JA 

die neue Kirchenzeitung

4. Dezember 2022 

Lesungen: Jes 11,1-10 und Röm 15,4-9. Evangelium: Mt 3,1-12

Apostel sind meist weiblich

Erneut hat sich Franziskus gegen das Frauenpriestertum ausgesprochen. 
Seine Argumente sind sehr schwach. Wann zuvor hat die Kirche „Petrinisches“ gegen „Marianisches“ ausgespielt? 
Petrus und Maria taten dies sicher nicht. 
Das Problem liegt heute ganz anderswo: 
Hier sind jene, die das Evangelium verkünden, und dort jene, die  davon reden, dass man es verbreiten soll – Menschen oft jedoch davon abhalten, es anzunehmen. 
Untergräbt der Papst, wie österreichische Reformkreise vermuten, sein eigenes Konzept? 
Was ist das Konzept von Franziskus? Hat er überhaupt eines? 
Im selben Interview sagte er auch, dass Jesus keine Bischofskonferenzen geschaffen habe. 

Er vergaß dabei leider zu erwähnen, dass Jesus auch keinen Vatikan-Staat geschaffen und gewiss nie von einer autokratischen Hierarchie geträumt hat. 
Franziskus spricht oft wie ein liebenswürdiger Opa, ein konservativer Landpfarrer – einmal so, dann so. 
Er will alle gewinnen und verliert dabei fast alle. 
Zu seiner Erinnerung: Jesus hat Apostel berufen, keine Priester geweiht! 
Das Apostelamt üben heute vielerorts fast ausschließlich Frauen aus – als Religionslehrerinnen. 
Dass österreichische Kinder noch etwas von Jesus erfahren, verdanken sie nicht dem Papst oder einem Bischof. Die Wenigsten ihrem Pfarrer, dessen Predigt sie in die Kirche nur selten hören. 
Woche für Woche verkünden ihnen in der Schule Frauen die frohe Botschaft. 
Sollten diese nicht auch in der Kirche predigen und dem Gottesdienst vorstehen dürfen?                            P. Udo 

