JA 

die neue Kirchenzeitung

 31. Dezember 2023 

Lesungen:  Sir 3,2-6.12-14; Kol 3,12-21. Evangelium: Lk 2,22-40

Menschen zweiter Klasse? 

Zu Weihnachten wurden in Nigeria 200 Dorfbewohner – vorwiegend Frauen und Kinder – Opfer eines Massakers. 
Medien brachten meist nur Kurzmeldungen. 


Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, verurteilte die Tat. Auf den christlichen Hintergrund der Opfer ging Türk nicht ein. 
Sind Christen Menschen zweiter Klasse?  P. Udo 

Entsetzen und Appelle nach Massaker an Christen in Nigeria

Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, hat das Massaker an fast 200 christlichen Dorfbewohnern im Norden Nigerias verurteilt. „Ich fordere die nigerianischen Behörden auf, diesen Vorfall unverzüglich, gründlich und unabhängig zu untersuchen", erklärte Türk am Donnerstag in Genf. Die Täter müssten in fairen Verfahren zur Verantwortung gezogen und der Kreislauf aus Straflosigkeit und neuer Gewalt dringend durchbrochen werden. Zudem müsse Nigerias Regierung die Ursachen des dahinter liegenden Konflikts angehen. Auf den christlichen Hintergrund der Opfer ging Türk nicht ein.
Bewaffnete hatten an Weihnachten mehrere von Christen bewohnte Dörfer überfallen und ein Blutbad angerichtet. Laut örtlichen Medienberichten wurden mindestens 198 Menschen getötet. Ebenso viele Häuser seien zerstört worden. Bei den meisten Opfern soll es sich um Frauen und Kinder handeln. Überlebende beschuldigten muslimische Fulani-Hirten als Täter. Der jahrzehntelange Konflikt um den Zugang zu Land und Wasser mit Tausenden Toten hat sich in den zurückliegenden Jahren verschärft. Zunehmend wird die Zugehörigkeit zur jeweiligen Religion instrumentalisiert.
Jedes Jahr: gefährliche Weihnachtszeit
Das katholische Hilfswerk „missio Aachen" zeigte sich entsetzt über die jüngsten Überfälle. „Wir sind in Gebet und Solidarität mit den Angehörigen der Opfer, unseren Partnern und Glaubensgeschwistern in Nigeria verbunden", sagte der Präsident von „missio Aachen", Dirk Bingener, am Donnerstag. „Seit Jahren kommt es immer wieder zu solchen Gewalttaten. Insbesondere an den Weihnachtsfeiertagen hätte es von Seiten der nigerianischen Sicherheitsbehörden eines wirksamen Schutzes bedurft", kritisierte der Pfarrer.
Nach den Angriffen kam von christlicher Seite harte Kritik an den Behörden, die keinen ausreichenden Schutz von Christen gewährleisteten.
Erzbischof Ignatius Kaigama aus Nigerias Hauptstadt Abuja, der selbst zwischen 2000 und 2019 Erzbischof von Jos im jetzt betroffenen Bundesstaat Plateau war, macht die wirtschaftliche Krise und die schlechte Regierungsführung für die andauernde politisch-religiös motivierte Gewalt verantwortlich. Parteiführer und Parteien seien derzeit allein mit der Konsolidierung ihrer Macht nach den Wahlen und laufenden Gerichtsverfahren beschäftigt, sagte er „missio Aachen". "Unsere Kirchen müssen angemessen geschützt werden."
Hilfsprojekt versorgt Überlebende
Die verheerenden Terroranschläge zu Weihnachten in insgesamt 26 christlichen Gemeinden Nigerias mit rund 200 Toten stellen den bisher größten Einsatzfall für ein kirchliches Projekt dar, das erst vor knapp einem Jahr durch entscheidende Mithilfe aus Österreich gestartet worden ist: In der Task Force „Doctors on wheels" (Ärzte auf Rädern) von „Christen in Not" sind Ärzte, Seelsorger und Ordensschwestern vereint, um verfolgte Christen präventiv sowie auch in der Nachbetreuung nach Anschlägen bestmöglich zu schützen - als „einzige Organisation vor Ort, die Menschen in solchen Situationen hilft", wie der Menschenrechtler und Priester Monsignore Obiora Ike in einer Aussendung des österreichischen Hilfswerks vom Freitag bekanntgab. 
Die Situation vor Ort sei "verrückt und wirklich drastisch", schilderte Ike, selbst Vorstandsmitglied von „Christians in Need - Nigeria". Viele Priester, die Mitglied des Vereins geworden seien, würden "direkt vor Ort helfen, sie begraben die Toten und beten für ihre Familien". Mit Stand vom 28. Dezember lebten derzeit 470 Flüchtlinge und Vertriebene auf dem Kirchengelände der St. Thomas Gemeinde in Bokkos, wo die "Doctors on wheels" ihre Zentrale haben. Die 200.000-Einwohner-Stadt Bokkos liegt im nigerianischen Bundesstaat Plateau, somit in direkter Nachbarschaft zu den vom Massaker betroffenen Gemeinden. 
Spenden an „Christen in Not": christeninnot.at, Konto BIC: GIBAATWWXXX, IBAN: AT76 2011 1824 1397 6100) 
Foto: Christen in Not. 28. Dezember 2023 - nach dem Weihnachtsmassaker: Ein Priester vor den Trümmern einer angezündeten Hütte, in der Menschen verbrannt sind. 
 

