JA 

die neue Kirchenzeitung

9. Oktober 2022 

 

Die nächste Aktualisierung dieser Website findet am 23. Oktober 2022 statt. 

Warum A. und nicht J. ? 

Kurienkardinal Kurt Koch und der deutsche Bischofskonferenz-Vorsitzende Georg Bätzing haben ihren Streit um einen Nazi-Vergleich des Schweizer Ökumene-Beauftragten des Papstes beigelegt. Wie die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) am 5. Oktober mitteilte, führten die beiden am Tag zuvor in Rom ein vertrauliches Gespräch. 
Bekannt ist, dass Politiker immer wieder, um Gegner verbal niederzumachen, die Nazikeule schwingen. Sie sollten allesamt wegen Verharmlosung des NS-Terrors vor Gericht gestellt werden. 



Ebenso Kardinal Koch, der seine Skepsis gegenüber dem deutschen Synodalen Weg mit Vergleichen aus der NS-Zeit zierte.
Der päpstliche Ökumeneminister (!)  hatte eine hitlertreue protestantische Bewegung und die heutige katholische Reformbewegung gleichsetzt.
Warum denkt Koch bei seiner Argumentation an die NS-Ära und nicht an die Zeit der Apostel? 
Adolf H. kann in seinem Kopf doch nicht lebendiger sein als Jesus Chr., oder?                        P. Udo 

Schönborn über Nobelpreisträger Zeilinger: „Transzendenzoffener Naturwissenschaftler" 

„Mit großer Freude" hat Kardinal Christoph Schönborn auf die Bekanntgabe der Verleihung des Physik-Nobelpreises an Anton Zeilinger reagiert und ihn als einen „transzendenzoffenen Naturwissenschaftler und Gesprächspartner von Weltrang" gewürdigt. „Ich stelle ihn die Reihe ganz großer Naturwissenschaftler", betonte der Wiener Erzbischof am Dienstag im Interview mit Kathpress. Für ihn gehöre Zeilinger  „zu jenen Naturwissenschaftern, die ihre Wissenschaft nicht als Grund sehen, die Transzendenz auszuschließen".

Bereits 1996 wurde Zeilinger, damals Professor für Experimentalphysik an der Universität Innsbruck, mit dem Kardinal-Innitzer-Würdigungspreis der Erzdiözese Wien ausgezeichnet. Kardinal Schönborn überreichte damals den Preis an Zeilinger, mit dem es in der Folge auch zu Begegnungen und Gesprächen kam. „Sehr gut erinnere ich mich an eine Diskussion mit Professor Zeilinger und seinen Doktoranden über Schöpfung und Evolution", so Schönborn. Das Verhältnis von Wissenschaft und Glauben sei für Zeilinger „immer ein Thema" gewesen. 

Gläubiger Quantenphysiker

Zeilinger sprach sich in seiner Laufbahn oftmals für ein Miteinander von Wissenschaft und Religion aus. Konflikte gebe es erst dann, wenn eine der beiden Disziplinen ihren Kompetenzbereich überschreite, so seine Ansicht. Habe zu Beginn des Mittelalters die Kirche teils unhaltbare Positionen vertreten, kämen solche Verstöße heute vonseiten der Naturwissenschaft. Deren Vertreter glaubten teilweise, eine religiöse Weltsicht widerlegen oder ins Lächerliche ziehen zu können - was „Unsinn" sei, denn: „Gott ist nicht fassbar". Eine Synthese beider Bereiche zu finden, sieht Zeilinger als eine der zentralen Zukunftsaufgaben.

Wiederholt referierte Zeilinger auch dezidiert zum Thema „Vernunft und Glauben". 2017 zitierte er dabei - aus Anlass des 25-jährigen Priesterjubiläums von Erzbischof Franz Lackner - einen anderen Physiknobelpreisträger, nämlich Werner Heisenberg (1901-1976): „Der erste Trunk aus dem Becher der Naturwissenschaften macht atheistisch, aber am Grunde des Bechers wartet Gott." Auch ein Ausspruch von Joseph Ratzinger hatte es ihm angetan: „Es gibt keinen Glauben ohne Zweifel, aber der Glaubende kann sich trösten, dass auch der Ungläubige manchmal zweifelt."

Die Physiknobelpreis-Zuerkennung an Zeilinger…

… war am 4. Oktober in einer Pressekonferenz in Stockholm bekanntgegeben worden. Gemeinsam mit dem 77-jährigen Oberösterreicher wurden auch der Franzose Alain Aspect und der US-Amerikaner John F. Clauser als weitere Preisträger verkündet. Die drei hätten bahnbrechende Experimente mit verschränkten Quantenzuständen durchgeführt, bei denen sich zwei Teilchen wie eine Einheit verhalten, auch wenn sie getrennt sind, so die Begründung der Jury. Die Ergebnisse hätten den Weg geebnet für auf Quanteninformation basierende Technologien wie etwa den Quantencomputer.