Caritas-Expertin: Kiew lebt in Dunkel und Kälte

Russlands gezielte Angriffe auf die Energieversorgung und Kraftwerke der Ukraine bedeuten für die dortige Bevölkerung unvorstellbares Leid: „Der Winter, die Dunkelheit und die ständige Angst vor neuen Raketen zermürben die Menschen immer mehr", berichtete die Projektleiterin der Caritas-Spes in Kiew, Olena Noha, im Interview mit der Nachrichtenagentur Kathpress.
Schon in den vergangenen Wochen hatte es in Kiew immer nur für wenige Stunden pro Tag Strom gegeben. Verkehrsampeln, Lifte und die Straßenbeleuchtung funktionieren nicht, ab der Dämmerung ist es auch in der Stadt dunkel. Zwar sind ebenso wie die Straßenbahn und O-Busse auch die U-Bahnen in Betrieb, jedoch mit Intervallen von nur 15 statt wie sonst 2 Minuten. Entsprechend groß ist laut Noha der Andrang von Passagieren und es dauert mitunter bis zu einer Stunde, um es durch das Gedränge in einen Waggon zu schaffen.
Wasser ist keine Selbstverständlichkeit mehr
Die Menschen hätten viele Kerzen und batteriebetriebene Lampen, auch die Powerbanks für die Smartphones seien nun lebenswichtig. Wegen der ohne Strom nicht funktionierenden Heizungen sind die Wohnungen kalt, man sei zu Hause mit Pullover und oft auch Jacke. „Koche ich am Gasherd, ist das die einzige Heizung", so die Caritas-Mitarbeiterin. Dabei sei man in Kiew froh darüber, dass die Wintertemperaturen bisher minus 2 Grad Celsius noch nicht unterschritten hätten. Gleiches gilt, wenn zumindest noch kaltes Wasser aus der Leitung kommt - in diesen Tagen keine Selbstverständlichkeit mehr.
Es bleibe nicht anders übrig, als aus der Not das Beste zu machen. „Man besucht einander und geht abends früher ins Bett", berichtete die Caritas-Mitarbeiterin. Für den Radioempfang erfährt die zuvor schon vergessene Kurzwelle wieder große Beliebtheit. Als letzte Zuflucht werden derzeit in der Millionenstadt hunderte Wärmestuben errichtet, an denen man auch Trinkwasser bekommt oder das Handy laden kann. Besonders richtet sich dieses Angebot auch an Obdachlose, die laut Noha zu den am meisten von den Kriegswirren beeinträchtigten Bevölkerungsgruppen zählen.
Nachts arbeiten, tagsüber schlafen
Auch alle Arbeitsabläufe müssen sich auf die erschwerten Bedingungen einstellen - darunter jene im Zentralbüro der Caritas-Spes, der wichtigsten Hilfsorganisation der in der Ukraine zahlenmäßig kleinen römisch-katholischen Kirche. „Immer wieder verbringen wir wegen der Luftalarme mehrere Stunden im Keller, und es ist kalt dort", berichtete Noha. Da es in den Nachtstunden zwischen 1 und 5 Uhr morgens meistens sehr wohl Strom gebe, würden derzeit immer mehr Bewohner Kiews, die von zu Hause aus arbeiten, tagsüber schlafen und in der Nacht arbeiten.
Große Solidarität und Hilfsbereitschaft
Die Caritas-Spes wie auch die anderen Hilfswerke im Land können nach Aussagen Nohas weiterhin auf eine große Solidarität und Hilfsbereitschaft der Menschen vor Ort zählen - auch wenn es den Menschen finanziell kaum möglich ist, sich über nun schon so viele Monate als Volontäre an den Sozialaktionen zu beteiligen. Etliche der Freiwilligen etwa in Charkiw habe die Caritas-Spes inzwischen angestellt, um das Auskommen von deren Familien zu sichern, sagte die Projektleiterin. „Darunter gibt es auch viele Professionisten: Ingenieure, Sozialarbeiter oder Buchhalter, die der Caritas ihre Mitarbeit anbieten, um somit etwas Nützliches zu tun." Besonders wertvoll seien auch Besuche aus dem Ausland. „Wer die Situation bei uns miterlebt hat, kann dann zu Hause ganz anders darüber berichten", verdeutlichte Noha.
Winterhilfe und Überlebenshilfe
Längst sind die Kriegsgeschädigten zur Hauptgruppe der Hilfsprojekte der Caritas-Spes geworden. Holz und Stromgeneratoren werden angekauft, letztere in Polen, da sie in der Ukraine kaum mehr zu bekommen sind. Zur Unterstützung des Wiederaufbaus wurden bisher 50 zerstörte Häuser - vorrangig für Familien mit Kleinkindern, Senioren oder Menschen mit Behinderungen, die sonst keine Unterstützung aus ihrem Umfeld hatten - wieder repariert oder winterfest gemacht.
Doch neben Winterhilfe ist auch Überlebenshilfe notwendig. In der Ukraine selbst werden Lebensmittel angekauft, in die betroffenen Regionen gebracht und verteilt, was in den Großstädten in den Caritas-Zentren, in den Dörfern bei den jeweiligen Pfarrkirchen oder über die Bürgermeister geschieht. Der Hunger sei in manchen Gegenden wieder zu einem Begleiter geworden, unterstrich Noha: „Von Charkiw und Cherson erreichen uns Anfragen nach warmem Essen und auch nach Brot, da es dort derzeit keine Backmöglichkeit gibt." Die Caritas-Spes organisiert daher Transporte mit Lebensmitteln, nach Cherson sogar mit Trinkwasser.
Russen stahlen sogar das Geschirr
Besonders schlimm sei die Not dort, wo russische Besatzer hinkamen und dann wieder vertrieben wurden. „Gebraucht wird alles, da die Soldaten alles aus den Häusern mitgenommen haben, was sie nur mitnehmen konnten: Nicht nur Küchen- und Elektrogeräte, sondern auch Werkzeuge und das Geschirr", so die Expertin über Berichte ihrer Kollegen aus dem Oblast Charkiw, wo man seitens der Caritas gemeinsam mit den Betroffenen Listen über die am meisten benötigten Dinge - darunter auch Winterkleidung und Medikamente - erstellt. Bereits jetzt laufen Pläne, im Frühjahr die Bewohner betroffener Dörfer zur Selbstversorgung mit Saatgut, Gartenwerkzeugen und Küken auszustatten.
Ukraine: Russische Besatzer verhaften zwei Priester in Berdjansk
In den von Russland besetzten Gebieten an der ukrainischen Schwarzmeerküste sind vergangene Woche zwei griechisch-katholische Priester von der Besatzungsverwaltung festgenommen worden. Den beiden Redemptoristenpatres Ivan Levystky und Bohdan Geleta, Pfarrer und Kaplan der Kirche Mariä Geburt in der Stadt Berdjansk westlich von Mariupol, wurde seitens der russischen Behörden die Vorbereitung einer Terroraktion gegen Russland vorgeworfen. Seitens des Exarchats der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche werden die Vorwürfe in einer Kathpress vorliegenden Erklärung vom Wochenende zurückgewiesen und die sofortige Freilassung der Priester gefordert.
Levystky und Geleta gehören laut den Angaben des Exarchats von Donezk zu den wenigen Priestern, die trotz der russischen Besatzung bei ihren Gläubigen geblieben sind.
Linzer Schulen sammeln Taschenlampen für die Ukraine
Infolge der derzeitigen Stromabschaltungen in weiten Teilen der Ukraine haben die katholischen Privatschulen in und um Linz ein gemeinsames Projekt gestartet: Taschenlampen und Kerzen werden gesammelt, um im Zuge eines Hilfstransports im Dezember in das kriegsgebeutelte Land gebracht zu werden. Das Bischöfliche Gymnasium Petrinium, das Kollegium Aloisianum, die Schulen der Kreuzschwestern und das Stiftsgymnasium Wilhering beteiligen sich an der Aktion, sowie das BRG Hamerlingstraße, das den Anstoß gegeben hatte und bereits seit über zwei Jahrzehnten jährlich im Advent einen Ukraine-Hilfstransport organisiert.
Papst-Kritik an „grausamen" Soldaten: Moskau und Kadyrow „empört"
Die jüngsten Papstaussagen zum Ukraine-Krieg stoßen auf Empörung aus Russland und Tschetschenien. Der russische Vatikan-Botschafter Alexander Avdeev sagte der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Ria Novosti, er habe gegenüber dem Heiligen Stuhl seine „Empörung" zum Ausdruck gebracht. Anlass war ein zu Wochenbeginn veröffentlichtes Papst-Interview im „America Magazine" der Jesuiten.
Darin hatte Franziskus „Grausamkeit" der russischen Truppen in der Ukraine verurteilt. „Im Allgemeinen sind die Grausamsten vielleicht jene, die zu Russland gehören, aber nicht der russischen Tradition angehören, wie die Tschetschenen, die Burjaten und so weiter", so der Papst.
Vatikan wurde Opfer von Hackern
Ein Hacker-Angriff dürfte am Mittwochnachmittag den vorübergehenden Ausfall aller Vatikan-Internetseiten verursacht haben. Über die Herkunft des mutmaßlichen Angriffs herrscht bislang keine Klarheit. Interne Techniker vermuten nach Kathpress-Informationen russische Hacker. 
Foto (© Caritas-Spes / Noha): Caritas-Training in einem Kiewer Keller. 
 

