JA 

die neue Kirchenzeitung

7. August 2022 

„Kommunikationsfehler“ 

In der vergangenen Woche hat der Vatikan eine Erklärung gegen den deutschen Synodalen Weg veröffentlicht - ohne Absender, Datum und Unterschrift. 
Anonyme Schreiben sind immer ärgerlich. Stammen sie von höchsten kirchlichen Stellen, müssen Moraltheologen deren Existenzberechtigung in Zweifel ziehen. 
Die Kirche ist ja bekanntlich kein Produkt neapolitanischer Mafiosi, sondern ehrenwerter orientalischer Männer. Dessen sind sich offenkundig nicht alle Leute im Vatikan bewusst. 
Auf dem Rückflug von Kanada wurde Papst Franziskus auf das anonyme Schreiben angesprochen. Das Staatsoberhaupt des Vatikans teilte den erstaunten Journalisten mit, Absender sei das Staatsekretariat (das Büro seines Regierungschefs) gewesen. 


Er räumte ein, es sei ein Fehler gewesen, dies nicht zu kommunizieren. Es handle sich um ein Versehen, nicht um böse Absicht. 
Ein Versehen? Ein Skandal! 
Jedes noch so kleine Pfarramt hat Papier mit Briefkopf, der Vatikan nicht? 
Warum unterschreibt dort niemand ein brisantes Papier? Feigheit? Methode? 
Kleine Christen sind fassungslos und möchten mit diesem Club eigentlich nichts mehr zu tun haben. 
Sie werden verärgert, Jesus wird auf das Bitterste verhöhnt. 
Die ersten Christen hofften auf die baldige Wiederkehr ihres Herrn. Heutige „Anonyme“ hätten sein Kommen zu fürchten. Der Tempelaustreiber von Jerusalem würde wohl kein Briefkopf-Papier mitbringen.                                            P. Udo 

„Theologischer Preis" an David Steindl-Rast verliehen
„Meister der interreligiösen Verständigung"

Der Autor, Ordensmann und spirituelle Lehrer Br. David Steindl-Rast ist mit dem "Theologischen Preis" der Salzburger Hochschulwochen ausgezeichnet worden. Der Preis, der das theologische Lebenswerk des 95-Jährigen würdigt, wurde am Mittwochabend (3. August) in Salzburg verliehen - allerdings in Abwesenheit Steindl-Rasts, der an COVID erkrankt ist. Steindl-Rast übermittelte seine Dankesworte in Form eines Video-Interviews, das bei der Verleihung gezeigt wurde. Die Laudatio fand in Form eines Dialogs zwischen drei Begleitern bzw. Wissenschaftlern statt.
Der Preisträger sei ein „spiritueller Impulsgeber und interreligiöser Brückenbauer" von Weltrang, hieß es in der Jurybegründung. „Sein Wirken ist darin für theologisches Nachdenken wegweisend, das sich am Horizont religiöser Pluralität orientieren will, aber nicht bloß religiöse Positionen theoretisch vergleichen, sondern wirklich ins Gespräch kommen möchte." Als „Meister der interreligiösen Verständigung" sei er für viele Menschen bis heute „inspirierend".
Preisgeld für Afrika
An der Verleihung nahmen u.a. der St. Pöltner Bischof Alois Schwarz, der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick, der Salzburger Weihbischof Hansjörg Hofer sowie der Erzabt von St. Peter, Korbinian Birnbacher, teil. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wurde heuer von Abt Nikolaus Poch und der Abtei der Schotten gestiftet. Entgegengenommen wurde er von P. Johannes Pausch, einem Mitbruder und früheren Prior des Europaklosters Gut Aich. Auf Wunsch von Steindl-Rast soll das Preisgeld einer Ärzte-Organisation zukommen, die in Afrika Augen-Operationen für erblindete Kinder organisiert.
Offene Spiritualität aus christlichen Wurzeln
In einer dialogisch gestalteten, von Hochschulwochen-Obmann Martin Dürnberger moderierten Laudatio würdigten P. Pausch, die Nachwuchs-Theologin Sarah Pieslinger und der Salzburger Religionswissenschaftler Prof. Martin Rötting das Werk Steindl-Rasts. Dieses zeichne sich durch die besondere Gabe des Benediktiner-Mönchs aus, aus der eigenen christlichen Tradition zu schöpfen und zugleich diese Tradition in eine Sprache zu übersetzen, die selbst religiös unmusikalischen Menschen etwas sage, zeigten sich die Laudatoren einig.
„Erst durch Br. David glauben gelernt"
Pausch unterstrich sichtlich bewegt, er habe „erst durch Br. David glauben gelernt". Die Theologin Pieslinger, die über Br. David Steindl-Rast ihre Dissertation schreibt, ordnete den Geehrten in eine Reihe internationaler „spiritueller Influencer" ein. Dabei zeichne sich Steindl-Rast dadurch aus, dass er es verstehe, "Menschen eine Lebensspiritualität zu vermitteln", die zwar aus dem Christlichen schöpfe, aber doch eine große Offenheit auch für andere religiöse Traditionen zeige. Rötting zeigte auf, dass die spirituelle Anschlussfähigkeit Steindl-Rasts nicht auf einer „Allerwelts-Spiritualität" fuße, sondern „zutiefst benediktinisch" sei. Ihn habe dabei stets die "Klarheit und Schlichtheit" beeindruckt, mit der Steindl-Rast "tiefe religiöse Einsichten in eine Sprache bringt, die jeder versteht".
Steindl-Rast: „Ganzes Leben ist Theologie"
Der Ausgezeichnete bedankte sich für die Ehrung in Form eines voraufgezeichneten Videos, in dem er zugleich im Gespräch mit P. Pausch auf Grundlagen seiner eigenen Theologie einging. „Je mehr ich darüber nachdenke, desto klarer wird mir, dass das ganze Leben letztlich Theologie sein sollte", führte Steindl-Rast aus - und zwar in dem Sinne, dass das Leben ein „großes Geheimnis" darstelle, dem sich gläubige wie nicht-gläubige Menschen gleichermaßen nähern könnten. Diese Gemeinsamkeit gelte es in der Theologie, in der Pastoral sowie im interreligiösen Dialog zu pflegen und immer wieder neu zu entdecken.
Br. David Steindl-Rast… 
… wurde am 12. Juli 1926 in Wien geboren. Er studierte an der Akademie der Bildenden Künste und an der Universität Wien. Nach seiner Promotion in Psychologie und Anthropologie übersiedelte er in die USA, wo er seit 1953 dem Benediktinerkloster Mount Saviour im Staate New York angehört. Er war Mitbegründer des „Center for Spiritual Studies" und ist seit 1966 im interreligiösen Dialog engagiert. Weltweit haben sich Menschen seinem Netzwerk www.dankbar-leben.org angeschlossen. Er ist bis heute viel gefragter Referent, Redner und Autor. Er lebt abwechselnd in den USA und im Europakloster Gut Aich bei Salzburg. Zuletzt erschien von David Steindl-Rast 2021 das Buch „Orientierung finden. Schlüsselworte für ein erfülltes Leben".

