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die neue Kirchenzeitung

4. September 2022 

Heiliger Michael ? 

Freitag, der 1. Dezember 1989, war ein besonderer Tag. Der erste und letzte, an dem ich mit meinen Volksschulkindern „fernschaute“. 
Dazu hatte ich meinen hauseigenen TV-Apparat extra in die Schule mitgenommen. 
Zu sehen war schier Unglaubliches: Michael Gorbatschow, der oberste Kommunistenführer, traf Johannes Paul II. im Vatikan. Jenen Papst, der mit der Unterstützung der polnischen Gewerkschaft Solidarnosc der größte Gegner des Kommunismus war. 
Nach dem 75-minütigen Gespräch kündigte Gorbatschow an, sein Land werde in Kürze ein Gesetz über die Gewissensfreiheit erlassen. Er hielt Wort. Zuvor hatten die 13 Millionen Katholiken in der UdSSR Jahrzehnte hindurch unter schwerer Verfolgung zu leiden. 
Als Politiker, der mit „Glasnost" und „Perestroika" die Geschichte der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts „wie kein anderer" geprägt 

 

und verändert hat, würdigte der katholische Publizist Heinz Nußbaumer den am 30. August  mit 91 Jahren verstorbenen ehemaligen Staats- und Parteichef der Sowjetunion. 
Was niemand zu hoffen gewagt hatte, geschah: Der Eiserne Vorhang fand ein Ende. Der Zerfall des Sowjetimperiums brachte Osteuropa die Freiheit und Deutschland die Wiedervereinigung. 
Der Westen pries Gorbatschow, seine Ratschläge wollte er jedoch nicht annehmen. Für Putins Russland gilt er als Zerstörer. 
Moskau angelte sich später den deutschen Ex-Kanzler Gerhard Schröder, den Westen rührte Gorbatschow später nicht mehr. 
Wenn Johannes Paul II. dank seiner überragenden politischen Bedeutung für das 20. Jahrhundert – nicht wegen seines kirchlichen Führungsstils – heiliggesprochen wurde, sollte es dann auch Michael Gorbatschow werden?            P. Udo 

