JA 

die neue Kirchenzeitung

30. Oktober 2022 

Frauen in Führungspositionen

„Viele katastrophale Entscheidungen hätten vermieden werden können, wenn Frauen direkt an den Entscheidungen beteiligt gewesen wären", hieß es am 27. Oktober  in Paris bei einem katholischen Kongress zu „Frauen in Führungspositionen". 
Frauen schenkten der Welt Fürsorge und Leben. „Sie sind selbst ein Weg zum Frieden. Aus diesem Grund haben wir die Notwendigkeit 

bekräftigt, ihre Würde zu verteidigen und ihren sozialen Status als gleichberechtigte Mitglieder der Familie und der Gesellschaft zu verbessern!"
Die Worte stammen von keiner Feministin, sondern von einem gewissen Pietro Parolin.
Nach Rom zurückgekehrt, hat er wie kein anderer – er ist immerhin die Nummer 2 des Vatikans – die Möglichkeit in seiner eigenen Organisation nach dem Rechten zu sehen und den Worten Taten folgen zu lassen.   P. Udo 

Großbritannien: Ein Hindu als Premierminister

Nach dem Rücktritt von Liz Truss wurde  Rishi Sunak am 24. Oktober 2022 neuer Parteichef der Konservativen; einen Tag später hat ihn König Charles III. zum Premierminister ernannt. 
Rishi Sunak ist mit seinen 42 Jahren der jüngste britische Premierminister seit 1812 und der erste Regierungschef mit asiatischem Hintergrund. Sunak ist Hindu und legte seinen Treueschwur im Parlament auf die Bhagavad Gita ab, eine der zentralen Schriften des Hinduismus.
Rishi Sunak kam 1980 in England als ältestes von drei Geschwistern zur Welt. Sein Vater Yashvir wurde in der damaligen britischen Kolonie Kenia und seine Mutter Usha im damaligen britischen Mandatsgebiet Tanganjika (heute Tansania) geboren. Beide Familien stammen ursprünglich aus dem indischen Punjab und waren in den 1960er-Jahren aus Ostafrika nach Southampton in der Grafschaft Hampshire emigriert, wo sie sich kennenlernten.
In Großbritannien sind 59 % der Staatsangehörigen Christen, 5% Muslime und 1,5% Hindus.
Foto: Website Rishni Sunak.

Hongkong: Kardinal Zen wegen Demokratie-Stiftung vor Gericht

Mit dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft ist in Hongkong der Prozess gegen Kardinal Joseph Zen Ze-kiun und fünf weitere prominente Demokratieaktivisten fortgesetzt worden. Sie müssen sich wegen des Vorwurfs verantworten, einen inzwischen aufgelösten Hilfsfonds nicht bei den Behörden registriert zu haben. Der „Fonds 612" bot Menschen, die bei den Demokratieprotesten 2019 verhaftet wurden, finanzielle, rechtliche und psychologische Hilfe. Zudem sollen sie laut Anklage einen Teil der rund 34 Millionen gespendeten US-Dollar für „politische Aktivitäten statt für wohltätige Veranstaltungen" verwendet haben.
Zen zählt zu den prägenden Kirchenvertretern Asiens. Über seine Amtszeit als Bischof von Hongkong (2002-2009) hinaus gehört der Ordensmann der Salesianer Don Boscos zu den prominenten Kritikern der Regierung in Peking und ihrer Religionspolitik, zuletzt zunehmend auch des Vatikan und seiner China-Politik. Insbesondere bemängelt er das 2018 geschlossene geheime Vatikan-China-Abkommen über gegenseitige Anerkennung von Bischofsernennungen.