Papst reist im September zu Weltreligionen-Treffen nach Kasachstan
Ob er dort den Moskauer Patriarchen trifft, ist bislang völlig offen 

Papst Franziskus will Mitte September an einem Weltreligionen-Treffen in der kasachischen Hauptstadt Nur-Sultan teilnehmen. Anlass für die Papstreise in das zentralasiatische Land von 13. bis 15. September ist der VII. Kongress der Führer von Welt- und traditionellen Religionen. Der interreligiöse Kongress findet auf Initiative der kasachischen Staatsführung seit 2003 etwa alle drei Jahre in Nur-Sultan (früher: Astana) statt. 
Der Heilige Stuhl und die kasachische Regierung hatten die Reisepläne des Papstes schon im Frühjahr bestätigt. Zuvor hatten Papst Franziskus und der kasachische Präsident Kassym-Schomart Tokajew in einem Videotelefonat miteinander gesprochen. Schon Tokajews Amtsvorgänger Nursultan Nasarbajew, auf den die Begründung der Weltreligionen-Konferenzen in Kasachstan zurückgeht, hatte den Papst mehrfach zu einer Teilnahme eingeladen. 
Beim Weltreligionen-Treffen in Nur-Sultan könnte es zu einer Begegnung des Papstes mit dem Moskauer Patriarchen Kyrill I. kommen. Das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche hatte bereits im vergangenen Jahr eine Einladung zu dem Religionstreffen angenommen. Anfang Mai hatte die Zeitung "Astana Times" berichtet, der Patriarch habe mittlerweile fest zugesagt. 
Ob es tatsächlich zu dem Aufeinandertreffen von Papst und Moskauer Patriarchen kommt, ist allerdings noch offen. Vertreter der katholischen Kirche in der Ukraine hatten bereits gewarnt, sollte Franziskus den Moskauer Patriarchen treffen, bevor er die Ukraine besucht, stieße das dort auf großes Unverständnis. 
Kasachstan war 1998 das erste zentralasiatische Land, das mit dem Heiligen Stuhl ein offizielles, konkordatsähnliches Abkommen über die gegenseitigen Beziehungen schloss. Von den rund 18,8 Millionen Einwohnern Kasachstans sind gut ein Viertel Christen, die fast alle der russisch-orthodoxen Kirche angehören. Nach Informationen des Vatikans leben rund 123.000 Katholiken im Land. Viele von ihnen gehören der deutschen Minderheit an. 2001 reiste mit Johannes Paul II. zuletzt ein Papst in das an China und Russland grenzende Land. 

