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die neue Kirchenzeitung

 4. Februar 2024 

Lesungen:  Ijob 7,1-4.6-7; 1 Kor 9,16-19.22-23; Evangelium: Mk 1,29-39

Kinderkriegen als Pflicht

Vor einigen Tagen hat Papst Franziskus erneut die niedrige Geburtenrate in einigen Mittelmeerländern kritisiert. Kinder zu bekommen sei eine Pflicht, um zu überleben, um weiterzukommen. Vor Vertretern eines Verbandes zur Förderung kleiner und mittlerer Gemeinden in Italien beklagte der Papst eine „Kultur der Entvölkerung". Jeder könne einen kleinen Hund haben, aber es sei notwendig, Kinder zu bekommen, so sein Appell etwa an Italiener und Spanier. 


„Wir müssen das Problem der Geburten ernst nehmen, weil dabei die Zukunft des Heimatlandes auf dem Spiel steht."
Auch die Umwelt bereitet Franziskus Sorgen. Durch die Entvölkerung der ländlichen Gebiete könnten diese nicht mehr angemessen gepflegt werden.
Nicht gesagt hat der Papst, dass beim Kinderkriegen seine eigenen Leute mit gutem Beispiel vorangehen sollen. Aus gutem Grund. Priester müssen zölibatär leben. Bekommen sie dennoch Kinder, werden sie bestraft.    P. Udo

Türkei: Angriff auf katholische Kirche in Istanbul

Zwei Maskierte haben in der türkischen Millionenmetropole Istanbul eine römisch-katholische Kirche angegriffen und einen Menschen getötet. Lokalen Medienberichten zufolge waren zwei Angreifer am Sonntagvormittag während der Heiligen Messe in die Kirche St. Maria im Istanbuler Stadtteil Sariyer eingedrungen und hatten das Feuer eröffnet, berichtete Vatican News. Eine Person wurde durch einen Kopfschuss getötet.
Papst Franziskus hat sich sofort solidarisch mit den Opfern des jüngsten Terroranschlags auf eine katholische Kirche in Istanbul gezeigt. Beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz sagte er am Sonntag: „Ich bin der Gemeinde der Kirche von Santa Maria in Sariyer in Istanbul nahe, die während der Sonntagsmesse einen bewaffneten Anschlag erlebte, bei dem ein Mensch getötet und mehrere verletzt wurden."
Opfer war Alevit
Das Todesopfer, der 52-jährige Türke Tuncer Mura Cihan, sei kein Christ, sondern Alevit gewesen, gab der Apostolische Vikar von Istanbul, Massimiliano Palinuro, gegenüber Medien an. In der von dem Anschlag betroffenen Kirchengemeinde sei der an einer leichten Behinderung leidende Pensionist dennoch gut bekannt gewesen, da er dort regelmäßig die Gottesdienste besucht habe - eben auch am Sonntag zum Tatzeitpunkt.
Inzwischen veröffentlichte Aufnahmen der Überwachungskameras zeigen die Momente des Überfalls. Die beiden maskierten Täter - die laut der türkischen Regierung aus Tadschikistan und Russland stammen und inzwischen gefasst wurden - warteten demnach längere Zeit im Kirchenvorraum und öffneten dem Opfer, das erst nach Beginn der Heiligen Messe kam, sogar die Türe. Kurz darauf drangen sie in den Kirchenraum vor, worauf Cihan ihnen laut Aussagen des Gemeindepriesters „Was macht ihr hier?" zugerufen habe. Alle rund 40 Anwesenden seien daraufhin zu Boden, in Deckung gegangen.
Wie die Filmaufnahmen weiter zeigen, schlugen die Vermummten den 52-Jährigen nieder und schossen ihm in den Kopf. Als sie weitere Schüsse abfeuern wollten - den Untersuchungen zufolge wurden zwei Einschusslöcher an einer Kirchenbank und an einer Wand gefunden - waren ihre Waffen jedoch offenbar blockiert, woraufhin sie aus der Kirche liefen und flüchteten. Behördenangaben zufolge hätte der Angriff anderenfalls noch mehr Todesopfer fordern können.
Laut Angaben des Istanbuler Bürgermeisters Ekrem Imamoglu befand sich unter den Gottesdienstbesuchern auch der polnische Generalkonsul mit seiner Familie.
Weltweite Bestürzung
Die Nachricht vom Anschlag hat in der christlichen Gemeinde der Türkei, jedoch auch international große Bestürzung ausgelöst. Nach Papst Franziskus äußerte sich auch der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios, zu den Angriffen. "Niemand darf zulassen, dass die Angst über den sozialen Frieden siegt und das harmonische Zusammenleben der Religionsgemeinschaften im Lande zerstört", erklärte der Patriarch in einer Mitteilung. Bereits am Sonntag hatte er sich an den katholischen Bischof Palinuro gewandt und den Hinterbliebenen des Opfers sowie der gesamten Gemeinde seine und der Kirche Unterstützung und Beileid bekundet.
Mutmaßliche IS-Täter identifiziert
Berichten zufolge hat die Polizei die beiden Täter infolge umfangreicher Razzien im IS-Milieu, bei denen 47 Personen verhaftet wurden, bereits identifiziert und in Gewahrsam genommen. Sie sollen aus Tadschikistan und Russland stammen und der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) nahestehen, die bereits in der Vergangenheit Anschläge auf türkischem Gebiet verübt hatte und auf dem Nachrichtenkanal Telegram die Tat für sich reklamierte, seien die Täter doch ihrem Aufruf gefolgt, „Christen und Juden zu töten". Weitere Ermittlungen der Generalstaatsanwaltschaft von Istanbul laufen.
Schauplatz des Attentats war die aus dem 18. Jahrhundert stammende, im neoklassizistischen Stil erbaute Kirche im Stadtteil Sariyer, wo es mehrere katholische Kirchen gibt, die frei zugänglich und sonntags gut besucht sind. Im Unterschied zur größten Kirche der Türkei, der Armenisch-Apostolischen Kirche, oder dem traditionsreichen orthodoxen „Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel", hat die katholische Kirche in Istanbul durchaus Zulauf von Türken und es gibt auch Konversionen.
Besserer Schutz der Christen gefordert
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte dem zuständigen Pfarrer von St. Maria noch am Sonntag in einem Telefonat sein Beileid ausgedrückt und versicherte, es würden „alle notwendigen Maßnahmen" ergriffen, um die Täter zu bestrafen.
Kritik an den türkischen Behörden im Zusammenhang mit dem Anschlag äußerte jedoch der Apostolische Vikar für das im Südosten der Türkei gelegene Anatolien, Paolo Bizzeti. Er frage sich, warum „wir nicht rechtzeitig vor möglichen Anschlägen gewarnt wurden"; habe doch die Regierung zu Jahresbeginn erklärt, bereits 25 Terroristen infolge von Anschlagsplänen auf Kirchen und Synagogen verhaftet zu haben. Bei entsprechender Warnung hätten die Sicherheitsmaßnahmen für die Sonntagsmessen verstärkt werden können, befand der Bischof, der auf "rasche Aufklärung" und besseren Schutz der Christen drängte.
Foto: Blumen wurden in der katholischen Kirche im Istanbuler Stadtteil Sariyer nach dem Anschlag niedergelegt. Vatican News. 

