JA 

die neue Kirchenzeitung

 6. August 2023 

Lesungen:  Dan 7,9-10.13-14; 2 Petr 1, 16-19. Evangelium: Mt 17,1-9.

Kein Drittes Vatikanum

Der Ruf vieler Kirchenreformer nach einem Dritten Vatikanischen Konzil ist laut, jedoch unrealistisch.
Laut Papst Franziskus ist die Zeit noch nicht reif für das nächste große Reformkonzil in der katholischen Kirche. Das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) sei immer noch nicht „auf die Straße gebracht" worden, so das katholische Kirchenoberhaupt im Interview der spanischen Zeitschrift „Vida Nueva". 


Der Publizist und Vatikan-Kenner Marco Politi sagte jüngst in einem Interview mit „Christ  & Welt“, er habe kurz vor seinem Tod mit Professor Hans Küng über die Lage der Kirche gesprochen: „Er meinte, wenn jetzt ein Konzil stattfände, würden die Traditionalisten gewinnen. Weil die Unentschlossenen und Ängstlichen es nicht wagen würden, sich auf die Seite der Reformer zu schlagen.“ 
Politi fügte hinzu: „Küng war ein weiser Mann.“
Ein sehr weiser!      P. Udo

Franziskus an WJT-Pilger: „Jesus meint jeden von uns!“ 

Es war laut, bunt, freudig: Papst Franziskus hatte am Donnerstagabend seinen ersten offiziellen Auftritt beim Weltjugendtag von Lissabon. Im Edward-VII.-Park im Zentrum der portugiesischen Hauptstadt jubelten zehntausende junge Menschen dem Gast aus Rom zu,  berichtete Vatican Media.

Feierlich wurden die Fahnen der Länder hereingetragen, aus denen die Teilnehmer dieses 37. Weltjugendtages stammen: Über 200 Nationen sind in diesen Tagen bei dem katholischen Jugendfest in der westlichsten Hauptstadt Europas vertreten, die Teilnehmerzahl belief sich laut örtlicher Behörden auf etwa 500.000 Pilger. 

Der Papst als „natürlicher Verbündeter“ der Jugend

Der Patriarch von Lissabon, Kardinal Manuel Clemente, begrüßte Franziskus in einer kurzen Rede: Er gebe dem Papstamt „ein evangeliumsgemäßes, ausdrucksstarkes und überzeugendes Gesicht, für die Christen und für die ganze Menschheit“. „Die jungen Menschen empfinden Sie, Heiliger Vater, als ihren natürlichen Verbündeten und bringen Ihnen große Wertschätzung und Zuneigung entgegen“. Clemente ist 75, der Papst 86 Jahre alt.

Anrufung des hl. Johannes Paul

Feierlich wurden bei der abendlichen Veranstaltung die Patrone des Weltjugendtages angerufen, darunter Johannes Paul II., Don Bosco und der italienische Jugendliche Carlo Acutis. Auf der offiziellen Gedenkmedaille sind die Patrone – es sind dreizehn an der Zahl – abgebildet.

Einladung zum Wirbel

„Willkommen und danke, dass ihr hier seid“, sagte Franziskus in seiner Ansprache, „ich freue mich, euch zu sehen! Und ich freue mich auch über den sympathischen Lärm, den ihr macht, und darüber, dass ihr mich mit eurer Freude ansteckt.“ Beim ersten Weltjugendtag, an dem er als Papst teilgenommen hat (das war 2013, in Rio de Janeiro), hatte der Neugewählte mit einer berühmt gewordenen Formulierung Jugendliche aus seiner Heimat Argentinien aufgefordert, „Wirbel“ zu machen.

„Liebe Freunde, ihr seid nicht zufällig hier. Der Herr hat euch gerufen, nicht nur in diesen Tagen, sondern seit Anbeginn eurer Tage. Ja, er hat euch beim Namen gerufen. Beim Namen gerufen: Versucht, euch diese drei Worte in großen Buchstaben geschrieben vorzustellen; und dann stellt euch vor, dass sie in eurem Inneren, in euren Herzen eingeschrieben sind, als ob sie den Titel eures Lebens bilden, den Sinn dessen, was ihr seid: Du bist beim Namen gerufen, ich bin beim Namen gerufen.“

