JA 

die neue Kirchenzeitung

 12. Juli 2026 

 
Lesungen:  Jes 55,10-11; Röm 8,18-23;   Evangelium: Mt 13,1-23.

Töchter des Hl. Benedikt

Österreichs Kirchenreformbewegungen ehren demnächst die 71-jährige deutsche Benediktinerin Sr. Philippa Rath. Sie studierte Theologie, Geschichte und Politikwissenschaft und war als Journalistin tätig, ehe sie 1990 in die Abtei St. Hildegard in Eibingen eingetreten ist.
Sie befasst sich intensiv mit den Schriften von Hildegard von Bingen (1098–1179) und betreute die Herausgabe ihrer kompletten Werkausgabe. Sie trug mit dazu bei, dass Papst Benedikt XVI. Hildegard von Bingen 2021 zur Kirchenlehrerin ernannte.
Beim Einsatz für Hildegard von Bingen sei ihr klar geworden, dass Frauen in der katholischen Kirche Menschen zweiter Klasse seien, berichtete Schwester Philippa später, die sich selbst als „extrem spätberufene Frauenaktivistin“ bezeichnet. 

 2019 gab sie das Buch „Weil Gott es so will – Frauen erzählen von ihrer Berufung zur Diakonin und Priesterin“ mit 150 Zeugnissen von berufenen Frauen heraus.
2019 wurde sie bereits vom Staat geehrt. Für ihr kirchliches und gesellschaftliches Engagement erhielt sie die Verdienstmedaille des deutschen Bundesverdienstkreuzes.
In diesem Zusammenhang muss an eine andere Benediktinerin erinnern werden, die seit Jahren die Frauenpriesterweihe fordert: Sr. Joan D. Chittister. Die 92-jährige US-amerikanische Autorin (40 Bücher) und Friedensaktivistin hat zahlreiche Ehrendoktorate und Preise bekommen – neben dem Thomas Merton-Preis auch den Hans Küng-Preis.
Während der Beisetzung von Johannes Paul II. sowie bei der Wahl von Benedikt XVI. im April 2005 war sie Kommentatorin für die BBC aus Rom.
Im Orden des Hl. Benedikt setzen sich Frauen vehementer für Kirchenreformen ein als Männer. P. Udo 

Kirche prüft Seligsprechung von Literaturnobelpreisträgerin Undset

In Norwegen laufen Vorbereitungen zur Eröffnung eines Seligsprechungsverfahrens für die Literaturnobelpreisträgerin Sigrid Undset (1882-1949). Das hat der Osloer katholische Bischof Fredrik Hansen bekanntgegeben. „Für uns ist sie ein Vorbild des christlichen Glaubens, eines tugendhaften Lebens und des Strebens nach Heiligkeit", sagte Hansen laut Mitteilung der Diözese Oslo bei einem Gottesdienst am Mittwoch. Das Seligsprechungsverfahren werde im Herbst zunächst auf Diözesanebene formal eröffnet.
Undset habe stets praktische Fürsorge für die Armen gezeigt und sich auch ganz der Sorge für ihre Tochter hingegeben. „Durch ihre zahlreichen Bücher hat sie unzählige Gläubige geprägt, sie dazu inspiriert, in Christus zu leben, und Zeugnis für unsere mittelalterlichen Heiligen abgelegt", erklärte der Bischof bei der Feier am Gedenktag der Heiligen Sunniva auf der Insel Selja. Der Ort gilt als Wiege des Christentums in Norwegen.
Sigrid Undset erhielt 1928 den Nobelpreis für Literatur. Die Norwegerin trat 1924 aus der protestantischen in die katholische Kirche über und wurde Laiendominikanerin. Ihren Weg in die katholische Kirche thematisiert sie in einigen Werken. Posthum wurde zudem ihre Biografie über Katharina von Siena veröffentlicht. Der Nobelpreis für Literatur wurde Undset „vor allem für ihre eindringlichen Beschreibungen des nordischen Lebens im Mittelalter" verliehen.
 