Vatikan verlängert umstrittenes China-Abkommen

Der Vatikan hat das umstrittene Geheimabkommen mit der Volksrepublik China um zwei Jahre verlängert. Die Vereinbarung ermöglicht die Ernennung von Bischöfen im wechselseitigen Einvernehmen. Ob sie vor der Verlängerung überarbeitet wurde, teilte der Vatikan am Samstag nicht mit.
Die bisherigen Ergebnisse der 2018 in Kraft getretenen Vereinbarung, seien zwar „kleine Errungenschaften", aber „wichtige Schritte", betonte Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin in einem vom Vatikan am Samstag veröffentlichten Interview zu dem Thema.
Alle Bischöfe des Landes stünden nun in Gemeinschaft mit dem Papst. Weiter könnten chinesische Katholiken „ihren Glauben in voller katholischer Gemeinschaft leben, ohne in den Verdacht zu geraten, keine loyalen Bürger ihres eigenen Landes zu sein", so Parolin weiter.
Parolin gilt als Architekt des Vatikan-China-Abkommens, das die Ernennung von Bischöfen im wechselseitigen Einvernehmen ermöglicht.
US-Kommission „besorgt" über China-Abkommen
„Enttäuscht und besorgt" zeigt sich die US-amerikanische Kommission für internationale Religionsfreiheit (USCIRF) über die Entscheidung des Vatikans, sein China-Abkommen um zwei Jahre zu verlängern, wie das katholische US-Nachrichtenportal Crux berichtete. Die Vereinbarung über die Ernennung von Bischöfen habe laut USCIRF-Kommissar Stephen Schneck keine Verbesserung für die Religionsfreiheit der Katholiken in China gebracht. Mit Verweis auf mehrere Fälle katholischer Aktivisten und Geistlichen, die derzeit inhaftiert sind, appellierte er an den Heiligen Stuhl, „seine Entscheidung, mit Xi in dieser Sache zu tanzen" zu überdenken.
USCIRF ist eine unabhängige, überparteiliche Bundeskommission in den Vereinigten Staaten, die internationale Verletzungen der Religionsfreiheit überwacht und der US-Regierung und dem Kongress darüber Bericht erstattet. 

Zahl der Katholiken weltweit auf knapp 1,36 Milliarden gestiegen, Zahl der Priester sank um 4.117

Die Zahl der Katholiken weltweit ist auf knapp 1,36 Milliarden gestiegen. Das geht aus Daten des zentralen kirchlichen Statistikbüros für das Jahr 2020 hervor, die von der vatikanischen Informationsagentur Fides anlässlich des kommenden Weltmissionssonntags vorgestellt wurden. Im Vergleich zu 2019 bedeutet dies einen Anstieg um 15,2 Millionen Menschen, wie es am Samstag hieß. Der Anteil der Katholiken an der Weltbevölkerung ging leicht auf 17,73 Prozent zurück (-0,01 Prozent).
Mit Ausnahme von Ozeanien (-9.000) verzeichnete die katholische Kirche Anstiege auf allen Kontinenten. Vor allem Amerika (+6,46 Mio.) und Afrika (+5,29 Mio.) kamen auf ein deutliches Plus. In Asien stieg die Zahl der Katholiken um 2,73 Millionen, in Europa um 734.000.
Die Zahl der Priester, sowohl Diözesan- als auch Ordenspriester, sank um 4.117 auf insgesamt 410.219. Während wiederum Afrika (+1.004) und Asien (+778) Zuwächse verzeichneten, ging der Wert in Europa (-4.374) erneut am stärksten zurück, gefolgt von Amerika (-1.421) und Ozeanien (-104). Dennoch arbeiteten in Europa mit 163.954 nach wie vor die meisten Priester weltweit.
 

