JA 

die neue Kirchenzeitung

5. Dezember 2021 

Es geschah am 2. Dezember 

Am 2. Dezember gedenkt die Kirche u.a. des Heiligen Papstes Silverius. Der Sohn des Papstes Hormisdas – damals gab es noch kein Zölibat – wurde 536 Papst, jedoch kurz darauf von politischen Gegnern abgesetzt und in die Verbannung geschickt, wo er elf Monate nach seiner Bischofsstuhl-Besteigung am 2. Dezember 537 starb. 
Noch weitaus Bemerkenswerteres geschah am 2. Dezember 2021. In Wien verkündete der bereits vor Wochen als Bundeskanzler zurückgetretene 

Sebastian Kurz in einer Pressekonferenz seinen völligen Ausstieg aus der Politik. 
In Berlin wurde die deutsche Langzeit-Kanzlerin Angela Merkel feierlich verabschiedet. Dabei spielte ein Bundeswehr-Orchester drei von der ostdeutschen evangelischen Pfarrerstochter gewünschte Lieder, die normalerweise nicht im Repertoire einer Militärmusik stehen: Hildegard Knefs „Für mich soll´s rote Rosen regnen“, Nina Hagens DDR-Hit „Du hast den Farbfilm vergessen“ und das Lied, das jede bedeutende Kirchenfeier beschließt: „Großer Gott, wir loben dich!“   P. Udo 

Einst in katholischen Privatschulen,
jetzt in Regierungsverantwortung

Nachdem Ex-Kanzler Sebastian Kurz am 2. Dezember seinen totalen Rückzug aus der Politik bekanntgegeben hatte, wurde die Bundesregierung rasch umgebildet.

Katholische Privatschulen dürfen sich freuen, denn mehrere ihrer Absolventen sind zu hohen politischen Ehren gekommen.

Der neue Innenminister Gerhard Karner (54), bisher Zweiter Landtagspräsident in NÖ, maturierte im Stiftsgymnasium Melk, dessen berühmtester Schüler einst wohl Franz König war, später Erzbischof und Kardinal in Wien.

Der neue Finanzminister Magnus Brunner (48) maturierte im Collegium Bernardi der Zisterzienserabtei Mehrerau, der ältesten bestehenden Bildungseinrichtung Vorarlbergs.

Die neue Staatsekretärin Claudia Plakolm wurde 2017 mit 23 Jahren als jüngste Nationalratsabgeordnete angelobt. Die Tochter des Bürgermeisters von Walding maturierte 2013 im Schulzentrum der Kreuzschwestern Linz, wo sie zuvor auch Schulsprecherin gewesen ist.

Der neue Bundeskanzler Karl Nehammer (49) besuchte laut Wikipedia das Jesuitenkolleg in Kalksburg, ehe er in Wien (Amerlingstraße) maturierte.  Auf seiner Homepage heißt es: „Während meiner Schulzeit im Gymnasium in der Amerlingstraße habe ich im humanistischen Zweig meine Begeisterung für Altgriechisch entdeckt. Die Philosophie nach Sokrates und Platon ist dabei ein entscheidendes Werk  für mein Leben geworden.“

Berühmte Schüler in Kalksburg waren einst die ÖVP-Politiker Hermann Withalm und Kurt Bergmann, aber auch der Schauspieler Cornelius Obonya, der Kabarettist Robert Palfrader oder der Aktionskünstler Andre Heller.

Psychosoziale Unterstützung für Binnenvertriebene in Mosambik

In der Pfarre von Itoculo in der Diözese Nacala wurde ein Aufnahmeprogramm für Vertriebene aus Cabo Delgado ins Leben gerufen. Die Binnenvertriebenen sind Opfer des Terrorismus, der seit Oktober 2017 in der nördlichen Region Mosambiks wütet und mehr als 3000 Tote und 850 000 Vertriebene im ganzen Land hinterlassen hat.
Knapp 22 000 von ihnen, in der Hauptsache Frauen und Kinder, haben in Nacala Zuflucht gesucht, obwohl  die Diözese mehr als 400 Kilometer von ihrer Heimat entfernt ist. In der Gemeinde Itoculo wurden mehr als hundert Vertriebene aufgenommen: 117 Personen, fast die Hälfte davon Kinder. Sie stehen im Mittelpunkt einer vom Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN) unterstützten Initiative, mittels derer ihnen psychosoziale Hilfe angeboten wird. Dies soll ihnen helfen, die Herausforderungen, denen sie als Kriegsopfer ausgesetzt sind, besser zu bewältigen.
Brei für Kinder
Unter den Bäumen, die Schutz vor der unerbittlichen afrikanischen Sonne bieten, sitzt eine Gruppe von Kindern auf dem Boden und isst ihre wahrscheinlich einzige Mahlzeit des Tages: Brei.
Zeca Virgilio und Amon Ali sind zwei Betreuer der Caritas, die das KIRCHE IN NOT-Projekt koordinieren. Sie tragen ein blaues T-Shirt mit den Logos der beiden Institutionen. Virgilio erzählt, dass er den Kindern hilft, „zu beten, auf die Hygiene zu achten, sich die Hände zu waschen ...“. Virgilio fügt hinzu, dass er seine Arbeit sehr mag, „weil sie den Menschen hilft“. Auch Amon freut sich, den Vertriebenen ein neues Leben zu schenken, und wenn dies am Straßenrand ist, wo sie arbeiten.
Jeden Tag „erfinden“ sie neben den Häusern ein Klassenzimmer und eine Cafeteria. Der Himmel ist die „Decke“ und die Erde und die Gräser sind der „Boden“ von den Klassenzimmern und dem Speisesaal. Die Kinder essen Brei, eine wahre „Vitaminspritze“, die aus Mais, Milch, Eierschalen und allem, was sie sonst noch auftreiben können, besteht. Hunger ist eine grausame Realität.
FOTO: In der Pfarre von Itoculo in der Diözese Nacala erhalten Flüchtlingskinder Brei © Kirche in Not 

 

EU empfahl, Worte „Weihnachten“ oder „Maria“ zu meiden
Nach Protesten wird die Weisung zurückgezogen 

Nach heftigen Protesten hat die EU-Gleichstellungskommissarin Dalli ein internes Kommunikationshandbuch mit Formulierungshinweisen zum bevorstehenden Weihnachtsfest zurückgezogen. Es empfahl, Ausdrücke wie „Weihnachten" oder „Maria" zu meiden.
Die EU-Bischofskommission COMECE kritisierte „antireligiöse Voreingenommenheit".
„Weihnachten ist nicht nur Teil der europäischen religiösen Traditionen, sondern auch der europäischen Realität", betonte der COMECE-Vorsitzende Kardinal Jean-Claude Hollerich.
 „Die Achtung der religiösen Vielfalt kann nicht zu der paradoxen Konsequenz führen, das religiöse Element aus dem öffentlichen Diskurs zu verdrängen", so der Erzbischof von Luxemburg. Die Debatte war anfangs unter anderem von der rechts-populistischen italienischen Tageszeitung „Il Giornale" lanciert worden. Laut Bericht der Zeitung (30. November) wurde in dem EU-Dokument neben „Weihnachten" auch von der Nutzung der Namen „Maria" und "Johannes" abgeraten.
 