Orthodoxe Heiligsprechung in der Ukraine mit Österreich-Bezug

Am vergangenen Sonntag wurde in der Czernowitzer Paraskewa-Kirche der 1873 in Wien verstorbene Metropolit Eugen Hackmann vom Oberhaupt der Orthodoxen Kirche der Ukraine (OKU), Metropolit Epifanij (Dumenko), feierlich zum Heiligen proklamiert. Neben öffentlichen Repräsentanten waren auch Vertreter der konkurrierenden Ukrainischen Orthodoxen Kirche (UOK) bei diesem Akt anwesend, der deutliche nationale Akzente aufwies, wie der Wiener Ostkirchenexperte Prof. Thomas Nemeth am Freitag gegenüber „Kathpress" berichtete. Bischof Hackmann werde von der OKU insbesondere für seine Verdienste für die ukrainische Nation gewürdigt, während er in rumänischen Kreisen teilweise als Verräter an nationalen Anliegen dieser Bevölkerungsgruppe der Bukowina betrachtet wird, erläuterte Nemeth.
Geboren wurde Hackmann um 1794 im damals österreichischen Wasloutz (heute ukr. Vaslovivci). Er stammte aus einer Bauernfamilie und sprach Ukrainisch, Rumänisch und Deutsch. Hackmann studierte Theologie an der Universität Wien und war u.a. Rumänisch-Lehrer von Erzherzog Ferdinand, dem späteren Kaiser Ferdinand I.
Prof. Nemeth: „Die Verdienste des 1835 zum Bischof geweihten Hackmann liegen in der Förderung der kirchlichen Infrastruktur, des Schulwesens und der theologischen Ausbildung. Er setzte sich für die Autonomie der Bukowina ein und war deren erster Landeshauptmann." 
Von Hackmanns kulturpolitischem Engagement zeugten neben der Czernowitzer Kathedrale, die während seiner Amtszeit errichtet wurde, insbesondere die zum UNESCO­-Weltkulturerbe zählende Metropolitanresidenz, die heute als Hauptgebäude der Universität Czernowitz genutzt wird, aber auch die von ihm betriebene Gründung der Universität (1875), „die eine europaweit einzigartige orthodoxe theologische Fakultät umfasste", so Nemeth. 

„Trompete von Jericho" geht an deutsche Ordensfrau Rath 

Der heuer zum sechsten Mal verliehene Preis der österreichischen Kirchenreform-Bewegungen, die „Trompete von Jericho", geht in diesem Jahr an die deutsche Benediktinerin Sr. Philippa Rath von der Hildegard-Abtei in Rüdesheim-Eibingen und eine Gruppe von neun Theologiestudentinnen der Universität Freiburg im Breisgau. Die Auszeichnung stehe heuer ganz im Zeichen der Ebenbürtigkeit von Frauen und Männern, was sich auch im Zugang zu kirchlichen Ämter zeigen müsse, wie es hieß. Der Preis wird von den Bewegungen Wir sind Kirche, Pfarrerinitiative, Laieninitiative und Priester ohne Amt verliehen. Die Verleihung findet am 16. Oktober, 17 Uhr, in Enns im Pfarrzentrum St. Laurenz statt. 

Sr. Philippa Rath setze sich seit Jahren entschieden dafür ein, dass die kirchlichen Weiheämter für Frauen geöffnet werden. Etwa durch ihre vielen Bücher, aber auch   im Synodalen Weg und im Zentralkomitee der deutschen Katholiken setze sich Sr. Philippa für die Gleichberechtigung der Frauen in der Kirche ein. Die Laudatio für die Ordensfrau hält der Jesuit P. Andreas Batlogg. 

Die ausgezeichnete Gruppe der Theologiestudentinnen der Universität Freiburg im Breisgau hatte sich im Frühjahr 2025 offiziell um Aufnahme ins dortige Priesterseminar beworben. Medienwirksam hätten sie damit öffentlich gemacht, „dass sie sich zum Priestertum berufen fühlen und in der katholischen Kirche Priesterinnen werden wollen", wie es vonseiten der Reformbewegungen heißt. Die Laudatio für die neun Theologiestudentinnen hält die Schweizer Seelsorgerin Monika Schmid, selbst frühere Preisträgerin der „Trompete von Jericho". 