Bätzing sieht in Vatikan-Arbeitspapier „Synodalen Weg" bestätigt

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, sieht das vatikanische Arbeitsdokument für die „kontinentale Phase" der Weltsynode als Einladung zu Gemeinsamkeit. Das Papier mache deutlich, dass der katholische Reformdialog Synodaler Weg in Deutschland als Teil einer „synodalen Dynamik" zu verstehen sei, die die ganze Kirche ergriffen habe, erklärte der Limburger Bischof am Donnerstag in Bonn. Anlass war die Veröffentlichung des Arbeitsdokuments am selben Tag im Vatikan. „Die Themen, mit denen wir uns in den vier Foren und auf den Synodalversammlungen befassen, werden auch in anderen Teilen der Kirche erörtert."
Das Arbeitspapier ermögliche einen „wertvollen und beeindruckenden Blick 'über den eigenen Tellerrand hinaus' auf die Themen, Fragen und Perspektiven in anderen Teilen des weltweiten Volkes Gottes", so Bätzing. Das Dokument könne auch als Ermutigung an die Kirche in Deutschland gelesen werden, noch stärker den Dialog mit anderen Teilkirchen zu suchen. „Es ist eine Einladung, auf dem weltweiten synodalen Weg einander zuzuhören und die weitere Etappe gemeinsam zu gehen."
Die zentrale Herausforderung einer synodalen Kirche bestehe in einem "Wunsch nach radikaler Inklusion", die keinen Menschen ausschließe. Zugleich erinnerte Bätzing an die Ausgrenzung von Gruppen wie Arme, Alte oder Indigene.
In vielen Teilen der Kirche werde eine aktive Rolle von Frauen in Leitungsstrukturen, ihr Predigtdienst und ein Frauendiakonat befürwortet, in einer Reihe von Ortskirchen auch die Priesterweihe. Das Dokument weise ausdrücklich auf die Situation von LGBTQ-Personen und Menschen in gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften hin, die in der Kirche oftmals Zurückweisung erführen. Ausführlich kämen viele Berichte zu Wort, die „eine neue Kultur" von "respektvollem Miteinander von Bischöfen, Priestern, Ordensleuten und Laien, aber auch der verschiedenen Gruppen anmahnen".