Papst an LGBTQ-Katholiken: An Kultur der Begegnung arbeiten 

Papst Franziskus hat LGBTQ-Katholiken dazu ermutigt, weiter an einer Kultur der Begegnung zu arbeiten. Es sei wichtig, auch jenen zu begegnen, „die anders denken oder deren Unterschiede uns zu trennen oder sogar zu konfrontieren scheinen", schrieb das Kirchenoberhaupt in einem Brief an den US-Jesuiten James Martin. Martin, der sich für die Rechte queerer Menschen in der katholischen Kirche einsetzt, veröffentlichte das Schreiben am Dienstagabend auf Twitter. 

„Ich ermutige Sie alle, weiter an der Kultur der Begegnung zu arbeiten, die die Entfernungen verkürzt und uns mit den Unterschieden bereichert, so wie es Jesus getan hat, der sich allen angenähert hat", heißt es in dem auf 20. Juli datierten Brief weiter. 

Das Schreiben ist die Antwort auf einen Bericht zu einer von Martin und seinem Portal „Outreach" veranstalteten Konferenz. Geschildert hatte der Jesuit darin nach eigenen Angaben besonders die Podiumsdiskussionen mit verschiedenen Standpunkten. Themen waren unter anderem die Theologie für LGBTQ-Katholiken, Arbeit mit Transgender-Menschen oder LGBTQ-Seelsorge in Pfarren. LGBTQ steht für Personen, die sich als lesbisch, schwul, bisexuell, Transgender oder queer identifizieren. 

Zuletzt im Mai hatte sich Franziskus auf dem von Martin geleiteten Portal in einem Kurzinterview zu seiner Einstellung zu homosexuellen Menschen und weiteren Personen der LGBT-Community geäußert. Darin erklärte der Papst, queere Menschen würden nicht „von der Kirche", sondern von „Menschen in der Kirche" abgelehnt. "Eine 'selektive' Kirche, eine 'reinblütige', ist nicht die Heilige Mutter Kirche, sondern eine Sekte", so Franziskus weiter.
 

Papst Franziskus verurteilt Traditionalismus in der Kirche

Papst Franziskus hat den Traditionalismus in der katholischen Kirche verurteilt. „Tradition ist das Leben derer, die vor uns gegangen sind - und das geht weiter. Traditionalismus ist ihr totes Gedächtnis", erklärte er in einem Gespräch mit Jesuiten während seiner Kanada-Reise in der vergangenen Woche. Die Jesuitenzeitschrift „La Civilta Cattolica" veröffentlichte es am Donnerstag in Rom.

Es sei falsch, die kirchliche Lehre als einen Monolithen zu betrachten, der ohne Nuancen zu verteidigen sei, so Franziskus weiter. Er rief dazu auf, den „Ursprung als Referenz zu nehmen, nicht eine bestimmte historische Erfahrung" – „als ob wir aufhören müssten". Dann nämlich werde aus einem „Gestern wurde es so gemacht", ein "Das wurde schon immer so gemacht", erklärte der 85-Jährige. Dies aber sei „heidnisches Denken".

Bei der sogenannten „Alten Messe", also der Liturgiefeier vor der Reform durch das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965), sieht sich Franziskus auf einer Linie mit seinen Vorgängern, "die um eine nachträgliche Überprüfung gebeten hatten". Diese habe deutlich gemacht, dass es nötig sei, „das Thema zu disziplinieren und vor allem zu verhindern, dass es zu einer 'Modeerscheinung' wird".

Erzbischof Lackner würdigt Engagement von Lisa-Maria Kellermayr

Seine Anteilnahme am Suizid der oberösterreichischen Ärztin Lisa-Maria Kellermayr hat der Salzburger Erzbischof Franz Lackner am Dienstagabend zum Ausdruck gebracht. Er wandte sich damit implizit gegen jene Hassbotschaften und Gewaltandrohungen, die die gegen die Corona-Pandemie engagierte Ärztin in den Wochen und Monaten vor ihrem bei vielen Betroffenheit auslösenden Schritt erdulden musste. Kellermayr habe ihre Kunst in den Dienst der Menschen gestellt, würdigte Lackner in seiner Stellungnahme. „Als Ärztin reihte sie sich ein in die große Schar der medizinischen Fachkräfte, die unter selbstloser Aufopferung ihren Beitrag zur Überwindung der Pandemie geleistet haben und noch leisten."
Lisa-Maria Kellermayr habe geholfen, ohne selbst im entscheidenden Moment Hilfe zu erfahren, schrieb der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz. Gedankt habe man ihr ihren Einsatz nicht, „sie musste am Ende ihren Beruf unter Anschuldigungen aufgeben". 
Ihr „erschütternder" Tod sei ein Warnsignal dafür, „welche Abgründe aus den Gräben werden können, die unsere Gesellschaft durchziehen", warnte Lackner.
Wien: Stilles „YesWeCare"-Gedenken Tausender für tote Ärztin
Das Gedenken der Initiative „YesWeCare" für die oberösterreichische Allgemeinmedizinerin Lisa-Maria Kellermayr am Montagabend auf dem Stephansplatz war ein „beeindruckendes, sehr bewegendes" Zeichen gegen Hass im Internet. Wie Dompfarrer Toni Faber am Dienstag im Gespräch mit Kathpress erklärte, halte er die am Vorabend erlebte „ruhige, gesammelte Stimmung", die völlig auf Aggressionen oder "Zurückschlagen" verzichtet habe, für wirkungsvoller gegen aufgeheizte Emotionen als bloßes Argumentieren. 
Auch der anwesende Wiener Weihbischof Franz Scharl zeigte sich beeindruckt von dem stillen Plädoyer so vieler. 
Ab 20 Uhr hatten sich am Montag Tausende Menschen vor dem Stephansdom versammelt, auch in Linz, Wels und Graz fanden drei Tage nach dem Tod der 36-jährigen Medizinerin Mahnwachen statt. Um 20.45 Uhr läuteten die Glocken des Wiener Wahrzeichens, tausende Kerzen wurden entzündet, dazu erstrahlten unzählige Handy-Lichter. Die Teilnehmer der Gedenkveranstaltung stimmten spontan mehrere Lieder an, darunter „Dona nobis pacem" und „We Shall Overcome". 
Foto: Erzdiözese Wien.
 

