Am 12. September wird als Höhepunkt Papst Franziskus bei der Abschlussmesse erwartet, ehe er einen mehrtägigen Besuch in der Slowakei absolviert. 

Leitfaden für Weltsynode der Katholischen Kirche veröffentlicht
Ab 17. Oktober Konsultationen in den Diözesen 

Für die am 9. Oktober beginnende zweijährige Weltsynode der Katholischen Kirche hat der Vatikan am 7. September zwei wichtige Vorbereitungsdokumente veröffentlicht. Sie sollen in der ersten Phase des Projekts den Ortskirchen als Impulse und Leitfaden dienen. 
Mit dem weltweiten Prozess will der Papst die Katholische Kirche synodaler machen: Einzelne, Gruppen und Verantwortliche sollen stärker aufeinander hören und mehr Menschen beteiligt werden. Nur so könne sich die Kirche Herausforderungen stellen und die christliche Botschaft angemessener bezeugen.
Das vom Generalsekretariat der Bischofssynode veröffentlichte Vorbereitungsdokument trägt den Titel „Für eine synodale Kirche: Gemeinschaft, Teilhabe und Sendung". Es skizziert den Kontext, in dem die Weltsynode stattfindet: Covid-19-Pandemie, soziale Ungleichheit, Missbrauchsskandale in der Kirche, Klimawandel, Migration. Zugleich beschreibt es den Stil des synodalen Prozesses. 
Statt um parlamentsartige Abstimmungen gehe es um sorgfältiges Aufeinander-Hören, mutige Visionen, Gebet, Besinnung, Austausch. Ziel sei, in der jeweiligen Situation den Willen Gottes zu erkennen. Als Appell zum „gemeinsamen Gehen" folge der Weg der Synodalität dem vom Zweiten Vatikanischen Konzil vorgeschlagenen „aggiornamento".
Begonnen wird damit ab 17. Oktober in den Teilkirchen und Diözesen der Weltkirche. Das Vorbereitungsdokument diene als Instrument, um die erste "Phase des Zuhörens und der Konsultation des Volkes Gottes in den Teilkirchen" im Zeitraum von  Oktober 2021 bis April 2022 zu fördern. 
 

Das Gebet für die katholische Weltsynode

Für Treffen und Versammlungen des weltweiten synodalen Prozesses der katholischen Kirche schlägt der Vatikan eine vereinfachte Form jenes Gebetes vor, das seit rund 1.500 Jahren bei Konzilien und Synoden gebetet wird. So etwa auch vor jeder Sitzung des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965). Das Gebet „Adsumus sancte spiritus" geht auf Isidor von Sevilla (560-636) zurück. Die Nachrichtenagentur Kathpress dokumentiert das vereinfachte Gebet in eigener Übersetzung.

Vor dir stehen wir, Heiliger Geist,
während wir uns in deinem Namen versammeln.
Allein mit dir uns zu leiten,
beheimate dich in unseren Herzen,
lehre uns den Weg, den wir gehen müssen, und wie wir ihn verfolgen.
Wir sind schwach und sündig;
lass uns nicht Unordnung verbreiten,
lass weder Unwissenheit uns auf einen falschen Pfad führen noch Parteilichkeit unser Handeln beeinflussen.
Lass uns in dir unsere Einheit finden,
damit wir gemeinsam dem ewigen Leben entgegengehen und nicht abweichen vom Weg der Wahrheit und dem, was richtig ist.
Um all dies bitten wir dich,
der an jedem Ort und zu jeder Zeit am Werk ist, in Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn, für immer und in Ewigkeit.
Amen


Papst bei Vatikan-Filmvorführung für Obdachlose und Flüchtlinge

Der Vatikan hat am Montagabend, 6. September,  eine Filmvorführung für rund 100 Obdachlose und Geflüchtete veranstaltet. In der vatikanischen Audienzhalle wurde der Dokumentarfilm "Francesco" des russischen Regisseurs Jewgeni Afinejewski gezeigt. Zudem erhielten die Gäste Lebensmittelpakete.
Wie Papstsprecher Matteo Bruni bestätigte, kam Franziskus gegen Ende der Vorstellung zu einem Überraschungsbesuch vorbei, um die Bedürftigen persönlich zu begrüßen. Darunter waren den Angaben zufolge auch rund 20 Flüchtlinge aus Afghanistan, die ihr Heimatland in den vergangenen Wochen verlassen hatten. Franziskus habe "Worte von Zuneigung und Trost" an sie gerichtet, so der Sprecher des Papstes.
 