Weniger als 50 Prozent Christen in England und Wales

Der Anteil der Christen in England und Wales ist auf ein historisches Tief gesunken. Wie das britische Statistikamt ONS mitteilte, bekennt sich erstmals weniger als die Hälfte der Bevölkerung (46,2 Prozent) zu einer christlichen Konfession. Grundlage der Auswertung sind die Ergebnisse der Volksbefragung von 2021. Beim vorigen Zensus zehn Jahre zuvor lag der Wert noch bei fast 60 Prozent.
Einen deutlichen Zuwachs verzeichnet dagegen die Gruppe der Nicht-Religiösen, der mittlerweile mehr als 37 Prozent der Bürger in England und Wales angehören. Das sind 12 Prozentpunkte mehr als 2011. Ebenfalls erheblich gestiegen ist der Anteil von Muslimen - von 4,9 auf 6,5 Prozent. Eine geringe Zunahme wurde bei den Hindus registriert, die nun 1,7 Prozent ausmachen.
Laut der Statistikbehörde machten bei der jüngsten Volksbefragung 56 Millionen Menschen freiwillig Angaben zur religiösen Zugehörigkeit. Das entspricht 94 Prozent der Gesamtbevölkerung.
 

Türkei kommt christlichen und jüdischen Stiftungen entgegen 

Die nichtislamischen Religionsstiftungen in der Türkei (Vakif) dürfen am 4. und 10. Dezember wieder neue Verwaltungsräte wählen. Das berichtet der Ökumene-Fachdienst der Katholischen Nachrichtenagentur in seiner aktuellen Ausgabe. Die alten Vorstände waren 2013 abgesetzt worden, ohne dass eine Neuwahl gestattet wurde. Als Begründung gab die staatliche Stiftungsverwaltung in Ankara eine Neufassung des Statuts für die christlichen und jüdischen Vakif an. Diese ließ aber fast ein Jahrzehnt auf sich warten.
Zuletzt wurde eine Neuregelung und damit Neuwahl der Vorstandsmitglieder für April 2022 versprochen. Aber auch dieser Termin verstrich ergebnislos. Im Gegenteil versuchten die türkischen Behörden, die beiden bedeutendsten Stiftungen, das griechisch-orthodoxe Sozialzentrum Baloukli, zu dem ein Krankenhaus, die Versorgung von Mittel- und Obdachlosen sowie ein Seniorenheim gehören, sowie das angesehene armenische Spital Surp Pirgic (Heiliger Erlöser) von den privilegierten nichtislamischen Vakif auszuklammern und direkter Staatsverwaltung zu unterstellen. Diese Absicht scheiterte am entschlossenen Widerstand der ehemaligen griechischen und armenischen Stiftungsräte.
Im November wurde schließlich das neue Statut vorgelegt und die Bestellung neuer Vorstandsmitglieder durch Wahlen in den Kirchen- und Synagogengemeinden ausgeschrieben. Beobachter am Bosporus bringen dieses so lange hinausgezögerte Entgegenkommen mit den 2023 anstehenden Präsidentschaftswahlen in der Türkei in Zusammenhang. Die religiösen Minderheiten von Istanbul und Umgebung sollten für eine weitere Amtszeit von Präsident Recep Tayyip Erdogan gewonnen werden. Bisher gehören sie zur Wählerschaft der oppositionellen Republikanischen Volkspartei (CHP), die auch den Bürgermeister von Istanbul stellt.
Obwohl sich die Türkei seit 100 Jahren dank Kemal Atatürk als modernen europäischen Staat versteht, hat sie in Sachen Religion das alte osmanische System beibehalten. Nach diesem sind alle christlichen und jüdischen Gemeinden nicht selbst, sondern nur im Rahmen eines Vakif besitzberechtigt. Diesem gehören das Kirchengebäude, Krankenhäuser und Schulen sowie jede andere Art von Immobilien. Entscheidungsberechtigt ist in allem ihr Vorstand; ganz gleich, ob es sich um kleinere Reparaturen und Veränderungen oder Neubauten verfallener Objekte handelt. Die vorstandslose Zeit seit 2013 hatte daher zu einem völligen Stillstand aller Aktivitäten geführt.

Papst Franziskus bekräftigt Nein zum Frauenpriestertum

Papst Franziskus hat sich erneut gegen ein Frauenpriestertum in der katholischen Kirche ausgesprochen. Im Interview mit dem „America Magazine" der US-Jesuiten erklärte er, dass dies ein theologisches Problem sei. „Wir amputieren das Wesen der Kirche, wenn wir nur auf die Weiheämter schauen", so das Kirchenoberhaupt. Der Weg sei nicht nur das geweihte Amt.
Das Nein zur Frauenweihe sei aber keine Benachteiligung. "Dass Frauen nicht in das Ämterleben eintreten dürfen, nimmt ihnen nichts weg, nein", äußerte sich der Papst. Vielmehr spiegele sich die Würde der Frau direkt in der Kirche, die ebenfalls weiblich ist, wider.
In der Kirche gebe es sowohl das petrinische als auch das marianische Prinzip, so Franziskus; die Weiheämter hingen mit dem petrinischen Prinzip zusammen, Frauen hingegen seien dem marianischen Prinzip zugeordnet, das „noch wichtiger" sei. „Die Kirche ist Frau. Die Kirche ist Braut. Darum muss die Würde der Frau auf dieser Linie widergespiegelt werden."
Theologe: Debatte um Frauenpriestertum „lebendiger denn je"
Bisherige päpstliche Machtworte, die das Frauenpriestertum für unmöglich erklärten, erzeugen aus Sicht des deutschen Theologen Magnus Striet eine gegenteilige Wirkung. Dadurch habe die absolute Position des Papstes in Lehrmeinungen zum Ausdruck gebracht werden sollen. „Doch anstatt beendet ist die Debatte heute lebendiger denn je", schreibt Striet in einem Gastbeitrag für die Beilage „Christ und Welt" der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung „Die Zeit".
Auch Bischöfe zweifelten, „ob sich der Herr tatsächlich so definitiv zu diesem Thema geäußert hat". Sie müssten dementsprechend von einem Dissens zwischen der christlichen Überlieferung und dem Lehramt des Papstes ausgehen.
Papst Franziskus untergräbt sein eigenes Synodenprojekt
Die vier Reformgruppen der Kirche Österreichs sind erstaunt und enttäuscht über die jüngsten Äußerungen von Papst Franziskus zur Rolle der Frau in der Kirche.  
Seit 2015 rufe der Papst alle auf, gemeinsam unter der Führung des Heiligen Geistes zu beraten und einander mit Demut und Respekt zuzuhören. 
Vor allem Frauen aus der ganzen Welt folgten seiner Einladung zur Teilnahme am „Synodalprozess" in großer Zahl. In ihren Beiträgen brachten sie ihren starken Wunsch nach vollständiger Gleichberechtigung in der Kirche zum Ausdruck und forderten, dass ihnen alle Ämter offenstehen sollten:
„Ignoriert Franziskus diese Forderungen? Hat er überhaupt eine ihrer Eingaben gelesen? 
Hat Franziskus jemals eine Frau mit einer Berufung zur Priesterweihe getroffen und ihr zugehört?
Praktiziert er das „Zuhören" und die „Kultur der Begegnung", die er gepredigt hat? 
Werden die Frauen auf den beiden Synodensitzungen eine Stimme haben und abstimmen können?“
 

