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die neue Kirchenzeitung

 14. Juni 2026 

 
Lesungen:  Ex 19,2-6a; Röm 5,6-11;   Evangelium: Mt 9,36-10,8

2 Kirchen – 2 Welten

Keine Glaubensgemeinschaft verfügt über so unterschiedliche Gotteshäuser wie die katholische Kirche.

1626, vor 400 Jahren, wurde der Petersdom in Rom eingeweiht. 1506 hatte Papst Julius II.  den Grundstein gelegt, 120 Jahre ist an ihm gebaut worden. Um ihn zu finanzieren, wurden Ablassbriefe verkauft. Das wurde von Martin Luther heftig kritisiert und führte in der Folge zur Kirchenspaltung.

1882 begann der Architekt Antoni Gaudi mit dem Bau der Sagrada Familia in Barcelona. 

Dieses Gotteshaus wird ausschließlich privat finanziert - durch Spenden und Eintrittsgelder. Staat und Kirche tragen dazu nichts bei. Der Bau ist 144 Jahre später immer noch nicht vollendet.

Zum 100. Todestag von Gaudi weihte dort Leo XIV. den höchsten Kirchturm der Welt.

Am 7. Juni 1926 wurde Gaudí auf dem Weg vom allmorgendlichen Gottesdienstbesuch zur Baustelle der Sagrada Familia von einer Straßenbahn erfasst und blieb bewusstlos liegen. Da er keine Ausweispapiere mit sich führte, wurde er wegen seines verwahrlosten Äußeren zunächst für einen Bettler gehalten und nicht angemessen notfallmedizinisch versorgt. Erst nach Stunden ließ ihn ein Polizist mit dem Taxi in ein Armenhospital bringen, wo er drei Tage später starb. P. Udo 

Papst startete seine Reise nach Spanien mit einem Aufruf an Putin zu Verhandlungen

6. Juni: Papst Leo XIV. ist am Samstagmorgen zu seiner einwöchigen Reise nach Spanien aufgebrochen und nach dem Flug von Rom nach Madrid am Flughafen der spanischen Hauptstadt von König Felipe VI. und Königin Letizia empfangen worden. Der König und teils auch Angehörige der königlichen Familie begleiteten den Papst auf sämtlichen seiner Stationen.
Auf dem Flug hat der Papst den russischen Präsidenten Wladimir Putin aufgerufen, mit der Ukraine eine Verhandlungslösung zu suchen.
Der Papst betonte, er mache sich große Sorgen um die Ukraine, die Lage werde immer schlimmer. Er begrüßte, dass inzwischen auch in den USA die politischen Kräfte stärker würden, die ihre Unterstützung anbieten. Weiters erklärte Leo, die Geschehnisse im Iran seien „kein gerechter Krieg"; zudem hob er auch seine tiefe Sorge um die Vorgänge im Libanon hervor.
Besuch in Deutschland in Vorbereitung
Angaben des Papstes lassen zudem darauf schließen, dass er sich offenbar auf einen Deutschlandbesuch vorbereitet und dafür schon mal die Sprache lernt. „Ich lerne spät in der Nacht Deutsch, tagsüber habe ich praktisch keine Zeit dafür", sagte er gegenüber Kathpress. Die Frage, ob er einen Besuch in Deutschland plane, bejahte er.
Papst wendet sich in Spanien gegen Ideologien und Polarisierungen
In einer Ansprache im Königspalast in Madrid warnte der Papst vor der Versuchung, durch "das Schüren von Polarisierungen an Popularität zu gewinnen". Er rief Spanier und Europäer auf, interne Konflikte zu überwinden und nicht populistischen Ideologien zu folgen. 
Ohne Basken und Katalanen beim Namen zu nennen, rief er dazu auf, „die Forderungen nach Autonomie und Einheit in Einklang zu bringen". Schließlich sollten die Spanier „den Prozess der europäischen Einigung vorantreiben - nicht im Gegensatz zu anderen Mächten, sondern als Geschenk für die ganze Menschheitsfamilie".
Die erste Rede des Papstes in Spanien wurde mit stehendem Applaus bedacht, König Felipe VI. erhob sich als erster. Er hatte zuvor in einer Begrüßungsrede an Leo XIV. unter anderem dessen Eintreten gegen den sexuellen Missbrauch in der Kirche gelobt.
 

Papst ruft Madrids Jugend zu Menschlichkeit und Glaubenszeugnis auf

Die Gebetsvigil auf der Plaza de Lima bildete den Höhepunkt des ersten Besuchstags von Papst Leo XIV. in Spanien. Rund 600.000 junge Menschen nahmen an der Veranstaltung teil. 
Der Papst rief dabei die Jugendlichen zu Menschlichkeit, Glaubenszeugnis und gesellschaftlichem Engagement auf. Sie sollten sich dem Gleichgültigkeitsdenken, der Gewalt und der Lüge entgegenstellen und „eine neue Menschlichkeit" verkörpern, sagte der Papst am Samstagabend auf der Plaza de Lima. „Seid menschlich", lautete sein eindringlicher Appell an die hunderttausenden versammelten Jugendlichen. Zugleich warb er für die Suche nach Stille und Wahrheit sowie für einen Glauben, der sich in tätiger Nächstenliebe verwirklicht.
Bei der Begegnung mit den Jugendlichen gab Leo XIV. auch Einblicke in seinen persönlichen Werdegang als Christ. Auf die Frage nach für ihn prägenden Gestalten nannte er den Kirchenvater Johannes Chrysostomos (344-407), den spanischen Bischof Thomas von Villanova (1486-1555) und den spanischen Peru-Missionar Toribio de Mogrovejo (1538-1606).
Papst Leo XIV. blickte bei der Gebetsvigil zudem auf seine Jahre als Missionar und Bischof in Peru zurück. Besonders in Erinnerung geblieben sei ihm „das Glaubenszeugnis der Menschen", die trotz zahlreicher Schwierigkeiten von Hoffnung geprägt gewesen seien. 
Vor dem Jugendtreffen hatte der Papst das Sozialzentrum CEDIA in Madrid besucht, wo die Caritas Menschen ohne festen Wohnsitz hilft, wieder auf die Beine zu kommen.
Foto: Vatican Media.