Nicaragua: zweiter Bischof festgenommen

In Nicaragua hat die sozialistische Regierung Vertretern der katholischen Kirche eine Hasskampagne vorgeworfen - und dabei drastische Worte gewählt. Vizepräsidentin Rosario Murillo, Ehefrau von Machthaber Daniel Ortega, sagte in den von der Familie Ortega kontrollierten Staatsmedien, Kirchenvertreter seien „Teufel, die den Hass in der nicaraguanischen Gesellschaft säen". Es gebe Menschen, die mit teuflischen Worten und Gefühlen vom Glauben sprächen und selbst echte Teufel seien, so Murillo.
Um die Weihnachtstage waren erneut Kirchenvertreter in Nicaragua festgenommen worden. Laut lokalen Medienberichten wurde Bischof Isidoro del Carmen Mora Ortega aus der an der Karibikküste gelegenen Diözese Siuna von der Polizei in Gewahrsam genommen. Er soll sich in einer Predigt hinter den bereits inhaftierten und verurteilten Bischof Rolando Alvarez gestellt haben. Inzwischen ist es üblich, dass Polizisten bei Gottesdiensten von Bischöfen oder prominenten Priestern in Nicaragua auf den Kirchenbänken Platz nehmen und im Falle von regierungskritischen Äußerungen tätig werden.
Mit der Festnahme des zweiten Bischofs nahmen die Spannungen zwischen Kirche und Regierung des mittelamerikanischen Landes weiter zu. Die sandinistische Regierung geht seit Jahren gezielt gegen die Kirche, aber auch gegen missliebige Nichtregierungsorganisationen vor.
Im August 2022 wurde Bischof Alvarez, der als einer der schärfsten Kritiker des linksautoritären Regimes Ortega gilt, verhaftet, nachdem seine Residenz schon Tage zuvor von Polizisten belagert worden war und er Gottesdienste nur noch über Internet und Radio öffentlich hatte lesen können. Die Regierung warf dem Bischof vor, gewalttätige Gruppen zu "Hassverbrechen" angestiftet zu haben - mit dem Ziel, Nicaragua zu destabilisieren. Im Februar 2023 verurteilte ein Gericht Alvarez per Schnellverfahren wegen Ungehorsams, Untergrabung der nationalen Integrität und weiterer Delikte zu einer Haftstrafe von 26 Jahren.

Kardinal Fernandez: „Wenn ein Priester diese Segnungen spendet, ist er kein Häretiker“

Die katholischen Bischöfe in Ungarn lehnen die zuletzt durch ein Vatikan-Papier eröffnete Möglichkeit zur Segnung unverheirateter und homosexueller Paare „angesichts der pastoralen Situation" in ihrem Land ab.
Innerkirchlich löste das Dokument ein geteiltes Echo aus; vor allem in Afrika und Osteuropa stößt es auf massive Ablehnung. Der Leiter der vatikanischen Glaubensbehörde, Kardinal Victor Fernandez, versuchte in den vergangenen Tagen in mehreren Interviews, den Hintergrund und die Zielrichtung der Grundsatzerklärung über die Segnungen weiter zu erläutern.
So zeigte Fernandez in einem Interview mit der spanischen Zeitung „ABC" nach Angaben des Portals „katholisch.de" etwa auch Verständnis für die Ablehnung einer Segnung homosexueller Paare durch verschiedene Bischofskonferenzen. Diese würden damit darauf hinweisen, dass eine solche Segnung in ihren jeweiligen regionalen Kontexten nicht angebracht sei, sagte Fernandez. In diesen Kulturen würden die Segnungen „als Legitimierung irregulärer Verbindungen" missverstanden werden, so der Glaubenspräfekt. „Hinzu kommt, dass es in Afrika Gesetze gibt, die den bloßen Akt, sich als homosexuell zu bezeichnen, mit einer Haftstrafe ahnden; stellen Sie sich da eine Segnung vor."
Gleichzeitig wies Fernandez Kritik an der Erklärung seines Dikasteriums aber vehement zurück: „Wenn ein Priester diese Segnungen spendet, ist er kein Häretiker." Das Dokument bekräftige die kirchliche Lehre zu Ehe und Sexualität. Paare in „irregulären Situationen" zu segnen, bedeute weder eine Zivilehe anzuerkennen noch das Leben, das diese Menschen führen, gutzuheißen oder ihnen die Absolution zu geben. "Das ist nur die Antwort eines Hirten an zwei Personen, die um die Hilfe Gottes bitten", erklärte der Chefdogmatiker von Papst Franziskus.
Uruguay und Kenia: Verbote
Der uruguayische Kardinal Daniel Sturla hat sich gegen eine Segnung von homosexuellen Paaren ausgesprochen und sich damit gegen die neue Linie des Vatikans gestellt.
Der Erzbischof von Montevideo sagte der uruguayischen Zeitung „El Pais", es sei klar, dass ein Priester alle Menschen segne. „Wenn Leute kommen und mich um meinen Segen bitten, gebe ich ihn immer." Bei Besuchen im Gefängnis etwa habe er jeden gesegnet. „Ich erinnere mich, als das Transsexuellen-Gesetz diskutiert wurde, waren wir in einer Prozession in der Pfarre San Ignacio, und einige Trans-Personen kamen und baten um meinen Segen, und ich gab ihnen meinen Segen. Aber es ist etwas anderes, ein homosexuelles Paar zu segnen", sagte Sturla.
Der kenianische Erzbischof Philip Anyolo hat die Segnung homosexueller Paare verboten und sich damit gegen die neue Linie des Vatikans gestellt.
Der indische Kardinal Oswald Gracia…
… steht hinter der erlaubten Möglichkeit zur Segnung homosexueller Paare. Das umstrittene Dokument „Fiducia supplicans" sieht der Erzbischof von Mumbai als „Bestätigung unserer Spiritualität und ein Geschenk". Jesus habe niemals eine Segnung verweigert. 