Vatikan kritisiert unerlaubte Bischofsernennung in China

Der Vatikan hat erstmals eine unerlaubte Bischofsernennung in China scharf kritisiert. Mit „Erstaunen und Bedauern" habe der Heilige Stuhl die Nachricht von der „Einsetzungszeremonie" von Bischof John Peng Weizhao von Yujiang als „Weihbischof von Jiangxi" zur Kenntnis genommen, hieß es in einer Mitteilung vom Vatikan am Samstag. Diese sei keine vom Heiligen Stuhl anerkannte Diözese. Die „Veranstaltung" am 24. November in Nanchang entspreche weder „dem Geist des Dialogs zwischen dem Vatikan und der chinesischen Seite" noch dem gemeinsamen Abkommen zur Ernennung von Bischöfen.
Zum ersten Mal prangert der Vatikan in dieser Weise eine Verletzung der 2018 geschlossenen Vereinbarung an. Erst Ende Oktober hatte der Heilige Stuhl das umstrittene Geheimabkommen mit der Volksrepublik China zum zweiten Mal verlängert. Es regelt Bischofsernennungen im wechselseitigen Einvernehmen. Die Vereinbarung steht in der Kritik, weil sie das Leben katholischer Christen in der Volksrepublik nicht verbessere. Zudem würden Angehörige der nicht von Peking beherrschten sogenannten Untergrundkirche weiter ins Abseits gedrängt.
Chinesischer Regierungssprecher gibt sich unwissend
China hat mit Unverständnis auf die erstmals geübte Kritik des Vatikans an der unerlaubten Bischofsernennung reagiert. Der Sachverhalt sei ihm nicht bekannt, sagte Außenamtssprecher Zhao Lijian auf eine entsprechende Frage bei einer Pressekonferenz: „Ich muss betonen, dass China und der Vatikan in den letzten Jahren ihr Engagement fortgesetzt und eine Vielzahl wichtiger gemeinsamer Vereinbarungen erreicht haben." Auch habe die nachhaltige Verbesserung der Beziehungen beider Staaten „zur harmonischen Entwicklung des Katholizismus in China beigetragen", so der Sprecher.

Zwei Tagungen in Rom: „Auf den Osten hören!“
Die synodalen Erfahrungen der orientalischen Kirchen