Kirche des „Schwarzen Nazareners" ist jetzt das Heiligtum der Philippinen

Die Philippinen haben ein neues Nationalheiligtum. Bei einer feierlichen Messe am Montag erhielt Kardinal Jose Advincula von Manila das Dekret der Philippinischen Bischofskonferenz zur Erhebung der Kirche von Quiapo, dem Aufbewahrungsort des „Schwarzen Nazareners". Die 1588 gegründete Kirche Heiliger Johannes der Täufer ist als Ort tiefer Verehrung für die Jesusfigur bekannt.
Rund 70 Bischöfe aus dem ganzen Land sowie der päpstliche Nuntius Erzbischof Charles Brown nahmen an der von Advincula zelebrierten Messe teil.
Die jahrhundertealte Statue eines schwarzen Jesus Christus gilt als größtes Heiligtum der philippinischen Katholiken. Die vermutlich von einem aztekischen Künstler in Mexiko angefertigte lebensgroße Statue wurde 1606 von spanischen Missionaren auf die Philippinen gebracht.
Jährlich am 9. Jänner wird die als wundertätig angesehene Statue in einer großen Prozession durch die Stadt getragen. Zur ersten Prozession seit der Corona-Pandemie kamen dazu in diesem Jahr mehrere Millionen Gläubige.
Fotos: Erzdiözese Manila.

Chile: Erzbischof fordert Frieden in Israel und Palästina

Ein sofortiges Ende der Gewalt in Israel und Palästina hat der Erzbischof von Santiago de Chile, Fernando Chomali, gefordert. Friede im Heiligen Land sei am ehesten durch die auch vom Vatikan vertretene Zweistaatenlösung möglich, sagte der Kirchenführer laut Vatican News in einem Gastkommentar für die chilenische Tageszeitung „El Mercurio". Dringend sei ein Waffenstillstand notwendig, sei doch „jedes Menschenleben heilig" und „jeder vergossene Tropfen Blut eine Schande für die Menschlichkeit und ein eklatantes Versagen der Gesellschaft". Dass Gewalt nur noch mehr Gewalt hervorbringe, werde von den Kriegs-Verursachern ignoriert. 

Chile beherbergt die größte Kolonie von Palästinensern in der Welt außerhalb Israels und der arabischen Welt: An die 500.000 Menschen in der ersten oder zweiten Generation gehören in dem südamerikanischen Land dazu, darunter auch der erst im Oktober zum Erzbischof der Hauptstadt ernannte Chomali. Er selbst wurde in Santiago de Chile geboren, seine Eltern sind jedoch Einwanderer aus Palästina.

Foto: Erzdiözese Santiago de Chile.

