JA
die neue Kirchenzeitung
26. Juli 2026
Lesungen: 1 Kön 3,5.7-12; Röm 8,28-30; Evangelium: Mt 13,,44-52.
Ein Bischof als Vorbild
Der in Österreich unbekannte Derek Worlock, geboren 1920 in London, war Sohn eines Journalisten und einer Frauenrechtsaktivistin, die beide zur katholischen Kirche übertraten, obwohl zahlreiche Vorfahren des Vaters anglikanische Geistliche waren. 1944 wurde er zum Priester geweiht.
Als Sekretär eines Erzbischofs nahm er am Zweiten Vatikanischen Konzil teil.
1965 wurde er Bischof von Portsmouth, wo er die Kirche erneuerte, 30 Gotteshäuser baute und ökumenische Beziehungen aufbaute.
Als Erzbischof von Liverpool (ab 1976) initiierte er einen nationalen Pastoralkongress und verfasste gemeinsam mit dem anglikanischen Bischof David Sheppard Aufsehen erregende Bücher.
Er beeindruckte Sheppards Tochter Jenny so sehr, dass sie zur katholischen Kirche übertrat.
Deutlich wandte er sich der Arbeiterschaft zu. Unter anderem vermittelte er bei Bergarbeiterstreiks gegen die konservative Regierung Thatcher. Damit eckte er in Rom und London an.
Er beeindruckte den jungen Ministranten Andy Burnham so sehr, dass dieser ihn zum Vorbild nahm.
Vor wenigen Tagen wurde der Ex—Ministrant erster katholischer Premierminister von Großbritannien.
Wohl zur Freude von Arbeiterbischof Worlock. Dieser möge ihm beistehen, die scheinbar unlösbaren Probleme seiner Heimat zu meistern. P. Udo
Burnham ist der erste katholische Premierminister in der Geschichte des Vereinigten Königreichs
Nach dem Aus von Keir Starmer als Premierminister ist mit dem Bürgermeister von Greater Manchester, Andy Burnham (56), nun erstmals ein „gelernter Katholik" Regierungschef im Land der anglikanischen Staatskirche von England.
Der schillernde Boris Johnson (2019-2022) wurde zwar katholisch getauft, trat aber schon als Schüler zum Anglikanismus über. Der Anglikaner Tony Blair (1997-2007) praktizierte zwar schon in seiner Amtszeit katholisch, konvertierte jedoch erst nach seinem Rücktritt.
In England katholisch zu sein - das war über Jahrhunderte eine schwierige Existenz als verachtete Minderheit „papistischer Verräter". Zumeist waren es irische Einwanderer, in mehreren Wellen als arme Hungerleider eingetroffen. Katholiken, das waren Ausländer, Unterprivilegierte aus der Arbeiterklasse.
Everton, Labour und die katholische Kirche
Der „Times"-Politik-Kommentator Patrick Maguire schreibt: Andy Burnhams Mutter Eileen hatte irische Wurzeln, und der Katholizismus prägte das Zuhause, die Schule und die Straßen, in denen er aufwuchs - auch wenn er nicht, wie er einmal mit einem Ausdruck aus seiner Heimatstadt Liverpool sagte, „die Altarstufen ableckte".
Seine Mutter widersprach dem freilich in einem Interview von 2015 zumindest teilweise: „Sie hätten sonntags die Streitereien zwischen den Brüdern sehen sollen: Sie waren alle Ministranten, aber Andy musste unbedingt derjenige ganz vorn sein."
Und natürlich zerdepperten die Burnham-Brüder eines Tages die kostbare Porzellan-Nonne ihrer Mutter mit einem Fußball. Denn es war am Ende eine eigentümliche Trias, die ihn prägte, wie Burnham einmal Journalisten erklärte: der Fußballclub FC Everton, die Labour Party und die katholische Kirche – „in dieser Reihenfolge".
Geprägt von Liverpools Erzbischof
Tatsächlich scheint der Weg über den Katholizismus zum Labourismus in den Liverpooler 1980er Jahren ziemlich schlüssig, wie Maguire nachzeichnet; jedenfalls, wenn man der Wahlkampfaussage Burnhams von 2012 glaubt, er sei damals überzeugt gewesen, „dass das, was ich einst im Katechismus lesen musste, auf Erden durch die Labour Party verwirklicht wurde". Jene Geistlichen und Lehrer, denen er in dieser Zeit zuhörte, standen Labour nah; an erster Stelle der Liverpooler Erzbischof Derek Worlock (1920-1996).
Mit Worlocks deutlicher Hinwendung zur Arbeiterschaft - unter anderem vermittelte er bei Bergarbeiterstreiks gegen die konservative Regierung Thatcher - eckte der Erzbischof auch in Rom und London an. Er glaubte, dass die städtische Arbeiterklasse eine ganz eigene Form menschlicher Seelsorge brauchte. Papst Johannes Paul II. ließ er 1982 bei dessen Besuch in Liverpool ganz bewusst an den Schauplätzen der Verwüstung im Zuge der Arbeiterproteste vorbeifahren.
Erleben einer mitfühlenden Kirche
Ein ehrfürchtiger Bewunderer Worlocks war nach eigenem Bekunden der junge Burnham. Der sagte dazu, es gebe „eine direkte Verbindung zwischen dem, was ich in der Schule und in der Kirche lernte, und den Werten der Labour Party". Wie Mitte der 1980er Jahre vor seinen Augen die Menschen behandelt wurden und die Stadt Liverpool und ihre Straßen vor die Hunde gingen, „das war kein Ausdruck christlicher Werte".