Papst auf Lampedusa: Gedenken an tote Flüchtlinge, Appell an EU

Mit einem Besuch auf der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa hat Papst Leo XIV. an das Leid von Bootsmigranten erinnert und damit das Vermächtnis seines Vorgängers Franziskus fortgesetzt. Eindringlich rief er Europa zu einer humanen Flüchtlingspolitik auf. Er kritisierte aber auch Korruption in den Herkunftsländern und ein ungerechtes globales Wirtschaftssystem.
Zum Auftakt am Samstagmorgen legte Leo auf dem Friedhof der Insel Blumen an den Gräbern verstorbener Migranten nieder und verharrte im stillen Gebet. Dort werden neben Inselbewohnern auch ertrunkene Flüchtlinge beigesetzt, viele von ihnen anonym. Nach Angaben des Projekt´s "Missing Migrants" der Internationalen Organisation für Migration starben oder verschwanden seit 2014 insgesamt 35.070 Menschen im Mittelmeer.
Ein Flüchtlingsjunge erzählt dem Papst
Am Denkmal „Porta d'Europa", das an die vielen Migranten erinnert, die Europa nie erreichten, traf Leo XIV. eine Migrantenfamilie und ein Flüchtlingskind. Der Junge erzählte dem Papst: "Vor zehn Jahren hat meine Geschichte hier in Lampedusa begonnen. Ich war allein und hatte alles verloren - besonders meine Mama." Nach seiner Ankunft habe er geweint und erst aufgehört, als man ihm einen Ball aus Papier schenkte. Diesen überreichte er nun dem Papst mit den Worten: „Ich hoffe so sehr, dass dieser Ball, den ich dir jetzt schenke, ein anderes Kind erreicht und es genauso glücklich macht wie mich." Der bewegende Moment zählte zu den eindrücklichsten dieser Papstreise.
Papst fordert Aufnahme und Integration
Zum Abschluss des halbtägigen Besuchs feierte der Papst mit rund 4.000 Teilnehmenden eine Freiluftmesse auf dem Sportplatz der Insel. Dabei rief Leo XIV. Europa zu einem vorausschauenden und menschenwürdigen Umgang mit Migration auf. "Aufgrund seiner geografischen Lage und seiner institutionellen Struktur ist Europa in der Lage, die Krise in diesem Bereich ganzheitlich anzugehen", sagte er. Die Soforthilfe müsse in einen langfristigen strategischen Plan eingebunden werden, "der Migranten aufnimmt, schützt, fördert und integriert und gleichzeitig auf Entwicklung hinarbeitet, damit niemand zur Auswanderung gezwungen wird". Dies alles müsse unter Wahrung der Würde jedes Einzelnen geschehen.
Foto: vatican Media.
 

Hilfswerk: Zunehmende Angriffe auf Christen in Ägypten

Das heimische Hilfswerk "Christen in Not" (CiN) berichtet von gewalttätigen Ausschreitungen gegen Christen in Ägypten. Laut dem Hilfswerk, das sich auf Quellen bzw. Partner in der Koptischen Kirche beruft, kam es im Dorf Tal al-Qibliya im Gouvernement Minya in Oberägypten zu den Angriffen. Laut einer Erklärung von Bischof Makarius von Minya folgte der jüngste Angriff auf frühere Vorfälle in demselben Dorf, über die die Kirchenleitung die lokalen Behörden mehrfach informiert hatte.
Extremisten griffen demnach Kirchgänger an, demolierten das Auto eines Priesters und kappten den Strom zur örtlichen Kirche. Nach dem Einschreiten der Polizei sei die Sicherheitslage inzwischen zwar wieder ruhig, zugleich aber auch sehr angespannt. Todesopfer wurden nicht gemeldet, es gab „lediglich" Verletzte und Sachschaden. Unter der christlichen Bevölkerung herrsche aber große Angst. In der Region Minya war es in der Vergangenheit immer wieder zu gewalttätigen Ausschreitungen gegen Christen gekommen, so CiN. Das Hilfswerk betreibt in Minya in Zusammenarbeit mit örtlichen Kirchenvertretern Projekte wie etwa Alphabetisierungskurse für Frauen.
Seit Iran-Krieg mehr Anfeindungen
„Seit Ausbruch des Iran-Kriegs erleben wir eine deutliche Zunahme der Anfeindungen und Angriffe auf die christliche Gemeinschaft in Ägypten", so CiN-Generalsekretär Martin Morawetz gegenüber "Kathpress". Die Gewalt war mit der Machtübernahme Al-Sisis und der Zerschlagung der Muslimbruderschaft zurückgegangen, doch "jetzt nehmen Gewalt und Angst vor weiteren Eskalationen wieder zu".
Der erneute Angriff auf die koptische Gemeinschaft in Tal al-Qibliya sei kein Einzelfall, sondern Teil eines seit Jahren bestehenden Musters religiös motivierter Gewalt gegen Christen in Ägypten. Besonders alarmierend sei, so Morawetz, "dass sich unter den Angreifern inzwischen auch Kinder befinden, die Steine werfen oder Christen beschimpfen". Sie würden offensichtlich von ihrem Umfeld zu Hass und Intoleranz erzogen.
 