Zeilinger stammt aus Ried im Innkreis (OÖ) und gilt als Pionier der Übertragung von Quanteninformation zwischen Photonen, bei der er in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche Durchbrüche erzielt und Übertragungsrekorde aufgestellt hatte. Die Quantenphysik habe mittlerweile den Schritt von der philosophischen Disziplin in die technologische Anwendung geschafft, viele Grundfragen seien aber weiter unbeantwortet, wies der neue Nobelpreisträger hin. Die mit zehn Millionen schwedischen Kronen (knapp 920.000 Euro) dotierte Auszeichnung wird Zeilinger zusammen mit Aspect und Clauser am 10. Dezember, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel, in Stockholm entgegennehmen.

 

Kirchenhistoriker empfiehlt Umstellung des Kirchenbeitragssystems

Der emeritierte Grazer Kirchenhistoriker und Kirchenbeitrags-Experte Prof. Rudolf K. Höfer sieht im aktuellen Kirchenbeitragssystem einen Hauptgrund für hohe Austrittszahlen. Wenn weiterhin gelte, was die Bischofskonferenz bereits vor über 20 Jahren angab, nämlich dass für zwei Drittel der Austretenden der Kirchenbeitrag ausschlaggebend gewesen sei, so könne mit einer Veränderung dieses Systems eine rasche Kehrtwende gelingen, zeigte sich Höfer in einer Stellungnahme gegenüber Kathpress zuversichtlich. „Mit Steuerwidmung wie in Italien statt des Kirchenbeitrages auf realistischer Höhe könnten Austritte rapide gesenkt werden." 

Die Steuerwidmung in Italien („otto per mille") stelle dabei nicht wie häufig fälschlich behauptet eine "Kultursteuer" dar, da sie den Einzelnen nicht zusätzlich belaste und nur eine Widmung für die Kirchen oder den Staat bedeute. Für Kultur, Soziales und Umwelt gebe es einen zweiten Budgettopf („cinque per mille") - eine Vermischung beider Widmungen sei nicht möglich, so Höfer. "Anerkannte Religionsgemeinschaften können so aus der Steuerleistung der Bürger mit Blick auf Pluralisierung religionsneutral finanziert werden." Der Vorschlag ist dabei nicht neu und wurde bereits 1993 erstmals vom inzwischen verstorbenen Grazer Kirchenhistoriker Prof. Maximilian Liebmann eingebracht.

Ein anschauliches Beispiel für die Austritts-mindernde Wirkung biete der Vergleich von Süd- und Nordtirol: Seien in Nordtirol im vergangenen Jahr über 5.000 Menschen ausgetreten, so seien es in der Südtiroler Diözese Bozen-Brixen gerade einmal 70 Menschen gewesen. 

Außergewöhnlicher Papst-Appell für Ende des Ukrainekriegs
Russisch-orthodoxe Kirche: Beziehungen zum Vatikan „eingefroren"

In einem dramatischen Appell hat Papst Franziskus zu einem Ende des Ukrainekriegs aufgerufen. Anstelle der üblichen Auslegung des Evangeliums widmete das Kirchenoberhaupt seine Sonntagsansprache auf dem Petersplatz ausschließlich dem Krieg in der Ukraine. Eine solche ungewöhnliche Änderung hatte es zuletzt 2013 gegeben. Damals hatte Franziskus zu einem Ende des Syrienkrieges aufgerufen.
In seiner Ansprache richtete er sich direkt an den russischen Präsidenten Wladimir Putin. Er forderte ihn auf, die „Spirale von Gewalt und Tod" zu stoppen, auch zum Wohl seines Volkes. An Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj appellierte er „in großer Betroffenheit über das unermessliche Leid des ukrainischen Volkes infolge der Aggression, die es erlitten hat", "für ernsthafte Friedensvorschläge offen zu sein".
Er verurteilte erneut die "niemals zu rechtfertigenden" Kriegshandlungen, die Tausende Opfer und Zerstörung forderten. 
Die „Tatsache, dass die Menschheit erneut mit einer atomaren Bedrohung konfrontiert ist", bezeichnete Franziskus als „absurd". 

Moskauer Patriarchat kritisiert Äußerungen von Papst Franziskus

Nach Meinungsverschiedenheiten zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine liegen die Beziehungen der russisch-orthodoxen Kirche zum Vatikan laut dem Moskauer Patriarchat nahezu auf Eis. „In letzter Zeit muss ich leider sagen, dass unsere Beziehungen praktisch eingefroren sind", sagte der Außenamtschef der russisch-orthodoxen Kirche, Metropolit Antonij (Sevrjuk), laut der Nachrichtenagentur Tass am Wochenende dem staatlichen TV-Sender Rossija 24.
„Einige der Kommentare, Erklärungen, die wir nicht nur aus dem Mund des Papstes, sondern auch von den meisten seiner Assistenten lesen und hören", trügen überhaupt nicht zur weiteren Zusammenarbeit der russisch-orthodoxen und der katholischen Kirche und zur Vorbereitung eines Treffens ihrer Oberhäupter, Patriarch Kyrill I. und Papst Franziskus, bei.