Wiener Oberrabbiner: Papst nimmt seinen Friedenseinsatz sehr ernst

Hohe Wertschätzung für die Friedens-Appelle von Papst Franziskus hegt der Wiener Oberrabbiner Jaron Engelmayer. Mit seinem Einsatz für Frieden in der Ukraine, jedoch auch in den anderen Konfliktherden der Welt berühre das katholische Kirchenoberhaupt die Herzen, denn seine Worte seien „sehr, sehr ernst gemeint", sagte der jüdische Geistliche dem Portal Vatican News. Sichtbar werde dieser Einsatz bereits durch die Teilnahme des 85-jährigen Papstes beim jüngsten Friedensgebet der Gemeinschaft Sant'Egidio, trotz seiner angeschlagenen gesundheitlichen Verfassung.
Engelmayer beteiligt sich bereits seit 2009 an den Friedensgebeten von Sant'Egidio und ist mit der Gemeinschaft bestens vertraut. Es handele sich bei der Bewegung um „eine wunderbare Gemeinschaft, die sich sehr um den Frieden bemüht, um das Zusammentreffen von Religionen, die Kooperation, die Kommunikation und auch dieses gemeinsame Zeichen auszusenden." An diesen „wunderbaren Botschaften" habe er gerne teil und wolle dazu auch seinen Teil beitragen, sagte der Oberrabbiner. Friede und die Lösung von Konflikten seien möglich, "solange der Dialog zwischen Menschen andauert".
Am Dienstagabend hatte Papst Franziskus das Friedensgebet im römischen Kolosseum geleitet. Es war dies der Höhepunkt des dreitägigen Friedenstreffens von Sant'Egidio, in dessen Mittelpunkt der Ukraine-Konflikt stand. Motto der Veranstaltung war „Il grido della pace - der Schrei nach Frieden".
Das von Sant'Egidio veranstaltete „Gebetstreffen für Frieden im Geiste von Assisi" findet jährlich an unterschiedlichen Orten statt. Dem Auftakt am vergangenen Sonntag hatten auch Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella sowie Frankreichs Präsident Emmanuel Macron beigewohnt. Letzterer rief die Religionen dabei zum Widerstand auf. Religionen dürften nicht benutzt werden, um andere zu beherrschen und auszunutzen. Im Anschluss hatten Teilnehmer aus rund 50 Ländern sich zwei Tage auf einer Friedenskonferenz ausgetauscht.
Bartholomaios an Kyrill: Rücktritt statt Unterstützung für Krieg
Patriarch Bartholomaios von Konstantinopel hat einmal mehr Bedauern über die Haltung des russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill I. über die Invasion Russlands in die Ukraine geäußert. Es wäre besser für Kyrill, zurückzutreten, als den Krieg zu unterstützen, sagte der Patriarch dem US-Portal „The Pillar". Weiter sagte das geistliche Ehrenoberhaupt von rund 300 Millionen orthodoxen Christen weltweit, der anhaltende Krieg zwischen den Orthodoxen habe ihn stark getroffen, wie das Nachrichtenportal „Orthodox Times" berichtete.
Ukraine beschuldigt 33 Geistliche der Kollaboration mit Russland
Der ukrainische Inlandsgeheimdienst SBU geht gegen Dutzende Geistliche vor, weil sie Russland beim Angriff auf die Ukraine unterstützt haben sollen. Seit Kriegsbeginn habe der SBU Strafverfahren gegen 33 Geistliche eingeleitet, sagte dessen Chef Wassyl Maljuk am Donnerstag der Nachrichtenagentur Interfax Ukraine. Darunter seien „klassische Agenten, die detaillierte Informationen sammeln" und „banale Feuerspäher".
Metropolit Kardamakis: Kyrill und Putin haben längst verloren
Der Wiener griechisch-orthodoxe Metropolit Arsenios Kardamakis sieht Kreml-Chef Wladimir Putin und Patriarch Kyrill I. bereits als Verlierer des Ukraine-Kriegs. „Er und die russisch-orthodoxe Kirche haben den Krieg für ewig verloren", sagte Kardamakis im Interview der „Tagespost". "Und das Moskauer Patriarchat hat seine Autorität in den Augen der einfachen Menschen weltweit verspielt. Das ist schade für die orthodoxe Kirche."
Die russische Kirche brauche „Umkehr, Buße und Neuevangelisierung", so der Metropolit weiter. Sie soll nicht an die Macht oder an das Geld glauben. „Eine Kirche, die im Luxus lebt und sich wie die politische Klasse präsentiert, hat ihren Ruf verloren", so der Geistliche, der seit 2011 griechisch-orthodoxer Metropolit von Austria sowie Exarch von Ungarn und Mitteleuropa ist. Die Erneuerung der Kirche werde von den einfachen Menschen kommen, die an Christus glauben.
Orthodoxie: Lettisches Landeskonzil für Unabhängigkeit von Moskau
Mit überraschend großer Mehrheit hat ein Landeskonzil der Lettisch-orthodoxen Kirche (LOK) die Unabhängigkeit vom Moskauer Patriarchat beschlossen. Wie die Kirche auf ihrer Internetseite mitteilte, stimmten die Bischöfe sowie Vertreter der Priester, der Ordensleute und der Laien bei einem Konzil am 20. Oktober in der Hauptstadt Riga „mit absoluter Mehrheit für die Änderung des Status der LOK gemäß den Anforderungen des Lettischen Orthodoxen Kirchengesetzes".
Die lettische Kirche gab das genaue Abstimmungsergebnis nicht bekannt. Das Online-Portal „Baltijas Balss" (Baltische Stimme) meldete aber unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten Geistlichen, 160 Delegierte hätten mit Ja gestimmt. Es habe nur eine Gegenstimme und keine Enthaltungen gegeben.
Gemeinsamer Friedensappell von Olympischem Komitee und Vatikan
In einem gemeinsamen Appell rufen das Internationale Olympische Komitee (IOC) und der Vatikan zu einem Weg des Friedens auf. In dem am Dienstag veröffentlichten Schreiben beklagen die Unterzeichner, dass Krieg, Klimawandel und wirtschaftliche Krisen „unbeschreiblichen Schmerz und Leid über Millionen Menschen" gebracht hätten. Tausende Mütter, Väter, Söhne und Töchter lebten in Angst, „unfähig ihren Glauben auszuüben, ihre Träume auf ein besseres Leben zu verfolgen oder einfach nur Sport zu betreiben". Dabei sei die Welt noch vom Eindruck der Pandemie geprägt.