Foto: Kardinal Victor Fernandez, Chef des Glaubensdikasteriums. Vatican Media. 

Der päpstliche Friedensbotschafter war zu Weihnachten in Bethlehem

Der Friedensbotschafter von Papst Franziskus, Kardinal Konrad Krajewski, hat am 27. Dezember seine fünf-tägige Reise nach Israel und in die Palästinensergebiete beendet. Mehrfach betete er für gerechten und stabilen Frieden. Krajewski wollte um Weihnachten herum den Christen im Heiligen Land die Solidarität des Papstes angesichts des Nahost-Kriegs übermitteln.
„Ich wurde vom Heiligen Vater ins Heilige Land gesandt, um ihn an diesen biblischen Orten zu vertreten, wo die Christen für den Frieden beten. Ich wurde geschickt, um mit ihnen im Namen des Papstes zu beten" - mit diesen Worten fasst Kardinal Konrad Krajewski zum Ende seiner Mission die Bedeutung dieser Tage an der Seite der Leidenden zwischen Jerusalem, Bethlehem und Nazareth zusammen. In Jerusalem traf der Päpstliche Sozialbeauftragte und Friedensbotschafter, der auch schon mehrfach in der Ukraine war, diesen Mittwoch Mutter Teresa Schwestern. Krajewski teilte das Leid und die Sorge der Missionarinnen der Nächstenliebe in Jerusalem, die keine Nachrichten von ihren Schwestern im Gazastreifen haben.
Bethlehem und Nazareth
Mit der Teilnahme an der Mitternachtsmesse und an der Weihnachtsliturgie in Bethlehem hat die Mission des Kardinals im Heiligen Land über die Weihnachtsfeiertage ihren Höhepunkt erreicht.
„Es waren mindestens 2.000 Menschen da, viele junge Leute, die mit der Hoffnung auf ein Ende des Krieges gekommen sind. Ich habe die Grüße des Papstes überbracht, und viele haben ihm für seine Hilfe gedankt“, so Kardinal Krajewski, der anschließend an die Messe gemeinsam mit dem Patriarchen von Jerusalem, Pierbattista Pizzaballa, und etwa 20 Angehörigen von Menschen im Gazastreifen zu Mittag aß.
Am 26. Dezember - dem Tag,  an dem die katholische Kirche des Martyriums des heiligen Stephanus gedenkt - besuchte Krajewski gemeinsam mit dem Pfarrer von Gaza Nazareth: die Verkündigungsbasilika in Nazareth und auch einige Ordensgemeinschaften, wie die Schwestern von der Heiligen Familie von Nazareth und die Fatebenefratelli, die in der Stadt ein großes Krankenhaus betreiben.
Hilfe aus Jordanien
Der Almosenmeister des Papstes, der auch schon als päpstlicher Vertreter inmitten der physischen und geistigen Trümmer der Ukraine tätig war, würdigte in diesem Zusammenhang die Hilfen, die dank König Abdullah II. viele Notleidende erreicht haben. Der jordanische Monarch hatte vor wenigen Tagen mit einem Hubschrauber Medikamente und Hilfsgüter für die Menschen in Gaza geschickt: „So viele Länder haben versagt, stattdessen hat es der König eines kleinen Landes geschafft, etwas zu tun“.
Mönche trugen in der Heiligen Nacht 123.000 Namen nach Bethlehem
Trotz des Nahostkriegs haben die Mönche der deutschsprachigen Jerusalemer Dormitio-Abtei auch in diesem Jahr in der Weihnachtsnacht die Namen und Anliegen von Gläubigen aus aller Welt in die Geburtsgrotte von Bethlehem getragen. Die Schriftrolle der Weihnachtsaktion „Ich trage deinen Namen in der Heiligen Nacht nach Bethlehem" umfasste diesmal die Namen von rund 123.000 Personen, die die Mönche am 14-zackigen Stern an der Geburtsstätte Jesu niederlegten.
Mit der Namensaktion, in der die Menschen ihre Fürbitten an die Krippe tragen lassen wollen, war ein Spendenaufruf verbunden, mit dem die Mönche in diesem Jahr ihre Jugend- und Behinderten-Begegnungstätte Beit Noah am See Genezareth sowie ähnliche Sozialprojekte in Bethlehem unterstützen. Insgesamt waren dabei 194.000 Euro zusammengekommen.
Papst: Kriegskinder sind die Jesuskinder von heute
Papst Franziskus hat in seiner Weihnachtsansprache zum Frieden in der Welt aufgerufen. Beim traditionellen Segen „Urbi et Orbi" (der Stadt Rom und dem Erdkreis) erinnerte er an die Kriege und Konflikte auf der Welt - vor allem in Israel und dem Gazastreifen - und verurteilte das Geschäft mit Waffen. Die Kindheit vieler Mädchen und Jungen werde vom Krieg zerstört, sagte Franziskus. „Sie sind die Jesuskinder von heute."
Kinder aus Bethlehem schicken Papst Weihnachtsgrüße
Kinder aus Bethlehem haben Papst Franziskus per Videobotschaft frohe Weihnachten gewünscht. Die Mädchen erzählen in dem rund zweiminütigen Clip, dass sie traurig angesichts der Lage der Kinder im Gazastreifen sind, wie das Online-Portal „Vatican News" berichtete. Viele Menschen in ihrer Heimatstadt im Westjordanland hätten seit dem Terrorangriff der Hamas vom 7. Oktober auf Israel keine Arbeit mehr. Am Ende des Videos bitten sie den Papst, den Menschen von der Situation im Heiligen Land zu erzählen.
Christen fliehen vor Raketenbeschuss aus dem Süden des Libanon
Immer mehr Christen haben seit Oktober ihre Heimat im Süden des Libanons verlassen. In einigen mehrheitlich von Christen bewohnten Ortschaften seien bis zu 90 Prozent der Einwohner weggegangen, wie das internationale katholische Hilfswerk "Kirche in Not" am Donnerstag mitteilte. Grund dafür sei die militärische Auseinandersetzung zwischen Israel und den Terrortruppen der Hisbollah. „Nach wie vor gibt es in der Region fast täglich Raketenbeschuss", berichtete der Projektreferent des Hilfswerks für Syrien, Xavier Bisits. Einige Orte seien nahezu menschenleer.
Armenier beklagen Angriff in Jerusalemer Altstadt
Die armenische Gemeinschaft in der Jerusalemer Altstadt ist am Donnerstagnachmittag (28. Dezember)  Ziel eines gewalttätigen Übergriffs geworden. Mehr als 30 „mit tödlichen und weniger tödlichen Waffen" bewaffnete und vermummte Personen griffen nach Angaben des armenischen Patriarchats Kleriker, Seminaristen und weitere Mitglieder der armenischen Gemeinschaft an. Dabei wurden laut Patriarchat mehrere Armenier schwer verletzt. Bei dem Zwischenfall sollen zwei Armenier festgenommen worden sein.
 