Die Kirche, die er kannte, war mitfühlend, vergebend und auch respektlos gegenüber den Mächtigen. Und Burnhams jugendlich-christliches Mit-Leiden war der praktische Ministrantenglaube katholischer Gemeinden, von dem - sehr britisch - gesagt wird: „Wenn man einen tritt, humpeln alle."
Seine Vorbilder: Erzbischof Worlock und Papst Franziskus
Tatsächlich ist Burnham wohl eher nur gelegentlicher Gottesdienstbesucher. Ihm gehe es um Identität, urteilt Maguire. Seine Vorbilder: Erzbischof Worlock natürlich - und der im Vorjahr verstorbene Papst Franziskus: jener „Papst der Ränder", dem er 2023 im Vatikan ein Trikot von Manchester United überreichte, während er mit ihm über die Bekämpfung der Obdachlosigkeit in der Stadt sprach. Im Anschluss berichtete Burnham, der Papst habe energisch genickt - so als wollte er sagen: Machen Sie weiter so!
„Römische Friedenserklärung" zu KI und Atomwaffen unterzeichnet
Nobelpreisträger, Religionsvertreter und Politiker haben in Rom neue Leitlinien für den verantwortungsvollen Einsatz Künstlicher Intelligenz unterzeichnet. Bei der Vorstellung der „Römischen Erklärung für einen unbewaffneten und abrüstenden Frieden im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz und der Atomwaffen" auf dem Kapitol sagte Kardinal Baldassare Reina, keine Maschine, kein Algorithmus, kein autonomes System dürfe Entscheidungen treffen, von denen das Überleben der Menschheit abhängt.
„Die Geschwindigkeit Künstlicher Intelligenz kann den Wert des Gewissens nicht auslöschen", betonte Reina, Kardinalvikar des Papstes für die Diözese Rom. „Die Macht der Technologie kann die Würde des Menschen nicht übertrumpfen."
Echter Friede statt „Gleichgewicht der Angst"
Bei der Römischen Erklärung handelt es sich um das Abschlussdokument der Globalen Nobelpreisträgerversammlung zu Künstlicher Intelligenz und Atomkrieg, die in Castel Gandolfo und Rom stattfand. Inspiriert ist die Erklärung von Papst Leos Enzyklika „Magnifica humanitas".
Die „Römische Erklärung" verpflichte die Unterzeichnenden unter anderem zu verhindern, dass Künstliche Intelligenz den Einsatz von Atomwaffen autorisiert oder autonom aktiviert, erläuterte Reina. „Diese Verpflichtungen sind nicht bloß diplomatische Prinzipien. Sie sind Ausdruck der Sorge um die Menschheit", betonte der Kardinal.
In Zeiten der Zersplitterung verdeutliche die Anwesenheit von Nobelpreisträgern, Wissenschaftlerinnen und Vertretern von Institutionen und religiösen Traditionen, dass Frieden nicht einer einzelnen Sphäre vorbehalten ist, sagte Reina.
Zu den Teilnehmern der Konferenz gehörten der Physik-Nobelpreisträger David Gross, die Generalsekretärin der Pugwash-Konferenzen (Friedensnobelpreis 1995), Karen Hallberg, und der frühere kolumbianische Präsident und Friedensnobelpreisträger Juan Manuel Santos.
Foto: Vatican Media
Gallagher in Kyiv: Papst betet täglich für Ukraine
An Orten von Tod und Leid gedachte Erzbischof Paul Richard Gallagher am dritten Tag seiner Mission in der Ukraine der Opfer des Krieges. Am Samstag besuchte er nach einem Gebet in der Nikolauskirche die Bratstwa-Tarasiwziw-Straße in Kyiv, wo im Mai eine russische Rakete mehr als 20 Menschen, darunter Kinder, tötete. Der Erzbischof überbrachte die Nähe von Papst Leo XIV.: „Es vergeht kein Tag, an dem er nicht für die Ukraine und für euch, Männer und Frauen des Glaubens, betet." Das berichtet Vatican News.
Auch die Hauptstadt Kyiv ist von Spuren gezeichnet, die an die Brutalität von Gewalt und Hass erinnern. Der dritte Tag der Ukraine-Mission von Erzbischof Paul Richard Gallagher, Sekretär für die Beziehungen zu den Staaten und internationalen Organisationen des Heiligen Stuhls, der sich als Sondergesandter des Papstes zu den Feierlichkeiten des 35. Jahrestages der Wiedereröffnung der Einrichtungen der katholischen Kirche des lateinischen Ritus im Land befindet (die am Sonntag, dem 19., im Marienheiligtum auf dem Karmelberg in Berdytschiw stattfanden), ist den Orten gewidmet, die in den vergangenen Jahren und besonders in den letzten Monaten Ziel von Angriffen waren. Dennoch spürt man dort den Willen der Menschen, neu anzufangen: indem sie das Wesentliche wiederaufbauen – die Fundamente einer zerstörten Kirche oder eines Wohnhauses, die gebrochenen Herzen von Schutzbedürftigen und Kindern sowie den menschlichen und sozialen Zusammenhalt einer durch den Glauben verbundenen Gemeinschaft.
Am Samstagmorgen besuchte der Erzbischof die Nikolauskirche, wo ihn der Pfarrer, P. Pavlo Wyshkowskyj OMI, sowie die versammelten Gläubigen empfingen. Das Gotteshaus war im Dezember 2024 von einer russischen Rakete getroffen worden.