EU-Parlament fordert besseren Schutz von Christen in Nigeria

Christen in Nigeria werden aus Sicht des EU-Parlaments nicht ausreichend geschützt. Die Regierung müsse effektive Maßnahmen gegen Terrororganisationen wie die islamistische Boko Haram ergreifen und unabhängige Ermittlungen ermöglichen, um die Täter zur Rechenschaft zu ziehen, heißt es in einer am Donnerstag im Parlament verabschiedeten Resolution. Zudem müsse mehr in den Schutz von Zivilisten investiert sowie eine effektivere Verwaltung von Land und Ressourcen errichtet werden, um durch den Klimawandel zunehmenden Konflikten vorzubeugen.
Hintergrund ist ein Angriff mutmaßlicher muslimischer Fulani-Milizen auf das christliche Dorf Kawel im zentral gelegenen Bundesstaat Plateau Ende Juni. Bei dem nächtlichen Überfall wurden nach Angaben von Hilfsorganisationen 22 Menschen getötet und etliche weitere verletzt. In Zentral- und Nordnigeria kommt es immer wieder zu Übergriffen auf christliche Siedlungen. Neben religiösen Konflikten spielen auch Land- und Ressourcenkonflikte zwischen den meist christlichen Bauern und den meist muslimischen Hirten in der Region eine Rolle.
Die EU-Parlamentarier verurteilten überdies die steigende Zahl von Entführungen sowie die zunehmende Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Die neue EU-Sondergesandte für Glaubens- und Religionsfreiheit, Mairead McGuinness, solle künftig ein größeres Augenmerk auf die Situation der Christen in Nigeria legen. Die Resolution wurde mit 510 Stimmen bei einer Gegenstimme angenommen.

Grünwidl: Erzdiözese Wien braucht mehr „Lernorte des Glaubens"

Die heimischen Pfarrgemeinden müssen nach Ansicht von Erzbischof Josef Grünwidl noch viel stärker „Lernorte des Glaubens" werden. Er habe den Eindruck, so der Wiener Erzbischof im Interview mit „radio klassik Stephansdom" und dem Wiener „Sonntag", "dass man in unserer Zeit über alles reden kann, es gibt keine Tabuthemen. Aber über den eigenen Glauben oder über Glaubenserfahrungen zu reden, nämlich auch in einer guten, geerdeten Form, und auch ganz ehrlich über die Schwierigkeiten und natürlich auch über die schönen Glaubenserfahrungen zu reden, das geschieht zu wenig". Dafür bräuchte es besondere Räume und hier sehe er „unsere Gemeinden als Lernorte des Glaubens". 
Freilich fange man nicht bei Null an: „Auch in den Pfarrgemeinden gibt es spirituelle Angebote, nicht in allen 600 Pfarren, aber es gibt doch punktuell Pfarren, die sich besonders bemühen und auch Schwerpunkte setzen - Glaubensgespräche, Bibelrunden, Gebetskreise", so der Erzbischof. Vielleicht seien sie noch zu unbekannt "und vielleicht sind wir immer noch auch in der Kirche in diesem Denken gefangen, dass es genügt, wenn man am Sonntag die Messe besucht". 
Zur Frage, aus welchen spirituellen Quellen er selbst schöpfe, sagte der Erzbischof: „Mir ist der heilige Benedikt sehr nahe, weil ich aus einer von Benediktinern betreuten Pfarre komme und auch rund um die Matura überlegt habe, ob ich in ein Benediktinerkloster eintreten soll." Ein Buch mit Gedanken des heiligen Benedikt - ein Ratgeber für Manager - habe ihn geprägt: „Wie leitet man, wie kann man führen? Und ich nenne vor allem die Benediktregel, so auf den Punkt gebracht: 'Ora et labora et lege'." Das Dritte werde oft vergessen: „Bete, arbeite und lies." Das sei eine sehr geerdete Zusammenfassung christlicher Spiritualität, so Erzbischof Grünwidl.
Grünwidls Heimatpfarre Wullersdorf untersteht dem Stift Melk.