Über eine Million Gläubige bei Fronleichnamsfest in Madrid 

7. Juni: Papst Leo XIV. hat Spaniens Katholiken dazu aufgerufen, sich auf die Quellen ihres Glaubens zu besinnen und zugleich aktiv für Nächstenliebe und Gerechtigkeit einzutreten. Bei einem Massengottesdienst zum Fronleichnamsfest in Madrid auf der Plaza de Cibeles sagte er: „Fronleichnam bedeutet das Zurückkehren zu den Wurzeln des Glaubens."
Der Papst betonte, das Fest, bei dem eine gewandelte Hostie durch die Straßen der Stadt getragen wird, sei weit mehr als eine folkloristische Tradition. Die Prozession zeige, dass Gott nicht in der Kirche eingeschlossen bleibe, sondern den Menschen nahe sei. Dies gelte vor allem für die Schwachen, für die Familien und die Leidenden: „Christus, der durch die Straßen geht, ist derselbe, der sich mit den Armen, den Unterdrückten und den Hilflosen identifiziert.
An dem Gottesdienst nahmen nach Veranstalterangaben rund 1,2 Millionen Menschen teil. Wegen Überfüllung musste die Polizei die Zugänge zu dem Platz schließen, auf dem der Papst die Messe feierte.
Die Feier galt auch organisatorisch als Großereignis. Nach kirchlichen Angaben waren mehr als 2.000 Priester, Diakone, Akolythen und Kommunionhelfer beteiligt. Für die musikalische Gestaltung sorgten rund 400 Sänger. Insgesamt standen 22.000 Freiwillige im Einsatz, während 23.000 Polizisten und Sicherheitskräfte die Veranstaltung absicherten. Entlang der weitläufigen Feierzone wurden 42 Großbildschirme aufgestellt, damit die Teilnehmer die Liturgie und die anschließende Prozession verfolgen konnten.

Papst Leo XIV.: Europas christliches Erbe anerkennen

Papst Leo XIV. hat eine unvoreingenommene Wertschätzung für das christliche Erbe Europas gefordert. In Madrid fragte er am Sonntag bei einem Treffen mit Personen aus Kultur, Wirtschaft, Wissenschaft und Sport: „Kann man wirklich glauben, dass das Europa, das wir so sehr lieben, ohne die Spuren des Glaubens dasselbe wäre?"
Vom Glauben bewegte Männer und Frauen hätten Krankenhäuser und Schulen errichtet, solidarische Initiativen ins Leben gerufen und eine Sprache benutzt, die die Würde des Menschen achtet, sagte der Papst. Dies zeige auch ein objektiver Blick. Deshalb könne man sich fragen, ob Europa seine Identität ohne diesen prägenden Einfluss hätte entwickeln können.
 Foto: Vatican Media.

Standing Ovations für historische Papstrede in Spaniens Parlament 

8. Juni: „Viva el Papa"-Rufe in Spaniens Parlament? Fast Undenkbares ereignete sich am Montagmorgen in den „Cortes Generales" in Madrid. Bei der allerersten Ansprache eines Papstes vor den beiden sonst sehr weltlichen Parlamentskammern erhielt Leo XIV. gut sieben Minuten stehende Ovationen - den längsten Beifall, der je im Halbrund des Hohen Haus gespendet wurde.
Vor seiner Rede begrüßte er zunächst spontan Menschen auf der Straße und zeigte sich wieder einmal als nahbarer Papst. Und vor knapp 350 Parlamentariern beider Kammern des spanischen Parlaments - nur sechs Vertreter zweier linker Parteien waren dem Ereignis ferngeblieben - wurde er seinerseits mit großer Herzlichkeit von Parlamentspräsidentin Francina Armengol Socias begrüßt. Dann sprach Leo XIV. über eine halbe Stunde lang. Zentrales Thema war die umfassende Achtung der Menschenwürde, insbesondere mit Blick auf das Lebensrecht der Ungeborenen und die Lage von Migranten.
Entsprechend dem Motto seiner Spanienreise „Alzad la miradad" lud er sie ein, „den Blick zu heben": nicht, um der Realität zu entfliehen, sondern um sich daran zu erinnern, dass jede politische Entscheidung echte Menschen betreffe. Neben Gesetzesreformen mahnte das Kirchenoberhaupt eine moralische Erneuerung an. Ferner rief er zu einem zivilisierten Dialog zwischen den politischen Lagern auf und wandte sich gegen Aufrüstung in Europa.
Für Gerechtigkeit, Dialog und Achtung des Völkerrechts
Zur globalen Lage bemerkte der Papst: „Die Welt befindet sich in einer tiefen geistigen und kulturellen Krise, die sich in Gewalt, Polarisierung und gegenseitigem Misstrauen äußert." Es sei besorgniserregend, dass sich auch in Europa „die Aufrüstung erneut als fast unvermeidliche Antwort auf die Instabilität der internationalen Lage darstellt". Wahre Sicherheit entspringe aber der Gerechtigkeit, dem Dialog und der Achtung des Völkerrechts.
Die im Parlament versammelten Politiker - unter ihnen auch die Rechtpopulisten der Vox-Partei - mahnte er, Meinungsvielfalt dürfe nicht in Abwertung des Gegners ausarten. Wörtlich sagte der Papst: „Bestimmtheit erfordert keine Verachtung; Meinungsverschiedenheit muss nicht mit Demütigung einhergehen."
Balsam für die spanische Seele
„Möge Spanien weiterhin ein Ort der Begegnung, der Kultur, der Solidarität und der Hoffnung sein", schloss er. Er wünsche dem Königreich „eine Zeit des Wohlstands, der Gerechtigkeit und des dauerhaften Friedens". Daraufhin erhoben sich die Abgeordneten des gesamten politischen Spektrums und spendeten ihren langen Beifall.

„Missbrauch ist eine Pest"

Bei einer Ansprache vor Spaniens Bischöfen am Montagmittag adressierte Leo XIV. das Thema deutlich: Er rief die rund 120 Mitglieder der Bischofskonferenz zum entschlossenen Vorgehen gegen sexualisierte Gewalt von Geistlichen an Minderjährigen und Schutzbefohlenen auf. Missbrauch sei eine „Pest", auf die die Kirche "mit Zuhören, Wahrheit, Gerechtigkeit, Wiedergutmachung und einem immer entschlosseneren Handeln in Sachen Prävention und einer Kultur der Fürsorge" reagieren müsse.

Papst Leo XIV. trifft sechs Missbrauchsbetroffene

Papst Leo XIV. hat am Montag in Madrid sechs Betroffene sexualisierter Gewalt durch Geistliche und andere Mitglieder der katholischen Kirche in Spanien getroffen. Bei dem fast einstündigen Gespräch in der Apostolischen Nuntiatur machte jeder der Anwesenden dem Papst Vorschläge, wie die Kirche wirksamer auf solche „tragischen Fälle" reagieren könne, wie der Vatikan anschließend mitteilte. Ebenso habe jeder von seinen eigenen „schmerzhaften Erfahrungen" berichtet.
Foto: Vatican Media.