Franziskus: Malteserorden ist Papst unterstellt

Papst Franziskus hat die kirchenrechtliche Unterordnung des Malteserordens unter den Heiligen Stuhl betont. In einer Ansprache an die Diplomaten des laut Völkerrechts souveränen Ritterordens betonte der Papst am Samstag im Vatikan die im Kern religiöse und karitative Ausrichtung der Malteser. Auch die Aktivität der Botschafter des Ordens in 113 Ländern sei die Aktivität eines religiösen Ordens.
Der Papst betonte: „Es existieren nicht zwei verschiedenen Institutionen, also einmal die des Souveränen Malteser-Ritterordens, der als Völkerrechtssubjekt für Werke der Nächstenliebe zuständig ist, und daneben das religiöse Institut."
Vielmehr habe der Orden "aufgrund besonderer historischer Umstände auch einen internationalen Status erlangt" und deshalb seien dem Amt des Großmeisters besondere internationale Rechte zugewachsen. Trotzdem sei schon unter Pius XII. im Jahr 1953 entschieden worden, dass die Souveränität des Ordens lediglich eine funktionale sei, um die Erreichung der Ziele des Ordens in der Welt sicherzustellen; die Malteser blieben jedoch ihrem Wesen nach eine religiöse Ordensgemeinschaft und als solche dem Heiligen Stuhl unterstellt. Sie schuldeten dem Papst Gehorsam, weil er der Oberste der Oberen aller Ordensgemeinschaften sei.
Franziskus hatte dem Orden im September 2022 eine neue Verfassung gegeben, um dessen interne Konflikte zu beenden und das Verhältnis von Malteserorden und Heiligem Stuhl in seinem Sinne neu zu ordnen. Er hatte unter anderem die Sonderstellung des europäischen Adels im Orden beschnitten und die kirchenrechtliche Unterordnung unter die Autorität des Papstes neu festgeschrieben.
Foto: Vatican Media.
 

„Welt steht am Abgrund": Papst fordert globalen Waffenstillstand

Papst Franziskus sieht die Welt am Abgrund eines Krieges. In einem Interview der italienischen Tageszeitung „La Stampa" sagte das Kirchenoberhaupt: „Wir merken es nicht, oder wir tun so, als ob wir es nicht sehen, dass wir am Rand des Abgrunds sind."
Weiter führte Franziskus aus: „Ich werde nie aufhören, meinen Appell zu wiederholen, der sich vor allem an die politisch Verantwortlichen richtet: Die Bomben und Raketen sofort zu stoppen und aufzuhören mit den feindlichen Haltungen. Überall. Der Krieg ist immer und einzig eine Niederlage. Für alle. Die alleinigen Gewinner sind die Waffenhersteller und die Waffenhändler. Ein globaler Waffenstillstand ist dringend nötig."
Zum aktuellen Nahost-Krieg führte Franziskus aus: "Der Konflikt ist dabei, sich auf dramatische Weise auszuweiten." Wenn die Zweistaatenlösung für Israel und Palästina nicht realisiert werde, bleibe der Friede fern. Die militärische Eskalation im Nahen Osten könne dazu beitragen, "die Spannungen und die Gewalt zu verschlimmern, die jetzt schon weltweit zu sehen sind". Dennoch habe er derzeit etwas Hoffnung, weil es Geheimgespräche gebe, um zu einer Vereinbarung über einen Waffenstillstand zu kommen.
Zu den Bemühungen des Vatikans um einen Frieden zwischen Russland und der Ukraine bemerkte der Papst, der von ihm entsandte Kardinal Matteo Zuppi entfalte eine "beständige und geduldige diplomatische Arbeit" zur Überwindung der feindseligen Haltung der Kriegsparteien. Der Heilige Stuhl versuche, beim Austausch von Gefangenen und bei der Rückkehr von ukrainischen Kindern zu vermitteln. In dieser Frage gebe es bereits erste Erfolge.
Keine Angst vor Schisma
Auf die Frage, ob er angesichts vieler Kritik an seinem Öffnungskurs eine Spaltung der katholischen Kirche befürchte, sodass es zu einer Kirchenspaltung (Schisma) kommen könnte, sagte der Papst: „Nein. In der Kirche hat es immer Grüppchen mit spalterischen Schattierungen gegeben. Die muss man machen und vorbeiziehen lassen und selbst nach vorne schauen."
Zur Kritik an der Zulassung der Segnung von Menschen in gleichgeschlechtlichen Beziehungen erklärte Franziskus: „Man fragt mich: Wie kannst du nur? Ich antworte: Die Frohbotschaft ist dafür da, alle zur Heiligkeit zu führen, vorausgesetzt, sie haben den guten Willen dazu." Weiter betonte der Papst: „Es werden nicht die gleichgeschlechtlichen Beziehungen gesegnet, sondern die Menschen.
Aber Sünder sind wir alle. Warum sollten wir also eine Liste der Sünder machen, die in der Kirche sein können und eine andere Liste jener Sünder, die nicht in der Kirche sein können? Das entspricht nicht dem Evangelium."
 

Glaubensdikasterium nicht für alle Missbrauchsfälle zuständig

Die Strafabteilung des vatikanischen Glaubensdikasteriums ist weiterhin nur für Fälle des sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen und an Menschen mit geistiger Behinderung zuständig. Das teilte die Behörde jetzt in einer kurzen Erklärung mit.
Fälle, in denen sonstige „schutzbedürftige Personen" Opfer sexueller Übergriffe durch Geistliche wurden, fallen in die Zuständigkeit anderer vatikanischer Behörden. Dazu zählen - je nach Beschuldigtem - die Behörden für Bischöfe, für Kleriker, für die Missionsgebiete oder für Ordensleute.

„Kirche in Not": Myanmar nicht vergessen 

Am dritten Jahrestag des Putsches in Myanmar (früheres Burma) appelliert das päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not" an die Weltgemeinschaft, das Bürgerkriegsland nicht zu vergessen. Angesichts der Verschärfung des Bürgerkriegs unterstütze man „die wiederholten Aufrufe der katholischen Ortskirche zu Frieden und Gerechtigkeit, nicht nur für Christinnen und Christen, sondern für alle Bürger im Land", so das Hilfswerk in einer Aussendung am Mittwoch. Aufgrund der vielen öffentlichkeitswirksamen Konflikte der heutigen Welt sei „es leicht, dass Myanmar zu einem weiteren vergessenen Konflikt wird", erklärte dazu Regina Lynch, Geschäftsführerin von "Kirche in Not International". 