Venezuela: Kirche wird nach Erdbeben zum Rettungsanker für Überlebende

Während die Folgen der verheerenden Erdbeben in Venezuela immer deutlicher zutage treten, ist die katholische Kirche zu einem zentralen Anlaufpunkt für die Betroffenen geworden. Besonders in der Diözese Petare, einem der ärmsten und am dichtesten besiedelten Gebiete im Ballungsraum der Hauptstadt Caracas, versorgen hunderte Ehrenamtliche in den Pfarrgemeinden Verletzte und ihre Familien, die aus der besonders schwer betroffenen Küstenregion La Guaira kommen.
Das internationale katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ (ACN) hat in einem ersten Schritt 100.000 Euro bewilligt, um die Nothilfe der Kirche vor Ort zu unterstützen; weitere Hilfen sind geplant.
„Rund 90 Prozent der Menschen in meiner Diözese leben in Armut. Trotzdem ist Petare zu einem Ausgangspunkt der Hilfe für die Überlebenden der Erdbebenkatastrophe geworden“, berichtet Bischof Juan Carlos Bravo Salazar gegenüber „Kirche in Not“. In seiner Diözese gab es keine Toten, allerdings wurden Wohngebäude sowie auch zahlreiche kirchliche Einrichtungen schwer beschädigt.
Überwältigende Solidarität trotz großer Armut
Da sich in Petare vier der wichtigsten Krankenhäuser Venezuelas befinden, konzentriert sich die Hilfe der Kirche vor allem auf die Versorgung der Verletzten und Obdachlosen. Viele hätten ihr Zuhause verlassen müssen und kämen mit nichts als ihrer Kleidung in den Krankenhäusern an, berichtete der Bischof. Die Diözese hat vier Sammelstellen eingerichtet. Mehr als 250 Freiwillige verteilen dort Medikamente, medizinisches Material, Lebensmittel, Kleidung und Hygieneartikel. 
Bewegt zeigte sich der Bischof von der Solidarität der Menschen in den Armenvierteln. „Die Großzügigkeit der Menschen ist überwältigend. Wir sehen Gottes Spuren in allem, was hier geschieht“, sagt Bravo. Ein Erlebnis habe ihn besonders beeindruckt: Zwei Schuhmacher brachten 50 Paar reparierte Schuhe zur Sammelstelle – als Spende für die Überlebenden der Erdbeben. Damit hätten sie auf einen großen Teil ihres Lohns verzichtet.
Foto: Ausgabestelle in einer Pfarre in der Diözese Petare. © KIRCHE IN NOT,

Kurznachrichten

 EU. Ein Verbot, am Arbeitsplatz religiöse Symbole zu tragen, ist in der EU nicht per se diskriminierend. Darauf hat die Generalanwältin am Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH), Juliane Kokott, hingewiesen. Arbeitgeber könnten unterbinden, dass ihre weiblichen Beschäftigten ein Kopftuch tragen, nur müsse so ein Verbot auch für andere religiöse Symbole gelten. 

 

Heiliges Land. Im Österreichischen Pilger-Hospiz in Jerusalem hat dieser Tage der neue Rektor Franz Xaver Brandmayr seinen Dienst angetreten: „Wir haben Hoffnung und Zuversicht, dass es im Herbst wieder aufwärts geht hier im Haus mit den Besuchern und dazu lade ich Sie herzlich ein, Jerusalem zu besuchen". 

 

Israel. Christen, die sich durch Jerusalem bewegen, müssen verstärkt damit rechnen, angespuckt, beleidigt oder bedroht zu werden. Die Zahl antichristlicher Zwischenfälle in Israel nimmt weiter zu, wie ein neuer Bericht zeigt. Die Zahl der gemeldeten Übergriffe auf Christen in Israel hat sich im zweiten Quartal 2026 im Vergleich zum ersten Quartal von 44 auf 83 fast verdoppelt. 

 

Frankreich verzeichnete im Jahr 2025 843 antichristliche Vorfälle, was einem Anstieg von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das berichtete am Dienstag die in Wien beheimatete „Beobachtungsstelle für Intoleranz und Diskriminierung gegen Christen in Europa" (OIDAC) unter Verweis auf den jüngsten Bericht der französischen Regierung zu religionsfeindlichen Straftaten. 

 

Libanon. Die Behauptung des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu, christliche Dörfer im Südlibanon wünschten sich eine Angliederung an Israel, sorgt für Dementi. „Kein Dorf im Süden hat einen solchen Antrag gestellt", erklärte der Bürgermeister eines der größten dieser Dörfer, Rmeisch, Hanna al-Am. 

 

Nicaragua. Nach fast drei Tagen in Polizeigewahrsam ist der katholische Bischof Juan Abelardo Mata (80) in Nicaragua am Wochenende wieder freigelassen worden. Grund für die Verhaftung war ein Gottesdienst vor einer Woche, als der emeritierte Bischof der Diözese Esteli um Gebete für eine vom Staat verfolgte Kirche gebeten hatte. 