Papst spricht in Barcelona Katalanisch und wirbt für Einheit

9. Juni: Papst Leo XIV. hat bei seinem ersten Gottesdienst in Barcelona am Dienstag Katalanisch gesprochen. Nach einem teils lateinisch, teils katalanisch gesungenen Mittagsgebet in der gotischen Kathedrale der Stadt sagte er den ersten Satz und mehrere Absätze seiner Ansprache auf Katalanisch.
Den Rest verlas er auf Spanisch, das er seit seinen Jahren als Missionar in Peru fließend beherrscht. 
In seiner Ansprache beim Mittagsgebet widmete sich der Papst dem Thema der Einheit. Er erinnerte an die „vielen Brüder und Schwestern, die sich hier bei euch jenseits aller Polarisierung für Harmonie und Gemeinschaftsbildung eingesetzt haben, und das auch weiterhin tun".
Der Papst beendete seine Ansprache auf Katalanisch mit einer Anrufung Marias als „Mutter der Einheit". Danach begab er sich in die Krypta der Kathedrale, um dort am Grab der Heiligen Eulalia, der Schutzpatronin von Barcelona, zu beten. 
 

Papst ruft Jugendliche auf, sich nicht entmutigen zu lassen

Papst Leo XIV. hat Jugendliche ermuntert, sich nicht von Depressionen, eigenem Versagen, Ängsten und Gefühlen der Sinnlosigkeit entmutigen zu lassen. Bei einer abendlichen Gebetsvigil mit rund 40.000 überwiegend jungen Teilnehmern im Olympiastadion von Barcelona sagte er am Dienstag: „Wir betteln um Liebe, hungern und dürsten nach Wahrheit, suchen einen Sinn, der uns Halt gibt, uns Mut macht und uns hilft, das Geheimnis unseres Lebens zu verstehen."
Angesichts eigener Unzulänglichkeiten und bei mangelndem Glauben sollten sie die Wirklichkeit um sich herum ohne Vorurteile wahrnehmen und fragen: „Zu welchen Änderungen sind wir aufgefordert, wo müssen wir uns selbst erneuern und welche Gesellschaft wollen wir aufbauen?
Foto: Vaticabn Media.

Papst segnet spanischen „Friedenskonvoi" für Ukraine

Am Dienstag segnete Papst Leo XIV. kurz vor dem Abendgebet im Olympiastadion von Barcelona einen „Ukraine-Friedenskonvoi" der Ordensfrau Lucía Caram (59). Insgesamt 32 Fahrzeuge sollen in den nächsten Tagen in das Land aufbrechen, das seit über vier Jahren im Krieg mit dem Aggressor Russland lebt. Überführt werden unter anderem Krankenwagen und Hilfsgüter.

Leo XIV. im historischen Bergkloster Montserrat

10. Juni: Papst Leo XIV. hat am Mittwoch das Bergkloster von Montserrat oberhalb von Barcelona besucht und mit den dort lebenden Benediktinern gebetet. Die Abtei gilt seit Jahrhunderten als ein Zentrum katalanischer Frömmigkeit und Kultur. Die dort verehrte "Schwarze Madonna" ist alljährlich Ziel Hunderttausender Pilger und Touristen.
Gemeinsam mit den rund 80 Mönchen betete der Papst in katalanischer Sprache das Rosenkranzgebet. In seiner anschließenden Ansprache sagte der Papst, er vertraue der unter dem Namen „Moreneta" verehrten Schwarzen Muttergottes seinen Dienst als Papst und die Sendung der Kirche in einer Welt an, die nach Gerechtigkeit und Frieden schreie.
Kloster mit bewegter Geschichte
Das Kloster von Montserrat war im Spanischen Bürgerkrieg Opfer linker Gewalt, 23 Mönche wurden damals ermordet. Danach, während der rechten Franco-Diktatur (1939-1975), galt das Kloster als Hochburg der verbotenen katalanischen Kultur und Sprache. Abt Aureli Maria Escarré (1908-1968) musste nach einer öffentlich geäußerten Kritik an der Unterdrückung der Freiheit in der Franco-Diktatur das Land verlassen.
Nach dem Rosenkranz sang der Knabenchor von Montserrat, der als ältester kirchlicher Knabenchor der Welt gilt, erst auf Latein das Marienlied "Salve Regina" und dann eine traditionelle katalanische Marienhymne.
Foto: Vatican Media.