Papst kreiert 20 neue Kardinäle, dann zweitägige Beratungen

In einer feierlichen Zeremonie im Petersdom hat Papst Franziskus am 27. September  20 Geistliche aus vier Kontinenten zu Kardinälen der katholischen Kirche erhoben. 16 von ihnen sind jünger als 80 Jahre und könnten derzeit an einer Papstwahl teilnehmen. Es war das achte Mal, dass Franziskus die Reihen der höchsten Würdenträger auffrischte.
Das Kardinalskollegium besteht nun aus 226 Männern, von ihnen sind 132 papstwahlberechtigt. 83 der Wähler sind von Franziskus ernannt (62,6 Prozent), 38 von Benedikt XVI. und 11 noch von Johannes Paul II. Für eine gültige Papstwahl ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit erforderlich; das wären derzeit 88 Stimmen.
In seiner Predigt erinnerte der Papst daran, dass es neben dem großen missionarischen Feuer, dem die Kardinäle in der Nachfolge Christi verpflichtet seien, auch die beständige Glut gebe, die inmitten des Gottesvolkes brenne. Sie werde zum Beispiel von Eheleuten in ihren Familien oder von alten Menschen am Leben gehalten.
Ein Kardinal solle immer beides wichtig nehmen, das Große und das Kleine: "Ein Kardinal liebt die Kirche, immer mit demselben geistlichen Feuer, ob er nun mit großen oder kleinen Fragen befasst ist, ob er die Großen dieser Welt trifft oder die Kleinen, die vor Gott groß sind", betonte der Papst. Er nannte die Kardinäle Agostino Casaroli (1914 - 1998) und Francois Xavier Nguyen Van Thuan (1928 - 2002) als Vorbilder.
Einer der 20 vom Papst zum Kardinal erhobenen Kandidaten, Richard Kuuia Baawobr (63) aus Ghana, war zwar nach Rom gekommen, konnte wegen akuter gesundheitlicher Probleme aber nicht an der Zeremonie im Vatikan teilnehmen. Der Papst ordnete an, ihm die Kardinals-Insignien durch einen Boten zu überbringen.
Kardinalsversammlung „schön", „friedvoll" und „herzlich"
Danach berieten die Kardinäle zwei Tage lang über die Kurienreform „Praedicate Evangelium". Vorrangig wurden die Beratungen in kleineren Sprachgruppen unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt. Franziskus war den Angaben nach jeweils bei den Zusammenfassungen der Ergebnisse anwesend, ließ die Würdenträger aber sonst unter sich.
Inhaltlich wurde nach Angaben von Teilnehmern vor allem über die Frage debattiert, welche Leitungsämter künftig nicht geweihte Männer und Frauen im Vatikan ausüben können. Diese Neuerung stellt eine der tiefstgreifenden Reformen in der Neuorganisation der sogenannten Römischen Kurie dar. Papst Franziskus hat mit ihr einen Auftrag umgesetzt, den 2013 die Kardinalsversammlung vor der Papstwahl nach Pannen und Skandalen im Vatikan als dringende Forderung formuliert hatte.
Die Stimmung unter den rund 200 Teilnehmer aus aller Welt wurde am Dienstag als „schön", „friedvoll", "harmonisch" und „herzlich" bezeichnet. Für viele war es auch ein persönliches Kennenlernen oder ein Wiedersehen nach langer pandemiebedingter Distanz.
Franziskus' Predigt zum Abschluss blieb ähnlich unaufgeregt. Kein flammender Appell, kaum mahnende Worte oder spitze Metaphern. Einzig die Warnung, sich als Teil des kirchlichen Apparats nicht in zu großer Sicherheit zu wähnen, sorgte für ein wenig Aufsehen. Der Papst erinnerte die Kardinäle an ihren Auftrag zur Verkündigung. Für diesen brauche es Dankbarkeit und ein anhaltendes Staunen, „dass wir in der Kirche sind, dass wir Kirche sind", bekräftigte Franziskus. Das mache die Gemeinschaft der Gläubigen anziehend.
Emeritierter Kurienkardinal: Konsistorien „völlig nutzlos"
Der emeritierte deutsche Kurienkardinal Walter Brandmüller hat sich kritisch über die jüngste Kardinalsversammlung in Rom geäußert. Die Konsistorien seien in ihrer jetzigen Form eine „offensichtlich völlig nutzlose Prozedur", schrieb er in einem Beitrag, den der Vatikan-Journalist Sandro Magister  veröffentlichte. Brandmüller habe die Kritik während der Beratungen mit dem Papst in den vergangenen Tagen äußern wollen, dies sei ihm allerdings untersagt worden, hieß es.
Während früher bei solchen Gelegenheiten offen diskutiert worden sei, herrsche seit Jahren eine „seltsame Stille" bei den Kardinalstreffen, so Brandmüller. „Es gab nie eine Debatte, einen Austausch von Argumenten zu einem bestimmten Thema." Änderungsvorschläge seinerseits seien abschlägig beschieden worden. „Kurz gesagt: Seit mindestens acht Jahren sind die Konsistorien ohne jede Form des Dialogs zu Ende gegangen", resümierte der 93-Jährige.
Kurienkardinal Grech: Vertraue dem Synodalen Weg in Deutschland
Der Organisator der katholischen Weltsynode, Kardinal Mario Grech, hat weiterhin Vertrauen in den Synodalen Weg der Kirche in Deutschland. „Vielleicht hätte die Kommunikation" zu dem Reformprojekt besser sein können", sagte Grech in einem am Montag veröffentlichten Interview. Aber er vertraue den deutschen Bischöfen, „dass sie wissen, was sie tun".
Die Kritik anderer Bischöfe am Synodalen Weg der Deutschen in Form offener Briefe kritisierte Grech. „Brüderliche Korrektur und Dialog" seien etwas sehr Positives. Eine „öffentliche Denunziation" aber helfe nicht, sondern polarisiere nur zusätzlich.
Neo-Kardinal: Ideologische Polarisierung schadet US-Kirche
Der designierte neue US-Kardinal Robert McElroy (68) beklagt ideologische Spaltungen innerhalb der US-Bischofskonferenz und in der Kirche. Die Polarisierung zwischen Befürwortern von integrativen Lösungen für die Kirche und denen, die eine strenge Lehre forderten, sei problematisch, sagte der Bischof von San Diego dem Portal Crux Now. Die meisten Katholiken befänden sich aber in der Mitte.
Foto: Vatican Media.