 

China. Die Freilassung des Gründers einer der populärsten Hauskirchen in China hat international Schlagzeilen ausgelöst. Pastor „Ezra" Jin Mingri, Anführer der Zionskirche, kam vor wenigen Tagen nach einer Intervention von US-Präsident Donald Trump bei Chinas Staatschef Xi Jinping auf freien Fuß. Er durfte ausreisen und wurde am Wochenende von seiner Familie in den USA in Empfang genommen. Die Zionskirche war eine der am schnellsten wachsenden unregistrierten protestantischen Glaubensgemeinschaften in China, bis die Behörden im Oktober 2025 gegen die Hauskirche vorgingen. 

 

Großbritannien. König Charles III. hat sich den Zorn traditioneller Christen zugezogen. Im jährlichen Rechenschaftsbericht des Königshauses wird als königlicher Titel nicht mehr der jahrhundertealte Titel „Verteidiger des Glaubens" genutzt, sondern der eines „Beschützers für den Raum für Glauben in einer multireligiösen Nation", wie britische Medien berichten; der König also als Schutzherr für die Glaubenden aller Religionen. 

 

Rumänien. Ein ehemaliges Straßenkind aus einem Romadorf, Florin Moise, hat zum 80. Geburtstag des Vorarlberger Jesuiten P. Georg Sporschill eine Graphic Novel gezeichnet und getextet. Der Band "Moise - Mein Leben mit Pater Georg" ist jetzt im Wiener Verlag für moderne Kunst (www.vfmk.org) erschienen.  

 

Marokko. Kardinal Cristóbal López Romero ist mit schwerwiegenden Vorwürfen konfrontiert. Mehrere Frauen beschuldigen den 74-jährigen katholischen Erzbischof von Rabat sexueller Übergriffe. Der Vatikan hat Ermittlungen aufgenommen. Der Kardinal weist die Vorwürfe zurück.

 

Israel. Ein neuer Badestrand am See Genezareth stößt auf Widerstand strengreligiöser Rabbiner. Von dem Strandabschnitt ohne Sichtwände und Umkleiden gehe eine ernsthafte spirituelle Gefahr für das gesamte Gebiet aus, heißt es in einer Kampagne ultraorthodoxer Rabbiner in Tiberias und Jerusalem. 

 

Österreich

Österreich. Die „Don Bosco Mission Austria" hat im vergangenen Jahr 38 Hilfsprojekte in 21 Ländern mit einer Gesamtsumme von knapp 667.000 Euro unterstützt. 

 

Wien. Seit 1. Juli befindet sich die Lazaristenkirche im 7. Wiener Bezirk in der Kaiserstraße im Eigentum der Koptisch-orthodoxen Kirche. Die Kirche gehörte dem Lazaristenorden, die bisher vor Ort tätigen Patres übersiedeln nach Graz. 

 zurück. Am Dienstag teilte López mit, dass er bis auf Weiteres sein Amt als Erzbischof von Rabat ruhen lässt. 

 

Das Land Niederösterreich hat die Kritik von Religionswissenschaftlern und Theologen daran zurückgewiesen, dass im Beirat der Beobachtungsstelle radikaler Islam keine Mitglieder mit Expertise im Bereich der Islamwissenschaft vertreten sind. Es gehe bei der Beobachtungsstelle nicht darum, den Islam zu erforschen, sondern radikale, demokratiefeindliche, freiheitsfeindliche und frauenfeindliche Strömungen frühzeitig zu erkennen und zu bekämpfen. 

 

Wien. Für „aktion leben österreich“ braucht es für das vorsorgliche Einfrieren von Eizellen ohne medizinischen Grund, das in Österreich ab dem 1. April 2027 möglich sein soll, flankierende Maßnahmen. Der österreichische Verfassungsgerichtshof (VfGH) hob das bisherige Verbot im Oktober 2025 auf. 

 

Wien. Ein positives Resümee hat das Team der Festivalseelsorge beim Donauinselfest gezogen. Wie die Erzdiözese Wien am Dienstag mitteilte, hatten 35 Seelsorgerinnen und Seelsorger aus der katholischen und evangelischen Kirche auf Europas größtem kostenfreien Open-Air-Festival ein offenes Ohr für die Sorgen und Anliegen der Besucherinnen und Besucher. Das Seelsorge-Team führte demnach 1.600 Gespräche. 

 

Niederösterreich. Die evangelische Pfarrgemeinde Mitterbach ist seit kurzem Teil der „Via Sacra" des ältesten Wallfahrtswegs Österreichs. Die „kleine, aber aktive Gemeinde" habe sich in den vergangenen Jahren in ökumenischer Gesinnung in der Region Mariazellerland etabliert, betonte Ortspfarrerin Birgit Lusche. 

