JA 

die neue Kirchenzeitung

 9. Juni 2024 

Lesungen:  Gen 3,9-15; 2 Kor 4,13-5,1;  Evangelium: Mk 3,20-35.

Die nächste Aktualisierung erfolgt am 23. Juni 2024!

Ad multos annos!

Am kommenden Wochenende feiert das dem Hl. Blasius geweihte Benediktinerstift Admont sein 950-jähriges Bestehen – mit einem wissenschaftlichen Symposium über den Gründer, den Salzburger Erzbischof Gebhard, sowie mit einem Festgottesdienst an dessen Todestag (15. Juni).
Das älteste Kloster der Steiermark besitzt die größte Klosterbibliothek der Welt und ist heute ein bedeutender Arbeitgeber in der Region mit 500 Angestellten.
Admonts Gründung im Jahr 1074 fiel in die turbulente Zeit des Investiturstreits.

 

Einer Legende nach hatten die drei kirchenreformerischen  Bischöfe Gebhard, Altmann und Adalbero einander als Studenten an einer Quelle Bischofswürden und Klostergründungen prophezeit.
Und tatsächlich: Gebhard wurde Erzbischof von Salzburg und gründete Stift Admont.
Adalbero wurde Bischof von Würzburg und wandelte seine Familien-Burg Lambach in ein Stift um.
Altmann wurde Bischof von Passau und gründete Stift Göttweig.
Alle drei Benediktinerklöster  haben die Wirren der Jahrhunderte überdauert. Ad multos annos!     P. Udo

Erstmals Christin zur Brigadegeneralin in Pakistan ernannt

Im muslimisch geprägten Pakistan ist erstmals eine Christin zur Brigadegeneralin befördert worden. Helen Mary Roberts ist die erste Frau aus einer Minderheitengruppe, die diese Position in der islamischen Republik erreicht, wie der asiatische katholische Pressedienst „Ucanews" berichtet. In Pakistan gehören mehr als 95 Prozent der gut 245 Millionen Einwohner dem Islam an.
„Brigadier Helen Mary Roberts hat durch ihre harte Arbeit bewiesen, dass pakistanische Frauen Männern in keinem Bereich unterlegen sind", wird Premierminister Shehbaz Sharif zitiert. Die gesamte Nation einschließlich der pakistanischen christlichen Gemeinschaft sei stolz auf sie. Nasir William, Menschenrechtsaktivist und Mitglied des Center for Social Justice, einer Interessenvertretung für Minderheiten in der Hauptstadt Islamabad, betonte: „Dies wird eine Ermutigung für die christliche Gemeinschaft sein."
Roberts ist seit 26 Jahren Pathologin beim Sanitätskorps der pakistanischen Armee. Die Streitkräfte des südasiatischen Landes gelten als politisch einflussreich.
In Pakistan war es zuletzt mehrfach zu Gewalt gegen Christen gekommen. Ende Mai verletzten in der Provinz Punjab mehrere hundert Muslime einen 74 Jahre alten Christen wegen angeblicher Gotteslästerung so schwer, dass er am Montag seinen Verletzungen erlag. Der Vorsitzende der katholischen Pakistanischen Bischofskonferenz, Bischof Samson Shukardin, forderte zuletzt mehr internationalen Druck auf die Regierung in Islamabad, damit diese den Missbrauch der Blasphemiegesetze im Land und damit einhergehende Gewalt gegen religiöse Minderheiten stoppt.
Foto: Premierminister Shehbaz Sharif gratuliert Helen Mary Roberts.

