JA
die neue Kirchenzeitung
19. Juli 2026
Lesungen: Weish 12,13.16-19; Röm 8,26-27; Evangelium: Mt 13,,24-43.
Verhindern und vertreiben
Es gibt keinen Priestermangel, sondern einen Gläubigenmangel. So beschreiben unsere Obrigkeiten regelmäßig die Situation der Kirche in Österreich.
Dahinter streckt die Botschaft: Wir sind eh stark, wir holen geweihte Männer aus aller Welt, damit Lücken aufgefüllt werden - ihr aber seid schwach und werdet immer weniger!
Tatsächlich müsste „Priestermangel“ durch „Priesterverhinderung“ ersetzt werden. Die Obrigkeiten glauben immer noch, dass Gott sich bei seinen Berufungen zum Priesterdienst an ihre Gesetze zu halten hat. Witz? Nein, Blasphemie.
Und anstelle von „Gläubigenmangel“ muss von „Gläubigenvertreibung“ gesprochen werden. Jahrhunderte hindurch sind die Messen mehrheitlich von Frauen mitgefeiert worden. Ohne sie gäbe es kein kirchliches Leben. Sie bereiten fast ausschließlich die Jugend auf Erstkommunion und Firmung vor.
Die Nichtbereitschaft der irdischen Allmächtigen, die Kirche nach dem Evangelium zu reformieren und sie der Welt als Vorreiter und nicht als Rückschrittler zu zeigen, vertreibt Gläubige, derzeit besonders Frauen.
Mädchen und Buben erhalten ein und dieselbe Taufe, dennoch werden erstere als für spätere Weihen völlig ungeeignet betrachtet. Die Taufe - kein Ursakrament, sondern nur ein beliebiges Ritual? Auch das ist Blasphemie!
In der Kirche regieren Verhinderer und Vertreiber.
Warum findet sich niemand, der sie nach ihrem Tun auch so benennt? P. Udo
Neue Doku: Heutiger Papst demonstrierte 1983 in Rom gegen Aufrüstung
Papst Leo XIV. ist schon als Student in Rom gegen Aufrüstung auf die Straße gegangen. Im Oktober 1983 demonstrierte der gebürtige Chicagoer Robert Francis Prevost wie Millionen Menschen in ganz Europa für den Frieden, berichtet ein Mitbruder in der neuen Doku „Leo in Rom". „Er hat uns zusammen mit einem italienischen Bruder dazu bewegt, an der Demo teilzunehmen", so Augustinerpater Ciro Musiello.
Fotos zeigen den damals 28-jährigen Prevost im dunklen Ordenshabit bei der Massendemo auf Roms Straßen. Die Ordensleute hatten auf ihr Plakat „Augustiniani per la pace" (Augustiner für den Frieden) geschrieben. An den Demos gegen das atomare Wettrüsten zwischen den USA und der damaligen Sowjetunion nahmen im Herbst 1983 europaweit rund drei Millionen Menschen teil.
Foto: Vatican Media.
Zulehner: Vatikan-Predigtverbot für Laien wird nichts nützen
Kritisch kommentiert der Pastoraltheologe Prof. Paul Zulehner die jüngste vatikanische Bestätigung des Predigtverbots für Laien in katholischen Eucharistiefeiern. Im Interview mit dem Magazin „Kirche In" (Juli/August-Ausgabe) zeigt sich Zulehner überzeugt, dass ein solches Verbot langfristig nichts nützen werde. Er beurteilte aber auch die Vorgehensweise der deutschen Bischöfe, die sich mit einer entsprechenden Anfrage an Rom gewandt hatten, als ungeschickt.
Es könnte sein, so Zulehner, dass es eine Entwicklung wie bei den Ministrantinnen geben werde. „Diese waren auch verboten, aber dienten zumeist weiter am Altar. Heute stoßen sich nur noch wenige daran, dass Frauen als Messdienerinnen im Altarraum auftauchen. Manche Dinge entwickeln sich einfach. Die Steuerungsversuche vatikanischer Behörden sind nur mehr begrenzt wirksam."