Weltsynode: Deutsche Katholiken fordern Erneuerung der Kirche

Die Deutsche Bischofskonferenz hat am 5. August die nationale Zusammenfassung der Befragungsergebnisse zur laufenden Weltsynode der katholischen Kirche veröffentlicht. Darin finden sich zahlreiche Aufrufe zu Reformen, aber auch eine kritische Bestandsaufnahme der aktuellen Situation. Unter anderem wünschen sich die Teilnehmer eine stärkere Beteiligung von Laien, insbesondere von Frauen, eine erneuerte Sexualmoral und eine verständlichere Sprache. Die Kirche dürfe nicht den Anschluss an die Welt verlieren. Daher müsse sie sich verstärkt in den gesellschaftlichen Diskurs einbringen, „und zwar zu den gesellschaftlich relevanten (und nicht nur kirchlich interessierenden) Themen, wie zum Beispiel Klimawandel, soziale Gerechtigkeit, Würde des Menschen, Armut und Migration, Krieg und Frieden".
Der Bericht fasst die Deutschland-Ergebnisse der ersten, ortskirchlichen Phase des weltweiten Synodalen Prozesses auf 13 Seiten zusammen. Das Papier mit den Rückmeldungen geht - wie die nationalen Berichte aus anderen Ländern - an den Vatikan und ist Teil der von Papst Franziskus im Sommer 2021 ausgerufenen Weltsynode. 

Evangelische Kirche: „Größtes Befremden" über VfGH-Erkenntnis 

Das aktuelle Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes (VfGH) zur Ungleichbehandlung von Kunst und Religionsausübung im Zuge der Covid-19-Notmaßnahmen im Herbst 2021 hat in den Evangelischen Kirchen „größtes Befremden" ausgelöst. Das hat am Mittwoch Synodenpräsident Peter Krömer gegenüber dem Evangelischen Pressedienst festgehalten.
Die 5. COVID-19-Notmaßnahmenverordnung sah für den Zeitraum vom 22. November bis 11. Dezember 2021 einen bundesweiten Lockdown vor. Das Betreten des Kundenbereichs von Kultureinrichtungen war in diesem Zeitraum ausnahmslos untersagt. Hingegen waren Zusammenkünfte zur Religionsausübung vom Geltungsbereich der Verordnung ausgenommen. Für den VfGH war dies gleichheitswidrig, weshalb er erkannte, dass diese Bestimmung im Blick auf die Religionsausübung nicht gesetzeskonform war. Die Entscheidung vom 30. Juni wurde am Dienstag veröffentlicht.
Seit Beginn der Covid-19-Pandemie…
… im März 2020 war aber, so Krömer, zwischen der Bundesregierung und den gesetzlich anerkannten Kirchen und Religionsgesellschaften vereinbart, dass die Kirchen und Religionsgemeinschaften für die Abhaltung von Gottesdiensten, kirchlichen Amtshandlungen sowie Veranstaltungen zum Zwecke der Religionsausübung - somit im inneren Bereich, den der Artikel 15 des Staatsgrundgesetzes von 1867 regelt - eigene verbindliche Regelungen zum Schutz vor Covid-19 anordnen. Die diesbezüglich getroffenen Maßnahmen der gesetzlich anerkannten Kirchen im Inneren seien stets mit der dafür zuständigen Bundesministerin Susanne Raab abgesprochen worden.
Vor allem die öffentliche Rezeption des Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes erwecke den Eindruck, „dass in den Kirchen während der Covid-19-Pandemie überhaupt keine Beschränkungen vorhanden waren", kritisierte Krömer. Vielmehr sei das Gegenteil der Fall, „teilweise waren die Maßnahmen im Bereich der Kirchen im Zusammenhang mit gottesdienstlichen Veranstaltungen sogar strenger".
Kirchen wurden nicht gehört
Als „besonders befremdend" bezeichnete der Jurist Krömer einen rechtsstaatlichen Aspekt am VfGH-Erkenntnis: Wiederum ergehe eine Entscheidung eines Höchstgerichtes, die die Evangelische Kirchen - in diesem Fall auch alle anderen gesetzlich anerkannten Kirchen und Religionsgesellschaften - betreffe. „Hier wurden Aussagen zur Religionsausübung gesetzlich anerkannter Kirchen und Religionsgesellschaften getroffen, ohne dass diese im Verordnungsprüfungsverfahren vor dem Verfassungsgerichtshof gehört wurden", bemängelte der Synodenpräsident.
Ministerin Raab: "Religionsfreiheit ist sehr hohes Gut" 
„Religionsfreiheit ist ein sehr hohes Gut." - Mit dieser Feststellung hat Kultusministerin Susanne Raab auf die Entscheidung des Verfassungsgerichtshofs (VfGH) reagiert. 
Die Kultusministerin zeigte sich zudem überzeugt, dass der Glaube und die gemeinsame Religionsausübung sowie auch entsprechende Möglichkeiten der Seelsorge vielen Menschen im Land gerade in Krisenzeiten Halt geben. Diese hätten deshalb nicht nur für den einzelnen, sondern für die gesamte Gesellschaft einen besonders hohen Stellenwert. 