Zweiter Kriegswinter in der Ukraine: Caritas bittet um Spenden

Ein Team der Caritas aus Österreich besuchte wenige Tage vor Weihnachten zahlreiche ihrer Hilfsprojekte in der Ukraine. „Wir sollten uns nichts vormachen: Auch wenn die Ukraine zuletzt weitestgehend aus den Schlagzeilen verschwunden ist, der Krieg tobt hier mit unverminderter Brutalität weiter - und gerade jetzt im Winter ist die Not der Menschen, vor allem von Alten und Kindern, besonders groß", sagte der Wiener Caritas-Direktor Klaus Schwertner nach seinem siebentägigen Besuch in Schytomyr, in Kiew, Irpin und Butscha. Von einem Weihnachtswunder sei das Land im zweiten Kriegswinter noch immer weit entfernt, beklagte er in einer Aussendung am Heiligen Abend und bat um dringend erforderliche Spenden.
Bereits mehr als 17,6 Millionen Menschen sind innerhalb der Ukraine auf humanitäre Hilfe angewiesen, wies die Caritas hin. Mehr als fünf Millionen wurden zu Vertriebenen im eigenen Land. Und mehr als 6 Millionen Menschen mussten aus ihrer Heimat fliehen.
Einst moskautreue Kirche: 14 Geistliche im Ukraine-Krieg getötet
Durch den russischen Angriffskrieg sind in der Ukraine bisher mehr als ein Dutzend Geistliche der Ukrainischen Orthodoxen Kirche (UOK) ums Leben gekommen. Wie die früher zum Moskauer Patriarchat gehörende Kirche am Dienstagabend in Kiew mitteilte, wurden 14 ihrer Kleriker seit Beginn der „umfassenden russischen Aggression" im Februar 2022 getötet und 20 verletzt. Weitere fünf Geistliche gelten demnach als vermisst.
117 Kirchen und Gebetsräume der UOK wurden laut den Angaben zerstört, 329 beschädigt. Auch 11 Klöster und Klausen von Einsiedlern seien durch Kampfhandlungen zerstört worden. Zugleich beklagte die Kirche die strafrechtliche Verfolgung von vier ihrer Metropoliten durch die ukrainische Justiz. 

Seit 70 Jahren Sternsingeraktion der Katholischen Jungschar

Die Sternsingeraktion der Katholischen Jungschar findet 2023/24 zum 70. Mal statt. Auch heuer werden im Zeitraum von 27. Dezember 2023 bis zum 7. Jänner 2024 österreichweit wieder 85.000 Sternsingerinnen und Sternsinger aus etwa 3.000 Pfarren singend unterwegs sein, Segenswünsche überbringen und um Spenden für Menschen in Armutsregionen bitten. Im vergangenen Jahr konnten die als Caspar, Melchior und Balthasar verkleideten Kinder eine Rekordsumme von 19,2 Millionen Euro „ersingen". Insgesamt hat die Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar (DKA) seit 1954 rund 520 Millionen Euro gesammelt, heißt es auf der Webseite der DKA.
Guatemala ist Schwerpunktland
Bei der kommenden Sternsingeraktion 2024 steht der Kinderschutz und die Ausbildung für Jugendliche in Guatemala im Fokus. Kinder und Jugendliche sind in dem zentralamerikanischen Land besonders von Armut und Ausbeutung betroffen: Jedes zweite Kleinkind in Guatemala ist chronisch unterernährt. Die gesundheitlichen Schäden beeinträchtigen sie oft ihr Leben lang. Viele Kinder sind zudem Übergriffen und sexualisierter Gewalt ausgesetzt, was zu Traumatisierungen führt.
 