Gottesdienstentwöhnungsmaßnahme
Zulehner ortet in der Causa mehrere Aspekte: „Da steht zuerst einmal fest, dass für die meisten Kirchgänger (wie auch ich oft gerne einer bin und mich dann in die letzte Bank setze, um mitzufeiern) die Qualität der Predigt zu wünschen übriglässt." Das belege auch eine kürzlich durchgeführte Studie an der Universität Wien. Die Predigt erscheine als eine Art „Gottesdienstentwöhnungsmaßnahme", so der Theologe. Nachsatz: "Ich gestehe, dass ich mich nicht selten mit autogenem Training über eine Predigt hinwegretten muss." Es sei ziemlich schräg und weltfremd zu meinen, die Predigt wirke allein schon dadurch, dass der Prediger ordiniert sei.
Sodann gebe es ein Sprachproblem bei nicht wenigen Priestern, deren Muttersprache nicht deutsch ist. Dabei wisse er, so Zulehner, „dass manche von diesen besser predigen als manch einer aus unserem Kulturkreis. Aber die unerfreulichen Fälle überwiegen."
Was wirklich von sich aus wirke, sei das verkündigte Wort Gottes – „darum soll eine ordinierte Person es vortragen. Aber die Homilie, die sich viel zu oft in holprigen Nacherzählungen des soeben verkündeten Evangeliums erschöpft?"
Gegen die vielerorts praktizierte Notlösung, dass Laientheologinnen und -theologen predigen, wenn der Priester alt und gebrechlich ist, ist laut Zulehner nichts einzuwenden. Es gelte abzuwägen, „was für das gläubige Feiern und Leben wichtiger ist: Dass überhaupt gepredigt wird oder dass die gläubige Predigt wegen des Mangelns an tauglichen Ordinierten ganz entfällt".
Negative Entwicklung
Allerdings warnt Zulehner vor einer ganz anderen Entwicklung: „Das Problem, dass Laien in Eucharistiefeiern predigen, ist bald vernachlässigbar, weil es bei der derzeitigen Entwicklung absehbar keine Eucharistiefeiern und möglicherweise auch keine Laientheologen mehr geben wird."
Er würde jedenfalls den Bischöfen in Österreich raten, in der Frage nicht aktiv zu werden, so Zulehner: „Vielfach hat sich die Predigt durch kompetente Laien bewährt. Sie ist auch theologisch, soweit mein dogmatisches Wissen reicht, nicht grundsätzlich verwerflich. Die Meinung unter den Fachleuten wie den Bischöfe ist diesbezüglich geteilt. Sonst hätten die deutschen Bischöfe ja gar nicht erst angesucht." Er würde sich auch mehr um gläubige Gemeinden kümmern, „um ein authentisch gelebtes Christentum, ein attraktives Zeugnis, die Förderung der Berufung von Vielen, statt mich in dieser weit nachgeordneten Frage der Laienpredigt zu verheddern".
Die Praxis, also die Normativität des Faktischen, werde langfristig erweisen, „dass ein römisches Verbot nichts nützen wird". Reformen würden meistens von unten beginnen, so der Theologe.
Bischof Wilmer hatte um Sondererlaubnis gebeten
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Heiner Wilmer, hatte Ende März eine Anfrage an das Dikasterium für die Gottesdienste und die Sakramentenordnung gestellt. Darin hatte Wilmer eine Sondergenehmigung, ein sogenanntes Indult, beantragt. Es hätte auch nicht geweihten Männern und Frauen mit der entsprechenden theologischen Vorbildung die Predigt in der Messe erlaubt. Die Forderung, ein solches Indult zu beantragen, war einer der zahlreichen Beschlüsse des „Synodalen Wegs" der katholischen Kirche in Deutschland.
Das Ansuchen wurde in einem Bescheid der Vatikanbehörde zurückgewiesen. Das Schreiben des zuständigen Kurienkardinals Arthur Roche vom Dikasterium für die Gottesdienste und die Sakramentenordnung datierte vom 17. Juni.
England: Mord an berühmter katholischer Politikerin
Die ehemalige Ministerin der Konservativen Partei und heutige Politikerin der Partei „Reform UK“, Ann Widdecombe, wurde am 9. Juli tot in ihrem abgelegenen Landhaus in der Grafschaft Devon im Südwesten Englands aufgefunden. Der Fall wird inzwischen von der Anti-Terror-Einheit der Polizei untersucht. Darüber berichtete OSV News am Montag.
