JA 

die neue Kirchenzeitung

 31. März 2024 

Lesungen:  Apg10,34a.37-43; Kol 3,-4;  Evangelium: Joh 20,1-18.

Pfarrer und Politik

Dem evangelischen Pfarrer Martin Michaelis, der Anfang Juni als Parteiloser auf der Liste der AfD in Quedlinburg (Sachsen-Anhalt) als Stadtrat kandidierte, ist von der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) der Pfarrauftrag entzogen worden: „Es ist zwar im Interesse der Kirche, dass sich Pfarrerinnen und Pfarrer auch politisch engagieren, dies gilt jedoch nicht für das Engagement in Parteien, die verfassungsrechtlich fragwürdige Positionen einnehmen."

Österreichs katholische Bischofskonferenz hat am 30. November 1933 verfügt, dass sich binnen zwei Wochen der Klerus aus der aktiven Parteipolitik zurückzuziehen hat.
Zuvor war Prälat Ignaz Seipel von 1921 bis 1930 Parteiobmann der Christlichsozialen und zweimal Bundeskanzler (1922-1924 und 1926 bis 1929).
Unter dem Vorsitz von Kardinal Theodor Innitzer, der einst selbst Bundesminister für soziale Fürsorge (1929/30) war, haben die Bischöfe 1945 den Entscheid von 1933 bekräftigt.
Er gilt bis heute. Gott sei Dank!   P. Udo 

Nach Vatikan-Reise blicken deutsche Bischöfe nach vorn

Bei der jüngsten gemeinsamen Presseerklärung des Heiligen Stuhls und der Deutschen Bischofskonferenz springt vor allem das Foto ins Auge. Darauf zu sehen: 14 Priester, Bischöfe und Kardinäle, der Sprecher der Bischofskonferenz, Matthias Kopp. Und links außen Beate Gilles, die Generalsekretärin der Bischofskonferenz. Ein Gruppenbild mit Dame - das auch illustriert, wie es um die Beteiligung von Frauen in der katholischen Kirche bestellt ist. Genau das gehört zu den Dingen, die der von den deutschen Bischöfen und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) im Jahr 2019 gestartete Synodale Weg ändern wollte.
Im Laufe der Initiative allerdings wurden unter katholischen Laien wie unter Bischöfen Differenzen deutlich zwischen Reformern und Bewahrern. Aber auch zwischen den deutschen Bischöfen und dem Vatikan gab es Verstimmungen. Mehrfach kritisierte der Vatikan den Synodalen Weg teils deutlich und mahnte die Bischöfe zur Einheit mit der Kirche. Der Bischofskonferenz-Vorsitzende Georg Bätzing wiederum beklagte wiederholt, dass es trotz aller Bemühungen nicht zu einem echten Austausch mit den Verantwortlichen im Vatikan gekommen sei.
Am Freitag nun hatte der Bischof von Limburg dazu Gelegenheit. Zur deutschen Delegation gehörten auch seine Amtsbrüder Bertram Meier (Augsburg), Peter Kohlgraf (Mainz), Franz-Josef Overbeck (Essen), Michael Gerber (Fulda) und Stephan Ackermann (Trier). Für den Vatikan nahmen die fünf Kardinäle Victor Fernandez, Kurt Koch, Pietro Parolin, Robert Prevost und Arthur Roche sowie Erzbischof Filippo Iannone teil. „Die Begegnung, die sich über den gesamten Tag erstreckte, war von einer positiven und konstruktiven Atmosphäre geprägt", hieß es hinterher.
„Differenzen und Übereinstimmungen" - „regelmäßiger Austausch“
Was das nun konkret für den Fortgang der Reformdebatte in Deutschland heißt, blieb allerdings im Ungefähren. Man habe „Differenzen und Übereinstimmungen" benannt und einen „regelmäßigen Austausch zwischen den Vertretern der Deutschen Bischofskonferenz und dem Heiligen Stuhl über die weitere Arbeit des Synodalen Weges und des Synodalen Ausschusses vereinbart". Gerade gegenüber dem Synodalen Ausschuss hatte der Vatikan starke Vorbehalte. Das Gremium soll die Arbeit des Synodalen Weges fortführen und die Einrichtung eines Synodalen Rates vorbereiten, in dem Bischöfe und Laien gemeinsam über wichtige innerkirchliche Fragen in Deutschland beraten und beschließen wollen.
Gesichtswahrend für beide Seiten
Dies hatte die Römische Kurie abgelehnt. Der Vatikan sieht darin eine mögliche Verletzung des allgemeinen Kirchenrechts und der Lehre von der Kirche als einer Hierarchie, in der die Bischöfe und der Papst die letzte und alleinige Verantwortung haben. Dass der Synodale Ausschuss nun in einem gemeinsamen Dokument der deutschen Bischöfe und des Heiligen Stuhls erwähnt wird, können die Bischöfe durchaus als Punktsieg verbuchen. Gleichzeitig jedoch hält die Erklärung fest, dass der Ausschuss und alle weiteren „Formen der Synodalität" dem Heiligen Stuhl zur Approbation vorgelegt werden müssen.
Unter dem Strich wahren beide Seiten zumindest nach außen hin das Gesicht. Für die weitere Arbeit im Synodalen Ausschuss gibt es erst einmal grünes Licht aus dem Vatikan. Der Gründung eines Vereins, der diese Arbeit finanziert, dürfte nicht mehr viel im Wege stehen. Auch nicht der für Mitte April vorgesehenen Verabschiedung der Satzung des Synodalen Ausschusses im Ständigen Rat der Bischöfe. Am 14. und 15. Juni wird sich der Ausschuss dann wohl wie geplant in Mainz zu seiner zweiten Sitzung treffen. Aber alles, was dort inhaltlich beschlossen wird, steht unter römischem Vorbehalt. Noch vor der Sommerpause ist ein weiteres Treffen zwischen Bischöfen und Vatikanvertretern anberaumt.
Foto: Deutsche Bischofskonferenz/Mathias Kopp.