Papst segnete den Christusturm der Sagrada Familia 

Wortloses Staunen, Jubel und „Viva-el-Papa"-Rufe: Begleitet von einer gigantischen Show ist am Mittwochabend in Barcelona der höchste Kirchturm der Welt eingesegnet worden. Um kurz vor 22 Uhr besprengte Papst Leo XIV. die Geburtsfassade der Basilika Sagrada Familia und damit auch den 172,5 Meter hohen Christusturm mit Weihwasser.
Die Sonne war gerade hinter dem einzigartigen Sakralbau untergegangen, der maßgeblich von Baumeister Antoni Gaudí (1852-1926) entworfen wurde. An dessen Grab in der Krypta hatte Leo XIV. zuvor Blumen niedergelegt und in der anschließenden Messe an den 100. Todestag des Architekten erinnert, für den seit einigen Jahren ein Seligsprechungsprozess läuft.
Papst spricht auch Katalanisch
Auch Spaniens Staats- und Regierungsspitze, das Königspaar und Ministerpräsident Pedro Sánchez, wohnten dem Spektakel bei - zusammen mit rund 9.000 Menschen in und um die Basilika sowie etwa 120.000 im weiteren Umfeld. Nach der Messe verließ der Papst zusammen mit rund hundert Kardinälen, Bischöfen und Priestern in einer langen Prozession die Kirche, um vor der Fassade den Segen zu sprechen; wieder nutzte er neben Spanisch auch Katalanisch.
Den zentralen Turm des Monumentalbauwerks krönt ein fast 100 Tonnen schweres Kreuz aus Stahl und Glas, das am Abend hell erleuchtet war. Mit dem begehbaren Kreuz überragt die Kirche das Ulmer Münster, das mehr als 135 Jahre den höchsten Kirchturm der Welt vorweisen konnte, um rund elf Meter. Für die Öffentlichkeit soll das Kreuz ab 2027 zugänglich sein.
Mit dem Bau der Kirche Sagrada Família wurde 1882 begonnen. Architekt Gaudí starb nach 40 Jahren Arbeit nach einem Straßenbahn-Unfall in der Nähe der Baustelle. Seit 2000 läuft für ihn ein Seligsprechungsverfahren. Die Fertigstellung des Gotteshauses, seit 2005 Unesco-Welterbe, soll in den 2030er Jahren erfolgen. Papst Benedikt XVI. (2013-2025) hatte das ungewöhnliche Gotteshaus mit den 18 Türmen im Jahr 2010 in den Rang einer Basilika erhoben.
Papst: Die Basilika als Verpflichtung, Nein zum Krieg
„Die Basilika Sagrada Família ist weit mehr als nur ein Denkmal; sie ist bis heute ein Bauwerk im Entstehen, das uns daran erinnert, dass das christliche Leben stets ein Weg ist, denn es handelt sich um ein Projekt, das Gott verwirklicht", sagte Papst Leo. Die Unvollkommenheit der weiterhin im Bau befindlichen Kirche sei „kein Mangel, denn sie zeugt von einer Sehnsucht; sie bedeutet nicht ein Fehlen von etwas, sondern drückt ein Versprechen aus, das wir konsequent einhalten wollen".
Durch seine Menschwerdung werde Gott für die Menschen „zur Quelle der Gnade und der Vergebung, des Heils und des neuen Lebens", erinnerte der Papst. "Meine Lieben, wir können nicht an Jesus glauben und Krieg führen. Wir können nicht an Jesus glauben und Unschuldige töten. Wir können nicht an Jesus glauben und diejenigen im Stich lassen, die leiden, die weinen, die vor der Not fliehen", sagte Leo XIV.
Ausdrücklich forderte der Papst mehr Aufmerksamkeit für die armen und leidenden Menschen auf der Welt. Das Kreuz auf der Spitze des Christusturms sei auch „das Kreuz der Letzten, die die Ersten werden, der Sünder, die Heilige werden, der Toten, die auferstehen werden".
Gaudi-Porträt im Nachthimmel über Barcelona
Am Ende der Segnung des Kirchturms erleuchteten Lichter und ein Feuerwerk die Fassade der Basilika. In einer Lichtershow mit Drohnen wurde zudem das Porträt Antoni Gaudis in den nächtlichen Himmel über Barcelona gezeichnet.
Fotos: Vatican Media.

Spanische Zeitungen würdigen Papst als Mann des Dialogs 

Spaniens große Tageszeitungen befassen sich ausführlich mit dem aktuellen Besuch von Papst Leo XIV. im Land. Das Fronleichnamsfest mit mehr als 1,2 Millionen Gläubigen, ein Abendgebet mit Jugendlichen, ein Treffen im voll besetzten Fußballstadion von Real Madrid und die Rede vor dem Parlament standen bisher im Zentrum der Berichterstattung. Am Dienstag reist das Kirchenoberhaupt von Madrid weiter nach Barcelona. 

„Leo XIV. verabschiedet sich von Madrid mit eingerissenen Mauern und wiederhergestellten Beziehungen", schrieb Kataloniens größte Tageszeitung "La Vanguardia". "El País" aus Madrid titelte nach Leos Rede vor dem Parlament: "Päpstliches Wunder im Kongress: Alle erklären sich mit Leo XIV. einverstanden". 

Obwohl die großen Zeitungen unterschiedliche Schwerpunkte setzten, zeichnete sich insgesamt ein einheitliches Bild ab: Der Papst wurde als moralische Autorität wahrgenommen, die in einer zunehmend polarisierten Gesellschaft für Dialog, Zusammenhalt und soziale Verantwortung warb. 

Während konservative Medien wie "El Mundo" und "ABC" die spirituelle Dimension betonen, heben linksliberale Zeitungen die gesellschaftspolitischen Aspekte hervor. "El País" etwa sieht den Papstbesuch in erster Linie als Appell gegen die zunehmende Polarisierung in Spanien. 



Papst fordert Respekt und Schutz für Boots-Migranten

11. Juni: Mit eindringlichen Worten hat Papst Leo XIV. um Respekt für die Würde jener Menschen geworben, die auf dem Seeweg nach Europa flüchten. Am Hafen von Arguineguín in Mogán auf Gran Canaria sagte der Papst am Donnerstag: „Hier kommen so viele verwundete Menschenleben an, denen fast alles genommen wurde, aber niemals ihre Würde." Das Drama von Bootsflüchtlingen und Migranten müsse zu einer „Gewissensprüfung" werden - für Herkunfts- und Transitländer und insbesondere „für Europa, das nicht die Menschenwürde proklamieren kann und sich gleichzeitig daran gewöhnen darf, dass das Mittelmeer und der Atlantik zu Friedhöfen ohne Grabsteine werden", betonte der Papst, und weiter: „Die Menschenwürde hat keinen Reisepass und verliert ihren Wert beim Überqueren einer Grenze nicht."
„Wir dürfen uns nicht daran gewöhnen, Tote zu zählen", mahnte Leo XIV. in seiner Ansprache an dem auch als "Hafen der Schande" bekannt gewordenen Ort. Im Herbst 2020 hatten Tausende Bootsmigranten dort schutzlos auf einer Hafenmole ausharren müssen, bis ihnen notdürftig geholfen wurde. Leo XIV. warf einen Gedenkkranz ins Meer und segnete ein aus Holzfragmenten von Flüchtlingsbooten gefertigtes Kreuz.
In seiner emotionalen Ansprache rief Leo XIV. dazu auf, Migranten als konkrete Menschen zu sehen, die „Teil unserer Familie sind". Nachdrücklich dankte er allen, die sich an Rettungsaktionen, Aufnahme und Begleitung beteiligen.
„Legale und sichere Wege, Rettung und Hilfe"
Es reiche nicht aus, Ankünfte zu verwalten, Grenzen zu sichern oder Todesfälle zu beklagen. "Jedes Boot, das ankommt, bringt nicht nur Migranten mit sich; es bringt eine Frage mit sich: Welche Welt haben wir geschaffen, wenn so viele Brüder und Schwestern den Tod riskieren müssen, um Leben zu suchen?", sagte Leo. Die Menschenwürde erfordere „legale und sichere Wege, Rettung und Hilfe, echte Zusammenarbeit gegen Menschenhändler, wirksamen Opferschutz, ernsthafte Aufnahme- und Integrationsprozesse sowie politische Maßnahmen, die es jedem Menschen ermöglichen, in seiner Heimat in Würde zu leben".
Der Papst weiter: „So wie es das Recht gibt, Zuflucht zu suchen, wenn das Leben bedroht ist, gibt es auch das Recht, nicht auswandern zu müssen: das Recht, in der eigenen Heimat zu bleiben, ohne Hunger, ohne Krieg, ohne Verfolgung, ohne Gewalt, ohne dass das Land unbewohnbar wird, ohne dass Korruption den Armen das Brot raubt, ohne dass Waffen die Zukunft der Kinder zerstören."
Verneigung vor Würde der Migranten
Bei dem Treffen mit dem Papst gaben Mitarbeiter von Hilfsorganisationen wie der Caritas, aber auch Geflüchtete selbst Einblick in das Drama der Migration. Der Kapitän eines Schiffs der kanarischen Seenotrettung berichtete, er habe zusammen mit seinem Team in den vergangenen Jahren schätzungsweise mehr als 20.000 Menschen gerettet.
Appell an Migranten
An die Adresse aller Migranten gewandt, sagte der Papst: „Ich möchte mich vor eurer Würde verneigen. Ihr seid keine Zahlen und keine Aktennummern. Ihr seid Menschen mit einer Familie und einem Zuhause, das ihr zurückgelassen habt; mit Träumen, die niemand das Recht hat, zu missachten. Aber ich möchte euch auch sagen, dass euer Leben geschützt werden muss. Überlasst eure Existenz nicht denen, die damit Handel treiben. Glaubt nicht denen, die euch ein leichtes Paradies im Tausch für euren Körper, euer Geld, euer Schweigen oder eure Freiheit versprechen. Diese falschen Versprechungen sind 'Sirenengesänge', sie sind Gewerbe des Todes."
Foto: Vatican Media.
 