Armenisch-katholische Bischöfe fordern mehr Unterstützung für Orient-Christen

Die syrisch-katholischen Bischöfe haben zum Abschluss ihrer Synode im Libanon einen Appell verfasst, in dem sie die Welt aufrufen, die Christinnen und Christen im Nahen Osten und in Nordafrika nicht im Stich zu lassen und stärker zu unterstützen, wie örtliche Medien berichteten. Besorgt zeigten sich die Bischöfe vor allem über die Situation in Syrien, im Libanon, in Armenien und in Berg-Karabach. Aber auch im Irak und in der Türkei gebe es Grund zur Sorge. Viele Christinnen und Christen würden ihre Heimat verlassen oder konkret ans Auswandern denken, so die Bischöfe laut einem Bericht des „Pro Oriente"-Pressedienstes.
Unter der Leitung von Patriarch Raphael Bedros XXI. Minassian tagten die Erzbischöfe und Metropoliten im Kloster Bzommar im Libanon, dem Sitz des armenisch-katholischen Patriarchats. Zur Armenisch-katholischen Kirche bekennen sich heute rund 470.000 Gläubige weltweit, darunter rund 325.000 in Armenien selbst. Der Rest ist über die ganze Welt verstreut. In Österreich gehören der armenisch-katholischen Kirche schätzungsweise 500 Gläubige an.