Kyrill I. lobt zu Putins 70. Geburtstag dessen Vaterlandsliebe

Der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill I. hat Kreml-Chef Wladimir Putin zu seinem 70. Geburtstag gratuliert: „Durch jahrelange unermüdliche Arbeit in Schlüsselpositionen des Staates haben Sie sich den Ruf eines nationalen Führers erworben, der dem Vaterland selbstlos ergeben ist, es aufrichtig liebt und ihm seine ganze Kraft, seine Fähigkeiten und sein Talent widmet!“
Gott habe Putin mit Machtbefugnissen ausgestattet, damit er einen Dienst von besonderer Wichtigkeit für das Schicksal des Landes und des Volkes leisten könne, so das Oberhaupt der Russisch-orthodoxen Kirche. 

Patriarch Bartholomaios: Ukraine-Krieg ist „teuflisch"

Der Ökumenische Patriarch Bartholomaios hat den Moskauer Patriarchen Kyrill für dessen Unterstützung des Angriffskrieges Wladimir Putins gegen die Ukraine einmal mehr mit scharfen Worten verurteilt. Die Position des Moskauer Patriarchen sei für ihn absolut unverständlich, so Bartholomaios am Wochenende gegenüber der österreichischen Nachrichtenagentur „Kathpress" und der „Tagespost". Dass Kyrill den russischen Soldaten die Vergebung all ihrer Sünden zugesagt hatte, wenn sie im Krieg ihr Leben opfern, und sie unmittelbar als Märtyrer in das Reich Gottes kommen würden, bezeichnete der Patriarch als Widerspruch zur orthodoxen Lehre. Den Krieg nannte er „teuflisch".

„Jugend Eine Welt": Weitere Hilfslieferung in Odessa eingetroffen

Eine weitere Hilfslieferung der Hilfsorganisation „Jugend Eine Welt" hat die ukrainische Hafenstadt Odessa erreicht. Ein LKW überbrachte u.a. medizinische Produkte, wie Spritzen, Einwegkanülen, Infusionsbesteck und Medikamente sowie ein Beatmungsgerät für Frühgeborene, teilte das katholische Hilfswerk, das seit dem Beginn des Kriegs in der Ukraine in der Nothilfe engagiert ist, am Montag mit.
„Die Schwestern der Babystation hatten Tränen in den Augen, als wir ihnen das dringend benötigte Beatmungsgerät für Frühgeborene übergaben", berichtete Wolfgang Wedan, Nothilfe-Koordinator von „Jugend Eine Welt", der die Hilfslieferung nach Odessa begleitete. „Viele Geräte funktionieren mittlerweile nicht mehr, für routinemäßige Behandlungen fehlt zunehmend intaktes Equipment, weil Reparaturen wegen fehlender Ersatzteile und qualifiziertem Personal nicht durchgeführt werden können", skizzierte Wedan die Situation vor Ort.
Vor allem medizinische Produkte würden mittlerweile in den ukrainischen Spitälern „an allen Ecken und Enden abgehen". Viele ukrainische Unternehmen hätten nach Kriegsbeginn ihre Produktion und den Verkauf einstellen müssen. Lieferungen seien auch aufgrund beschädigter Straßen oft nicht mehr möglich. 
Foto: Jugend Eine Welt.

Berichte: Belarus nimmt Katholiken die Rote Kirche in Minsk

Der belarussische Staat nimmt der katholischen Kirche offenbar ein bedeutendes Gotteshaus in der Hauptstadt Minsk weg. Die Organisation „Christian Vision" und unabhängige Medien des Landes berichteten am 6. Oktober, die Pfarre St. Simon und St. Helena sei von den Behörden verpflichtet worden, ihre sogenannte Rote Kirche am Unabhängigkeitsplatz in Minsk innerhalb weniger Tage zu räumen. Das Regime von Machthaber Alexander Lukaschenko habe den Vertrag über die unentgeltliche Nutzung der Kirche gekündigt.

Der von 1905 bis 1910 errichtete neuromanische Sakralbau gehört zu den Wahrzeichen von Minsk. Er steht am Unabhängigkeitsplatz neben dem Hauptgebäude der Regierung. Wegen der Farbe seiner Backsteinfassade wird das Gotteshaus Rote Kirche genannt. Bei den Massenprotesten gegen Lukaschenko im Sommer 2020 hatten Demonstranten in dem Gotteshaus Schutz vor der mit Härte vorgehenden Polizei gesucht, waren aber trotzdem festgenommen worden.

Der emeritierte Minsker Erzbischof Tadeusz Kondrusiewicz und die Pfarre riefen in den vergangenen Tagen zu Gebeten für eine baldige Wiedereröffnung der Kirche auf. 

Rund zehn Prozent der Belarussen sind katholisch.