Italien: Maler eines umstrittenen Jesus-Bildes mit Messer verletzt

In Italien ist ein Künstler, dem Gotteslästerung vorgeworfen wird, Opfer eines Messerangriffs geworden. Ein maskierter Angreifer beschädigte mit dem Messer zunächst ein Gemälde in einer Kirche im norditalienischen Carpi, wie das Nachrichtenportal Sky-TG 24 am Donnerstag berichtete. Als der Maler Andrea Saltini dazwischen gehen wollte, habe ihn der Mann am Hals verletzt und sei geflüchtet. Saltini sei in ein Krankenhaus gebracht worden. Sein Zustand sei vermutlich nicht ernst. Die Polizei ermittle.

In Carpi bei Bologna gibt es derzeit einen Streit wegen einer Kunstausstellung in einer Kirche. Die Schau des Diözesanmuseums Carpi zeigt mehrere Bilder des Malers Saltini. Unter anderem ist auf einem Gemälde der nackte Körper Jesu nach der Kreuzigung zu sehen. Sein Intimbereich wird vom Kopf eines anderen Mannes bedeckt, so dass die Szene einen Oralverkehr anzudeuten scheint. Laut den Ausstellungsmachern geht es jedoch nicht um den Kopf, sondern um die linke Hand des Mannes, die gegen den Rippenbogen Jesu drückt. Es handele sich um den römischen Offizier Longinus, der dem Gottessohn eine Rippe bricht.

Seit Eröffnung der Ausstellung vor rund vier Wochen demonstrieren in Carpi dem konservativen Online-Portal „Nuova Bussola Quotidiana" zufolge immer wieder Menschen vor der Kirche. Die Anti-Abtreibungsorganisation „Pro Vita e Famiglia" (Für Leben und Familie) habe rund 30.000 Unterschriften gegen die Ausstellung gesammelt.

Die Diözese Carpi hatte den Vorwurf der Gotteslästerung zurückgewiesen. Sie kündigte einen Anhang zum Ausstellungskatalog an. Darin würden die einzelnen Werke aus Sicht des Künstlers vorgestellt und seine spirituelle Suche veranschaulicht.