Vatikan weist jüdische Kritik an Papstansprache zurück

Der Vatikan hat jüdische Kritik an Aussagen einer Papst-Ansprache über die Thora zurückgewiesen. In der Katechese vom 11. August über einen Brief des Apostels Paulus werde die Thora in keiner Weise abgewertet, schrieb Kurienkardinal Kurt Koch in einem Brief an Rabbiner Rasson Arussi, den Leiter der Kommission des israelischen Großrabbinats für den Dialog mit dem Heiligen Stuhl. Vielmehr habe Franziskus ausdrücklich erwähnt, dass Paulus das jüdische Gesetz beachtet und geschätzt habe.
Den Brief vom 3. September veröffentlichte der Päpstliche Einheitsrat, der auch für den Dialog mit dem Judentum zuständig ist, am Freitag auf seiner Website. Der von jüdischer Seite besonders kritisierte Satz „Das Gesetz gibt kein Leben" müsse im Kontext der Ansprache und der Theologie des Paulus gelesen werden, so Koch. Nach christlichem Glauben, so der Kardinal, „ist Jesus Christus der neue Weg der Erlösung". Dies bedeute aber keinesfalls, „dass die Thora herabgemindert wird oder nicht mehr als 'Weg der Erlösung für Juden' anerkannt wird".
Auch habe der Papst in der kritisierten Ansprache in keiner Weise das heutige Judentum erwähnt, so Koch weiter. Die Katechese sei allein eine Reflexion zu paulinischer Theologie im Kontext der damaligen Zeit gewesen. Angesichts der wiederholten und beständigen Wertschätzung des Papstes für das Judentum, „kann keinesfalls vermutet werden, er kehre zu einer sogenannten 'Lehre der Verachtung' zurück", schrieb Koch mit Bezug auf einen solchen Vorwurf in Arussis Brief vom 12. August.

Osterkerzen für St. Stephan

Die Erzdiözese Wien trauert um Leopoldine Martschitz, Inspiratorin und Gründerin der „LichterWerkstatt St. Stephan", die am Samstag, 4. September, im 66. Lebensjahr ihrer langen, schweren Krankheit erlag. 
Martschitz' letztes Projekt, die Einweihung des „Steffl-Platzls" und des „Stefflsteines", eines Brunnens unweit ihres Wohnhauses in Mannersdorf an der Leitha, durfte sie nicht mehr erleben.
Als gebürtige Mannersdorferin hatte die Verstorbene eine besondere Beziehung zum Stephansdom, der zu einem Großteil aus Steinen erbaut ist, die in und um ihren Heimatort am Leithagebirge stammen. 
Die alljährliche Osterkerze im Dom, aber etwa auch die Osterkerze zum Begräbnis von Kardinal Franz König stammte aus den Händen von Leopoldine Marschitz. Auch Kardinal Ratzinger, der 2004 die Begräbnisfeierlichkeiten für Kardinal König leitete, wurde so auf sie aufmerksam und erbat nach seiner Papstwahl eine Osterkerze für die päpstliche Privatkapelle. 

Papstsegen für eine Bienenschützerin

Papst Franziskus hat bei der Generalaudienz am Mittwoch einer in Südtirol initiierten Kampagne zum Schutz von Bienen und kleinen Landwirtschaftsbetrieben seinen Segen erteilt. Franziskus traf die Südtiroler Biobäuerin Annemarie Gluderer, die als Initiatorin der Europäische Bürgerinitiative (EBI) „Bienen und Bauern retten", fungiert.
Die Initiative setzt sich für eine schrittweise Abkehr von synthetischen Pestiziden in der Landwirtschaft mit dem Ziel ein, in der EU innerhalb 2035 vollständig auf Pflanzenschutzmittel zu verzichten. 750.000 Unterschriften konnte die Initiative (Link: www.savebeesandfarmers.eu) bereits sammeln. "Wenn wir eine Million Unterschriften erreichen, können wir unsere Initiative der EU-Kommission und dem EU-Parlament vorstellen", berichtete Gluderer im Gespräch mit der APA. 

Neue „starke Stimme" Chris Lohner

Die aktuelle Notlage von Kindern und Jugendlichen in Subsahara-Afrika, Asien und Lateinamerika war für Chris Lohner entscheidend, sich ab sofort ehrenamtlich für die österreichische Hilfsorganisation „Jugend Eine Welt" zu engagieren. „Bildung und Wasser ist das Wichtigste überhaupt", sagte Lohner am Dienstag bei einer Pressekonferenz im Palmenhaus im Wiener Burggarten. Immerhin gehe es bei ihrem Engagement um „Kinder, die verloren sind, wenn man ihnen nicht unter die Arme greift". 
Erfreut und dankbar über Lohner als neue Botschafterin zeigte sich Reinhard Heiserer, Gründer und Geschäftsführer von „Jugend Eine Welt"; er würdigte sie als „starke Stimme für das Soziale und für die eine Welt".
Als eine der bekanntesten Frauen beeindruckt Chris Lohner seit vier Jahrzehnten die Menschen in Österreich als Schauspielerin, ORF-Moderatorin, Model, Bestsellerautorin und nicht zuletzt aufgrund ihrer markanten Stimme. Abseits ihrer Karriere war der dynamischen 78-Jährigen soziales Engagement immer schon ein großes Anliegen, etwa als Vertreterin von „Licht für die Welt". 