Verkauf von Kindern: Belgiens Bischöfe entschuldigen sich erneut

Die katholische Kirche in Flandern steht erneut wegen des Verkaufs von Kindern im 20. Jahrhundert im Rampenlicht. Die Zeitung „Het Laatste Nieuws" widmete diesen sogenannten „Kindern der Kirche", die unmittelbar nach der Geburt von ihren Müttern getrennt und zur Adoption weggegeben wurden, einen Podcast. Rund 30.000 Frauen brachten laut Medienberichten zwischen 1945 und den 1980er Jahren anonym Kinder zur Welt, die dann Ordensfrauen gegen Geld an Adoptiveltern gaben. 
Unmittelbar nach Ausstrahlung des Podcasts erklärten die Bischöfe in einer Pressemitteilung, die katholische Kirche wolle "sich [gemeinsam mit dem flämischen Parlament] bei den Opfern von Zwangsadoptionen entschuldigen". Die belgischen Bischöfe seien sich des Leids einer großen Zahl leiblicher Mütter und auch adoptierter Kinder bewusst, heißt es dort. Der Trennungsschmerz sei oft dauerhaft und müsse endlich geheilt werden.
Die Vorgänge spielten sich in Ordenshäusern ab, wo nichtehelich Schwangere offenbar vor der Geburt Zuflucht suchten. In Zeugenaussagen werden mehrere Häuser in Flandern besonders hervorgehoben, etwa in Lommel oder Gent. Familien, die auf ein Baby warteten, zahlten demnach Beträge zwischen 10.000 und 30.000 belgischen Francs, um ein Kind direkt nach der Geburt zu adoptieren.
Der Skandal hatte das flämische Parlament bereits 2015 veranlasst, sich „für die späte Reaktion der Behörden auf Berichte über Zwangsadoptionen" zu entschuldigen. Das Thema tauchte nun wieder in den Nachrichten auf, im Zuge der Einrichtung einer Sonderkommission zu Missbrauch von Minderjährigen.
Die belgischen Bischöfe sagten zu, im Rahmen ihrer Möglichkeiten zur Suche nach leiblichen Müttern und Adoptivkindern beizutragen. Konkret geht es laut Sprecher Tommy Scholtes insbesondere darum, Kontakte herzustellen, Archivverwalter ausfindig zu machen und sie zu überzeugen, noch verfügbare Informationen bereitzustellen.
 

Prager Karlsuniversität: Theologie-Dekan gibt Rücktritt bekannt

Der umstrittene Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät der Prager Karlsuniversität, Vojtech Novotny, hat angekündigt, seine Funktion spätestens mit Ende April 2024 zurückzulegen. Als Grund gibt Novotny (51) ausschließlich gesundheitliche Gründe an. Als Bedingung führt er in seinem Brief an die Rektorin der Universität, Milena Kralickova, an, dass bis spätestens zum 1. Mai 2024 „vom Akademischen Senat der Fakultät für die Funktion des Dekans ein Kandidat gewählt und von der katholischen Kirche bestätigt ist". 
Keinesfalls erkenne er mit seinem Rücktritt „die Zweifel an den von ihm oder seinen engsten Mitarbeitern in den letzten Monaten getroffenen Entscheidungen und Handlungen an". Die im Sommer und Herbst 2023 verfügten Maßnahmen seien „rationell, gerecht, sozial besonnen und legitim"; sie hätten den „objektiven Bedürfnissen der Fakultät und dem Ruf der Selbstverwaltungsorgane der Universität entsprochen, eine effiziente Wirtschaftsgebarung herbeizuführen". Das „mittels der Medien und sozialen Netze ermöglichte nachfolgende Verhalten eines Teils der Angestellten und Studenten", sei „unangemessen, ja mitunter unmoralisch". 
Im Oktober hatte der Akademische Senat der Katholisch-Theologischen Fakultät einen Antrag auf Abberufung Novotnys als unzulässig abgewiesen - von elf Anwesenden stimmten je fünf für und fünf gegen die Zulässigkeit, eine Stimme enthielt sich. Strittig waren unter anderem die vom Dekan verfügte Liquidierung einiger Fachbereiche und die Belastung anderer. 