Bischof Marketz und Caritas eröffneten Bäckerei in Uganda

Der Gurker Bischof Josef Marketz hat gemeinsam mit der Kärntner Caritas Uganda besucht und dabei u.a. eine Bäckerei eröffnet und weitere Hilfsprojekte besucht. „Wir beten für euch und hoffentlich ihr für uns. Wir sind jetzt eine Gemeinschaft. Die Bäckerei soll uns verbinden", betonte der Kärntner Bischof bei der Eröffnung in Moroto im Nordosten des Landes, laut Aussendung. Marketz hatte das Projekt in seiner Zeit als Kärntner Caritasdirektor noch selbst vorangetrieben. Die neue Bäckerei, die einzige im Umkreis von 30 Kilometern, ermögliche den Menschen „Hilfe zu Selbsthilfe", so der Bischof. Außerdem bringe sie den Menschen täglich frisches Brot und schaffe wertvolle Arbeitskräfte.
Auf ihrer achttägigen Reise besuchte die Kärntner Gruppe weitere Hilfsprojekte, u.a.eine Initiative, die den Menschen Bewusstseinsbildung rund um HIV-Prävention, Hygiene und Bildung vermitteln soll. Auch eine von der Caritas unterstützte Schule wurde besucht, in der die Kinder lesen und schreiben lernen, anstatt ihre Zeit mit Arbeit oder auf der Straße zu verbringen. Es sei "berührend und schön" zu sehen, wie die Hilfe ankomme, so Bischof Marketz. Die Einschulungsquote der Kinder im Viertel liege jedoch erst bei 50 Prozent. 100 Kinder würden noch einen Schulplatz benötigen. Dafür brauche es ein weiteres Schulgebäude.
Foto: Caritas Kärnten.
 

Zsifkovics gegen Zeltunterkünfte: Angst schürende „Schnellaktion" 

Kritik an der Aufstellung von Zelten für ankommende Flüchtlinge bzw. Asylwerber hat nun auch der österreichische „Europa-Bischof" Ägidius Zsifkovics geübt: „Eine solche Schnellaktion mit der Aufstellung von Zelten spaltet die Gemeinden und provoziert unnötige Ängste bei den Eltern vieler Kinder und bei vielen älteren Menschen", schrieb Zsifkovics in einer Stellungnahme am 25. Oktober. Zudem sei er „überzeugt, dass es noch vorhandene und geeignete Quartiere gibt, die eine menschenwürdige und winterfeste Unterbringung möglich machen und mehr Lebenswürde als Zelte bringen". Flüchtlingsquartiere würden schließlich keinen Anspruch auf „Luxusunterbringung" erheben. 

Konkret denke er dabei an Bundesimmobilien, Landesimmobilien, Klöster, ungenützte kirchliche Gebäude, leere Wohnungen der Wohnbaugenossenschaften und private Quartiere. Diese seien seiner Ansicht nach "in ausreichendem Maß vorhanden, und jedenfalls besser und menschenwürdiger als die geplanten Zelte, die weder wetter- noch winterfest sind und für viele Mitbürgerinnen und Mitbürger eine Provokation und eine zusätzliche Verunsicherung bedeuten." 

 

Religionsfreiheit und Corona-Regeln: Laienrat kritisiert VfGH 

Der Katholische Laienrat Österreichs (KLRÖ) hat die vom Gesundheitsministerium erlassene neue Corona-Verordnung, die den rechtlichen Status und die Bemühungen der Kirchen und Religionsgesellschaften bei Schutzmaßnahmen berücksichtigt, zum Anlass für kritische Anmerkungen in Richtung Verfassungsgerichtshof (VfGH) genommen: Die vom VfGH Ende Juni erfolgte Gleichsetzung von religiöser Betätigung und der Ausübung der Kunst sei „unzutreffend": Während die Ausübung der Kunst und ihre Vermittlung als „individuelles Grundrecht" der Kunstschaffenden geregelt sei, „ist die volle Glaubens- und Gewissensfreiheit einerseits jedem Glaubenden, und andererseits den Religionsgemeinschaften in ihrer jeweiligen Gesamtheit gewährleistet", wies der KLRÖ in einer Aussendung am 24. Oktober hin. 

Glaubende, die an einer religiösen Handlung mitwirken, seien somit nicht „Konsumenten" einer religiösen Handlung, sondern übten in tätiger Teilnahme ihre verfassungsrechtlich geschützte Religionsfreiheit aktiv aus. 