Oberstes Gericht in Italien: Kein Kruzifix-Vetorecht für Lehrer

Eine Lehrkraft in Italien hat kein Vetorecht gegen die Anbringung eines Kruzifixes in einem Klassenraum. Zu diesem Urteil kam am Donnerstag Italiens oberster Gerichtshof in Rom. Demnach ist es verfassungsgemäß, wenn ein Schulleiter auf Basis eines unabhängigen Mehrheitsbeschlusses der Schulgemeinschaft das Aufhängen eines Kruzifixes in Schulräumen verordnet. Dies gelte auch für Symbole anderer Religionen, so diese in der Klasse vertreten seien. Die Italienische Bischofskonferenz begrüßte das Urteil.
In der Kruzifix-Frage sollte aber, so das Gericht in seinem Urteil weiter, „eine angemessene Lösung zwischen verschiedenen Positionen" gesucht werden. So habe ein Lehrer, wenn er gegen ein Kruzifix ist, zwar kein Vetorecht. Er sollte aber gehört und seine religiöse Freiheit respektiert werden.
Im konkreten Fall hatte der Schulleiter eines staatlichen Berufskollegs im umbrischen Terni per Rundschreiben angeordnet, dass ein Kreuz aufhängt werden muss. Dieses Vorgehen, so die Richter, entspreche nicht dem Gedanken einer „dialogischen Schulgemeinschaft", die nach einer gemeinsamen Lösung suche und dabei unterschiedliche Empfindlichkeiten respektiere. Daher sei die von der Schulleitung verhängte Disziplinarstrafe gegen den Lehrer nicht rechtens.
„Kruzifix anbringen ist keine Diskriminierung"
Ebenso wenig jedoch habe die Lehrkraft Anspruch auf eine Entschädigung. „Ein Kruzifix anzubringen, das in einem Land wie Italien mit dem dort gelebten Gemeinschaftsgefühl und kulturellen Traditionen verbunden ist, stellt keine Diskriminierung der Lehrkraft dar", urteilten die Richter abschließend.
Italiens Bischöfe begrüßten das Urteil. „Die Richter des obersten Gerichtshofs haben bestätigt, dass das Kruzifix in den Klassenzimmern keine Spaltung oder Opposition hervorruft", kommentierte der Generalsekretär der Bischofskonferenz, Stefano Russo. Damit erkenne der Gerichtshof die Bedeutung der Religionsfreiheit, den Wert der Zugehörigkeit und die Bedeutung des gegenseitigen Respekts an. Und die Richter wiesen zugleich eine „säkularistische Vision der Gesellschaft zurück, die den öffentlichen Raum von jeglichem religiösen Bezug befreien will".

Österreicherin bei Friedenskonferenz 

Von 9. bis 10. September fand in der armenischen Hauptstadt Jerewan eine internationale Friedenskonferenz statt.
Eröffnet wurde die Tagung vom armenisch-apostolischen Katholikos Karekin II. Zu den Teilnehmern aus aller Welt gehören u.a. Metropolit Hilarion (Alfejew), Leiter des Außenamts des Moskauer Patriarchats, und der Generalsekretär des Weltkirchenrates, Prof. Ioan Sauca. Mit dabei bzw. zum Organisationsteam gehört die Salzburger Armenien-Expertin Jasmin Dum-Tragut.
Am 11. September war zudem im Genozidmuseum in Jerewan - organisiert von Dum-Tragut - eine außerordentliche Sitzung armenischer Einrichtungen und Personen mit Vertretern internationaler Organisationen anberaumt, die sich besonders um den Erhalt des christlichen Erbes von Berg-Karabach einsetzen.
Hintergrund der internationalen Konferenz sind der Krieg im vergangenen Herbst zwischen Armenien und Aserbaidschan bzw. die damit verbundenen Folgen für die christliche Bevölkerung von Berg-Karabach (Artsach). 
Foto: Jasmin Dum-Tragut, Universität Salzburg. 
 