Ordensfrau wird neue deutsche Caritas-Präsidentin

Katharina Ganz wird neue Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes. Der Caritas-Aufsichtsrat wählte die 56 Jahre alte promovierte Theologin und Sozialpädagogin am Mittwoch in Freiburg. Die Ordensschwester übernimmt das Amt im kommenden Februar von Eva Maria Welskop-Deffaa, die seit 2021 an der Spitze von Europas größtem Wohlfahrtsverband stand. 
Die aus Franken stammende Ganz war bis 2025 Leiterin der Ordensgemeinschaft der Oberzeller Franziskanerinnen mit Niederlassungen in Deutschland, Südafrika und den USA. Zuvor arbeitete sie als Sozialpädagogin und begleitete Betroffene von Menschenhandel und Zwangsprostitution. Ganz tritt für mehr Rechte von Frauen in der Gesellschaft und in der katholischen Kirche ein. An der Frauenfrage entscheide sich die Zukunft der katholischen Kirche, zeigte sie sich im Rahmen von Reformdebatten stets überzeugt.
Mit rund 770.000 hauptamtlichen Mitarbeitern - 80 Prozent sind Frauen - ist die Caritas der größte private Arbeitgeber in Deutschland. 
Foto: Elke Schaenzler, Deutscher Caritasverband.

Auch das noch...

Steiermark: Katholische Kirche startet mit Jugendrat

Mit einem neuen Jugendrat möchte die Katholische Kirche in der Steiermark junge Menschen bis 25 Jahre in der Kirche mitreden lassen. Im Herbst soll es losgehen, wie die Diözese Graz-Seckau am Freitag in einer Aussendung mitteilte. Das Gremium soll demnach aus jungen Steirerinnen und Steirern von 14 bis 25 Jahren bestehen, die zwei Jahre lang Mitglieder dieses Jugendrates sind. Projektideen und Wünsche aus den Tagungen würden an die Diözesanleitung weitergereicht und dort behandelt, wie es hieß. Außerdem solle eine Vertreterin des Jugendrates einen Sitz im Beratungsgremium des Diözesanbischofs bekommen. 
 

Schweizer Elfmeter-Held: „Hat mir Mut gegeben"

Mit göttlichem Beistand hat der Schweizer Fußballstar Ruben Vargas seine Mannschaft ins Viertelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft geschossen. „Ich war natürlich nervös. Es ist nochmals ein anderer Druck, wenn du weißt, dass dein Schuss das Spiel entscheiden kann", sagte der 27-jährige Spieler der Schweizer Nationalmannschaft der Zeitung „Blick". Vor dem entscheidenden Penalty zum 4:3-Sieg im Elfmeterschießen gegen Kolumbien in der Nacht auf Mittwoch habe er auf dem Platz gebetet, so der Fußballer des FC Sevilla. „Das hat mir Mut gegeben", verriet Vargas. Er habe sich besser gefühlt als bei all seinen bisherigen Penaltys.
Dass der Sohn einer schweizerisch-italienischen Doppelbürgerin und eines Dominikaners gläubig ist, ist laut dem katholischen Portal "kath.ch" schon länger bekannt. Schon nach einem Tor zum 2:0 gegen Italien bei der Fußball-Europameisterschaft 2024 hatte Vargas verkündet: "Das Tor ist für meinen Vater im Himmel und für Jesus Christus." Wie immer hatte er sich nach dem Tor bekreuzigt und einen Gruß gen Himmel gesandt.
Wie auch Österreichs Nationalteam-kapitän David Alaba (34) gehört Vargas einer christlichen Freikirche an. Laut "Blick" ist Vargas zudem Teil des religiösen Spielernetzwerks "Fußball mit Vision". Diese in Deutschland gegründete evangelikale Vereinigung von aktiven und ehemaligen Profikickern will den Fußball zur Bühne für ihren Glauben machen.