Kurznachrichten

 

Papst Franziskus ist im Vatikan mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron zusammengetroffen. Bei dem „herzlichen Gespräch" ging es vor allem um internationale Fragen. Beginnend mit dem „Konflikt in der Ukraine" unter besonderer Berücksichtigung der humanitären Lage, waren demnach auch die Kaukasusregion, der Nahe Osten und Afrika Themen des Treffens.

 

EU. Die Föderation der katholischen Familienverbände in Europa (FAFCE) warnt vor einseitigen Lösungen für die Kinderbetreuung in Europa. Jüngst präsentierte Pläne der EU-Kommission, die eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie zum Zweck einer maximalen Beschäftigungsquote anstreben, dürften „nicht auf Kosten der Familien und langfristig der Nachhaltigkeit unserer Arbeitsmärkte gehen".

 

Peru. Kardinal Pedro Barreto hat den unter Korruptionsverdacht stehenden Präsidenten Pedro Castillo öffentlich zum Rücktritt aufgefordert. 

 

Italiens katholische Kirche hat der neuen Regierungschefin Giorgia Meloni zum Amtsantritt gratuliert. Der Vorsitzende der Italienischen Bischofskonferenz, Kardinal Matteo Zuppi, übermittelte der Wahlsiegerin in einem Schreiben seine „aufrichtigen Glückwünsche". 

 

Deutschland. Der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke hat Vorwürfe der Missbrauchs-Vertuschung gegen seinen Vorgänger Alois Brems bestätigt. 

Frankreich lehnt die Auslieferung eines mutmaßlichen Missbrauchspriesters an Kanada ab. Der Beschuldigte Johannes Rivoire (92) sei im relevanten Zeitraum französischer Staatsbürger gewesen. Und Frankreich könne seine eigenen Bürger nicht ausliefern. Zudem sei zwischen den fraglichen Ereignissen und der Anklageerhebung zu viel Zeit vergangen.


Österreich

  

Wien. P. Petrus Hübner ist am 28. Oktober im 75. Lebensjahr  verstorben. Der Zisterzienserpater aus dem Stift Heiligenkreuz war seit 2016 Bischofsvikar für das „Vikariat Unter dem Wienerwald" (Süd-Vikariat) der Erzdiözese Wien. 

 

Steiermark. Eine Positiv-Bilanz zur zu Ende gehenden Wallfahrts- und Pilgersaison hat der Superior von Mariazell, P. Michael Staberl, gezogen. Die Wallfahrtssaison in Mariazell sei heuer für ein Pandemiejahr wieder „relativ normal" verlaufen.

 

Salzburg. Ein für Pfarren maßgeschneiderter Energiesparleitfaden soll den 210 Pfarren der Erzdiözese Salzburg helfen, bis 2050 klimaneutral zu werden. 

 

Vorarlberg. Mit dem Schuljahr 2023/24 startet am Bildungsstandort Sacré Coeur Riedenburg in Bregenz ein neues Projekt: Mit der Errichtung einer Internationalen Schule will man attraktiver für internationale Fachkräfte werden und zudem eine Bedarfslücke in der Bildungslandschaft Vorarlbergs schließen. Schulerhalter des Sacré Coeur Riedenburg ist die Vereinigung von Ordensschulen Österreich (VOSÖ). 

Neues Burgenland-Buch 

„Das uneindeutige Land" lautet der Titel des neuen Buches des früheren Pressesprechers der Diözese Eisenstadt, Dominik Orieschnig. Als Nachtrag zu drei eng miteinander verbundenen Jubiläen („100 Jahre Burgenland", „100 Jahre selbständige burgenländische Teilkirche als Apostolische Administratur" und „60 Jahre Diözese Eisenstadt") legt Orieschnig eine in dieser Form neuartige Studie des Burgenlands vor.   
Orieschnig führte mit rund 40 Persönlichkeiten Interviews, die dem Burgenland zutiefst verbunden sind. Diesen ordnete er ausgewählte Objekte zu, die typisch für das Burgenland stehen. Weshalb hat Orieschnig für Landeshauptmann Hans Peter Doskozil als Gegenstand einen Mariazeller Pilger-Rosenkranz gewählt und für das Rockduo Cari-Cari eine Zahlreliquie des heiligen Klemens Maria Hofbauer? Was verbindet die Moderatorin Barbara Karlich mit der halbautomatischen Armbanduhr des ersten Eisenstädter Diözesanbischofs Stefan Laszlo und weshalb hat der Autor dem aktuellen Bischof Ägidius Zsifkovics als Objekt einen Polizeicontainer des Innenministeriums zugedacht? - Diese und viele weitere Fragen werden in Orieschnigs Buch gelüftet. 