Anglikanischer Bischof wird katholisch

Der anglikanische Bischof von Ebbsfleet, Jonathan Goodall, hat sein Amt niedergelegt, um zur römisch-katholischen Kirche überzutreten. Das teilte der Erzbischof von Canterbury und anglikanische Primas Justin Welby am 10. September mit. Er dankte dem Bischof für seinen achtjährigen Dienst in dieser Funktion und wünschte ihm und seiner Frau Sarah alles Gute für die Zukunft.
Welby hatte Goodall 2013 kurz nach seinem eigenen Dienstantritt zum Bischof geweiht. Der Bischof von Ebbsfleet in der Grafschaft Kent dient als Suffraganbischof für den Westen der Kirchenprovinz Canterbury. Der 1961 geborene Goodall erklärte, seinem Entschluss sei eine lange Zeit des Gebets vorausgegangen, die zu „den härtesten Phasen" seines Lebens gehört habe.
Nach den Entscheidungen der anglikanischen Staatskirche, Frauen zum Priester und dann auch zum Bischof zu weihen, waren jeweils zahlreiche Geistliche des konservativen und des sogenannten anglokatholischen Kirchenflügels zum Katholizismus übergetreten. 
Auf dem Höhepunkt der Auseinandersetzungen Anfang der 90er Jahre tat dies mit dem damaligen Bischof von London sogar die Nummer drei der anglikanischen Kirchenhierarchie. 

Ranghöchster Muslim spendet für Kirche

Der ranghöchste muslimische Geistliche in Ghana hat umgerechnet rund 6.800 Euro für den Weiterbau der interkonfessionellen Nationalkathedrale (National Cathedral) gespendet. 
Der 102 Jahre alte Imam Osman Nuhu Sharubutu will damit laut eigenem Bekunden das friedliche Zusammenleben zwischen Muslimen und Christen in dem afrikanischen Land stärken, wie der britische Sender BBC meldete.
Die Bauarbeiten an dem Gotteshaus in der Hauptstadt Accra hatten offiziell am 6. März 2020, dem 63. Jahrestag der Unabhängigkeit Ghanas, begonnen. Die Kathedrale soll 2024 fertiggestellt werden und bis zu 5.000 Besuchern Platz bieten. Außerdem sind auf dem Gelände unter anderem ein Bibelmuseum und eine Musikschule geplant.
Der betagte Imam betonte laut BBC, ihm gehe es darum, ein Erbe des Friedens zu hinterlassen. Sharubutu hatte vor zwei Jahren für einen Sturm der Entrüstung in den Sozialen Medien gesorgt, als er einen christlichen Ostergottesdienst besuchte. Etwa 17,6 Prozent der 32,4 Millionen Ghanaer bekennen sich zum Islam.
 

„Legion Mariens" feierte 100 Jahre mit Festwochenende in Wien

Festgottesdienste, Gebetsveranstaltungen, eine Prozession durch die Wiener Innenstadt und ein Mariologischer Kongress in der Aula der Wissenschaften: Mit diesem umfangreichen Programm feierte von 3. bis 5. September der Österreich-Zweig der „Legion Mariens" das weltweite 100-Jahr-Jubiläum der katholischen Laienvereinigung. Die seit 1949 in Österreich tätige und hierzulande mehr als 10.000 Mitglieder umfassende Bewegung war am 7. September 1921 in Irland gegründet worden.
Weltweit zählt die Gemeinschaft heute nach eigenen Angaben weltweit etwa 2,2 Millionen aktive Legionäre sowie rund 10 Millionen Hilfslegionäre. 1998 wurde in der Erzdiözese Dublin der Seligsprechungsprozess für Frank Duff eröffnet.
„Christus in den Armen dienen"
Am 7. September 1921 bildete sich in Irland rund um den im Landwirtschafts- und Finanzministerium tätigen Beamten Frank Duff (1889-1980) ein Kreis von religiös motivierten Personen, die „Christus in den Armen dienen" und nicht nur der materiellen, sondern auch der geistigen Not entgegenwirken wollten. Am Anfang standen Besuche im Armenspital Dublins und die Sorge um Frauen, die aus der Prostitution aussteigen wollten. Die Beteiligten trafen sich wöchentlich, um dabei von ihrem Einsatz im Ausmaß von etwa zwei Stunden zu berichten, neue Aufgaben zu verteilen, sich geistlich zu schulen und gemeinsam zu beten. Dasselbe Schema wird bis heute weltweit fortgeführt. 
Aus der Gruppe, die sich bis 1925 "Gemeinschaft unserer Lieben Frau von der Barmherzigkeit" nannte und bald nicht mehr auf die Region Dublin beschränkt blieb, bildeten sich in den Folgejahren weitere Gruppen („Präsidien"), die sich schließlich überregional zu Zentralräten („Comitien" bzw. „Kurien"), landesweit zu „Senaten" sowie auf Weltebene zum „Concilium" zusammenschlossen. Ab 1928 entstanden Ableger in Schottland und England, ab 1931 im indischen Madras und in den USA, sowie ab dem Eucharistischen Weltkongress 1932 in Dublin auch in Australien, Kanada und der Karibik. Heute ist die Legion Mariens in mehr als 170 Ländern verbreitet.
In Österreich fasste die Legion Mariens Anfang 1949 in der Amtszeit von Kardinal Theodor Innitzer als Wiener Erzbischof Fuß. 
Heute gehören der Vereinigung in Österreich laut eigenen Angaben 1.500 aktive („Legionäre") und 8.500 betende („Hilfslegionäre") Mitglieder an. Sie organisieren sich in 249 Erwachsenen- und 16 Jugendpräsidien. 550 Priester sind den Gruppen als geistliche Adjutoren zur Seite gestellt. 