Finanzschwache Türkei bietet Kirchen zum Verkauf an

In ihrer akuten Finanzkrise beginnt die Türkei, christliche Gotteshäuser aus dem Besitz anerkannter kirchlicher Gemeinden zum Verkauf anzubieten. Dies geht aus einer parlamentarischen Anfrage des armenisch-orthodoxen Abgeordneten Garo Payan an Kultur- und Tourismusminister Mehmet Nuri Ersoy hervor, wie der Fachdienst „Ökumenische Information" der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in der aktuellen Ausgabe berichtet.
Konkret handelt es sich laut digitaler Plattform Medyaport um eine griechisch-orthodoxe Basilika im westtürkischen Bursa und eine syrisch-orthodoxe Kirche in Mardin in der Südosttürkei. Erstere wird um 6,3 Mio. türkische Lira (441.000 Euro) angeboten. Wie es in der Ausschreibung des Ministers heißt, ist die Kirche "zu touristischer Verwendung geeignet". Das syrische Gotteshaus in Mardin ist etwas teurer und für 7,25 Mio. Lira (507.500 Euro) zu haben.
Laut Medyaport fragte der Abgeordnete der Minderheitenpartei HDP weiter: „Stört sie das nicht, Herr Minister? Gäbe es irgendwo auf der Welt Werbung für den Verkauf einer Moschee, geriete wahrscheinlich die ganze Türkei in Aufruhr!"
Parlamentarier der HDP sind für ihre offene Aussprache bekannt, einige wurden deshalb schon nach Aufhebung ihrer Immunität inhaftiert. Zurzeit läuft ein Verfahren zum generellen Verbot der HDP, die hauptsächlich Christen, Juden und Kurden vertritt.
Aus Anlass der Kirchenverkäufe macht in Istanbul die armenische Wochenzeitung "Agos" auf die Gefährdung aller Besitztümer der nichtislamischen Religionsgemeinschaften durch die seit neun Jahren herrschende Rechtsunsicherheit aufmerksam.
„Open Doors": Christen im Land des Hl. Nikolaus nicht willkommen
Die Hilfsorganisation „Open Doors" kritisiert die Religionspolitik der Türkei: „Im Wirkungsland des Bischofs Nikolaus, der heutigen Türkei, sind Christen mittlerweile nicht mehr willkommen." 
Das Land liege auf dem Weltverfolgungsindex aktuell auf Rang 25, wies „Open Doors" im Hinblick auf den 6. Dezember hin, an dem die Christenheit den Festtag des beliebten Volksheiligen Nikolaus feiert. Der aus Myra - damals Teil des römischen Reichs, mittlerweile der Türkei - stammende Heilige wurde selbst wegen seines Glaubens schikaniert; er wurde während der Christenverfolgung im Jahr 310 gefangen genommen und gefoltert, erinnerte die in Wien ansässige Organisation.
Heute stehe die christliche Minderheit in der Türkei erneut unter wachsendem Druck. Auf dem Weltverfolgungsindex sei der einst säkulare, unter Recep Tayyip Erdogan zunehmend religiös intolerant agierende Staat von Rang 36 auf Position 25 vorgerückt: „Es gibt eine zunehmende Tendenz zu einem religiösen Nationalismus, der wachsenden Druck auf Christen ausübt."
 

Churer Ex-Weihbischof Henrici übt harte Kritik an Erzbischof Haas

Der frühere Churer Weihbischof Peter Henrici hat seinem früheren Bischof und heutigen Liechtensteiner Erzbischof Wolfgang Haas (73) und der Kirchenleitung unter dem heiligen Papst Johannes Paul II. schwere Vorwürfe gemacht. Haas habe zwar die Diözese Chur gut gekannt. „Aber er war nicht fähig, sich als Bischof anerkennen zu lassen oder gar zu regieren", so Henrici in einem neuen Interviewband, aus dem die „Neue Zürcher Zeitung" zitiert.
Haas' gröbste Fehler macht Henrici demnach bei der Priesterausbildung aus. Es sei ihm darum gegangen, möglichst viele Jungpriester nachzuziehen, die sein äußerst konservatives Weltbild geteilt hätten. „Der Bischof nahm ungeeignete Priesteramtskandidaten auf, betreute sie persönlich und weihte sogar den einen oder anderen gegen den ausdrücklichen Rat von Regens Peter Rutz", so der frühere Churer Weihbischof und Generalvikar mit Sitz in Zürich (1993-2003).
Der Schaden, den Haas der Diözese zugefügt habe, liege „weniger in dem, was er tat, als in dem, was er nicht tat oder nicht tun konnte". Gewicht bekommen Henricis Aussagen dadurch, dass der gegenwärtige Churer Bischof Joseph Bonnemain ein Geleitwort zu dem Band verfasst hat und darin von einer „Übereinstimmung der Gesinnung zwischen uns beiden" schreibt.
Polnischer Kardinal und Papstvertrauter im Zwielicht
Der 93-jährige Weihbischof berichtet auch von den Umständen, unter denen Haas 1988 ins Amt kam. Demnach hielt der damals amtierende Bischof Johannes Vonderach große Stücke auf Haas und setzte alle Hebel in Bewegung, damit dieser sein Nachfolger wurde.
Eine Schlüsselrolle spielte laut Henrici der polnische Kardinal und Papstvertraute Andrzej Maria Deskur. Er und Vonderach hätten sich sehr nahegestanden, „weil der Bischof diesen während seiner Krankheit im Zürcher Kantonsspital öfters besucht hatte und auch [die Rechnungen] für ihn bezahlte". Diese „Vertrauensverhältnisse" hätten es erlaubt, am Vatikanbotschafter in der Schweiz vorbei Haas durch Johannes Paul II. nicht nur 1988 zum Weihbischof, sondern auch zum Koadjutor mit Nachfolgerecht zu ernennen, berichtet Henrici.
„Kalter Putsch“ und „halber Ämterkauf“
Ein Teil des Kirchenvolkes sprach damals von einem "kalten Putsch" und einem "Diktat Roms". Denn eigentlich habe das Churer Domkapitel das Recht, den Bischof aus einem Dreiervorschlag Roms zu wählen. Dieses Recht sei durch einen „halben Ämterkauf" ausgehebelt worden, so der Verfasser des Interviewbandes, der Historiker und Theologe Urban Fink, früher Sekretär Henricis.
Unter dem sehr konservativ agierenden Haas (1988/90-1997) stürzte die Schweizer Diözese in eine tiefe Krise, der der Papst aus Polen schließlich dadurch begegnete, dass er 1997 das kleine Erzbistum Liechtenstein schuf, um Haas aus Chur in seine Heimat zu befördern. Diese Ära der Spannungen wiederholte sich unter Bonnemains Vorgänger Vitus Huonder (2007-2019).
 