China/Taiwan: Erstmals gemeinsame Kirchentagung

Bischöfe, Priester und Fachleute der Kirche in Taiwan und der Kirche auf dem chinesischen Festland haben zum ersten Mal ein gemeinsames akademisches Seminar gehalten. Sie tauschten sich von 22. bis 25. Mai über Inkulturation aus, informierte der vatikanische Fidesdienst am Mittwoch. Das berichtete Vatican Media.  
Titel der Konferenz in der südostchinesischen Hafenstadt Xiamen, die dem Inselstaat Taiwan gegenüberliegt, war „Gemeinsam in Liebe gehen, Hand in Hand“. Joseph Cai Bingrui, Bischof von Xiamen, empfing als Gastgeber eine große Delegation aus Taiwan unter der Leitung von John Baptist Huang Min-Cheng O.F.M., Bischof der Diözese Tainan, und Thomas Chung Anzhu, Erzbischof von Taipeh, der Hauptstadt Taiwans. Es war nach Angaben von Fides das erste Mal, dass die katholischen Gemeinden von Fujian und Taiwan eine solche Erfahrung des Austauschs und der Zusammenarbeit in Form eines akademischen Seminars teilten. Vor dem Hintergrund aktueller politischer Spannungen zwischen China und Taiwan gewinnt die gemeinsame kirchliche Tagung eine besondere Tragweite.
Etwa 100 Gäste, Priester wie Fachleute im Laienstand, nahmen an den verschiedenen Studiensitzungen teil und besuchten gemeinsam Xiamen, Zhangzhou und weitere Orte. Hauptthema der Tagung waren „Die historischen Ursprünge, die kirchliche Entwicklung und der Prozess der Inkulturation des Katholizismus in Fujian und Taiwan“. An die 15 Priester, Akademiker und Fachleute aus den Diözesen Xiamen, Tainan und Kiayi hielten mit Akademikern der Universität Xiamen, der Huaqiao-Universität und der Furen-Universität, letztere mit Sitz in Taipeh, die Vorträge.
Ausgehend von der Verkündigung des Evangeliums, dem Gemeinschaftsleben und der Glaubenspraxis zeichneten die Seminarteilnehmer den Weg der Kirche in China und Taiwan nach. Sie erörterten auch die Wechselwirkungen zwischen beiden Seiten und die Errungenschaften der jeweiligen Kirchen im Inkulturationsprozess. Einige Vorträge befassten sich mit den möglichen Entwicklungen einer inkulturierten katholischen Theologie im chinesischen Kontext, ausgehend von ihrer Verwurzelung in der Tradition.

Franziskus: Armen Ländern die Schulden erlassen

Papst Franziskus hat Maßnahmen gegen die Verschuldung armer Länder angemahnt. „Nach einer schlecht gesteuerten Globalisierung, nach der Pandemie und den Kriegen stehen wir vor einer Schuldenkrise, die vor allem die Länder im Süden der Welt betrifft, Elend und Angst hervorruft und Millionen von Menschen der Möglichkeit einer menschenwürdigen Zukunft beraubt", sagte er am Mittwoch im Vatikan vor Teilnehmern der Konferenz „Schuldenkrise im Globalen Süden" der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften.
Um den Kreislauf von Finanzierung und Neuverschuldung zu durchbrechen, sei die Schaffung eines multinationalen Mechanismus notwendig, „der auf der Solidarität und Harmonie der Völker basiert und die globale Bedeutung des Problems und seine wirtschaftlichen, finanziellen und sozialen Auswirkungen berücksichtigt", erklärte Franziskus. Das Fehlen dieses Mechanismus begünstige das Prinzip „Jeder für sich", bei dem die Schwächsten immer die Verlierer seien.
Weiter erinnerte Franziskus an die Worte von Papst Johannes Paul II. (1978-2005) im Heiligen Jahr 2000, wonach die Frage der Auslandsverschuldung „nicht nur wirtschaftlicher Natur ist, sondern grundlegende ethische Prinzipien berührt und im Völkerrecht Platz finden muss". Jubiläumsjahre böten gute Gelegenheit, um Schulden zu erlassen oder zumindest zu reduzieren, zitierte Franziskus seinen Vor-Vorgänger.
„Ich möchte diesen prophetischen Aufruf wiederholen, der heute dringender ist denn je", betonte Franziskus mit Blick auf das kommende Heilige Jahr 2025. „Ökologische Schulden" und Auslandsschulden seien dabei zwei Seiten derselben Medaille, die die Zukunft belasten. Niemand könne mit gutem Gewissen in dem Bewusstsein leben, dass viele Menschen hungern und in sozialer Ausgrenzung leben. Dies zu verdrängen, sei eine „soziale Sünde", sagte der Papst.
Foto: Vatican Media.