1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

Der älteste Nachweis über 1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland und generell nördlich der Alpen ist in Köln angekommen. Wie die deutsche Katholische Nachrichten-Agentur KNA berichtete, präsentierte der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki die Leihgabe aus der vatikanischen Bibliothek am 8. September vor Journalisten in Köln. 
Bei den beiden Blättern aus dem 6. Jahrhundert handelt es sich um die Abschrift eines nach Köln adressierten Edikts des römischen Kaisers Konstantin aus dem Jahr 321. Es ließ Juden in den Stadträten zu. Das Dokument gilt als ältester schriftlicher Beleg für jüdisches Leben nördlich der Alpen und ist Ausgangspunkt für das laufende Festjahr „1.700 Jahre jüdisches Leben" in Deutschland.
Die beiden Blätter sollen für fünf Wochen in der Ausstellung "In die Weite - Aspekte jüdischen Lebens in Deutschland" zu sehen sein, wie es hieß. Die Schau zum Festjahr veranstalten das Kunstmuseum der Erzdiözese Köln „Kolumba" und das Kölner jüdische Museum „MiQua" vom 15. September 2021 bis 15. August 2022.
Foto. Erzdiözese Köln.

Kurznachrichten

  

Papst Franziskus hat einen neuen Regierungschef für den Vatikanstaat ernannt: den spanischen  Bischof Fernando Vergez Alzaga (76).

 

Vatikan. In einem gemeinsamen Appell fordern Papst Franziskus, der orthodoxe Patriarch Bartolomaios I. und der anglikanische Primas Justin Welby mehr Einsatz für den Klimaschutz. 

 

Vatikan. Eine rund 3,5 Meter hohe Puppe ist als Symbol für das Schicksal von Flüchtlingskindern auf dem Petersplatz aufgerichtet worden.

 

Weltweit ist die jüdische Bevölkerung im abgelaufenen jüdischen Jahr um 100.000 auf 15,2 Millionen Menschen gewachsen. In Israel leben davon rund 6,9 Millionen. Die Zahlen veröffentlichte die staatliche israelische Einwanderungsorganisation.

 

Brasilien. Der emeritierte Kurienkardinal Claudio Hummes (87) hat vor der Vernichtung des Waldes gewarnt: „Die Kreuzigung Amazoniens löst Leiden für viele Söhne und Töchter Gottes aus". Zuletzt wurde binnen zwölf Monaten eine Fläche abgeholzt, die größer ist als das Bundesland Kärnten.

 

Ruanda. Vertreter verschiedener Konfessionen haben die Schaffung eines neuen Ministeriums für Vergangenheitsbewältigung begrüßt. Bei dem Völkermord vor 27 Jahren starben mindestens 800.000 Angehörige der Tutsi-Volksgruppe sowie gemäßigte Hutus.

 

Deutschland. Die katholische und die evangelische Kirche in Sachsen erproben eine engere Zusammenarbeit beim Religionsunterricht. In einem Modellprojekt soll für zunächst zwei Jahre an einem Gymnasium in Zittau Religionsunterricht in „konfessionell-kooperativer Form" stattfinden.

 

Indien. Indische Gottheiten sind durchaus juristische Personen und auch die Eigentümer der ihnen geweihten Tempel. Dieses Grundsatzurteil fällte das Oberste Gericht in Neu Delhi, wie der asiatische Pressedienst Ucanews meldete.

 

USA. In der Erzdiözese New Orleans haben rund 50 Kirchen Sturmschäden durch Hurrikan „Ida" erlitten. Viele Kirchen haben bis heute noch keinen Strom. Zu der Erzdiözese zählen 111 Pfarrgemeinden mit einer halben Million Katholiken.  


 

  

Italien. Der Vorsitzende der Italienischen Bischofskonferenz, Kardinal Gualtiero Bassetti, hat zur Covid-19-Impfung aufgerufen. Italiens  Bischöfe könnten „Botschaften oder Ermahnungen" verfassen.