Mit zwei Symposien am 23./24. und 25./26. November hat die Stiftung PRO ORIENTE die synodalen Erfahrungen der orientalischen Kirchen für den laufenden Synodalen Prozess in der Katholischen Kirche fruchtbar gemacht.
Die Stiftung veranstaltete die beiden Konferenzen gemeinsam mit dem Institut für Ökumenische Studien (IES) der Päpstlichen Universität St. Thomas von Aquin (Angelicum). Tagungsort war das Angelicum in Rom. Die beiden Tagungen stehen unter dem Generalthema „Listening to the East". Damit sei auch schon das Grundanliegen auf den Punkt gebracht, wie Prof. Dietmar Winkler, der wissenschaftliche Leiter der Tagungen, betont: „Wir Katholiken wollen in diesen Tagen zuhören und lernen."
Wertvolle synodale Erfahrungen der syrischen Kirchen
Ein positives Resümee der Tagung „Listening to the East - Synodality in the Syriac Orthodox and Church of the East Traditions"(23./24.11.)  hat der Salzburger Pro Oriente-Vorsitzende Prof. Dietmar Winkler gezogen. Die Tagung war den synodalen Traditionen der Syrisch-orthodoxen Kirche und der Kirche des Ostens gewidmet.
Prof. Winkler wies in seinem Resümee laut Pro Oriente-Informationsdienst u.a. darauf hin, dass die unterschiedlichen geografischen Kontexte auch die Synodalität innerhalb einer Kirche beeinflussten. Er verdeutlichte dies am Beispiel der Syrisch-orthodoxen Kirche von Malankara in Südindien, die innerhalb der Syrisch-orthodoxen Kirche einen autonomen Status hat. In Indien seien Laien bzw. Frauen stärker in die kirchlichen Strukturen einbezogen als in anderen Ländern.
Deutlich geworden sei auch, dass die Frage einer besseren Beteiligung von Frauen am kirchlichen Leben und an kirchlichen Entscheidungsprozessen in allen Kirchen aufkomme: „Wie können theologisch hochgebildete Frauen, wie es sie vor allem im Westen immer mehr gibt, in solche Entscheidungsprozesse integriert werden?", diese Frage stelle sich immer stärker, so Winkler.
Kirchen können voneinander lernen
Rund 80 Interessierte, darunter zahlreiche Bischöfe sowie Theologinnen und Theologen aus den unterschiedlichen orientalischen Kirchen, nahmen an der Tagung teil. Prof. Winkler hob hervor, dass nicht nur die Katholische Kirche von den Erfahrungen der syrischen Kirchen lernen könne, sondern auch die Kirchen untereinander von den Erfahrungen der jeweils anderen profitierten. Vor allem die Diaspora sei auch ein Motor für Veränderungen und Weiterentwicklungen.
Der Assyrische Katholikos-Patriarch Mar Awa III. hatte schon in seinem Eröffnungsvortrag die Theologie der Synodalität in der Kirche des Ostens erläutert. Bischof Mar Paulus Benjamin präsentierte am Donnerstag das Verständnis und die Erfahrungen von Synodalität im praktischen Leben der Kirche des Ostens.
Mar Awa III. hatte in seinem Vortrag dargestellt, dass er seinen Primat nur in Gemeinschaft mit dem Heiligen Synod, der Versammlung der Bischöfe, ausüben könne. Im Heiligen Synod seien nur die Bischöfe vertreten, diese würden sich vor den Sitzungen aber mit ihrem lokalen Klerus beraten und absprechen, welche Themen bzw. Positionen sie einbringen sollten. Der niedere Klerus bzw. die Laien würden ihre Anliegen in der Regel über ihre Diözesanbischöfe in die Heilige Synode einbringen, bei gravierenden Angelegenheiten würden sie sich aber auch direkt an den Patriarchen oder das Synodensekretariat wenden.
Bischof Mar Paulus Benjamin stellte dar, dass es in jeder Diözese der Kirche des Ostens einen eigenen Diözesanrat gebe, dem alle Pfarrer sowie aus jeder Pfarre zwei Laienvertreter angehören. Der Diözesanbischof stehe dem Gremium vor. In den Pfarren gebe es ebenfalls einen eigenen Pfarrgemeinderat, dem die von der Gemeinde gewählten Laienvertreter angehören. Diesem Gremium, das alle zwei Jahre gewählt wird, komme laut Kirchenverfassung beratender Charakter zu.
Wie der US-amerikanische Diakon Peter Azzo im Workshop über Erfahrungen von Synodalität im Blick auf die Laien im kirchlichen Leben ausführte, wurden erst unter Patriarch Mar Dinkha IV. in den 1970er-Jahren auch Frauen als Mitglieder in den Pfarrgemeinderäten zugelassen. Die Synodenväter wollten damit sicherstellen, dass auch Frauen in die Entscheidungsprozesse auf lokaler Ebene einbezogen sind. Azzo fügte hinzu, dass die überwiegende Mehrheit der in der Kirche des Ostens engagierten Laien Frauen seien, und dies inzwischen auch in den höchsten für Laien möglichen Leitungsämtern.
Tradition der Weihe von Diakoninnen
Salaam Somi von der Syrisch-orthodoxen Kirche und Nisha Thomas von der Kirche des Ostens beleuchteten in einem Workshop über Erfahrungen von Synodalität mit Blick auf Frauen unter anderem die kirchliche Tradition der Weihe von Diakoninnen, die in beiden Kirchen fest verankert war und bereits für das 3. Jahrhundert bezeugt ist. Im Laufe der Zeit sei dieses kirchliche Amt aber wieder verschwunden, wobei unterschiedliche, zum Teil dramatische historische Entwicklungen sowie die jeweiligen kulturellen und politischen Kontexte eine Rolle gespielt hätten. Das Amt sei aber nie formell abgeschafft worden, und in beiden Kirchen gebe es seit einigen Jahren wieder Diakoninnen, jedoch noch sehr wenige.
Prof. Winkler erläuterte mit Blick auf beide Kirchen, dass diese im Ersten Weltkrieg durch den Völkermord an den Christinnen und Christen im Osmanischen Reich fast ausgelöscht worden wären. Speziell bei der von diesem Völkermord besonders betroffenen Kirche des Ostens habe es Jahrzehnte gedauert, bis sie sich personell und institutionell konsolidieren konnte. Erst in der Zeit von Katholikos-Patriarch Mar Dinkha IV. (1976-2015) sei dies endgültig gelungen, ein „Aufholprozess" sei gestartet worden - auch im Blick auf die Beteiligung von Frauen am kirchlichen Leben.
Syrisch-orthodoxe synodale Strukturen
Die synodalen Strukturen der Syrisch-orthodoxen Kirche beschrieb Mor Polycarpus Aydin, syrisch-orthodoxer Metropolit der Niederlande. Die Heilige Synode, der der Patriarch vorsteht, sei das höchste Entscheidungsgremium der Kirche in allen religiösen, spirituellen und auch legislativen und administrativen Angelegenheiten. Entscheidungen der Synode müssten entweder mit Mehrheit oder einstimmig getroffen werden, je nach Gegenstand.
In der Syrisch-orthodoxen Kirche habe auch jede Diözese ihren eigenen Diözesanrat, der sich aus Geistlichen und Laien zusammensetze, und dem der jeweilige Bischof vorstehe. Die Mitglieder des Rates würden von den Pfarren gewählt. Auch in den Pfarren gebe es wiederum Pfarrgemeindeversammlungen, in denen die Laien sehr stark vertreten sind. Diese Institutionen hätten im 20. Jahrhundert an Bedeutung gewonnen, so Bischof Polycarpus.
Ostkirchen: Auch Laien wählen Oberhaupt
Ein Salzburger Theologen-Team fasst nun gemeinsam mit der libanesischen Theologin Souraya Bechealany sowie dem Jerusalemer Ökumene-Pionier P. Frans Bouwen die zentralen Erkenntnisse der Tagung Listening to the East - Synodality in Oriental Orthodox Church Traditions" (25./26. November) zusammen, wie der „Pro Oriente"-Informationsdienst  berichtete.
In das Papier, das nun erarbeitet wird, werden auch die zentralen Ergebnisse einer weiteren Pro-Oriente-Tagung einfließen, die am 23./24. November im Angelicum die Erfahrungen der Kirchen der syrischen Traditionen beleuchtete. Die Zusammenschau wird an das Dikasterium zur Förderung der Einheit der Christen und von diesem an das Generalsekretariat der Synode übergeben.
Bischöfe und Laien wählen den Katholikos
Der armenisch-apostolische Bischof Armash Nalbandian erläuterte bei der Tagung das konziliare System seiner Kirche. Die administrativen, doktrinären, liturgischen und kanonischen Normen würden durch einen konziliaren, kollektiven und partizipativen Entscheidungsprozess festgelegt und nach Zustimmung des Katholikos als Kirchenoberhaupt umgesetzt. Die Mitbestimmung der Laien komme wohl am deutlichsten bei der Wahl eines neuen Kirchenoberhaupts zur Geltung. Das höchste Kirchengremium, die Nationale Kirchenversammlung, werde von Klerikern und Laien gemeinsam gebildet, wobei Letztere bei Weitem in der Mehrheit seien. Die Versammlung wählt den Katholikos.
Indische Kirchenverfassung
Prof. Baby Varghese erläuterte in seinen Ausführungen einige Strukturen der Malankara-orthodoxen Kirche in Indien. So gibt es neben der Bischofssynode die Einrichtung der „Malankara Syrian Christian Association" (MSCA). In dieser sei jede Pfarre durch einen Priester und einen oder mehrere Laien vertreten, die wiederum von den Pfarrversammlungen gewählt werden. Die MSCA wählt die Bischöfe und auch das Kirchenoberhaupt, den Katholikos. Dabei müssten Kandidaten sowohl mindestens 50 Prozent der Stimmen der Kleriker wie auch der Laien bekommen, um als gewählt zu gelten.
Die MSCA wählt auch das Managing Committee, das gesamtkirchliche Aufgaben wahrnimmt, und in dem ebenfalls Geistliche und Laien vertreten sind. Schließlich sind dem Katholikos in finanziellen Angelegenheiten auch noch zwei Treuhänder zur Seite gestellt, ein Priester und ein Laie.
Konziliarität in der Koptischen Kirche
Der koptisch-orthodoxe Bischof Anba Kyrillos erläuterte, dass es den Begriff „Synodalität" in der Koptischen Kirche so nicht gebe. Die bestimmenden kirchlichen Prinzipien ließen sich am besten mit den beiden Begriffen von Konziliarität und Liturgie fassen. Im Blick auf das Prinzip der Konziliarität habe der Papst-Patriarch als Kirchenoberhaupt nicht die alleinige Autorität, Entscheidungen oder Dekrete zu treffen, die die ganze Kirche betreffen, ohne die Zustimmung des Heiligen Synods.
Jedes Mitglied des Synods habe eine gleichwertige Stimme und bringe „als Sprachrohr des Heiligen Geistes" die „Heilige Apostolische Tradition" zum Ausdruck, so der Bischof. Wie beim Apostelkonzil in Jerusalem bestehe der Zweck jedes Konzils darin, diese Tradition zu klären, zu bewahren und zu verteidigen.
Die Konferenzen standen unter der gemeinsamen Schirmherrschaft von zwei vatikanischen Körperschaften: dem Dikasterium zur Förderung der Einheit der Christen und dem Generalsekretariat der Synode. 
Foto: PRO ORIENTE/Georg Pulling.