Bischof von Charkiw: Gezielter Beschuss von Schulen

Im ukrainischen Charkiw werden Schulen, Kindergärten und andere zivile Einrichtungen nach Auskunft eines örtlichen Kirchenmanns gezielt mit Raketen beschossen. „Wer immer noch der Vorstellung anhängt, dass Russland nur militärische Einrichtungen bombardiert, der macht sich etwas vor", heißt es in einem Brief des römisch-katholischen Bischofs Pavlo Honcharuk an das internationale katholische Hilfswerk „Kirche in Not". Viele Kinder befänden sich immer noch in der Stadt und seien in Luftschutzkellern untergebracht. Sie lebten in einer Parallelwelt und könnten oft nicht begreifen, was um sie herum geschehe.
Charkiw ist die zweitgrößte Stadt der Ukraine und liegt etwa 20 Kilometer von der Front entfernt. Bisher sind laut Honcharuk, der die Diözese Charkiw-Saporischschja leitet, mindestens 20 Schulen zerstört worden. Um die Eltern zu unterstützen, stelle die Kirche ihnen unter anderem Hygieneartikel und Lebensmittel zur Verfügung.
Foto: Bischof Honcharuk zusammen mit freiwilligen Helfern. © KIRCHE IN NOT
Ukraine beschließt Sanktionen gegen Patriarch Kyrill I.
Die ukrainische Regierung befürwortet für die kommenden zehn Jahre Sanktionen gegen den Moskauer Patriarchen Kyrill I. und weitere sieben orthodoxe Geistliche aus Russland. Nach Angaben des Kulturministeriums beschloss das Ministerkabinett am Dienstag eine entsprechende Verordnung, die nun vom Sicherheits- und Verteidigungsrat sowie von Staatspräsident Wolodymyr Selenskyj geprüft werde. „Die russisch-orthodoxe Kirche unterstützt Russlands Krieg gegen das ukrainische Volk und segnet täglich Kriegsverbrechen gegen Ukrainer", sagte Kulturminister Olexandr Tkatschenko. Jeder, der daran beteiligt sei, solle zur Rechenschaft gezogen werden.
Kiew will alle ukrainischen Vermögenswerte der acht Geistlichen sperren und ihnen Handelsgeschäfte in der Ukraine verbieten. Auch sollen sie nicht einreisen dürfen. Die Sanktionen sollen neben Kyrill I. unter anderem gegen den ehemaligen Außenamtschef des Moskauer Patriarchats, Metropolit Hilarion, und den Vorsitzenden des kirchlichen Rates für Kultur, Metropolit Tichon aus der Großstadt Pskow, verhängt werden. Letzterem wird nachgesagt, persönlicher Beichtvater von Kreml-Chef Wladimir Putin zu sein. Das ukrainische Parlament hatte bereits im Mai die Bestrafung der Kirchenmänner gefordert.
Vatikan: Papstworte zum Krieg keine politische Stellungnahmen
Der Vatikan hat die Stellungnahmen des Papstes zum Ukrainekrieg politisch eingeordnet. Seine Worte zu diesem „dramatischen Thema" seien zu verstehen als „Verteidigung des menschlichen Lebens und der damit verbundenen Werte", heißt es in der Mitteilung des Heiligen Stuhls vom Dienstag. Die Papstworte zum Krieg sollten nicht als „politische Stellungnahmen" gelesen werden.
Anlass des Schreibens, das unmittelbar aus dem vatikanischen Staatssekretariat kommt, seien die vielen öffentlichen Diskussionen über die politische Bedeutung der Äußerungen von Franziskus und seinen Mitarbeitern zu diesem Thema.
Unmissverständlich benennt der Vatikan in dem Statement Russland als Aggressor. Der ausgedehnte Krieg in der Ukraine sei „von der Russischen Föderation begonnen worden", so der Text. Franziskus verurteile ihn „klar und unmissverständlich als moralisch ungerecht, inakzeptabel, barbarisch, sinnlos, widerwärtig und als Gotteslästerung".
VinziWerke: Leidensdruck für Armutsbetroffene merklich gestiegen
Auf die zunehmende Not von armutsbetroffenen Menschen in Österreich machen die „VinziWerke" aufmerksam. Mit dem Ukraine-Krieg und den daraus resultierenden Teuerungen sei der Leidensdruck unter dieser Bevölkerungsgruppe „merklich und in einer alarmierenden Geschwindigkeit" gestiegen, erklärte die seit einem Jahr im Amt befindliche Österreich-Koordinatorin der Hilfsorganisation, Amrita Böker, in einer Aussendung. In den vergangenen zwölf Monaten hätten sich auch die Auswirkungen der Corona-Pandemie deutlich bemerkbar gemacht: Die Sozialläden „VinziMärkte" verzeichneten bis zu 40 Prozent mehr Kundschaft, und deutlich mehr Personen mit niedrigem Einkommen hätten um Unterstützung der „VinziWerke" gebeten.
Deutliche Veränderungen verzeichnete auch die Anlaufstelle für Menschen in Not, „VinziTreff": Bereits im Mai dieses Jahres wurde dort die Anzahl der Hilfesuchenden des gesamten Vorjahres erreicht, sagte Böker. 