 

Mexiko. Das umstrittene Programm „Remain in Mexiko", mit dem die USA Migranten und Flüchtlinge zwingen wollen, in Mexiko auf ihr Asylverfahren zu warten, verstößt nach Einschätzung der Mexikanischen Bischofskonferenz gegen die Menschenrechte. 

 
Salvador.
Die Kirche befürchtet angesichts der Entscheidung der Obersten Wahlbehörde, eine bislang nicht in der Verfassung vorgesehene Wiederwahl des amtierenden Präsidenten zuzulassen, eine innenpolitische Krise. 

 

Belarus. Die katholische Kirche protestiert gegen eine NS-Karikatur auf der Titelseite einer staatlichen Zeitung. Die Darstellung eines Priesters mit einem Hakenkreuz auf seiner Soutane in der Minsker Prawda stachele Menschen zu „Feindschaft gegen die römisch-katholische Kirche in Belarus" an.

 

Äthiopien hat wertvolle Artefakte aus Großbritannien zurückerhalten. Darunter befinden sich eine historische Bibel, mehrere Kreuze, eine Ikone, Trinkbecher, eine Krone sowie ein Schutzschild. Die Gegenstände waren 1868 bei der Schlacht von Magdala im Zuge der britischen Äthiopienexpedition geraubt und nach England gebracht worden. 

Österreich  

Wien. Caritas-Präsident Landau hat die rasche Umsetzung einer umfassenden Pflegereform gefordert.

 

Wien. Für eine restriktive Handhabung der Abmeldungen vom Schulunterricht zugunsten des häuslichen Unterrichts hat sich die Vereinigung christlicher Lehrer (VCL) ausgesprochen. Die momentane extreme Steigerung der Abmeldezahlen sei rational nicht nachvollziehbar.

 

Niederösterreich. Die Caritas der Diözese St. Pölten hat nach den  verheerenden Unwettern Mitte Juli  86 Haushalten mit insgesamt 37.550 Euro geholfen.

 

Vorarlberg. Die Caritas hat  gemeinsam mit dem Vorarlberger Gemeindeverband den „Re-Use-Truck" präsentiert. Mit diesem Klein-Lkw sollen ab Herbst gut erhaltene Elektrogeräte eingesammelt werden, und zwar direkt in den Gemeinden des Landes. 

Feuerwehrkaplan Mychal starb am 11. September als „Opfer Nr. 1"

Am 11. September 2001 wurde das World Trade Center in New York, eines der zentralen Symbole des Kapitalismus und der Freien Welt, zum Ziel islamistischer Attentate.
Zwei Passagierflugzeuge wurden entführt und nacheinander in die Zwillingstürme gejagt. Diese brachten diese im Abstand von nur 20 Minuten zum Einsturz; 2.753 Menschen starben.
Als „Opfer Nr. 1“ gilt der 68-jährige Feuerwehrkaplan Mychal Judge.
Geboren wurde er 1933 in Brooklyn als Sohn irischer Einwanderer.
Als Judge sechs Jahre alt war, starb 1939 sein Vater nach längerer Krankheit. Danach ergriff er in Manhattan mehrere Gelegenheitsjobs, unter anderem arbeitete er als Schuhputzer, um seiner Familie über die Runden zu helfen. Mit 15 Jahren entschloss er sich nach dem Zusammentreffen mit Priestern des Franziskanerordens, selbst Priester zu werden. 1954 trat er in den Franziskanerorden ein. Nach seiner Priesterweihe 1961 war er rund um die Uhr als Seelsorger tätig. Im Jahr 1994 wurde Judge Kaplan bei der New Yorker Feuerwehr.
Nach dem Einschlag des ersten Flugzeugs in das World Trade Center eilte Kaplan Mychal F. Judge mit Einsatzkräften der Feuerwehr zum Ort des Geschehens. Nachdem er einigen Schwerverletzten die Krankensalbung vor dem World Trade Center gespendet hatte, betrat er die Lobby des nördlichen Turms und betete dort für die Verletzten und für die Toten.
Dies wurde unter anderen von Jules und Gédéon Naudet in ihrem Dokumentarfilm 11. September – Die letzten Stunden im World Trade Center festgehalten.
Als der südliche Turm kollabierte, wurden Schutt und Asche durch die Lobby des Nordturms geschleudert, wodurch einige Menschen, unter anderem auch Mychal F. Judge, getötet wurden. 
Der Polizei-Leutnant Bill Cosgrove entdeckte den reglosen Körper Father Mychals. Zusammen mit einer Gruppe von Rettungshelfern trug er den Leichnam aus dem Nordturm. Der Reuters-Fotograf Shannon Stapleton hielt den Moment auf einem weltberühmten Foto fest, das ein Feuilletonist später mit dem Titel „American Pieta" versah.
Zu der Trauerfeier in der St. Francis of Assisi Church gleich gegenüber der Penn Station, wo der Verstorbene als Jugendlicher Schuhe putzte, kamen mehr als 3.000 Menschen, darunter auch Ex-Präsident Bill Clinton und Hillary Clinton. Bürgermeister Giuliani fasste mit einem Wort zusammen, was viele der Anwesenden dachten: „Er ist ein Heiliger".
In nichtkatholischen US-Kirchen wird P. Mychal bereits als Heiliger verehrt.
Judges Feuerwehrhelm wurde später Papst Johannes Paul II. überbracht und von diesem gesegnet. Der französische Präsident Jacques Chirac nahm Judge posthum in die Ehrenlegion auf. 