Katholische Kirche trauert um Ex-Kanzlerin Brigitte Bierlein 

Mit einem feierlichen Requiem am 14. Juni im Wiener Stephansdom nimmt Österreich Abschied von Brigitte Bierlein. Die erste Bundeskanzlerin Österreichs und erste Präsidentin des Verfassungsgerichtshofes war am Montag kurz vor ihrem 75. Geburtstag verstorben. Wie das Bundeskanzleramt mitteilte, werde die Trauerfeierlichkeit ein „staatliches Begräbnis" sein. Kardinal Christoph Schönborn wird der Messe für die Verstorbene um 11 Uhr vorstehen, bei der die Spitzen der Republik anwesend sein werden. Im Rahmen der Trauerfeier im Dom werden auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Bundeskanzler Karl Nehammer und Verfassungsgerichtshofpräsident Christoph Grabenwarter das Wort ergreifen.
Kardinal Christoph Schönborn und Erzbischof Franz Lackner als Vorsitzender der Bischofskonferenz bekundeten am Montag unmittelbar nach Bekanntwerden der Todesnachricht ihre „große Anteilnahme". Schönborn erklärte in einer Stellungnahme gegenüber der Nachrichtenagentur Kathpress, er habe gewusst um die schwere Krankheit, welche Bierlein in den vergangenen Jahren ertragen habe, und sei mit ihr „in großer Dankbarkeit für ihr großartiges Wirken für das Gemeinwohl und den Zusammenhalt in Österreich verbunden".
Dankbar sei er einerseits für Bierleins Wirken als erste Bundeskanzlerin des Landes und als erste Präsidentin des Verfassungsgerichtshofes. „Bierlein hat in einer schwierigen politischen Situation unseres Landes das Amt der Bundeskanzlerin und damit für ganz Österreich Verantwortung übernommen", spielte Schönborn auf Bierleins Bereitschaft an, nach der Abwahl der Regierung Kurz I im Gefolge der „Ibiza-Affäre" im Auftrag von Bundespräsident Alexander Van der Bellen als Kanzlerin die Übergangsregierung zu leiten. „Dass sie am fünften Jahrestag ihrer Angelobung starb, ist ein Zeichen der Mahnung, dass alle Kräfte des Landes zusammenwirken sollen für das Gemeinwohl", so der Kardinal.
Ein besonderer Dank seitens der Kirche gebühre Bierlein für ihre langjährige ehrenamtliche Tätigkeit für die Unabhängige Opferschutzkommission, betonte der Kardinal. Bierlein gehörte der Klasnic-Kommission seit der Gründung im April 2010 an.
Foto: Wikimedia Commons/KarlGruber - Lizenz CC BY-SA 4.0

Erfurter Katholikentag endet mit Aufruf: „Dem Hass widerstehen!"

Mit einem stimmungsvollen Gottesdienst im Zentrum von Erfurt ist am Sonntag der 103. Deutsche Katholikentag zu Ende gegangen. Das tagelang befürchtete Unwetter blieb dort erneut aus. Vor der imposanten Kulisse des Erfurter Doms sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, man denke an die Opfer des Hochwassers in Süddeutschland und fühle sich ihnen besonders verbunden.
Katholikentags-Präsidentin Irme Stetter-Karp rief dazu auf, die Würde aller Menschen gegen Angriffe zu verteidigen. Die Botschaft des fünftägigen Treffens sei: „Wir wollen miteinander leben - nicht gegeneinander! Wir wollen den Frieden suchen - und dem Hass widerstehen."
In einem Predigtgespräch hatte Bischof Bätzing zuvor dazu ermuntert, sich durch Krisen nicht entmutigen zu lassen. „Gehören nicht Krise und Verlust, Sehnsucht und Verheißung von Anfang an ganz wesentlich zur Kirche dazu? Glaube gibt es nur im Modus der Zerbrechlichkeit." Dennoch gebe es gute Gründe für den Glauben, fügte er auf den Stufen des Domplatzes hinzu. „Wir werden den Krisen, die unser Zusammenleben und die Zukunft unserer Erde bedrohen, eher etwas entgegenhalten können, wenn wir den entspannten langen Atem des Vertrauens auf Gott mit einbringen."
Nach Veranstalterangaben nahmen an dem Gottesdienst rund 12.000 Menschen teil; die Polizei sprach von etwa 9.000 Gottesdienstbesuchern. In Thüringen leben Christen als Minderheit. Etwa 25 Prozent der Bevölkerung gehören einer Kirche an, im Bundesschnitt sind es knapp 50 Prozent.
Der Katholikentag fand erstmals in Erfurt statt. Angesichts zahlreicher Krisen und Kriege stand er unter dem Leitwort „Zukunft hat der Mensch des Friedens". Nach vorläufigen Zahlen der Veranstalter kamen rund 20.000 Teilnehmende. Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Kanzler Olaf Scholz (SPD) besuchten das Christentreffen.