Letzter Trappist von Tibhirine mit 97 Jahren gestorben

Bruder Jean-Pierre Schumacher, der letzte Trappist von Tibhirine in Algerien, ist tot. Er starb am Sonntag im Alter von 97 Jahren, wie französische Medien berichteten. Der Überlebende der einstigen Ordensgemeinschaft von Tibhirine wohnte bis zuletzt in der kleinen Gemeinschaft des Trappistenklosters Notre-Dame am Atlas im nordmarokkanischen Midelt. 2019 begrüßte Papst Franziskus ihn bei seinem Marokko-Besuch und küsste seine Hand. Noch im Dezember 2020 überstand der Trappist eine Corona-Infektion.
Die sieben französischen Trappisten des Klosters Notre-Dame de l'Atlas im Norden Algeriens waren im März 1996 während des Bürgerkriegs entführt worden. Zu der Tat bekannte sich die terroristische Splittergruppe Groupe Islamique Arme, die die Freilassung eines ihrer Anführer verlangte. Gut zwei Monate später, Ende Mai, wurden die abgetrennten Köpfe der Mönche gefunden; die Körper blieben bis heute verschwunden.
Schumacher, geboren am 15. Februar 1924 in eine katholische Arbeiterfamilie aus Lothringen, arbeitete damals im Gästetrakt von Tibhirine; daher war er nachts bei der Entführung nicht bei den anderen. Bis heute ist unklar, ob die sieben Trappisten tatsächlich von ihren Entführern oder aber vom algerischen Militär und Geheimdienst getötet wurden. 
Der französische Regisseur Xavier Beauvois griff die Ereignisse in seinem vielfach preisgekrönten Film „Von Menschen und Göttern" (2010) auf und machte ihr Schicksal damit einem breiteren Publikum bekannt. 2018 wurden die sieben Mönche von Tibhirine gemeinsam mit zwölf weiteren algerischen Märtyrern seliggesprochen.

Weitere Finanz-Ermittlungen gegen Bischof Schwarz „unzulässig"

Keine weiteren finanzbehördlichen Ermittlungen gegen Bischof Alois Schwarz: Die Kärntner Finanzstrafbehörde hatte nach der Einstellung der Ermittlungen gegen den in die Diözese St. Pölten gewechselten früheren Gurker Bischof einen Fortführungsantrag bei der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) gestellt. Dieser Antrag wurde nun von einem Richtersenat des Landesgerichts Wien als „unzulässig" abgelehnt, wie die Sprecherin des Landesgerichts, Christina Salzborn, am Freitag auf Anfrage der Austria Presse-Agentur (APA) erklärte.
Die WKStA hatte vor der Einstellung gegen sieben natürliche Personen und zwei Verbände ermittelt. Konkret ging es um Geldflüsse rund um den Verkauf von Wohnungen während der Amtszeit von Alois Schwarz als Bischof der Diözese Gurk-Klagenfurt. Untersucht wurde, ob die Spende einer privaten Stiftung an das Bundesdenkmalamt etwas mit dem Verkauf dieser Wohnungen des Bistums Gurk an die Stiftung zu tun hatten und die Immobilienertragssteuer für das Bistum richtig ermittelt worden war. Das Bistum hatte nach dem Wechsel von Schwarz nach St. Pölten 2019 Selbstanzeige bei der Finanz erstattet.
Andere Ermittlungen gegen Bischof Schwarz, unter anderem wegen Untreue, waren bereits im Vorjahr eingestellt worden. Die Oberstaatsanwaltschaft Wien (OStA) berief sich bei der Einstellung auf das Konkordat und vertrat die Ansicht, dass der interne Umgang mit kirchlichem Vermögen den Staat nichts angeht.
Diözese St. Pölten startet mit neuem Erscheinungsbild
Die Diözese St. Pölten ist ab dem ersten Adventsonntag mit einem neuen Erscheinungsbild präsent. Ein neues Stammlogo - ein gelbes Quadrat mit einem die Seiten verlängernden Kreuz in der unteren linken Ecke - stehe im Zentrum des Kommunikationsdesigns, teilte die Diözese dazu am 28. November mit. Gestartet wird mit dem Logo in den sozialen Medien, später sollen analoge und digitale Anwendungen mit dem Launch eines neuen Webportals in der Osterzeit 2022 als „Meilenstein" folgen. Nach den Worten von Bischof Alois Schwarz stehen das neue Erscheinungsbild und die sukzessive Umsetzung "sinnbildlich für den Aufbruch, die Erneuerung und die Zukunftsbestrebungen einer Diözese im Heute". 
Sichtbar für alle St. Pöltner wird ab dem 1. Adventsonntag bis Weihnachten eine Lichtprojektion auf die Domfassade das neue Erscheinungsbild präsentieren. 
Beteiligt an der Erneuerung von Logo und Design waren Mitarbeitende aus verschiedenen Bereichen der Zentralverwaltung, für die finale Ausführung sorgte der Vorarlberger Grafiker und Religionspädagoge Michael Schneider („modularplus").
FOTO: Diözese St. Pölten

Aus für Lobautunnel: Geteilte Stimmung in Anrainerpfarren

Freude und Sorge über das Lobautunnel-Aus vermischen sich in den direkt betroffenen Pfarren, durch welche die Wiener Nordostumfahrung geführt hätte, ergab eine Kathpress-Nachfrage am Donnerstag. Etwa in Groß-Enzersdorf, wo der ursprünglich geplante Lobautunnel an die Oberfläche gekommen wäre, habe sich im Vorfeld eine große Gruppe gegen den Tunnel gestellt – „da dann die Abgase bei uns herausgekommen wären" -, doch auch etliche Befürworter habe es gegeben, hieß es aus dem Pfarrsekretariat. „Pro und Contra haben sich in etwa die Waage gehalten. Vor allem wäre es darum gegangen, den noch zu Wien gehörenden Stadtteil Essling zu entlasten." 
Dass diese Notwendigkeit weiter besteht, verdeutlicht der Anruf in Essling, wo man die einzige Einfahrtsroute aus dem Marchfeld nach Wien überqueren muss, um vom Pfarrheim in die Kirche zu gelangen. Die Verkehrslage der Esslinger Hauptstraße sei schlichtweg eine „Katastrophe", schilderte Pastoralassistentin Gerda Danhel. 
Die fehlende Verkehrsplanung verärgere viele Bewohner des weiterhin rapide wachsenden 22. Wiener Gemeindebezirks, wie auch die „massive Geldverschwendung" für die jahrzehntelange Planung kritisiert werde, sagte Danhel. Jetzt deute alles darauf hin, dass durch die Regierungsentscheidung und die angekündigte Klage der Stadt Wien bloß eine weitere Verzögerung einer Verkehrslösung in Kauf genommen werde. 