Auch das noch...

Petition zum assistierten Suizid: „Wo bleibt Beihilfe zum Leben?"

„Beihilfe zum Suizid erlaubt? Aber wo bleibt die Beihilfe zum Leben?" - so heißt es pointiert in einem Offenen Brief, der als Petition an die österreichische Bundesregierung und das Parlament ergeht. Der frühere ÖVP-Behindertensprecher im Nationalrat, Franz Joseph Huainigg, gewann für seine Initiative zur anstehenden Gesetzesneufassung zum assistierten Suizid prominente Unterstützende – „besorgte Bürger und Bürgerinnen mit und ohne Behinderungen" - auch aus dem kirchlichen Bereich. Auf der am Freitag, dem Welttag der Suizidprävention, veröffentlichten Liste finden sich u.a. die Namen von Waltraud Klasnic, Paul Zulehner, Regina Polak, Rotraud Perner, Michael Prüller, aber auch von Ärztekammer-Präsident Thomas Szekeres oder der Ärztin und SPÖ-Politikerin Elisabeth Pittermann.
Sie alle „sehen in der Straffreistellung des assistierten Suizides eine bedenkliche gesellschaftliche Entwicklung, da sie Menschen mit Behinderungen unter Druck setzen wird, sich für ihr 'am Leben bleiben Wollen' rechtfertigen zu müssen", hieß es in der Aussendung zum Offenen Brief. Die Regierungs- und Parlamentsmitglieder werden aufgefordert, eine gesetzliche Bestimmung vorzulegen und zu verabschieden, die diese Sorgen berücksichtigt. Die Unterzeichner seien der Überzeugung, "dass das Recht auf einen würdevollen Tod schon heute gut umsetzbar ist, wenn den Menschen ausreichend PalliativmedizinerInnen oder entsprechend ausgebildete Allgemeinmedizinerinnen und Hospizpersonal zur Seite stehen".

Bischöfe würdigen Hans Küng bei Gedenkfeier

In der Luzerner Jesuitenkirche haben Vertreter aus Kirche und Gesellschaft an den Theologen Hans Küng erinnert. Das von der Herbert Haag Stiftung für Freiheit in der Kirche und der Stiftung Weltethos Schweiz ausgerichtete Gedenken am Freitagabend endete mit einem Gottesdienst. Dabei würdigten die Bischöfe von Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst, und Basel, Felix Gmür, das Lebenswerk Küngs.
Der schweizerische Theologe war am 6. April im Alter von 93 Jahren gestorben. Er wurde wenig später in Tübingen beigesetzt. Von 1960 bis 1996 lehrte er in der Universitätsstadt am Neckar, die zum Bistum Rottenburg-Stuttgart gehört. In den vergangenen 30 Jahren engagierte sich Küng vor allem für den Dialog der Weltreligionen, insbesondere im „Projekt Weltethos".
Küng habe sich für Menschlichkeit, Freiheit und Frieden in der Welt sowie für eine Kirche, die den Menschen dient, eingesetzt, so Bischof Fürst. 

Libanons Kabinett: Je zwölf christliche und muslimische Minister

Dreizehn Monate nach dem Rücktritt der Regierung unter Ministerpräsident Hassan Diab haben der libanesische Präsident Michel Aoun und der künftige Ministerpräsident Nadschib Mikati im Präsidentenpalast von Baabde ein Dekret zur Regierungsbildung unterzeichnet. Das Kabinett setzt sich aus zwölf christlichen und zwölf muslimischen Ministern zusammen, wie örtliche Medien am Freitagnachmittag berichteten.
Keine der beteiligten Parteien verfügt über ein blockierendes Drittel. Letzteres galt als eine der Haupthürden für eine Einigung. Außenminister soll demnach der frühere Botschafter des Landes in den USA, der maronitische Christ Abdallah Abu Habib, werden. Einzige Frau im Kabinett Mikati ist die bisherige Ständige Vertreterin des Libanon beim Büro der Vereinten Nationen in Genf, Najla Riachy, die Ministerin für Verwaltungsreform werden soll. In der Vorgängerregierung waren sechs Frauen im Ministerinnenamt.
In einer Ansprache nach Unterzeichnung des Dekrets erklärte Mikati laut Berichten, die Situation im Libanon sei schwierig. Das Land habe keine Reserven für weitere Subventionen, es sei daher erforderlich, dass alle ihre "Gürtel enger schnallen". Er hoffe jedoch, dass es ihm gelingen werde, den Kollaps des Landes aufzuhalten und es zurück in den Wohlstand zu führen. 