Auch das noch...

Papst trifft Familie ermordeter Journalistin Abu Akleh

Die Familie der im Mai im palästinensischen Dschenin erschossenen Al-Jazeera-Journalistin Schireen Abu Akleh hat am 26. Oktober Papst Franziskus getroffen. Wie der Sender Al-Jazeera berichtete, seien die Familienmitglieder am Ende der Generalaudienz auf dem Petersplatz kurz vom Kirchenoberhaupt begrüßt worden.
Darüber hinaus war für den Nachmittag eine Gedenkmesse auf Einladung des mit Rom verbundenen melkitischen Patriarchats von Antiochien und des hohen Präsidentenkomitees für die Angelegenheiten der Kirchen in Palästina geplant.
Abu Akleh war am 11. Mai bei der Berichterstattung über eine israelische Razzia in der palästinensischen Stadt Dschenin im besetzten Westjordanland erschossen worden. Die Palästinensischen Behörden machen Israel für den Tod von Abu Akleh verantwortlich. Auch nach Einschätzung des Büros des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte waren israelische Sicherheitskräfte für den tödlichen Schuss verantwortlich. Israel weist Vorwürfe einer gezielten Tötung der Journalistin zurück.
 

Bahrain: Kardinal Schönborn nimmt an Papstbesuch teil

Kardinal Christoph Schönborn reist vom 2. bis 6. November nach Bahrain, wo er am  „Bahrain Forum for Dialogue" und wesentlichen Programmpunkten des Papstbesuchs teilnehmen wird. Der Wiener Erzbischof folgt damit einer Einladung von Scheich Abdulrahman bin Mohammed bin Rashid Al Khalifa, Präsident des Obersten Rats für Islamische Angelegenheiten in Bahrain. Kardinal Schönborn ist ein in der islamischen Welt seit Jahrzehnten geschätzter und angesehener Dialogpartner. 

Rom: Neuer Lehrstuhl für Institut zum Schutz vor Missbrauch

Das Institut zum Schutz vor Missbrauch der päpstlichen Universität Gregoriana hat einen neuen Lehrstuhl erhalten. Dessen Ziel sei es, „internationale und interdisziplinäre Studien nach wissenschaftlichen Standards zu fördern und eine angemessene Evaluation der Wirksamkeit von Präventions- und Interventionsmaßnahmen anzuregen", hieß es dazu von dem Institut in Rom. Die in der Schweiz ansässige Guido-Fluri-Stiftung hatte die Mittel für den „Lehrstuhl für Evaluation im Kontext Safeguarding" bereitgestellt.
Das „Institut für Anthropologie - Interdisziplinäre Studien zu Menschenwürde und Sorge für schutzbedürftige Personen" (IADC) wird von dem deutschen Jesuiten Hans Zollner geleitet. 
 

Syrien: Erfolgreicher Wiederaufbau des Klosters Mar Elian

Anfang des Jahres hat der syrische Ordenspriester Pater Jacques Mourad angekündigt, das vom IS zerstörte Kloster Mar Elian (Heiliger Elias) in Karjatain bei Homs wieder aufzubauen und es erneut zu einem Ort des Gebets und des Friedens zu machen. Dieses Vorhaben ist bereits weit gediehen, wie der Pro Oriente-Informationsdienst unter Verweis auf den vatikanischen „Fides"-Nachrichtendienst berichtete. Der Wiederaufbau trägt demnach auch zu guten Beziehungen zwischen den christlichen Konfessionen vor Ort sowie zur muslimischen Bevölkerung bei.
Das antike Kloster Mar Elian war 2015 von IS-Terroristen verwüstet bzw. zerstört worden, 2016 eroberte die syrische Armee die Region um das Kloster zurück.