 

Vatikan zeigt auf Biennale Werk von umstrittenem Künstler

Auf der Biennale in Venedig zeigt der Vatikan das Werk eines Künstlers, der zuletzt mit einem Krokodil im Kirchenraum für Aufregung sorgte. Das lebensgroße, präparierte Tier von Maurizio Cattelan war vergangenes Frühjahr in der Taufkapelle des Doms von Cremona zu sehen. An einer transparenten Aufhängung befestigt, schien das Krokodil in Richtung einer Heilig-Geist-Darstellung zu schweben. Manche Gläubigen befanden das Kunstwerk als unpassend.

Nun hat der Vatikan den 63-Jährigen Cattelan für seinen Pavillon auf der Biennale in Venedig engagiert, für den die Künstlerinnen und Künstler die Räume des örtlichen Frauengefängnisses bespielen. Cattelans Arbeit umfasse "ein großes Kunstwerk im Freien an der Fassade der Gefängniskapelle, das sowohl durch seine Größe als auch durch seine emotionale Wirkung beeindruckt". Das Werk schlage eine Brücke zur Straßenzeitung „L'Osservatore di Strada", an deren Biennale-Sonderausgabe sich die Insassinnen beteiligen. 

 

Passionsspiel-Tradition auch in Ungarn wieder weit verbreitet

Nach einem jahrzehntelangen Verbot zu kommunistischer Zeit hat die Tradition der Passionsspiele in Ungarn zu neuem Leben gefunden. An landesweit 33 Orten bringen in diesen Tagen Laiendarsteller das Leiden und Sterben Jesu in verschiedenen Inszenierungen auf die Bühne, berichtet das Portal „Magyar Kurir". Tausende Besucherinnen und Besucher sind bei den Aufführungen dabei. Die Passionsspiele zeigen - vom Einzug in Jerusalem über das letzte Abendmahl, den Kreuzestod Jesu bis hin zu seiner Auferstehung - die Ereignisse von Karwoche und Ostern.

Großen Andrang gab es etwa bei den Passionsspielen in Veszprem mit 150 Darstellerinnen und Darstellern. In Mariapocs, dem wichtigsten Wallfahrtsort der ungarischen griechisch-katholischen Kirche, wurde die Leidensgeschichte zum dritten Mal von einer Laienspielgruppe vor mehreren tausend Menschen aufgeführt.

Auch in Heiligenkreuz und Trumau immer mehr Theologinnen

Studierende und lehrende Frauen sind auf der Ebene von Katholisch-theologischen Fakultäten auf der Aufholspur - und das gilt auch für die privat geführten theologischen Hochschulen in Niederösterreich: die Philosophisch-Theologische Hochschule Benedikt XVI. im Zisterzienserkloster Stift Heiligenkreuz und die Katholische Hochschule ITI im Schloss Trumau. Die nun von beiden Einrichtungen vorgelegten Zahlen belegen den Trend, den Kathpress davor schon für die an staatlichen Universitäten beheimateten Fakultäten erhoben hatte: In der wissenschaftlichen Theologie ist immer mehr weibliche Expertise gefragt - und das schlägt sich bei Lehrstuhlbesetzungen, im akademischen Mittelbau und vor allem in den Studierendenzahlen nieder.
Die seit 1976 bestehende Philosophisch-Theologische Hochschule in Heiligenkreuz   erlebt aktuell eine Blütezeit: Studierten vor zehn Jahren - im Studienjahr 2013/14 - dort noch 242 Personen, so sind es momentan 342. Der Frauenanteil hat sich in diesem Zeitraum von 33 auf 61 Studentinnen fast verdoppelt, wie aus den von der Ordenshochschule vorgelegten Daten hervorgeht. 
Professorinnen gab es vor zehn Jahren lediglich eine (dafür zwölf Professoren) - und keine einzige Honorar- bzw. Gastprofessorin (damals 13 Männer). Aktuell führt die Hochschule 4 Professorinnen an, 2 davon Gastlehrende. Im Mittelbau sind 2 der 5 Stellen weiblich besetzt.
Es mag an der im ITI (Internationales Theologisches Institut) Trumau besonders berücksichtigten Thematik Ehe und Familie liegen, dass die dort derzeit 84 Studierenden "geschlechtergerecht" verteilt sind: 43 Studentinnen, 41 Studenten. Und dieses ausgewogene Verhältnis bestand schon vor einem Jahrzehnt (34 weibliche, 38 männliche Studierende), wie das 1996 gegründete ITI mitteilte. Bei den Lehrenden dominieren allerdings damals und heute noch die Männer: Von 25 Professuren sind 22 männlich besetzt, 3 weiblich; vor zehn Jahren lautete dieses Verhältnis 16:2.
 