Nach Angaben der Ermittlungsbehörden wurde Ann Widdecombe vermutlich am Mittag des 8. Juli in ihrem Wohnhaus zu Tode geprügelt. Nachdem sie am 9. Juli nicht zu einer Fernsehsendung des Senders Channel 5 erschienen war, verständigten ihre Mitarbeiter die Polizei. Diese entdeckte die Leiche in ihrem abgelegenen Landhaus. Ein 28-jähriger britischer Staatsbürger wurde rund 300 Meilen vom Tatort entfernt festgenommen, wie die Polizei am 12. Juli mitteilte.
Übertritt zur katholischen Kirche
Von Beginn ihrer politischen Laufbahn an setzte sich die nie verheiratete Widdecombe für eine Einschränkung von Spätabtreibungen ein. 1987 wurde sie als Abgeordnete der Konservativen Partei für den Wahlkreis Maidstone in der Grafschaft Kent ins britische Unterhaus gewählt. Aus Protest gegen die Einführung der Frauenordination trat sie 1992 aus der Church of England aus und konvertierte zur katholischen Kirche. In der Westminster Cathedral wurde sie von Kardinal Basil Hume in die Kirche aufgenommen.
Unter Premierminister John Major war sie Ministerin für Strafvollzug und Einwanderung. 2010 lehnte sie das Angebot des damaligen Premierministers David Cameron ab, britische Botschafterin beim Heiligen Stuhl zu werden. Stattdessen wurde sie einem breiten Publikum durch regelmäßige Fernsehauftritte bekannt, unter anderem in den Sendungen „Strictly Come Dancing“ und „Celebrity Big Brother“. Im Jahr 2013 wurde sie zur Dame des Päpstlichen Gregoriusordens ernannt. Zudem schrieb sie als Kolumnistin für den „Daily Express“, veröffentlichte vier Romane und trat als Pantomimin auf.
2019 kehrte Widdecombe in die Politik zurück. Zuvor war sie aus Protest gegen die Brexit-Politik der damaligen Premierministerin Theresa May aus der Konservativen Partei ausgetreten und zur Brexit Party gewechselt. Für diese wurde sie als Abgeordnete für Südwestengland ins Europäische Parlament gewählt. Vor drei Jahren schloss sie sich der von Nigel Farage geführten Partei „Reform UK“ an, die sich unter anderem gegen Masseneinwanderung ausspricht. Dort war sie Sprecherin für Einwanderungs- und Justizpolitik.
„Die bekannteste Politikerin Großbritanniens seit Margaret Thatcher“
In einer am 10. Juli veröffentlichten Erklärung würdigte Nigel Farage Widdecombe als außergewöhnliche Persönlichkeit. Sie sei „zweifellos die bekannteste und herausragendste Politikerin Großbritanniens seit Margaret Thatcher“ gewesen. Zugleich hob er hervor, dass sie eine überzeugte Christin mit klar sozialkonservativen Überzeugungen gewesen sei. Diese seien „in den höchsten Kreisen des heutigen Großbritanniens vielleicht nicht besonders populär gewesen, doch Ann stand stets zu ihren Überzeugungen – unabhängig von politischen Trends“.
Sowohl in der Buckfast Abbey, einem Benediktinerkloster in der Nähe ihres Wohnorts, als auch in der Westminster Cathedral wurden Gedenkgottesdienste für Widdecombe gefeiert. Ihr Freund, der katholische Politiker Lord Alton of Liverpool, erklärte, sie sei vor allem von ihrem „Glauben und ihrer tiefen patriotischen Liebe zu ihrem Land“ geprägt gewesen.
Foto: Für die ehemalige Ministerin und Mitglied der Partei „Reform UK“, Ann Widdecombe, wurde in Widecombe-in-the-Moorin eine Gedenkstätte eingerichtet. (Jack Taylor)
Ministerin Schumann würdigte junge Freiwillige für Auslandseinsätze
Sozialministerin Korinna Schumann hat das Engagement junger Menschen gewürdigt, die im Rahmen des Programms „VOLONTARIAT bewegt" zu Freiwilligeneinsätzen ins Ausland aufbrechen. Bei einer Sendungsfeier im Sozialministerium verabschiedete sie am Montag sieben angehende Freiwillige, die sich in den kommenden Monaten in Bildungs- und Sozialprojekten in Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa engagieren werden. Träger der Initiative sind die Salesianer Don Boscos und die Entwicklungsorganisation Jugend Eine Welt. „VOLONTARIAT bewegt" entsendet 2026 insgesamt 24 Freiwillige. Unterstützt werden die jungen Freiwilligen dabei vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz.