Exorzist jetzt selbst von Dämonen besessen?

Papst Franziskus hat überraschend den vorzeitigen Rücktritt des katalanischen Bischofs Xavier Novell Goma (52) von Solsona angenommen. Das teilte der Vatikan am 23. August ohne Nennung von Gründen mit.
Novell war 2010 - als damals jüngster Bischof Spaniens - von Papst Benedikt XVI. (2005-2013) zum Leiter der Diözese Solsona ernannt worden und avancierte zum „Shootingstar“ der Kirche Spaniens.
Der konservative Bischof war als Spezialist in Fragen der Teufelsaustreibung (Exorzismus) und wegen seines Widerstandes gegen Homosexualität, Sterbehilfe und Abtreibungen sowie als Befürworter der Unabhängigkeit Kataloniens bekannt geworden.
Jetzt berichten die spanischen Medien über die Hintergründe: Der Exorzist legt sein Bischofsamt wegen einer satanistischen Erotik-Autorin zurück. Novell habe sich in die 38-jährige Silvia Caballol verliebt und will einen Job als Agrarwissenschaftler annehmen. Zeitungen schreiben: „Exorzist in Sex-Teufel-Autorin verliebt“. Ehemalige Freunde behaupten, jetzt sei der Exorzist selbst von Dämonen besessen. 

NÖKISS-Herzogenburg: „Weiße Feder" an Anti-Mafia-Projekt

In den vergangenen Tagen fanden im Stift Herzogenburg die „Niederösterreichischen Kindersommerspiele" (NÖKISS) statt, Österreichs größtes Kinderfest.
Im Rahmen der Eröffnung verlieh der Herzogenburger Propst Petrus Stockinger die „Weiße Feder 2021" an das Lerncafé Herzogenburg, die Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar und an den Aktivisten und Streetworker Giovanni Savino aus Neapel für sein Anti-Mafia-Projekt. Mit der „Weißen Feder von Herzogenburg" werden jedes Jahr in verschiedenen Kategorien Menschen ausgezeichnet, die etwas Besonderes für Kinder leisten. Die Jury besteht großteils aus Kindern.
Giovanni Savino ist Pädagoge, Streetworker und Leiter des Projekts „Il tappeto di Iqbal", einer Zirkusschule, die versucht, Kinder vor den Fängen der Camorra, der neapolitanischen Mafia, zu schützen. In Neapel herrscht eine enorme Jugendarbeitslosigkeit. Für viele Jugendliche besteht die einzige Möglichkeit für einen Job in der Schattenwirtschaft der Mafia-Clans, vor allem im Drogenhandel. Ziel von Giovanni Savino sei es, die Kinder und Jugendlichen weg von der Straße und zurück in die Schule zu bringen, würdigte die Jury die Arbeit des Pädagogen. Der italienische Streetworker bekam die Auszeichnung in der Kategorie „international".
In der Kategorie „national" bekamen die Sternsinger (Dreikönigsaktion) den Preis. Wenn die Sternsinger durch die Straßen ziehen, "dann setzen sich Kinder für andere Kinder ein". Rund 500 Projekte würden über eine Million Menschen in den Armutsregionen Afrikas, Asiens und Lateinamerikas direkt erreichen, hieß es in der Begründung der Jury.
„Regional" wurde das Caritas Lerncafé Herzogenburg mit der Weißen Feder ausgezeichnet. In den Lerncafés der Caritas würden Kinder aus sozial benachteiligten Familien kostenlose Unterstützung  beim Lernen und damit bessere Zukunftschancen erhalten. Das Lerncafé in Herzogenburg begleitet Kinder nun schon seit 2017 auf ihrem Weg zum Pflichtschulabschluss. 
Nachdem die NÖKISS im vergangenen Jahr Corona-bedingt nur in einer extrem abgespeckten Version stattfinden konnte, gab es heuer wieder ein „buntes Fest unter halbwegs normalen Bedingungen". Für alle Teilnehmenden wie auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter galt die 3-G-Regel. Am Sonntag gab es zudem eine Covid-Impfaktion im Stift.
Eigentlich hätte heuer auch das 50-Jahr-Jubiläum der NÖKISS stattfinden sollen. Das wird aber auf 2022 verschoben, damit unbeschwerter gefeiert werden kann. 
FOTO: katholisches.at.