Innsbruck: Theologe Sigmund Kripp zum Ehrenbürger ernannt

Der 1928 geborene Tiroler Theologe und Sozialpädagoge Sigmund Kripp ist von Bürgermeister Georg Willi zum Ehrenbürger der Stadt Innsbruck ernannt worden. Nach Studien der Philosophie und Theologie in Innsbruck und den USA und dem Eintritt in den Jesuitenorden übernahm er 1959 den Aufbau und die Leitung der Marianischen Kongregation der Gymnasialjugend in Innsbruck. 1964 war Kripp Bauherr des Jugendzentrums „John-F.-Kennedy-Haus", genannt „MK", das mit zeitweise 1500 Mitgliedern zu einem der größten Jugendzentren Europas wurde, teilte die Stadt Innsbruck am Dienstag mit.
Zahlreichen Jugendlichen habe Kripp „nicht nur Beschäftigung, sondern auch Heimat und Lebensperspektive gegeben", erklärte Bürgermeister Willi in seiner Laudatio. Sein Credo sei gewesen, „auf Fragen von heute nicht Antworten von gestern zu geben". Kripp habe auf eine "Pädagogik ohne Belehrung" und auf Selbstverwaltung durch die Jugendlichen gesetzt und sei damit auch auf Widerstand gestoßen: Nach Differenzen mit dem damaligen Bischof Paulus Rusch wurde Kripp 1973 als Leiter der MK abgesetzt - gegen den Willen zahlreicher Jugendlicher und Eltern; einige Jahre später folgte der Ausschluss aus dem Jesuitenorden.
„Pater Kripp musste gehen, aber seine Ideen sind in Innsbruck geblieben, haben Kreise gezogen und Spuren hinterlassen", würdigte die Stadt Innsbruck ihren neuen Ehrenbürger. Überall in Kultur, Kunst, Wirtschaft, aber auch in Politik, Justiz und Verwaltung gebe es „MK'ler, die die Grundsätze der Kripp-Pädagogik leben und weitergeben".

Keine kirchenrechtlichen Maßnahmen gegen designierten Bischof

Gegen den designierten Bischof von Plymouth, Christopher Whitehead, werden keine kirchenrechtlichen Maßnahmen ergriffen. Das entsprechende Verfahren habe ergeben, dass keine „kanonischen Maßnahmen" gerechtfertigt seien, teilte die britische Diözese Clifton auf ihrer Internetseite mit. Der 54-jährige Whitehead habe seine Tätigkeit als Pfarrer von Saint John the Evangelist in Bath wieder aufgenommen. Ob die Bischofsweihe nun doch stattfinden wird, ist unklar.
Anfang Februar war die Weihe Whiteheads abgesagt worden. Grund sei „ein kanonisches Verfahren, bis zu dessen Abschluss keine weiteren Kommentare abgegeben werden", teilte die katholische Bischofskonferenz von England und Wales damals mit. Papst Franziskus hatte Whitehead am 15. Dezember zum Bischof von Plymouth ernannt. Die Bischofsweihe war für 22. Februar geplant. Die südenglische Diözese umfasst 67 Pfarren.