„Kirche in Not": Bisher fünf Millionen Euro Nothilfe für Ukraine

Das internationale katholische Hilfswerk „Kirche in Not" hat seit Kriegsbeginn mit rund fünf Millionen Euro die notleidende Bevölkerung in der Ukraine unterstützt. Das Geld sei an die römisch-katholische sowie die griechisch-katholische Kirche in dem osteuropäischen Land gegangen, teilte das Hilfswerk am Mittwoch in Wien und München mit. Man stehe in täglichem Kontakt mit den Menschen in der Ukraine, um die vorrangigsten Hilfsprojekte zu ermitteln, erklärte „Kirche in Not"-Projektmanagerin Magda Kaczmarek. Die große Sorge und Angst aller gelte dem kommenden Winter. „Aber bereits jetzt haben sie Angst, dass sich die Lebensmittel- und Treibstoffknappheit Ende August noch verschärfen wird", so Kaczmarek.
800.000 Euro seien in Form von Mess-Stipendien an Priester des lateinischen und des byzantinischen Ritus gegeben worden, heißt es. Dabei handle es sich um eine freiwillige Gabe für die Feier einer heiligen Messe. Da die Priester in der Ukraine sehr wenig Einkommen hätten, seien diese Stipendien ein wichtiger Zuschuss für ihre täglichen Kosten. Zugleich kämen sie pastoralen oder sozialen Initiativen zugute. So seien viele Geistliche seit Kriegsbeginn vermehrt stundenlang auf schlecht befahrbaren und gefährlichen Straßen unterwegs, um Gemeindemitglieder in abgelegenen Regionen mit Lebensmitteln und geistlich zu versorgen.
Klöster, Pfarrgemeinden sowie Bildungs- und Exerzitienhäuser vor allem in der Westukraine erhielten laut der Mitteilung 650.000 Euro. Damit sollten diese von ihnen aufgenommene Binnenvertriebene versorgen. Weitere 450.000 Euro sicherten den Lebensunterhalt von Ordensleuten und dienten der Unterstützung und Pflege alter und kranker Ordensschwestern.
700.000 Euro aus Österreich
Die fünf Millionen Euro an Ukraine-Hilfen hat "Kirche in Not" nach eigenen Angaben durch Spenden aus 23 Ländern eingenommen, in denen das Hilfswerk mit eigenen Büros vertreten ist. Allein in Österreich wurden bereits demnach bisher knapp 700.000 Euro an das Hilfswerk gespendet, um die Not der Menschen in der Ukraine zu lindern.
Foto: Flüchtlingskinder in Briukhovychi erhalten Hilfsgüter © KIRCHE IN NOT

Ukraine-Krieg: 183 Religionsstätten zerstört oder beschädigt

Die russische Armee hat in der Ukraine seit ihrem Überfall vor fünf Monaten nach Kiewer Zählung 183 Kirchen und andere Sakralbauten zerstört oder beschädigt. Nach Angaben des staatlichen Dienstes für ethnische Angelegenheiten und Gewissensfreiheit wurden 173 christliche sowie je fünf islamische und jüdische Religionsstätten attackiert. Am häufigsten trafen die Angreifer demnach Gotteshäuser der ukrainisch-orthodoxen Kirche, die sich Ende Mai vom Moskauer Patriarchat losgesagt hatte: 127 Bauwerke von ihr seien ganz oder teilweise zerstört worden.