Pakistan: Bischöfe bestürzt über Freispruch nach Lynchmord an Christen
Mehr als zehn Jahre nach dem grausamen Lynchmord an einem christlichen Ehepaar in der pakistanischen Provinz Punjab bleibt das Verbrechen ungesühnt. Der Oberste Gerichtshof Pakistans sprach am 10. Juli die letzten drei Angeklagten frei und bestätigte damit faktisch, dass niemand für die Tötung von Shahzad Masih und seiner schwangeren Ehefrau Shama Bibi zur Rechenschaft gezogen wird, berichtet Vatican News.
Das Ehepaar – beide Arbeiter in einer Ziegelei in Kot Radha Kishan im Bezirk Kasur – war am 4. November 2014 Opfer eines aufgebrachten Mobs geworden. Shama Bibi, eine Katholikin, und ihr protestantischer Ehemann Shahzad Masih wurden fälschlicherweise der Blasphemie beschuldigt. Was folgte, war einer der schlimmsten bekannten Blasphemiemorde: Die beiden wurden wegen angeblicher Gotteslästerung gefoltert und bei lebendigem Leibe in einem Ziegelofen verbrannt.
Nach der Tat leitete die Polizei Ermittlungen gegen mehr als 600 Verdächtige ein, darunter den Besitzer der Ziegelei und den örtlichen Imam. Im Jahr 2016 verurteilte ein erstinstanzliches Gericht fünf Angeklagte zum Tode, während acht weitere wegen Beihilfe Haftstrafen erhielten. Zahlreiche andere Verdächtige wurden freigesprochen oder gar nicht erst angeklagt.
Bereits 2019 hob das Obergericht von Lahore zwei Todesurteile – darunter das gegen den Imam – auf und sprach zudem 102 weitere Angeklagte frei. Die Todesurteile gegen drei Beschuldigte blieben zunächst bestehen.
Im Zweifel für den Angeklagten...
Mit dem nun ergangenen Urteil des Obersten Gerichtshofs wurden auch diese letzten drei Angeklagten freigesprochen. Das Gericht begründete seine Entscheidung mit dem sogenannten Prinzip „im Zweifel für den Angeklagten“ aufgrund von Schwächen und Widersprüchen in der Beweisführung der Staatsanwaltschaft. Damit gibt es nach Abschluss aller Instanzen keinen rechtskräftig verurteilten Täter mehr für den Mord an dem christlichen Ehepaar.
Schwere Verbrechen gegen religiöse Minderheiten bleiben straflos
Das Urteil löste bei den christlichen Gemeinden Pakistans sowie bei Menschenrechtsorganisationen große Enttäuschung aus. Die pakistanische Kommission „Gerechtigkeit und Frieden“ der katholischen Bischofskonferenz bezeichnete die Entscheidung als Teil eines wiederkehrenden Musters, bei dem schwere Verbrechen gegen religiöse Minderheiten straflos blieben.
In ihrer Stellungnahme verwies die Kommission auf ähnliche Fälle, etwa die Gewalt gegen Christen in Gojra im Jahr 2009 oder den Angriff auf das christliche Viertel Joseph Colony in Lahore im Jahr 2013. Auch dort wurden sämtliche Angeklagten mangels ausreichender Beweise freigesprochen. Die Kommission fordert die Regierung auf, den Schutz von Zeugen deutlich zu verbessern und sicherzustellen, dass Gewalttaten gegen religiöse Minderheiten künftig konsequent verfolgt werden.
Bestürzung bei den Bischöfen
Der Vorsitzende der Kommission, Bischof Samson Shukardin von Hyderabad, rief die Gläubigen dazu auf, trotz der Enttäuschung friedlich zu bleiben, im Gebet Kraft zu suchen und im Glauben standhaft zu bleiben. Gegenüber dem Hilfswerk Kirche in Not äußerte er sich bestürzt:
„Shahzad und seine schwangere Frau Shama wurden lebend ins Feuer geworfen. Was ist am Ende das Ergebnis all dieser Bemühungen um Gerechtigkeit? Die Menschen haben das Gefühl, keine Stimme zu haben und dass niemand ihnen zuhört.“
Auch Bischof Indrias Rehmat von Faisalabad zeigte sich zutiefst enttäuscht: „Nach zwölf Jahren wiederholt sich die Geschichte. Am schwersten trifft es jene, die weiterhin unter Diskriminierung und Demütigung leiden.“
Die beiden Bischöfe sehen in dem Urteil keinen Einzelfall. Nach Angriffen gegen Christen komme es zwar häufig zu raschen Festnahmen. Später würden jedoch viele Beschuldigte wieder freigelassen, weil Anklagen zurückgezogen oder Urteile aufgehoben würden.
Bischof Rehmat verwies auch auf ein Urteil im Zusammenhang mit den schweren Ausschreitungen von Jaranwala im August 2023. Damals wurden 26 Kirchen und mehr als 80 Häuser christlicher Familien angegriffen.
Ein Anti-Terror-Gericht verurteilte einen Mann zu zehn Jahren Haft, sprach jedoch zwölf weitere Beschuldigte frei. Bischof Rehmat kritisierte, den mutmaßlichen Tätern werde immer wieder „der Vorteil des Zweifels" eingeräumt.