„Gott hat uns beim Namen gerufen“

Schon vor Beginn unseres Lebens seien wir von Gott Geliebte und Gerufene: „Gerufen, weil wir geliebt sind“, so der Papst. „In Gottes Augen sind wir wertvolle Kinder, die er jeden Tag ruft, um sie zu umarmen und zu ermutigen… Helfen wir uns auf diesem Weltjugendtag gegenseitig, diese grundlegende Wirklichkeit zu erkennen.“

Oft zirkulierten unsere Namen heute in sozialen Netzwerken, würden „von Algorithmen verarbeitet“ und für Marktanalysen benutzt. Doch das sei etwas anderes als dieses göttliche Beim-Namen-Rufen: „Das sind die Illusionen des Virtuellen, und wir müssen aufpassen, dass wir uns nicht täuschen lassen…“

Kirche ist „Gemeinschaft der Gerufenen, nicht der Besten“

Die Kirche sei die „Gemeinschaft der Gerufenen“: „Nicht der Besten – nein, ganz und gar nicht –, sondern der Zusammengerufenen, derjenigen, die gemeinsam mit anderen das Geschenk des Gerufenseins annehmen. Wir sind die Gemeinschaft der Brüder und Schwestern Jesu, Söhne und Töchter desselben Vaters.“ In der Kirche gebe es „Platz für alle“.

„Gott ist keine Suchmaschine“

„Helfen wir uns auf diesem Weltjugendtag gegenseitig, diese grundlegende Wirklichkeit zu erkennen: Mögen diese Tage ein lebendiges Echo von Gottes Liebesruf sein, weil wir in seinen Augen wertvoll sind, ungeachtet dessen, was unsere Augen manchmal sehen, die durch Negatives getrübt und durch so viele Ablenkungen geblendet sind,“ so der Papst.

Künstlerische Einlagen und Briefe an den Papst

Auf der mehrstufigen Bühne, wo ganz oben Papst Franziskus saß, führten junge Künstler bei der Begegnung bunte Tanz-Choreografien auf. Der Gesang von Solisten und verschiedenen Chören sorgte für Emotionen. In verschiedenen Sprachen wurden Ausschnitte aus Briefen von jungen Leuten an den Papst verlesen, die Hoffnungen, Fragen, Ängste und Gebete junger Menschen aufgriffen. Dank an Papst Franziskus für seine Ermutigungen und seine Anwesenheit kam dabei zum Ausdruck. Im Anschluss wurden die Briefe Papst Franziskus übergeben. Mit der Hymne des Weltjugendtages klang die Begegnung aus.