Nahost: „Kirche in Not" warnt vor weiterer Abwanderung der Christen

Das weltweite katholische Hilfswerk „Kirche in Not" sieht angesichts der anhaltenden Krisenlage im Nahen Osten die Gefahr einer weiteren Auswanderungswelle von Christinnen und Christen. Das Hilfswerk zitierte in einer Aussendung am Montag Projektpartner in Syrien. „90 Prozent der syrischen Bevölkerung denkt ans Auswandern", berichtete demnach etwa Basilios Gergeos von der melkitisch-katholischen Pfarre St. Joseph in der Hauptstadt Damaskus. Sowohl Muslime als auch Christen würden das Land verlassen. Allerdings sei die Zahl der syrischen Christen ohnehin schon so gering, dass die Präsenz des Christentums im Land generell infrage gestellt sei.
In die gleiche Kerbe schlug auch die in Syrien tätige Ordensfrau Annie Demerjian von der Kongregation der "Schwestern Jesu und Mariens": "Nach 13 Jahren Leid haben viele Menschen die Hoffnung verloren. Manche sagen sogar, dass es ihnen während des Kriegs noch besser ging als heute. Entweder wir geben den verbleibenden Christen eine Perspektive oder sie gehen alle." Aktuellen Schätzungen zufolge leben nur noch um die 175.000 christliche Familien im Land.
Auch im Nachbarland Libanon wandern so viele Menschen aus, dass die Behörden bereits 2022 die Ausgabe von Reisedokumenten gestoppt haben, so Kirche in Not. Damals sei die Zahl der Passanträge auf über 8.000 pro Tag angestiegen. Besonders gut ausgebildete Christen würden auswandern. Aktuell herrsche im Libanon große Angst vor einer Ausweitung des Gaza-Kriegs, was den Druck zur Auswanderung noch verstärke, so Kirche in Not. - Mit zahlreichen Hilfsprojekten in den Ländern des Nahen Ostens versucht das Hilfswerk dem entgegenzusteuern.
Foto: Handwerker in Damaskus, der mit einem Mikrokredit des „Hope Centers“ unterstützt wurde. © Hope Center Damaskus.
 

Bugnyar: Kein Vertrauen mehr zwischen Israelis und Palästinensern 

Ohne Vertrauen zwischen Israelis und Palästinensern wird es wohl in absehbarer Zeit keinen Frieden im Heiligen Land und schon gar keine Lösung des Nahostkonflikts geben. Und dieses Vertrauen, „das sowieso nur mehr in Restbeständen vorhanden war, ist seit dem 7. Oktober 2023 völlig verschwunden". Das hat der Rektor des Österreichischen Pilger-Hospizes in Jerusalem, Markus Bugnyar, dieser Tage in Interviews mit österreichischen Medien betont. Dieses Vertrauen wieder zu erarbeiten, werde eine immense Herausforderung, so der Priester, der seit 20 Jahren das Pilger-Hospiz an der Via Dolorosa in der Altstadt Jerusalems leitet.
Im Podcast kam Bugnyar auch auf den Sozialfonds des Hospizes zu sprechen. Mit diesem werde etwa das Schulgeld von Kindern bezahlt, man helfe jungen christlichen Familien beim Start ins Familienleben oder auch bei medizinischen Notfällen.  Zudem unterstütze man auch die katholische Pfarre in Gaza. Die Pfarre "Zur Heiligen Familie" in Gaza ging aus einer Missionsstation hervor, die der Südtiroler Priester und damalige Vize-Rektor des Österreichischen Pilger-Hospizes in Jerusalem, Georg Gatt, 1879 gegründet hat.
 

Kardinal Pizzaballa: Hungersnot im Heiligen Land 

Von einer Hungersnot in Teilen des Heiligen Landes hat der dortige Kardinal Pierbattista Pizzaballa gesprochen. In einem Interview mit dem italienischen Fernsehsender TV2000 sagte der auch für die Katholiken im Gazastreifen verantwortliche Lateinische Patriarch von Jerusalem am Freitag: „Die Lage ist objektiv unerträglich. Wir haben immer alle möglichen Probleme gehabt, auch die wirtschaftlich-finanzielle (Lage) war immer sehr fragil, aber eine Hungersnot hatten wir noch nie. Es ist das erste Mal, dass wir uns damit auseinandersetzen müssen."
Pizzaballa, ranghöchster katholischer Kirchenführer in Nahost, fügte hinzu: „Alle religiösen, politischen und sozialen Gemeinschaften müssen alles ihnen Mögliche tun, um diese Lage zu überwinden."