Kurznachrichten

Papst Franziskus will Anfang nächsten Jahres seine verschobene Reise in die Demokratische Republik Kongo und den Südsudan nachholen. Franziskus hatte die eigentlich für Juli diesen Jahres geplante Afrikareise aufgrund gesundheitlicher Probleme kurzfristig verschieben müssen.

 

Papst Franziskus hat den besonderen Auftrag katholischer Schulen betont. „Es geht hier nicht um Missionierung und schon gar nicht darum, diejenigen, die nicht so denken wie wir, von unseren Schulen auszuschließen".

 

Papst Franziskus hat den steirischen Priester Stefan Ulz (55) zum Konsultor (Berater) für das vatikanische Dikasterium für den Klerus ernannt. Ulz bleibt Pfarrer und Leiter des Seelsorgeraums Graz-Südost und wird weiter in Graz leben. Als Konsultor wird er allerdings mehrmals pro Jahr nach Rom pendeln.

 

Vatikan/Ghana. Genau drei Monate nach seiner Kardinalskreierung ist Bischof Richard Kuuia Baawobr von Wa in Ghana im römischen Gemelli-Krankenhaus gestorben. Der 63-Jährige hatte einen Tag vor dem Konsistorium mit dem Papst eine Herzattacke erlitten und war seither in Rom in Behandlung. 

 

Vatikan. Der Chef des vatikanischen Wirtschaftssekretariats ist überraschend zurückgetreten. Am Mittwoch nahm Papst Franziskus den aus gesundheitlichen Gründen eingereichten Rücktritt des spanischen  Jesuiten Juan Antonio Guerrero Alves (63) an. Er war keine drei Jahre im Amt.

 

Portugal. Rund ein Monat nach Anmeldestart haben sich bereits rund 200.000 Jugendliche für die Teilnahme am Weltjugendtag Anfang August 2023 in Lissabon registriert. Große Gruppen besonders aus Italien, Brasilien, Spanien und Frankreich haben ihr Kommen bisher angekündigt.

 

Mexiko. In einen mexikanischen Gerichtsstreit darüber, ob das Aufstellen von Weihnachtskrippen in öffentlichen Gebäuden zulässig ist, hat sich Staatspräsident Andres Manuel Lopez Obrador eingeschaltet. In seiner täglichen Pressekonferenz wandte sich der linksgerichtete Politiker gegen ein solches Verbot. 

 

Schweiz. Künftig müssen alle Spitäler und Heime im Wallis Sterbehilfe zulassen, wenn das Bewohnerinnen und Bewohner verlangen. Bei der Abstimmung im Kanton am 27. November lag der Ja-Anteil bei 75,8 Prozent. Die Stimmbeteiligung betrug 38,9 Prozent.

 

Indien. Nach der Festnahme eines Priesters im indischen Pune wegen Missbrauchsverdachts sind mehrere hochrangige Geistliche wegen möglicher Vertuschung des Falls angeklagt worden. Betroffen sind unter anderen Bischof Thomas Dabre von Pune, Kardinal Oswald Gracias von Bombay, Kardinal Filipe Neri Ferrao von Goa sowie der Generalvikar von Pune, Pater Malcolm Sequira.