Papst ruft Zyprer zum Dialog auf: Einziger Weg zum Frieden

Papst Franziskus hat die Bewohner der gespaltenen Insel Zypern eindringlich zum Dialog aufgerufen. „Wir wissen, dass es kein leichter Weg ist; er ist lang und kurvenreich, aber es gibt keine Alternative, um Versöhnung zu erreichen", sagte das Kirchenoberhaupt am Donnerstagabend vor Vertretern der Regierung, Zivilgesellschaft und dem Diplomatischen Korps in Zyperns Hauptstadt Nikosia. Es brauche Gesten der Entspannung, konkrete Schritte zum Dialog, um den schrecklichen Riss auf dieser Insel, einer „Perle von großem Wert", zu heilen.
Er sei als Pilger in ein „geografisch kleines, aber geschichtsträchtiges Land gekommen", so Franziskus weiter. Eine Insel, die über die Jahrhunderte Völker nicht isoliert, sondern verbunden habe. „Zypern, ein Kreuzungspunkt der Zivilisation" und „Schnittstelle zwischen Europa und dem Orient", sagte der 84-Jährige. Die Insel habe damit eine Position, um Friedenstaten zu verwirklichen und müsse „eine 'offene Baustelle für den Frieden' im Mittelmeerraum sein". 
Der zyprische Staatspräsident Nikos Anastasiadis hatte sich zuvor bei Papst Franziskus dafür bedankt, dass das Kirchenoberhaupt aus Zypern 50 Migranten mit nach Italien nehmen werde. Diese symbolische Geste sei in erster Linie ein starkes Signal, dass die EU-Einwanderungspolitik dringend überarbeitet werden müsse, sagte Anastasiadis. Einerseits müssten die Lasten gerechter verteilt werden; andererseits hätten die Einwanderer eine menschlichere Behandlung verdient.
Die 1960 von Großbritannien unabhängig gewordene Republik Zypern ist seit 1974 geteilt. Nach jahrelangen, teils gewaltsamen Spannungen zwischen griechischen und türkischen Zyprern und einem Putsch durch die griechische Nationalgarde hatten türkische Truppen den Norden der Insel besetzt. Dort wurde im November 1983 die international nicht anerkannte „Türkische Republik Nordzypern" proklamiert; sie bildet heute ein stabilisiertes De-facto-Regime.
Im Südteil Zyperns sind mehr als 93 Prozent der rund 850.000 Einwohner orthodox. Katholiken und Anglikaner bilden eine kleine Minderheit. Die 38.000 Mitglieder der römisch-katholischen Kirche des lateinischen Ritus gehören zum Patriarchat von Jerusalem. An der Spitze der nach Schätzungen rund 10.000 katholischen Maroniten Zyperns steht Erzbischof Selim Jean Sfeir. 
FOTO: Twitter Antonio Spadaro

Papst nimmt Rücktritt von Pariser Erzbischof an

Papst Franziskus hat das Rücktrittsangebot des Pariser Erzbischofs Michel Aupetit (70) angenommen.
Aupetit hatte Papst Franziskus seinen Amtsverzicht angeboten, nachdem es in seiner Diözese zu Querelen gekommen war. Auch wird dem 70-Jährigen, der seit 2018 als Bischof an der Spitze der Erzdiözese Paris stand, ein „mehrdeutiges Verhalten" gegenüber einer Frau im Jahr 2012 vorgeworfen. Ein sexuelles Verhältnis, wie es das Magazin „Le Point" zuletzt angedeutet hatte, wies Aupetit entschieden zurück. Er wolle aber „Spaltungen vermeiden, wenn ich selbst eine Quelle von Spaltungen bin", sagte der Erzbischof vergangene Woche der Zeitung "La Croix".
Vorwurf rigider Amtsführung
In der französischen Hauptstadt-Erzdiözese hatte es sei geraumer Zeit Spannungen gegeben, die Medien auch einer rigiden Amtsführung Aupetits zuschrieben. Beide Generalvikare hatten als Verwaltungschefs ihr Amt niedergelegt. Zudem wurden laut Medienberichten die Schließung des Pastoralzentrums von Saint-Merry und die Entlassung des Schulleiters von Saint-Jean de Passy „brutal" durchgezogen.
 

Scharfe Kritik an Methoden des Missbrauchsberichts in Frankreich
„2.738 Zeugenaussagen, hochgerechnet auf 330.000“ 

Acht Mitglieder der Katholischen Akademie Frankreichs, darunter ihr Präsident Hugues Portelli, haben scharfe Kritik am Abschlussbericht der unabhängigen Untersuchungskommission zum Missbrauch in der Kirche (Ciase) geübt.
Der Ciase-Bericht hatte Anfang Oktober eine Schockwelle durch das Land und durch die Weltkirche gesendet. Papst Franziskus sprach von „Scham" und "Schande". Es waren vor allem die Zahlen, die schockierten. Auf 216.000 schätzt die Kommission die Zahl minderjähriger Opfer sexueller Übergriffe durch Priester, Diakone und Ordensleute in der katholischen Kirche in Frankreich seit 1950. Nimmt man Laien und Mitarbeiter in kirchlichen Einrichtungen, Pfarreien und Katechese hinzu, kommt sie sogar auf geschätzt 330.000 Opfer. Die Zahl läge damit - absolut und auch relativ - um ein Vielfaches höher als die in vergleichbaren europäischen Ländern ermittelten.
Bei den Zahlen in Frankreich handelt es sich nicht um aktenkundige Verdachtsfälle, sondern um „Hochrechnungen auf sexualwissenschaftlicher Basis". So wurden etwa der Zugang von Lehrern zu minderjährigen Schülern über viele Jahre und die statistische Häufigkeit von Taten pro einschlägigem Täter eingerechnet, das Ergebnis ist eine sogenannte Dunkelfeldstudie.
Methodisch unverantwortlich finden das die acht Mitglieder der Akademie, eines Gremiums, in dem katholische Intellektuelle aller Couleur vertreten sind. Alle Welt, vor allem die Medien, sprächen statt über die tatsächlichen 2.738 Zeugenaussagen nur noch über diese gigantische Schätzzahl, die durch nichts belegt sei.