 

Kirche in Indien protestiert gegen Angriffe auf Jugendtreffen

Zu Protesten in ganz Indien hat die größte katholische Jugendbewegung des Subkontinents nach Angriffen auf ein mehrtägiges kirchliches Jugendtreffen aufgerufen. Hindu-Nationalisten hatten einen viertägigen Kongress, der diese Woche im Bundesstaat Madhya Pradesh stattfinden hätte sollen, durch das Erheben falscher Anschuldigungen vereitelt. Den Freitag will das in 132 Diözesen aktive Indian Catholic Youth Movement (ICYM) als „schwarzen Tag" begehen, um damit gegen Einschüchterung und Repression Einspruch zu erheben, hieß es am Donnerstag auf Facebook. "Ich bin Inder. Meine Verfassung erlaubt mir, Christ zu sein", war auf den verbreiteten Protestsujets zu lesen.

Am Sonntag hätte in einer katholischen Schule der zentralindischen Stadt Khwandwa eine viertägige Versammlung von rund 200 Jugendlichen, die in Bussen aus verschiedenen katholischen Pfarren angereist waren, beginnen sollen. Bei der Ankunft blockierten jedoch Schlägertruppen der hindunationalistischen Bewegungen RSS, Bajrang Dal und VHP die Fahrzeuge und behaupteten, die Jugendlichen und Veranstalter würden gegen geltendes Recht verstoßen. Leichtgläubige Stammesangehörige sollten durch Betrug oder Verführung bekehrt werden, so ihre Anschuldigung.

Brisant war die erhobene Anzeige deshalb, da der Bundesstaat Madhya Pradesh als einer der ersten in Indien ein Anti-Konversionsgesetz eingeführt und dieses kürzlich verschärft hat. Inzwischen werden auch diejenigen streng bestraft, die sich entscheiden, ihre Religion zu wechseln.

Weltweite Aktion lädt Kinder zum Rosenkranzgebet für den Frieden

„Wenn eine Million Kinder den Rosenkranz beten, wird die Welt sich verändern": Unter diesem Motto, der einen Ausspruch des heiligen Paters Pio von Pietrelcina darstellt, will das päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not" am 18. Oktober eine Million Kinder weltweit für ein zeitgleiches Gebet des Rosenkranzes motivieren. Ziel sei es, gemeinsam um Einheit und Frieden zu beten, heißt es in der Einladung vom Montag, die sich gleichermaßen an Pfarren, Schulen und Kindergärten richtet, jedoch auch an Familien. 
Auf die „vielen Schauplätze großer Not" verwies in der Aussendung „Kirche in Not"-Nationaldirektor Herbert Rechbauer, der außer dem Krieg in der Ukraine auch die Unterdrückung und Verfolgung von Christen in Nigeria, Pakistan, Myanmar oder im Nahen Osten erwähnte. Bei den Friedensbemühungen könnten Kinder mit dem Rosenkranzgebet einen "wichtigen und wertvollen Beitrag leisten". In den zurückliegenden Jahren hätten sich bei der seit 2005 in Venezuela gestarteten Aktion Kinder aus 136 Ländern an der Gebetsaktion beteiligt. 
Foto: Kinder in der Ukraine beten den Rosenkranz. © Kirche in Not
 

Mexikos Drogenkartelle machen auch im Web Jagd auf Priester

In Mexiko schlagen Experten angesichts einer "neuen Kirchenverfolgung" Alarm. Die vielen Morde an Priestern, Ordensleuten und in der Seelsorge tätigen Laien macht das mittelamerikanische Land schon seit Jahren zum weltweit gefährlichsten für Kirchenvertreter. In jüngster Zeit hat sich die Gangart der kriminellen Drogenkartelle, die für die Angriffe verantwortlich sind, weiter verschärft: Zunehmend würden ermordete Geistliche nach ihrem Tod in koordinierten Internet-Aktionen gezielt verleumdet, um sie in Verruf zu bringen und andere zugleich einzuschüchtern, geht aus einem Bericht des Nachrichtenportals publimetro.com.mx hervor. Immer mehr Priester in Mexiko litten an schweren Ängsten und Depression infolge von Mobbing und Belästigung in den sozialen Netzwerken.
Mindestens 70 Priester wurden in den vergangenen Jahrzehnten in Mexiko ermordet, darunter der Leiter einer Migrantenherberge im Bundesstaat Baja California im vergangenen Mai sowie im Juni zwei Jesuiten im Bundesstaat Chihuahua, geht aus einer Auflistung des mexikanischen Centro Catolico Multimedial (CCM) hervor. In den vergangenen drei Jahren seien bei mehr als der Hälfte dieser Morde kurz nach der Gewalttat im Internet Gerüchte über Kindesmissbrauch, Drogenhandel oder Alkoholprobleme der Geistlichen aufgetaucht. Laut dem kirchlichen Medienzentrum handelt es sich dabei um Versuche gezielter Diskreditierung durch Falschmeldungen, die man teilweise auch als solche habe enttarnen können. Seelsorgerisch aktive und bei ihren Gläubigen einflussreiche Geistliche seien davon besonders betroffen.