Kolumbien. Der ehemalige Kommandant der FARC-Guerilla, Luciano Marin Arango alias „Ivan Marquez", ist wegen des Mordes an Erzbischof Isaias Duarte Cancino aus Cali im Jahr 2002  in Abwesenheit  zu einer 25-jährigen Haftstraße verurteilt worden. 


Deutschland. Der Bundestag hat die von Sowjetdiktator Josef Stalin verursachte Hungerkatastrophe „Holodomor" (Tötung durch Hunger) in den 1930er-Jahren auf dem Gebiet der heutigen Ukraine als Völkermord anerkannt und verurteilt. Eine entsprechende Resolution beschloss das Parlament auf Antrag der Ampelfraktionen von SPD, Grünen, FDP sowie zusätzlich der CDU/CSU-Fraktion mit großer Mehrheit. Die Fraktionen der Linken und der AfD enthielten sich.

 

Indien. In der syro-malabarischen Erzdiözese Ernakulam-Angamaly ist ein Liturgie-Streit eskaliert. Der vom Vatikan ernannte Administrator der Erzdiözese wurde am Sonntag am Betreten der Marienkathedrale in Ernakulam gehindert. Erzbischof Andrews Thazhath hatte angekündigt, dass er die Messe zum ersten Advent in der von der Bischofssynode genehmigten Form halten wolle.

 

Schweden. In Stockholm ist der „Alternative Nobelpreis" an Menschenrechtsaktivisten und Klimaschützer aus der Ukraine, Somalia, Uganda und Venezuela verliehen worden. 


Österreich

Österreichs Bischöfe reisen in einer Woche zu ihrem Ad-limina-Besuch (12.-16. Dezember) nach Rom. Sie reisen nicht gemeinsam, sondern individuell an. Untergebracht sind sie für die Dauer des Ad-limina-Besuchs in der Casa Santa Marta, in jenem Gästehaus auf vatikanischem Boden, in dem auch Papst Franziskus wohnt.

 

Steiermark. Die „VinziWerke" begrüßen den Vorstoß der Stadt Graz für die Stärkung der Rechte von obdachlosen Menschen. Dies sei ein „richtiges Signal", hielt die von Pfarrer Wolfgang Pucher gegründete Hilfsorganisation in einer Aussendung fest. 

 

Wien. Andrea Geiger geht zurück in ihre Heimat Vorarlberg und wird künftig im Leitungsteam des kirchlichen Bildungshauses St. Arbogast tätig sei. Sie war in den letzten 14 Jahren für den Strukturreformprozess in der größten Diözese Österreichs maßgeblich verantwortlich.

 

Kärnten. Eine finanzielle Absicherung für Kinderbetreuung zu Hause fordert die Geschäftsführerin des Katholischen Familienverbandes Kärnten, Gudrun Kattnig. 

 

Wien. Die Vereinigten Bühnen Wien (VBW) bzw. das Raimund Theater blicken im Advent schon auf Ostern 2023 und kündigen Aufführungen von „Jesus Christ Superstar" an. Das Erfolgs-Musical von Andrew Lloyd Webber und Tim Rice kommt ab 31. März 2023 in semikonzertanter Fassung auf die Bühne.

Renovierter Jakobsdom 

Mit einem Festgottesdienst ist der Dom zu St. Jakob in Innsbruck am 27. November nach siebenmonatiger Innensanierung wiedereröffnet worden.
Der Innsbrucker Diözesanbischof Hermann Glettler nannte den Abschluss der Restaurierungsarbeiten ein gelungenes „Frische-Update" mit symbolischem Wert: „Inmitten der aktuellen Belastungen unserer Zeit vermittelt die Domkirche ein Bild von Zuversicht und spiritueller Strahlkraft", so Glettler, der aus terminlichen Gründen nicht an dem Gottesdienst teilnehmen konnte, in seiner Grußbotschaft. Die Messfeier mit der Gemeinde, die nach der erfolgten Innenraumsanierung wieder in den Dom zurückkehren konnte, feierte demnach der Propst von St. Jakob, Florian Huber.
Die beeindruckenden Deckenfresken, die vor 300 Jahren entstanden sind und nun in akribischer Feinarbeit gereinigt wurden, ermutigten zum Aufblick in den offenen Himmel, so Gletter: „Vermittelt durch den Apostel Jakobus wird uns Gottes heilsame Nähe für alle Suchenden, Verwundeten und Erschöpften vor Augen geführt".
Foto: dipk/Sigl.

Auch das noch...

Ratzinger-Preis  ergeht erstmals an einen Juden

Der Rechtswissenschaftler Joseph Halevi Horowitz Weiler (71) und der Theologe Michel Fedou (69) sind mit dem diesjährigen Ratzinger-Preis der Vatikanischen Stiftung Joseph Ratzinger/Benedikt XVI. ausgezeichnet worden. Papst Franziskus lobte bei der Verleihung am Donnerstag im Vatikan die „bemerkenswerten Leistungen" der beiden. „Es sind unterschiedliche Bereiche, aber beide wurden von Joseph Ratzinger gepflegt und von ihm für sehr wichtig erachtet."
Der in Südafrika geborene jüdische Rechtswissenschaftler Weiler lehrt unter anderem in New York und Brügge. Er war zudem Präsident des Europäischen Hochschulinstituts in Florenz. Vor allem in Italien erlangte er Bekanntheit, da er das Land vor dem Europäischen Gerichtshof im Fall der Darstellung des gekreuzigten Christus in Schulen vertrat. Weiler ist die erste jüdische Persönlichkeit, die mit dem Ratzinger-Preis ausgezeichnet wird.
Der aus Lyon stammende Jesuit Fedou lehrt seit 1987 Dogmatik am Centre Sevres in Paris, einer jesuitischen Privatuniversität, deren Präsident er auch ist. Darüber hinaus ist er Mitglied in zahlreichen theologischen Organisationen und Kommissionen zum ökumenischen Dialog mit Lutheranern und orthodoxen Christen.
 