Kurznachrichten 




Papst Franziskus hat dogmatische Engstirnigkeit in Kirche und Gesellschaft kritisiert. Der Heilige Geist, der den Menschen die Freiheit zu handeln gebe, lasse sich nicht in eine „Kiste stecken".

 

USA. Nach einer Welle neuer Missbrauchsvorwürfe will die kalifornische Diözese Fresno im August Insolvenz anmelden. Sie hat gut eine Million Katholiken und unterhält 21 Schulen. Bischof Brennan kündigte an, dass keine der katholischen Schulen von der Insolvenz betroffen sein werde.

 

Frankreich. Die Zeitung „La Croix" attestiert Frankreichs Katholiken eine wachsende Skepsis gegenüber dem europäischen Projekt. 36 Prozent der Katholiken planten bei der EU-Wahl die rechtspopulistische Partei RN (Rassemblement National), weitere 6 Prozent die rechtsextreme „Reconquete!" zu wählen.

 

Deutschland.  Jürgen Moltmann, einer der renommiertesten evangelischen Theologen der vergangenen Jahrzehnte, ist in Tübingen im Alter von 98 Jahren gestorben. Moltmanns wichtigste Veröffentlichungen waren die 1964 erschienene „Theologie der Hoffnung" und die 2010 herausgegebene „Ethik der Hoffnung". Ausgehend vom jüdischen Philosophen Ernst Bloch und dessen „Prinzip Hoffnung", beschrieb Moltmann, dass Menschen, die auf Christus hoffen, sich nicht mit der Wirklichkeit abfinden, sondern an ihr leiden und sie zu verbessern suchen.

 
In Kolumbien haben indigene Demonstranten die päpstliche Botschaft besetzt. Laut dem Sender "Blu Radio" erklärten die vermummten Aktivisten das Botschaftsareal in der Hauptstadt Bogota zu einer „humanitären Zufluchtsstätte" .

Österreich

Wien. Mit scharfen Worten hat der Wiener Theologe Prof. Jan-Heiner Tück die Russisch-orthodoxe Kirche (ROK) und ihren Patriarchen Kyrill für ihre Unterstützung des Putin-Regimes verurteilt. In einem Gastkommentar in der Tageszeitung „Die Presse" ruft der Dogmatiker die ROK dringend auf, ihre fragwürdige Symbiose mit dem Regime Putins zu lösen. Stütze sie dieses weiter, sei sie nichts anderes als eine „Hure der Macht".

 

Steiermark. In der Stiftskirche Admont wird am Sonntag, 23. Juni, um 19 Uhr erstmals das Oratoriums „Marienleben" von Franz Zebinger erklingen. Die Welturaufführung ist der musikalische Höhepunkt des Jubiläumsjahres "950 Jahre Stift Admont", wie das Stift in einer Aussendung mitteilte. Bei dem Oratorium für Soli, Chor, Kinderchor, Orchester und Orgel handelt es sich um ein Auftragswerk des Stifts im Rahmen des Jubiläums.

 

Niederösterreich. Der bayrisch-österreichische Komponist Johann Simon Kreuzpointner hat den von der Erzdiözese München und Freising ausgeschriebenen Wettbewerb im Rahmen des Jubiläumsjahres „1300 Jahre Heiliger Korbinian" gewonnen. Er ist St. Pöltener Kirchenmusikreferent und derzeitiger Präsident der Österreichischen Kirchenmusikkommission.

Papst ehrt US-Reformpriester

Papst Franziskus hat erneut ein Vorwort beigesteuert, diesmal zur italienischen Version des Buches „Come Forth: Die Auferweckung des Lazarus und die Verheißung des größten Wunders Jesu“ des amerikanischen Jesuiten James Martin, die am Montag veröffentlicht wurde. Darin erinnert der Papst daran, dass Jesus nicht nur über das ewige Leben gesprochen, sondern es uns gegeben hat.
Der Jesuit James Martin ist ein US-amerikanischer Bestseller-Autor und Autor des Jesuiten-Magazins America, der insbesondere wegen seines pastoralen Einsatzes für die LGBT-Gemeinschaft bekannt ist. Er nimmt auch an der derzeit laufenden weltweiten Bischofssynode zur Synodalität teil, deren 2. Sitzung im kommenden Oktober im Vatikan stattfindet.
Der Papst setzt bei der Benennung der US-Delegation zur Weltsynode ein klares Signal. So nominierte Franziskus auch den Jesuiten James Martin, der wegen seiner Unterstützung für LGBTQ in der US-Kirche umstritten ist. Er gilt als Lieblingsgegner katholischer Konservativer in den USA.