Lynch rief die internationale Gemeinschaft und alle am Konflikt Beteiligte dazu auf, die Bemühungen um Frieden und Gerechtigkeit im Land zu verstärken. 

Ermutigend bezeichnete Lynch die Priester, Ordensleute und Katecheten, die weiterhin ihrem Volk beistehen würden. Aktuell habe sich das Land aber zu einem „gescheiterten Staat" entwickelt. 

Foto: Eine durch die Armee zerstörte katholische Kirche in Myanmar © Radio Veritas Mandalay 

 

Neue Bischöfe in China und die diplomatischen Mühen des Vatikans 

In den vergangenen sieben Tagen sind gleich drei neue katholische Bischöfe geweiht worden - in China. In der Volksrepublik ist die Religionsfreiheit eingeschränkt, die kommunistische Partei nimmt sich weitreichende Mitspracherechte bei der Ernennung katholischer Bischöfe heraus. Dass das von Papst Franziskus anerkannte chinesische Bischofskollegium nun um drei Männer anwuchs, deutet auf einen großen Fortschritt in den konfliktreichen Beziehungen hin. 

Vergangenen Donnerstag erhielt Taddeo Wang Yuesheng (57), neuer Bischof für Zhengzhou, die Bischofsweihe; am Montag folgte Antonio Sun Wenjun (53) für die neu errichtete Diözese Weifang. Am Mittwoch gab das vatikanische Presseamt schließlich bekannt, dass auch Pietro Wu Yishun (60) geweiht wurde. Die Apostolische Präfektur Shaowu, für die er bereits zuvor verantwortlich war, leitet er nun mit Bischofstitel. 

Die drei Neu-Bischöfe seien im Einklang mit dem Geheimabkommen von 2018 zwischen dem Heiligen Stuhl und China ernannt worden, betonte der Vatikan. Zentraler Inhalt dieses Dokuments: Bei Bischofsernennungen muss es grundsätzlich Einvernehmen zwischen der Volksrepublik und dem Heiligen Stuhl geben. Die chinesische Seite hat sich allerdings nicht immer an das Abkommen gehalten, das im Oktober 2022 um zwei Jahre verlängert worden war. 

Papst errichtet neue Diözese Weifang in China 

Papst Franziskus hat eine weitere katholische Diözese in China errichtet und zugleich die Weihe des zuständigen neuen Bischofs bekannt gegeben. Wie das vatikanische Presseamt am Montag mitteilte, hob der Papst die bisherige Apostolische Präfektur Yiduxian auf und errichtete die Diözese Weifang. 

Das Gebiet der neuen Diözese deckt sich laut Vatikan mit dem der Stadt Weifang. Von deren rund 9,4 Millionen Einwohnern seien 6.000 Katholiken, auf dem Gebiet seien zehn Priester und sechs Ordensfrauen tätig. Gleichzeitig mit der Bekanntgabe der Neugründung teilte der Vatikan die Weihe von Antonio Sun Wenjun (53) zum ersten Bischof von Weifang mit. Er sei am Montag geweiht worden, nachdem der Papst ihn bereits am 20. April 2023 ernannt habe. 

Nigeria: 2023 mindestens 500 Tote und Verletzte bei Fulani-Angriffen im Bundesstaat Benue

Laut Projektpartnern des weltweiten katholischen Hilfswerks „Kirche in Not“ (ACN) wurden im vergangenen Jahr im Bundesstaat Benue im Südosten von Nigeria rund 119 Angriffe auf die lokale Bevölkerung verübt, dabei sollen mindestens 400 Menschen getötet und über 100 verletzt worden sein. Als Täter gelten Extremisten aus dem Nomadenstamm der Fulani. Das geht aus einer Zusammenstellung der Diözese Makurdi hervor, die „Kirche in Not“ vorliegt.
Demnach seien allein im April 2023 mindestens 63 Menschen bei Angriffen getötet worden. Im ersten Quartal hätten 163 Personen bei 51 Überfällen ihr Leben verloren. Bei den Opfern handle es sich in der Regel um Christen, die als Bauern tätig sind.
Bei Überraschungsangriffen würde die Bevölkerung ganzer Dörfer vertrieben, es gebe zahlreiche Tote, die nicht alle zu identifizieren seien. Deshalb dürfte die tatsächliche Opferzahl noch höher liegen.
Foto: Überlebende einer Fulaniattacke in Nigeria. © Kirche in Not