Regierung von Nicaragua schaltet fünf katholische Radiosender ab
Kardinal Brenes fordert ein Ende der Attacken gegen die Kirche 

Ein Ende der Verfolgung der Kirche in Nicaragua fordert Kardinal Leopoldo Brenes vom sandinistischen Machthaber Daniel Ortega. "Wir sind keine Feinde der Regierung: Die Kirche predigt das Evangelium, Liebe, Frieden und Versöhnung", wandte sich der Erzbischof von Managua laut Katholischer Nachrichten-Agentur KNA in einem aktuellen Interview mit dem Portal „Portavoz Ciudadano" direkt an Staatspräsident Ortega und dessen Ehefrau, Vizepräsidentin Rosario Murillo. Kurz zuvor waren Bilder des Überfalls einer Polizeieinheit auf eine Kirche in Sebaco veröffentlicht worden, bei dem Geistliche und Gläubige verprügelt wurden.
Zuletzt häuften sich die Übergriffe auf kirchliche Einrichtungen in dem mittelamerikanischen Land. Zu Wochenbeginn war zudem bekannt geworden, dass die Regierung in Nicaragua ein halbes Dutzend Radiostationen der Diözese Matagalpa geschlossen hatte. Wie die Zeitung „La Prensa" berichtete, ordnete die Telekommunikationsbehörde die Abschaltung an. Zur Begründung gab sie eine fehlende Sendeerlaubnis an. Die betroffene Diözese teilte in einer Stellungnahme mit, seit 2016 sei ein Antrag auf Verlängerung unbeantwortet geblieben.
Die Kirche kündigte an, auch in Zukunft trotz abgeschalteter Sender über jeden Verstoß gegen die Meinungs- und Religionsfreiheit informieren zu wollen. Das Nicaraguanische Zentrum für Menschenrechte (Cenidh) sprach in einer ersten Reaktion von einem „Akt der Provokation" durch die Regierung.
Seit Ende 2018 wurden laut Medienberichten mehr als 1.100 Nichtregierungs-Organisationen in Nicaragua die rechtlichen Grundlagen für ihre Arbeit entzogen. Jahr für Jahr kommen weitere hinzu, auch kirchliche oder der Kirche nahe stehende Einrichtungen. Basis der Zahlen ist eine Datenbank, die das Portal „Confidencial" angelegt hat.
Weihbischof erhielt Morddrohungen 
Nicaragua erlebt seit 2018 eine Krise mit landesweiten Protesten gegen die linksgerichtete Ortega-Regierung. Seit Beginn kamen rund 350 Menschen ums Leben, Tausende wurden verletzt. Nicaraguas Kirche, Menschenrechtler und unabhängige Medien kritisierten immer wieder in scharfer Form die Rechtsverstöße der Machthaber. 
Papst Franziskus beorderte im April 2019 Managuas Weihbischof Silvio Baez ins Exil, nachdem dieser Morddrohungen erhalten hatte. Baez hatte während der Studentenaufstände jungen Demonstranten in den Kirchen Schutz vor Polizeigewalt gewährt. 
Foto: Javier Ruiz / Erzdiözese Managua (Wallfahrt und Demonstration der Solidarität für Kirche und Bischöfe in Nicaragua am 28. Juli). 

Kurznachrichten

Papst Franziskus hat am Freitag den neuen Leiter des Außenamts des Moskauer Patriarchats, Metropolit Antonij (Sevrjuk), in Audienz empfangen. Der 37-jährige Metropolit von Korsun und Westeuropa war Anfang Juli zum Nachfolger von Metropolit Hilarion (Alfejew) ernannt worden. 

 

Papst Franziskus hat den Italiener Massimiliano Strappetti zu seinem persönlichen Gesundheitsassistenten ernannt. Das teilte der Vatikan am Donnerstag mit. Es soll sich dabei um jenen Krankenpfleger handeln, der Franziskus zu der Darmoperation im vergangenen Jahr geraten hatte.

 

Der Vatikan hat seinen Finanzbericht für das Jahr 2021 vorgelegt. Mit einem Gesamtdefizit von 3,3 statt der erwarteten 33,4 Millionen Euro seien die Ergebnisse „besser als erwartet", erklärte der Leiter des vatikanischen Wirtschaftssekretariats, Juan Guerrero.

 

Türkei. Im Griechischen Krankenhaus in Balikli in Istanbul ist am Donnerstag ein Brand ausgebrochen. Laut örtlichen Medienberichten wurde das Krankenhaus dabei weitgehend zerstört. Alle 104 Patienten bzw. betreuten älteren Personen konnten rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Die Brandursache ist derzeit noch nicht klar.

 

Großbritannien. Die Bischöfe der Anglikaner haben sich  bei der Lambeth Conference in Canterbury mit dem heiß umstrittenen Thema „Homosexualität“ befasst. Um die Einheit der Konferenz zu wahren, wurden keine Beschlüsse gefasst.


In Chile hat laut einem Bericht des Portals „Cooperativa" die Mapuche-Organisation „Weichan Auka Mapu" die Verantwortung für einen neuerlichen Brandanschlag übernommen. In Panguipulli wurden bei dem Anschlag am Wochenende mehrere Hütten, eine Lagerhalle sowie eine katholische Kapelle niedergebrannt.