Kurznachrichten 

 

Papst Franziskus hat einen aufrüttelnden Appell an Politik und Zivilgesellschaft in Rosario geschickt. Rosario ist mit knapp einer Million Einwohnern die drittgrößte Stadt Argentiniens und die Heimat von Fußballstar Lionel Messi. Wegen der massiven Drogen- und Bandenkriminalität schickte Präsident Javier Milei vor zwei Wochen Streitkräfte nach Rosario. 

 

Frankreichs Innenminister Gerald Darmanin hat die Behörden aufgefordert, am Osterwochenende Polizeikräfte vor jeder christlichen Kirche aufzustellen. 

 

Argentinien. Mit harscher Kritik an der Sozial- und Wirtschaftspolitik des Präsidenten Javier Milei haben sich die Bischöfe des südamerikanischen Landes zu Wort gemeldet. Sie werfen Milei „enorme Gleichgültigkeit" gegenüber den Leidtragenden seiner Kürzungen - besonders der Arbeiterklasse und den Pensionisten - vor, während er die Privilegien der Großkonzerne unberührt lasse. 

 

Palästina. Präsident Mahmud Abbas hat Papst Franziskus für dessen wiederholte Friedensaufrufe im anhaltenden Nahost-Krieg gedankt. 

 

In Myanmar spitzt sich die Lage weiter zu. Der bewaffnete Widerstand gegen die Junta erobert immer mehr Regionen. Die Armee reagiert darauf mit verstärkten Luftangriffen. Mehr als 18 Millionen Menschen brauchen Hilfe. 

 

USA. Kurz vor Ostern hat Donald Trump den Verkauf einer von ihm geförderten Bibel angekündigt. Sein „Lieblingsbuch" stehe für 59,99 US-Dollar zum Verkauf, teilte er auf seiner Onlineplattform Truth Social mit. In einer Videobotschaft betont Trump, Christentum und Religion seien die Dinge, die den Vereinigten Staaten am meisten fehlten. 

 

Guatemala. Eines der blutigsten Verbrechen gegen die Menschlichkeit im vergangenen Jahrhundert war die systematische Ermordung der indigenen Bevölkerung Guatemalas während des Bürgerkrieges (1960-1996). Am Montag begann in der Hauptstadt des mittelamerikanischen Landes ein Prozess, der zur Aufarbeitung beitragen soll. 


Südsudan. Ein Priester, der von einer Mittäterschaft beim Attentat auf einen Bischof freigesprochen wurde, will seine Arbeit als Geistlicher fortsetzen. „Ich bin bereit, in die Diözese Rumbek zurückzukehren", sagte John Mathiang Machol laut örtlichen Medienberichten. 

 

 

Nigerias Armee hat 137 Mädchen und Jungen befreit, die zu Monatsbeginn im Bundesstaat Kaduna entführt worden waren. 

 

Deutschland. Die Regierung in Berlin hat offensichtlich die geplante Einführung von Religion als ordentliches Schulfach vorerst gekippt. Warum die Anpassung nicht im neuen Schulgesetzentwurf steht, werde Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) erst nach Ostern erläutern, berichtete der „Tagesspiegel". 

 

Irland. Das Patriarchat von Konstantinopel hat die griechisch-orthodoxe Kirche in Irland zu einer eigenen Metropolie erklärt. Mit eigenen Strukturen sind in Irland zudem die Russisch-orthodoxe und Rumänisch-orthodoxe Kirche vertreten. 

 

Deutschland. Vor 300 Jahren feierte Johann Sebastian Bachs Johannespassion Premiere. Am Karfreitag 1724 wurde sie erstmals in der Leipziger Nikolaikirche gesungen. Das Publikum war alles andere als begeistert. Heute gilt das Werk als wegweisend. 

 

Österreich


Vorarlberg. Die Diözese Feldkirch hat ihr Budget für 2024 bekannt gegeben. 32,7 Millionen Euro stehen demnach für die laufende Arbeit der Kirche zur Verfügung. Rund 55 Prozent des Budgets - 17,9 Millionen Euro – fließen  auf direktem Wege zurück in die Pfarren. 

 

Wien. Mehr als 9.200 Anrufe beim Caritas-Kältetelefon, 18.000 Besuche in pfarrlichen Wärmestuben und über 1.500 Freiwillige: Die Winternothilfe der Caritas der Erzdiözese Wien verzeichnete trotz weitgehend milder Temperaturen eine große Nachfrage. 