Wiener Pfarre trauert um in Prag ermordeten Oberministranten

Unter traurigen Vorzeichen wird heuer das Weihnachtsfest in der Pfarre Unterheiligenstadt in Wien-Döbling begangen: Die Gemeinde trauert um Adam Jurak, Oberministrant der Pfarre und einer der Opfer des jüngsten Prager Amoklaufs. Wie erst jetzt bekannt wurde, befand sich unter den 14 Ermordeten in der Karlsuniversität auch ein Tscheche, der in Wien lebte. Adam Jurak habe sich am vergangenen Donnerstag studienbedingt an der Prager Universität aufgehalten, an der es nachmittags zum folgenschweren Amoklauf kam, wie die Pfarre am Sonntag mitteilte. Der 34-jährige habe auch ein Zimmer im Pfarrhaus  bewohnt "und war einer der Aktivposten der Döblinger Pfarrgemeinde". Es habe keinen Festgottesdienst gegeben, bei dem Jurak nicht das Weihrauchfass schwang oder mit dem Kreuz voranging. 
Darüber hinaus galt der Verstorbene als "hilfsbereiter Anpacker, der bei Pfarrfesten gerne mit tschechischem Bier oder selbstgemachtem Punsch für fröhliche Stimmung sorgte", hieß es weiter. Die letzten Wochen verbrachte Jurak studienbedingt in seiner Heimatstadt Prag, um dort sein Tschechisch-Deutsch-Dolmetsch-Studium zu finalisieren.
Die Nachricht vom Tod des beliebten Ministranten löste in der Pfarre Unterheiligenstadt eine „Schockwelle und große Bestürzung" aus. "Wir können es nicht fassen, dass er zur falschen Zeit am falschen Ort war und deshalb viel zu früh aus unserer Mitte gerissen wurde", zeigte sich Markus Lahner, Leiter der pfarrlichen Öffentlichkeitsarbeit, betroffen.
 

Terror-Verdacht in Wien: Drei mutmaßliche Islamisten in U-Haft 

Das Landesgericht für Strafsachen hat am 25. Dezember über jene drei Terror-Verdächtige die U-Haft verhängt, die vor Weihnachten in einer Flüchtlingsunterkunft in Wien-Ottakring von Spezialkräften der Polizei festgenommen worden sind, wie die APA berichtete. Sie sollen einem Länder übergreifenden islamistischen Terror-Netzwerk angehören, das Anschläge auf den Kölner Dom und den Stephansdom erwogen haben soll. Die drei mutmaßlichen Terroristen - zwei Männer und eine Frau - bestreiten die Vorwürfe.
Kardinal Christoph Schönborn hat Polizei und Sicherheitsbehörden für die „einfühlsame" Sicherung der Weihnachtsgottesdienste in Wien gedankt.

Kurznachrichten 

   
 

Papst Franziskus hat erstmals einen offiziellen Ständigen päpstlichen Vertreter in Vietnam ernannt. Die Aufgabe übernimmt der polnische Vatikandiplomat Erzbischof Marek Zalewski, der schon bisher nichtresidierender Repräsentant in der sozialistischen Republik war. Der 60-jährige Geistliche bleibt zudem weiterhin Apostolischer Nuntius in Singapur. 

 

Papst Franziskus hat seinen US-amerikanischen Kritiker Kardinal Raymond Leo Burke (75) empfangen. Vor kurzem hatte Franziskus die vatikanische Dienstwohnung und das Kardinalsgehalt von Burke streichen lassen. 

 

Vatikan. Die Dombauhütte des Petersdoms hat einen Kunstwettbewerb ausgeschrieben. Gesucht wird ein gemalter Kreuzweg, der erstmals in der Fastenzeit 2026 in der bedeutendsten katholischen Kirche der Welt zu sehen sein soll. 

 

Argentinien.  Die katholische Kirche hat angesichts harter Sparmaßnahmen des neuen Präsidenten Javier Milei dazu aufgerufen, die Armen nicht zu vergessen: „Wir müssen uns darum kümmern, dass das Brot alle erreicht." 

 

Slowenien. In Ljubljana hat am Donnerstag das Europäische Jugendtreffen der christlichen Gemeinschaft von Taizé begonnen. Bis 1. Jänner sind in der Hauptstadt Sloweniens rund 5.000 Jugendliche und junge Erwachsene aus 48 Ländern, darunter auch aus Österreich, versammelt. 

In einer Grußbotschaft zum Auftakt rief Papst Franziskus die Teilnehmenden unter anderem dazu auf, zu Brückenbauern zwischen Völkern, Kulturen und Religionen zu werden. 

 

Polens neue Mitte-Links-Regierung plant eine umfassende Reform der Kirchenfinanzierung. Künftig solle es eine freiwillige Abgabe der Steuerzahler für Religionsgemeinschaften geben, sagte Ministerpräsident Donald Tusk nach einer Kabinettssitzung am Mittwoch in Warschau. Der Staat solle nicht mehr wie bisher die Pensions- und andere Sozialversicherungen für Geistliche bezahlen. 

Deutschland. Die  Soziologin Petra-Angela Ahrens sieht in der Arbeit von Militärseelsorgerinnen und -seelsorgern ein „Erfolgsmodell kirchlicher Arbeit". Die Wissenschaftlerin bezieht sich dabei auf eine Befragung von 2022 unter knapp 7.500 Soldatinnen und Soldaten der deutschen Bundeswehr. Demnach findet die Präsenz von Militärgeistlichen innerhalb der Bundeswehr mit 91 Prozent der Befragten einen sehr hohen Grad an Zustimmung. 

 

Schweiz. Der Weltkirchenrat ist Opfer eines Hackerangriffs geworden. Wie der in Genf ansässige weltweite Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) mitteilte, gab es zu Weihnachten eine sogenannte „Ransomware-Attacke", in deren Folge die Kommunikationssysteme der Organisation lahmgelegt wurden. Auch die Website des Weltkirchenrats ist nicht erreichbar. 