Papst und Anglikaner-Primas Welby setzen Zeichen für Einheit

Papst Franziskus und der anglikanische Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, haben ein starkes Zeichen für die Einheit der Christen gesetzt. Am Donnerstagabend beauftragten die beiden Kirchenführer katholische und anglikanische Bischöfe, Zeugen dieser Einheit zu sein. Mit der Vesper in der Basilika St. Paul vor den Mauern in Rom beschlossen sie auch die internationale Gebetswoche für die Einheit der Christen.
Die Bischöfe traten paarweise - je ein Katholik und ein Anglikaner - an den Altar und tauschten zunächst mit dem Papst und dann mit Welby den Friedensgruß aus. Da in der anglikanischen Kirche auch Frauen Priester werden können, gab es bei der Feier auch einige wenige geschlechtergemischte Paare.
In seiner Predigt rief der Papst eindringlich zur Einheit der christlichen Kirchen und aller Menschen auf der Welt auf. „Jeder Getaufte gehört demselben Leib Christi an", betonte er: „Ja, mehr noch, jeder Mensch auf der Welt ist mein Bruder oder meine Schwester. Und wir alle bilden die 'Symphonie der Menschheit', deren Erstgeborener und Erlöser Christus ist."
Franziskus fügte hinzu, die Frage sei nicht "Wer ist mein Nächster?", sondern "Mache ich mich selbst zum Nächsten?". Diese Frage gelte auch für Gemeinschaften und Kirchen.
Erzbischof Welby, Ehrenoberhaupt der anglikanischen Weltgemeinschaft, warnte davor, dass Hass und Wut die Menschen trennten. Die Kirche Jesu sei jedoch dazu berufen, frei zu sein, weil sie „in der Liebe ist".
Seit Dienstag findet in Rom und gleichzeitig in Canterbury ein anglikanisch-katholisches Gipfeltreffen statt. Die Begegnungen und Gebete sollen die Verbundenheit zwischen den beiden christlichen Kirchen nach Jahrhunderten der Trennung stärken.
Zur anglikanischen Kirche gehören weltweit zwischen 77 und 85 Millionen Mitglieder; zur katholischen rund 1,4 Milliarden.
Foto: Vatican Media.
 

Italienischer Kardinal Zuppi: Kirche muss ihre Rolle neu finden

Der Vorsitzende der Italienischen Bischofskonferenz, Kardinal Matteo Zuppi, sieht die katholische Kirche im 21. Jahrhundert vor neuen Herausforderungen. In einem langen Interview mit der katholischen Intellektuellen-Zeitschrift „La Civilta Cattolica" (erste Februar-Ausgabe) wandte sich der Vorsitzende der größten Bischofskonferenz in Europa gegen einen Rückzug der Kirche in eine Wagenburg-Mentalität. Zugleich warnte er davor, die christliche Botschaft in ein bloßes Wohlfühlangebot zur persönlichen Selbstverwirklichung zu verwässern.
Zuppi, der in italienischen Medien als Kandidat für die Nachfolge von Papst Franziskus gehandelt wird, ging auch auf die rückläufigen Zahlen in Gottesdiensten und bei neuen Priestern ein. Er erklärte, als Reaktion darauf, neigten manche in der Kirche dazu, der Kirche einen „Rückzug ins Kloster" zu empfehlen und ihre Wahrheit bloß zu verteidigen.
Menschen und ihre Probleme ernst nehmen
Kardinal Zuppi räumte ein, dass der Aufruf von Papst Franziskus, die Kirche für "alle, alle, alle" zu öffnen, bei manchen Priestern Besorgnis auslöse. Er betonte, diese Vision bedeute keineswegs eine Rechtfertigung dafür, alles nach eigenem Gutdünken zu machen. Es gehe Franziskus nicht um ein Verstecken der Wahrheit, sondern darum, die Menschen und ihre Probleme ernst zu nehmen. Für alle offen zu sein bedeute nicht, die Kirche „zu einem Hotel zu machen"; sie solle vielmehr für alle ein Zuhause werden.
„Wenn alle in der Kirche ein Zuhause finden, dann werden sie auch die Regeln in diesem Haus verstehen oder neu entdecken", so der Erzbischof von Bologna. Zugleich wandte sich Zuppi dagegen, die Kirche „zu einem der vielen, billigen Wohlfühl-Anbieter oder zu einem der vielen Ratgeber-Dienste" zu machen.