Kölner Kardinal verwarnt Pfarrer wegen Segnung homosexueller Paare

Die Maßregelung eines Priesters in der deutschen Erzdiözese Köln wegen einer Segensfeier auch für homosexuelle Paare sorgt für Kritik. So erklärten sich der Düsseldorfer Stadtdechant und seine Stellvertreter solidarisch mit dem ermahnten Pfarrer Herbert Ullmann. Dieser hatte Ende März in Mettmann einen „Segnungsgottesdienst für alle sich liebenden Paare" gefeiert. Nach einer anonymen Anzeige im Vatikan untersagte der Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki Ullmann solche Feiern künftig.
„In dieser krisenbehafteten Zeit, in der wir als Kirche insgesamt und besonders als ihre geweihten Repräsentanten moralisch schwer angeschlagen sind und für sehr viele Menschen - mit Recht - zum Stein des Anstoßes wurden, wird ein Priester, der einen Segnungsgottesdienst für 'sich liebende Menschen' feiert, anonym an höchster Stelle denunziert und institutionell abgemahnt", so Stadtdechant Frank Heidkamp auf Facebook. Die von Christus verkündete und gelebte Barmherzigkeit müsse dem Buchstaben des Kirchenrechts weichen. Dies mache die Kirche weiter unglaubwürdig.
„Synodaler Weg" empfahl Feiern
Die römische Behörde für die Glaubenslehre hatte 2021 solche Segensfeiern erneut für unzulässig erklärt. Im März hatten dagegen die Teilnehmer des katholischen Reformprozesses „Synodaler Weg" mehrheitlich empfohlen, dass es in der katholischen Kirche in Deutschland Segensfeiern für homosexuelle Paare geben soll. Zuvor sollten allerdings Handreichungen für solche Gottesdienste erarbeitet werden.
Die Kölner Nachbardiözesen Aachen, Essen und Münster wollen derartige Segensfeiern laut einer Umfrage der „Rheinischen Post" nicht untersagen.
Stellungnahme der Pfarrgemeinderäte St. Lambertus Mettmann und St. Maximin Wülfrath:
„Wir haben das große Interesse an den Berichten und die Kommentare in den sozialen Medien zur Kenntnis genommen.
Auch wir als Pfarrgemeinderäte des Seelsorgebereichs unterstützen ausdrücklich und uneingeschränkt das Engagement der Regenbogengruppe und die Feier des Segnungsgottesdienstes durch Pfarrer Ullmann. In unseren Sitzungen haben wir die Feier dieser Gottesdienste einheitlich begrüßt.
Die Regenbogengruppe ist aus den Gemeindeforen hervorgegangen und wir als Pfarrgemeinderäte sind sehr froh, dass sich Gemeindemitglieder mit so viel Herzblut engagieren. Mit den Aktionen der Gruppe werden erste deutliche Schritte in Richtung eines zeitgemäßen Umgangs mit allen Menschen in unserer Gemeinde gemacht. Hierzu zählt auch die gleichberechtigte Einbindung von Frauen und die Zulassung und Vorbereitung von Gemeindemitgliedern aller Geschlechter zu Diensten wie Beerdigungen und Taufen. Dies nicht nur, um den künftigen Mangel an Hauptamtlichen auszugleichen, sondern besonders um die Fähigkeiten der Gemeindemitglieder zu stärken und zu nutzen.
Die Regenbogengruppe und wir wurden von Pfarrer Ullmann darüber informiert, dass er keine weiteren Segnungsgottesdienste durchführen darf. Auch wir sind sehr enttäuscht von der Reaktion aus Rom/Köln und können nicht nachvollziehen, warum statt innerer Erfahrung und Erleben die Moral in den Vordergrund gerückt wird. Die befreiende christliche Botschaft gerät durch die ablehnende Reaktion in den Hintergrund.
Wir verstehen uns als eine einladende Kirche /Gemeinde und heißen alle Menschen unabhängig von ihrer individuellen Prägung, ihrer Herkunft, ihres Alters, ihrer körperlichen oder geistigen Verfassung, ihres Geschlechts oder ihrer Sexualität herzlich willkommen. Wir wollen Voraussetzungen schaffen, in denen sich alle Menschen willkommen fühlen, unsere Gemeinden als Heimat erleben und erreichen vielleicht sogar, dass diejenigen, die der Kirche den Rücken gekehrt haben, den Weg zurückfinden. Wir sind eine offene Gemeinde, in der Jeder seinen Platz finden kann, in der es keine Diskriminierung gibt, sondern alle zum Gelingen unserer Gemeinschaft mit ihren unterschiedlichen Begabungen beitragen.
Wir wünschen uns sehr, dass unser Engagement vor Ort in unseren Gemeinden aus Köln unterstützt wird und nicht durch ´Abmahnungen´ Frust entsteht.“ 
Foto: Pfarre Mettmann. 