„Wer sich für einen Freiwilligendienst im Ausland entscheidet, übernimmt Verantwortung - für andere Menschen, für gesellschaftlichen Zusammenhalt und für ein solidarisches Miteinander über Grenzen hinweg", erklärte Schumann. Internationale Freiwilligeneinsätze und Zivildienste im Ausland seien Ausdruck von Verantwortung, Solidarität und gesellschaftlichem Engagement, betonte Linda Proidl, Geschäftsführerin von VOLONTARIAT bewegt. Die Unterstützung und Anerkennung durch die Politik sei ein wichtiges Signal der Wertschätzung für die Freiwilligen.
Foto: Clemens Manser i.A. des Sozialministeriums.
EU-Projekt soll Rätsel um Schriftrollen vom Toten Meer lösen
Ein EU-gefördertes Forschungsprojekt soll den Ursprung der Schriftrollen vom Toten Meer klären. Bei dem auf fünf Jahre angelegten Vorhaben geht es um die Frage, wo die antiken Handschriften von Qumran mit den ältesten überlieferten Bibeltexten hergestellt wurden. Dafür stellt der Europäische Forschungsrat einem internationalen Team um den Groninger Alttestamentler und Judaisten Mladen Popovic 2,5 Millionen Euro zur Verfügung, wie das israelische Außenministerium laut Katholischer Nachrichten-Agentur (KNA) am Mittwoch mitteilte.
Die Manuskripte, darunter eine vollständige Abschrift des Buchs Jesaja, waren vor rund 2.000 Jahren in den Höhlen von Qumran deponiert und in den Jahren ab 1947 wiederentdeckt worden. Wo genau die Pergamente und Papyri hergestellt und beschrieben wurden, ist bis heute unbekannt. So ist strittig, ob die Schriftrollen von einer in Qumran lebenden jüdischen Gemeinschaft angefertigt oder von Jerusalem oder anderen Orten aus dort in Sicherheit gebracht wurden.
Kurznachrichten
Papst Leo XIV. hat am Samstag rund 200 Bedürftige zum Mittagessen in seine Sommerresidenz eingeladen. Gekocht wurde dabei von einem seiner römischen Lieblingsrestaurants, „L'Isola della Pizza". „Ich bin ohne Rede gekommen, aber mit Hunger", sagte der Papst zur Begrüßung. Er habe einen Hunger nach Gerechtigkeit und echter Nächstenliebe; einen Hunger nach einer Kirche, die es wirklich versteht, ihre Türen zu öffnen und alle aufzunehmen.
Die 200 bedürftigen Menschen, darunter Alleinerziehende und Migranten, stammen aus der Diözese Rom.
Spanien. Rund einen Monat nach dem Besuch von Papst Leo XIV. in Spanien zieht die dortige Bevölkerung ein überaus positives Fazit. Laut einer Erhebung des staatlichen Instituts CIS bewerten 76,8 Prozent der Bürger die Visite „positiv oder sehr positiv". 70,4 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass er mit dem Besuch das Image des Landes verbessert hat. Mehr als jeder zweite Spanier (54,8 Prozent) sieht ihn überdies als „ethisches und moralisches Vorbild für die gesamte Gesellschaft".
Jerusalem. Ein Großprojekt von Wohnungsbauten für israelische Siedler im palästinensischen Ostjerusalem hat Kritik von Bürgerrechtsaktivisten nach sich gezogen. Die rund 450 Wohnungen, die im Stadtviertel Umm Lison entstehen sollen, seien „die größte Siedlungsenklave im Herzen eines palästinensischen Stadtviertels in Ostjerusalem".
Israel hat das Studium der Thora zum Grundwert des jüdischen Volkes und Staates erklärt. Das Parlament verabschiedete am Montagabend nach stundenlangen Debatten mit 63 zu 52 Stimmen ein umstrittenes Grundgesetz. Es macht das Thora-Studium zum einzigen ausdrücklich im Grundgesetz verankerten Wert, berichten israelische Medien.
Frankreichs katholische Bischöfe kritisieren das Sterbehilfe-Votum des französischen Parlaments scharf. Mit der Entscheidung für aktive Sterbehilfe und begleiteten Suizid habe die Nationalversammlung am Mittwochabend eine Entscheidung zum Kulturbruch getroffen. Sie markiere „einen tiefgreifenden Wendepunkt in der Geschichte unseres Landes".