„Denjenigen, die unsere Kirchen zerstören, unsere Bibeln schänden und unsere Häuser anzünden, wird Freiheit gewährt. Diejenigen hingegen, die Leid und Tragödien erdulden mussten, werden im Stich gelassen.“
Eines der erschütterndsten Beispiele religiös motivierter Gewalt in Pakistan
Shama Bibi und Shahzad Masih hinterließen drei kleine Kinder. Seit dem Tod ihrer Eltern werden die Waisen von der Cecil & Iris Chaudhry Foundation (CICF) in Lahore betreut, die ihre Schulbildung und ihren Lebensunterhalt finanziert. Der Fall gilt bis heute als eines der erschütterndsten Beispiele religiös motivierter Gewalt in Pakistan und wirft erneut Fragen nach dem Schutz religiöser Minderheiten und der Wirksamkeit des Rechtsstaates auf.
Foto: Samson Shukardin, Bischof von Hyderabad, rief die Gläubigen dazu auf, trotz der Enttäuschung friedlich zu bleiben, im Gebet Kraft zu suchen und im Glauben standhaft zu bleiben (© Kirche in Not)
Syrischer Erzbischof: „Würde von Rückkehr nach Syrien derzeit abraten"
Von einer nach wie vor desaströsen Sicherheits- und Wirtschaftslage und einer sozialen und humanitären Katastrophe in seinem Heimatland spricht der syrische Erzbischof Jacques Mourad. Er nimmt dafür sowohl die seit Ende 2024 an der Macht befindliche neue Regierung wie auch die internationale Staatengemeinschaft in die Pflicht. Ihnen allen gehe es nicht um das Wohl des syrischen Volkes, so der Erzbischof im Gespräch mit Kathpress und anderen Medien in Wien. Zugleich betonte der Erzbischof von Homs auf Anfrage, dass er den aus Syrien Geflüchteten derzeit nicht raten würde, angesichts der aktuellen Lage in ihre Heimat zurückzukehren.
Jacques Mourad (58) ist syrisch-katholischer Erzbischof von Homs und einer der profiliertesten Vertreter der Kirchen Syriens. International bekannt wurde er durch seine Entführung durch den IS. Nach einigen Monaten in Geiselhaft gelang Mourad, der der Ordensgemeinschaft von Mar Musa angehört, die Flucht.
Christentum verschwindet aus Region
Kein gutes Haar ließ der Erzbischof an der internationalen Staatengemeinschaft. Konkret nannte er die USA und Israel, aber auch die Europäische Union, die alle scheinbar kein Interesse an stabilen Verhältnissen im Nahen Osten hätten. Auch für die Zahl der verbliebenen Christen in Syrien habe das verheerende Auswirkungen. Von den ehemals zwei Millionen Christen sind heute laut optimistischer Einschätzung des Erzbischofs noch 300.000 bis 350.000 übrig. Nachsatz: „Wenn das so weitergeht, stirbt das Christentum in dieser Region aus."
Gefährdete Religionsfreiheit
Auch wenn die Christen derzeit weniger im Fadenkreuz der Islamisten stehen, ist es um die Religionsfreiheit im Land laut dem Erzbischof nicht mehr gut bestellt. Das einstige weitgehend säkulare Syrien werde immer stärker islamisch geprägt. Die Vielfalt der Gesellschaft, auch die religiöse, habe für die neue Regierung keinen Wert, auch wenn man sich international mitunter auch moderat gebe. Der Erzbischof untermauerte seine Bemerkungen mit dem Verweis auf die Zusammensetzung des neuen syrischen Parlaments. "Warum gibt es im neuen syrischen Parlament nur sechs Christen und nur 5 Frauen?" Die Mehrheit der Parlamentsmitglieder bestehe aus islamistischen Fundamentalisten, von denen viele noch dazu aus der islamistischen Hochburg Idlib kämen.
Die Wirtschaft Syriens liege darnieder, auch die medizinische Versorgung sei katastrophal, immer mehr Menschen könnten sich nicht einmal mehr die Grundnahrungsmittel und auch nicht die exorbitant hohen Mieten leisten, berichtete Erzbischof Mourad. An die internationale Staatengemeinschaft appellierte der Erzbischof, endlich ernst zu machen mit konkreten Friedens- und Wiederaufbauprojekten. Er würde sich wünschen, dass vor allem in Bildung bzw. Schulen investiert wird. Denn hier gehe es besonders um die Zukunft des Landes. Genauso brauche es aber auch Jobs für die Menschen.
40 Jahre Emmaus St. Pölten: Sozialverein zieht positive Bilanz
Die Emmausgemeinschaft St. Pölten hat eine Bilanz ihrer mehr als 40-jährigen sozialen Arbeit vorgelegt. Seit der Gründung im Jahr 1982 wurden laut der Organisation 13.722 Menschen begleitet und 23.553 Aufnahmen verzeichnet. Ein besonderer Meilenstein wurde bei den Wohnangeboten erreicht, teilte der Verein zur Integration sozial benachteiligter Menschen am Mittwoch mit. Seit 1995 wurden in den Wohnhäusern der Emmausgemeinschaft 1.017.889 Nächtigungen registriert. Die Emmausgemeinschaft betreibt an neun Standorten in St. Pölten Einrichtungen für Menschen in Krisensituationen. Dazu zählen Notschlafstellen, Tageszentren, Wohnhäuser, eine Beratungsstelle sowie Arbeits- und Beschäftigungsangebote für Frauen, Männer und Jugendliche.
Im vergangenen Jahr wurden in den Wohnhäusern der Emmausgemeinschaft 223 Personen betreut. Die durchschnittliche Auslastung lag bei knapp 82 belegten Wohnplätzen pro Tag, insgesamt wurden 30.517 Nächtigungen verzeichnet. In den Notschlafstellen fanden 263 Menschen kurzfristig Schutz und Unterkunft. Dort wurden insgesamt 8.351 Nächtigungen ermöglicht. Die Tageszentren am Kalvarienberg und im Wohnhaus Frauen wurden von 598 Personen genutzt und verzeichneten 16.240 Besuche.