Wertvolle Marienkrone in Spanien gestohlen

Sie ist aus reinem Gold, mit Dutzenden Edelsteinen besetzt und von unschätzbarem Wert für die Katholiken der spanischen Großstadt Plasencia: die Krone der Virgen del Puerto. Nun bestätigte Bischof Ernesto Brotons, dass Unbekannte das kiloschwere Stück am Wochenende aus dem Museum der Kathedrale gestohlen haben.
„Es tut in der Seele weh", klagte Brotons. In einer emotionalen Botschaft an die Gläubigen seiner Diözese bat er darum, für eine Rückgabe der Marienkrone zu beten. Der Bischof fügte hinzu: "Ich bin mir bewusst, dass es naiv klingt, und vielleicht ist es das auch, aber ich bitte diejenigen, die uns diesen Schatz genommen haben, es sich noch einmal zu überlegen und ihn zurückzugeben."
Die aus dem 15. Jahrhundert stammende Virgen del Puerto  - es handelt sich um eine Darstellung der Maria lactans, der Gottesmutter beim Stillen - wurde von Papst Pius X. (1903-1914) zur Schutzpatronin von Plasencia ernannt. Die feierliche Krönung der aus Holz gefertigten Figur fand im April 1952 statt.
Foto: Cofradia Virgen Del Puerto 

Auch das noch...

Kirche wird „keine Zukunft haben", wenn Sonntagsgottesdienste immer leerer werden

Der Münchner Erzbischof Kardinal Reinhard Marx hat die Gläubigen dazu aufgerufen, die Eucharistiefeier nicht zu vernachlässigen. Diese sei "das wichtigste Zeichen des Reiches Gottes unter uns", sagte Marx laut seiner Pressestelle am Gründonnerstagabend im Liebfrauendom der bayerischen Landeshauptstadt. Die Kirche werde „keine Zukunft haben", so Marx, „wenn die Eucharistiefeier am Sonntag immer leerer wird. Da gibt es keinen Ersatz."
 

Boom von Erwachsenentaufen in Frankreich

Die katholische Kirche in Frankreich meldet einen überraschenden Anstieg von Erwachsenen, die sich taufen lassen. Wie die Französische Bischofskonferenz in Paris mitteilte, legte die Zahl der in diesem Jahr für Ostern angemeldeten Erwachsenentaufen im Vergleich zum Vorjahr um 32 Prozent auf landesweit 7.135 zu. Bereits im Vorjahr war sie um 27 Prozent auf 5.463 gestiegen. In den acht Jahren davor pendelte sie relativ konstant um eine Marke von rund 4.200 im Jahr.
Wie die Bischofskonferenz weiter mitteilte, gab es in einigen Diözesen eine Verdopplung der Zahlen. Nach dem Großraum Paris, der schon seit längerem eine wachsende Hinwendung Erwachsener zum Taufsakrament meldete, seien diesmal auch mehr ländliche Regionen von dem Trend erfasst worden.
Besonders stark sei der Anteil der jungen Erwachsenen zwischen 18 und 25 Jahren gewachsen, hier habe es in den vergangenen fünf Jahren landesweit einen Zuwachs um 150 Prozent gegeben. Ihr Anteil an den Erwachsenentaufen liege mittlerweile bei 36 Prozent. Der Anteil der Studenten liege bei 23 Prozent. Unter den künftigen Katholiken seien mit 62 Prozent deutlich mehr Frauen als Männer.
Bei der Herkunft der neu Getauften überwiegen den Angaben zufolge mit 61 Prozent jene, die aus einem christlichen Umfeld stammen. Menschen, die ganz ohne Religion aufgewachsen sind, stellen knapp ein Viertel der Täuflinge. Rund 350 der Neuchristen (fünf Prozent) stammen aus einem muslimischen Umfeld.
In Österreich werden rund 130 Jugendliche und Erwachsene zu Ostern das Taufsakrament empfangen. Im Verlauf des Jahres gibt es in den Diözesen aber auch weitere Erwachsenentaufen.