Pianist: Unkenntnis der Identität ist großes Leid für Spenderkinder 

Drastische Folgen der anonymen Samen- oder Eizellspende für die so gezeugten Kinder hat der Starpianist Albert Frantz dargelegt. Im Rahmen eines Konzerts mit Vortrag sprach der US-amerikanische Musiker am Dienstag im Empfangssalon des Parlaments in Wien über seine Suche nach seiner genetischen Herkunft. „Wir Spenderkinder haben teils hunderte Geschwister und wurden von den vermeintlichen Eltern - also von denen, denen wir am meisten vertrauen sollten - hinsichtlich unserer Identität belogen. Das schafft großes Leid und viele psychologische Probleme", so der selbst Betroffene. Die Veranstaltung zum Thema „Recht des Kindes auf Kenntnis der genetischen Abstammung" kam auf Initiative der „Aktion Leben" und der ÖVP zustande.
Frantz kam im US-Bundesstaat Pennsylvania durch Samenspende zur Welt, was ihm jedoch verheimlicht wurde. Nach traumatischer Kindheit erfuhr er mit 30 durch Zufall, „was ich im Unterbewusstsein immer gewusst habe: Dass der Vater, bei dem ich aufwuchs, nicht mein leiblicher war", so der Pianist. Er begann damals, seinen biologischen Vater via DNA-Tests zu suchen, wurde 14 Jahre später tatsächlich fündig, worauf ihn dieser herzlich in seinem Leben aufnahm. Frantz: „Es geht nicht nur um den Vater, sondern auch um die erweiterte Familie: Tanten, Onkeln, Cousinen und Cousins! Meine wiedergefundene Familie und ich sind uns so ähnlich. Manchmal frage ich mich, warum wurden wir überhaupt voneinander getrennt?"
„Die Natur kennt keine Spender, sondern nur Eltern!", so die Überzeugung des Musikers, und weiter: „Gerechtigkeit für die einen darf nicht zur Ungerechtigkeit für die anderen werden." Im Zweifelsfall müssten immer die Rechte der Kinder Vorrang haben - jene, die in der UN-Kinderrechtskonvention in Artikel 7 und 8 festgeschrieben sind: „Das Recht, die Eltern zu kennen, von ihnen betreut und geliebt zu werden, und auch, das Recht auf Kenntnis der eigenen Identität." Dies sollte am besten schon von Geburt an gewahrt werden, ohne verletzende Familiengeheimnisse. Angesichts des rasenden Fortschritts der Reproduktionsmedizin und einer boomenden „Adoptionsindustrie" sei es Aufgabe der nationalen Gesetzgeber, diese Rechte immer weiter aufklaffender Lücken zu schützen.
Handlungsbedarf in Österreich 
Seine Wahlheimat Österreich bezeichnete Frantz als ein weltweites Vorbild aus Kindessicht in Sachen Keimzellspende. Die Anonym-Spende war bisher - anders als in den USA - nicht erlaubt, Spenderkinder konnten ab dem Jugendalter die Identität ihrer biologischen Eltern erfahren, zudem müssen Spender altruistisch motiviert sein und dürfen maximal an drei Familien spenden. Dieses Recht bröckelt jedoch immer mehr: Einerseits durch Umgehung im Ausland, andererseits jedoch auch durch jüngste Änderungen im Elternrecht, wonach für gesetzliche Elternschaft bloß die Mutter und ihr Partner bzw. ihre Partnerin bei der Geburt verheiratet sein oder in eingetragener Partnerschaft leben müssen. 
Der Nationalrat hat per Entschließungsantrag die Regierung beauftragt, bis Ende April einen Ministerialentwurf betreffend Einrichtung eines zentralen Registers über Samen- oder Eizellspenden zur Begutachtung vorzulegen, wie auch im Regierungsprogramm enthalten ist. 
Foto: Kathpress/ Steiner Julia 

Kurznachrichten 

   

Papst Franziskus hat katholische Medienschaffende dazu aufgerufen, auch im Zeitalter von Künstlicher Intelligenz „gegen den Strom zu schwimmen". 

 

Papst Franziskus kann Gefühlen wie Wut und Zorn auch gute Seiten abgewinnen. Einerseits sei Zorn ein furchtbares Laster und der Ursprung von Kriegen, sagte der Papst am Mittwoch bei der Generalaudienz im Vatikan. Andererseits sei er eine Leidenschaft und bis zu einem gewissen Grad unbewusst. 

 

Vatikan. Das offizielle Internetportal des Vatikans bringt ab sofort auch Texte in mongolischer Sprache. Mongolisch ist die 52. Sprache des Portals „Vatican News". Dort werden vor allem Ansprachen des Papstes sowie Nachrichten aus dem Vatikan und der Weltkirche verbreitet. 

 

Italien. Die päpstliche Kinderklinik Bambino Gesu behandelt verletzte Kinder aus dem Gazastreifen. Am Montagabend trafen fünf Kinder mit ihren Familien in Rom ein, wie die Zeitung „Avvenire" berichtete. 

 

Ukraine. Zwei Mitarbeiter des Hilfswerks der evangelisch-reformierten Kirche in der Schweiz (HEKS) sind im Südosten der Ukraine getötet worden. Es handelte es sich um Franzosen. 

 

In Kolumbiens  Gesellschaft ist Gewalt gegen Frauen weiterhin eine Realität: Darauf hat die kolumbianische Ordenskonferenz in einer Erklärung hingewiesen. Hintergrund ist die Misshandlung und Vergewaltigung einer 31-jährigen Ordensfrau in Medellin. 

 

Irak. Von den 7.000 christlichen Familien, die einst in der südirakischen Metropole Basra lebten, sind nur noch etwa 350 und damit rund fünf Prozent vor Ort. Das berichtet das kirchliche Infoportal „AsiaNews" laut Mitteilung des Pressediensts der Stiftung „Pro Oriente". 17 Kirchen gab es einst in der Stadt. Neun wurden geschlossen, zwei verwüstet bzw. zerstört. 

 

Kolumbien. Angesichts verheerender Waldbrände infolge extrem hoher Temperaturen sowie Trockenheit und Dürre, die durch das Klimaphänomen „El Nino" mitverursacht wurden, haben die Bischöfe des südamerikanischen Landes zu konkreten Aktionen der „ökologischen Umkehr" aufgerufen.  343 Waldbrände konnten bereits gelöscht werden. Laut dem Portal Infobae gab es am Dienstag noch zehn aktive Brände sowie sechs weitere, die sich bereits unter Kontrolle befanden. 

 

Belgien. Die Vertretung der katholischen Bischöfe in der EU (COMECE) teilt die Sorgen von Bauern in Bezug auf die Zukunftsfähigkeit von kleinen und mittleren Landwirtschaftsbetrieben. Viele Landwirte, die aktuell in vielen Ländern in der Europäischen Union protestierten, fühlten sich in ihrer Existenz bedroht. 



Deutschland. Die Erzdiözese Freiburg will, dass  auf die Dächer von Kindergärten, Gemeindehäusern und auch Kirchen in der deutschen Erzdiözese Freiburg in den kommenden zehn Jahren möglichst viele Photovoltaik-Anlagen kommen. In den kommenden 10 Jahren stehen dafür 120 Millionen Euro bereit. 