Flammender Appell des Papstes für Integration und gegen Schlepper 

12. Juni: Kurz vor Ende seiner Spanienreise hat Papst Leo XIV. leidenschaftliche Appelle für Integration und gegen Menschenhandel verkündet. Integration bedeute nicht, Parallelwelten zu schaffen. Sie sei ein wechselseitiger Prozess, sagte der Papst am Freitag auf Teneriffa bei einem Treffen mit Migranten und Aufnahmehelfern in San Cristóbal de La Laguna. „Wer ankommt, lernt, sich in einem neuen Land einzuleben, und wer aufnimmt, lernt, sein eigenes Zuhause zu erweitern, ohne dabei seine Identität zu verwässern", sagte Leo XIV. 

Die Bevölkerung rief der Papst dazu auf, Migranten so aufzunehmen, dass „der Fremde von gestern der Bruder und Nachbar von heute sein kann". An die Einwanderer appellierte er, „sich vertrauensvoll der Gesellschaft zu öffnen, die euch aufnimmt, ihre Sprache zu lernen, ihre Gesetze zu respektieren, ihre Lebensgewohnheiten kennenzulernen, am gemeinsamen Leben teilzunehmen und eure Gaben dankbar einzubringen". Zum Auftakt seines Besuchs auf Teneriffa hatte der Papst zuvor „Las Raices", ein großes Aufnahmelager für Bootsmigranten, besucht. 

Schleppern drohen göttliche Strafen 

Mit scharfen Worten wandte sich Leo XIV. an die Schlepper, die Menschen illegal auf dem lebensgefährlichen Seeweg nach Europa bringen. Er forderte sie zur Umkehr auf und sagte: „An diejenigen, die Todesrouten organisieren, Menschenhandel betreiben, Dokumente einbehalten, Arbeiter ausbeuten, Frauen bedrohen, Familien betrügen und das Leid anderer zum Geschäft machen: Hört auf damit." 

Das Geld, das man den Armen in ihrer Schutzlosigkeit abnimmt, bringe weder Frieden noch Ehre noch Zukunft, fuhr er fort. „Für jedes verlorene Leben, jede betrogene Familie, jeden unterdrückten Menschen, jede bedrohte Frau, jeden ausgebeuteten Arbeiter werdet ihr euch vor der göttlichen Gerechtigkeit verantworten müssen!" 

Papst besuchte Flüchtlingsaufnahmelager 

Vor dem Treffen in San Cristóbal de La Laguna hatte der Papst XIV. in Begleitung der spanischen Migrationsministerin Elma Saiz und von Ortsbischof Alberto Santiago das nahe gelegene Flüchtlingsaufnahmelager „Las Raices" besucht. 

Zum Abschluss des Teneriffa-Besuchs und seiner einwöchigen Spanienreise stand für Leo XIV. noch ein großer Gottesdienst im Hafen von Santa Cruz auf dem Programm. 

 

Missliches Ende der Papstreise nach Spanien 

„Alzad la mirada - erhebe den Blick": Traurige Uminterpretation des Mottos der Papstreise nach Spanien. Am Ende schauten 81 Journalisten der Papstmaschine an Teneriffas Abendhimmel enttäuscht hinterher. Statt mit ihnen reiste Leo XIV. am Freitag mit der Maschine von Spaniens König Felipe VI. und einigen Kardinälen und Monsignori an Bord zurück nach Rom. 

Ausgerechnet bei einem seiner wohl wichtigsten Einsätze hatte der Airbus A320 der spanischen Fluggesellschaft Iberia schlappgemacht. Damit war auch die sonst übliche „Fliegende Pressekonferenz", eine der wenigen Gelegenheiten für unmittelbare Fragen an den Papst, dahin. 