Landau an Regierung: Mindestpensionen substanziell erhöhen

Caritas-Präsident Michael Landau hat an die Bundesregierung appelliert, die Mindestpensionen substanziell zu erhöhen. „Ich halte es für eine Schande und ein Ärgernis, dass sich Mindestpensionistinnen, die ihr ganzes Leben lang hart gearbeitet haben, jetzt im Alter um Lebensmittelhilfe bei der Caritas und anderen Hilfsorganisationen anstellen müssen", so Landau in einer Stellungnahme gegenüber der Nachrichtenagentur Kathpress. Die Erhöhung der Mindestpensionen „sind wir den Menschen schuldig, die oft kein leichtes Leben hatten und viel für Österreich getan haben", betonte Landau: „Wir dürfen uns mit der Not nicht abfinden, die es auch bei uns nach wie vor gibt."
Es gehe bei der Erhöhung der Mindestpensionen nicht um eine „Rekorderhöhung", wie einzelne behaupten, „sondern um die Antwort auf eine Rekordinflation, die manche Menschen nicht mehr aus eigener Kraft bewältigen können".
Viele Mindestpensionistinnen und Mindestpensionisten könnten schlicht nicht mehr sparen, weil sie nichts mehr hätten. Hier gehe es um Menschen, „die ohnehin schon gewohnt sind, jeden Cent dreimal umzudrehen, bevor sie ihn ausgeben.", so der Caritas-Präsident: „Diese Menschen haben kein Loch mehr im Gürtel, um ihn enger zu schnallen."
Foto: Caritas Wien.
Linzer Caritas-Direktor: So viele Neuverarmte wie noch nie
Die Armut, mit der die Caritas durch ihre Klientel tagtäglich zu tun hat, hat eine neue Dimension erreicht. „Zu uns kommen jetzt Menschen, die bisher ihr Leben grundsätzlich gut meistern konnten", berichtete Franz Kehrer, Direktor der Caritas der Diözese Linz, in den "Oberösterreichischen Nachrichten" (OÖN). „Wir sind in den vergangenen zwanzig, dreißig Jahren noch nie in einer vergleichbaren Situation gewesen", verwies Kehrer auf die zuletzt enormen Belastungen durch Teuerung, höhere Mieten, steigende Energiekosten. Durch die Teuerung gerate rund ein Viertel der Bevölkerung unter Druck.
Die Einrichtungen der Caritas seien für diese Entwicklung ein sensibler Seismograf: „In unsere Wärmestube in Linz kommen nicht mehr nur die klassischen Obdachlosen, sondern immer öfter auch Bezieher von Mindestpensionen, die sich einmal in der Woche ein Essen um 50 Cent holen. Die Zielgruppe hat sich eindeutig verändert", teilte der Caritas-Direktor mit. 2022 seien rund 700 Menschen in der Wärmestube betreut worden, heuer um 25 Prozent mehr. 

Deutschland: Nur wenige muslimische Kinder besuchen ihren Religionsunterricht

Die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die an dem islamischen Reli-Unterricht in Deutschland teilnehmen, ist mit 69.000 zwar deutlich mehr als vor fünf Jahren (54.000), jedoch immer noch gering. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Mediendienstes Integration bei den Kultusministerien der 16 Bundesländer, wie Vatican News berichtete.
Nach wie vor erhält nur ein Bruchteil der muslimischen Kinder an deutschen Schulen einen islamischen Religionsunterricht. Konkrete Zahlen zeigen, dass in Bayern die Quote bei etwa elf Prozent, in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz nur bei rund vier Prozent liegen würden. In den fünf ostdeutschen Flächenländern gebe es gar keine speziellen Angebote für Muslime, während die westdeutschen Stadtstaaten Hamburg und Bremen auf einen gemeinsamen, konfessionsübergreifenden Religionsunterricht setzen würden.
In Deutschland wird an öffentlichen Schulen Religionsunterricht erteilt. Nicht in allen Bundesländen gibt es einen islamischen Religionsunterricht.
In Österreich ist der Religionsunterricht ein Pflichtgegenstand für alle Schüler, die einer gesetzlich anerkannten Kirche oder Religionsgesellschaft angehören.
In den USA und in Frankreich wird an öffentlichen Schulen kein Religionsunterricht erteilt.
In Italien und in Polen ist der römisch-katholische Religionsunterricht ein Wahlfach in allen staatlichen Schulen. Die Eltern, die diesen nicht wünschen, müssen ihre Kinder explizit abmelden.
In Luxemburg wurde mit dem Beginn des Schuljahres 2016/2017 der Religionsunterricht als reguläres Unterrichtsfach abgeschafft.
 