Irak: Militärbischof Freistetter in den Trümmern von Mossul

Mit der Eroberung Mossuls durch die Terrormiliz IS wurde die christliche Präsenz in der Millionenstadt am Tigris im Jahr 2014 ausgelöscht. Seit der Rückeroberung der Stadt vor rund fünf Jahren ist erst eine Handvoll Christen zurückgekommen; mit ihnen auch der chaldäische Erzbischof Michael Najeeb Moussa. Militärbischof Werner Freistetter hat ihm mit einer kleinen Delegation der „Initiative Christlicher Orient" (ICO) am 1. September einen Solidaritätsbesuch abgestattet und den Christen Mossuls Mut zugesprochen. Begleitet wurde Bischof Freistetter u.a. vom Linzer Generaldechant und ICO-Obmann Slawomir Dadas.
Freistetter und Dadas besuchten gemeinsam mit Moussa u.a. die zerstörte Georgskirche, die vom IS als Werkstatt zum Bau von Bomben missbraucht wurde. In der Altstadt von Mossul besichtigten sie das zerstörte alte chaldäische Patriarchat und auch jenen Platz inmitten mehrerer zerstörter Kirchen, den Papst Franziskus bei seinem Besuch in Mossul im März 2021 aufgesucht hatte. Die Bischöfe beteten für den Frieden im Irak und ein gutes Zusammenleben aller Religionsgemeinschaften.
Erzbischof Moussa verwies im Gespräch mit der Delegation aus Österreich auf die große christliche Tradition Mossuls. Noch im 17. und 18. Jahrhundert sei die Mehrheit der Bevölkerung christlich gewesen. 2014 mussten die letzten Christen vor dem IS aus der Stadt fliehen, um ihr Leben zu retten. Seit der militärischen Rückeroberung Mosuls seien erst 50 christliche Familien in die Millionenstadt zurückgekehrt. Mit westlicher Hilfe konnte der Erzbischof die chaldäische Pauluskirche renovieren, wo er inzwischen auch seinen Bischofssitz hat. Die ersten zweieinhalb Jahre musste er außerhalb Mossuls schlafen.
Alle 35 Kirchen Mossuls…
… wurden vom IS zerstört bzw. bei der Rückeroberung dem Boden gleich gemacht. Neben der Pauluskirche wurden inzwischen zwei weitere syrisch-katholische Kirchen renoviert sowie in Teilen das chaldäische Georgskloster, eines der großen spirituellen Zentren der Kirche in vergangenen besseren Jahren.
Erzbischof Moussa setzt sich dafür ein, dass die Christen bei der Renovierung ihrer verwüsteten Häuser Hilfe bekommen und er möchte noch viele weitere Kirchen wieder aufbauen, wie er sagte, - als Zeichen der Hoffnung für die Christen. Er hoffe sehr, so Moussa, dass bald weitere Christen in ihre Heimat zurückkehren. Derzeit sei Mossul auch eine der sichersten Städte des Irak, zumindest angesichts der gewaltsamen Ausschreitungen in den letzten Tagen in Bagdad und vielen weiteren Städten des Landes. In Mossul sei es ruhig geblieben.
Moussa ortete zumindest Ansätze, dass die muslimische Mehrheit aus der IS-Zeit gelernt habe. Auch viele Muslime seien von den Fanatikern und Terroristen ermordet worden. Derzeit seien jedenfalls die Predigten in den Moscheen wesentlich gemäßigter als früher.

Kurznachrichten

 

Papst Franziskus hat erneut zu Frieden aufgerufen - und dazu ein drastisches Bild gewählt: „Heute erleben wir den Dritten Weltkrieg", erklärte er am Mittwoch in der vatikanischen Audienzhalle in einem nicht im offiziellen Manuskript vermerkten Nachsatz. 

 

Vatikan. Der offizielle Text zur Kurienreform von Papst Franziskus, "Praedicate Evangelium", ist seit Dienstag auch auf Deutsch verfügbar. 

 

Vatikan. 400 Tirolerinnen und Tiroler mit Bischof Hermann Glettler und Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) an der Spitze sind am 31. September Papst Franziskus im Vatikan begegnet. Der Papst  war dabei über die große Zahl der Pilger wie auch über die musikalische Darbietung einer Trachtenkappelle sichtlich erfreut. 