 

Kanada. Kardinal Gerald Cyprien Lacroix (66) hat Vorwürfe sexueller Übergriffigkeit zurückgewiesen. 

 

Russland.  Präsident Wladimir Putin hat dem orthodoxen Moskauer Patriarchen Kyrill I. mit einem Strauß weißer Rosen zum 15. Jahrestag der Inthronisation als Kirchenoberhaupt gratuliert. 

 

Österreich

   

Österreich. In den letzten Jahren haben rund 26.000 Menschen, größtenteils als Nachkommen von NS-Opfern, die österreichische Staatsbürgerschaft wiedererlangt und die Zahl steigt weiter kontinuierlich an. Das hat Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) bei einem Festakt in Wien bekannt gegeben. 

 

Wien. Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) hat am Dienstagabend den Golden Vision Award - die höchste Auszeichnung des European Jewish Congress (EJC) - im Parlament verliehen bekommen. EJC-Präsident Ariel Muzicant: Sobotka „war immer auf unserer Seite, sowohl in Momenten der Freude als auch der Trauer, insbesondere in diesen für alle Juden schwierigen Zeiten." 

 

Vorarlberg. Lerncafés haben eine hohe Wirksamkeit für den Lernerfolg sowie die Motivation von Kindern und Jugendlichen: Das hat ein breit angelegtes Forschungsprojekt der Pädagogischen Hochschule Vorarlberg attestiert, das das Angebot der Lerncafés der Caritas der Diözese Feldkirch wissenschaftlich evaluiert hat. Ergebnisse der Studie zeigen, dass jedes Jahr zwischen 96 und 100 Prozent der Lerncafé-Kinder ihre Schulstufe erfolgreich schaffen.

 

Niederösterreich. Im Rahmen eines Festakts wurde in St. Pölten der österreichweite kirchliche Umweltpreis verliehen. Die drei Hauptpreise der ökumenischen Initiative gingen an die Wiener katholische Pfarre Akkonplatz, die katholische Pfarre Euratsfeld und die Katholische Hochschulgemeinde Klagenfurt (KHG). 

 

Oberösterreich. Mit 1. Jänner 2024 ist in der Diözese Linz nach eineinhalb Jahren intensiver Vorbereitung die kirchenrechtliche Gründung der drei neuen Pfarren TraunerLand, Steyr (15 Teilgemeinden) und Mühlviertel-Mitte (12 Teilgemeinden) erfolgt.

Ausstellung über Fischer von Erlach 

Johann Bernhard Fischer von Erlach (1656-1723), Meisterarchitekt des Barocks in Österreich und Schöpfer zahlreicher Sakralbauten, steht im Mittelpunkt der ersten Sonderausstellung im neu eröffneten Wien Museum - in Steinwurfweite von der Karlskirche als einem seiner bedeutendsten Bauwerke. Fischers Schaffen reicht von Garten- und Stadtpalästen für den Wiener Adel - etwa das Stadtpalais des Prinzen Eugen in der Himmelpfortgasse oder das Palais Schönborn-Batthyány auf der Freyung - über große kaiserliche Monumente wie der erste Bau von Schloss Schönbrunn bis hin zu den Kirchenbauten für den Erzbischof von Salzburg.
Weitere bedeutende Sakralbauten Fischers bzw. Arbeiten im kirchlichen Auftrag sind der Hochaltar der Basilika von Mariazell, Innenausstattung der zum Mausoleum gehörenden Katharinenkirche in Graz und die genannte Karlskirche: Für sie setzte sich Fischer mit seinem Entwurf, der die Kirche als Verbindung zwischen Rom und Byzanz anlegte, beim Architektenwettbewerb u.a. gegen Lukas Hildebrandt durch. Info: www.wienmuseum.at

Auch das noch...

Kurienkardinal Czerny: Wirtschaft denkt seit 200 Jahren zu kurz

Die sich verschärfenden globalen Probleme verlangen nach Worten des vatikanischen Entwicklungsministers eine neue humanistische Wirtschaftsmentalität. Sie müsse die Trennmauer zwischen Wirtschaft und gesellschaftlichem Gemeinwohl niederreißen, sagte Kurienkardinal Michael Czerny am Freitag laut Redemanuskript in Aachen. Czerny wurde dort für seinen Einsatz für Menschenwürde und Menschenrechte mit dem Klaus-Hemmerle-Preis der internationalen Fokolar-Bewegung geehrt.
Schonungslose und kurzsichtige Gewinnmaximierung ohne Rücksicht auf andere Erwägungen seien ein Missverständnis von Wirtschaft, Entwicklung und Fortschritt, so der Leiter der Vatikanbehörde für menschliche Entwicklung. „Seit mehr als 200 Jahren verfolgen die modernen Volkswirtschaften in kurzsichtiger Weise ein extraktives Modell für unbegrenzte wirtschaftliche Expansion". Dabei plünderten sie sowohl Menschen als auch die Natur aus, so der Kardinal.
Eine globale Richtungsänderung sei daher dringend notwendig. Jeder könne dazu beitragen, „unseren Fokus von Profit auf Wohlstand, von Wirtschaftswachstum auf Nachhaltigkeit und von Materialität auf Menschenwürde" zu verlagern. Genau dies sei das Anliegen wichtiger Lehraussagen von Papst Franziskus.
 