Österreich

  

Wien. Über die Bestrebungen in der Orthodoxen Kirche, den Diakonat für Frauen wieder großflächig einzuführen, berichtet die orthodoxe US-Theologin Teva Regule in der aktuellen Ausgabe des in Wien erscheinenden „Pro Oriente"-Magazins. Der weibliche Diakonat sei Teil der Geschichte der Orthodoxen Kirche und auch niemals abgeschafft worden, so Regule, die u.a. Präsidentin der Orthodoxen Theologischen Gesellschaft in Amerika (OTSA) ist. 

 

Salzburgs Erzbischof Franz Lackner hat am Heiligen Abend um Verständnis  für den inflationsbedingt erhöhten Kirchenbeitrag im kommenden Jahr ersucht. 

 

Wien. Eine vor der Kirche Maria Namen in Wien-Ottakring platzierte Mobil-Toilette ist am Dienstagnachmittag in Brand gesetzt worden. Das Feuer beschädigte die angrenzende Fassade, bestätigte die Polizei am Mittwoch einen Bericht der "Kronen Zeitung". 

 

Tirol. Im „Krone"-Gespräch am Samstag hat der Innsbrucker Diözesanbischof Hermann Glettler dazu aufgerufen, Weihnachten auch für Besinnlichkeit und Ruhe zu nützen. „Zehn Minuten Stille pro Tag. Damit macht man sich und anderen ein Geschenk. Und kann Gott entdecken." 

Ordensmann beherrscht 40 Musikinstrumente

Musik ist für viele Priester und Ordensleute ein „Geschenk Gottes" - und für manche auch eine Lebensberufung: Das veranschaulicht der Werdegang des Jesuiten P. Werner Hebeisen, der bis Sommer in Linz Seelsorger war und nunmehr in Wien u.a. im Krankenhaus Göttlicher Heiland ein „Musikapostolat" betreibt. Mehr als 40 Instrumente besitzt und beherrscht der 72-Jährige, geht aus der am Donnerstag erschienenen 30. Ausgabe des Ordenspodcasts „Orden on Air" hervor.  
 „Es war stets eine Freude, ein neues Instrument zu entdecken, und ich sah es als Herausforderung an, dessen Erlernen zu meistern", so der aus dem Innviertel stammende Ordensmann, der lange Zeit Kontrabass in einer Gruppe mit Soul-Musik spielte.
Auch als Priester komme seine Musikleidenschaft öfters zum Einsatz, etwa wenn er bei einem Gottesdienst nach der Kommunion ein Stück auf der Harfe spiele oder Messlieder selbst auf der Gitarre begleite, berichtete P. Hebeisen. 
Auf „Orden on air" stellt P. Werner Hebeisen auch mehrere seltene Instrumente vor - darunter den Dulcimer (USA), die Citera (Ungarn), die Kora (Senegal) und die Schoßharfe (Europa). 
Die Schoßharfe ist eines der Lieblingsinstrumente von P. Werner. Sie ist nur 70 Zentimeter hoch, hat 22 Saiten und wird auf den Oberschenkeln balanciert. 
Foto: ÖOK/rs

Auch das noch...

Kirchenhistoriker Wolf: Papst handelt „diplomatisch unklug"

Der deutsche Kirchenhistoriker Hubert Wolf hat Papst Franziskus fehlendes diplomatisches Geschick in den aktuellen Konflikten vorgeworfen. Sowohl im Ukraine-Krieg als auch im Konflikt zwischen Israel und der Terrororganisation Hamas agiere der Papst in seinen öffentlichen Aussagen "diplomatisch unklug", sagte Wolf dem Schweizer Portal Kath.ch (Freitag). „Er ist weder neutral, noch macht er konkrete Lösungsvorschläge. Er redet irgendwie daher", so der Kirchenhistoriker.
Im Ukrainekonflikt gebe es mit Russland einen eindeutigen Aggressor, den der Papst aber nicht als solchen benenne. „Und er sagt auch nicht, dass die Ukrainer nach der Lehre vom Gerechten Krieg selbstverständlich das Recht haben, sich zu verteidigen", betonte Wolf. Stattdessen gebe Franziskus den USA die Schuld am Krieg.
Auch im Nahostkrieg agiert der Papst aus der Sicht Wolfs unglücklich. "In keiner Stellungnahme seither benannte Franziskus den terroristischen Anschlag der Hamas als Auslöser des Kriegs oder sprach vom Selbstverteidigungsrecht Israels. So verspielt er das moralische Kapital von Anfang an." Franziskus hätte die Hamas eindeutig als terroristische Täter benennen und das Selbstverteidigungsrecht Israels nach der Lehre vom Gerechten Krieg bekräftigen müssen. Erst danach hätte er dann die Forderung erheben sollen, dass Israel nicht unverhältnismäßig gegen die Zivilbevölkerung in Gaza vorgeht.