 


Großbritannien. Der Ehrenprimas der Anglikanischen Weltgemeinschaft, Erzbischof Justin Welby, ist unzufrieden mit dem Dialog mit anderen christlichen Kirchen: Ich schäme mich sehr, dass wir noch keine größeren Fortschritte gemacht haben." Die Kirchen hätten sich in den etwa 500 Jahren seit der Reformation an die Trennung (habits of separation) gewöhnt. 

 

Tschechien. Mindestens 30 Babys sollen in Tschechien seit 2019 illegal an Ausländer verkauft worden sein, nachdem die Babys von ukrainischen Leihmüttern in Prag geboren wurden. Das berichtete das Wiener Institut für Medizinische Anthropologie und Bioethik (IMABE) unter Verweis auf Recherchen des tschechischen Medienportals „Seznam Zprávy". 

 

Israel. Soldaten haben Reste einer 1.500 Jahre alten Klosteranlage in einem Militärgebiet nordöstlich der israelischen Stadt Schoham wiedergefunden. 


Österreich

 

Steiermark. Ein außergewöhnlich großes Bischofstreffen findet bis 8. August derzeit im kirchlichen Bildungszentrum Schloss Seggau statt. Rund  40 Bischöfe aus Europa, Afrika, Asien und Amerika, die der Fokolar-Bewegung nahestehen, halten sich zum gemeinsamen Gebet, zum Austausch und zur Erholung in der Südsteiermark auf. 

 

Tirol. Edith Stein - heiliggesprochene Philosophin und Mystikerin, Jüdin und christliche Ordensfrau, Frauenrechtlerin und Opfer der Schoah - steht anlässlich ihres 80. Todestages im Mittelpunkt einer Ausstellung vom 10. August bis 11. Dezember im Museum Stift Stams. 

Ein Lächeln für jeden Tag
Mit dem lächelnden Papst durch das Jahr

„Bricciole“, Brotbrösel, pflegte Albino Luciani, der spätere Papst Johannes Paul I., seine Gedanken in Predigten und Ansprachen zu nennen. Der Mann aus einfachen Verhältnissen in den Belluneser Dolomiten verstand es, die christliche Botschaft der Hoffnung, der Liebe und der Geschwisterlichkeit in ebensolche einfache Sprache zu fassen. So glänzen die in diesem Büchlein versammelten Gedanken als kleine Perlen der Weisheit, geprägt vom Evangelium ebenso wie von einem gesunden Hausverstand. 
Francesco Taffarel, Lucianis Sekretär in seiner Zeit als Bischof von Vittorio Veneto und seit seinem Tod „Hüter“ seines Nachlasses, hat für jeden Tag des Jahres einen kurzen Gedanken aus seinen Schriften ausgewählt. 
So wird der lächelnde Papst ein diskreter Begleiter durch das Jahr. Er nimmt den Leser an der Hand, spricht mit ihm über die Freuden, aber auch über die Mühen des Alltags und sät dabei fast unbemerkt Großmut und Liebe in sein Herz.
Ein Lächeln für jeden Tag, 365 Gedanken, 112 Seiten, Tyrolia-Verlag, € 15.

Auch das noch...

US-Bischof: Kirche soll Kinder gleichgeschlechtlicher Paare taufen

Der katholische Erzbischof von Santa Fe, John Charles Wester, hat die Kirche aufgefordert, Kindern gleichgeschlechtlicher Paare überall die Taufe zu ermöglichen. In einem Meinungsbeitrag des Jesuitenmagazins „America" bezeichnete Wester die Taufverweigerung in einigen US-Diözesen als „besorgniserregend". Taufanträge von homosexuellen Paaren für ihre Kinder zu verweigern, widerspreche dem Selbstverständnis der Kirche und sei nicht mit kirchlicher Lehre vereinbar.
Wester verweist laut Katholischer Nachrichten-Agentur (KNA) darauf, dass viele heutige Ehen vom Ideal der Kirche abwichen. Scheidungen, der Todesfall eines Elternteils, Sucht, Gewalt oder Armut belasteten Familien. Ihm sei aber nicht bekannt, dass man Kindern aus solchen Familien die Taufe verweigere.
Es sei ein Vorurteil, LGBTQ-Eltern pauschal zu unterstellen, sie würden ihre Kinder nicht im Sinn des katholischen Glaubens erziehen. Allein die Tatsache, dass sich Homo-Paare an die Kirche wenden, zeige schon, wie ernst es ihnen damit sei. Es gehe um die Taufe des Kindes „und nicht um die Fähigkeit der Eltern, der gesamten Lehre der Kirche über die Ehe gerecht zu werden", betonte Wester.
 

Erster weltweiter Anglikanischer Kongress seit 60 Jahren geplant

Zum ersten Mal seit mehr als 60 Jahren plant die Anglikanische Gemeinschaft einen weltweiten Kirchenkongress. Der „Anglikanische Kongress", bei dem nicht nur Geistliche, sondern auch Laien zu Wort kommen sollen, würde wahrscheinlich im globalen Süden stattfinden. Darauf einigten sich die rund 660 Bischöfe, die derzeit zur 15. anglikanischen Lambeth-Konferenz in Canterbury versammelt sind. Dieser Kongress böte eine Gelegenheit, „den Auftrag Gottes bei einer Feier der Vielfalt unserer Kulturen neu zu erkennen", hieß es bei der Konferenz, die bis 8. August tagt.
Zum ersten Anglikanischen Kongress 1908 in London kamen rund 17.000 Menschen, am zweiten Kongress im kanadischen Toronto nahmen 1963 etwa 16.000 Menschen teil. 