Lateinamerikanische Kirchenversammlung als Pulsmesser

Es war eine beeindruckende Zahl an Menschen, die sich da in Mexiko zusammenfand. Mit fast 1.000 Teilnehmenden diskutierte die Katholische Kirche in Lateinamerika und der Karibik über die Zukunft der Institution. Im Marienwallfahrtsort Guadalupe in Mexiko-Stadt wurde von 21. bis 28. November eine Woche lang gestritten, diskutiert, entworfen und prognostiziert.
Der brasilianische Kardinal Claudio Hummes sprach zum Abschluss der Versammlung von schwierigen Zeiten, die aber auch offen für Innovationen und Träume seien. Eine synodale Kirche sei eine pastorale und missionarische Institution, die nicht nur von Bischöfen, sondern auch von Vertretern anderer Kategorien des Volkes Gottes gebildet werde. Der Generalsekretär des Lateinamerikanischen Bischofsrates CELAM, Erzbischof Jorge Eduardo Lozano aus San Juan de Cuyo, sagte, das Konzept der Kirchenversammlung beruhe darauf, zuzuhören und diene nicht einem „religiösen Marketing".
In den sieben Tagen ging es um nichts Geringeres als die Zukunft der Kirche. "Wir alle sind missionarische Jüngerinnen und Jünger im Aufbruch", lautete der Versammlungstitel. Zu den Inhalten gehörten Fragen des Umweltschutzes, manifestiert in der allgegenwärtigen Sorge um den Fortbestand des Amazonas-Regenwaldes; um soziale Fragen wie eine gerechtere Wirtschaftspolitik, Armutsbekämpfung oder demokratische Teilhabe. Und es ging um die Rolle der Frau. Ähnlich wie in Europa wächst auch in der Kirche Lateinamerikas unter den Katholikinnen der Unmut über den eigenen Status.
Kurienkardinal mit Absage an Priesterinnen
Der Präfekt der Bischofskongregation, Kardinal Marc Ouellet, hat sich für eine „sehr tiefgreifende“ Reform der Kirche ausgesprochen. Dazu gehört aus seiner Sicht aber „nicht der Zugang von Frauen zum Weiheamt“. 
„Der Weg, dem wir folgen sollten, besteht nicht darin, Männer und Frauen exakt auf dasselbe Niveau zu stellen, was die kirchlichen Dienste betrifft", zitierte das Portal „Vatican News" Ouellet. „Christus ist ein Mann, und die Kirche ist weiblich." Der Priester, der Christus repräsentiere, müsse in „Kohärenz" mit ihm stehen. „Darum ist der Dienst, der Christus als Bräutigam (der Kirche) repräsentiert, einem Mann vorbehalten."
 

Portugals Präsident mit erneutem Veto gegen aktive Sterbehilfe

Portugals Staatspräsident Marcelo Rebelo de Sousa hat erneut sein Veto gegen das verabschiedete Gesetz zur Legalisierung aktiver Sterbehilfe eingelegt. Entgegen vorheriger Zusagen, sich dem Willen der linken Parlamentsmehrheit zu fügen, lehnte der konservative Politiker und Katholik damit nach dem Jahresbeginn bereits zum zweiten Mal ab, die Initiative der sozialistischen Minderheitsregierung von Ministerpräsident Antonio Costa zu unterzeichnen.
Der Präsident forderte damals das Verfassungsgericht auf, die rechtlichen Bedingungen für eine Legalisierung medizinisch begleiteter Sterbehilfe in Portugal genauer zu definieren. Das vom Verfassungsgericht nachgebesserte Gesetz wurde Anfang November verabschiedet, wieder mit einer linken Parlamentsmehrheit. Nun forderte Rebelo de Sousa Parlament und Regierung am Dienstag auf, präziser zu definieren, ab welcher Krankheitsstufe Sterbehilfe erlaubt sein solle, wie die Zeitung „Diario de Noticias" berichtete.
Die regierenden Sozialisten warfen dem Staatspräsidenten vor, immer wieder nach Ausreden für ein Veto zu suchen, um die Legalisierung hinauszuschieben. Ende Jänner finden in Portugal vorgezogene Parlamentswahlen statt, bei denen sich die Mehrheitsverhältnisse im Land verändern könnten.

Aus dem Spital:
Kardinal Burke

Der im August schwer an Covid-19 erkrankte US-Kardinal Raymond Burke (73) will nächste Woche wieder seine erste öffentliche Messe zelebrieren. 
Seine pastoralen Aktivitäten will er zunächst nicht wieder vollumfänglich wahrnehmen: „Meine Heilung muss für die absehbare Zukunft Vorrang haben".
Der Kardinal gilt als dezidierter Kritiker einer restriktiven Corona-Politik. „Es muss klar sein, dass die Impfung den Bürgern nicht auf totalitäre Weise aufgezwungen werden kann", sagte er etwa bei einer Diskussionsveranstaltung vor rund einem Jahr in Rom. Papst Franziskus hatte diese Haltung in einem Impfappell im September kritisiert, ohne Burke dabei namentlich zu nennen.
Zudem sprach der Kardinal sich wiederholt gegen Gottesdienstverbote zur Eindämmung der Pandemie aus. Das Gebet, Andacht und Messen seien nicht mit „gewöhnlichen Freizeitaktivitäten wie Kino oder Fußball" gleichzusetzen.
FOTO: Magazin America.

Geehrt:
Katrin Hornek

Der „Msgr. Otto Mauer Preis 2021" ist am Donnerstagabend - pandemiebedingt im kleinsten Kreis - vom Wiener Generalvikar Nikolaus Krasa an Katrin Hornek überreicht worden. Die 38-jährige Wienerin  wurde für ihr bisheriges Oeuvre geehrt.
Katrin Hornek thematisiert in ihrem Werk die menschengemachte Gefährdung und Zerstörung der Umwelt. Beeindruckt habe die Jury, dass sie "in einer unverkennbaren Formensprache auf vielgestaltige Weise das 'Anthropozän' hinterfragt - jenes Zeitalter, das entscheidend von den Eingriffen des Menschen und dessen kapitalistisch getriebenen Aktivitäten geprägt ist, was tiefgreifende Veränderungen der Ökosysteme zur Folge hat". Der Fonds vergab die mit 11.000 Euro dotierte Auszeichnung, die als eine der wichtigsten für junge Kunstschaffende in Österreich gilt, zum 41. Mal. 