 

Vatikan.  P. Friedrich Bechina (55), Untersekretär der vatikanischen Bildungsbehörde, verlässt Mitte September Rom. Der Österreicher war bereits seit 2001 im Vatikan tätig, zuletzt zehn Jahre lang als dritter Mann der Behörde und damit höchstrangiger österreichischer Kurienmitarbeiter. 

 

Pakistan. Nach der Flutkatastrophe in Pakistan mit 33 Millionen Betroffenen ist laut Caritas schnelle Hilfe notwendig. Die Caritas ist an mehreren Einsatzorten in allen Provinzen Pakistans aktiv. Derzeit geht es darum, das Überleben von möglichst vielen Familien zu sichern. Die Verteilung von Essenspaketen und Zelten sowie medizinische Ersthilfe haben momentan Priorität. 

 

Frankreich. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (63) hat bei einem Besuch der christlichen Gemeinschaft in Taize den dort herrschenden „Geist von Frieden und Versöhnung" gelobt. Diese Botschaft sei „heute aktueller denn je". 

 

Deutschland. Die deutsche Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs hat in den vergangenen sechs Jahren insgesamt 1.600 Gespräche mit Betroffenen geführt. Hinzu kamen 650 schriftliche Berichte, wie das Gremium am Donnerstag in Berlin mitteilte. 

 

Spanien. Die Zeitung „El Pais" hat Missbrauchsfälle bei Jesuiten dokumentiert und belastendes Material gegen 130 Ordensangehörige sowie angestellte Laien veröffentlicht. Die vorgeworfenen Delikte liegen teils Jahrzehnte zurück.  Viele der mutmaßlichen Täter sind bereits tot. 

 


Tschechien. Prag hat seit Sonntag ein Mahnmal zur Erinnerung an die 9.801 Glocken, die während des Zweiten Weltkriegs in Böhmen und Mähren von den National-sozialisten beschlagnahmt und zu Waffen umgeschmolzen wurden. Die in der Gießerei Grassmayr in Innsbruck gefertigte Gedenkglocke wiegt deshalb genau 9.801 Kilogramm, wie Radio Prag berichtet. 


Österreich

 

Österreichs katholische Kirche trauert um den früheren Apostolischen Nuntius in Österreich, Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen. Der vatikanische Diplomat, der von 2009 bis zu seiner Emeritierung 2018 Repräsentant des Heiligen Stuhls in Österreich war, ist am Sonntag, einen Tag nach seinem  79. Geburtstag, in seinem Schweizer Heimatort Brig verstorben. 

 

Österreich. Der Verein für Franziskanische Bildung (VfFB) übernimmt zum demnächst beginnenden Schuljahr 2022/23 die Trägerschaft von insgesamt mehr als 50 Bildungseinrichtungen für rund 7.000 Kinder und Jugendliche in Oberösterreich, Niederösterreich und der Steiermark. 

 

Steiermark. Mehr als 3.000 Pilger aus dem Burgenland, aus Ungarn und der Slowakei haben am Wochenende an der mehrtägigen Wallfahrt der Kroaten nach Mariazell teilgenommen. Den Hauptgottesdienst leitete Bischof Ägidius Zsifkovics - selbst Burgenlandkroate. 

 

Wien. Anlässlich der kirchlichen Schöpfungszeit (1. September bis 4. Oktober) hat die Katholische Aktion Österreich (KAÖ) konkrete Forderungen in den Bereichen Verkehr, Bodenverbrauch, Ernährung und Ressourcen-verbrauch an die Politik gestellt. 

 

Wien. Das Caritas-Hotel „magdas" verlässt mit Ende August seinen aktuellen Standort im Wiener Prater und zieht an seine neue Adresse in Wien-Landstraße. Als das „magdas"-Hotel 2015 eröffnet wurde, galt es als das erste Social Business Hotel Österreichs und sorgte auch international für Schlagzeilen. In dem Hotel arbeiten geflüchtete Menschen. 