Harald Schmidt schwärmt von Päpsten, Orgel und Gregorianik

Entertainer Harald Schmidt (68) ist nach eigenen Angaben Fan aller Päpste. Im „Christ und Welt"-Interview in der „Zeit" sagte er, es werde „immer der gewählt, den die Zeit braucht". Der bekennende Katholik erläuterte, für ihn sei Glaube „fern von Theologie": "Ich fand Ratzinger auch deshalb gut, weil er fernab vom Weltgewühle war." Das Entscheidende in Kirche und Kirchenmusik sei für ihn das Heraustreten aus der Alltäglichkeit in Richtung Transzendenz oder Mystik: „Kirche ist nicht gemacht für selbst gestricktes kritisches Nachdenken. Es geht um Frömmigkeit."
Schmidt ist selbst Kirchenmusiker mit C-Schein. Sein Klavierlehrer habe ihn damals gefragt, ob er Orgel spielen wolle, so der Moderator. "Ich wollte spielen, machte das dann in Gottesdiensten, aber die alteingesessenen Organisten guckten immer kritisch. Da dachte ich, ich mache die C-Ausbildung, um an denen vorbeizuziehen", berichtet der 68-Jährige. Doch die Begabten unter den C-Schein-Anwärtern seien schon am ersten Tag besser gewesen, als er am letzten.
Als junger katholischer Organist im Schwäbischen habe er vor allem Praktisches gelernt. Zum Beispiel, dass bei dem Lied "Stille Nacht" drei Leute gleichzeitig das Licht ausgemacht hätten. "Das ist Theater", so der Entertainer, der sich außerdem als Liebhaber des traditionellen gregorianischen Chorals outete: "Den finde ich großartig, der hat eine stärkere Wirkung als jede Oper. Weil er so zeitlos ist und so karg."
 

Wien: 22.000 getrunkene Kaffees für den guten Zweck in „Mamas Café"

Das Social Business der St. Elisabeth-Stiftung der Erzdiözese Wien hat ein Jahr nach Eröffnung eine positive Jahresbilanz gezogen: 22.000 getrunkene Kaffees in Mamas Café haben dazu beigetragen, alleinerziehenden Müttern in schwierigen Lebenssituationen eine befristete Anstellung und damit eigenes Einkommen zu sichern. Sieben Frauen konnte durch die Berufspraxis im Café im Zwettlerhof unweit des Stephansplatzes der Einstieg in den Arbeitsmarkt ermöglicht werden, wie die St. Elisabeth-Stiftung in einer Aussendung am Mittwoch mitteilte. Im Lokal mit wachsender Beliebtheit sollen die Frauen auch Kenntnisse über die Anforderungen, Rechte und Pflichten der Arbeitswelt erwerben, um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können, hieß es. 

Papst beglückwünscht und mahnt seine Landsleute zum USA-Jubiläum

In einem offenen Brief hat Papst Leo XIV. „allen Amerikanern anlässlich des 250. Jahrestags der Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung" gratuliert. Der am Samstag vom vatikanischen Presseamt veröffentlichte persönliche Brief des Papstes ist nicht an den US-Präsidenten oder ein anderes Staatsorgan adressiert. 
In dem Schreiben betont der aus Chicago stammende Papst, das Jubiläum markiere einen entscheidenden Moment in der Geschichte. Dieser habe den Idealen der Freiheit, der Gleichheit, des Strebens nach Glück, Gerechtigkeit und demokratischer Selbstbestimmung auf Dauer eine Stimme gegeben. 
Der Jahrestag sei nicht nur ein Grund, die bemerkenswerte Geschichte der USA zu feiern. Sie sei auch ein Anlass, über die Verantwortung der Amerikaner nachzudenken, die sie „gegenüber jenen Generationen haben, die jene Nation erben werden, die derzeit geformt wird."
Verweis auf gottgegebene Menschenwürde
Zu den Leitideen der amerikanischen Geschichte gehöre die gottgegebene Würde jedes menschlichen Lebens. Das bedeute, den Schutz des menschlichen Lebens von seiner Empfängnis bis zum natürlichen Tod anzuerkennen und an einer Gesellschaft mitzuwirken, die Verletzliche, Leidende und Vergessene mit Mitgefühl, Solidarität und Liebe behandle.
Die Verteidigung des menschlichen Lebens beinhalte auch, Einwanderer aufzunehmen, zu schützen und ihnen beizustehen. „Ihre Hoffnungen, Opfer und Beiträge waren von Anfang an ein Teil der Geschichte dieses Landes", betonte der Papst.
Mit Nachdruck mahnte der Papst die USA zur Zusammenarbeit mit anderen Nationen. Er schrieb: "Niemand kann allein das Gewicht der Herausforderungen schultern, vor denen die Welt heute steht. Wir brauchen einander und müssen in Eintracht zusammenarbeiten, um die Herausforderungen anzugehen, vor denen die Welt heute steht."
Papst Leo XIV. mit „Liberty Medal" ausgezeichnet
Papst Leo XIV. hat die „Liberty Medal" erhalten. Die Auszeichnung für Freiheitsrechte wurde bei einer öffentlichen Zeremonie in Philadelphia verliehen, am Vorabend des 250. Jahrestags der Gründung der Vereinigten Staaten. Das katholische Kirchenoberhaupt bedankte sich am Freitagabend per Videoschalte aus dem Vatikan. 
Foto: Vatican Media.