FOTO: „Msgr. Otto Mauer Preis 2021". 


In ein Spital:
Bischofssprecher-in

Encarnacion Berger-Lobato (55) beendet Ende Februar ihre Aufgabe als Sprecherin der Schweizer Bischofskonferenz. Sie tue dies auf eigenen Wunsch und wolle künftig als Kranken- und Altenpflegerin arbeiten, erklärte sie am Montagabend im Vatikan. Dort hatte die Bischofskonferenz nach ihrem Ad-limina-Besuch vergangene noch eine Vollversammlung abgehalten. Berger-Lobato ist seit August 2016 Sprecherin der Schweizer Bischöfe; eine Nachfolge steht noch nicht fest.
Die studierte Theaterwissenschaftlerin Berger-Lobato hat in den vergangenen Jahrzehnten in Kommunikationsabteilungen unter anderem für das Schweizer Bundesamt für Kultur  und bei der Pensionskasse des Bundes gearbeitet, einer großen Pensionskasse. Bevor sie zur Kirche wechselte, war sie Sprecherin einer Hochschule für Pflegeberufe.
Im März fängt die bisherige Bischofssprecherin in einem Alten- und Pflegeheim in Thun an. 
FOTO: Schweizer Bischofskonferenz.

Ehemaliger Bootsflüchtling wird Erzbischof in seiner Heimat 

Papst Franziskus hat den früheren Bootsflüchtling Arjan Dodaj (44) zum neuen Erzbischof von Tirana-Durres ernannt. 
Dodaj war als Jugendlicher Anfang der 1990er Jahre im Boot über das Mittelmeer aus Albanien geflohen. In Italien arbeitete er als Schweißer und Gärtner, bevor er Studien in Theologie und Philosophie begann. 2017 ging er als Priester zurück in sein Heimatland. Schon 2020 ernannte ihn der Papst zum Weihbischof in Tirana.
Das kommunistische Regime hatte Albanien 1967 zum „ersten atheistischen Staat“ erklärt. Noch bis 1990 wurde jede Ausübung von Religion mit Gefängnis, Zwangsarbeit oder mit dem Tod bestraft. Inzwischen sind die Strukturen der Religionsgemeinschaften größtenteils wieder aufgebaut.
Im Kathpress-Gespräch berichtete Dodaj, er habe bei seiner Flucht als 16-Jähriger große Hoffnungen auf das westliche Europa gesetzt, „auf Werte wie Freiheit, Wahrheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, die in der Wurzel christlich sind, wie ich später erkannte“. In der kommunistischen Diktatur Albaniens seien zuvor die Träger der Hoffnung und Verteidiger der Menschenrechte eliminiert worden, allen voran der Klerus.

FOTO: Vatican News.

Kurznachrichten


Papst Franziskus hat an die Lage von Aidskranken erinnert. In einigen Ländern gebe es für Erkrankte weiterhin keinen Zugang zu den notwendigen Gesundheitsleistungen. Weltweit leben nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO etwa 38 Millionen Menschen mit HIV. Im vergangenen Jahr starben 680.000 Menschen an den Folgen einer Aidserkrankung. 

 

Vatikan. Am 8. Dezember tritt das neue Strafrecht der Kirche in Kraft. Künftig werden vor allem Missbrauch, Verletzung der Aufsichtspflicht und finanzielle Vergehen stärker bestraft. 

 

Vatikan. Kurienerzbischof Georg Gänswein, Privatsekretär des emeritierten Papstes Benedikt XVI. (94), stellt sich hinter die Impfaufrufe von Papst Franziskus. Auch Benedikt XVI. und er seien bereits zum dritten Mal geimpft, sagte Gänswein dem „Vatican-Magazin". „Und zwar aus Überzeugung." Mit Blick auf Impfgegner in der Kirche warnte der Erzbischof davor, die Frage des Impfens auf die Glaubensebene zu heben. 

 

Vatikan. Rund 5.100 Fotografien rund um die Vatikanischen Museen sind künftig online verfügbar. 

 

EU. Der päpstliche Botschafter bei der Europäischen Union, Erzbischof Aldo Giordano (67), ist den Folgen einer Corona-Infektion erlegen. 

 

Italien. Das traditionelle europäische Taize-Jugendtreffen vom 28. Dezember bis 1. Jänner 2022 kann wegen der erneuten Einschränkungen durch die Corona-Pandemie doch nur online und nicht vor Ort in der norditalienischen Metropole Turin stattfinden. 

 

Indien. Wegen angeblicher erzwungener Bekehrungen haben Hinduextremisten ihre Angriffe auf christliche Sonntagsmessen verstärkt. Beim jüngsten Vorfall zerstörten Aktivisten der „Brigade des Gottes Hanuman" in Neu Delhi eine erst in der vergangenen Woche eingeweihte Kirche im Stadtteil Dwarka.

 

Paraguay. Die katholische Kirche hat jüngste Zwangsräumungen in indigenen Territorien kritisiert. Die Behörden müssten das Recht der Ureinwohner und der Campesinos auf das Land schützen.

 

Bosnien-Hercegovina. Der italienische Erzbischof Aldo Cavalli (75) ist neuer Beauftragter des Papstes für den Wallfahrtsort Medjugorje. Sein Vorgänger, der polnische Erzbischof Henryk Hoser, war im August mit 78 Jahren an Covid-19 verstorben.

 

Niederlande. Die katholische Kirche untersagt Corona-bedingt ab sofort öffentliche Gottesdienste nach 17 Uhr. Das gilt auch für die Christmetten und Krippenfeiern zu Weihnachten.

   

Tschechien. Weihbischof Vaclav Maly (71) hat am 26. November in Prag den Orden der Ehrenlegion in Empfang genommen, den ihm der französische Präsident Emmanuel Macron bereits im Juni verliehen hatte. Mit der Ernennung zum Ritter der Ehrenlegion wurde Maly für seine Verdienste um die Durchsetzung der Menschenrechte gewürdigt. 


Frankreich. Pater Henri Planchat und vier weitere Ordensmänner, die 1871 von Anhängern der Pariser Kommune getötet wurden, sind von Papst Franziskus als Märtyrer anerkannt worden und können damit bald seliggesprochen werden.

 

Libanon. Ein der Hisbollah nahestehender schiitischer Mufti hat sich in einem offenen Brief gegen das Neutralitätskonzept des maronitischen Patriarchen Kardinal Bechara Rai für den Libanon gewandt. Es dürfe keine Neutralität gegenüber Israel und den sunnitischen Dschihadisten geben, so der Rechtsgelehrte Ahmad Kabalan. 