Ergänzend zu den stationären Angeboten begleitete die mobile Wohnassistenz im vergangenen Jahr 77 Menschen beim selbstständigen Wohnen. Acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren in diesem Bereich tätig. In den Tagesstätten und Angeboten der Tagesbetreuung an den Standorten CityFarm, Wohnhaus Viehofen und Wohnhaus Frauen wurden insgesamt 193 Personen betreut.
Mehr als jeder Zweite schafft Sprung in den Arbeitsmarkt
Die Beratungsstelle für Arbeitsuchende in Stadt und Bezirk St. Pölten begleitete im vergangenen Jahr 358 Personen im Rahmen weiterführender Beratungen. Weitere 23 Personen nahmen eine Erstberatung in Anspruch.
Ein Schwerpunkt der Emmausgemeinschaft liegt auf der Arbeitsintegration. Im sozialökonomischen Betrieb mit den Bereichen Sanierung, Transporte und Kunstwerkstatt waren im vergangenen Jahr 93 Transitarbeitskräfte beschäftigt. Von den regulär ausgeschiedenen Transitarbeiterinnen und Transitarbeitern konnten laut Emmaus 52 Prozent - insgesamt 27 Personen - in ein reguläres Dienstverhältnis vermittelt werden.
Zum Stichtag beschäftigte die Emmausgemeinschaft 176 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Darüber hinaus engagierten sich 29 Zivildiener, drei Teilnehmende am Freiwilligen Sozialen Jahr sowie 86 Ehrenamtliche in den Einrichtungen der Organisation. (Info: www.emmaus.at)
Papst besucht Benediktinerabtei Montecassino
Während seiner Sommerauszeit hat Papst Leo XIV. am Montag einen Ausflug zur Benediktinerabtei Montecassino unternommen. Wie die vatikanische Pressestelle mitteilte, handelte es sich um einen privaten Besuch des Klosters und seiner Gemeinschaft. Leo XIV. habe am Grab des heiligen Benedikt um Frieden in den Konfliktregionen der Welt gebetet. Bevor er zu seiner Sommerresidenz nach Castel Gandolfo zurückkehrte, habe er noch mit den Ordensleuten der traditionsreichen Abtei zu Mittag gegessen.
Die um 529 gegründete Abtei Montecassino gilt als Mutterkloster aller Benediktinerklöster. Sie liegt auf einem felsigen Hügel zwischen Rom und Neapel. Dort schrieb der heilige Benedikt von Nursia (480-547) seine Ordensregel für das Zusammenleben der Gemeinschaft. Die Benediktiner sind die älteste heute noch bestehende klösterliche Bewegung der katholischen Kirche im Westen.
Bei der Schlacht um Monte Cassino am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Kloster vollständig zerstört. Der Wiederaufbau nach Originalplänen dauerte knapp zwei Jahrzehnte.
Der überraschende Privatbesuch von Papst Leo XIV. ist von der Mönchsgemeinschaft erst wenige Stunden vor der Ankunft des Kirchenoberhaupts bestätigt worden. „Es war ein völlig unerwartetes Geschenk", sagte Abt Antonio Luca Fallica.
Foto: Vatican Media.
Haiti: Neues Krankenhaus in Jérémie eröffnet
Ein Hoffnungsschimmer für die Bevölkerung: Am Fest des heiligen Kamillus von Lellis wurde in Jérémie im Südwesten Haitis das neue St. Kamillus-Krankenhaus eröffnet. Damit stehen der leidgeprüften Bevölkerung erstmals seit vielen Jahren erste medizinische Leistungen zur Verfügung. Die Region war 2023 durch ein schweres Erdbeben getroffen worden, berichtet Vatican News.
„Es ist ein Werk, das seit vielen Jahren geplant wurde und heute endlich seinen wertvollen Dienst aufnehmen kann. Geleitet wird das Krankenhaus von vier hoch motivierten und gut ausgebildeten haitianischen Mitbrüdern“, berichtet Kamillianerpater Massimo Miraglio gegenüber der Nachrichtenagentur Fides. Er betont, dass die neue Einrichtung „eine konkrete Antwort auf die zahlreichen Bedürfnisse der Menschen“ darstelle. Eröffnet wurde das Krankenhaus feierlich am Sonntag, dem 12. Juli, in Anwesenheit des Bischofs von Jérémie, Joseph Gontrand Décoste. Dieser zelebrierte auch die Heilige Messe. Am darauffolgenden Tag empfing das Krankenhaus im Rahmen eines Tags der offenen Tür nahezu 200 Patienten – ein deutlicher Indikator für den großen Bedarf an medizinischer Versorgung in der Region.
In der ersten Betriebsphase werden die Abteilungen für Urologie, Dermatologie, Pädiatrie, Geburtshilfe und Chirurgie sowie allgemeinmedizinische Sprechstunden angeboten. Darüber hinaus verfügt das Krankenhaus über ein Labor für Analysen sowie einen modernen Operationsbereich mit zwei vollständig ausgestatteten Operationssälen.