Zollitsch räumt Fehler und Schuld im Umgang mit Missbrauch ein

Der frühere deutsche Bischofskonferenz-Vorsitzende und Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch (84) hat nach langem Schweigen große Fehler und persönliche Schuld im Umgang mit Betroffenen von sexualisierter Gewalt und Missbrauch in der katholischen Kirche eingeräumt. In einem am 6. Oktober in Freiburg veröffentlichten neunminütigen Video bittet Zollitsch die Opfer und ihre Familien um Verzeihung, "für das zusätzliche Leid, das Ihnen mein Verhalten bereitet hat". Er wisse, dass er nicht erwarten könne, dass sie seine Entschuldigung annähmen.

Zollitsch sagte, er sei Missbrauchsbetroffenen nicht mit ausreichender Anteilnahme begegnet. "Ich habe das große Ausmaß und vor allem die Folgen für die Betroffenen der Verbrechen sexualisierter Gewalt und des Missbrauchs nicht erfasst und der Wahrheit nicht in die Augen geschaut."

Auch habe er es versäumt, Missbrauchsfälle offenzulegen und stattdessen versucht, Missbrauchsvorwürfe „intern" zu behandeln. Er habe fälschlicherweise zu sehr das Wohl der Kirche und zu wenig die Fürsorge und Anteilnahme für die Betroffenen im Blick gehabt. Zu lange, so der emeritierte Freiburger Erzbischof, sei er im Umgang mit Missbrauchstätern „zu naiv und zu arglos" gewesen, indem er den Aussagen und Versprechungen von Tätern „nur allzu gerne geglaubt" habe. Zollitsch sprach von "gravierenden Fehlern", die er "von ganzem Herzen" bereue.

Im zweiten Teil des Videos argumentiert Zollitsch, er sei als Verantwortlicher in der Erzdiözese Freiburg eingebunden gewesen in ein "System, das im Umgang mit sexualisierter Gewalt von einer gewachsenen und einvernehmlich getragenen Kultur des Schweigens und der Verschwiegenheit nach außen, des Korpsgeistes und des Selbstschutzes" geprägt gewesen sei. Er übernehme die persönliche und moralische Verantwortung, so Zollitsch. Er verwies zugleich darauf, dass er immer im Austausch mit anderen Leitungsverantwortlichen in der Diözese gestanden habe.

 

Medienverband: Umsatz bei religiösen Büchern sinkt weiter

Der Katholische Medienverband („KM.") in Deutschland registriert ein weiter sinkendes Interesse an Büchern zu religiösen Themen. "Leider hat sich dieser Trend fortgesetzt", sagte KM.-Geschäftsführer Konrad Höß im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Frankfurt. "Zwischen 2017 und 2021 betrug der kumulierte Rückgang des Umsatzes rund 35 Prozent, im ersten Halbjahr 2022 büßten die betreffenden Warengruppen zusammengenommen abermals 8,9 Prozent an Umsatz ein", erläuterte Höß. Er äußerte sich rund zwei Wochen vor Beginn der Frankfurter Buchmesse, bei der der Verband Präsenz zeigt.

Der Rückgang sei insbesondere bei kirchennahen Themen zu verzeichnen. "Je weniger Relevanz die Kirche(n) im Leben der Menschen habe, desto weniger Interesse hat man natürlich an entsprechenden Buchtiteln", sagte Höß. Je "näher an der verfassten Kirche, desto geringer das Interesse", so der KM.-Geschäftsführer. Dies gelte allerdings nicht in gleichem Maße für Titel zu Spiritualität oder der sogenannten Lebenshilfe, „die ja auch in unseren Verlagen erscheinen", sagte Höß. Dem KM. gehören rund 120 konfessionelle Medienunternehmen an - Klosterbuchhandlungen, theologische Fachzeitschriften und christliche Publikumsverlage.

Kampf gegen Hunger: Mary's-Meals-Gründer vermisst Ernsthaftigkeit 

Die UNO zeigt zu wenig Entschiedenheit bei ihrem Ziel, den permanenten Hunger bis 2030 zu beseitigen: Diese Kritik hat der Gründer der Schulernährungsinitiative „Mary's Meals", Magnus MacFarlane-Barrow, bei einem Pressegespräch in Wien geäußert. „Das Erreichen von null Hunger, Ernährungssicherheit und nachhaltiger Landwirtschaft gilt nach der Beseitigung von Armut als zweitwichtigstes Nachhaltigkeitsziel. Ideen und Mittel für eine Umsetzung gäbe es, es fehlt aber an Einsatz und Willen. Nehmen wir dieses Ziel überhaupt ernst?", hinterfragte der Schotte. 

Erst kürzlich hat die Welternährungsorganisation WFP wegen einer „Hungerkrise von nie dagewesenem Ausmaß" Alarm geschlagen. Die Zahl der weltweit von akutem Hunger Betroffenen habe sich demnach infolge von Pandemie, Klimawandel, Benzin- und Düngemittelknappheit sowie Kriegen seit 2019 verdoppelt auf nunmehr 352 Millionen Menschen in 52 Ländern. 