Österreich

Österreich. Mit dem ersten Adventsonntag, dem Beginn des Kirchenjahres, sind die Evangelischen Kirchen in das „Jahr der Schöpfung" gestartet. Das kommende Jahr soll ganz im Zeichen der Schöpfungsverantwortung und des Klimaschutzes stehen.

 

Wien. Sechs schwerst kriegsversehrten armenischen Soldaten wurde im Wiener Ordensspital Speising medizinisch und seelisch zurück ins Leben geholfen, berichtet  das Ordensmagazin „ON". Die sechs jungen Männer, denen in Armenien nicht mehr geholfen werden konnte, hätten so eine neue Lebensperspektive bekommen.

 

Wien. In der Barbarakapelle des Stephansdoms wurden bisher 17.817 Stiche mit dem Vakzin von BioNTech/Pfizer gegen Covid-19 verabreicht.

 

Niederösterreich. Die Caritas der Diözese St. Pölten übernimmt mit 1. Jänner 2022 Teile des Lilienhofs in St. Pölten von der Congregatio Jesu, den „Englischen Fräulein“. Auf dem Grundstück werden ein Wohnhaus und eine Tagesstätte für Menschen mit psychischen Erkrankungen entstehen. 

 

Burgenland. In der 3.000-Einwohner-Gemeinde Bruckneudorf könnte in den kommenden Jahren eine neue bzw. erste Kirche gebaut werden. Bisher gehen die Gläubigen laut ORF-Burgenland  in der Nachbargemeinde Bruck/Leitha (NÖ) in die Messe. 

 

Oberösterreich. Die Kirche ist im Bereich Arbeit „immer wieder Partnerin und Mitstreiterin, das war sie schon bei meinen Vorgängern". Das betonte der langjährige Präsident der Arbeiterkammer (AK) OÖ, Johann Kalliauer, im Interview der Linzer „KirchenZeitung". 

Falschmeldung über Tod eines Priesters nach Impfung 

Eine Falschmeldung über den angeblichen Tod eines mexikanischen Priesters, der in Folge eines Zusammenbruchs nach einer Impfung während eines Gottesdienstes gestorben sei, sorgt für Aufregung in den Sozialen Netzwerken. Ein in verschiedenen Sprachen verbreiteter Clip wurde laut Katholischer Nachrichten-Agentur (KNA) tausendfach geteilt.
Tatsächlich erfreut sich Priester Angel Cuevas aus der mexikanischen Touristenmetropole Acapulco demnach aber bester Gesundheit. Gegenüber mexikanischen Journalisten erklärte der Geistliche, das Video stamme von einem Schwächeanfall und habe nichts mit einer Impfung oder Covid-19 zu tun. Er sei auch nie an Covid-19 erkrankt. Während sich die Falschmeldung in den Netzwerken trotzdem weiter verbreitete, feiere der angeblich tote Priester täglich die heilige Messe; auch live bei Facebook, wie es hieß.

Auch das noch...

Schönborn über Sebastian Kurz:
„Man darf und soll Danke sagen"

 „Dankbarkeit ist eine Grundhaltung, die Menschen einander schulden, und von daher möchte ich Sebastian Kurz für seinen Dienst als Politiker danken." Das sagte Kardinal Christoph Schönborn am Donnerstag im Interview mit Kathpress. Dabei zeigte er sich zugleich „beeindruckt von der durchaus selbstkritischen Rede" des früheren Bundeskanzlers, in der dieser überraschend seinen völligen Rückzug aus allen politischen Ämtern angekündigt hatte. 
Zugleich erinnerte der Kardinal an seit Jahrzehnten nicht gekannte Herausforderungen", denen sich die Regierung mit Kurz an der Spitze angesichts der Pandemie stellen musste: „Dass die Regierung während der gesamten Corona-Krise mit den Kirchen und Religionen um Lösungen im Blick auf das Wohl der Allgemeinheit bemüht war, ist auch Sebastian Kurz zu verdanken."
Kurz habe in seiner Rede "staatsmännisches Format" bewiesen, die keine billige Abrechnung, sondern der Versuch einer aufrichtigen Bilanz gewesen sei, führte der Wiener Erzbischof weiter aus. So habe der scheidende ÖVP-Spitzenpolitiker selbst von Fehlentscheidungen gesprochen, die sich fast unweigerlich aus dem Erfordernis, tagtäglich zahlreiche Entscheidungen treffen zu müssen, ergeben würden. Damit habe er ein „realistisches Bild von Politik" gezeichnet, „das aber niemanden abschrecken soll, sich als Politiker in den Dienst am Gemeinwohl zu stellen", gab der langjährige Vorsitzende der Bischofskonferenz zu bedenken.
„Im Laufe der Jahre hat Sebastian Kurz immer wieder das Gespräch mit der Kirche und mit mir persönlich gesucht. Gerade wenn man nicht immer einer Meinung ist, muss man weiter im Gespräch bleiben", sagte der Kardinal und hielt im Blick auf Kurz abschließend fest: „Man darf und soll Danke sagen."
 

Kardinal Woelkis Zukunft in Köln ist offen

Der Übergangsverwalter der Erzdiözese Köln, Weihbischof Rolf Steinhäuser, hält die Zukunft von Kardinal Rainer Woelki an der Spitze der zahlenmäßig größten deutschen Diözese für offen. In einem Interview mit vier Regionalzeitungen erklärte er, es gehöre nach dem Ende der Vertretungszeit zu seiner Aufgabe, dem Vatikan „eine klare und ungeschönte Rückmeldung zu geben. Ich werde auch andere Menschen ermutigen, eine solche Rückmeldung zu artikulieren."
Auf die Frage, ob in dem Schlussbericht auch stehen könne, dass er keine Möglichkeit für eine weitere Zukunft von Kardinal Woelki an der Spitze der Erzdiözese sehe, antwortete Steinhäuser: „Auch das ist denkbar. Das gehört für mich zu einer Offenheit dazu und das bin ich mir auch selbst schuldig."
Grundsätzlich aber gehe er davon aus, „dass Kardinal Woelki am 2. März wieder da ist. Ich sitze aber nicht auf dem Schoß des Heiligen Vaters, der mir dabei ins Ohr flüstert", fügte der 69-Jährige im Gespräch mit "Kölner Stadt-Anzeiger", "Kölnische Rundschau", "Rheinische Post" und "General-Anzeiger" hinzu.