Auch zwei moderne OP-Säle
„Dank der Entschlossenheit der jungen haitianischen Patres, die von fähigen und inspirierenden Verantwortlichen geleitet werden, verfügt Jérémie heute über ein neues Krankenhaus. Der Weg bis zur vollständigen Fertigstellung ist zwar noch lang und anspruchsvoll, doch wir beginnen mit großer Hoffnung und Begeisterung“, erklärte Pater Miraglio.
Das Krankenhaus wird eng mit den Kamillianern und dem medizinischen Personal des St. Kamillus-Krankenhauses in der Hauptstadt Port-au-Prince zusammenarbeiten und so das vom Orden aufgebaute Netz der Gesundheitsversorgung in Haiti weiter stärken.
Die Verwirklichung dieses Projekts wurde durch die Unterstützung der Kamillianischen Gemeinschaft Madian in Turin über die Organisation Madian Orizzonti ETS ermöglicht. Das Projekt soll den Zugang zur medizinischen Versorgung für Tausende von Menschen in einer der ärmsten und verletzlichsten Regionen Haitis nachhaltig verbessern.
Kurznachrichten
Palästina. Das Dorf Sebastia ist neues Weltkulturerbe. Das UNESCO-Welterbekomitee stufte bei seiner Sitzung im südkoreanischen Busan am Freitag den Ort im Westjordanland zugleich in die Liste des bedrohten Welterbes ein. Sebastia, das biblische Samaria, ist seit Jahrtausenden besiedelt - und war in der Antike unter anderem Hauptstadt des Nordreichs Israel.
Venezuelas Bischöfe üben einen Monat nach den verheerenden Erdbeben scharfe Kritik am Krisenmanagement der staatlichen Behörden. In einer am Donnerstag veröffentlichten Botschaft beklagt die Bischofskonferenz, viele Betroffene hätten sich von den öffentlichen Institutionen im Stich gelassen gefühlt.
Deutschland. Das oft gehegte Vorurteil, Veganer hätten einen gewissen Hang zu Esoterik und Spiritualität, ist nach Ergebnissen einer aktuellen Umfrage nicht zutreffend. So lehne die Mehrheit der befragten Veganer Religion ab und äußere sich auch kritisch gegenüber religionsun-gebundener Spiritualität.
In der Demokratischen Republik Kongo setzen die katholische und die evangelische Kirche ihre Bemühungen um einen neuen nationalen Dialog zwischen Regierung, Opposition und Zivilgesellschaft fort. Hintergrund sind anhaltende politische Spannungen sowie die schwere Sicherheitskrise im Osten des Landes, wo bewaffnete Gruppen weiterhin große Gebiete kontrollieren.
Nicaragua. Der Hohe Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte, Volker Türk, hat die nicaraguanischen Behörden aufgefordert, Informationen über den Aufenthaltsort und den Gesundheitszustand des emeritierten Bischofs von Estelí, Abelardo Mata Guevara, vorzulegen. Der 80-jährige Bischof ist nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen seit Ende Juni nicht mehr öffentlich gesehen worden.
Die Volksrepublik China hat einen weiteren katholischen Bischof erhalten, der von Peking und dem Vatikan gemeinsam anerkannt wird. Giuseppe Chang Yanfeng (42) ist jetzt Bischof von Chifeng.
Tansania. Der steirische Priester und Pfarrer von Fernitz, Josef Windisch, ist für einen einjährigen pastoralen und sozialen Einsatz nach Kilema in Tansania aufgebrochen. Der langjährige Afrika-Engagierte will in der rund 25.000 Einwohner zählenden Gemeinde am Fuß des Kilimandscharo insbesondere eine Berufsschule sowie ein Krankenhaus unterstützen.
Madagaskar. Angesichts einer alarmierenden Serie von Vermisstenfällen und Morden an Kindern und Jugendlichen haben die katholischen Bischöfe Madagaskars zu entschlossenem Handeln aufgerufen.
Nach Angaben der Polizei wurden im ersten Halbjahr 2026 landesweit 172 Kinder und Jugendliche als vermisst gemeldet.
Türkei. Archäologinnen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) haben im antiken Ephesos die Bestattung zweier früh verstorbener Kinder aus dem 8. oder 9. Jahrhundert untersucht.
Das aus Ziegeln und Steinen errichtete Kistengrab war bereits 2010 bei Grabungen entdeckt worden.
USA. Nach mehreren tödlichen Vorfällen im Zusammenhang mit Einsätzen der US-Einwanderungsbehörde ICE haben führende Vertreter der katholischen Kirche in den Vereinigten Staaten transparente Untersuchungen und Reformen des Einwanderungssystems gefordert.
Österreich
Österreich. In rund 3.000 katholischen Pfarren läuten am kommenden Freitag, 31. Juli, um 15 Uhr für fünf Minuten die Kirchenglocken als hörbares Zeichen gegen den weltweiten Hunger.
Österreich. Angesichts von Pensionierungswellen und einem zunehmenden Mangel an Religionslehrkräften haben die Diözesen Innsbruck, Feldkirch, Salzburg und Bozen-Brixen sowie drei theologische Hochschulen eine gemeinsame Social-Media-Kampagne gestartet.
Österreich. Die Christophorus-Aktion der Missions-Verkehrs-Arbeitsgemeinschaft (MIVA) legt ihren heurigen Schwerpunkt u.a. auf Bildungsprojekte in Kenia und Nepal, wo Schulbusse finanziert werden sollen.
Österreich. In „Anerkennung seines eifrigen erzbischöflichen Wirkens" und anlässlich seines 50. Geburtstags, der allerdings schon ein dreiviertel Jahr zurückliegt, wurde der Wiener russisch-orthodoxe Bischof Aleksij (Zanochkin) dieser Tage vom Moskauer Patriarchen Kyrill mit einem kirchlichen Orden ausgezeichnet. Die Zahl der russisch-orthodoxen Gläubigen in Österreich wird auf bis zu 50.000 geschätzt.