„Die Situation ist heute schlimmer denn je", so auch MacFarlane-Barrows Wahrnehmung aus Berichten und Besuchen in betroffenen Gebieten. Zu Sommerbeginn habe er selbst das Leiden der Landbevölkerung in der kenianischen Region Turkana miterlebt, wo schon seit vier Jahren Dürre herrsche. Die Menschen wüssten, dass nach dem Tod ihrer Tiere nun bald ihr eigener bevorstehe. 

So entsetzlich die Zahlen und Schicksale dahinter auch anmuteten - hoffnungslos sei die Lage insgesamt nicht, betonte MacFarlane-Barrow. „Weltweit wird genug Nahrung erzeugt, um die gesamte Menschheit zu ernähren." Als gangbaren Weg zur Beseitigung des schlimmsten Hungers habe sich seit der Gründung vor 20 Jahren seine Schulernährungsinitiative erwiesen. Mit einem Grassroots-Ansatz gelinge es, auch mit wenig Mitteln das Überleben von Kindern zu sichern, den Schulbesuch und -erfolg sprunghaft zu steigern, kleinbäuerliche Landwirtschaft zu fördern und sogar gesellschaftliche Konflikte zu entschärfen. Eine "Generation Hoffnung" der beteiligten Kinder und Jugendlichen wachse heran. 

Ein Jahr Essen um 18,30 Euro 

„Mary's Meals" stellt Schulmahlzeiten in 20 der am meisten von Hunger geplagten Ländern zur Verfügung, wie etwa in Malawi, Äthiopien, Uganda, Haiti, Indien, Myanmar und Syrien. Mit Spenden kauft die Organisation in den jeweiligen Ländern Grundnahrungsmittel bei Kleinbauern und lässt sie von Freiwilligen in Schulküchen zubereiten. Bereits mehr als 2,2 Millionen Kinder erhalten auf diese Weise tagtäglich eine einfache, aber nahrhafte Mahlzeit, die für viele die einzige Nahrung am Tag darstellt. Durch den enormen Einsatz von Freiwilligen können die Kosten pro Kind für ein ganzes Jahr Schulverpflegung mit durchschnittlich 18,30 Euro äußerst niedrig gehalten werden. 

„Will man das Null-Hunger-Ziel erreichen, wäre die Absicherung einer Schulmahlzeit für jedes Kind der notwendige erste Schritt", betonte MacFarlane-Barrow, der 2015 vom „Times"-Magazin unter die „100 einflussreichsten Persönlichkeiten" gereiht wurde. 

Foto: Kathpress/Pernsteiner 

Kurznachrichten

 

Der Vatikan ist am 4. Oktober nach der UN-Klimarahmenkonvention auch dem Pariser Klimaabkommen beigetreten. 

 

Vatikan. Bei einem Zwischenfall in den Vatikanischen Museen sind zwei Marmorbüsten umgestürzt und beschädigt worden. Wie das vatikanische Presseamt mitteilte, wurde eine Person von der vatikanischen Gendarmerie festgenommen und an die italienische Polizei übergeben. Es soll sich um einen amerikanischen Touristen handeln, der zum Papst vorgelassen werden wollte. 

 

In Nicaragua beschuldigt die Staatsanwaltschaft sieben Kirchenvertreter der Konspiration und der Verbreitung von Falsch-Nachrichten. Unter ihnen befindet sich laut einem Bericht des regierungskritischen Portals „Confidencial"  der Rektor der Universität Johannes Paul II. 

 

USA. US-Katholiken fürchten mehr als andere Glaubensgemein-schaften die Gefahren des Klimawandels. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage der Organisation Catholic Relief Services (CRS). Demnach sagten mehr als 85 Prozent der Katholiken, sie seien über die Auswirkungen des Klimawandels beunruhigt. Nicht-Katholiken gaben dies zu 79 Prozent an. Das habe mit der Lehre zu tun, die Papst Franziskus in seiner Umwelt- und Sozialenzyklika „Laudato si" zum Ausdruck gebracht habe, erklärte der stellvertretende CRS-Geschäftsführer Bill O'Keefe. 

 

Deutschland. Trotz zahlreicher Kirchenaustritte verzeichnet die Erzdiözese Köln für das Wirtschaftsjahr 2021 einen kräftigen Jahresüberschuss von 84,7 Millionen Euro. 

 

USA. Am 5. Oktober ist Patriarch Theodoros II. von Alexandrien zu einem mehrtägigen Besuch in den Vereinigten Staaten eingetroffen. Er ist der erste offizielle Besuch eines Patriarchen von Alexandrien in den USA. 

 

Brasilien. Die evangelikale „Assembleia de Deus de Sao Paulo" droht Medienberichten zufolge damit, Mitglieder bei einer Zustimmung zu einer „linken Agenda" im aktuellen Wahlkampf zur Rechenschaft zu ziehen. Man werde diejenigen „bestrafen", die sich gegen das Evangelium wenden. Über Soziale Medien verbreitete „Fake News" behaupten, dass der linke Kandidat Lula einen Pakt mit dem Satan eingegangen sei und Mädchen und Buben im Kindergartenalter durch Sexualkundeunterricht homosexuell machen wolle. 