Westjordanland: Priester berichtet von Angst und Einschüchterung

Provokationen und Gewalttaten israelischer Siedler hätten unter der Bevölkerung der Christenstadt Taybeh im Westjordanland zu enormer Angst und Verunsicherung geführt. Das berichtete am Wochenende der örtliche lateinische Pfarrer Bashar Fawadleh, wie das Portal „VaticanNews" meldete. Der Geistliche rief u. a. die internationale Staatengemeinschaft auf, endlich zu handeln und der Gewalt gegen die Bevölkerung ein Ende zu setzen.
Das im Westjordanland gelegene Dorf Taybeh mit rund 1.500 Einwohnern liegt etwa 30 Kilometer nördlich von Jerusalem. Es ist die letzte palästinensische Stadt, die ausschließlich von Christen verschiedener Konfessionen bewohnt wird; etwa ein Viertel sind lateinische Katholiken, die übrigen gehören der Griechisch-orthodoxen oder der Melkitischen Kirche an.
In den letzten Monaten kam es wiederholt zu Angriffen jüdischer Siedler, bei denen Häuser geplündert, Vieh gestohlen und Häuser niedergebrannt wurden. Nach einem dieser zahlreichen Angriffe besuchten der lateinische Patriarch von Jerusalem, Kardinal Pierbattista Pizzaballa, und der griechisch-orthodoxe Patriarch Theophilos III. gemeinsam die Stadt, um ihre Solidarität mit der Bevölkerung auszudrücken.
Atmosphäre der Angst
Fawadleh: „Am 2. Juni blockierte eine Gruppe von Siedlern Berichten zufolge Straßen und behinderte Bauarbeiten. Am Tag darauf wurden sie erneut in der Stadt gesehen und drangen bis zur St.-Georgs-Kirche vor. Diese wiederholten Übergriffe haben eine Atmosphäre der Angst und Einschüchterung geschaffen. Das Sicherheitsgefühl der Gemeinde wurde untergraben."
Die psychischen Belastungen unter den Gemeindemitgliedern seien hoch. Auch der Zugang zu Erwerbsmöglichkeiten und Einkommensquellen sei eingeschränkt. Die Angriffe behinderten zudem die regelmäßige Bewirtschaftung der Felder und die Vorbereitung des Bodens für Aussaat und Ernte und würden damit wichtige Lebensgrundlagen zerstören. Darüber hinaus stellt die Wasserknappheit ein erhöhtes Risiko für die stark von der Viehzucht abhängigen Gemeinden dar.
Dringende und nachhaltige internationale Maßnahmen seien erforderlich, "um den Schutz der Zivilbevölkerung und die Wahrung des Rechts der palästinensischen Bevölkerung auf Sicherheit in ihrem Land zu gewährleisten", so Pfarrer Fawadleh.

Priesterweihen in Österreich: Auftakt mit großer Stephansdom-Liturgie

Im Wiener Stephansdom steht am Samstag, 20. Juni, eine von zwei großen Priesterweihen bevor: Fünf Seminaristen werden im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes ab 9.30 Uhr von Erzbischof Josef Grünwidl die Hände aufgelegt bekommen und damit das Weihesakrament erhalten, teilt die Erzdiözese Wien mit. Die Weiheliturgie markiert den Auftakt mehrerer römisch-katholischer Priesterweihen in ganz Österreich, die traditionell rund um den 29. Juni stattfinden. Eine weitere Weihe mit fünf Kandidaten findet an ebendiesem Datum - dem Apostelfest Peter und Paul - im Salzburger Dom statt, darüber hinaus gibt es auch Weihen an anderen Terminen.
Insgesamt werden im Jahr 2026 laut dem jüngsten Erhebungsstand von Kathpress mindestens 19 Priesterkandidaten aus Österreich bzw. die in Österreich wesentliche Teile ihrer Ausbildung absolviert haben und künftig hier tätig sein werden, geweiht. Die endgültige Zahl kann höher sein, da es bei den Ordensgemeinschaften keine zentrale Erfassung der Priesterweihen gibt bzw. da vereinzelt Weihetermine im späteren Jahresverlauf vom Zeitpunkt des Studienabschlusses abhängen und erst später fixiert werden.
Weihen in Heimatländern
In den Folgemonaten sind mehrere Weihen von Heiligenkreuzer Priesterstudenten in ihren Heimatdiözesen terminisiert: Am 25. Juli die von Michael Mario Ogala (31) aus Nigeria, am 3. Oktober die von Senay Mesfin Teshome (33) in Äthiopien und am 27. Dezember im indischen Kerala die von Tansen Joseph Thomas (33) aus der Ordensgemeinschaft der Vinzentiner, der zuletzt im burgenländischen Nischendorf als Diakon wirkte. Auch die Wiener Piaristen erwarten mit Jude Lontum Mbiydzenyuy (30) einen Priesternachwuchs, er wird im August in Kamerun geweiht.
Das Alter der Neupriester
… des Jahrgangs 2026 zum Zeitpunkt ihrer Weihe beträgt durchschnittlich 34,8 Jahre und entspricht somit dem der vergangenen Jahre; ein Großteil von ihnen war zuvor schon in anderen Berufen tätig, darunter findet man unter anderem Zimmerer, Religionslehrer, Krankenpfleger oder einen Archäologen. Neun sind gebürtige Österreicher, drei stammen aus Deutschland, vier aus Afrika, zwei aus Asien und einer aus Amerika. Die bisher ermittelte Gesamtzahl von 19 liegt unter den 26 Weihen des Vorjahres.

Kurznachrichten

 

Heiliges Land. Etwas mehr als 769.000 Euro hat der Orden der Grabesritter in Österreich im vergangenen Jahr für Hilfsprojekte im Heiligen Land aufgebracht. Die Grabesritter finanzieren etwa den Unterhalt von Kirchen, Schulen, Kindergärten, Sozialstationen und Altenheimen in Israel, Jordanien und Palästina. Zudem werden Studenten in schwierigen finanziellen Situationen und Kinder bedürftiger Familien unterstützt und ein humanitärer Hilfsfonds des Lateinischen Patriarchats mitfinanziert. 

 

USA. Wenige Wochen vor dem 250. Jahrestag der Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung am 4. Juli haben die katholischen US-Bischöfe die Vereinigten Staaten vor dem Heiligsten Herzen Jesu geweiht. 

 

Mosambik. Der katholische Bischof von Quelimane in Mosambik, Osório Citora Afonso (54) , ist am 6. Juni erschossen in seinem Haus aufgefunden worden. Die Polizei ermittelt laut nationalen Medienberichten wegen Mordes. Mosambiks Präsident Daniel Chapo äußerte sich bestürzt über den Vorfall. 

 

Deutschland. Zweieinhalb Wochen nach der Veröffentlichung der ersten Enzyklika von Papst Leo XIV. ist jetzt die erste deutsche Übersetzung in gebundener Ausgabe im Buchhandel erhältlich. Die Verlagsgruppe Patmos hat den ursprünglich für den 15. Juni geplanten Erscheinungstag auf den 11. Juni vorgezogen. 

 

Türkei. Mit einem Festgottesdienst in der Mariä Himmelfahrtskirche in Panagia auf seiner (türkischen) Heimatinsel Imbros hat der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. am Donnerstag seinen Namenstag und das 35-Jahr-Jubiläum an der Spitze des Patriarchats von Konstantinopel gefeiert. Zu den Festlichkeiten waren auch der bulgarische Patriarch Daniil und der rumänische Patriarch Daniel gekommen, um ihre Verbundenheit mit dem Patriarchen und dem Ökumenischen Patriarchat zu bekunden. 

 

Estland. Nach einem Höchstrichter-Entscheid über das umstrittene neue Kirchengesetz hat Estlands Innenminister Igor Taro die Estnische Christliche Orthodoxe Kirche aufgefordert, ihre Unterordnung unter das russisch-orthodoxe Moskauer Patriarchat zu beenden. 