Experte: Öffentliche Koranverbrennung in Österreich nicht möglich

Die Koranverbrennungen und -schändungen in Schweden und Dänemark in den vergangenen Wochen sind für den Wiener Islamwissenschaftler Rüdiger Lohlker eine „bewusste Beleidigung" des Islam. In Österreich wäre etwas Derartiges nicht möglich, sondern gesetzlich verboten, betonte der Experte im Gespräch mit dem Portal „religion.ORF.at".
In Österreich wäre es ungesetzlich, öffentlich einen Koran oder eine andere heilige Schrift zu verbrennen - neben dem Straftatbestand Verhetzung greift hier auch das Verbot der „Herabwürdigung sozialer Lehren", das jede Religion schützt. Paragraf 188 im Strafgesetzbuch lautet: „Wer öffentlich eine Person oder eine Sache, die den Gegenstand der Verehrung einer im Inland bestehenden Kirche oder Religionsgesellschaft bildet, oder eine Glaubenslehre, einen gesetzlich zulässigen Brauch oder eine gesetzlich zulässige Einrichtung einer solchen Kirche oder Religionsgesellschaft unter Umständen herabwürdigt oder verspottet, unter denen sein Verhalten geeignet ist, berechtigtes Ärgernis zu erregen, ist mit Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 360 Tagessätzen zu bestrafen."
Hilfswerk: Koranverbrennungen gefährden Christen im Nahen Osten
Öffentliche Verbrennungen und Schändungen des Korans gefährden nach Worten des deutschen kirchlichen Hilfswerks „missio Aachen" auch Christinnen und Christen im Nahen Osten. „Sie werden in ihrer Heimat schnell für solche Aktionen in Mitverantwortung genommen und von politischen Scharfmachern als eine Art fünfte Kolonne des Westens denunziert und angefeindet. Das macht uns große Sorgen", sagte missio-Vizepräsident Gregor von Fürstenberg laut Katholischer Nachrichten-Agentur (KNA).

Kurznachrichten 

Papst Franziskus hat Russland aufgefordert, dem Getreideabkommen mit der Ukraine und der Türkei wieder beizutreten. Am 30. Juli sagte der Papst vor Tausenden Pilgern, der Krieg in der Ukraine zerstöre alles, auch das Getreide. Dies sei eine Beleidigung Gottes, denn es sei ein Geschenk Gottes, um den Hunger der Menschen zu stillen. 

 

Der Vatikan wird einen „Residierenden Päpstlichen Repräsentanten" in die Sozialistische Republik Vietnam entsenden. 

 

Italien. Die meisten Bauarbeiten an Straßen, Plätzen und Verkehrswegen für das Heilige Jahr 2025 in Rom verzögern sich. Von den insgesamt 184 geplanten Baumaßnahmen sind bislang nur wenige begonnen worden, für die meisten laufen noch die Ausschreibungen.  Zu dem von Papst Franziskus ausgerufenen Heiligen Jahr werden mehrere Millionen zusätzliche Pilger in Rom erwartet. Um die Zugangsmöglichkeiten zu den religiösen Stätten zu verbessern und Staus zu vermeiden, ist unter anderem geplant, das gesamte Areal vom Tiber bis zum Petersdom in eine Fußgängerzone umzuwandeln; der Autoverkehr soll dort künftig unterirdisch fließen.

In Mexiko haben Nichtregierungsorganisationen eine Liste von Vertretern der katholischen Kirche veröffentlicht. Der Vorwurf lautet, diese hätten über Jahre hinweg Missbrauchsfälle durch mexikanische Geistliche vertuscht. 



Israel. Angesichts zunehmender Angriffe auf Christen und christliche Stätten in Israel haben die katholischen Bischöfe des Landes die Behörden zum Handeln aufgefordert. Die sonst überaus aktiven Strafverfolgungsbehörden seien „offenbar unfähig, diesen Angriffen Einhalt zu gebieten".

 

Irak. Aramäischsprachige (assyrische) Christen in aller Welt gedenken am 7. August des Massakers von Simele. Vor 90 Jahren hatten irakische Truppen einen angeblich geplanten "Aufstand" der assyrischen Christen mit brutaler Härte niedergeschlagen. Bis zu 9.000 Christinnen und Christen kamen damals ums Leben. 


Österreich


Österreichs Katholischer Familienverband (KFÖ) kritisiert die geplante Verkürzung der Karenzzeit für Frauen um zwei Monate: Wenn Väter, die mit dem Baby und deren Mutter in einem Haushalt leben, keine Babykarenz in Anspruch nehmen, soll künftig die Karenzzeit der Frauen von 24 auf 22 Monate gekürzt werden. 

 

Niederösterreich. Der neugestaltete Domplatz in St. Pölten wird am zweiten Septemberwochenende (8.-10. September) musikalisch eröffnet. 

Mit 92 in den Ruhestand

Nach 50 Jahren als Pfarrer von Himmelberg und Außerteuchen tritt Reinhold Berger, mit 92 Jahren der älteste aktive Pfarrer der Diözese Gurk, am 1. September in den Ruhestand. 

Aus diesem Anlass laden die Pfarre und die Gemeinde Himmelberg, deren Ehrenbürger Berger ist, am Sonntag, 13. August, zur "Dankesfeier für 50 Jahre HimmelBerger" ein. Der Kärntner Diözesanbischof Josef Marketz steht um 9 Uhr einem Festgottesdienst mit dem Jubilar im Kultursaal der Gemeinde nördlich des Ossiachersees vor. 