 

Oberösterreich. Die Linzer Ars Electronica streift in ihrer diesjährigen Ausgabe erneut das Spannungsfeld Kunst und Religion und zeigt am 9. September um 15 Uhr hochauflösende Bilder der Sixtina. 

99 Blessings

Oft hindert uns eine innere Unruhe, das Gefühl der Dankbarkeit zu genießen oder es überhaupt erst einmal wahrzunehmen. Der Mönch und spirituelle Lehrer David Steindl-Rast öffnet in diesem Buch eine Tür zu mehr Zufriedenheit und Ruhe, ja, er stößt sie mit seinen anregenden und berührenden Meditationen regelrecht auf.
Aber dieses Buch steckt nicht nur voller Dankbarkeit, sondern auch voller Wünsche für eine Welt, in der noch viele Wünsche offen sind.
Jeder Tag wird für uns ein Geschenk, das wir weitergeben können – wir schenken uns das Zuhören und Wahrnehmen, Innehalten und In-uns-Gehen. Und je mehr wir uns in ebendiesen Fähigkeiten üben, desto leichter fällt es uns zu erkennen: Es gibt unendlich viele Gründe, um heute dankbar zu sein.
• Das neue Buch zur Dankbarkeit von Bestseller-Autor David Steindl-Rast
• Überraschende Meditationen für jeden Tag
• Eine Einladung zum Reflektieren, In-sich-Gehen und Glücklichsein
David Steindl-Rast wurde am 12. Juli 1926 in Wien geboren. Er studierte Kunst, Anthropologie und Psychologie in Wien und trat 1953 in das Benediktinerkloster Mount Saviour im Bundesstaat New York ein. Seit den 1960er Jahren engagiert er sich im interreligiösen Dialog.
Die Kraft des Staunens, Kneipp Verlag Wien, 228 Seiten, 22€.

Auch das noch...

Eritrea: Staat fordert Kontrolle über katholische Schulen

Die eritreischen Behörden haben die Kontrolle über eine katholische Schule übernommen und planen die Übernahme einer weiteren Schule. Der Grund dafür ist, dass der Staat befürchtet, die Kirche würde sich in Angelegenheiten des Staates einmischen, geht aus einem Bericht des Portals Vatican News hervor. Die Kirche forderte die Regierung auf, auf demokratische Prinzipien statt auf autoritäre Strukturen zu setzen.
Laut BBC hat die Regierung von Eritrea die Hagaz Agro-Technical School (HATS) übernommen, eine katholische Bildungseinrichtung, die von den Brüdern der christlichen Schulen (LaSalle Brüder) gegründet und betrieben wurde. Die Schule biete seit über 20 Jahren Schulungen in den Bereichen Landmaschinen, Ackerbau, Viehzucht sowie Bodenerhaltung an.
Ein ähnlicher Schritt sei auch für die Don Bosco Technical School in Dekemhare in Planung, heißt es in dem Bericht weiter unter Verweis auf Quellen, die anonym bleiben wollen. Demnach soll in Eritrea "eine weitere Ausbildungsstätte, die in katholischem Besitz ist, im September dieses Jahres an die Regierung übergeben werden".
Die jüngsten Beschlagnahmungen reihen sich in eine Reihe von Einschränkungen durch den Staat ein, die in dem Land am Horn von Afrika seit 2019 durchgeführt werden. Die Regierung beruft sich dabei auf eine Verordnung aus dem Jahr 1995, die die Aktivitäten religiöser Einrichtungen einschränkt.
 