 

Polen. Ein Ordensmann wird neuer Geschäftsführer der polnischen katholischen Nachrichtenagentur KAI. Die zuständige kirchliche Stiftung berief den Paulinerpater Michal Bortnik (50) zum neuen Vorsitzenden der Geschäftsführung, wie die Polnische Bischofskonferenz mitteilte. 

 

 


Deutschland. Der deutsche Benediktinerpater und Bestseller-Autor Anselm Grün sieht keine theologischen Gründe gegen das Frauenpriestertum. Auch gegen die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare spräche theologisch nichts, sagte Grün in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview der Zeitung „Welt". Mit der Ablehnung der Segnung Homosexueller nehme der Papst Rücksicht auf die Kirche in Afrika. Und: „Die Ostkirchen würden sich sofort abspalten, wenn wir Frauen zum Priestertum zulassen würden."

Österreich

Österreich. Der Salzburger Erzbischof Franz Lackner bleibt Vorsitzender der Bischofskonferenz. Die Wiederwahl erfolgte am Dienstag turnusgemäß im Rahmen der Vollversammlung der Bischöfe in Mariazell. Zum Stellvertretenden Vorsitzenden wurde auch wieder der Linzer Bischof Manfred Scheuer (70) gewählt. Das wiedergewählte Führungsduo Lackner-Scheuer steht somit für die nächsten sechs Jahre an der Spitze des heimischen Episkopats. 

 

Wien. Die Katholische Aktion Österreich (KAÖ) übt deutliche Kritik am neuen Europäischen Asylsystem (GEAS), das mit Freitag in Kraft trat: „Was auf den ersten Blick für viele Menschen als einfache Lösung erscheint, erweist sich bei ernsthaftem Hinsehen als Aushöhlung von Menschenrechten". 

 

Wien. Caritas Österreich, Diakonie Österreich und Volkshilfe Österreich kritisieren die seitens der Bundesregierung geplante Streichung der Familienbeihilfe für subsidiär Schutzberechtigte: "Wer bei Kindern spart, gefährdet ihre Zukunftschancen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt". 

 

Steiermark. Mit einem feierlichen Stiftertag erinnert das Benediktinerstift St. Lambrecht am Dienstag, 16. Juni, an seinen Gründer Markward von Eppenstein, der laut Überlieferung an diesem Tag vor 950 Jahren verstorben ist. 

 

Oberösterreich. In Linz ist eine neue slowakische griechisch-katholische Gemeinde im Entstehen. Am Sonntag wurde im Alten Dom erstmals die orthodoxe Göttliche Liturgie in slowakischer Sprache gefeiert. 

 

Niederösterreich. Die Caritas St. Pölten hat in Heidenreichstein ihr zweites Tageszentrum für ältere Menschen eröffnet. 

 

Tirol. Das Passionsspielhaus am Thiersee in Tirol entstand 1926 aus einem Versprechen heraus: Die Thierseer Bevölkerung gelobte in einer Zeit der Not vor 100 Jahren, die Passion Christi regelmäßig aufzuführen - ein Versprechen, das bis heute eingehalten wird, wirbt die Webseite des Passionsspiel-vereins, dem heute rund 280 Personen angehören. Etwa 50 Mitwirkende proben derzeit für die Jubiläumsproduktion "Der Brandner Kaspar kehrt zurück", die ab Herbst 2026 aufgeführt wird. 

Tschechien: Kommunisten-Opfer seliggesprochen

In Tschechien hat die katholische Kirche zwei Priester seliggesprochen, die 1951/52 nach Schauprozessen des kommunistischen Regimes hingerichtet worden waren. An der von Kurienkardinal Michael Czerny geleiteten Feier auf dem Messegelände im mährischen Brno (Brünn) nahmen örtlichen Medienberichten zufolge 13.000 Menschen teil. Als Voraussetzung für die Seligsprechung hatte Papst Leo XIV. die Diözesanpriester Jan Bula (1920-1952) und Vaclav Drbola (1912-1951) im Oktober als Märtyrer anerkannt, die aus "Hass auf den Glauben" zum Tode verurteilt worden seien.
In frei erfundenen Anschuldigungen hatte die damalige Regierung der Tschechoslowakei den Geistlichen Bula und Drbola eine Verstrickung in ein Attentat auf kommunistische Funktionäre vorgeworfen. Beide hatten mit dem Anschlag nichts zu tun. In den 1990er Jahren rehabilitierte die tschechische Justiz die Priester. Sie sind die ersten Opfer des kommunistischen Regimes, die in dem Land seliggesprochen wurden.

Auch das noch...

Ehemaliges Straßenkind wirkt heute als Priester in Wien 

Der aus Rumänien stammende Floridsdorfer Pfarrer Ignatius Sutel hat bei einem Besuch in Siebenbürgen seinen langjährigen Förderer, den Jesuitenpater Georg Sporschill, sowie ehemalige Weggefährten aus der Straßenkinderarbeit getroffen. Das berichtet die Tageszeitung Kurier in ihrer Sonntag-Ausgabe. Sutel, heute Chorherr des Stiftes Klosterneuburg und Priester in Wien-Floridsdorf, gehörte in den 1990er Jahren selbst zu jenen Kindern, die nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Regimes in Rumänien auf der Straße lebten und durch kirchliche Hilfsprojekte Unterstützung fanden. 
Im Sozialprojekt Elijah in Marpod kam es zu einer Begegnung mit Moise, einem weiteren ehemaligen Straßenkind aus Bukarest. Beide wurden einst von Sporschill begleitet, der nach dem Ende der Diktatur mit seiner Arbeit für obdachlose und vernachlässigte Kinder in Rumänien begann. Während Sutel später ins Stift Klosterneuburg eintrat, Theologie studierte und 2015 zum Priester geweiht wurde, verlief der Lebensweg von Moise deutlich schwieriger. Heute engagiert er sich ebenfalls in sozialen Projekten. 
Das Stift Klosterneuburg zählt zu den wichtigsten Unterstützern der Arbeit. Für Elijah wurden bislang rund 890.000 Euro bereitgestellt; in das von Sporschill ursprünglich gegründete Straßenkinderprojekt Concordia flossen nach Stiftsangaben mehr als sechs Millionen Euro. 
 