Der „HimmelBerger", wie Pfarrer Berger von vielen Menschen genannt wird, hat in seinen Pfarren zahlreiche bauliche Akzente und seelsorgliche Impulse gesetzt.

Pfarrer Berger blickt - wie er sagte – „mit großem Dank und mit Ehrfurcht auf ein erfülltes Leben" zurück. „Es gibt keinen schöneren Beruf, bei dem man mit den Menschen so verbunden ist, wie jener des Priesters - auch wenn dieser Berufswunsch in mir erst wachsen musste." Berger erlernte nach der Pflichtschule zunächst den Beruf des Telefonentstörers. "Als Telefonentstörer musste ich Verbindungen reparieren und aufrechterhalten, um den Menschen Kommunikation zu ermöglichen. Dies waren im Grunde auch wesentliche Aufgaben in den bisher 58 Jahren meines priesterlichen Wirkens", so der Pfarrer.

Foto: Pfarre Himmelberg. 

Auch das noch...

Tück: Tribunal der letzten Generation ist nicht Jüngstes Gericht

Sein Unbehagen über manche kirchliche Initiativen im Bereich Klima- und Umweltschutz hat der Wiener Dogmatikprofessor Jan-Heiner Tück geäußert. Auch wenn Papst und Kirche zu Recht eine ökologieverträgliche Politik anmahnen würden, seien jüngst mehrfach veranstaltete „Trauerfeiern für sterbende Gletscher" unangebracht und aus mehreren Gründen „theologisch abenteuerlich", so der Theologe in einem Gastkommentar für „Die Presse" (2. August).
Vorbehalte äußerte Tück gegenüber dem „Bezichtigungsfuror", der sich im Umkreis der Letzten Generation breitgemacht habe: „Das Tribunal der letzten Generation ist nicht das Jüngste Gericht. Vor diesem werden sich Klimasünder und Klima-Aktivisten gleichermaßen zu verantworten haben."
Bei aller gebotenen Solidarität mit Anliegen des Klimaschutzes könnten rechtswidrige Interventionen, die die Infrastruktur lahmlegen, Kunstwerke attackieren und andere schädigen, nicht gebilligt werden, wandte sich Tück gegen jüngst häufige Formen des Klimaprotests. Es sei Aufgabe der Politik, machbare Antworten auf das komplexe Phänomen des Klimawandels zu finden und dafür Klimaforschung, ökonomische Interessen und die globale Dimension des Problems sachgerecht abzuwägen. Aufgabe der Kirche hingegen sei es, die Frage nach der Schöpfungs-verantwortung des Menschen zu stellen „und zu einer kritischen Selbstrevision - nicht vor dem Klima, sondern vor Gott - einzuladen", erklärte Tück.  Das Ambo in der Kirche sei „kein politisches Rednerpult", und das Evangelium biete keine klaren Handlungsanweisungen zur Rettung des Klimas. 
 

Vatikan approbiert Konstitutionen der Gemeinschaft „Das Werk"

Der Vatikan hat die neuen Konstitutionen der geistlichen Familie „Das Werk" definitiv approbiert. „Das Werk" ist eine 1938 von Mutter Julia Verhaeghe (1910-1997) gegründete katholische Gemeinschaft, die seit 2001 vom Vatikan approbiert und als „Familie gottgeweihten Lebens" anerkannt ist. Der Hauptsitz des in zwölf Ländern aktiven Ordens ist seit 1978 das Bregenzer Kloster Thalbach.
Im Jahr 2013 wurde die Gemeinschaft aufgrund von Anklagen einer päpstlichen Visitation unterzogen. - Eine frühere Schwester hatte die Gemeinschaft beschuldigt, sie sei kontrolliert, manipuliert, unter Druck gesetzt und von einem Priester der Gemeinschaft sexuell missbraucht worden. „Das Werk" räumte Fehler und Versäumnisse ein, die Beschuldigung des sexuellen Missbrauchs wurde aber zurückgewiesen.
 