Türkei. Ein russisches Touristenpaar wurde in Istanbul festgenommen, weil es in der Hagia Sophia, die derzeit als Moschee dient, die Bibel gelesen haben sollen.
Deutschland. Eine junge Schweizer Popsängerin hat mit ihrer Freundin ein anzügliches Video in einer bayerischen Kirche gedreht, um damit ihre neue Single zu vermarkten. In dem Clip zu ihrem Lied „You believe in Jesus, I believe in Pussy" feiert die Sängerin Milune (22) ihre lesbische Liebesbeziehung. Der katholische Pfarrer bezeichnete das Video als „frivol" und sprach von einem „absoluten No-Go". Er sei schockiert, wie damit religiöse Gefühle massiv verletzt worden seien.
St. Emmeram in Regensburg zählt zu den bedeutendsten Kirchenbauten Süddeutschlands und war vor dem Bau des Doms 200 Jahre lang Bischofskirche.
Deutschland. Nun herrscht Klarheit: Ein 62-jähriger Mann aus Nordrhein-Westfalen ist nicht der Sohn des verstorbenen Essener Kardinals Franz Hengsbach (1919-1991). Rechtsmediziner schließen eine Vaterschaft nach einem DNA-Test aus.
Österreich
Österreichs Päpstliche Missionswerke (Missio) konnten 2025 mit einer Summe von 11,7 Millionen Euro insgesamt 739 Hilfsprojekte weltweit unterstützen.
Niederösterreich. Mit einem Pilotprojekt zur Anwerbung von Pflegekräften aus Pakistan will die Caritas der Diözese St. Pölten dem wachsenden Personalmangel im Pflegebereich begegnen. Ziel sei es, zunächst 15 ausgebildete Pflegekräfte mit einer Pflegeausbildung auf Bachelor-Niveau nach Österreich zu holen, sie bestmöglich zu integrieren und in den Arbeitsmarkt zu vermitteln, wie „Kirche bunt" berichtet.
Burgenland. Die Passion im Steinbruch hat zum 100-Jahr-Jubiläum Geschichte geschrieben: Rund 27.000 Besucherinnen und Besucher sahen die Jubiläumsproduktion „Mirjam - Stark wie der Tod ist die Liebe" auf der Ruffinibühne in St. Margarethen, wie der Verein mitteilte. In 17 Vorstellungen verzeichnete die Produktion damit einen Besucherrekord und einen Zuwachs von 40 Prozent gegenüber dem Spieljahr 2022.
Tirol. Die Diözese Innsbruck hat im aktuellen „Jahr des Ehrenamts 2026" erstmals den „Jakob-Gapp-Preis für Zivilcourage" ausgeschrieben. Anlass für die Vergabe des mit insgesamt 9.000 Euro dotierten Preises ist das 30-jährige Jubiläum der Seligsprechung von Pater Jakob Gapp (1897-1943), der von den Nazis ermordet worden ist.
Wien. Die Lichtskulptur „Unendlichkeit des Lichtes" der Künstlerin Billi Thanner, die seit Dezember 2025 zwischen den Türmen der Votivkirche über Wien leuchtet, wird bis Ende Mai 2027 erstrahlen.
Tirol. Bischof Hermann Glettler ist neues Mitglied der Rosenkranzbruderschaft Landeck. Anlässlich seines Besuchs der Sonderausstellung zum 450-Jahr-Jubiläum der Gebetsgemeinschaft trug sich der Innsbrucker Bischof in das historische Bruderschaftsbuch ein.
Niederösterreich. Ab September 2026 wird die Samstag-Vorabendmesse um 18 Uhr im Stift Klosterneuburg abwechselnd in englischer und lateinischer Sprache gehalten. Mit dieser neuen Initiative soll die Stiftskirche zu einem Ort werden, „an dem Internationalität und Tradition harmonisch aufeinandertreffen".
Niederösterreich. Am Sonntag, den 26. Juli 2026, feiert die katholische Kirche am liturgischen Gedenktag der heiligen Joachim und Anna (den Großeltern Jesu) den Welttag der Großeltern und älteren Menschen. Aus diesem Anlass veranstaltet der Katholische Familienverband der Diözese St. Pölten erstmals einen „Anna und Joachim - Kirtag" im schattigen Kreuzgang (Sommerrefektorium) mit Agape und Spielangeboten für Großeltern und Enkel.