Indien: Kirchenprotest gegen Freilassung von Vergewaltigern

Die katholische Kirche protestiert gegen die vorzeitige Haftentlassung von elf Hindus im indischen Bundesstaat Gujarat, die wegen Gruppenvergewaltigung einer Muslimin verurteilt worden waren. Die Entscheidung, die Täter freizulassen, sende eine „falsche Botschaft" aus, hieß es in einer Stellungnahme der Erzdiözese Delhi.
Die betroffene Frau war 2002 während hinduistischer Ausschreitungen gegen Muslime von den Männern vergewaltigt worden. Bei den Unruhen kamen auch 14 ihrer Familienmitglieder ums Leben, darunter ihre dreijährige Tochter. Die Vergewaltiger wurden später zu lebenslangen Freiheitsstrafen verurteilt. Für viele Hindu-Nationalisten gelten sie jedoch als Helden. Bei ihrer Entlassung wurden sie örtlichen Medienberichten zufolge von Mitgliedern der „Indischen Volkspartei" (BJP) gefeiert.
Zahlreiche Menschenrechtler sehen in der Freilassung einen „gravierenden Justizirrtum". Sie forderten das Oberste Gericht in einer gemeinsamen Erklärung auf, die vorzeitige Entlassung der Verurteilten rückgängig zu machen.

Besonderer Einsatz für Kinder: „Weiße Feder" erneut vergeben

Im Rahmen der Niederösterreichischen Kindersommerspiele (NÖKISS), die vom 26. bis 28. August sowie vom 2. bis 4. September im Stift Herzogenburg stattfanden bzw. -finden, wurde auch heuer wieder die "Weiße Feder von Herzogenburg" verliehen. Die Auszeichnung wird an Menschen, Vereine oder Institutionen vergeben, die etwas Besonderes für Kinder leisten. 
Heuer wurde der Preis, wie die St. Pöltner Kirchenzeitung „Kirche bunt" in ihrer aktuellen Ausgabe berichtete, von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Stiftspropst Petrus Stockinger beim 50-Jahr-Jubiläum von NÖKISS an Elisa Wegl (Kategorie regionaler Preis), an „Charity Heroes Austria" (national) und an den Verein "Auro Danubia" (international) überreicht.
Die „Charity Heroes Austria: Helden für Kinder" besuchen Kinder, die an physischen und psychischen Krankheiten leiden, die in Heimen leben oder sich in einer schwierigen, stressigen oder angsteinflößenden Lebenssituation befinden, wie aktuell Kinder aus der Ukraine.
Der Verein „Auro Danubia" unterstützt sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche in Rumänien. Aus der Idee, Straßenkindern und Sozialwaisen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen, entstand das Hilfsprojekt "Saniob" in Rumänien, hinter dem das Stift Melk mit Abt Georg Wilfinger steht.
Elisa Weigl hat für ihren Sohn mit besonderen Bedürfnissen auf Anraten einer Therapeutin Stofftiere mit Quarzsand gefüllt. 
 

US-Evangelikale wollen verstärkt gegen Klimawandel vorgehen

Die National Association of Evangelicals (NAE) fordert ein verstärktes Engagement im Kampf gegen den Klimawandel. Der Schutz der Umwelt sei ein biblischer Auftrag, heißt es in einem am Montag (Ortszeit) veröffentlichten Bericht, der rund 50 Seiten umfasst. Aus der Bibel ließen sich zwar keine direkten Maßnahmen gegen Umweltzerstörung ableiten, allerdings seien die Bewahrung der Schöpfung und die Nächstenliebe christliche Gebote, die eine Auseinandersetzung mit der Umweltkrise verlangten. Die Folgen des Klimawandels gefährdeten weltweit vor allem die Armen, so der NAE-Bericht.
Das Werben für striktere Umweltschutzmaßnahmen unter Evangelikalen sei indes schwierig, gaben die Autoren zu bedenken. In der Glaubensgruppe herrsche eine weit verbreitete Skepsis gegenüber dem Klimawandel. Es kursierten zahlreiche Verschwörungstheorien zu den Ursachen. Hinzu komme eine teils offene Ablehnung wissenschaftlicher Erkenntnisse.