Friedenspilgerweg „Peacewalk 2026" führt quer durch Österreich 

Ein internationaler Friedenspilgerweg von Spanien nach Jerusalem macht in diesem Sommer auch in Österreich Station. Der sogenannte "Peacewalk 2026" führt von 25. Juni bis 13. August quer durch das Land und verbindet Wandern, Friedensarbeit und gesellschaftlichen Dialog. Die österreichische Etappe umfasst rund 850 Kilometer von Vorarlberg bis zur ungarischen Grenze und ist Teil einer insgesamt 8.500 Kilometer langen Route ("Jerusalemweg") von Finisterre im Nordwesten Spaniens bis zum Ziel Jerusalem, das im Mai 2027 erreicht werden soll. 
Nach Angaben der Organisatoren haben sich bereits mehr als 1.000 Menschen aus 19 Ländern für einzelne oder mehrere Abschnitte angemeldet. Der Peacewalk sei ein Zeichen internationaler Solidarität und eine Einladung, Frieden nicht nur politisch zu fordern, sondern im persönlichen Miteinander einzuüben, hieß es in einer Aussendung vom Montag. 
Koordiniert wird die Österreich-Etappe vom Wiener Verein Civil Action Network (CAN), der sich für die Stärkung der Zivilgesellschaft einsetzt. Nach dem Grenzübertritt aus der Schweiz bei Meiningen in Vorarlberg am 25. Juni führt der Weg unter anderem nach Innsbruck (4. bis 6. Juli), Salzburg (14. bis 16. Juli), Linz und zur KZ-Gedenkstätte Mauthausen (24. bis 27. Juli) sowie nach Wien (6. bis 9. August). 

Piusbruderschaft überrascht über Schweigen des Papstes 

Die traditionalistische Piusbruderschaft zeigt sich überrascht über das Schweigen von Papst Leo XIV. zu ihrer drohenden Exkommunikation. Es sei sein „aufrichtigster Wunsch", den Papst noch vor den für 1. Juli geplanten verbotenen Bischofsweihen zu treffen, sagte der Generalobere der mit Rom nicht in voller Gemeinschaft stehenden Priesterbruderschaft, Davide Pagliarani, dem eigenen Pressedienst „FSSPX.Actualités". Es gebe jedoch bislang weder eine Antwort noch eine persönliche Reaktion von Leo XIV. 
Pikant: Pagliarani erinnert in diesem Zusammenhang an Papst Franziskus (2013-2025), der der vorkonziliaren Liturgie mit kirchendisziplinarischer Härte entgegengetreten war und dessen Amtsführung und Programm der Pius-Obere insgesamt als eine „Katastrophe" bezeichnet. Es sei wohl „nur ein Detail, aber als ich um ein Treffen mit ihm im Vatikan bat, erhielt ich binnen 24 Stunden eine Audienz, und er zeigte sich besonders freundlich", so Pagliarani. 
Die Priesterbruderschaft St. Pius X. (FSSPX) will am 1. Juli in Écône im Schweizer Wallis vier ihrer Priester zu Bischöfen weihen. Da der Papst die Weihe wegen lehrmäßiger Differenzen mit den Piusbrüdern nicht erlaubt hat, droht den Kandidaten sowie dem weihenden Bischof nach dem Kirchenrecht die von selbst eintretende Exkommunikation. 
 

Entschieden religiös: Wer sind die neu bekehrten US-Katholiken? 

US-Vizepräsident James David Vance veröffentlicht Mitte Juni eine Biografie über seinen Weg zum Katholizismus. In dem Buch mit dem Titel „Communion: Finding My Way Back to Faith" zeichnet der 41-Jährige seinen Weg aus einfachen Verhältnissen an die Spitze der Macht als spirituellen Werdegang nach. Das Meinungsforschungsinstitut Pew Research Center in Washington nennt dazu in einem aktuellen Beitrag Fakten zu US-amerikanischen Konvertiten:
1,5 Prozent aller erwachsenen US-Amerikaner sind katholische Konvertiten - das heißt, sie geben an, als Kind einer anderen (oder keiner) Glaubens-gemeinschaft angehört zu haben. 2024 waren dies rund 4 Millionen Personen. Etwa gleich groß oder etwas kleiner sind entsprechende Gruppen bei protestantischen Kirchen wie Presbyterianern, Anglikanern oder Reformierten. 
Unter US-Katholiken insgesamt machen Konvertiten 8 Prozent aus. 92 Prozent sind praktisch aus der Wiege in die katholische Kirche aufgenommen worden. 
Trotz der Übertritte verliert die katholische Kirche mehr Gläubige: Auf jeden gewonnenen Konvertiten kommen 8,4 Personen, die sich nicht mehr als katholisch betrachten. Der Schwund ist stärker als bei Protestanten - dort liegt das Verhältnis von Zu- und Abgängen bei 1 zu 1,8. 

Spaniens Jugend zwischen Papst Leo und Bad Bunny

Spaniens Kronprinzessin Leonor (20) und ihre Schwester Infantin Sofía (19) hatten am Sonntagmorgen mit ihren Eltern König Felipe und Königin Letizia an der Fronleichnamsmesse von Papst Leo XIV. teilgenommen - doch am Abend tanzten und sangen sie im Metropolitano-Stadion zu den Latino-Rhythmen von Rapper-Superstar Bad Bunny.
Die Prinzessinnen sind damit ein gutes Beispiel, wie Spaniens katholische Jugend heute tickt: aktuell, im Leben stehend und trotzdem religiös. Wie für sie gilt auch für viele Jugendliche im Land: Religiös zu sein und seinen Glauben zu feiern, bedeutet nicht, anders als andere Jugendliche zu sein.
Das zeigte bereits am Samstagabend die große Feier mit dem Papst auf dem Lima-Platz vor dem Stadion von Real Madrid. 600.000 hauptsächlich junge Menschen feierten nicht nur die Jugendmesse mit Leo XIV., sondern genossen bereits Stunden vorher Konzerte bekannter katholischer Musikgruppen wie Hakuna.
Um die 2013 im Umfeld des katholischen Weltjugendtags entstandene Gruppe ist ein regelrechter Hype unter den Jugendlichen entstanden; nicht nur unter religiösen. Ihre Lieder sind häufig Glaubenszeugnisse oder geistliche Reflexionen und erreichen ein Publikum, das weit über die katholische Jugendbewegung hinausgeht. Zu ihren Konzerten kommen regelmäßig Zehntausende Besucher. Ihre Hits laufen auf TikTok und Spotify viral.
Eine jüngere Studie der Stiftung SM über Jugend und Religion verzeichnete eine zumindest zaghafte Rückkehr zum Christentum. Bezeichneten sich 2020 noch 31,6 Prozent der befragten Jugendlichen als katholisch, so waren es 2025 wieder 45 Prozent.