UN fordern Informationen über Mord an Jesuiten in Mexiko an

Die Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen zur Menschenrechtslage in Mexiko haben von der Regierung Informationen zum Mord an zwei Jesuiten angefordert. Das geht aus einem Bericht der Tageszeitung "Jornada" (Donnerstag Ortszeit) hervor, die sich auf Angaben der Ordensgemeinschaft beruft.
Demnach erkundigten sich die UN-Vertreter nach dem Stand der Ermittlungen. Zudem äußerten sie die Sorgen, der Tod der Priester Joaquin Cesar Mora Salazar und Javier Campos Morales könnte "in direktem Zusammenhang mit ihrer Arbeit zur Verteidigung der Menschenrechte" stehen. Die mexikanische Regierung müsse die für das Verbrechen verantwortlichen Personen ermitteln, strafrechtlich verfolgen und angemessene Strafen verhängen. Zugleich müssten wirksame Maßnahmen ergriffen werden, damit sich solche Ereignisse nicht wiederholten, forderten die UN-Gesandten.
Die beiden Jesuitenpater waren im Juni in Cerocahui im nordmexikanischen Bundesstaat Chihuahua erschossen worden, als sie einem bedrohten Mann Schutz in ihrer Kirche boten. Unbekannte eröffneten das Feuer und töteten alle drei Männer. Die Tat löste über die Grenzen Mexikos hinaus Entsetzen aus.

Indien: Bischöfe in Kerala nach Protest gegen Megahafen festgenommen

Im südindischen Bundesstaat Kerala hat die Polizei nach gewalttätigen Protesten gegen das dortige Megahafenprojekt mehrere katholische Geistliche festgenommen. Erzbischof Thomas J. Netto, Weihbischof R. Kristudas sowie mindestens ein Dutzend weiterer Priester seien in Gewahrsam genommen worden, berichtete der asiatische Pressedienst Ucanews am Montag. Zuletzt waren die monatelangen friedlichen, von der Kirche angeführten Proteste der überwiegend katholischen Fischer gegen den Bau des Tiefseehafens „Vizhinjam International Deepwater Multipurpose Seaport" in Gewalt umgeschlagen.
Tausende Fischer und ihre Familien protestieren seit Juli für den sofortigen Baustopp des Hafenprojekts des indischen Milliardärs Gautam Adani nahe der Regionalhauptstadt Thiruvananthapuram. Nach Fertigstellung sollen über den Tiefseehafen mehr als 80 Prozent von Indiens Frachtumschlag abgewickelt werden.
 

Diözese St. Pölten: Neuer Präsident der Katholischen Aktion

Die Katholische Aktion der Diözese St. Pölten hat einen neuen Präsidenten. Reinhard Länger (62) wurde am Dienstag vom Diözesanausschuss, dem obersten Entscheidungsgremium der Katholischen Aktion, zum neuen designierten Präsidenten gewählt, wie die St. Pöltner Kirchenzeitung „Kirche bunt" in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet. Er muss noch von Diözesanbischof Alois Schwarz bestätigt werden.
Länger ist verheiratet, Vater von drei Kindern und fünffacher Großvater. Er studierte Pharmazie und arbeitet in der pharmazeutischen Industrie sowie in der Forschung. Der neue KA-Präsident lebt in der Pfarre St. Pölten-St. Johannes-Kapistran, wo er u. a. Organist, Pfarrgemeinderat und Leiter von Wort-Gottes-Feiern ist.
Die Vorsitzende der diözesanen Frauenbewegung, Anna Rosenberger, sowie Sepp Eppensteiner, Vorsitzender der diözesanen Sportgemeinschaft, stellten sich für das Amt der Vizepräsidenten zur Verfügung. Am 26. Jänner findet in St. Pölten die Amtsübergabefeier statt.
Der bisherige langjährige KA-Präsident Armin Haiderer zog beim Diözesanausschuss Bilanz über seine 14-jährige Tätigkeit und verwies auf Gelungenes sowie Gescheitertes, auf Zukunftschancen und Verbesserungspotenziale der größten kirchlichen Laiengruppierung.

Salzburger Seelsorger trainiert Quidditch-Nationalteam für WM

Der Salzburger Seelsorger Richard Frasl steht als Quidditch-Spieler und Spielertrainer des „Quidditch Austria Nationalteams" in Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft (15. und 16. Juli 2023) in Richmond, Virginia (USA).
„Mein Glaube stärkt mich persönlich und gibt mir die Gewissheit, unabhängig von Ergebnissen geliebt zu werden bzw. einen Wert zu haben": Das betonte er im Interview mit der Nachrichtenagentur Kathpress. Quidditch ist eine gemischtgeschlechtliche Vollkontakt-Sportart, eine Mischung aus Handball, Völkerball und Rugby. Tore können sowohl von hinten als auch von vorne mit dem „Quaffel", einem Volleyball, erzielt werden. Bekannt wurde die Sportart durch J. K. Rowlings „Harry Potter". In Österreich gibt es derzeit sieben Quidditch-Teams sowie Kinder-Trainings ab acht Jahren.
Als Teil eines fünfköpfigen Trainerteams hat Frasl die WM-Vorbereitung kürzlich in Salzburg mit einem ersten Trainingswochenende gestartet. Bis zur Weltmeisterschaft stehen monatliche Wochenend-Treffen abwechselnd in den größten Städten mit Quidditch-Teams am Programm.
„Mit Leib und Seele" arbeitet Frasl als Pastoralassistent in der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) der Erzdiözese Salzburg, „weil hier eine moderne, liberale, kreative und geschlechtergerechte Pastoral im Herzen Salzburgs möglich ist".
Solche Plätze sollte es mehr in der Kirche geben, ist der Bachelorstudien-Absolvent der Bereiche Medienmanagement sowie Lehramt für Germanistik und Theologie überzeugt. Er versuche, sich durch Nächstenliebe auf Jesu Spuren zu begeben. “So kann Gott sichtbar werden, ohne großartig zu missionieren." Frasl zitierte aus der Bibel: „An ihren Taten sollt ihr sie erkennen!"
Foto: www.facebook.com/fortressfalcons.