Spendenbericht 2021:
Österreicher geben 850 Millionen Euro

Schon das Spendenaufkommen 2020 hat mit 810 Mio. Euro und dem damit verbundenen größten Wachstum des Jahrzehnts alle Erwartungen übertroffen. 2021 wird es mit voraussichtlich 850 Mio. Euro einen weiteren Spendenrekord geben, wie der Fundraising Verband Austria  (FVA) in seinem aktuellen Spendenbericht 2021 prognostiziert. 
Unter den 100 größten Non-Profit-Organisationen (NPO) Österreichs gibt es knapp 25 mit kirchlichem Bezug. Mit Abstand die größte ist die Caritas mit einem Spendenaufkommen von 80,8 Mio. Euro im Jahr 2020 (2019: 74,6 Mio.). Größer ist nur mehr das Rote Kreuz (2020: 85 Mio. Euro; 2019: 77,1 Mio. Euro). In den Top Ten finden sich auch noch die Dreikönigsaktion (2020: 19,6 Mio. Euro, 2019: 17,6 Mio. Euro) und die Päpstlichen Missionswerke „Missio" (2020: 13,1 Mio. Euro, 2019: 11,2 Mio. Euro). Detaillierte Zahlen für 2021 liegen naturgemäß noch nicht vor.
„Das durch Covid-19 ausgelöste Leid, aber auch die schweren Katastrophen wie das verheerende Erdbeben in Haiti oder die zerstörerischen Unwetter auch in Österreich diesen Sommer haben im Spendenverhalten eindeutig ihren Niederschlag gefunden", sagte Günther Lutschinger, Geschäftsführer des Fundraising-Verbands.
Kinderhilfe und Tierschutz teilen sich Platz eins der Themen, die den Spenderinnen und Spendern in Österreich am meisten am Herzen liegen. Österreichweit beteiligen sich laut Spendenbericht  71 Prozent der Bevölkerung aktiv am Spenden, und zwar durchschnittlich mit 114 Euro. Im Bundesländervergleich sind die Westösterreicher führend bei der Spendenhöhe. 162 Euro werden in Salzburg, Tirol und Vorarlberg im Schnitt gegeben. In Wien sind es 90 Euro. Spitzenreiter bei der Beteiligung am Spenden sind hingegen Niederösterreich und das Burgenland mit 81 Prozent. 

Bethlehem hofft auf langsame Rückkehr der Touristen

Unter dem Motto „Freude herrscht mit dem Stern von Bethlehem" hat die Geburtstadt Jesu zum Ersten Advent die Advents- und Weihnachtssaison eingeläutet. „Wir rufen alle Gläubigen und Friedensliebenden in der Welt auf, Bethlehem und Palästina zu besuchen", sagte Bürgermeister Anton Salman am Samstag vor Medien in seiner Weihnachtsbotschaft. Mit einer Pilgerfahrt zu den Heiligen Stätten könnten Christen ihren Glauben erneuern und die palästinensische Präsenz im Heiligen Land unterstützen.
Die Pandemie habe durch das Ausbleiben von Pilgern und Touristen in Bethlehem zu einer Rezession geführt, mit "schweren materiellen Verlusten für die Stadt und ihre Jugend", so Salman. 
Während vor der Pandemie zuletzt rund 3,5 Millionen jährlich die palästinensischen Gebiete und Bethlehem besuchten, seien seit Ausbruch der Corona-Krise keine ausländischen Touristen mehr gekommen. Erst in den vergangenen Wochen seien erste Gruppen zurückgekehrt. 

Burgenland: Basilika Frauenkirchen wird zur „Umwelt-Basilika" 

Mit einem innovativen Heiz- und damit Klimaschutzkonzept lässt die Basilika Frauenkirchen (Bezirk Neusiedl am See) aufhorchen. Durch den Einbau einer besonderen Wärmepumpe wird ab sofort Kerzenwärme aus der von zahlreichen Pilgern besuchten Kerzenkapelle zur Beheizung der gesamten Basilika genutzt. Das berichtete Franziskanerpater Thomas Lackner unlängst laut einem Bericht von burgenland.orf.at. „In der ersten Woche seit Einbau der Luftwärmepumpe konnte bereits von 16 Grad Celsius auf 23 Grad Celsius hinaufgeheizt werden, nur mit den Kerzen", so Lackner. 
Bislang sei die Abwärme der Kerzen, die im Sommer die Kapelle auf bis zu 40 Grad aufheizte, mittels Ventilatoren ins Freie geblasen worden. So sei jedoch wertvolle Energie verloren gegangen. Das habe ihn auf die Idee gebracht, „dass es doch irgendein Gerät geben muss, um diese Energie zu gewinnen und zu nutzen". Etwa drei Jahre habe er gemeinsam mit einem Installateur nach einer entsprechenden Wärmepumpe und einer Lösung gesucht, um die Energie der Luft zu entziehen und in die bestehende Bauteilheizung einzuspeisen. 
„Damit konnten wir Franziskaner vom Klimadiskurs zum Klimahandeln kommen", zeigte sich Lackner zufrieden. Und der nächste Schritt stehe bereits an, um die Basilika energieautark zu machen: So plane er auf einer uneinsehbaren Dachfläche die Installation von Fotovoltaik-Paneelen. Entsprechende Gespräche mit dem Bundesdenkmalamt seien bereits im Gange, so Lackner, der sich selbst als Vorreiter in Sachen Klimaschutz sieht - und die Basilika Frauenkirchen als eine "Umwelt-Basilika". 

Hildegard von Bingen
Prophetin für unsere Zeit

Sie war eine der bedeutendsten Frauen des Mittelalters, korrespondierte mit Kaisern, Päpsten, Bischöfen und Gelehrten. Sie predigte auf mehreren Reisen durch ganz Deutschland, verfasste theologische Schriften, naturheilkundliche Werke und einzigartige mystische Gesänge - und sie schrieb ihre göttlichen Visionen nieder. Ihr ganzheitlicher Blick auf Körper, Geist und Seele machte sie zu einer Vordenkerin eines gesunden und nachhaltigen Lebensstils, ihr überzeugtes Sendungsbewusstsein und ihre Selbstbestimmtheit - mit der sie sich gegen die männliche Vorherrschaft und die Autorität der Kirche ihrer Zeit behauptete - zu einer Frau, die kirchliche Ämter und Dienste mit ihrem Frausein erfüllte und bereicherte.
Werdegang und Leistungen, Botschaften und Werke würdigt die Hildegard-Kennerin Ursula Klammer in dieser kleinen biografischen Zusammenschau der vielschichtigen Lebensweisheiten der rheinischen Äbtissin. Ausgewählte Empfehlungen, vor allem aus den heilkundlichen Schriften, schlagen die Brücke in unsere Zeit und laden zum kreativen Ausprobieren ein.
 
Ursula Klammer, Hildegard von Bingen, Prophetin für unsere Zeit, 232 Seiten, 17 farb. u. 2 sw. Abb.; Tyrolia-Verlag, Innsbruck-Wien 2021; € 19,95