Auch das noch...

Ältestes Manuskript des Evangeliums über Kindheit Jesu entdeckt

Papyrus-Experten haben ein Manuskript-Fragment als früheste erhaltene Abschrift des Kindheitsevangeliums des Thomas entziffert. Sie datierten die Handschrift auf das 4. bis 5. Jahrhundert, wie das Institut für Christentum und Antike der Humboldt-Universität (HU) zu Berlin am Dienstag mitteilte. Das Evangelium berichtet von der Kindheit Jesu und zählt zu den sogenannten apokryphen Schriften. Diese wurden nicht in die Bibel aufgenommen, waren aber mit ihren Erzählungen in der Antike und im Mittelalter sehr beliebt und weit verbreitet.
Den Angaben zufolge lag das Papyrusfragment seit Jahrzehnten mit der Inventarnummer P.Hamb.Graec. 1011 unbeachtet in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky. Die Entdeckung machten der Papyrus-Experte Lajos Berkes vom Berliner Institut und sein Kollege Gabriel Nocchi Macedo von der Universität Lüttich, Belgien.
Das Evangelium wurde vermutlich im 2. Jahrhundert nach Christus erstmals aufgeschrieben. "Unsere Erkenntnisse zu dieser spätantiken griechischen Abschrift des Werks bestätigen die derzeit geltende Einschätzung, dass das Kindheitsevangelium nach Thomas ursprünglich auf Griechisch verfasst wurde", so Nocchi Macedo. Das etwa 11 mal 5 Zentimeter große Fragment enthält demnach Reste von 13 Zeilen in griechischen Lettern, ungefähr zehn Buchstaben je Zeile und stammt aus dem spätantiken Ägypten.
 

Deutschland: Erster Begräbniswald für neue Bestattungsform „Reerdigung"

Im schleswig-holsteinischen Elmshorn ist erstmals ein Begräbniswald für die neue Bestattungsform der „Reerdigung" eröffnet worden. Auf einem evangelischen Friedhof sollen auf der Lichtung eines Buchenwaldes bis zu 80 Gräber entstehen, wie die Stiftung Reerdigung am Freitag in Berlin mitteilte. Sie würden wiesenähnlich angelegt und böten naturnahe und pflegefreie Ruhestätten.
Bei der „Reerdigung" wird der Leichnam in einem speziellen Behälter auf ein Pflanzengemisch gebettet und innerhalb von 40 Tagen kompostiert. Das entstehende Material kann dann auf dem Friedhof beigesetzt werden. 

Papst rudert bei Klerikalismus-Warnungen zurück

Papst Franziskus hat allen katholischen Priestern und Diakonen für ihren Dienst gedankt. Bei einem Treffen mit Mitgliedern der vatikanischen Klerusbehörde am Donnerstag gab sich das Kirchenoberhaupt zudem kleinlaut ob seiner steten Klerikalismus-Warnungen. „Oft habe ich vor den Gefahren des Klerikalismus und der geistlichen Weltlichkeit gewarnt", so Franziskus. Doch sei er sich sehr wohl bewusst, dass die überwiegende Mehrheit der Priester mit enormer Großzügigkeit und einem ebensolchen Glaubensgeist für das Wohl der Gläubigen arbeite. Weiter betonte er die vielen Mühen und Herausforderungen, die manchmal nicht einfach sind", und denen sich die Seelsorger bei ihrer täglichen Arbeit stellten.
Vor den Teilnehmern der Vollversammlung des Klerus-Dikasteriums sprach er zudem über die Priesterausbildung. In Anbetracht einer sich laufend verändernden Welt, in der immer neue Fragen und komplexe Herausforderungen auftauchten, sei eine stete Weiterbildung unerlässlich. In diesem Zusammenhang gelte es, ein starkes Netzwerk zu schaffen - mit Bischöfen, anderen Geistlichen, Gemeindemitgliedern, Ordensleuten und Vereinigungen. Es sei wichtig, dass Priester ein Gefühl von „zu Hause" hätten.
 