Katholische Kirche würdigt Schäubles „ökumenische Gesinnung" 

Die katholische Kirche in Deutschland hat den verstorbenen CDU-Politiker Wolfgang Schäuble als „engagierten evangelischen Christen mit einer großen ökumenischen Gesinnung" gewürdigt. Seine Politik sei geprägt von christlichen Überzeugungen und Werten gewesen, sagte der Leiter des Katholischen Büros in Berlin, Karl Jüsten, am Mittwoch der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Schäuble war am Dienstag im Alter von 81 Jahren gestorben.
Der ehemalige Bundestagspräsident habe der katholischen Kirche stets viel Wertschätzung entgegengebracht, so Jüsten. Davon zeugten sein Besuch beim damaligen Papst Benedikt XVI., seine regelmäßigen Kontakte mit Bischöfen sowie seine Teilnahme an vielen Katholikentagen.
Schäuble gehörte zu den profiliertesten Politikern Deutschlands. Von 1972 bis 2023 war er 51 Jahre lang ununterbrochen Bundestagsmitglied und bei seinem Tod der dienstälteste Abgeordnete im deutschen Parlament. In den Regierungen von Helmut Kohl und Angela Merkel gehörte er mehrmals dem Kabinett an, unter anderem als Chef des Kanzleramtes, als Finanz- sowie Innenminister. 

Islamisten in Malaysia wünschen Christen "Frohe Weihnachten"

Es gibt noch gute Nachrichten: Seit Jahren wächst zwar der radikale Islam in Malaysia. Doch nun schwenkt die stärkste islamistische Partei offenbar um und bekennt sich zur multireligiösen Gesellschaft: In Abkehr von ihren früheren radikalen Positionen hat die islamistische Partei PAS allen Christen in Malaysia frohe Weihnachten gewünscht. PAS-Generalsekretär Takiyuddin Hassan sagte, die PAS hoffe, dass die Feierlichkeiten in einer „sicheren und harmonischen Umgebung" gefeiert werden könnten, berichteten malaysische Medien am Sonntag. 
In den vergangenen Jahrzehnten hatte die PAS mit der Hetze gegen Christen und die ethnische Minderheit der malaysischen Chinesen einen streng islamisch-nationalistischen Kurs verfolgt. Auf dem Höhepunkt der Kampagne gegen Christen gingen mehr als 2.000 Kirchen in Flammen auf.
In den vergangenen Jahrzehnten wurde die Frage, ob Muslimen erlaubt werden kann, "Frohe Weihnachten" zu wünschen, immer wieder zum Streitpunkt zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen. 2018 verbot Khalil Hadi, zu der Zeit PAS-Generalsekretär und Sohn des damaligen PAS-Vorsitzenden Abdul Hadi Awang, den Muslimen, den Christen "Frohe Weihnachten" zu wünschen. Einflussreiche salafistische Prediger in Malaysia wie der in Simbabwe geborene Ismail Menk, der US-amerikanische Konvertit Yusuf Estes und der Inder Zakir Naik sind strikt gegen das Überbringen von Weihnachtsgrüßen durch Muslime an Christen.
Rund 64 Prozent der 33 Millionen Einwohner Malaysias sind nach offizieller Statistik Muslime, 18,7 Prozent Buddhisten und 9 Prozent Christen. 

Indien: Modi empfing zu Weihnachten erstmals Christen-Delegation

Indiens Premierminister Narendra Modi hat zu Weihnachten erstmals eine christliche Delegation in seiner Residenz in Neu-Delhi empfangen. Bei dem Treffen dabei waren prominente Kirchenvertreter wie etwa Kardinal Oswald Gracias von Mumbai, Vertreter der orthodoxen und anglikanischen Kirche sowie ein Vertreter der Botschaft des Heiligen Stuhles in Indien.
Seit dem Machtantritt Modis 2014 sind Christen wie auch Muslime verstärkt Hass und Gewalt durch Hindu-Extremisten ausgesetzt. Die Lage von Indiens Christen ist vielerorts prekär. In den Tagen vor Weihnachten hatte Sorge vor möglichen Aggressionen und Angriffen radikaler Hindus auf Kirchen geherrscht. Nach Angaben des Hilfswerks "missio Aachen" brannten in Indien in diesem Jahr bereits 250 Kirchen, fast 700 Angriffe auf Christen wurden gemeldet. Christen sind im mehrheitlich hinduistischen Indien eine kleine religiöse Minderheit. 

Wien: „Krippe der Gerechten" noch bis 8. Jänner zu sehen

Noch bis 8. Jänner 2024 kann man die „Krippe der Gerechten" des Krippenbauers und Künstlers Otto Schwarzendorfer in der Pfarrkirche St. Andreas in Wien-Hütteldorf (Linzer Straße 424) sehen. Bei der Ausstellungseröffnung der Krippe am Stefanitag erläuterte Schwarzendorfer seine Idee, die drei Weisen seiner Krippe als Männer darzustellen, die sich gegen die Unmenschlichkeiten der NS-Zeit stellten. 
„Weise" zu sein bedeute für ihn nicht auf Anordnung zu handeln, sondern in Offenheit für alles Unbekannte und angespornt durch eigenständiges Denken und Handeln, sagte der Krippenbauer laut einem Bericht auf der Website der Erzdiözese Wien.
Seine drei Weisen sind der Textilkaufmann Julius Madritsch, der durch die Beschäftigung so vieler Juden wie möglich in seinen Fabriken viele vor der Deportation ins KZ rettete; weiters sein Fabrikleiter Raimund Titsch, der für humane Arbeitsbedingungen sorgte, und der Polizist Oswald Bosko, der Juden zur Flucht aus dem Warschauer Ghetto verhalf. Hunderten jüdischen Familien, die sich bei der „Auflösung" des Ghettos im März 1943 in Kellern und Bunkern versteckt hatten, sicherten diese "Weisen" das Überleben.