Wien. Seit 1. Juli befindet sich die Lazaristenkirche im 7. Wiener Bezirk in der Kaiserstraße im Eigentum der Koptisch-orthodoxen Kirche. Es ist dies bereits die vierte Kirchenübergabe an die Kopten in Wien.
Vorarlberg. Die Caritas will angesichts der steigenden Zahl von armutsbetroffenen und armutsgefährdeten Menschen einen Bürgerinnen- und Bürgerrat ins Leben rufen. Dafür hat die Hilfsorganisation im Laufe der letzten Monate 2.249 Unterstützungserklärungen gesammelt.
Oberösterreich. Mehr als 500 junge Menschen haben sich beim heurigen Jugendtreffen im Stift Kremsmünster mit Fragen des Lebens, dem Glauben und Gemeinschaft auseinandergesetzt.
Burgenland. Am 12. September wird das burgenländische Mörbisch zur Bühne für ein Mega-Musik-Event: Der portugiesische Priester und DJ „Padre Guilherme" wird dort beim Festival „Cross Pulse Pannonia" auftreten. Der Geistliche, der auf Instagram 3,3 Millionen Follower zählt, zählt zu den Stars der DJ-Szene.
Wien. Die Erzdiözese Wien hat ihre 100. Photovoltaikanlage auf einem kirchlichen Gebäude in Betrieb genommen.
Wien. Die Erzdiözese Wien hat am Freitag gegenüber Kathpress bestätigt, dass Erzbischof Josef Grünwidl und Dompfarrer Toni Faber sich „in gutem Einvernehmen" auch im Detail über den weiteren Weg Fabers geeinigt haben. Demnach wird er als Dompfarrer mit 31. August 2027 in Pension gehen.
Niederösterreich. Nach mehr als 60 Jahren ist die Geschichte der Altenburger Sängerknaben endgültig zu Ende, berichtet die St. Pöltner Kirchenzeitung „Kirche bunt".
Vatikan-Doku über Leo XIV. wieder online
Nach einer vorübergehenden Sperrung auf YouTube ist die vatikanische Dokumentation „Leone a Roma" über die römischen Jahre des heutigen Papstes Leo XIV. wieder verfügbar. Der vom vatikanischen Kommunikations-Dikasterium produzierte Film war zuvor über die Video-Plattform nicht abrufbar. Statt des Films wurde ein Hinweis angezeigt: „Es wurde aufgrund der von Rai beanspruchten Inhalte blockiert".
Die öffentlich-rechtliche Rai erklärte, sie habe die Sperrung nicht veranlasst. Die mehrstündige Nichtverfügbarkeit sei auf einen automatischen Mechanismus der Plattform zurückzuführen. Einzelne Filmszenen seien bereits zuvor auf dem YouTube-Kanal der Rai veröffentlicht worden. Nach Angaben der Rai hatte Vatican Media das verwendete Material ordnungsgemäß angefordert und eine Freigabe erhalten.
Die Anfang Juli vorgestellte, etwa 50 Minuten lange Dokumentation berichtet anhand von zahlreichen Fotos, Filmschnipseln und Zeitzeugeninterviews unter anderem über die Jahre, die der heutige Papst Leo XIV. als Student und junger Priester in Rom verbrachte.
Foto. Vatican Media.
Auch das noch...
Katharinenkloster: Alt-Abt warnt vor Verlust von Eigentumsrechten
Der frühere Abt des griechisch-orthodoxen Katharinenklosters auf der Sinai-Halbinsel, Erzbischof Damianos, hat vor einem geplanten Abkommen zwischen dem Kloster und dem ägyptischen Staat gewarnt. Die Vereinbarung könnte die mehr als 1.000 Jahre alte Institution dauerhaft ihrer Eigentumsrechte berauben, erklärte der 92-Jährige in einem offenen Brief an den neuen Abt, Erzbischof Symeon, und die im Kloster lebenden Mönche. Damianos forderte die Klostergemeinschaft auf, sich einer solchen Regelung bis zuletzt zu widersetzen. Über den Brief berichtete die Nachrichtenagentur „Orthodoxia".
Damianos hatte das Kloster jahrzehntelang geleitet. Nach schweren Auseinandersetzungen innerhalb des Konvents trat er im September 2025 als Abt zurück. Inzwischen lebt er in Griechenland. Nach Medienberichten soll das geplante Abkommen das Eigentum des ägyptischen Staates an sämtlichen Grundstücken und Gebäuden des Klosters festschreiben. Den Mönchen würde demnach lediglich ein unbefristetes Nutzungs- und Besitzrecht ohne finanzielle Gegenleistung eingeräumt.
Sollten die Berichte zutreffen, würde das Kloster nach Ansicht von Damianos zu einem „Pächter auf seinem eigenen Land". Besitz ohne Eigentum biete keine dauerhafte Rechtssicherheit. Eine künftige ägyptische Regierung könne eine solche Vereinbarung jederzeit aufheben, schrieb der frühere Abt.
Damianos nannte vier Voraussetzungen für eine aus seiner Sicht tragfähige Vereinbarung: die vollständige Anerkennung der Eigentumsrechte des Klosters, die Anerkennung einer eigenständigen Rechtspersönlichkeit nach ägyptischem und internationalem Recht, die ägyptische Staatsbürgerschaft für den amtierenden Erzbischof sowie langfristige Aufenthaltsgenehmigungen für die Mönche. Nur dadurch könne die dauerhafte Präsenz der Gemeinschaft auf dem Sinai gesichert werden.