Priester in Kolumbien bei Raubüberfall brutal getötet

Ein katholischer Priester in Kolumbien ist Opfer eines brutalen Raubüberfalls geworden. Die Tat ereignete sich laut lokalen Medienberichten am Dienstagmittag , als Ramon Montejo zu einem Einsatz als Seelsorger in der Diözese Ocana aufbrechen wollte. Zwei bewaffnete Männer stoppten ihn und forderten die Herausgabe seines Fahrzeugs. Als der 45-Jährige sich weigerte, stachen ihn die Räuber nieder, stiegen in den Kleinlaster des Geistlichen und überfuhren ihn damit. Das Opfer überlebte den Angriff nicht.
Die Tat sorgte landesweit für Entsetzen. Der getötete Priester gehörte einer kirchlichen Kommission an, die sich für Frieden und Versöhnung in dem konfliktreichen Land einsetzt. In dieser Funktion soll er an mehreren Geiselbefreiungen in der Region Catatumbo beteiligt gewesen sein.

81-jährige Ordensfrau lebt in einem Wohnwagen mitten unter Ausgegrenzten

Schwester Geneviève Jeanningros ist 81 und seit 56 Jahren in Rom als Seelsorgerin unter anderem für die Lgbtq+ Gemeinde aktiv. Beim Strand von Ostia lebt sie in einem Wohnwagen mitten unter Menschen, die von vielen ausgegrenzt werden. Einige von ihnen hat sie diesen Mittwoch mitgenommen zur Generalaudienz mit Papst Franziskus, der die Ordensfrau und die Gruppe anschließend auch kurz persönlich begrüßte, berichtete Vatican News.
Schwester Geneviève Jeanningros vom Orden der Kleinen Schwestern Jesu ist seit mehr als zwei Jahren fast immer mittwochs bei der Generalaudienz mit Papst Franziskus, um Gruppen zu ihm zu bringen. Dieses Mal war sie in der Prima fila - der ersten Reihe - mit einer „gemischten Gruppe“: Homosexuelle, Transsexuelle, ein paar Katecheten, ein Mädchen, das in der Gefängnispastoral unter den Transsexuellen im römischen Knast Rebibbia arbeitet. „Endlich haben sie eine Kirche gefunden, die auf sie zugeht", sagt die Ordensfrau uns. Schwester Geneviève selbst findet es wichtig, „dorthin zu gehen, wo es der Kirche am schwersten fällt“, sagt sie. Dabei folgt sie übrigens auch Charles de Foucauld, auf dem die Spiritualität ihres Ordens fußt.
Die Gruppe, die sie diesmal zum Papst begleitet, kennt die Ordensfrau nicht persönlich. Und sie fragt auch nicht, wer sie sind oder welche sexuelle Orientierung sie haben: „Nein, ich frage nicht“, betont sie. „Wir sind alle Menschen, man darf nicht zu engstirnig urteilen", meint Schwester Geneviève. Sie erinnert sich an ein Treffen mit der Familie (Mutter, Vater, Schwestern, Partner) eines schwulen US-Arztes, der wegen seines Einsatzes während der Pandemie an Covid starb, dem aber ein kirchliches Begräbnis verweigert wurde, weil er homosexuell war. „Der Vater sagte: ‚Ich glaube nicht mehr an diese Kirche‘. Mit Hilfe einer Schwester aus den USA brachten wir sie nach Rom und sie begrüßten den Papst, der sie segnete." Dies habe der Familie sehr viel bedeutet.
Viele verschiedene Leute hat die Ordensfrau schon zur Generalaudienz und der anschließenden kurzen Begegnung mit dem Papst begleitet, neben Homosexuellen, Transgender-Personen und verschiedenen Paaren waren auch Sinti, Roma und Zirkusleute dabei. Schwester Geneviève kümmert sich nämlich auch besonders um fahrendes Volk und Schausteller. Es sei gut, so viele verschiedene Menschen zu sehen, meint die Ordensfrau - „das Herz öffnet sich".
Als Papst Franziskus diesen Mittwoch nach der Generalaudienz Schwester Geneviève trifft, wird sofort deutlich, dass sich die beiden gut kennen: Mit den scherzhaften Worten: „Ah, da ist ja unser enfant terrible…" , begrüßt das Kirchenoberhaupt die französische Ordensfrau. Franziskus nimmt sich einige Minuten Zeit für jeden. Für Ada, die mit Schwester Geneviève gekommen ist und Geburtstag hat, gibt es einen Rosenkranz: „Das ist ein Geschenk vom Papst", sagt Franziskus, der viele Hände schüttelt, segnet und auch Witze macht. Schwester Geneviève lächelt der Papst zu und wechselt einige Worte mit ihr. 
Foto: Ada und Schwester Geneviève Jeanningros mit Papst Franziskus nach der Generalaudienz V(atican Media)