Weltkunstwerk auf Reisen: Tassilo-Kelch kommt nach Freising

Der Tassilokelch gilt als eines der kostbarsten liturgischen Gefäße des frühen Mittelalters - und er verlässt nur höchst selten die Schatzkammer im oberösterreichischen Benediktinerstift Kremsmünster. Nun aber geht das Weltkunstwerk auf eine seiner raren Reisen. Von 7. Mai bis 16. Juni wird es in der bayerischen Landesausstellung „Tassilo, Korbinian und der Bär" auf dem Freisinger Domberg zu sehen sein. Die dortigen Ausstellungsmacher sprechen von einer „großen Sensation". Der Tassilo-Liutpirc-Kelch gelte als Schlüsselobjekt des frühmittelalterlichen Bayerns und als eines der wichtigsten der gesamten Landesgeschichte, wie das Haus der Bayerischen Geschichte laut Katholischer Nachrichten-Agentur (KNA) am Mittwoch in Augsburg mitteilte.
Seit gut 1.000 Jahren wird der um das Jahr 780 entstandene prunkvolle Messkelch im Stift Kremsmünster aufbewahrt. 
 

Venezuelas Machthaber Maduro flirtet mit den Evangelikalen

Machtlos muss der Westen mit ansehen, wie sich die Schlinge um Venezuelas populärste Oppositionspolitikerin immer weiter zuzieht. In dieser Woche wurden weitere enge Berater und Helfer von Maria Corina Machado festgenommen. Die prodemokratische, bürgerlich-konservative Politikerin würde laut Umfragen die Wahlen Ende Juli klar gewinnen; doch die von Machthaber Nicolas Maduro und seiner sozialistischen Regierung dominierte Justiz untersagt ihr eine Kandidatur. Damit ist die größte Rivalin kaltgestellt.
Weil die katholische Kirche wegen der fortgesetzten Angriffe auf die Demokratie nicht schweigt, will Maduro nun eine Allianz mit den evangelikalen Kirchen schmieden. 
Präsident Hugo Chavez (1999-2013) wollte bereits seinerzeit eine Art Gegenkirche installieren. Die „Iglesia Catolica Reformada" sah sich als eine „katholische Alternative" zur Amtskirche in Venezuela - und bekannte sich zum sozialistischen Regime.
Durchsetzen konnte sich die „Iglesia Catolica Reformada" am Ende tatsächlich nicht - trotz staatlicher Förderung. 

Bodensee feiert 1.300 Jahre Welterbe-Klosterinsel Reichenau

Die Bodenseeregion erinnert ab April mit Ausstellungen, feierlichen Gottesdiensten, Prozessionen und Konzerten an die Gründung des Welterbeklosters Reichenau vor 1.300 Jahren. „Die Reichenau war ein europäisches Denk- und Wissenschaftszentrum. Wer nicht weiß, wie wir gelebt haben, weiß auch nicht, wie wir in Zukunft leben werden", sagte der baden-württembergische Kunststaatsminister Arne Braun bei der Vorstellung des Jubiläumsprogramms.
Im Zentrum stehen Führungen und Veranstaltungen auf der Bodensee-Insel sowie eine Große Landesausstellung in Konstanz. Der Gesamtetat liegt bei rund vier Millionen Euro. 
Aus Museen und Sammlungen in ganz Europa kommen von den Reichenauer Mönchen geschaffene Ausstellungsstücke erstmals wieder an ihren Herkunftsort zurück. Im Mittelpunkt stehen kostbar verzierte Bibelhandschriften aus dem zehnten Jahrhundert, die zum Unesco-Welterbe zählen. 
Die neu gestaltete Ausstellung in der Schatzkammer des Reichenauer Münsters zeigt Meisterwerke sakraler Kunst: edelsteinbesetzte Goldtruhen, Reliquienschreine oder den Smaragd von Karl dem Großen.
Erstmals in der Region gezeigt wird auch das Reichenauer Verbrüderungsbuch. Es umfasst knapp 40.000 Namen vor allem von Mönchen, die damit ihre spirituelle Verbundenheit mit der Reichenau ausdrückten. Die Kontakte der Reichenau reichten von Irland bis Sizilien, von Spanien bis in den russischen Raum.