100 Fragen - 100 Antworten
Zu seinem 100. Geburtstag geht der weltweit bekannte und geschätzte Benediktinermönch David Steindl-Rast gemeinsam mit seinem argentinischen Freund Mario Quintana der Frage nach, was im Leben wirklich zählt und welche Dinge schlussendlich Bestand haben. In einfachen und klaren Sätzen gibt er Antwort auf zentrale Fragen zu Religion und Spiritualität - gleichsam das spirituelle Vermächtnis eines langen Lebens.
DAVID STEINDL-RAST, geb. 1926 in Wien, studierte Psychologie und Anthropologie. Der Benediktinermönch engagiert sich seit den 1960er Jahren im interreligiösen Dialog und stand in engem Kontakt mit Thomas Merton, Thich Nhat Hanh oder dem Dalai Lama. Er ist Initiator des Netzwerks "Dankbar Leben" www.dankbar-leben.org
MARIO E. QUINTANA, geb. 1967 in Buenos Aires, studierte Wirtschaftswissenschaften und verfügt über langjährige Erfahrung als Unternehmer und Politiker sowie als Aktivist in sozialen und ökologischen Fragen. Derzeit ist er v. a. in der Wiederaufforstung, in der Bildung und im Coaching junger politischer Führungskräfte engagiert.
Auch das noch...
Militärdienst auch für Geistliche: Schweizer Kirchen protestieren
Dass die Militärdienstpflicht in der Schweiz seit wenigen Wochen auch für Geistliche gilt, stößt bei den christlichen Kirchen im Land auf Ablehnung. Für Unmut sorgt dabei nicht nur die Begründung, mit der die bisherige Dienstfreistellung von der Politik abgeschafft wurde. Die Kirchen wurden nach eigenen Angaben auch nie über die Pläne für die Gesetzesänderung konsultiert, berichten Schweizer Medien.
„Obwohl die Aufhebung der Dienstbefreiung für Geistliche die Arbeit der Kirchen in Krisensituationen direkt betrifft", sei man über die Revision des Militärgesetzes nicht informiert und auch im Vorfeld nicht zur Stellungnahme im gesetzlichen Begutachtungsverfahren eingeladen worden, geht laut einem Bericht des Schweizer Fernsehens RTS aus einem gemeinsamen Brief hervor, den die Kirchen vergangene Woche an Bundespräsident Guy Parmelin geschickt haben.
Besonders empören sich die Kirchen laut RTS darüber, dass die Regierung die Seelsorge, also die spirituelle Begleitung der Bevölkerung, in Krisensituationen nicht mehr für notwendig erachte.
UN-Experten kritisieren Beschlagnahme von Kirchengelände im Iran
Die Vereinten Nationen kritisieren die Beschlagnahme von Kirchengelände in der iranischen Hauptstadt Teheran. Laut einer in Genf veröffentlichten Mitteilung vom Mittwoch handelt es sich um das Areal der protestantischen St.-Peter-Kirche. Der letzte Bewohner sei am Sonntag vertrieben worden.
Den 20 dort lebenden Familien seien lediglich zwei Wochen Zeit gegeben worden, um ihre Wohnungen zu verlassen, so die UN-Fachleute. Die iranischen Behörden hätten den Kirchenverantwortlichen mit der Festnahme gedroht, sollte der Gebäudekomplex nicht vollständig geräumt werden. Man befürchte nun, dass es zu einem Abriss kommen könnte.
Dies sei kein Einzelfall, gaben die Sachverständigen zu bedenken. Sie verwiesen auf zahlreiche ähnliche Maßnahmen gegen Christen im islamistisch regierten Iran. Von den einst 50 protestantischen Kirchen im Land, die meisten davon persischsprachig, sei heute praktisch keine mehr übrig. Dutzende Christen säßen wegen ihrer religiösen Überzeugungen in Haft.
New York: Kultusministerin Bauer trifft Rabbi Schneier
Kultusministerin Claudia Bauer ist in New York mit Rabbi Arthur Schneier (96), einem der bedeutendsten österreichisch-amerikanischen Brückenbauer, zusammengetroffen. Bauer hielt am Mittwoch im Anschluss an die Begegnung in einer Aussendung fest: „Rabbi Schneiers Lebensgeschichte berührt mich tief: Er musste als Kind aus Wien fliehen und ist Österreich dennoch verbunden geblieben. Sein Lebensweg mahnt uns, jüdisches Leben in Österreich, Europa und weltweit entschlossen zu schützen und zu stärken. Es muss sicher, sichtbar und selbstverständlich sein. Denn wer jüdisches Leben bedroht, bedroht unsere Demokratie."