Deutschland. Der Aachener Weihbischof Johannes Bündgens (66) ist wegen Untreue in drei Fällen zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten, die zur Bewährung auf zwei Jahre ausgesetzt ist, und zu einer Geldbuße von 5.000 Euro verurteilt worden. Der Weihbischof hatte insgesamt 128.000 Euro von einer dementen Bekannten veruntreut.  Laut Gericht hat er das Geld mittlerweile zurückgezahlt. 

 

Deutschland. Zur weiteren Aufarbeitung von Missbrauchsfällen in Ordensgemeinschaften sucht die Deutsche Ordensobernkonferenz (DOK) nach Betroffenen, die zur Mitarbeit bereit sind. 

Österreich

 

 Tirol. Wenn es nach Familienbischof Hermann Glettler geht, könnte es in Österreich bald eine Zertifizierung „familienfreundliche Pfarre" geben. 

 

Wien. Unter den Finalisten der ORF-Sendung „9 Plätze - 9 Schätze" sind in diesem Jahr gleich drei Kirchen bzw. Kapellen: die Kaasgrabenkirche in Wien-Döbling, das Friedenskircherl am Stoderzinken im Bezirk Liezen in der Steiermark sowie die Donatuskapelle Neckenmarkt im Burgenland. 

 

Oberösterreich. Rund 30 Wallfahrende nahmen mit dem Linzer Bischof Manfred Scheuer und einigen Caritas-Mitarbeitenden am 30. September an der diesjährigen Obdachlosenwallfahrt teil. Die Wallfahrtsgruppe fuhr von Linz mit dem Zug nach Vöcklabruck, um dort das Mutterhaus der Franziskanerinnen zu besuchen. 

 

Burgenland. Die Diözese Eisenstadt lädt zur Pilgerreise mit Bischof Ägidius J. Zsifkovics auf der Donau. Von 9. bis 16. Mai 2023 geht es mit dem Donauschiff MS Nestroy von Wien über Ungarn, Serbien und Bulgarien nach Rumänien und an das Schwarze Meer. 

 

Wien. Im Lainzer Tiergarten in Wien wurde anlässlich des Welttierschutztags (4. Oktober) eine Statue von Franz von Assisi enthüllt. Es handelt sich laut einer Aussendung der Stadt Wien um eine restaurierte Brunnenfigur des Bildhauers Josef Josephu, die nach vierzig Jahren an ihren ursprünglichen Standort hinter der Hermesvilla zurückkehrt. 

„Orden on air": Tageszentrum für Obdachlose  

Sr. Dominika Zelent ist Ordensfrau der Salvatorianerinnen und leitet seit Mai 2021 „Das Stern", ein Tages- und Beratungszentrum für obdachlose Menschen am Wiener Praterstern. Es dient als Rückzugsraum, „wo die Besucherinnen und Besucher mit ihren Lebensgeschichten einfach sein können, wie sie sind", erzählt Sr. Dominika in der aktuellen Folge von "Orden on air - dem Podcast der Ordensgemeinschaften Österreich". Dabei sei ihr vor allem der wertschätzende und vorurteilsfreie Umgang mit den Gästen ein Anliegen. 
„Das Stern" bietet auf 500 Quadratmetern Platz für 85  Personen, die täglich von 8 bis 18 Uhr mit dem Nötigsten versorgt werden können. Dazu zählen Dusch- und Kochmöglichkeiten, Ausgabe von Lebensmitteln, Hygieneartikeln oder Kleidung. Die Einrichtung bietet laut Sr. Dominika jede Unterstützung – „bis hin zur medizinischen und psychologischen Betreuung sowie Begleitung bei Behördenwegen und Arztterminen". Dabei gelte es, das Vertrauen der Betroffenen in Behörden und andere Menschen wiederherzustellen und ihnen zu zeigen, „dass es jemanden gibt, der an sie glaubt und sie unterstützt", so die Leiterin des Tageszentrums. Auch Sprachbarrieren stellen kein Hindernis dar, bei Bedarf könne auf Dolmetscher im „Stern"-Team zurückgegriffen werden.

Auch das noch...