Sri Lanka: Kirche und Menschenrechtler kritisieren Online-Gesetz 

Zu heftiger Kritik und Demonstrationen der Zivilgesellschaft sowie von Kirchenvertretern und Menschenrechtlern hat in Sri Lanka der Parlamentsbeschluss eines neuen „Online-Sicherheitsgesetzes" geführt. Die darin vorgenommene Medienregulierung ist laut den Gegnern „drakonisch" und könnte den Behörden erlauben, nicht nur Unternehmen für als schädlich erachtete Beiträge auf Social Media strafrechtlich zur Verantwortung zu ziehen, sondern auch, die freie Meinungsäußerung mundtot zu machen und abweichende Meinungen zu unterdrücken, berichtete das Onlineportal „Asianews".
Das am 24. Jänner trotz aller Einwände verabschiedete Gesetz räumt einer staatlichen Online-Sicherheitskommission weitreichende Befugnisse ein für die Entscheidung, was verbotene Aussagen sind und was nicht. Zudem soll die Kommission Empfehlungen an Internetdienstanbieter aussprechen, ungeeignete Inhalte zu entfernen und den Zugang für mutmaßliche Täter zu sperren. Die Kommission ist auch befugt, Strafen zu verhängen, darunter fünf Jahre Gefängnis und hohe Geldstrafen für Social-Media-Nutzer.

Kardinal Rodriguez: Europa tut zu wenig gegen Drogenkonsum

Rekorddrogenfunde in den Häfen in den Niederlanden und Belgien, Rekordproduktion in Kolumbien. Dazu nahezu wöchentlich Meldungen über Gewalt in Mexiko, Ecuador oder Argentinien. In Lateinamerika nimmt die Macht der Drogenkartelle offenbar immer weiter zu. Nun hat sich einer der profiliertesten Köpfe der katholischen Kirche in Lateinamerika in die Debatte eingeschaltet und die Konsummärkte in Europa und den USA kritisiert.
Das Hauptproblem im Kampf gegen den Drogenhandel sei, dass weder der Konsum bekämpft, noch gegen das Geld vorgegangen werde, das aus diesen illegalen Aktivitäten in internationalen Banken deponiert sei, sagte Kardinal Oscar Andres Rodriguez Maradiaga im Programm „Al Banquillo" des Senders TSI.
Dieses Geld sei mit dem Blut der Opfer befleckt, so der emeritierte Erzbischof von Tegucigalpa. „Europa und die Vereinigten Staaten sind Großverbraucher von Drogen, und sie verfolgen nicht den Konsum, sondern fördern den illegalen Handel und das Geld", sagte Rodriguez Maradiaga. Die synthetische Droge Fentanyl, die auch in Honduras auf dem Vormarsch sei, sei das „schlimmste Gift", das es derzeit in Honduras gäbe. Es sei traurig, dass Menschen, um Geld zu verdienen, den Tod anderer Menschen bewusst in Kauf nehmen würden.
 

Erzdiözese Köln plant mit einem 21-Millionen-Defizit

Die Erzdiözese Köln plant für das laufende Wirtschaftsjahr 2024 einen Fehlbetrag von knapp 21 Millionen Euro ein. Das Defizit könne aus den Rücklagen ausgeglichen werden, wie die Erzdiözese am Montag mitteilte. Sie rechnet im laufenden Jahr mit Einnahmen von rund 934 Millionen Euro. Dem gegenüber stehen geplante Ausgaben von 954 Millionen Euro. Sie lägen um rund 20 Millionen Euro über den tatsächlichen Aufwendungen im Jahr 2022.
Vor dem Hintergrund abnehmender Mitgliederzahlen und einer schwächelnden Konjunktur geht die mitgliederstärkste deutsche Diözese von rund 658 Millionen Euro an Einnahmen aus der Kirchensteuer aus. Dies seien rund 30 Millionen Euro weniger als im Jahr 2022. Das Finanzergebnis aus Beteiligungen und Wertpapieren werde sich auf 44 Millionen Euro belaufen.
Für die Seelsorge (Personal, Betriebskosten, Gebäudeerhalt) werden den Angaben zufolge 262 Millionen Euro bereitgestellt. Für Bildung und Wissenschaft stehen 68 Millionen Euro zur Verfügung. ???
von der Laienvertretung als überflüssig abgelehnt worden. 
Für Kitas gibt die Erzdiözese 51 Millionen Euro, für die Caritas 62 Millionen Euro sowie für Mission und Entwicklungshilfe rund 41 Millionen Euro aus. 

„Volontariat bewegt": 13 Freiwillige starten Einsatz

13 junge Erwachsene starten im Februar ihren Freiwilligendienst mit „Volontariat bewegt", einer Initiative von „Jugend Eine Welt" und den Salesianern Don Boscos. Nach einer mehrmonatigen Vorbereitung für den Freiwilligeneinsatz reisen die jungen Menschen nach Albanien, Ecuador, Georgien, Indien, Kolumbien, Lesotho und Mexiko. Dort werden sie zehn bis zwölf Monate in Sozialprojekten der Salesianer Don Boscos und weiterer Partnerorganisationen Kinder und Jugendliche unterstützen. „Das Ziel des Freiwilligeneinsatzes ist ein globaler Perspektivenwechsel", betonte Mario Karolyi, Geschäftsführer von „Volontariat bewegt" in einer Aussendung am Dienstag. Zudem wirke das freiwillige Engagement von Jugendlichen im Ausland auch in Österreich weiter, etwa in Form von Ehrenamtlichkeit.