Polens Missbrauchskommission: Kirche soll Aktenvernichtung stoppen

Polens staatliche Kommission zur Aufarbeitung von sexuellem Kindesmissbrauch hat von der katholischen Kirche erneut die Freigabe von Akten über beschuldigte Geistliche gefordert. Die Kirche leiste viel Präventionsarbeit gegen sexualisierte Gewalt, „aber wenn es um den Zugang zu Dokumenten geht, gibt es eine unverständliche Barriere", kritisierte Kommissionschef Blazej Kmieciak am Dienstag in Warschau bei der Vorstellung des neuen Jahresberichts. Der Botschafter des Vatikans in Polen habe seine Bitte um die Bereitstellung von Akten nicht beantwortet.
Sobald Diözesen Akten über kirchliche Verfahren gegen Beschuldigte an den Vatikan übergäben, kämen sowohl die polnische Justiz als auch die Aufarbeitungskommission nicht mehr an sie heran, so Kmieciak. Zudem beklagte er, dass die polnischen Bischöfe der Bitte der Kommission nicht nachkämen, Akten nach einer Verurteilung länger aufzubewahren. Sie würden weiter nach zehn Jahren vernichtet, wie es das Kirchenrecht vorsehe.
 

Soziologe: Kirchenmitgliedschaft und Glaubensverlust hängen zusammen

Religiosität nimmt nicht einfach ab, sondern sie geht im Zuge der Säkularisierung und Individualisierung in private Formen von Religiosität und Spiritualität über: Mit dieser häufig zu hörenden These räumte der Münsteraner Religionssoziologe Prof. Detlef Pollack bei einem Vortrag am Dienstag in Salzburg auf. Mit dem Rückgang an kirchlicher Bindung bzw. Kirchenmitgliedschaft gehe auch ein Rückgang des Glaubens an Gott einher. Dies würden statistische Erhebungen international belegen: Mit schwindender Kirchenmitgliedschaft - ein Trend, der laut Pollack sich zukünftig noch beschleunigen wird - sei ein Rückgang der Bedeutung von Religion im Leben der Befragten verbunden und auch der daraus resultierenden Bereitschaft, Kinder religiös zu erziehen oder kirchlich zu binden. 
Die familiäre Glaubensweitergabe sei dabei der entscheidende Punkt, betonte Pollack: „Wenn Kinder und Jugendliche Religion nicht mehr familiär kennenlernen, ist es auch sehr unwahrscheinlich, dass sie später zum Glauben finden."

1.000 Österreicher beim „Mladifest" in Medjugorje

Das diese Woche in Medjugorje stattfindende "Mladifest" gilt mit mehreren Zehntausend Teilnehmenden aus aller Welt zu den größten katholischen Veranstaltungen, wobei sich die Beteiligung aus Österreich sehen lassen kann: An die 1.000 der jugendlichen Pilger stammen aus der Alpenrepublik, weshalb das Rot-Weiß-Rot im Fahnenmeer auf dem Freigelände vor dem Außenaltar der Kirche gemeinsam mit den Flaggen aus Kroatien, Italien, Polen, Rumänien und der Ukraine zu den am häufigsten gesehenen zählt. Neben von Pfarren und Einzelpersonen organisierten Fahrten sind viele kirchliche Jugendinitiativen aus Österreich mit Bussen in den in Bosnien-Herzegowina gelegenen Wallfahrtsort gekommen. Der Andrang zur Mitfahrt sei „so hoch wie vor Corona" gewesen, so der Tenor der beteiligten Gruppen.
Auf 56 Mitreisende war ein Reisebus aus dem Stift Kremsmünster beschränkt, wobei die mit der Alters-Obergrenze von 35 Jahren reservierten Plätze nach Anmeldebeginn sofort vergeben gewesen seien, teilte Frater Konrad (28) mit. Bereits seit 2007 organisiert das Benediktinerkloster Fahrten zum Jugendfestival, als geistliche Begleitung ist wie schon in den Vorjahren mit Abt Ambros Ebhart (70) der höchste Vertreter der österreichischen Geistlichkeit dabei. „Er macht das gesamte Programm mit", zollte ihm Jeremias (31), einer der Mitorganisatoren der Fahrt, Respekt. Um die eigene Ordensspiritualität zu stärken, veranstaltet die Gruppe die Vormittage selbst mit einem Gebetsprogramm in der eigenen Pension, am „Hauptabendprogramm" beim Außenaltar der Kirche sei man aber dann „selbstverständlich dabei". 
Foto: Kathpress/Pernsteiner.