Theologe: Statt 500 Euro für jeden Täufling lieber Fonds einrichten
Die Nachricht, dass ein Millionär jedem frischen Täufling der katholischen Gemeinde in Starnberg in Oberbayern 500 Euro zukommen lassen möchte, sorgt dieser Tage für Aufsehen. Zunächst sei es ja schön, dass ein reicher Mensch sich um die Zukunft der Kirche und jener von Kindern sorge, erklärte der Regensburger Moraltheologe Rupert Scheule am Freitag der deutschen Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).
Er würde selbstverständlich immer sagen, es sei besser für die Kinder, getauft zu sein als nicht. So werde ein Heilshorizont aufgespannt, der gut sei für ein Leben, das in den Startlöchern stehe. Doch die jeweils 500 Euro pro Täufling hätten etwas von einem „sakramentalen Kopfgeld", gab Scheule, selbst Vater von fünf Kindern, zu bedenken. Er würde dem edlen Spender empfehlen, doch einfach einen Fonds in der Pfarre einzurichten, um daraus jenen Leuten Geld zukommen zu lassen, die sich eine Feierlichkeit nicht leisten könnten.
Der Unternehmer Peter Löw hatte seine Motivation damit begründet, durch Gemeindemitglieder und den mit ihm befreundeten Pfarrer erfahren zu haben, dass sich manche bedürftige Familien bei der Taufe ihrer Kinder zurückhielten. Geschenke und Feier erschienen ihnen als zu kostspielig. Über diese Schwelle wolle er gern hinweghelfen, betonte der 65-Jährige, der mit der Restrukturierung von Firmen viel Geld verdient hat.
Die Aktion "Starnberger Schutzengelchen" ist Löws Worten zufolge befristet auf 40 Kinder. Diese dürfen nicht älter sein als drei Jahre und müssen in der katholischen Pfarrengemeinschaft Starnberg gemeldet sein. Er wies zugleich die Vermutung zurück, dass mit Geld Gläubige eingekauft werden sollten. Sein Geschenk sei mit keinerlei Verpflichtungen verbunden. Auch könne sich jedes Kind später anders entscheiden.
Rattenberg bringt Tirols Volksheilige Notburga auf die Bühne
Die Tiroler Volksheilige Notburga hat bei den Schlossbergspielen Rattenberg wieder ihre Heimat gefunden. Die Uraufführung von Barbara Aschenwald unter der Regie von Markus Völlenklee erzählt die Geschichte der einfachen Frau aus dem Tiroler Unterland, die als Patronin der Dienstmägde und des Feierabends verehrt wird. Gezeigt werde ein „ergreifendes Theater, keine verstaubte Heiligen-Legende, keine frömmelnde Unterhaltung", erklärte Bischof Hermann Glettler nach der Premiere am Mittwoch auf seinem Instagram-Kanal.
Vorbild für Zivilcourage und Sonntagsruhe
„Notburga zeigt Zivilcourage, als der Bauer anschafft, auch noch nach dem Angelus-Läuten weiterzuarbeiten", schrieb Glettler in seinem Posting über die Heilige, die der Legende nach die Arbeit nach dem abendlichen Gebetsläuten verweigerte. „Sie widersetzt sich, betet und hängt dabei die Sichel an den letzten Sonnenstrahl, an dem sie hängen bleibt - als Zeichen, dass der Feierabend heilig ist", so Glettler.
Der Bischof, der sich als zentraler Fürsprecher der Allianz für den freien Sonntag vehement für den Erhalt des arbeitsfreien Sonntags einsetzt, hat in der Vergangenheit immer wieder vor einer Liberalisierung der Sonntagsöffnungszeiten gewarnt.
Historischer Hintergrund
Der historische Hintergrund der Heiligen reicht weit zurück: Notburga wurde um das Jahr 1265 als Tochter einfacher Hutmacherleute in Rattenberg am Inn geboren. Im Alter von etwa 18 Jahren trat sie als Küchenmagd in den Dienst auf Schloss Rottenburg bei Rotholz. Dort versorgte sie eigenmächtig die Armen und Kranken mit den Speiseresten der herrschaftlichen Tafel. Als das Nachfolger-Grafenpaar ihr diese gelebte Nächstenliebe streng verbot und sie der Burg verwies, fastete Notburga selbst, um ihre eigenen Rationen noch mit den Bedürftigen teilen zu können.
Später wechselte sie als Bauernmagd zum Spießenbauern nach Eben am Achensee. Hier ereignete sich laut Überlieferung das berühmte „Sichelwunder": Als ihr Dienstherr verlangte, auch nach dem abendlichen Gebetsläuten am Samstag auf dem Feld weiterzuarbeiten, warf sie ihre Sichel in den Himmel, wo diese an einem Sonnenstrahl schwebend hängen blieb. Bis heute gilt die im Jahr 1862 von Papst Pius IX. offiziell bestätigte Heilige wegen dieses unerschrockenen Einsatzes für die Sonntagsruhe als Patronin des Feierabends, der Landwirtschaft und der Dienstboten.
Die Produktion „Notburga" der Schlossbergspiele Rattenberg wird noch bis zum 7. August 2026 auf der Freilichtbühne über der historischen Altstadt gezeigt. (Info: https://www.schlossbergspiele-rattenberg.at/programm),