110 Millionen für eine bessere Welt

Katholische Organisationen, Einrichtungen und Ordensgemeinschaften haben im Jahr 2021 knapp 110 Millionen Euro für die internationale Zusammenarbeit und entwicklungspolitische Inlandsarbeit ausgegeben. Das geht aus dem Anfang Oktober veröffentlichen Jahresbericht 2021 der Koordinierungsstelle der österreichischen Bischofskonferenz für internationale Entwicklung und Mission (KOO) hervor. Demnach konnte eine leichte Steigerung der Mittel im Vergleich zum Vorjahr erreicht werden - in exakten Zahlen von 104.260.906,07 Euro (2020) auf 109.082.609,26 Euro im Jahr 2021.
Von den knapp 110 Millionen Euro flossen laut Bericht über 86 Millionen Euro direkt in 3.077 Projekte in Entwicklungs- und Nichtentwicklungsländern. Knapp 10 Millionen Euro wurden für Projektvorbereitung, -begleitung und  -durchführung ausgegeben. Für Verwaltungsaufwand kamen 5,5 Millionen Euro zusammen und für die Spenderwerbung und -betreuung veranschlagten die Organisationen etwas mehr als 7 Millionen Euro.
Die meisten Mittel flossen demnach an Organisationen in Indien (über 5,5 Mio. Euro), gefolgt von Österreich (knapp 5 Mio. Euro) und Uganda (über 4,5 Mio. Euro). Auf Sektoren gemünzt, nimmt der Bereich „Soziale Infrastruktur und Dienstleistungen" den größten Posten ein (24,5 Prozent), danach kommt der Bildungsbereich mit über 19 Prozent. Der Bereich „Zivilgesellschaft, Menschenrechte, Demokratie" folgt mit 16 Prozent auf Platz drei.
 

Italien gedenkt in Assisi seiner 175.000 Pandemietoten

In Italien sind seit Pandemiebeginn  mehr als 175.000 Menschen mit oder an den Folgen einer Covid-19-Infektion verstorben. Eine Initiative der italienischen Bischofskonferenz und der Franziskaner in Assisi soll den Hinterbliebenen Trost spenden. Seit Wochen werden dafür die Namen der Corona-Toten über die Website 4ottobre.sanfrancesco.org gesammelt. Am Gedenktag des Heiligen Franziskus am Dienstag (4. Oktober) wurde die Liste vor dem Grab des Heiligen in Assisi niedergelegt. 

Sinkende Studierendenzahlen in Fachtheologie bereiten Sorgen

Die sinkenden Studierendenzahlen im Bereich der katholischen Fachtheologie bereiten den staatlichen Universitäten Sorgen: So berichtet das Ö1-Morgenjournal am Montag von einem Rückgang etwa an der Universität Innsbruck von 182 Studierenden im Jahr 2012 auf 98 im vergangenen Jahr. In Salzburg sei die Zahl im selben Zeitraum von 177 auf 87 Studierende gesunken und an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Uni Wien gar von 601 auf nur mehr 286 Studierende. Die Gründe seien vielfältig, erklärte dazu auf Ö1-Nachfrage der Wiener Pastoraltheologe Prof. Johann Pock. Zum einen sei dies mit einer hohen Ausdifferenzierung der Studiengänge zu erklären, zum anderen sei „Kirche als Arbeitgeber nicht sehr attraktiv" für Studierende. 
Eine Ausnahme stelle die Philosophisch-Theologische Hochschule Benedikt XVI. in Heiligenkreuz dar.  Die Hochschule päpstlichen Rechtes im Wienerwald zählt aktuell 331 Studierende. 286 davon befinden sich im Diplomstudium Fachtheologie. 177 Studierende sind Ordensangehörige oder Priesterseminaristen. Die meisten kommen aus Deutschland und Österreich. Vor zehn Jahren (Vergleichszeitraum) lag die Studierendenzahl an der Hochschule Heiligenkreuz bei 235 Studierenden.
 

Ministranten protestieren gegen Kardinal Woelki in Rom

Junge Menschen haben in Rom gegen den deutschen Kardinal Rainer Maria Woelki demonstriert. Bei einem Gottesdienst des Kölner Erzbischofs mit rund 2.000 Ministrantinnen und Ministranten in der Basilika Sankt Paul vor den Mauern kehrten ihm rund 100 bis 150 Teilnehmende den Rücken zu, wie das Kölner Internetportal „domradio.de" berichtete und wie es Videos im Internet zeigen. 
Vor allem wegen der Missbrauchsaufarbeitung ist in der Erzdiözese Köln eine Vertrauenskrise entstanden. Papst Franziskus hatte Woelki im Herbst vergangenen Jahres als Erzbischof in eine mehrmonatige Auszeit geschickt und ihn später aufgefordert, seinen Rücktritt anzubieten. Über den Amtsverzicht hat der Papst noch nicht entschieden. 

Oberammergauer Passionsspiele: Mehr als 400.000 Tickets verkauft

Die 42. Oberammergauer Passionsspiele werden am ersten Oktobersonntag mit einer positiven Besucherbilanz zu Ende gehen. Lag die Auslastung zur Premiere im Mai dieses Jahres bei 75 Prozent, so steigerte sie sich von Monat zu Monat auf zuletzt 91,25 Prozent, wie Geschäftsführer Walter Rutz am Dienstag bei einer Pressekonferenz sagte. Rund 412.000 Tickets habe man verkauft. Es seien deutlich mehr deutschsprachige Zuschauer als in den Jahren zuvor gekommen. Die auch international bekannten und nur alle zehn Jahre stattfindenden Passionsspiele waren coronabedingt von 2020 auf das heurige Jahr verschoben worden.

Insgesamt gab es bis 2. Oktober 110 Vorstellungen. Insgesamt 1.700 Frauen, Männer und Kinder haben mitgewirkt. 2030 stehen die nächsten Spiele an.