Slowakei: Neuer Chefredakteur für Wochenzeitung „Katolicke noviny"

Das am längsten bestehende Medium in der Slowakei, die 1849 gegründete, heutige gesamtslowakische Kirchenzeitung "Katolicke noviny", hat mit dem 34-jährigen Politologen Jan Lauko einen neuen Chefredakteur. Zusammen mit der neuen Sprecherin der Slowakischen Bischofskonferenz, Katarina Jancisinova, die ihr Amt am 1. August angetreten hat, verfügt die Katholische Kirche in der Slowakei damit über ein weiteres Gesicht der jüngeren Generation. Gemeinsam ist beiden, dass sie dem Laienstand angehören, kein Theologiestudium absolviert haben, aber der katholischen Kernschicht entstammen.
Der neue Chefredakteur Lauko verbrachte fast seine gesamte bisherige Berufslaufbahn bei "Katolicke noviny". Das Wochenblatt hat eine Auflage von 35.000 Exemplaren, wobei die Hälfte im Abonnement bezogen wird, der Verkauf erfolgt überwiegend in den Kirchen. Im Unterschied zu anderen katholischen Medien wie „Radio Lumen" und „TV Lux" erhält die Kirchenzeitung keine Subventionen seitens der Kirche.
Lauko plant nach eigenen Angaben keine großen Reformen, will aber Jugend-Themen mehr Platz einräumen.
 

Pakistan: Kirche sucht Selbstschutz vor Terrorgefahr

Das wachsende Aufkommen von Terroranschlägen in Pakistan hat die Kirche in dem Land mit muslimischer Mehrheit dazu bewegt, stärkere Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Das berichteten die Portale „Vatican News" und „Ucanews". 
„Wir werden aufgefordert, private Wachleute einzustellen, Überwachungskameras zu installieren und die Höhe der Kirchenmauern zu erhöhen", wurde Pater Nasir William, Pfarrer der katholischen Kirche St. Peter Canisius in Abboattabad, zitiert. In Abboattabad wurde 2011 der ehemalige Al-Qaida-Chef Osama bin Laden bei einer US-Razzia getötet.
Der Geistliche berichtete von einem Schreiben der Polizei, in dem die Empfehlung zum besseren Selbstschutz der Kirchen ausgesprochen wird. P. Nasir: "Alle Kirchen in unserer Diözese haben bereits Sicherheitsmaßnahmen ergriffen. Die Besuche von Sicherheitsbeamten haben sich ausgeweitet, aber die Tragödien gehen weiter. Was können wir noch tun?" Die Regierung in Khyber Pakhtunkhwa stelle auch bereits Polizeibeamte zum Geleitschutz von Priestern und Nonnen.

„Cenacolo"-Gründerin Sr. Elvira Petrozzi gestorben

Mutter Elvira Petrozzi, italienische Ordensfrau und Gründerin der Gemeinschaft „Cenacolo", die sich der Hilfe für Menschen mit Suchtproblemen widmet, ist tot. Die auch in Österreich hochgeachtete Ordensfrau starb nach Angaben ihrer im Piemont südlich von Turin beheimateten Gemeinschaft am Donnerstag im Alter von 86 Jahren im Noviziatshaus der Cenacolo-Ordensschwestern in Saluzzo, wo sie die letzten Jahre ihrer Krankheit verbrachte und von ihren Mitschwestern betreut wurde. Die Trauerfeier und Beerdigung findet am Donnerstag, 10. August, in Saluzzo im Piemont statt. 
Geboren 1937 als Rita Agnese Petrozzi, trat Mutter Elvira 1956 in das Kloster der Schwestern der Nächstenliebe in Borgaro (Turin) ein. 1983 gründete sie in einem verfallenen Haus auf dem Land die erste Comunita' Cenacolo (Cenacolo bedeutet auf Deutsch: „das Abendessen miteinander teilen"). Mittlerweile hat die Gemeinschaft 70 Häuser in Europa, Lateinamerika und den Vereinigten Staaten, wo junge Menschen in Krisensituationen eine Anlaufstelle finden; in Österreich ist Cenacolo in Kleinfrauenhaid im nördlichen Burgenland vertreten.
Die Gemeinschaft beruht auf den „Prinzipien des Gebetes, der Arbeit, des persönlichen Opfers und der Liebe Christi". Ihr deklarierter Anspruch ist es, sich um die Nöte einer gefährdeten und ausgegrenzten Bevölkerung zu kümmern und deren Leben Sinn und Ziel zu geben.