Der 96-jährige Schneier wurde in Wien geboren, floh 1936 nach Budapest, überlebte den Holocaust und wanderte 1947 in die USA aus. Seit mehr als sechs Jahrzehnten ist er Rabbiner der Park East Synagogue in New York. Mit der von ihm gegründeten „Appeal of Conscience Foundation" setzt er sich weltweit für Religionsfreiheit, Menschenrechte und den Dialog zwischen Glaubensgemeinschaften ein. Schneier ist u.a. mit Kardinal Christoph Schönborn freundschaftlich verbunden.
Papst-Gesandter Zuppi besucht russische Gefangene in der Ukraine
Kardinal Matteo Zuppi, Sondergesandter des Papstes im russisch-ukrainischen Krieg, hat Kriegsgefangene im Westen der Ukraine nahe bei Lwiw besucht. Wie die katholische Tageszeitung „Avvenire" am Dienstag berichtete, traf er in dem Lager auch mehrere von Russland angeheuerte Söldner aus Afrika und Lateinamerika, sowie Soldaten von Russlands Alliierten aus Kuba und Nordkorea. Auch ukrainische Soldaten, die in russisch besetzten Gebieten von der russischen Armee eingezogen wurden und gegen die Ukraine kämpfen mussten, waren darunter.
Dem Bericht zufolge unterhält die Ukraine landesweit fünf Lager für Kriegsgefangene aus den russischen Streitkräften. Der Kardinal, der auch Vorsitzender der Italienischen Bischofskonferenz ist, reiste gemeinsam mit dem ukrainischen Botschafter im Vatikan, Andrij Jurasch, und dem Papstbotschafter in Kiew, Visvaldas Kulbokas.
Dieser hatte in der Vergangenheit bereits mehrfach zusammen mit Zuppi Gefangenenaustausche zwischen den beiden verfeindeten Ländern vermittelt.
Königin Camilla traf katholische Ordensfrauen
Knapp ein Jahr nach ihrem ersten Treffen beim Vatikan-Besuch des britischen Königspaares sind katholische Ordensfrauen erneut mit Königin Camilla zusammengetroffen, diesmal in London. Die Ordensvertreterinnen berichteten der Königin von ihrer weltweiten Arbeit, vor allem über die Unterstützung schutzbedürftiger Frauen und Mädchen, teilte die Internationale Vereinigung der Generaloberinnen (UISG) mit.
Das Treffen im Clarence House bot demnach Gelegenheit, über die Arbeit jener rund 600.000 Ordensschwestern zu sprechen, die an der Bewältigung drängender Herausforderungen arbeiteten; von Menschenhandel und Konflikten bis hin zur Anfälligkeit für die Folgen des Klimawandels.
Ein gemeinsamer Schwerpunkt liege auf dem Schutz der Würde, der Schaffung von Chancen und der Stärkung von Widerstandsfähigkeit, insbesondere für gefährdete Frauen und Mädchen, hieß es weiter. Es habe eine große Übereinstimmung zwischen der Mission katholischer Ordensfrauen und dem langjährigen Engagement der anglikanischen Königin für Frauen und Mädchen gegeben.
Botschafter gegen Menschenhandel
Besondere Aufmerksamkeit galt den Angaben zufolge dem Programm „Junge Botschafter gegen Menschenhandel“ (Young Ambassadors Against Human Trafficking), das ursprünglich von der britischen Regierung unterstützt und inzwischen weltweit ausgeweitet wurde. Das Programm statte junge Menschen mit Rüstzeug aus, um Risiken zu erkennen, Bewusstsein zu schärfen und in ihren Gemeinschaften Präventionsarbeit unter Gleichaltrigen zu leisten. Junge Menschen seien selbst „Akteure des Wandels“, so die Ordensfrauen.
Die 1965 gegründete UISG vereint nach eigenen Angaben mehr als 1.900 Generaloberinnen weiblicher Ordensgemeinschaften. Diese repräsentierten rund 600.000 katholische Ordensfrauen, die auf allen Kontinenten in den Bereichen Bildung, Gesundheitswesen, Sozialarbeit und Pastoral, Friedensförderung, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung tätig seien.
Foto: BuckinghamPalace.